Auch im April habe ich überraschend viel gelesen, was vor allem daran lag, dass ich mich durch die Perfectly-Pixie-Reihe und die Necromancer Tales von MJ May gelesen habe. Wenn ich nicht noch ein paar andere Lese-Eindrücke hier gesammelt hätte, hätte ich den Beitrag einfach mit „MJ May und ihre diversen Reihen“ betiteln können. 😉
MJ May: Perfectly Perfect Pixie/Perfectly Charmed Pixie/Perfectly Perplexing Zombie/Purrfectly Peculiar Pixie (Perfect Pixie Series 2-5)
Ich hatte im vergangenen August den ersten Band der Reihe („Perfectly Imperfect Pixie“) gelesen und wirklich nett gefunden. Als ich also im April überlegte, was sich als (weitere) Fast-Food-Lektüre eignen könnte, habe ich mir den zweiten Band der Serie geholt und danach nicht aufgehört, die Reihe zu lesen. Jede Geschichte dreht sich um zwei männliche Personen mit sehr unterschiedlichem Hintergrund, die sich in einem Urban-Fantasy-Setting näherkommen. Ich muss zugeben, dass ich die (mal mehr, mal weniger) vorhandenen Sexszenen nicht gebraucht hätte, aber ich mochte es sehr mitzuverfolgen, wie die Figuren sich besser kennenlernten, sich ihren Vorurteilen (in der Regel bezüglich der Rasse des anderen) stellen mussten und gemeinsam an der Lösung eines Problems arbeiteten. Außerdem kann ich sagen, dass ich das Geplänkel zwischen all den unterschiedlichen Charakteren wirklich gern gelesen habe. Dabei ging es mir nicht nur um die Protagonisten und ihre langsam wachsenden Beziehungen, sondern auch um alte und neue Freundschaften, die sehr den Ton der Geschichten prägen. Da alle fünf Bände in derselben Region und rund um einen festen Freundeskreis spielen, gibt es regelmäßige Wiedersehen mit den Protagonisten und Nebenfiguren der vorhergehenden Bücher, was wirklich nett zu lesen ist. Ich will nicht behaupten, dass die Reihe besonders ungewöhnlich ist, aber ich habe mich gut amüsiert und war neugierig genug auf weitere Entwicklungen, dass ich nicht nur abends konzentriert gelesen, sondern auch tagsüber in meinen Pausen zum eReader gegriffen haben. Oh, und die dazugehörige Sammlung von Kurzgeschichten („Perfectly Petite Shorts“) war auch sehr nett für zwischendurch.
MJ May: Deadly Lineage/Deadly Deception/Deadly Avarice/Deadly Arrogance (Necromancer Tales 1-4)
Nach den ganzen Pixie-Geschichten dachte ich, ich teste mal die Leseprobe von „Deadly Lineage“ von MJ May an – und das führte dazu, dass ich auch diese Reihe hintereinander weg gelesen habe. Die Handlung spielt in derselben Welt wie die Perfect-Pixie-Serie, und auch hier gibt es eine Liebesgeschichte zwischen den beiden Protagonisten Erasmus Boone (Necromancer) und Franklin O’Hare (menschlicher Detective bei der Abteilung für Mordermittlungen). Allerdings zieht sich diese Liebesgeschichte über alle vier Bände, während die Haupthandlung sich um einen oder mehrere Kriminalfälle dreht. Auch wenn ich es stellenweise sehr offensichtlich fand, wer der Bösewicht in der Geschichte war, so mochte ich es mitzuverfolgen, wie Franklin und Erasmus ermittelten und (wenn möglich) gemeinsam ihre Schlüsse zogen. Besonders nett fand ich Erasmus‘ persönliche Fähigkeit als Necromancer, die darin besteht, dass er die Seele eines/r Verstorbenen zurückholen kann. Das bedeutet, dass er regelmäßig von Angehörigen engagiert wird, die noch etwas mit einer zu früh verstorbenen Person zu regeln haben (und sei es nur die Frage nach dem geliebten Marmeladenrezept). Manchmal bieten diese Jobs allerdings eher den Verstorbenen die Möglichkeit, noch ein paar Dinge loszuwerden, die sie ihren Familienmitgliedern bislang nicht direkt ins Gesicht gesagt hatten, was sehr amüsant zu lesen war. Alles in allem bot diese Reihe für mich eine gute Mischung aus humorvollen und emotionalen Momenten, die zu einer intensiveren Handlung führten als bei den Pixie-Romane. Die Beziehung zwischen Erasmus und Franklin war schön zu verfolgen – gerade weil die beiden sich auf Augenhöhe begegneten, obwohl Franklins Arbeit und Erasmus‘ Herkunft als Necromancer (was in diesen Romanen sowohl eine Rassen- als auch eine Fähigkeitenbezeichnung ist) für so einige Hürden sorgten. Die nächste Reihe der Autorin wird sich um Erasmus‘ Vater drehen, der ein Warlock und – nach allem, was ich bislang über ihn gelesen habe – eine ungewöhnliche Wahl für eine Hauptfigur ist. Was mich zu der Frage bringt, ob ich den ersten Band bald mal anteste oder lieber warte, bis die Reihe vollständig ist, damit ich die dann im Zweifelsfall auch in einem Rutsch lesen kann.
MJ May: No Good Deed (Maverick Insurance Mystery 1)
Nachdem ich gut eine Woche so intensiv mit Romanen von MJ May verbracht hatte, dachte ich mir, ich sollte auch noch die früheren Veröffentlichungen der Autorin antesten. Deshalb habe ich den ersten Band der Maverick-Insurance-Mysteries gelesen, um danach sagen zu können, dass der für mich längst nicht so gut funktioniert wie die vorher gelesenen Urban-Fantasy-Geschichten von MJ May. „No Good Deed“ wird aus der Sicht von Perry Atherton und Detective Nathanial Harmon erzählt. Perry wäre drei Jahre vor Beginn der Handlung beinahe gestorben, als er versuchte, einem Fremden, der in einer Gasse überfallen worden war, zur Hilfe zu eilen. Inzwischen hat Perry sein Leben wieder so einigermaßen im Griff, aber die schwere Kopfverletzung und der Schuss ins Knie haben Spuren hinterlassen, die bis heute sein Leben beeinträchtigen. Deshalb ist er umso glücklicher, dass er endlich einen Arbeitgeber gefunden hat, der bereit ist, ihn zumindest als Hausmeister einzustellen. Das führt dazu, dass Perry sich eigentlich nicht einmischen und das Ganze ignorieren will, als er eine Nachricht findet, die andeutet, dass einer der anderen Angestellten ein Mörder ist. Nate hingegen war vor drei Jahren der erste Polizist vor Ort und konnte bis heute den jungen Mann, der heldenhaft in eine Gasse eilte und dafür beinah mit seinem Leben bezahlt hätte, nicht vergessen – nur um ihm erneut zu begegnen, als er einem anonymen Hinweis auf einen Mörder in einem Versicherungsunternehmen nachgeht. Die Beziehung zwischen Nate und Perry fand ich eigentlich ganz süß zu lesen, aber für mich funktionierte bei Perry diese Mischung aus Naivität, Scheuklappen und Ermittlungseifer am Arbeitsplatz nicht so recht. Außerdem überzeugten mich die Hintergründe rund um den vermutlichen Mörder sowie die gesamte Dynamik innerhalb der Versichung leider ebenfalls nicht. Deshalb habe ich die Serie für mich abgeschrieben und stattdessen noch einen weiteren ersten Band ausprobierte …
MJ May: Sow What You Reap (Reaping Coventous 1)
„Sow What You Reap“ wird aus der Perspektive der 22jährigen Leah McKnight erzählt, die solange sie sich erinnern kann Geister sehen und mit ihnen kommunizieren kann. Außerdem wurden vor sechs Jahren ihre Eltern von Leahs Zwillingsbruder Bobby ermordet – wobei bis heute ungewiss ist, was Bobby zu dieser Tat veranlasst hat, weil dieser seit jener Nacht verschwunden ist. Leah ist also so ziemlich auf sich allein gestellt, während die Hälfte des Ortes davon überzeugt ist, dass sie mit Bobby gemeinsame Sache gemacht haben muss, und sie dementsprechend schlecht behandelt … Ich gebe zu, dass es ein paar interessante und ungewöhnliche Elemente in der Geschichte gab (gerade rund um die Reaper, denen Leah im Laufe der handlung begegnet und die die Seelen von Verstorbenen abholen). Außerdem ist es durchaus stimmig, dass eine Person in Leahs Situation mit psychischen Problemen kämpft, während ihre Kleinstadt-Nachbarn lieber davon ausgehen, dass sie irgendwie mitschuldig am Tod ihrer Eltern sein muss, statt ihr zur Seite zu stehen. Daneben gab es durchaus ein paar Personen wie Leahs Arbeitgeber, ihren besten Freund aus Kindheitstagen oder ihren Onkel und ihre Cousine, die an Leahs Unschuld glauben und für sie da sind. Aber insgesamt fand ich Leahs Perpektive viel zu deprimierend und die Andeutungen rund um weitere Entwicklungen am Ende des Romans nicht verlockend genug, um noch die weiteren sechs Romane der Reihe lesen zu wollen …
Hazel Smith: Mystery Maid
Nachdem ich im April dann schon so viel Geld für eBooks ausgegeben hatte, wurde es Zeit, mal einen der vielen ungelesenen Titel anzugehen, die seit Längerem auf dem eReader schlummern. Den ersten (und zweiten) Band der Mystery-Maid-Serie habe ich irgendwann vor drei Jahren umsonst heruntergeladen. Es handelt sich dabei um eine typische Cozy-Mystery-Geschichte, die in diesem Fall in einem Hotel in London spielt. Die (amerikanische) Protagonistin Ivy Stone hat zu Beginn der Handlung ihren ersten Tag als Zimmermädchen in dem berühmten Hotel LaFontaine, als sie im namengebenden Springbrunnen über eine Leiche stolpert. Gemeinsam mit einigen weiteren Hotel-Angestellten beginnt sie zu ermitteln, während gleichzeitig im Hotel eine Fashion Show stattfindet, die für so einige Aufregung sorgt. Es ist lange her, dass ich bei einem Cozy Mystery nicht weit vor der Auflösung wusste, wer der Täter war, weshalb ich diesen Titel in dieser Hinsicht wirklich loben muss. Allerdings fand ich die Motivation des Täters weniger überzeugend, was dann wiederum etwas schade war. Auch muss ich gestehen, dass ich es zwar eigentlich angenehm zu lesen finde, wenn eine Protagonistin ein nettes Arbeitsumfeld hat, aber hier wurde es mir ein bisschen zu unglaubwürdig mit all dem Entgegenkommen durch den Besitzer des Hotels und den vielen Möglichkeiten für Ivys neue Freundinnen, sich von ihren Arbeitsplätzen zu entfernen, um mal eben zu ermitteln. Ich werde bestimmt irgendwann noch den zweiten Teil lesen, da er ja eh schon auf meinem eReader schlummert, mir aber vermutlich keine weiteren Bände der Reihe besorgen. (Oh, und was die Reihennummer angeht: Als ich den Titel auf den eReader lud, lief er als Band 1, während mir inzwischen eine andere Geschichte als Band 1 der Mystery-Maid-Reihe auf den diversen Plattformen angezeigt wird. Ich bleibe bei Band 1 – und sei es nur, weil die gesamte Reihe nach diesem Band benannt wurde.)
Kat Kinnley: Light My Pyre (Everwood Falls 1)
„Light My Pyre“ gehörte zu den kostenlosen Büchern, die ich Anfang März runtergeladen (und damit dann auch schon alle gelesen) hatte, und entpuppte sich als nette paranormal romance zwischen Asher Heath (Feuer-Magier und zur Hälfte Fae) und Gwyneth Drake (Drachen-Gestaltwandlerin). Beide treffen in Everwood Falls aufeinander, einem abgelegenen Ort in den Rocky Mountains, der in der paranormalen Gesellschaft als Zuflucht für diejenigen dient, die eine zweite Chance benötigen. Wobei diese zweite Chance entweder nötig ist, weil die Betroffenen andere paranormale Personen in Gefahr gebracht haben oder riskierten, dass Menschen herausfinden, dass es paranormale Wesen gibt. Ich muss zugeben, dass weder die Hintergrund-Geschichten der beiden Figuren noch der Weltenbau oder die Liebesgeschichte in irgendeiner Form groß erinnerungswert waren. Aber die Figuren waren (fast) alle sympathisch und der Roman war nett und entspannend zu lesen. Da die weiteren Titel der Reihe aktuell für gerade mal 99 Cent pro Band zu bekommen sind, könnte es also sein, dass ich da doch irgendwann einmal für den Preis zugreifen werde, wenn ich wieder auf der Suche nach netter Fast-Food-Lektüre sein sollte.
