Kategorie: Challenges

Sachbücher 2025

Nachdem mein erster Buchkauf im Januar 2025 ein Sachbuch war, hatte ich gehofft, ich würde in diesem Jahr regelmäßig Sachbücher lesen. Grundsätzlich bin ich auch nicht unzufrieden mit der Menge an gelesenen Sachbüchern, ich wünschte nur, ich hätte nicht immer so schrecklich lange für jedes Buch gebraucht. Aber da ich in diesem Jahr ständig mehrere Titel parallel gelesen habe, sind die Sachbücher oft länger liegen geblieben, als sie es verdient gehabt hätten.

Januar – April 2025

Charlie Jane Anders: Never Say You Can’t Survive – How to Get Through Hard Times by Making Up Stories (Hörbuch)

„Never Say You Cant’s Survive“ ist eigentlich ein Schreibratgeber, in dem die Autorin nicht nur Ratschläge rund ums Schreiben vermittelt, sondern auch darauf eingeht, wie hilfreich das Spinnen von Geschichten in aufreibenden Zeiten sein kann. Ich muss zugeben, dass ich von Charlie Jane Anders noch nie etwas gelesen habe und deshalb auch nicht immer etwas mit den diversen Verweisen auf ihre veröffentlichten Geschichten anfangen konnte. Aber ich fand es ermutigend und wohltuend, ihren Worten zu folgen, und ich habe mir beim Zuhören meine eigenen Gedanken zum Aufbau von (gerade gelesenen) Geschichten gemacht. Außerdem war es angenehm, Charlie Jane Anders, die das Hörbuch selbst eingesprochen hat, zuzuhören. Der einzige Grund, wieso ich das Hörbuch nicht deutlich zügiger beendet habe, lag daran, dass ich zwischen Ende Januar und Anfang April relativ wenig Zeit fürs aufmerksame Hören hatte.

Januar – Mai 2025

Hannah Ritchie: Not the End of the World (abgebrochen)

„Not the End of The World“ war mein erster Sachbuchkauf im Januar 2025. Der Titel war mir als ermutigende Veröffentlichung rund um das Thema „Klimawandel“ empfohlen worden, und ich mochte die Leseprobe, die ich vor dem Bestellen angeschaut hatte. Erst einmal möchte ich betonen, dass Hannah Ritchie in ihrem Buch wirklich viele Informationen gesammelt hat, die Mut machen und darauf hinweisen, dass eine Klimakatastrophe definitiv noch abwendbar ist. Unter anderem zeigt die Autorin all die Erfolge auf, die es in den vergangenen Jahrzehnten schon gab und die beweisen, dass ein Wandel möglich ist. Dummerweise stolperte ich beim Lesen über so viele Kritikpunkte, dass ich das Buch nach nicht einmal der Hälfte für einige Wochen unterbrechen musste, weil ich so frustriert war – was genau das Gegenteil von dem war, was ich mir von dem Titel erhofft hatte! – und im Mai habe ich mir dann eingestanden, dass ich das Buch wirklich nicht weiterlesen möchte.

Ich habe einfach Schwierigkeiten, eine Autorin ernst zu nehmen, die Atomkraft als die große Lösung gegen den Klimawandel sieht, ohne dabei auch nur einmal darauf einzugehen, dass es keine sichere Entsorgung für Atommüll gibt. Außerdem finde ich es nicht ermutigend, wenn all die hoffnungsmachenden Absätze zu den verschiedenen Themengebieten im Prinzip darauf hinauslaufen, dass eine Wende möglich ist, solange der Großteil der Regierungen dementsprechende Gesetze und Regelungen erlässt. Angesichts der aktuellen politischen Entwicklungen ist das etwas, wodurch ich mich beim Lesen nur umso hilfloser fühlte (und all das war mir schon bewusst, bevor ich zu diesem Sachbuch gegriffen habe). Dazu kamen dann noch ein Haufen Diagramme und Graphen, die in meinen Augen wirklich schlecht gemacht waren und bei denen ich zwar in den Anhängen Verweise auf die jeweilige Studie, aus der die Daten stammten, finden konnte, aber bei denen ich gern Hinweise zu der Datensammlung gesehen hätte. Ein Beispiel dafür war ein Diagramm, bei dem die Luftverschmutzung in London von 1700 bis 2016 aufgezeigt wurde, und ich hätte gern gewusst, woher die historischen Daten kommen (und wieso da ein komischer Graph über der London-Linie in der Luft hängt, der vermutlich die Luftverschmutzung in Delhi in irgendeinem Zeitraum in den 2000ern anzeigen sollte?). Alles in allem stellte sich dieses Sachbuch, von dem ich mir eine hoffnungsvolle Lektüre versprochen hatte, beim Lesen für mich als ziemlich ärgerlich heraus.

Februar – April 2025

Xinran: Gerettete Worte – Reise zu Chinas verlorener Generation (Rezension)

Oktober 2025

Paulina Bren: The Barbizon – The New York Hotel That Set Women Free

Nach den ersten Seiten, in denen es darum ging, wer und wieso das „Barbizon“ gebaut hat, drehte sich das Buch vor allem um die Frauen, die (eine Zeitlang) in dem Hotel gelebt haben. Das führte zu einem spannenden Überblick über das Leben (in der Regel) intellektueller und/oder wohlhabender Frauen in den USA in der Zeit zwischen 1930 und 1960. So erzählt dieses Sachbuch vor allem einen Haufen faszinierender Anekdoten rund um die Zeitschrift Mademoiselle und ihre Gast-Editorinnen, die Models der Ford Modeling Agency und die Schülerinnen der Katharine Gibbs Secretarial School – was nicht nur viel über die (wenigen) Möglichkeiten von Frauen, selbstständig zu leben, verriet, sondern sich auch wirklich gut lesen ließ.

November – Dezember 2025

Zeinab Badawi: An African History of Africa – From the Dawn of Humanity to Independence

Alle paar Jahre wieder suche ich nach Sachbüchern über afrikanische Geschichte, weil mir durchaus bewusst ist, dass das eine Region ist, über die ich viel zu wenig weiß. Allerdings habe ich bislang nur sehr wenige Bücher gefunden, die ich wirklich informativ und gut lesbar fand. „An African History of Africa“ von Zeinab Badawi hingegen war (soweit das bei einer solchen Informationsdichte möglich ist) wirklich gut lesbar. Auch fand ich den Aufbau des Buchs für mich stimmig und – aufgrund der Tatsache, dass ich mehr über Nordafrika weiß als über die restlichen Regionen – leicht zugänglich. Die Autorin beginnt mit der Geschichte von Nordafrika und arbeitet sich dann über den Osten, die Mitte, den Süden bis in den Westen des Kontinents vor, was für mich die Entwicklung der verschiedenen Regionen nachvollziehbar machte. Spannend fand ich z. B. auch die Verweise auf gegensätzliche Darstellungen von Ereignissen zwischen den mündlichen (regionalen) und schriftlichen (häufig von europäischen Händlern/“Entdeckern“) Überlieferungen oder die Beschreibungen von archäologischen Funden, die durch Zitaten aus Dokumenten von Zeitzeugen (auch hier in der Regel europäische Händler/“Entdecker“/Kolonialherren) ergänzt wurden. Mehr als einen Überblick kann solch ein Buch nicht bieten, aber das macht es deutlich besser als andere Titel, die ich bislang über Afrika angeschaut habe. Am Ende hatte ich nicht nur das Gefühl, ich hätte viel gelernt, sondern auch ausnahmsweise nicht einen Haufen unzusammenhängender Wissensfragmente zu einer Region bekommen, sondern eine Landkarte voller Querverweise und Zusammenhänge, die ein gutes Fundament bilden, um mich mehr (und detaillierter) mit Afrikas Geschichte auseinanderzusetzen.

Jahresvorhaben-Endspurt

In den letzten Tage habe ich ausgerechnet, dass ich bislang ca. 80% der in diesem Jahr angeschafften Bücher gelesen habe. Bei den eBooks bin ich mit der Zahl sehr zufrieden, denn die Titel, die ich noch nicht gelesen habe, sind in der Regel Romane, die ich mir für die Adventszeit aufgehoben habe, oder Fortsetzungen von Reihen, bei denen ich noch die früher erschienenen Bände lesen muss. Bei den gedruckten Büchern hingegen wäre es nett, wenn ich mein Vorhaben, alle Bücher zu lesen, die ich zwischen dem 1. Januar und dem 31. Oktober kaufe, auch wirklich mal umzusetzen würde. Die Titel, die im November und Dezember auf meinem SuB landen, zähle ich bei dem Vorhaben nicht mit, weil das (fast ausschließlich) Geburtstags- und Weihnachtsgeschenke sind.

Da ich theoretisch mein Vorhaben noch gut schaffen kann, wenn ich mich mehr auf die Bücher konzentriere, die ich in diesem Jahr neu angeschafft habe, und es mir immer hilft, wenn ich so etwas hier öffentlich mache, gibt es hier nun eine Liste der Titel, die ich bis zum Jahresende noch lesen möchte:

  1. A. G. Slatter: The Crimson Road
  2. L. D. Lapinski: The Whispering World (Artezans 2)
  3. Hallie Rubenhold: Story of a Murder
  4. Anne Ursu: Not Quite a Ghost
  5. Becky Chambers: Record of Spaceborn Few (Wayfarers 3)
  6. Becky Chambers: The Galaxy, and the Ground Within (Wayfarers 4)
  7. Becky Chambers: To Be Tought, If Fortunate
  8. Zeinab Badawi: An African History of Africa – From the Dawn of Humanity to Independence
  9. Mary Robinette Kowal: The Fated Sky (Lady Astronaut 2)
  10. Charlie Jane Anders: Lessons in Magic and Disasters
  11. Robin Stevens: A Stocking Full of Spies (The Ministry of Unladylike Activity 3)
  12. Dominique Valente: Witchlight (Witchspark 2)

Die grün markierten Bücher habe ich angefangen und werde ich mit sehr großer Wahrscheinlichkeit noch bis Ende November ausgelesen haben. Und der zwölfte Titel („Witchlight“) ist bei mir erst in der vergangenen Woche angekommen und gehört deshalb eigentlich nicht in meine Vorhabenliste. Aber da der Roman eine spontane Anschaffung von mir und kein Geburtstagsgeschenk war, fände ich es nett, wenn ich das Buch auch bald lesen würde.

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Außerdem wäre es schön, wenn ich in den nächsten Tagen noch ein paar Rezensionen auf die Reihe bekommen würde. Ich habe seit dem Ende meiner Sommerpause am 1. September so schön regelmäßig Beiträge hier auf dem Blog veröffentlicht, da wäre es schade, wenn ich jetzt in den letzten Wochen des Jahres auf einmal wieder damit aufhören würde. Dabei bräuchte ich – neben all den regelmäßigen Posts – nur noch fünf Rezensionen, um den Blog bis zum Jahresende zu füllen. Mal schauen, ob ich das hinbekomme …

  1. Molly O’Neill: Greenteeth (für den 28.11.)

Sachbücher 2024

2024 war kein gutes Sachbuch-Jahr für mich. Was vor allem daran lag, dass ich so dickköpfig war und ein bestimmtes Buch durchlesen wollte – und dann lieber gar keine Sachbücher gelesen habe, um nicht zu diesem einen Titel greifen zu müssen. Die Bücher, die ich dann tatsächlich gelesen habe, haben mir in der Regel aber sehr gut gefallen und mein Leben ein Stückchen bereichert.

Beate Sirota Gordon: The Only Woman in the Room – A Memoir of Japan, Human Rights, and the Arts

Sehr spannend zu lesende Erinnerungen von Beate Sirota Gordon, die nach dem Zweiten Weltkrieg zu dem amerikanischen Team gehörte, das innerhalb einer Woche einen Entwurf für die neue japanische Verfassung aufgestellt hat. So viele faszinierende Details über das Leben ihrer (jüdischen) Musiker-Eltern in Europa, ihre Kindheit in Japan und ihren weiteren Werdegang nach ihrer Heirat, zusammengefasst in einem überraschend schmalen Buch. Besonders beeindruckt haben mich die Passagen, in denen Beate Sirota Gordon darüber schrieb, warum sie welche Elemente z. B. zum Thema Frauenrecht oder Schulbildung in die japanische Verfassung eingefügt hat. Da gab es nicht nur viele Hinweise auf andere Verfassungen (u. a. die der Weimarer Republik), sondern auch auf persönliche Erlebnisse in ihrer Kindheit in Japan. Aber auch ihre spätere Arbeit rund um den kulturellen Austausch zwischen verschiedenen asiatischen Ländern und den USA fand ich faszinierend zu lesen. Ergänzt werden all diese Erinnerungen durch sehr, sehr viele Schwarzweiß-Fotos, die zwar häufig von nicht gerade guter Qualität sind, aber so viele interessante Personen zeigen.

Jo Hedwig Teeuwisse: Fake History – 101 Things that Never Happened

Genau genommen habe ich von Januar bis April 2024 (fast) täglich einen Eintrag in diesem Buch gelesen und so regelmäßig eine kleine Portion „Geschichtswissen“ genossen. Ich folge Jo Hedwig Teeuwisse („The Fake History Hunter“) schon seit einigen Jahren online, weil ich es immer wieder spannend finde, wenn von ihr Posts überprüft/wiederlegt werden, die „interessante“ oder „aufsehenerregende“ Behauptungen über alle möglichen Dinge aus der Vergangenheit aufstellen. Viele dieser Posts basieren auf Gerüchten (die z. B. von der Autorin auf Briefwechsel oder ähnliches zurückgeführt werden konnten) oder Veröffentlichungen aus der viktorianischen Zeit, in denen die „historisch interessierten“ Verfasser sich eher ihrer Fantasie statt handfester Recherche bedienten und so dafür sorgten, dass ihre Vorstellung von der Vergangenheit zum „Allgemeinwissen“ wurde.

Dabei fand ich es besonders faszinierend, anhand der kleinen Nebenbemerkungen in den Texten und der Anhänge ein bisschen mehr über die Recherchearbeit von Jo Hedwig Teeuwisse mitzubekommen, die oft genug damit startet, dass erst einmal überhaupt ein konkreter Rahmen oder eine Definition als Ausgangspunkt geschaffen werden muss. Wenn zum Beispiel behauptet wird, dass der Kuss zwischen Uhura und Kirk der „erste interracial Kuss der Fernsehgeschichte“ sei (was nicht stimmt, egal, welche Definition angewendet wird), muss erst einmal bestimmt werden, ob es sich dabei um den ersten Kuss auf die Wange, Kuss auf den Mund oder Zungenkuss handelt, um einen Kuss, der bewusst ausgeführt wurde, der zufällig passierte, der gegen den Willen einer oder beider beteiligten Personen erfolgte, oder um einen Kuss, der mit romantischer oder komischer Intention gefilmt wurde. Erst wenn diese Definition gesetzt wurde, ist es überhaupt möglich, die Recherche dementsprechend zu gestalten und Antworten auf die Frage zu finden, welcher Kuss nun der erste seiner jeweiligen Art war. Das war – wie gesagt – spannend zu lesen und sorgt auf jeden Fall dafür, dass ich „faszinierenden Fakten“, über die ich online stolpere, noch ein bisschen skeptischer gegenüberstehe.

Clare Hunter: Threads of Life – A History of the World Through the Eye of a Needle

Clare Hunter erzäht in sechzehn Kapiteln von verschiedenen Momenten oder Bewegungen in der Geschichte der Welt, in denen Handarbeitskunst – vor allem mit dem Schwerpunkt Sticken – eine häufig übersehene, aber wichtige Rolle einnahm. Wie bei Molly Peacocks Buch (siehe Dezember) gibt es auch hier enge Bezüge zwischen dem Leben der Autorin und den Dingen, die sie erzählt, aber während ich mit Molly Peacock so gar nicht zurechtkam, fand ich Clare Hunters sehr persönliche Einleitungen zu den verschiedenen Kapiteln interessant zu lesen. Es ist für mich schwierig, mehr über dieses Buch zu erzählen, denn Clare Hunter stellt jedes Kapitel unter einen Oberbegriff und manchmal bedeutet das, dass sie sich auf ein Thema konzentriert, aber deutlich häufiger gibt es mehrere Beispiele, die über mehrere Zeiten und Länder verteilt stattfanden. Auf jeden Fall gibt jedes dieser Kapitel Einblick in Bereiche der Weltgeschichte – seien es Kriegsgefangene in den verschiedensten Kriegen, Sufragetten-Proteste oder so etwas „Begrenztes“ wie Community-Projekte -, die mir so noch nicht untergekommen waren und die ich faszinierend und berührend fand. Handarbeit als politisches Element wird häufig übersehen, gerade weil es eine vermeintlich „weibliche und häusliche“ Tätigkeit ist, dabei lässt sich (aus den wenigen noch vorhandenen Stücken) so viel über die Situation der Personen lernen, die diese Arbeiten ausgeführt haben.

Djamila Knopf: Luminescence – Shedding light on the creative process with Djamila Knopf

Ein Artbook mit Bildern der deutschen Künstlerin Djamila Knopf, das neben sehr vielen (japanisch inspirierten) Werken auch einige Texte enthält. Diese Texte drehen sich um den Denkprozess, der von der Idee zum fertigen Bild führt, aber auch um konkrete Aspekte, die Einfluss auf die Wirkung eines Bildes haben. Ich fand die Texte faszinierend zu lesen und habe es genossen, mir Zeit beim Betrachten der Bilder lassen zu können – so ein Artbook ist doch etwas anderes, als wenn man beim Social-Media-Scrollen über ein ansprechendes Bild stolpert. 😉

Molly Peacock: The Paper Garden – An Artist Begins Her Life’s Work at 72 (abgebrochen)

Auch dieses Buch habe ich über mehrere Monate (genau genommen fast das ganze Jahr) gelesen, was aber nicht daran lang, dass ich es in kleine Portionen aufgeteilt habe, sondern daran, dass ich immer lieber zu anderen Titeln gegriffen habe. Irgendwie hatte ich beim Klappentext den Teil mit „As she tracks the extraordinary life of Delany – friend of George Frideric Handel and Jonathan Swift – internationally acclaimed poet Molly Peacock weaves in delicate parallels in her own life …“ überlesen, und so faszinierend ich Mary Delany und ihre Kunstwerke fand, so wenig interessierte mich Molly Peacock und ihre Art, Mary Delanys Geschichte zu erzählen. Im Dezember habe ich mir dann endlich eingestanden, dass Molly Peacock mich mit ihrer Schreibweise vom Lesen abhält und dieses Buch ein Fehlgriff für mich war. Das Buch wird aussortiert – vielleicht stolpere ich irgendwann mal über eine anderen Biografie über Mary Delany, und dann kann ich schauen, ob ich mehr über diese interessante Person herausfinde.

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Kein Sachbuch, aber trotzdem eine Erwähnung wert:

Nikita Gill: These are the Words – Fearless Verse to Find Your Voice

Im Februar bin ich über ein Gedicht aus „These are the Words – Fearless Verse to Find Your Voice“ von Nikita Gill gestolpert, und das hat dazu geführt, dass ich mir das Buch angeschafft habe. Die Gedichtsammlung ist für Teenager gedacht, die erste Erfahrungen mit einer Welt machen, die nicht gerade freundlich mit Personen umgeht, die ihren Weg noch finden müssen. Aufgeteilt sind die Gedichte in vier Jahreszeiten, und so habe ich sie auch gelesen (auch wenn das bedeutete, dass ich zu Frühlingsbeginn erst einmal einige Seiten überblätterte, um die restlichen „Winter-Texte“ aufs Jahresende zu schieben).

Die Gedichte sind in der Regel sehr einfach und klar geschrieben, nicht immer besonders poetisch, aber gerade deshalb gaben sie häufig genau die Ratschläge, die ich persönlich als Teenagerin nötig gehabt hätte. Es fühlt sich beim Lesen an, als ob eine ältere Freundin oder große Schwester Denkanstöße oder Ermutigung geben würde, was ich sehr nett fand. Ich muss aber auch zugeben, dass ich ein bisschen darüber stolperte, dass die Gedichte auf der einen Seite so feministisch sind und den lesenden Personen helfen sollen, eine eigene Stimme zu finden, und auf der anderen Seite sind sie (wenn Personalpronomen verwendet werden) durchgehend binär. Das ist meiner Meinung nach ein Widerspruch.

Scavenger Hunt TBR Book Challenge

Nachdem ich vor einigen Wochen noch felsenfest davon überzeugt war, dass ich so schnell keine Challenge mehr mitmachen würde, weil ich in den letzten Jahren einfach keine gefunden hatte, die mich reizte, bin ich Anfang Mai bei The StoryGraph über die „Scavenger Hunt TBR Book Challenge“ von „koala_reader“ gestolpert. Die Challenge ist zum SuB-Abbau gedacht und die „Aufgaben“ sorgen dafür, dass ich relativ frei von meinem SuB Title auswählen kann. Es gibt keine vorgegebene Zeitspanne für die Challenge und eine der Regeln betont sogar, dass man sich nicht zum Lesen eines Buchs zu zwingen soll, wenn einen genau dieser Titel gerade nicht reizt.

Was die Challenge bei mir in den letzten Tagen ausgelöst hat, ist, dass ich Romane in die Hand nehme, dir mir in den letzten Monate aus irgendeinem Grund nicht ins Auge gesprungen sind. Ich habe weiterhin Stapel mit angefangenen Büchern, die ich endlich beenden will, und Bücher, die ich spontan anfange, wenn ich Lust darauf habe – ich lese also so einiges außerhalb der Challenge. Aber wenn ich mich bei der Frage ertappe, was ich denn als nächstes Lesen könnte, schaue ich, was denn die nächste Challenge-Aufgabe wäre und suche mir das dazu passenden Buch aus dem SuB.

Und weil mir in den letzten Tagen durch den Kopf ging, dass ich die Challenge auch gern noch auf meinem Blog festhalten würde, veröffentliche ich nun auch noch hier die Aufgabe und die dafür gelesenen Bücher.

(Mehr Details zu den Aufgaben stehen auf der im ersten Absatz verlinkten Challengeseite bei StoryGraph.)

1. Read the most recently added book in your TBR.

Das Buch "Alliana - Girl of Dragons", dessen Cover ein Mädchen inmitten eines rose-blau-violetten Wolkenmeers auf einem grünen Drachen reitend zeigt.

Das war Anfang Mai „Alliana – Girl of Dragons“ von Julie Abe, das im März bei mir eingetroffen war und noch ungelesen auf dem SuB lag.

Angesichts der zweiten Aufgabe habe ich das Bedürfnis zu betonen, dass das Cover auf meinem Foto weniger pastellig ist als in der Realität und es so schwierig ist zu entscheiden, ob der Großteil der Wolken nun rosa, violett oder himmelblau ist. 😉

2. What colour was mostly on that cover? Read a book with the complimentary colour on the cover.

Ich muss gestehen, das mich hier die Challenge fast verloren hätte, weil das Cover von „Alliana“ alle möglichen wunderschönen Pastelltöne zeigt, aber nicht EINE dominante Farbe. Irgendwann habe ich mich mit mir darauf geeinigt, dass ich den grünen Drachen als dominierendes Farbelement sehen würde. 😉

Also brauche ich ein rotes Cover, was mich zu „Kitty Peck and the Music Hall Murders“ von Kate Griffin führte, das seit Juli 2023 auf meinem SuB lag.

Der Roman "Kitty Peck and the Music Hall Murders" von Kate Griffin. Der Titel steht in schwarzer und goldener Schrift vor einem roten Rechteck und die Typografie sorgt dafür, dass "and the" kaum ins Auge stechen. Unterhalt des Titels ist eine schwarze Feder in dem roten Rechteck zu sehen, das Rechteck wiederum ist schwarz umrahmt.

3. What is the most common letter in the title of the last book you read for this challenge? Find a book with a title that starts with that letter.

Das Kinderbuch "The Troublemakers" - das Cover zeigt ein Segelschiff auf einem bewegten Meer.

Dank der Typografie von „Kitty Peck and the Music Hall Murders“ hatte ich einen kurzen Moment von „aber alle Buchstaben kommen maximal zweimal vor!“ – bis mir auffiel, dass T und E (dank des unauffälligen „and the“) dreimal vorhanden waren. Da mir das T als erstes ins Auge sprang, wurde „The Troublemakers“ von Tamzin Merchant mein nächstes Challenge-Buch. Der Roman war im Januar auf den SuB gewandert und da ich ihn damals nicht direkt gelesen habe, ist es recht wahrscheinlich, dass er ohne die Challenge noch eine Weile im Regel gelegen hätte. (Der Band war übrigens genauso nett wie die anderen beiden „The Hatmakers“-Titel der Autorin.)

4. Go to the acknowledgements of the last book. What name did you first see? Find a book written by an author with that name.

Die erste Person, die in den Danksagungen von „The Troublemakers“ erwähnt wird, ist eine „Nat“ – was mich an „Natalie“ denken ließ, aber bei einem Blick ins Buchregal erst einmal zu „Skin of the Sea“ von Natasha Bowen führte. Leider war ich dann erst einmal nicht in der richtigen Stimmung für das Buch, weshalb ich im Juli zu „Seafire“ von Natalie C. Parker gegriffen habe. Der Roman lag seit Juli 2020 auf meinem SuB – nicht ganz so lange wie „Skin of the Sea“, aber definitiv länger als er verdient hatte.

Die Taschenbuchausgabe von "Seafire" von Natalie C. Parker. Das Cover zeigt eine Art Kompass, deren Mittelteil mit Blüten ausgefüllt ist, darüber liegt der Titel in einem - fast von innen leuchtenden - Weißton.

5. Go to page 34, line 6 of the book you just read. How many words are therein that line? Divide that number by three. That’s the amount of words the title of your next book should be.

Die Taschenbuchausgabe von "Rebel Skies". Das Cover zeigt eine junge Frau mit dem Rücken zum Betrachter, die auf eine schwebende Stadt schaut, vor der ein riesiger weißer Papier-Adler fliegt.

Da die sechste Zeile auf Seite 34 von „Seafire“ sieben Wörter hatte, brauchte ich für die fünfte Challengeaufgabe ein Buch mit einem Titel, der aus zwei Wörtern bestand. Ich habe mich nach einem Blick auf die zur Auswahl stehenden Titel für „Rebel Skies“ von Ann Sei Lin entschieden. Ich hatte mich damals so auf die Geschichte gefreut und dann lag der Roman trotzdem fast zwei Jahre auf meinem SuB …

6. What object did your first see on the cover of the last book? Find another book with the same object in the cover!

Für mich ist das herausstechenste „Objekt“ auf dem Cover von „Rebel Skies“ der weiße Vogel aus Papier über dem Titel. Weshalb ich meinen SuB nach einem Roman mit einem Vogelbild durchwühlt habe und bei „Six Crimson Cranes“ von Elizabeth Lim hängengeblieben bin. Eigentlich hatte ich große Lust auf das Buch, aber dann bin ich immer wieder an den ersten 50 Seiten hängen geblieben. Weshalb es fast ein Jahr gedauert hat, bis ich damit – und der Challenge – weitergemacht habe.

Das Cover von "Six Crimson Cranes" zeigt eine verschneite Landschaft mit einem asiatisch anmutendem Gebäude im Hintergrund. Im Vordergrund ist eine Person vor einem Fluss stehend zu sehen und am Himmel ziehen mehrere Kraniche. Die Farben der Coverzeichnung sind überwiegend Weiß, Rosa und ein dunkles Blaugrün.

7. Find a book with the same amount of pages as the last book and read it.

Da es für diese Aufgabe eine +/-15-Seiten-Toleranz gibt und „Six Crimson Cranes“ 456 Seiten hatte, habe ich meinen SuB nach Titeln zwischen 440 und 470 Seiten durchwühlt und musste feststellen, dass ich so gut wie keine Bücher mit diesem Umfang habe. Immerhin habe ich dann noch mit „Of Jade and Dragons“ einen Roman gefunden, der mit 466 Seiten die richtige Zahl für diese Aufgabe aufweist.

8. Find another book with a title that has the same amount of letters as the last book and read it.

9. Flip to any page in the book you just read and point to a random word. The next book title should have that word in the title.

10. Find something that really sticks out from the cover of the last book and find a book that has that either in the title or in the cover.

11. Read any random book from your TBR. (Bonus)

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Ich werde den Beitrag in den nächsten Wochen aktualisieren, wenn ich mich weiter durch die Aufgaben gelesen habe. Mal schauen, ob ich die Challenge beende oder irgendwann die Lust daran verliere – oder ob ich gar nach dieser Challenge die Augen nach weiteren aufhalte.

Sachbücher 2022 und 2023

Da ich im Jahr 2022 so wenig Sachbücher gelesen hatte, lohnte es sich nicht eine Liste davon zu veröffentlichen. Aber so ganz wollte ich auf diese „Statistik“ dann doch nicht verzichten, weshalb es also eine gemeinsame Liste für 2022 und 2023 gibt.

Januar 2022
Erika Fatland: Hoch oben – Eine Reise durch den Himalaya

Februar 2022
Jerrelle Guy: Black Girl Baking
Ein vegetarisches Kochbuch, das von der Südstaatenküchen inspiriert wurde, mit der die Autorin aufgewachsen ist, und in dem es zu jedem Rezept eine kleine Anekdote gibt. Ich fand es angenehm, dass Jerrelle Guy häufig auch Variationsmöglichkeiten – zum Beispiel für eine vegane Version – erwähnt hat. Viele Gerichte in diesem Kochbuch fallen unter „Wohlfühlessen“ und sie haben meinem Mann und mir gut geschmeckt. Trotzdem ist mir aufgefallen, dass es eigentlich keines der ausprobierten Rezepte fest in unseren Alltag geschafft hat. Obwohl die Essen einfach zuzubereiten und lecker waren, blieben sie nicht genug bei mir hängen, um mir bei der Erstellung des wöchentlichen Essensplan in den Sinn zu kommen.

April 2022
Nancy Jackman (with Tom Quinn): The Cook’s Tale – Life below Stairs as it really was

Juni 2022
Margaret Powell: Below Stairs

September/Oktober 2022
Anne Lister (and Helena Whitbread): The Secret Diaries of Miss Anne Lister 1 – 1816-1824
Dieses Tagebuch war für mich eine überraschend spannende Lektüre, obwohl Anne Lister den Großteil der Zeit über ihre Familie, ihren Freundeskreis und die Frauen, mit denen sie eine Beziehung hatte (oder hätte haben wollen) gejammert hat. Aber Anne war auch eine sehr interessante Person, mit ihrer Suche nach dem für sie passenden Platz im Leben und einer Gefährtin, die zur ihr passen würde. Außerdem gab es so viele Informationen zu den alltäglichen Dingen wie die Kosten für die großen und kleinen Anschaffungen, Reisen und den Umgang mit Freundes-, Familien- und Bekanntenkreis. Es gibt noch einen weiteren Band mit ihren Tagebüchern, den ich auch noch unbedingt lesen will.

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Januar 2023
Ronen Steinke: Der Muslim und die Jüdin – Die Geschichte einer Rettung in Berlin
Das Buch hatte ich mir gekauft, nachdem ich online einen Artikel von Ronen Steinke über die Rolle, die muslimische Jazz-Club-Besitzer während des Zweiten Weltkriegs beim Verstecken von Juden in Berlin gespielt haben, gelesen hatte. So gab es in diesem Buch vor allem viele – für mich vollkommen neue – Informationen über das Verhältnis zwischen den jüdischen und muslimischen Gemeinden im Berlin der 1920er Jahre, die ich sehr interessant fand.

Februar 2023
Lily Koppel: The Astronauts Wives Club
Ein Sachbuch über die Ehefrauen der ersten amerikanischen Astronauten und welchen Einfluss die Karriere ihrer Männer auf ihr Leben hatte. Während Lily Koppel sich sehr darauf konzentrierte, wie wenig diese Frauen auf den plötzlichen Ruhm und das Leben mit Journalisten und Paparazzi vorbereitet waren, fand ich vor allem die kleinen Anmerkungen und Anekdoten  spannend, die zeigten wie schwierig (und frustrierend) es war als Frau mit eigenen Bedürfnissen und Interessen die Rolle der perfekten 50er-Jahre-Ehefrau zu erfüllen. Dazu gab es so einige Details rund um die Mercury-, Gemini- und Apollo-Missionen, die ich faszinierend fand. Das war unterhaltsam und spannend, auch wenn ich ziemlich konzentriert dabei bleiben musste, um all die verschiedenen Personen auseinanderhalten zu können.

März 2023
Gail MacColl and Carol McD. Wallace: To Marry an English Lord – Tales of Wealth and Marriage, Sex and Snobbery in the Gilded Age
An „To Marry an English Lord“ reizte mich vor allem der Teil, der sich mit der amerikanischen „höheren Gesellschaft“ beschäftigte, da ich darüber relativ wenig wusste. Gail MacColl und Carol McD. Wallace stellen die Gepflogenheiten der einflussreichen (New-Yorker-)Familien vor und zeigen auf, wie es dazu kam, dass während des „Gilded Age“ so viele amerikanische Erbinnen in britische Adelshäuser einheirateten. Während ich die Unmengen an Informationen zu den verschiedenen Personen, Traditionen und Ereignissen wirklich spannend fand, konnte mich die Art und Weise wie sie präsentiert wurden, nicht ganz so sehr begeistern. Natürlich ist es optisch ansprechender, wenn es immer wieder dekorative Einschübe, Fotos oder Randbemerkungen im Text gibt. Aber regelmäßig sorgten diese Unterbrechungen dafür, dass ich von all den zusätzlichen Informationen so abgelenkt war, dass ich den Faden verlor und zum zweiten (dritten/vierten) Mal den Text anfangen musste, um die Menge an Personen und Namen zuorden und die Ereignisse, um die es in dem Kapitel eigentlich ging, auch wirklich aufnehmen zu können.

April 2023
Ronald Schweppe und Aljoscha Long: Affen im Kopf – Mentale Gelassenheitsstrategien für einen ruhigen Geist
Eine spontane Lektüre, nachdem Birthe während des Lese-Sonntags im April so angetan von dem Titel war. Direkt nach dem Lesen bin ich mir nicht so sicher, was ich von dem Buch halte. Es gab einige Punkte, bei denen ich den Autoren nicht zustimmen konnte, und ein paar Dinge, bei denen ich das Gefühl hatte, ich sollte sie mal versuchen. Im Nachhinein kann ich sagen, dass es zwei Sachen gab, die auch etwas gebracht haben, solange ich sie noch präsent hatte, die aber dann in einer aufreibenden Phase schnell wieder in Vergessenheit geraten waren. Da müsste ich vielleicht noch einen Weg finden, um das auch in Ausnahmesituationen in meinen Alltag zu integrieren.

August 2023
Leo Marks: Between Silk and Cyanide – A Code Maker’s War 1941-45
Wenn ich ganz genau bin, dann habe ich das Buch zwischen Oktober 2022 und August 2023 gelesen, denn die kleine Schrift, die Unmengen an Namen (es gibt Personen in diesem Buch, die mit ihrem Namen, ihrem Spitznamen, ihrem Codenamen und eventuellen weiteren Codenamen bezeichnet werden,) und die Details rund ums (De)Codieren und über den Einsatz von Spionen und Saboteuren und den Kriegsverlauf aus britischer Sicht, sorgten dafür, dass ich in „Between Silk and Cyanide“ nur bei gutem Licht und mit ausreichender Konzentration lesen konnte. Aber das Buch war überraschend unterhaltsam und beinhaltete viele faszinierende Details rund um die Arbeit „hinter den Kulissen der Spionagetätigkeiten“ der Briten im Zweiten Weltkrieg. Vor allem die zweite Hälfte fand ich wirklich spannend zu lesen, weil Leo Marks da in einer Position war, in der er sehr viel über die britischen Spione erfuhr, was zu einigen bedrückenden Momenten beim Lesen führte. Stellenweise war es aber auch ziemlich frustrierend von den Rivalitäten zwischen den verschiedenen Bereichen zu lesen und nachzuverfolgen zu welchen Risiken dies für die Spione hinter den feindlichen Linien mit sich brachte (als ob ihre Aufgabe an sich nicht schon schlimm genug gewesen wäre).

Sarah Kurchak: Work It Out – A Mood-Boosting Exercise Guide for People Who Just Want to Lie Down
Der Untertitel fasst schon sehr gut zusammen, worum es in diesem Ratgeber geht. Sarah Kurchak schreibt mit sehr viel Verständnis darüber, dass es nicht immer leicht ist (regelmäßig) Sport zu machen und darüber welche Methoden die Leser*innen ausprobieren können, um den für sich richtigen Weg dafür zu finden. Viele der Informationen sind nicht gerade neu, aber der Ton ist sehr ermutigend und die Autorin bietet einige Anstöße für Personen mit psychischen oder physischen Problemen, die normalerweise in Sportratgebern nicht angesprochen werden, was mir gut gefallen hat. Außerdem gibt Sarah Kurchak (allgemeine!) Hinweise, welche Sportarten für bestimmte Einschränkungen besser angepasst werden können oder was unter bestimmten Umständen besser gemieden werden sollte. Ich mochte vor allem das Gefühl beim Lesen, dass der Autorin durchaus bewusst ist, dass Sport eine Tätigkeit ist, die nicht jeder Person Freude bereitet. Und den Eindruck, dass es Sarah Kurchak nicht darum geht den Leser*innen Sport als Wundermittel zu verkaufen, sondern als etwas, das einen positiven Effekt auf den Körper und die Psyche haben kann, wenn bestimmte Aspekte beachtet werden.

September 2023
Amy Butler Greenfield: The Woman All Spies Fear – Code breaker Elizebeth Smith Friedman and her hidden life
Eine Biografie über Elizebeth Smith Friedman, die für die USA Codes entschlüsselte und deren Arbeit großen Einfluss auf den Bereich der militärischen und polizeilichen Arbeit in den USA hatte. Spannend fand ich dabei, dass sie eben auch bei Ermittlungen z.B. gegen die Mafia eingesetzt wurde, um die geheimen Nachrichten der Verbrecher zu entziffern. Dabei hat sich Amy Butler Greenfield auf die Tagebücher und Briefe von Elizebeth Smith Friedman (und ihrem Mann William) konzentriert, was ich grundsätzlich interessant finde, und auf die 2008 von der US-Regierung freigegebenen Dokumente „History of Coast Guard Unit #387, 1940-1945“. Aber ich kam nicht immer gut damit zurecht, wie die Autorin die verschiedenen Details den Leser*innen präsentierte und ich habe häufig gedacht, dass ich lieber einen direkten Einblick in die Tagebücher (und in den Bericht über die Arbeit der Küstenwache *g*) hätte. Insgesamt fand ich Elizebeth Smith Friedman und ihr Leben sehr faszinierend und habe durch die Biografie so einiges Neues zum sehr frühen (De-)Coding in den USA gelernt (und eine andere Perspektive zu so einige Ereignissen, von denen Leo Marks in „Between Silk and Cyanide“ erzählte, bekommen).

Ashley „Dotty“ Charles: Outraged – Why Everyone is Shouting and No One is Talking
Ein schmales, aber sehr interessantes Buch, in dem die Autorin der Frage nachgeht, wieso manche Ereignisse online so ein Eigenleben entwickeln, wann Empörung (online) angemessen und wichtig ist, wann sie eher hinderlich ist oder gar das Gegenteil von dem bewirkt, was beabsichtigt war. Ich muss zugeben, dass der Skandal, der bei Ashley Charles die Überlegungen zum Sinn und Nutzen von Online-Aufregung auslöste, an mir ziemlich vorbeigegangen ist, fand es aber sehr spannend und erhellend ihre Überlegungen und Erkenntnisse zu diesem und anderen Themen/Personen zu lesen. Insgesamt gab es sehr viele Anstöße um mein eigenes Online-Verhalten mal unter die Lupe zu nehmen und noch kritischer mit den diversen Themen umzugehen, die mir online so vor die Nase kommen.

Oktober 2023
Lily Koppel: The Red Leather Diary – Reclaiming a Life Through the Pages of a Lost Journal
Ich muss gestehen, dass ich die Tatsache, dass die Journalistin Lily Koppel ein altes Tagebuch in die Finger bekommen hat und dann Kontakt mit der – inzwischen über 90jährigen – Frau aufnehmen konnte, die dieses Tagebuch in den 1930er Jahren geführt hatte, faszinierend finde. Nicht weniger faszinierend war das Lesen dieses Buches, das die Tagebucheinträgen von Florence und die Informationen, die Lily Koppel durch die Interviews erfahren hat, zu flüssig lesbaren Texten kombiniert. In den verschiedenen Kapiteln gibt es so viele Informationen über das Leben und die Gedanken der jungen Florence, ebenso wie viele kleine und größere Details dazu, wie es war als selbstbewusste und künstlerisch interessierte junge Frau im New York der 1930er Jahren aufzuwachsen.

November 2023
Simone Ferriero: The Art of Simz
Ein Artbook mit den Zeichnungen von Simz (Simone Ferriero) und sehr, sehr vielen Texten zum Werdegang und zur Arbeitsweise des Künstlers. Ich mag Simz‘ Hexen mit ihren (Geister)Katzen sehr und fand es spannend mal mehr zu der Person hinter den Zeichnungen zu erfahren und zu sehen wie Simone Ferriero an seine Bilder herangeht.

Jahresendspurt-Leseliste

Ich hatte mir im vergangenen Dezember vorgenommen, dass ich mir ein Beispiel an Neyasha nehmen und versuchen wollte, meine Neuzugänge zeitnah zu lesen. Genau genommen wollte ich die Bücher, die ich zwischen dem 01.01.2022 und 31.10.2022 neu bekommen würde, bis zum 31.12.2022 gelesen haben. Die Neuzugänge von November und Dezember habe ich bei diesem Vorhaben von vornherein ausgeschlossen, denn selbst wenn ich den Dezember durchgehend lesen würde, wäre es wohl schwierig, alle meine Geburtstags- und Weihnachtsgeschenke in gut einem Monat zu lesen. 😉

Um mich mal selbst ein bisschen anzuspornen und mir einen Überblick zu verschaffen, gibt es hier heute also eine Liste der Bücher, die ich gern noch bis zum Jahresende lesen möchte. Da alle Vormerkungen, die im Oktober erscheinen sollten, bei mir eingetroffen sind, müsste die Liste vollständig sein. Allerdings bedeutet das Lesen von „Faith – Greater Hights“ von Julie Murphy, dass ich vorher noch den ersten Band lesen müsste, und bei „Mixed Magic“ von Diana Wynne Jones muss ich mir überlegen, ob ich vorher noch die beiden englischen Crestomanci-Titel lesen will, die ich bislang nur auf Deutsch kenne und die deshalb mit im SuB-Regal liegen. Insgesamt sind es also 18 (+1) Bücher, die ich in den kommenden 80 Tage lesen müsste, um mein Vorhaben zu schaffen.

Einige Titel habe ich in den vergangenen Monaten schon angefangen, dann aber wegen Sommerhitze oder unpassender Lesestimmung erst einmal liegengelassen, und um da deutlich zu machen, dass sie auf dem Stapel mit angefangenen Büchern liegen, habe ich sie grün markiert.

  1. Ronen Steinke: Der Muslim und die Jüdin – Die Geschichte einer Rettung in Berlin
  2. Jennifer Kloester: Georgette Heyer’s Regency World
  3. Seanan McGuire: Spelunking Through Hell (InCryptid 11)
  4. Diana Wynne Jones: Mixed Magic
  5. Sophie Anderson: The Thief Who Sang Storms
  6. L.D. Lapinski: The Strangeworlds Travel Agency 3 – The Secrets of the Stormforest
  7. Kelly Barnhill: The Ogress and the Orphans
  8. Julie Murphy: Faith 2 – Greater Hights
  9. Sharna Jackson: The Good Turn
  10. Bernadette Banner: Make, Sew and Mend
  11. Kelly Barnhill: When Women Were Dragons
  12. Xiran Jay Zhao: Zachary Ying and the Dragon Emperor
  13. Julie Abe: Eva Evergreen and the Cursed Witch
  14. Alyssa Colman: The Gilded Girls (Gilded Magic 1)
  15. Janelle McCurdy: Mia and the Lightcasters (Umbra Tales 1)
  16. Leslye Penelope: The Monsters We Defy
  17. Patrice Lawrence: The Elemental Detectives
  18. James Nicol: The Spell Tailors

Sachbücher 2021

Ich finde es lustig, dass ich diese Beiträge, in denen ich meine gelesenen Sachbücher des Jahres aufliste, immer in der ersten Januar-Woche anlege. Ich mag, dass ich inzwischen so fest davon überzeugt bin, dass ich in den folgenden Monaten Sachbücher lesen werde, dass ich diesen Post erstelle, bevor ich noch das erste Sachbuch des Jahres gelesen habe. Und da ich 2021 zum ersten Mal eine eigene (wenn auch ein Jahr später immer noch unvollständige) Liste für die ungelesenen Sachbücher erstellt habe, kann ich sogar sagen, dass ich mit (mindestens) 15 Titeln ins Jahr gestartet bin, die ich alle gern lesen wollte. Leider hat sich dieses Jahr dann doch deutlich weniger als ein „Sachbuch-Jahr“ herausgestellt, als mir lieb gewesen wäre, aber vielleicht läuft es ja 2022 besser mit dem Sachbuchlesen für mich.

Januar
Olivette Otele: African Europeans – An Untold History

Februar
Kathrin Passig (Hrsg.): Das kleine Sabotage-Handbuch von 1944 – Die besten Tricks des amerikanischen Geheimdienstes im Kampf gegen Hitler

März

April
Elizabeth Hawes: Zur Hölle mit der Mode

Mai
Erin Lewis-Fitzgerald: Geschickt geflickt – Lieblingskleidung ausbessern statt wegwerfen

Das war es dann auch schon mit den Sachbüchern für dieses Jahr, denn in der zweiten Jahreshälfte fehlten mir Zeit und Konzentration fürs Sachbuchlesen. Ich hatte zwar im August noch zu „Mad & Bad – Real Heroines of the Regency“ von Bea Koch gegriffen und war auch relativ weit gekommen, aber mir fehlen da immer noch die letzten Kapitel … Angesichts der wirklich interessant klingenden neuen Sachbücher, die in den letzten Wochen auf meinem SuB gelandet sind, muss ich für 2022 wirklich einen Weg finden, um mir bewusst etwas Zeit fürs Sachbuchlesen freizuschaufeln.

In 80 Tagen durch den SuB?

So ganz passt der Beitragstitel nicht, weil ich natürlich nicht in 80 Tagen meinen gesamten SuB abbauen werde. Das will ich auch gar nicht, denn ich mag es sehr, dass ich da ein Regal voller ungelesener Bücher habe, aus dem ich mir jederzeit eine neue Lektüre aussuchen kann. Aber in diesem Jahr ist mir wieder einmal bewusst geworden, wie viele Titel auf dem SuB liegenbleiben, obwohl ich sie doch „eigentlich sofort“ lesen will, wenn sie bei mir ankommen. Oft ertappe ich mich dabei, dass ich von einem Buch denke, dass ich es gerade erst bekommen habe, und wenn ich dann auf meine Liste gucke, stelle ich fest, dass es schon seit über einem halben Jahr (oder gar länger) ungelesen da liegt.

Obwohl ich gerade ziemlich viel um die Ohren habe, lässt mich der Gedanke nicht los, dass ich mir an Neyasha ein Beispiel nehmen und versuchen könnte, meine Neuzugänge des Jahres bis zum Jahresende zu lesen. Vom 13. Oktober bis zum 31. Dezember sind es 80 Tage – 80 Tage, in denen ich versuchen will, die Bücher zu lesen, die zwischen dem 1. Januar 2021 und dem heutigen Tag auf meinem SuB gelandet sind und noch nicht von mir gelesen wurden. Ich werde mir da keinen Druck machen, aber ich werde mich (hoffentlich) in den kommenden 80 Tagen mehr auf meinen SuB konzentrieren. Dabei klammere ich die Bücher aus, die ich vermutlich zum Geburtstag und Weihnachten geschenkt bekomme, denn das wäre nicht nur ein hoffnungsloses Vorhaben, sondern ich würde den Geschichten dann auch nicht die angemessene Aufmerksamkeit schenken können.

Um einen Überblick über die noch zu lesenden Bücher zu haben (und euch die Möglichkeit zu geben, mir ein bisschen auf die Finger zu schauen), gibt es hier eine Liste mit Titeln, die ich in diesem Jahr noch lesen will:

  1. Damaris Young: The Switching Hour
  2. Amy Wilson: Angel and Bavar
  3. Kate Milford: The Thief Knot
  4. Gwenda Bond/Christopher Rowe: The Supernormal Sleuthing Service 1 – The Lost Legacy
  5. Michelle Harrison: A Tangle of Spells
  6. Celine Kiernan: The Little Grey Girl
  7. Benjamin Dean: Me, My Dad and the End of the Rainbow
  8. Rebecca Roanhorse: Race to the Sun
  9. Wendy McLeod MacKnight: The Copycat
  10. Barbara Sleigh: The Kingdom of Carbonel
  11. Seanan McGuire: Angel of the Overpass (Ghost Roads 3)
  12. Molly Guptill Manning: When Books Went to War
  13. Bea Koch: Mad and Bad – Real Heroines of the Regency
  14. Jo Spurrier: Daughter of Lies and Ruin
  15. Tamsyn Muir: Gideon the Ninth
  16. Taylor Simonds: Collateral Damage
  17. Dominique Valente: Starfell – Willow Moss and the Vanished Kingdom
  18. Phil Hickes: The Bewitching of Aveline Jones
  19. Kelly Yang: Front Desk
  20. Jessica Townsend: Hollowpox – The Hunt for Morrigan Crow
  21. B.B. Alston: Amari and the Night Brothers

Das ist definitiv eine Anzahl, die ich schaffen sollte, und eine gute Mischung aus Reihenfortsetzungen und neuen Autor.innen. Einige der Bücher scheinen mir perfekt für den Herbst zu passen, weshalb ich mir die eh für die kommenden Wochen bereitgelegt hatte. Etwas „Sorgen“ machen mir die beiden Sachbücher, denn in diesem Jahr habe ich kaum Sachbücher gelesen. Aber genau genommen habe ich „Mad & Bad“ schon halb durch und ich weiß, dass es gut geschrieben ist. Ich muss den Titel nur mal wieder aus einem der Stapel neben dem Sofa kramen …

Sachbuch-Challenge 2020 – Ein Rückblick

Rückblickend betrachtet war das Jahr 2020 ab März kein gutes Jahr, um Sachbücher zu lesen – zumindest ging es mir so, dass ich ein paar Monate lang nicht genügend Konzentration dafür aufgebracht habe. Trotzdem habe ich am Ende meine acht Sachbücher gelesen (und rezensiert) und damit meine Challengen geschafft – und das Beste daran ist, dass ich die meisten Sachbücher nicht nur wirklich interessant fand, sondern nach dem Lesen auch einige Autor.innen auf meine Merkliste gesetzt habe, um zu schauen, was es für weitere Veröffentlichungen von ihnen gibt.

Die von mir für die Challenge gezählten Sachbücher waren:

1. Tupoka Ogette: exit RACISM – rassismuskritisch denken lernen
2. Matthias Heine: Verbrannte Wörter – Wo wir noch reden wie die Nazis und wo nicht
3. Erika Fatland: Sowjetistan – Eine Reise durch Turkmenistan, Kasachstan, Tadschikistan, Kirgisistan und Usbekistan
4. Hallie Rubenhold: The Five – The Untold Lives of the Women Killed by Jack the Ripper
5. Tuula Karjalainen: Tove Jansson – Work and Love
6. Karen Abbott: The Ghosts of Eden Park – The Bootleg King, the Women Who Pursued Him, and the Murder That Shocked Jazz-Age America
7. Magid Magid: The Art of Disruption – A Manifesto of Real Change
8. Tom Reiss: The Black Count – Napoleon’s Rival, and the Real Count of Monte Christo (General Alexandre Dumas)

Außerdem habe ich noch „The Royal Art of Poison – Fatal Cosmetics, Deadly Medicines, and Murder Most Foul“ von Eleanor Herman gelesen, aber da ich das Buch nicht rezensiert habe, zählt es natürlich nicht für die Challenge.

***

Aber ich war ja bei meiner Challenge nicht allein, weshalb ich natürlich auch noch einen Blick auf den Verlauf der Sachbuch-Challenge der anderen Teilnehmer werfen mag. Dabei beziehe ich mich auf den Stand der Challenge-Übersichtsseiten vom 05.01.2021.

Insgesamt waren wir achtzehn Personen, und von diesen haben sechs Personen die Challenge offiziell geschafft. (Ich bin gern bereit, da noch jemanden nachzutragen, wenn ihr eure Seiten in den nächsten Tagen noch aktualisiert und mir hier dann Bescheid sagt. Ich hatte aber keine Zeit, eure Blogs nach eventuell geschriebenen, aber nicht verlinkten Leseeindrücken zu durchsuchen.) Ein paar andere sind nur knapp an den Challenge-Bedingungen gescheitert, und ich finde es toll, dass ihr trotz des Stresses, den die Pandemie in unser aller Leben gebracht hat, im vergangenen Jahr so viele Sachbücher gelesen habt! 🙂

Die Gesamtübersicht aller Teilnehmer zeigt, dass einiges mehr an Sachbüchern gelesen als rezensiert wurde. Außerdem würde ich von monerl, Martin und Anette gern erfahren, wie sie es geschafft haben, im vergangenen Jahr genügend Konzentration und Zeit für diese Sachbuch-Mengen inklusive der dazugehörigen Rezensionen aufzubringen – ich bin wirklich beeindruckt! *g*

Challenge-Teilnehmer, die alle Challenge-Bedingungen erfüllt haben:

monerl 27 gelesene Sachbücher, davon 26 rezensiert
Martin 20 Sachbücher gelesen und rezensiert
Anette 20 Sachbücher, davon 12 rezensiert
Neyasha 10 Sachbücher gelesen, davon 8 rezensiert
Konstanze 9 Sachbücher gelesen, davon 8 rezensiert
Helma 8 Sachbücher gelesen und rezensiert

Challenge-Teilnehmer, die zwar die erforderliche Anzahl an Sachbüchern gelesen, aber nicht zu allen einen aussagekräftigen Leseeindruck verlinkt haben::

Peanut 11 Sachbücher gelesen, davon 5 rezensiert
Caroline 8 Sachbücher, davon 5 rezensiert

Und weil ich es zu schade fände, wenn all die anderen gelesenen Sachbücher untergehen würden, obwohl es doch so viele faszinierende Titel gibt, gibt es hier noch die Teilnehmer, die nicht so viele Sachbücher gelesen, aber mindestens eine Rezension auf ihrer Übersichtsseite verlinkt hatten. Außerdem habe ich Natiras Sachbuch-Challenge-Endpost verlinkt, weil sie da mehr über die gelesenen Sachbücher sagt als auf ihrer Challengeseite. *g*

Ariana
Daniela
Kerstin
Lisa (Lieschen liest)
Natira / Natiras Sachbuch-Challenge-Endpost
Rosa

Wie ihr vermutlich schon gesehen habt, wird es in diesem Jahr keine neue Auflage der Sachbuch-Challenge geben. Ein Grund, warum ich die 2020 wiederbelebt habe, war die Hoffnung, dass es wieder mehr Austausch ums Sachbuchlesen geben wird. Dieser Austausch ist aber leider nicht so zustande gekommen wie erhofft – was wohl auch daran lag, dass ich selber irgendwann nicht mehr wusste, was ich noch kommentieren sollte, obwohl ich viele der von euch besprochenen Sachbücher wirklich spannend fand und es immer wieder faszinierend zu sehen ist, welche Themengebiete andere Blogger besonders ansprechen. Ich hoffe, die Challenge hat euch trotzdem motiviert, eher mal zum Sachbuch zu greifen, und ihr hattet viel Spaß beim Lesen!

Sachbücher 2020

Auch wenn ich durch die Sachbuch-Challenge in diesem Jahr eigentlich schon eine Übersichtsseite für meinen gelesenen Sachbücher habe, wollte ich doch wieder einen Beitrag mit einer Liste für das Jahresende haben. Erst einmal ist das der Ort, an dem ich normalerweise nach meinen gelesenen Sachbüchern eines Jahres suche, und dann werden auf der Challenge-Seite ja nur die Titel aufgelistet, die ich auch rezensiert habe und die somit für die Challenge zählen, während hier auch Bücher auftauchen werden, die ich aus dem einen oder anderen Grund nicht rezensiert oder abgebrochen habe.

Januar
1. Tupoka Ogette: exit RACISM – rassismuskritisch denken lernen
2. Matthias Heine: Verbrannte Wörter – Wo wir noch reden wie die Nazis und wo nicht

Februar
3. Erika Fatland: Sowjetistan – Eine Reise durch Turkmenistan, Kasachstan, Tadschikistan, Kirgisistan und Usbekistan
4. Hallie Rubenhold: The Five – The Untold Lives of the Women Killed by Jack the Ripper

März
Odd Arne Westad: Der Kalte Krieg – Eine Weltgeschichte (abgebrochen!)

Nachdem ich ungefähr die Hälfte der 760 Seiten dieses Buches gelesen hatte, hatte ich die Nase voll davon, dass ich ständig Sätze mehrfach lesen und Fremdwörter nachschlagen musste. Auf der einen Seite hatte ich das Gefühl, ich würde mit Aneinanderreihungen (und Wiederholungen) erschlagen, auf der anderen Seite gab es immer wieder Nebensätze, die auf politische Situationen eines Landes anspielten, die ich nicht zuordnen konnte und bei denen mir mehr Informationen oder eine Einordnung in den Gesamtzusammenhang fehlten. Der Kalte Krieg hat meine Kindheit sehr geprägt und ich hätte wirklich gern ein gut geschriebenes und umfassendes Sachbuch zu dem Thema gelesen, das auch noch einen weiteren Blick auf die Folgen dieser Rivalität zwischen den USA und Russland/der UdSSR wirft. Aber Odd Arne Westad hat mit seiner Ausdrucksweise leider dafür gesorgt, dass ich mich durch den Text kämpfen musste – und als es dann soweit war, dass ich das Buch wieder in die Bibliothek zurückbringen musste, hatte ich so wenig Lust auf weitere Stunden mit „Der Kalte Krieg“, dass ich den Titel nicht erneut vormerken ließ.

April bis August waren aufgrund der Nachrichtenlage und der Hitze keine guten Monate für mich, um Sachbücher zu lesen … Immerhin habe ich im letzten Drittel des Jahres dann wieder etwas aufgeholt

September
5. Tuula Karjalainen: Tove Jansson – Work and Love

Oktober
6. Karen Abbott: The Ghosts of Eden Park – The Bootleg King, The Women Who Pursued Him, and the Murder That Shocked Jazz-Age America

November
7. Magid Magid: Art of Disruption – A Manifesto of Real Change
8. Tom Reiss: The Black Count – Napoleon’s Rival, and the Real Count of Monte Cristo (General Alexandre Dumas)

Dezember
9. Eleanor Herman: The Royal Art of Poison – Fatal Cosmetics, Deadly Medicines, and Murder Most Foul

Unterhaltsam geschriebenes Sachbuch über Medizin bzw. medizinischen Aberglauben in den vergangenen Jahrhunderten und über einige verdächtige Todesfälle in Adelskreisen zwischen 1313 und 1821. Dabei hat sich die Autorin – so weit vorhanden – medizinische Unterlagen über den Krankheitsverlauf und den Zustand der Leichen angeschaut und mit heutigem medizinischen Wissen eingeordnet. Ich muss zugeben, dass mir das Buch nicht so viele neue Erkenntnisse brachte, weil eben sehr viele Aussagen auf Vermutungen basieren oder Informationen aufgreifen, die ich schon aus anderen Quellen kannte. Aber grundsätzlich ist es doch immer wieder faszinierend zu lesen, welche alltäglichen Dinge Menschen umgebracht haben und wo vielleicht allem Anschein nach wirklich nachgeholfen wurde.