Schlagwort: Sachbuch-Challenge

Sachbücher 2025

Nachdem mein erster Buchkauf im Januar 2025 ein Sachbuch war, hatte ich gehofft, ich würde in diesem Jahr regelmäßig Sachbücher lesen. Grundsätzlich bin ich auch nicht unzufrieden mit der Menge an gelesenen Sachbüchern, ich wünschte nur, ich hätte nicht immer so schrecklich lange für jedes Buch gebraucht. Aber da ich in diesem Jahr ständig mehrere Titel parallel gelesen habe, sind die Sachbücher oft länger liegen geblieben, als sie es verdient gehabt hätten.

Januar – April 2025

Charlie Jane Anders: Never Say You Can’t Survive – How to Get Through Hard Times by Making Up Stories (Hörbuch)

„Never Say You Cant’s Survive“ ist eigentlich ein Schreibratgeber, in dem die Autorin nicht nur Ratschläge rund ums Schreiben vermittelt, sondern auch darauf eingeht, wie hilfreich das Spinnen von Geschichten in aufreibenden Zeiten sein kann. Ich muss zugeben, dass ich von Charlie Jane Anders noch nie etwas gelesen habe und deshalb auch nicht immer etwas mit den diversen Verweisen auf ihre veröffentlichten Geschichten anfangen konnte. Aber ich fand es ermutigend und wohltuend, ihren Worten zu folgen, und ich habe mir beim Zuhören meine eigenen Gedanken zum Aufbau von (gerade gelesenen) Geschichten gemacht. Außerdem war es angenehm, Charlie Jane Anders, die das Hörbuch selbst eingesprochen hat, zuzuhören. Der einzige Grund, wieso ich das Hörbuch nicht deutlich zügiger beendet habe, lag daran, dass ich zwischen Ende Januar und Anfang April relativ wenig Zeit fürs aufmerksame Hören hatte.

Januar – Mai 2025

Hannah Ritchie: Not the End of the World (abgebrochen)

„Not the End of The World“ war mein erster Sachbuchkauf im Januar 2025. Der Titel war mir als ermutigende Veröffentlichung rund um das Thema „Klimawandel“ empfohlen worden, und ich mochte die Leseprobe, die ich vor dem Bestellen angeschaut hatte. Erst einmal möchte ich betonen, dass Hannah Ritchie in ihrem Buch wirklich viele Informationen gesammelt hat, die Mut machen und darauf hinweisen, dass eine Klimakatastrophe definitiv noch abwendbar ist. Unter anderem zeigt die Autorin all die Erfolge auf, die es in den vergangenen Jahrzehnten schon gab und die beweisen, dass ein Wandel möglich ist. Dummerweise stolperte ich beim Lesen über so viele Kritikpunkte, dass ich das Buch nach nicht einmal der Hälfte für einige Wochen unterbrechen musste, weil ich so frustriert war – was genau das Gegenteil von dem war, was ich mir von dem Titel erhofft hatte! – und im Mai habe ich mir dann eingestanden, dass ich das Buch wirklich nicht weiterlesen möchte.

Ich habe einfach Schwierigkeiten, eine Autorin ernst zu nehmen, die Atomkraft als die große Lösung gegen den Klimawandel sieht, ohne dabei auch nur einmal darauf einzugehen, dass es keine sichere Entsorgung für Atommüll gibt. Außerdem finde ich es nicht ermutigend, wenn all die hoffnungsmachenden Absätze zu den verschiedenen Themengebieten im Prinzip darauf hinauslaufen, dass eine Wende möglich ist, solange der Großteil der Regierungen dementsprechende Gesetze und Regelungen erlässt. Angesichts der aktuellen politischen Entwicklungen ist das etwas, wodurch ich mich beim Lesen nur umso hilfloser fühlte (und all das war mir schon bewusst, bevor ich zu diesem Sachbuch gegriffen habe). Dazu kamen dann noch ein Haufen Diagramme und Graphen, die in meinen Augen wirklich schlecht gemacht waren und bei denen ich zwar in den Anhängen Verweise auf die jeweilige Studie, aus der die Daten stammten, finden konnte, aber bei denen ich gern Hinweise zu der Datensammlung gesehen hätte. Ein Beispiel dafür war ein Diagramm, bei dem die Luftverschmutzung in London von 1700 bis 2016 aufgezeigt wurde, und ich hätte gern gewusst, woher die historischen Daten kommen (und wieso da ein komischer Graph über der London-Linie in der Luft hängt, der vermutlich die Luftverschmutzung in Delhi in irgendeinem Zeitraum in den 2000ern anzeigen sollte?). Alles in allem stellte sich dieses Sachbuch, von dem ich mir eine hoffnungsvolle Lektüre versprochen hatte, beim Lesen für mich als ziemlich ärgerlich heraus.

Februar – April 2025

Xinran: Gerettete Worte – Reise zu Chinas verlorener Generation (Rezension)

Oktober 2025

Paulina Bren: The Barbizon – The New York Hotel That Set Women Free

Nach den ersten Seiten, in denen es darum ging, wer und wieso das „Barbizon“ gebaut hat, drehte sich das Buch vor allem um die Frauen, die (eine Zeitlang) in dem Hotel gelebt haben. Das führte zu einem spannenden Überblick über das Leben (in der Regel) intellektueller und/oder wohlhabender Frauen in den USA in der Zeit zwischen 1930 und 1960. So erzählt dieses Sachbuch vor allem einen Haufen faszinierender Anekdoten rund um die Zeitschrift Mademoiselle und ihre Gast-Editorinnen, die Models der Ford Modeling Agency und die Schülerinnen der Katharine Gibbs Secretarial School – was nicht nur viel über die (wenigen) Möglichkeiten von Frauen, selbstständig zu leben, verriet, sondern sich auch wirklich gut lesen ließ.

November – Dezember 2025

Zeinab Badawi: An African History of Africa – From the Dawn of Humanity to Independence

Alle paar Jahre wieder suche ich nach Sachbüchern über afrikanische Geschichte, weil mir durchaus bewusst ist, dass das eine Region ist, über die ich viel zu wenig weiß. Allerdings habe ich bislang nur sehr wenige Bücher gefunden, die ich wirklich informativ und gut lesbar fand. „An African History of Africa“ von Zeinab Badawi hingegen war (soweit das bei einer solchen Informationsdichte möglich ist) wirklich gut lesbar. Auch fand ich den Aufbau des Buchs für mich stimmig und – aufgrund der Tatsache, dass ich mehr über Nordafrika weiß als über die restlichen Regionen – leicht zugänglich. Die Autorin beginnt mit der Geschichte von Nordafrika und arbeitet sich dann über den Osten, die Mitte, den Süden bis in den Westen des Kontinents vor, was für mich die Entwicklung der verschiedenen Regionen nachvollziehbar machte. Spannend fand ich z. B. auch die Verweise auf gegensätzliche Darstellungen von Ereignissen zwischen den mündlichen (regionalen) und schriftlichen (häufig von europäischen Händlern/“Entdeckern“) Überlieferungen oder die Beschreibungen von archäologischen Funden, die durch Zitaten aus Dokumenten von Zeitzeugen (auch hier in der Regel europäische Händler/“Entdecker“/Kolonialherren) ergänzt wurden. Mehr als einen Überblick kann solch ein Buch nicht bieten, aber das macht es deutlich besser als andere Titel, die ich bislang über Afrika angeschaut habe. Am Ende hatte ich nicht nur das Gefühl, ich hätte viel gelernt, sondern auch ausnahmsweise nicht einen Haufen unzusammenhängender Wissensfragmente zu einer Region bekommen, sondern eine Landkarte voller Querverweise und Zusammenhänge, die ein gutes Fundament bilden, um mich mehr (und detaillierter) mit Afrikas Geschichte auseinanderzusetzen.

Sachbücher 2024

2024 war kein gutes Sachbuch-Jahr für mich. Was vor allem daran lag, dass ich so dickköpfig war und ein bestimmtes Buch durchlesen wollte – und dann lieber gar keine Sachbücher gelesen habe, um nicht zu diesem einen Titel greifen zu müssen. Die Bücher, die ich dann tatsächlich gelesen habe, haben mir in der Regel aber sehr gut gefallen und mein Leben ein Stückchen bereichert.

Beate Sirota Gordon: The Only Woman in the Room – A Memoir of Japan, Human Rights, and the Arts

Sehr spannend zu lesende Erinnerungen von Beate Sirota Gordon, die nach dem Zweiten Weltkrieg zu dem amerikanischen Team gehörte, das innerhalb einer Woche einen Entwurf für die neue japanische Verfassung aufgestellt hat. So viele faszinierende Details über das Leben ihrer (jüdischen) Musiker-Eltern in Europa, ihre Kindheit in Japan und ihren weiteren Werdegang nach ihrer Heirat, zusammengefasst in einem überraschend schmalen Buch. Besonders beeindruckt haben mich die Passagen, in denen Beate Sirota Gordon darüber schrieb, warum sie welche Elemente z. B. zum Thema Frauenrecht oder Schulbildung in die japanische Verfassung eingefügt hat. Da gab es nicht nur viele Hinweise auf andere Verfassungen (u. a. die der Weimarer Republik), sondern auch auf persönliche Erlebnisse in ihrer Kindheit in Japan. Aber auch ihre spätere Arbeit rund um den kulturellen Austausch zwischen verschiedenen asiatischen Ländern und den USA fand ich faszinierend zu lesen. Ergänzt werden all diese Erinnerungen durch sehr, sehr viele Schwarzweiß-Fotos, die zwar häufig von nicht gerade guter Qualität sind, aber so viele interessante Personen zeigen.

Jo Hedwig Teeuwisse: Fake History – 101 Things that Never Happened

Genau genommen habe ich von Januar bis April 2024 (fast) täglich einen Eintrag in diesem Buch gelesen und so regelmäßig eine kleine Portion „Geschichtswissen“ genossen. Ich folge Jo Hedwig Teeuwisse („The Fake History Hunter“) schon seit einigen Jahren online, weil ich es immer wieder spannend finde, wenn von ihr Posts überprüft/wiederlegt werden, die „interessante“ oder „aufsehenerregende“ Behauptungen über alle möglichen Dinge aus der Vergangenheit aufstellen. Viele dieser Posts basieren auf Gerüchten (die z. B. von der Autorin auf Briefwechsel oder ähnliches zurückgeführt werden konnten) oder Veröffentlichungen aus der viktorianischen Zeit, in denen die „historisch interessierten“ Verfasser sich eher ihrer Fantasie statt handfester Recherche bedienten und so dafür sorgten, dass ihre Vorstellung von der Vergangenheit zum „Allgemeinwissen“ wurde.

Dabei fand ich es besonders faszinierend, anhand der kleinen Nebenbemerkungen in den Texten und der Anhänge ein bisschen mehr über die Recherchearbeit von Jo Hedwig Teeuwisse mitzubekommen, die oft genug damit startet, dass erst einmal überhaupt ein konkreter Rahmen oder eine Definition als Ausgangspunkt geschaffen werden muss. Wenn zum Beispiel behauptet wird, dass der Kuss zwischen Uhura und Kirk der „erste interracial Kuss der Fernsehgeschichte“ sei (was nicht stimmt, egal, welche Definition angewendet wird), muss erst einmal bestimmt werden, ob es sich dabei um den ersten Kuss auf die Wange, Kuss auf den Mund oder Zungenkuss handelt, um einen Kuss, der bewusst ausgeführt wurde, der zufällig passierte, der gegen den Willen einer oder beider beteiligten Personen erfolgte, oder um einen Kuss, der mit romantischer oder komischer Intention gefilmt wurde. Erst wenn diese Definition gesetzt wurde, ist es überhaupt möglich, die Recherche dementsprechend zu gestalten und Antworten auf die Frage zu finden, welcher Kuss nun der erste seiner jeweiligen Art war. Das war – wie gesagt – spannend zu lesen und sorgt auf jeden Fall dafür, dass ich „faszinierenden Fakten“, über die ich online stolpere, noch ein bisschen skeptischer gegenüberstehe.

Clare Hunter: Threads of Life – A History of the World Through the Eye of a Needle

Clare Hunter erzäht in sechzehn Kapiteln von verschiedenen Momenten oder Bewegungen in der Geschichte der Welt, in denen Handarbeitskunst – vor allem mit dem Schwerpunkt Sticken – eine häufig übersehene, aber wichtige Rolle einnahm. Wie bei Molly Peacocks Buch (siehe Dezember) gibt es auch hier enge Bezüge zwischen dem Leben der Autorin und den Dingen, die sie erzählt, aber während ich mit Molly Peacock so gar nicht zurechtkam, fand ich Clare Hunters sehr persönliche Einleitungen zu den verschiedenen Kapiteln interessant zu lesen. Es ist für mich schwierig, mehr über dieses Buch zu erzählen, denn Clare Hunter stellt jedes Kapitel unter einen Oberbegriff und manchmal bedeutet das, dass sie sich auf ein Thema konzentriert, aber deutlich häufiger gibt es mehrere Beispiele, die über mehrere Zeiten und Länder verteilt stattfanden. Auf jeden Fall gibt jedes dieser Kapitel Einblick in Bereiche der Weltgeschichte – seien es Kriegsgefangene in den verschiedensten Kriegen, Sufragetten-Proteste oder so etwas „Begrenztes“ wie Community-Projekte -, die mir so noch nicht untergekommen waren und die ich faszinierend und berührend fand. Handarbeit als politisches Element wird häufig übersehen, gerade weil es eine vermeintlich „weibliche und häusliche“ Tätigkeit ist, dabei lässt sich (aus den wenigen noch vorhandenen Stücken) so viel über die Situation der Personen lernen, die diese Arbeiten ausgeführt haben.

Djamila Knopf: Luminescence – Shedding light on the creative process with Djamila Knopf

Ein Artbook mit Bildern der deutschen Künstlerin Djamila Knopf, das neben sehr vielen (japanisch inspirierten) Werken auch einige Texte enthält. Diese Texte drehen sich um den Denkprozess, der von der Idee zum fertigen Bild führt, aber auch um konkrete Aspekte, die Einfluss auf die Wirkung eines Bildes haben. Ich fand die Texte faszinierend zu lesen und habe es genossen, mir Zeit beim Betrachten der Bilder lassen zu können – so ein Artbook ist doch etwas anderes, als wenn man beim Social-Media-Scrollen über ein ansprechendes Bild stolpert. 😉

Molly Peacock: The Paper Garden – An Artist Begins Her Life’s Work at 72 (abgebrochen)

Auch dieses Buch habe ich über mehrere Monate (genau genommen fast das ganze Jahr) gelesen, was aber nicht daran lang, dass ich es in kleine Portionen aufgeteilt habe, sondern daran, dass ich immer lieber zu anderen Titeln gegriffen habe. Irgendwie hatte ich beim Klappentext den Teil mit „As she tracks the extraordinary life of Delany – friend of George Frideric Handel and Jonathan Swift – internationally acclaimed poet Molly Peacock weaves in delicate parallels in her own life …“ überlesen, und so faszinierend ich Mary Delany und ihre Kunstwerke fand, so wenig interessierte mich Molly Peacock und ihre Art, Mary Delanys Geschichte zu erzählen. Im Dezember habe ich mir dann endlich eingestanden, dass Molly Peacock mich mit ihrer Schreibweise vom Lesen abhält und dieses Buch ein Fehlgriff für mich war. Das Buch wird aussortiert – vielleicht stolpere ich irgendwann mal über eine anderen Biografie über Mary Delany, und dann kann ich schauen, ob ich mehr über diese interessante Person herausfinde.

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Kein Sachbuch, aber trotzdem eine Erwähnung wert:

Nikita Gill: These are the Words – Fearless Verse to Find Your Voice

Im Februar bin ich über ein Gedicht aus „These are the Words – Fearless Verse to Find Your Voice“ von Nikita Gill gestolpert, und das hat dazu geführt, dass ich mir das Buch angeschafft habe. Die Gedichtsammlung ist für Teenager gedacht, die erste Erfahrungen mit einer Welt machen, die nicht gerade freundlich mit Personen umgeht, die ihren Weg noch finden müssen. Aufgeteilt sind die Gedichte in vier Jahreszeiten, und so habe ich sie auch gelesen (auch wenn das bedeutete, dass ich zu Frühlingsbeginn erst einmal einige Seiten überblätterte, um die restlichen „Winter-Texte“ aufs Jahresende zu schieben).

Die Gedichte sind in der Regel sehr einfach und klar geschrieben, nicht immer besonders poetisch, aber gerade deshalb gaben sie häufig genau die Ratschläge, die ich persönlich als Teenagerin nötig gehabt hätte. Es fühlt sich beim Lesen an, als ob eine ältere Freundin oder große Schwester Denkanstöße oder Ermutigung geben würde, was ich sehr nett fand. Ich muss aber auch zugeben, dass ich ein bisschen darüber stolperte, dass die Gedichte auf der einen Seite so feministisch sind und den lesenden Personen helfen sollen, eine eigene Stimme zu finden, und auf der anderen Seite sind sie (wenn Personalpronomen verwendet werden) durchgehend binär. Das ist meiner Meinung nach ein Widerspruch.

Sachbücher 2022 und 2023

Da ich im Jahr 2022 so wenig Sachbücher gelesen hatte, lohnte es sich nicht eine Liste davon zu veröffentlichen. Aber so ganz wollte ich auf diese „Statistik“ dann doch nicht verzichten, weshalb es also eine gemeinsame Liste für 2022 und 2023 gibt.

Januar 2022
Erika Fatland: Hoch oben – Eine Reise durch den Himalaya

Februar 2022
Jerrelle Guy: Black Girl Baking
Ein vegetarisches Kochbuch, das von der Südstaatenküchen inspiriert wurde, mit der die Autorin aufgewachsen ist, und in dem es zu jedem Rezept eine kleine Anekdote gibt. Ich fand es angenehm, dass Jerrelle Guy häufig auch Variationsmöglichkeiten – zum Beispiel für eine vegane Version – erwähnt hat. Viele Gerichte in diesem Kochbuch fallen unter „Wohlfühlessen“ und sie haben meinem Mann und mir gut geschmeckt. Trotzdem ist mir aufgefallen, dass es eigentlich keines der ausprobierten Rezepte fest in unseren Alltag geschafft hat. Obwohl die Essen einfach zuzubereiten und lecker waren, blieben sie nicht genug bei mir hängen, um mir bei der Erstellung des wöchentlichen Essensplan in den Sinn zu kommen.

April 2022
Nancy Jackman (with Tom Quinn): The Cook’s Tale – Life below Stairs as it really was

Juni 2022
Margaret Powell: Below Stairs

September/Oktober 2022
Anne Lister (and Helena Whitbread): The Secret Diaries of Miss Anne Lister 1 – 1816-1824
Dieses Tagebuch war für mich eine überraschend spannende Lektüre, obwohl Anne Lister den Großteil der Zeit über ihre Familie, ihren Freundeskreis und die Frauen, mit denen sie eine Beziehung hatte (oder hätte haben wollen) gejammert hat. Aber Anne war auch eine sehr interessante Person, mit ihrer Suche nach dem für sie passenden Platz im Leben und einer Gefährtin, die zur ihr passen würde. Außerdem gab es so viele Informationen zu den alltäglichen Dingen wie die Kosten für die großen und kleinen Anschaffungen, Reisen und den Umgang mit Freundes-, Familien- und Bekanntenkreis. Es gibt noch einen weiteren Band mit ihren Tagebüchern, den ich auch noch unbedingt lesen will.

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Januar 2023
Ronen Steinke: Der Muslim und die Jüdin – Die Geschichte einer Rettung in Berlin
Das Buch hatte ich mir gekauft, nachdem ich online einen Artikel von Ronen Steinke über die Rolle, die muslimische Jazz-Club-Besitzer während des Zweiten Weltkriegs beim Verstecken von Juden in Berlin gespielt haben, gelesen hatte. So gab es in diesem Buch vor allem viele – für mich vollkommen neue – Informationen über das Verhältnis zwischen den jüdischen und muslimischen Gemeinden im Berlin der 1920er Jahre, die ich sehr interessant fand.

Februar 2023
Lily Koppel: The Astronauts Wives Club
Ein Sachbuch über die Ehefrauen der ersten amerikanischen Astronauten und welchen Einfluss die Karriere ihrer Männer auf ihr Leben hatte. Während Lily Koppel sich sehr darauf konzentrierte, wie wenig diese Frauen auf den plötzlichen Ruhm und das Leben mit Journalisten und Paparazzi vorbereitet waren, fand ich vor allem die kleinen Anmerkungen und Anekdoten  spannend, die zeigten wie schwierig (und frustrierend) es war als Frau mit eigenen Bedürfnissen und Interessen die Rolle der perfekten 50er-Jahre-Ehefrau zu erfüllen. Dazu gab es so einige Details rund um die Mercury-, Gemini- und Apollo-Missionen, die ich faszinierend fand. Das war unterhaltsam und spannend, auch wenn ich ziemlich konzentriert dabei bleiben musste, um all die verschiedenen Personen auseinanderhalten zu können.

März 2023
Gail MacColl and Carol McD. Wallace: To Marry an English Lord – Tales of Wealth and Marriage, Sex and Snobbery in the Gilded Age
An „To Marry an English Lord“ reizte mich vor allem der Teil, der sich mit der amerikanischen „höheren Gesellschaft“ beschäftigte, da ich darüber relativ wenig wusste. Gail MacColl und Carol McD. Wallace stellen die Gepflogenheiten der einflussreichen (New-Yorker-)Familien vor und zeigen auf, wie es dazu kam, dass während des „Gilded Age“ so viele amerikanische Erbinnen in britische Adelshäuser einheirateten. Während ich die Unmengen an Informationen zu den verschiedenen Personen, Traditionen und Ereignissen wirklich spannend fand, konnte mich die Art und Weise wie sie präsentiert wurden, nicht ganz so sehr begeistern. Natürlich ist es optisch ansprechender, wenn es immer wieder dekorative Einschübe, Fotos oder Randbemerkungen im Text gibt. Aber regelmäßig sorgten diese Unterbrechungen dafür, dass ich von all den zusätzlichen Informationen so abgelenkt war, dass ich den Faden verlor und zum zweiten (dritten/vierten) Mal den Text anfangen musste, um die Menge an Personen und Namen zuorden und die Ereignisse, um die es in dem Kapitel eigentlich ging, auch wirklich aufnehmen zu können.

April 2023
Ronald Schweppe und Aljoscha Long: Affen im Kopf – Mentale Gelassenheitsstrategien für einen ruhigen Geist
Eine spontane Lektüre, nachdem Birthe während des Lese-Sonntags im April so angetan von dem Titel war. Direkt nach dem Lesen bin ich mir nicht so sicher, was ich von dem Buch halte. Es gab einige Punkte, bei denen ich den Autoren nicht zustimmen konnte, und ein paar Dinge, bei denen ich das Gefühl hatte, ich sollte sie mal versuchen. Im Nachhinein kann ich sagen, dass es zwei Sachen gab, die auch etwas gebracht haben, solange ich sie noch präsent hatte, die aber dann in einer aufreibenden Phase schnell wieder in Vergessenheit geraten waren. Da müsste ich vielleicht noch einen Weg finden, um das auch in Ausnahmesituationen in meinen Alltag zu integrieren.

August 2023
Leo Marks: Between Silk and Cyanide – A Code Maker’s War 1941-45
Wenn ich ganz genau bin, dann habe ich das Buch zwischen Oktober 2022 und August 2023 gelesen, denn die kleine Schrift, die Unmengen an Namen (es gibt Personen in diesem Buch, die mit ihrem Namen, ihrem Spitznamen, ihrem Codenamen und eventuellen weiteren Codenamen bezeichnet werden,) und die Details rund ums (De)Codieren und über den Einsatz von Spionen und Saboteuren und den Kriegsverlauf aus britischer Sicht, sorgten dafür, dass ich in „Between Silk and Cyanide“ nur bei gutem Licht und mit ausreichender Konzentration lesen konnte. Aber das Buch war überraschend unterhaltsam und beinhaltete viele faszinierende Details rund um die Arbeit „hinter den Kulissen der Spionagetätigkeiten“ der Briten im Zweiten Weltkrieg. Vor allem die zweite Hälfte fand ich wirklich spannend zu lesen, weil Leo Marks da in einer Position war, in der er sehr viel über die britischen Spione erfuhr, was zu einigen bedrückenden Momenten beim Lesen führte. Stellenweise war es aber auch ziemlich frustrierend von den Rivalitäten zwischen den verschiedenen Bereichen zu lesen und nachzuverfolgen zu welchen Risiken dies für die Spione hinter den feindlichen Linien mit sich brachte (als ob ihre Aufgabe an sich nicht schon schlimm genug gewesen wäre).

Sarah Kurchak: Work It Out – A Mood-Boosting Exercise Guide for People Who Just Want to Lie Down
Der Untertitel fasst schon sehr gut zusammen, worum es in diesem Ratgeber geht. Sarah Kurchak schreibt mit sehr viel Verständnis darüber, dass es nicht immer leicht ist (regelmäßig) Sport zu machen und darüber welche Methoden die Leser*innen ausprobieren können, um den für sich richtigen Weg dafür zu finden. Viele der Informationen sind nicht gerade neu, aber der Ton ist sehr ermutigend und die Autorin bietet einige Anstöße für Personen mit psychischen oder physischen Problemen, die normalerweise in Sportratgebern nicht angesprochen werden, was mir gut gefallen hat. Außerdem gibt Sarah Kurchak (allgemeine!) Hinweise, welche Sportarten für bestimmte Einschränkungen besser angepasst werden können oder was unter bestimmten Umständen besser gemieden werden sollte. Ich mochte vor allem das Gefühl beim Lesen, dass der Autorin durchaus bewusst ist, dass Sport eine Tätigkeit ist, die nicht jeder Person Freude bereitet. Und den Eindruck, dass es Sarah Kurchak nicht darum geht den Leser*innen Sport als Wundermittel zu verkaufen, sondern als etwas, das einen positiven Effekt auf den Körper und die Psyche haben kann, wenn bestimmte Aspekte beachtet werden.

September 2023
Amy Butler Greenfield: The Woman All Spies Fear – Code breaker Elizebeth Smith Friedman and her hidden life
Eine Biografie über Elizebeth Smith Friedman, die für die USA Codes entschlüsselte und deren Arbeit großen Einfluss auf den Bereich der militärischen und polizeilichen Arbeit in den USA hatte. Spannend fand ich dabei, dass sie eben auch bei Ermittlungen z.B. gegen die Mafia eingesetzt wurde, um die geheimen Nachrichten der Verbrecher zu entziffern. Dabei hat sich Amy Butler Greenfield auf die Tagebücher und Briefe von Elizebeth Smith Friedman (und ihrem Mann William) konzentriert, was ich grundsätzlich interessant finde, und auf die 2008 von der US-Regierung freigegebenen Dokumente „History of Coast Guard Unit #387, 1940-1945“. Aber ich kam nicht immer gut damit zurecht, wie die Autorin die verschiedenen Details den Leser*innen präsentierte und ich habe häufig gedacht, dass ich lieber einen direkten Einblick in die Tagebücher (und in den Bericht über die Arbeit der Küstenwache *g*) hätte. Insgesamt fand ich Elizebeth Smith Friedman und ihr Leben sehr faszinierend und habe durch die Biografie so einiges Neues zum sehr frühen (De-)Coding in den USA gelernt (und eine andere Perspektive zu so einige Ereignissen, von denen Leo Marks in „Between Silk and Cyanide“ erzählte, bekommen).

Ashley „Dotty“ Charles: Outraged – Why Everyone is Shouting and No One is Talking
Ein schmales, aber sehr interessantes Buch, in dem die Autorin der Frage nachgeht, wieso manche Ereignisse online so ein Eigenleben entwickeln, wann Empörung (online) angemessen und wichtig ist, wann sie eher hinderlich ist oder gar das Gegenteil von dem bewirkt, was beabsichtigt war. Ich muss zugeben, dass der Skandal, der bei Ashley Charles die Überlegungen zum Sinn und Nutzen von Online-Aufregung auslöste, an mir ziemlich vorbeigegangen ist, fand es aber sehr spannend und erhellend ihre Überlegungen und Erkenntnisse zu diesem und anderen Themen/Personen zu lesen. Insgesamt gab es sehr viele Anstöße um mein eigenes Online-Verhalten mal unter die Lupe zu nehmen und noch kritischer mit den diversen Themen umzugehen, die mir online so vor die Nase kommen.

Oktober 2023
Lily Koppel: The Red Leather Diary – Reclaiming a Life Through the Pages of a Lost Journal
Ich muss gestehen, dass ich die Tatsache, dass die Journalistin Lily Koppel ein altes Tagebuch in die Finger bekommen hat und dann Kontakt mit der – inzwischen über 90jährigen – Frau aufnehmen konnte, die dieses Tagebuch in den 1930er Jahren geführt hatte, faszinierend finde. Nicht weniger faszinierend war das Lesen dieses Buches, das die Tagebucheinträgen von Florence und die Informationen, die Lily Koppel durch die Interviews erfahren hat, zu flüssig lesbaren Texten kombiniert. In den verschiedenen Kapiteln gibt es so viele Informationen über das Leben und die Gedanken der jungen Florence, ebenso wie viele kleine und größere Details dazu, wie es war als selbstbewusste und künstlerisch interessierte junge Frau im New York der 1930er Jahren aufzuwachsen.

November 2023
Simone Ferriero: The Art of Simz
Ein Artbook mit den Zeichnungen von Simz (Simone Ferriero) und sehr, sehr vielen Texten zum Werdegang und zur Arbeitsweise des Künstlers. Ich mag Simz‘ Hexen mit ihren (Geister)Katzen sehr und fand es spannend mal mehr zu der Person hinter den Zeichnungen zu erfahren und zu sehen wie Simone Ferriero an seine Bilder herangeht.

Sachbücher 2021

Ich finde es lustig, dass ich diese Beiträge, in denen ich meine gelesenen Sachbücher des Jahres aufliste, immer in der ersten Januar-Woche anlege. Ich mag, dass ich inzwischen so fest davon überzeugt bin, dass ich in den folgenden Monaten Sachbücher lesen werde, dass ich diesen Post erstelle, bevor ich noch das erste Sachbuch des Jahres gelesen habe. Und da ich 2021 zum ersten Mal eine eigene (wenn auch ein Jahr später immer noch unvollständige) Liste für die ungelesenen Sachbücher erstellt habe, kann ich sogar sagen, dass ich mit (mindestens) 15 Titeln ins Jahr gestartet bin, die ich alle gern lesen wollte. Leider hat sich dieses Jahr dann doch deutlich weniger als ein „Sachbuch-Jahr“ herausgestellt, als mir lieb gewesen wäre, aber vielleicht läuft es ja 2022 besser mit dem Sachbuchlesen für mich.

Januar
Olivette Otele: African Europeans – An Untold History

Februar
Kathrin Passig (Hrsg.): Das kleine Sabotage-Handbuch von 1944 – Die besten Tricks des amerikanischen Geheimdienstes im Kampf gegen Hitler

März

April
Elizabeth Hawes: Zur Hölle mit der Mode

Mai
Erin Lewis-Fitzgerald: Geschickt geflickt – Lieblingskleidung ausbessern statt wegwerfen

Das war es dann auch schon mit den Sachbüchern für dieses Jahr, denn in der zweiten Jahreshälfte fehlten mir Zeit und Konzentration fürs Sachbuchlesen. Ich hatte zwar im August noch zu „Mad & Bad – Real Heroines of the Regency“ von Bea Koch gegriffen und war auch relativ weit gekommen, aber mir fehlen da immer noch die letzten Kapitel … Angesichts der wirklich interessant klingenden neuen Sachbücher, die in den letzten Wochen auf meinem SuB gelandet sind, muss ich für 2022 wirklich einen Weg finden, um mir bewusst etwas Zeit fürs Sachbuchlesen freizuschaufeln.

Sachbuch-Challenge 2020 – Ein Rückblick

Rückblickend betrachtet war das Jahr 2020 ab März kein gutes Jahr, um Sachbücher zu lesen – zumindest ging es mir so, dass ich ein paar Monate lang nicht genügend Konzentration dafür aufgebracht habe. Trotzdem habe ich am Ende meine acht Sachbücher gelesen (und rezensiert) und damit meine Challengen geschafft – und das Beste daran ist, dass ich die meisten Sachbücher nicht nur wirklich interessant fand, sondern nach dem Lesen auch einige Autor.innen auf meine Merkliste gesetzt habe, um zu schauen, was es für weitere Veröffentlichungen von ihnen gibt.

Die von mir für die Challenge gezählten Sachbücher waren:

1. Tupoka Ogette: exit RACISM – rassismuskritisch denken lernen
2. Matthias Heine: Verbrannte Wörter – Wo wir noch reden wie die Nazis und wo nicht
3. Erika Fatland: Sowjetistan – Eine Reise durch Turkmenistan, Kasachstan, Tadschikistan, Kirgisistan und Usbekistan
4. Hallie Rubenhold: The Five – The Untold Lives of the Women Killed by Jack the Ripper
5. Tuula Karjalainen: Tove Jansson – Work and Love
6. Karen Abbott: The Ghosts of Eden Park – The Bootleg King, the Women Who Pursued Him, and the Murder That Shocked Jazz-Age America
7. Magid Magid: The Art of Disruption – A Manifesto of Real Change
8. Tom Reiss: The Black Count – Napoleon’s Rival, and the Real Count of Monte Christo (General Alexandre Dumas)

Außerdem habe ich noch „The Royal Art of Poison – Fatal Cosmetics, Deadly Medicines, and Murder Most Foul“ von Eleanor Herman gelesen, aber da ich das Buch nicht rezensiert habe, zählt es natürlich nicht für die Challenge.

***

Aber ich war ja bei meiner Challenge nicht allein, weshalb ich natürlich auch noch einen Blick auf den Verlauf der Sachbuch-Challenge der anderen Teilnehmer werfen mag. Dabei beziehe ich mich auf den Stand der Challenge-Übersichtsseiten vom 05.01.2021.

Insgesamt waren wir achtzehn Personen, und von diesen haben sechs Personen die Challenge offiziell geschafft. (Ich bin gern bereit, da noch jemanden nachzutragen, wenn ihr eure Seiten in den nächsten Tagen noch aktualisiert und mir hier dann Bescheid sagt. Ich hatte aber keine Zeit, eure Blogs nach eventuell geschriebenen, aber nicht verlinkten Leseeindrücken zu durchsuchen.) Ein paar andere sind nur knapp an den Challenge-Bedingungen gescheitert, und ich finde es toll, dass ihr trotz des Stresses, den die Pandemie in unser aller Leben gebracht hat, im vergangenen Jahr so viele Sachbücher gelesen habt! 🙂

Die Gesamtübersicht aller Teilnehmer zeigt, dass einiges mehr an Sachbüchern gelesen als rezensiert wurde. Außerdem würde ich von monerl, Martin und Anette gern erfahren, wie sie es geschafft haben, im vergangenen Jahr genügend Konzentration und Zeit für diese Sachbuch-Mengen inklusive der dazugehörigen Rezensionen aufzubringen – ich bin wirklich beeindruckt! *g*

Challenge-Teilnehmer, die alle Challenge-Bedingungen erfüllt haben:

monerl 27 gelesene Sachbücher, davon 26 rezensiert
Martin 20 Sachbücher gelesen und rezensiert
Anette 20 Sachbücher, davon 12 rezensiert
Neyasha 10 Sachbücher gelesen, davon 8 rezensiert
Konstanze 9 Sachbücher gelesen, davon 8 rezensiert
Helma 8 Sachbücher gelesen und rezensiert

Challenge-Teilnehmer, die zwar die erforderliche Anzahl an Sachbüchern gelesen, aber nicht zu allen einen aussagekräftigen Leseeindruck verlinkt haben::

Peanut 11 Sachbücher gelesen, davon 5 rezensiert
Caroline 8 Sachbücher, davon 5 rezensiert

Und weil ich es zu schade fände, wenn all die anderen gelesenen Sachbücher untergehen würden, obwohl es doch so viele faszinierende Titel gibt, gibt es hier noch die Teilnehmer, die nicht so viele Sachbücher gelesen, aber mindestens eine Rezension auf ihrer Übersichtsseite verlinkt hatten. Außerdem habe ich Natiras Sachbuch-Challenge-Endpost verlinkt, weil sie da mehr über die gelesenen Sachbücher sagt als auf ihrer Challengeseite. *g*

Ariana
Daniela
Kerstin
Lisa (Lieschen liest)
Natira / Natiras Sachbuch-Challenge-Endpost
Rosa

Wie ihr vermutlich schon gesehen habt, wird es in diesem Jahr keine neue Auflage der Sachbuch-Challenge geben. Ein Grund, warum ich die 2020 wiederbelebt habe, war die Hoffnung, dass es wieder mehr Austausch ums Sachbuchlesen geben wird. Dieser Austausch ist aber leider nicht so zustande gekommen wie erhofft – was wohl auch daran lag, dass ich selber irgendwann nicht mehr wusste, was ich noch kommentieren sollte, obwohl ich viele der von euch besprochenen Sachbücher wirklich spannend fand und es immer wieder faszinierend zu sehen ist, welche Themengebiete andere Blogger besonders ansprechen. Ich hoffe, die Challenge hat euch trotzdem motiviert, eher mal zum Sachbuch zu greifen, und ihr hattet viel Spaß beim Lesen!

Sachbuch-Challenge 2020 – Halbzeitstand!

Die ersten sechs Monate des Jahres sind (so gut wie) vorüber und ich dachte mir, es wäre ganz nett, mal einen Blick auf den aktuellen Stand der verschiedenen Teilnehmer zu werfen. Was mich persönlich angeht, so hatte ich ursprünglich natürlich gehofft, ich hätte bis zum heutigen Datum mehr Sachbücher gelesen – schließlich liegen so vielen reizvolle Titel auf dem SuB. Aber durch all die Ereignisse der vergangenen Wochen habe ich seit Mitte März kein Sachbuch mehr angefasst (dabei hatte ich damals gerade ein wirklich gutes Buch angefangen). Während der Sommermonate wird sich das vermutlich auch nicht so schnell ändern, da ich mich bei Hitze/Schwüle normalerweise nicht angemessen auf Sachbücher konzentrieren kann. Aber wir haben ja noch sechs weitere Monate vor uns, und zumindest bei mir sind die Herbst- und Wintermonate deutlich lesereicher als der Rest des Jahres.

Wenn ich mir so die Listen der Teilnehmer.innen anschaue, dann ging es einigen von euch ähnlich wie mir, während andere die Challenge schon (so gut wie) abgeschlossen haben oder noch gar nicht richtig angefangen haben. Diejenigen von euch, die noch nicht besonders viel oder gar kein Sachbuch gelesen haben, lassen sich hoffentilch nicht entmutigen oder haben die Challenge gar innerlich schon aufgegeben. In den kommenden sechs Monaten findet sich bestimmt noch die eine oder andere Lesestunde für ein Sachbuch! Ich fand es auf jeden Fall in den letzten Monaten spannend zu sehen, welche Titel euch gereizt haben und wie sie euch gefielen.

Von den schon gelesenen Büchern anderer Teilnehmer sind bislang folgende Titel auf meiner persönlichen Merkliste gelandet:

„Farewell to the East End“ von Jennifer Worth, „Wie ändert sich Gender?“ von Sally Hines, „Marie Curie – Die Entdeckung der Radioaktivität“ von Maja Nielsen, „A Season with the Witch“ von J. W. Ocker, „Ich war noch niemals auf Saturn – Eine Reise durchs Universum“ von Michael Büker, „Exposure“ von Robert Bilott, „Verleumdet, verfolgt, vertrieben“ von Hans-Jürgen Grabbe, „Kein Schweigen im Walde“ von Madlen Ziege, „Escape from Camp 14“ von Blaine Harden und „Quito und die Galapagosinseln 2020“ von Brigitte van Hattem

Allerdings habe ich mir fest vorgenommen, dass ich mir diese Bücher erst im kommenden Jahr näher anschaue, damit mein Sachbuch-SuB in diesem Jahr doch noch etwas schrumpfen kann. 😉

Interessant fand ich auch, dass wir in diesem Jahr relativ wenige doppelte Titel haben (genau genommen haben Natira und Neyasha beide „Permanent Record“ und Anette und ich haben beide „The Five“ gelesen, und sonst taucht nur noch der Autor Stephan Orth doppelt in der Liste auf, und das mit zwei unterschiedlichen Titeln). Um ein bisschen den Austausch über die gelesenen und gehörten (Hör-)Bücher anzustupsen, liste ich hier mal alle bislang rezensierten Titel auf – vielleicht inspiriert euch das ja auch zu neuer Lektüre.

Anette
1. Simon Schama: A History of Britain 1 – At the Edge of the World? (3000 BC – AD 1603)
2. Michelle Obama: Becoming (Hörbuch)
3. Jennifer Worth: Farewell to the East End
4. Hallie Rubenhold: The Five – The Untold Lives of the Five Women Killed By Jack the Ripper (Hörbuch)

Ariana
– hat bislang noch kein Sachbuch für die Challenge rezensiert –

Caroline
1. Judith Schalansky: Taschenatlas der abgelegenen Inseln – 50 Inseln, auf denen ich nie war und niemals sein werde
2. Klaus L. Schulte: Das Earhart Mysterium
3. Wolfgang Rössing: Zur richtigen Zeit am perfekten Ort – Reise-Inspirationen für das ganze Jahr
4. Thomas Eversberg: Hollywood im Weltall – Waren wir wirklich auf dem Mond?
5. Opernfestspiele und Klassikfestivals – 50 musikalische Erlebnisse, die eine Reise wert sind

Daniela
1. Michael Büker und Tanja Wehr: Was den Mond am Himmel hält – Der etwas andere Streifzug zu unserem kosmischen Begleiter
2. Lola A. Åkerström: In der Mitte liegt das Glück – LAGOM: Der schwedische Weg zum guten Leben/Linnea Dunne: LAGOM: The Swedish Art of Balanced Living

Helma
1. Stephan Orth: Couchsurfing in Russland – Wie ich fast zum Putin-Versteher wurde
2. Sally Hines: Wie ändert sich Gender? Große Fragen des 21. Jahrhunderts

Kerstin
– hat bislang noch kein Sachbuch für die Challenge rezensiert –

Kiya
1. Zack Davisson: Kaibyō – The Supernatural Cats of Japan
2. M.D. Payne: What is the Story of Scooby Doo?
3. Maja Nielsen: Marie Curie – Die Entdeckung der Radioaktivität
4 Gerald Axelrod: Sherlock Holmes und der Fluch von Baskerville – Spurensuche nach dem Höllenhund in England, Wales und Schottland
5. Friedrich von Borries / Benjamin Kasten: Stadt der Zukunft – Wege in die Globalopolis

Konstanze
1. Tupoka Ogette: exit RACISM – rassismuskritisch denken lernen
2. Matthias Heine: Verbrannte Wörter – Wo wir noch reden wie die Nazis und wo nicht
3. Erika Fatland: Sowjetistan – Eine Reise durch Turkmenistan, Kasachstan, Tadschikistan, Kirgisistan und Usbekistan
4. Hallie Rubenhold: The Five – The Untold Lives of the Women Killed by Jack the Ripper

Lisa (Verrückt nach Büchern)
– hat bislang noch kein Sachbuch für die Challenge rezensiert –

Lisa (Lieschen liest)
1. Stephan Harbort: Wenn Kinder töten

Martin
1. Torolf E. Kroglund: Reise mit Aal – Auf den Spuren einer aussterbenden Art
2. Patrik Svensson: Das Evangelium der Aale
3. Erik Kormann: Der Esel steht – Durch Südfrankreich mit einem charmanten Langohr
4. Madlen Ziege: Kein Schweigen im Walde – Wie Tiere und Pflanzen miteinander kommunizieren
5. Iris Schürmann-Mock/Mareike Engelke: Wer besser spinnt, gewinnt: Verblüffende Rekorde im Tierreich
6. Robin Clover: Mein Insektenhotel
7. Robin Clover: Mein Vogelhaus
8. Stuart Cox: I like Birds – Die bunte Vielfalt unserer Vögel
9. Karl Schulze-Hagen, Gabriele Kaiser: Die Vogel-WG – Die Heinroths, ihre 1000 Vögel und die Anfänge der Verhaltensforschung
10. Rainer Nahrendorf: Geier Georg auf der Flucht
11. Sy Montgomery: Das herzensgute Schwein
12. Natasha Durley: Mein großes Buch – Dinosaurier
13. Brigitte van Hattem: Quito und die Galapagosinseln 2020 – Ein Reisebericht mit zahlreichen Abbildungen
14. Bernhard Weßling: Der Ruf der Kraniche – Expeditionen in eine geheimnisvolle Welt
15. Lotte Möller: Wie Bienen und Menschen zueinanderfanden – Ein Streifzug durch Jahrhunderte und Jahreszeiten
16. Nia Gould: Eine Geschichte der Kunst in 21 Katzen
17. Ben Hoare: Wunderbare Welt der Tiere
18. Bob Hume: Vögel in Europa – Über 500 Arten
19. David MacNeal: Planet der Insekten – Zu Besuch bei den wahren Herrschern der Erde
20. Guirec Soudée : Seefahrt mit Huhn – Monique und ich und unsere ungewöhnliche Weltreise

monerl
1. Stephan Ort: Couchsurfing im Iran – Meine Reise hinter verschlossene Türen
2. Jasmin Arensmeier: Mein Bullet-Planer für Ideen, Ziele und Träume
3. Valentina Gianella und Manuela Marazzi: Mein Name ist Greta – Das Manifest einer neuen Generation
4. Isabel Sánchez Vegara und Sveta Dorosheva: Anne Frank
5. Björn Kern: Im Freien – Abenteuer vor der Haustür
6. Hans-Jürgen Grabbe: Verleumdet, verfolgt, vertrieben – Der Wittenberger Arzt Paul Bosse und seine Familie (1900-1949)

Natira
1. Michael Büker: Ich war noch niemals auf Saturn – Eine Reise durchs Universum
2. Edward Snowden: Permanent Record
3. Robert Bilott: Exposure – Poisoned Water, Coporate Greed and one Laywer’s Twenty-Year Battle against Dupont

Neyasha
1. Robert Yarham: Landschaften lesen – Die Formen der Erdoberfläche erkennen und verstehen
2. Edward Snowden: Permanent Record
3. Dagmar Röhrlich: Tiefsee – Von Schwarzen Rauchern und blinkenden Fischen

Peanut
1. Marie A. Böhm: Kindheitshölle – Vom Vater verprügelt und missbraucht
2. Mark Benecke: Mordmethoden – Neue spektakuläre Kriminalfälle – erzählt vom bekanntesten Kriminalbiologen der Welt
3. Blaine Harden: Escape from Camp 14 – One Man’s Remarkable Odyssey from North Korea to Freedom in the West
4. Sebastian Fitzek: Fische, die auf Bäume klettern – Ein Kompass für das große Abenteuer namens Leben (Hörbuch)
5. Stephan Harbot: Das Hannibal Syndrom – Phänomen Serienmord (Hörbuch)

Rike
– hat bislang noch kein Sachbuch für die Challenge rezensiert –

Rosa
1. J. W. Ocker: A Season with the Witch – The Magic and Mayhem of Halloween in Salem, Massachusetts

Sayuri
– hat bislang noch kein Sachbuch für die Challenge rezensiert –

(Stand der Liste 28. Juni 2020)

Sachbuch-Challenge 2020

Vor ein paar Jahren hatte ich eine Sachbuch-Challenge ins Leben gerufen, um mal all die Sachbücher in Angriff zu nehmen, die ich seit längerer Zeit auf dem SuB liegen hatte. Wenn ich ehrlich bin, dann hat die Challenge vor allem dazu geführt, dass ich auf neue Sachbücher aufmerksam wurde, die ich mir dann gekauft oder in der Bibliothek ausgeliehen hatte. Auf der anderen Seite stieg so wirklich die Zahl meiner gelesenen Sachbücher und die Challenge-Auswirkungen hielten auch nach den Jahren 2014 und 2015, in denen die Challenge stattfand, an.

Inzwischen ist es aber wieder so, dass ich einen Haufen interessanter Sachbücher angesammelt habe, für die ich mir in den letzten Monaten nicht genügend Zeit genommen habe. Da es immer netter ist, wenn es Leute gibt, mit denen ich mich über meine Lektüre austauschen kann, dachte ich mir, dass ich auch im kommenden Jahr wieder eine Sachbuch-Challenge anbieten kann. Vielleicht gibt es ja unter euch welche, die mitmachen mögen. So wenig Sachbuchleser.innen gibt es unter den Buchblogger.innen ja nicht.

Die Regeln für die Challenge lauten wie folgt:

  • Die Challenge beginnt am 01.01.2020 und endet am 31.12.2020.
  • Das oben eingefügte Logo kann selbstverständlich mitgenommen und für eigene Beiträge zur Sachbuch-Challenge verwendet werden.
  • In diesem Zeitraum sollen mindestens acht Sachbücher gelesen werde.
  • Jedes gelesene Sachbuch soll auf dem Blog rezensiert oder zumindest mit einem einigermaßen aussagekräftigen Leseeindruck bedacht werden.
  • Als Sachbuch gilt jedes Buch mit einem nicht-fiktiven Inhalt (Biografien, Reiseberichte, Fachbücher, Kochbücher, Ratgeber usw.) unabhängig von der angestrebten Zielgruppe (also auch Kinder-Sachbücher).
  • Wer ebenfalls Lust auf die Sachbuch-Challenge hat, der sollte sich bitte mittels eines Kommentars unter diesem Beitrag anmelden und mir einen Link zu einer Challenge-Übersichtsseite hinterlassen, auf der die Fortschritte im Laufe des Jahres vermerkt werden.

Es geht mir nicht darum, dass wir uns gegenseitig mit den Mengen an gelesenen Sachbüchern erschlagen, sondern um den (hoffentlich regelmäßigen) Austausch, um das Lesen der gehorteten Schätze und natürlich auch irgendwie um das Neuentdecken von interessanten Titeln. Ich würde mich auf jeden Fall freuen, wenn wir uns wieder gegenseitig zum Sachbuch-Lesen inspirieren könnten!

***

Teilnehmer.innen:

Anette
Ariana
Caroline
Daniela
Helma
Kerstin
Kiya
Konstanze
Lisa (Verrückt nach Büchern)
Lisa (Lieschen liest)
Martin
monerl
Natira
Neyasha
Peanut
Rike
Rosa
Sayuri

Sachbücher 2018

Auch in diesem Jahr habe ich wieder eine Extra-Liste für die gelesenen Sachbücher des Jahres. Selbst ohne die Sachbuch-Challenge hat sich das Ganze zu einer für mich liebgewonnenen Tradition entwickelt. In diesem Jahr hätte ich so gern stolz verkündet, dass ich endlich einige Sachbücher beendet (bzw. noch einmal von vorne angefangen und bis zur letzten Seite gelesen) habe, die aus den verschiedensten Gründen schon seit einigen Jahren darauf warten, aber stattdessen habe ich mich vor allem auf Sachbücher konzentriert, die ich aus der Bibliothek ausgeliehen hatte.

Mal schauen, wie es im kommenden Jahr so mit mir und den Sachbüchern läuft. Die angefangenen Titel habe ich ja immer noch und dazu noch sehr viele Sachbücher, die ich in den letzten Wochen geschenkt bekommen habe und auf die ich mich sehr freue! Ich glaube, ich sollte die Bibliotheksausleihen in dem Bereich mal etwas zurückfahren – mit einem Abgabetermin im Nacken liest es sich gerade nicht so gut, und ich habe Zuhause ja genügend Auswahl.

1. Ranga Yogeshwar: Nächste Ausfahrt Zukunft – Geschichten aus einer Welt im Wandel

2. Fumio Sasaki: Das kann doch weg! Das befreiende Gefühl, mit weniger zu leben
Das Buch hatte ich mir aus der Bibliothek ausgeliehen, nachdem ich in einer Rezension dazu die Aussage las, dass die Person jetzt zwar nicht vom minimalistischen Lebensstil überzeugt sei, aber viele Anregungen für sich mitgenommen hätte. Für mich kann ich sagen, dass ich beim Lesen solcher Bücher nur jedes Mal wieder feststelle, dass mein Leben (und mein Kaufverhalten) absolut nichts mit dem dieser „Selbsthilfe“-Autoren gemein hat. Ich rege mich nur über viele der Aussagen auf, weil sie lediglich beweisen, was für unreflektierte und oberflächliche Menschen diese Autoren vor ihrer Entdeckung des Minimalismus waren. Gerade bei diesem Titel hatte ich am Ende auch oft das Gefühl, dass Fumio Sasaki (trotz aller gegenteiligen Beteuerungen) seinen Minimalismus vor allem deshalb so extrem betreibt, weil er damit (so wie früher mit all den angehäuften Sachen) andere Menschen beeindrucken will. Ein bisschen neidisch war ich beim Lesen allerdings auf den „Versteigerungsservice“, den es anscheinend in einigen Tokioter Vierteln gibt – so etwas hätte ich in meiner Stadt auch gern!

3. Christine Westermann: Da geht noch was – Mit 65 in die Kurve
Keine Ahnung, wo ich über das Buch gestolpert bin, aber es klang interessant (und war in der Bibliothek vormerkbar). Christine Westermann erzählt in kleinen Episoden von den Gedanken und Ängsten, die sie mit 65 geplagt haben, und wie sie für sich einen Weg gefunden hat, um wieder offener und optimistischer durchs Leben gehen zu können. Mit ein paar Aussagen konnte ich mich identifizieren, andere fand ich befremdlich – wie es nun mal so ist, wenn man einen kleinen Einblick in ein fremdes Leben bekommt. Vorher hatte ich mir über Christine Westermann als Person keine Gedanken gemacht, sondern nur ihre Freude am Lesen genossen, wenn ich mal über eine Sendung mit ihr gestolpert bin. Nun werde ich mich vermutlich aber jedes Mal, wenn ich sie im Fernsehen sehe, fragen, welche Gedanken sie mit der jeweiligen Aufzeichnung verbindet. *g*

4. Colin Odell und Michelle LeBlanc: Studio Ghibli – The Films of Hayao Miyazaki and Isao Takahata
Um das Sachbuch bin ich schon länger rumgeschlichen, weil ich die meisten Filme aus dem Studio Ghibli sehr mag und mir mehr Hintergrundwissen durch das Buch erhofft hatte. Es war auch sehr interessant, hat mir aber wenig neues Wissen und dafür eher schon bekannte Dinge in Erinnerung gebracht. Wenn man mehrere Ghibli-Filme aufmerksam gesehen hat, dann kann man gar nicht anders, als bestimmte Elemente festzustellen, da braucht es dieses Werk eigentlich gar nicht. Auch fand ich es ein bisschen schwierig, dass die beiden Autoren eindeutig große Ghibli-Fans sind und so alles einfach nur großartig gefunden wurde, während ich mir sicher bin, dass man bei einer ernsthaften Auseinandersetzung mit dem Thema vielleicht doch den einen oder anderen Kritikpunkt finden könnte. Insgesamt hat mir das Buch, das mit gut 150 Seiten recht dünn ist, vor allem große Lust darauf gemacht, meine Ghibli-DVDs rauszukramen und noch einmal zu sehen.

5. Astrid Lindgren und Louise Hartung: Ich habe auch gelebt – Briefe einer Freundschaft

6. Richard Briers: Coward and Company – A Light-hearted and Affectionate Evocation of Noël Coward and his World
In diesem Buch plaudert Richard Briers über Noël Cowards Werdegang, erzählt Anekdoten, die mit Coward in Verbindung gebracht werden, oder von seinen eigenen Begegnungen mit Noël Coward. Man merkt schon sehr deutlich, dass Richard Briers, der selbst Schauspieler war, sehr große Verehrung für Noël Coward empfand, was einerseits nett zu lesen ist, mir aber auch das Gefühl gibt, er hätte komplett unreflektiert sämtliche Anekdoten über Coward in seinem Büchlein versammelt, ohne über die Glaubwürdigkeit der jeweiligen Geschichte nachzudenken. Insgesamt ist „Coward and Company“ eine amüsante Lektüre, die aber vermutlich noch unterhaltsamer ist, wenn man sich besser mit Noël Cowards Werk und den Künstlern seiner Zeit auskennt als ich.

7. Anne-Ev Ustorf: Wir Kinder der Kriegskinder – Die Generation im Schatten des Zweiten Weltkriegs
Das Buch war mir empfohlen worden, nachdem ich über Twitter darüber geredet hatte, dass ich einige Erziehungsmethoden meiner Mutter in einem Artikel über einen Erziehungsratgeber, der während der Nazi-Zeit sehr populär war, wiedergefunden hatte. Es gibt einige Aspekte in diesem Buch, wenn es um das Menschenbild der Nazi-Zeit und die Folgen dieser Sicht auf den Menschen und der Kriegserlebnisse auf die nachfolgende Generation geht, die ich interessant fand. Auf der anderen Seite hat es mich schrecklich gestört, dass die Autorin keine Belege oder Zahlen für ihre Behauptungen liefert, sehr viel mit „vermutlich“ und „wahrscheinlich“ arbeitete und immer wieder ihre Familienverhältnisse in das Thema hat einfließen lassen, so dass ich nie beurteilen konnte, ob an ihren Aussagen etwas dran ist oder ob sie da nur eine persönliche Erfahrung verallgemeinert.

Sachbücher 2017

Da ich es im vergangenen Jahr so angenehm fand, dass ich dank der „Sachbücher, die ich auch ohne Challenge in diesem Jahr gelesen habe“-Liste eine Übersicht über meine Sachbücher des Jahres hatte, habe ich auch in diesem Jahr wieder eine Liste geführt. Sehr lang ist sie nicht geworden, da ich zwar viele Sachbücher angefangen, aber noch nicht beendet habe.

1. Regina Stürickow: Kommissar Gennat ermittelt – Die Erfindung der Mordkommission

2. Xinran: Wolkentöchter

3. Jared Diamond: Guns, Germs and Steel – A Short History of Everybody for the Last 13.000 Years

4. Rebecca Solnit: Wenn Männer mir die Welt erklären
Gut geschrieben und lesenswert, aber sehr viel Neues habe ich in den Texten nicht gefunden. Dafür bin ich neugierig auf andere Veröffentlichungen der Autorin geworden – zu schade, dass es von ihr nicht mehr im Bibliotheksbestand gibt.

5. Haruki Murakami: Von Beruf Schriftsteller

6. Regina Stürickow: Mörderische Metropole Berlin – Authentische Fälle

7. Emilia Smechowski: Wir Strebermigranten

8. Paul Hawkins: Bad Santas and Other Creepy Christmas Charakters
Interessante Details rund um den Weihnachtsmann (und andere adventliche Figuren), aber ich muss gestehen, dass mich dieses Sachbuch nicht übers Lesen hinaus beschäftigt hat. Auch fehlte mir ein bisschen der Drang zum Weiterlesen, wenn ich es aus der Hand gelegt hatte, was ich etwas schade finde.

***

Ich hoffe ja, dass ich in diesem Jahr wieder ein paar mehr Sachbücher lesen werde. Drei sehr verlockende habe ich in den letzten Wochen geschenkt bekommen, ein weiteres ist gerade in der Bibliothek vorgemerkt … Mal schauen, was das 2018 mit den Sachbüchern so wird.

Sachbücher 2016

Im Januar kam in den Kommentaren zu meinem ersten „Dies und Das“-Beitrag des Jahres die Idee auf, dass es auch ohne Sachbuch-Challenge doch ganz schön wäre, eine Übersicht über die gelesenen Sachbücher des Jahres zu erstellen. Hier also meine Liste mit „Sachbüchern, die ich in diesem Jahr auch ohne Challenge gelesen habe“:

1. Marie Brennan: Writing Fight Scenes
Flüssig zu lesende 77 Seiten zum Thema „Schreiben von Kampfszenen“, die zwar nicht gerade aufsehenerregende neue Erkenntnisse vermitteln, aber eine angenehm umfassende Übersicht bieten und gut erklären, warum manche Kampfszenen innerhalb eines Romans besser funktionieren als andere.

2. Peter Falk: Just One More Thing – Stories from my Life

3. Peter Englund: Verwüstung – Eine Geschichte des Dreißigjährigen Kriegs

4. Fred Bruemmer: Mein Leben mit den Inuit – Reisen zwischen Grönland und Alaska

5. Julia Korbik: Stand up – Feminismus für Anfänger und Fortgeschrittene

6. Florian Heine: Mit den Augen der Maler – Schauplätze der Kunst neu entdeckt
Interessanter Blick auf Gemälde von Künstlern, die einen entscheidenden Beitrag zur Entwicklung der Malerei in ihrer Zeit geleistet haben, und deren Bilder der Autor mit den realen heutigen (Stadt-)Ansichten vergleicht und dabei erklärt, warum es vermutlich zu welchen Unterschieden kam. Mehr Details zu dem Buch könnt ihr bei Natiras Rezension finden.

7. Wolfgang Behringer: Tambora und das Jahr ohne Sommer – Wie ein Vulkan die Welt in die Krise stürzte

8. Astrid Lindgren: Die Menschheit hat den Verstand verloren – Tagebücher 1939-1945

9. Diana Wynne Jones: Reflections (on the Magic of Writing)

10. Susanne Kippenberg: Das rote Schaf der Familie – Jessica Mitford und ihre Schwestern

Ich finde es interessant, dass ich auch im Jahr nach der Challenge genügend Sachbücher gelesen habe, dass ich die Challenge theoretisch hätte bestehen können. Dabei habe ich nicht mal bewusst die Augen danach aufgehalten, allerdings haben all die Empfehlungen, die noch als „Nachwehen“ von der Challenge durch die teilnehmenden Blogs gingen, schon einen deutlichen Einfluss auf mich gehabt. So hat die Sachbuch-Challenge immerhin wirklich dafür gesorgt, dass ich wieder mehr Sachbücher lese – auch wenn sich mein Sachbuch-SuB in den vergangenen drei Jahren kaum verändert hat und ich statt dessen regelmäßig zu Leihgaben gegriffen habe. Ich weiß nicht, ob ich im kommenden Jahr ebenso viele Sachbücher lesen werde, kann aber jetzt schon sagen, dass ich noch so einige auf meiner Merkliste und im SuB habe und dann gibt es da noch die ganzen Titel, die ich in den vergangenen Monaten angefangen und bislang nicht beendet habe. So ganz wird das Sachbuchlesen bei mir wohl nicht wieder einschlafen und das freut mich sehr. 🙂

Wie war es bei euch in diesem Jahr? Habt ihr nach der Sachbuch-Challenge (oder inspiriert davon, wenn ihr daran gar nicht teilgenommen habt) auch weiter Sachbücher gelesen und vielleicht Lust eine Übersichtsliste zu erstellen? Wenn ja, dann fände ich es toll, wenn ihr mir einen Link zu eurer Liste in den Kommentaren hinterlassen würdet! 🙂