Alle Artikel von Konstanze

Dhonielle Clayton, Nic Stone, Tiffany D. Jackson, Ashley Woodfolk, Angie Thomas und Nicola Yoon: Blackout

Auf „Blackout“ bin ich aufmerksam geworden, als mir ein Beitrag der „This Morning“-Sendung des US-Senders CBS in meine Twitter-Timeline gespült wurde. Dort haben sich die sechs Autorinnen darüber unterhalten, wie sich die gemeinsame Arbeit an dem Buch für sie angefühlt hat. Mir hat es so gut gefallen, wie respektvoll und sich gegenseitig schätzend die sechs Frauen in diesem Gespräch miteinander umgegangen sind und wie sie über ihre jeweiligen Geschichten gesprochen haben, dass ich mir „Blackout“ spontan bestellt habe. Initiiert wurde diese Zusammenarbeit der sechs Autorinnen von Dhonielle Clayton, deren fünfzehnjährige Nichte sie gefragt hatte, wieso Schwarze Mädchen nie eine große Liebesgeschichte haben dürfen und immer nur als „Sidekick“ in Romanen vorkommen. Dazu kam dann noch das Bedürfnis, ein Gegengewicht zu den ganzen Bildern von Polizeigewalt gegen Schwarze Personen und zu all den schrecklichen Nachrichten über die Pandemie im vergangenen Jahr zu setzen – und so kam es zu dem Entschluss, gemeinsam mit fünf anderen Autorinnen ein hoffnungsvolles und wohltuendes (Jugend-)Buch mit Geschichten über Liebe und Freundschaft zu schreiben, in dem Schwarze Protagonist.innen im Zentrum der Handlung stehen.

„Blackout“ besteht aus sechs einzelnen Geschichten, wobei „The Long Walk“ von Tiffany D. Jackson in kleinere Segmenten aufgebrochen wurde, die zwischen den Geschichten der anderen Autorinnen platziert wurden und so einen roten Faden durch das gesamte Buch bilden. Alle Geschichten spielen während eines großen Stromausfalls in New York, und die verschiedenen Protagonisten und Nebenfiguren stehen alle untereinander in irgendeiner Art von Beziehung. So ist Tammi (Protagonistin von „The Long Walk“) zum Beispiel die Tochter des Busfahrers, der in „No Sleep Till Brooklyn“ (Angie Thomas) eine Rolle spielt, und die Schwester von Tremaine, der wiederum in „Mask Off“ (Nic Stone) für den Erzähler JJ sehr wichtig ist. Mit gerade mal 256 Seiten ist „Blackout“ kein besonders umfangreiches Buch, aber ich hatte nicht das Gefühl, dass eine der Geschichten zu kurz wäre. Jede von ihnen bietet eine wunderbare kleine Auszeit mit sympathischen Figuren, amüsanten Momenten und sehr süßen Liebesgeschichten. Dabei bedeutet die Tatsache, dass diese sechs Autorinnen in diesem Roman „Liebesgeschichten“ erzählen, nicht unbedingt, dass die Handlungen vorhersehbar wären.

All diese Geschichten haben – obwohl sie wirklich gut zueinander passen und sich wunderbar ergänzen – einen sehr individuellen Ton, so dass nicht vorhersagbar ist, ob einen als nächstes eine leise Liebesgeschichte, eine eher dramatischere Handlung oder vor allem sehr amüsante Szenen erwarten. Ebensowenig lassen sich die Figuren in Schubladen pressen und das nicht nur, weil einige von ihnen nicht heterosexuell sind, sondern auch, weil im Fall von „Blackout“ eine Liebegeschichte auch mal bedeuten kann, dass am Ende kein glückliches Paar aus der Handlung hervorgeht, sondern vielleicht „nur“ eine Person, die gelernt hat, sich selbst ein bisschen mehr zu lieben oder etwas ehrlicher mit sich zu sein. Ich mochte diesen Überraschungsfaktor beim Lesen sehr und habe mich darüber ebenso gefreut wie über die vielen kleinen Verknüpfungen zwischen den Geschichten, die dafür sorgten, dass ich die ganze Zeit die Augen offen gehalten habe nach Hinweisen darauf, wie welche Person mit welcher Figur bekannt oder verwandt sein könnte. Außerdem ist „Blackout“ unübersehbar eine Liebeserklärung an das Leben in New York mit all seinen Facetten, von der großen Bibliothek, den Touristenbussen, den alten Ziegelsteinhäusern, dem Kulturangebot, dem Gemeinschaftsgefühl innerhalb eines Viertels bis zu U-Bahn – und ich muss zugeben, dass ich mich in letzterer während eines Stromausfalls nicht aufhalten möchte. 😉

Mir hat das Lesen von „Blackout“ gutgetan, und ich habe mich wunderbar unterhalten gefühlt. Ich muss aber auch zugeben, dass die Kürze der Geschichten dafür sorgt, dass man eben nur einen sehr kleinen Einblick in das Leben der Figuren bekommt, weshalb sie keinen so lang anhaltenden Eindruck bei mir hinterlassen haben. Aber ich hatte viel Spaß mit den Charakteren und habe mir fest vorgenommen, dass ich „Blackout“ im nächsten Sommer wieder aus dem Regal ziehe, um mich von all den verschiedenen Figuren erneut in ein hochsommerliches New York entführen zu lassen, in dem ein umfassender Stromausfall so viele Leben positiv verändert. Oh, und wer Lust auf das Buch bekommen haben sollte, aber nicht auf Englisch lesen mag: Zeitgleich mit der englischen Ausgabe ist bei cbj „Blackout – Liebe leuchtet auch im Dunkeln“ als gebundenes Buch erschienen. Diese Variante ist zwar etwas teurer und das Cover ist nicht ganz so hübsch wie bei der englischsprachigen Ausgabe, aber mal nicht lange auf eine deutsche Übersetzung warten zu müssen, ist doch wirklich großartig.

August-SuB 2021

Ich habe die Nase voll davon auf einen Monat zurückzublicken und nur noch sagen zu können, dass es anstrengende Wochen waren. Immerhin haben wir nun auch die erste Runde Selbst-Isolation hinter uns, nachdem ein Kollege meines Mannes – gerade mal vier Tagen nach Beendigung der Home-Office-Möglichkeit – trotz vollständiger Impfung an Covid-19 erkrankte. Dem Kollegen geht es, soweit wir wissen, ganz okay und mein Mann hat inzwischen sein negatives Testergebnis, weshalb er morgen dann wieder zurück ins Großraumbüro muss. Mal schauen, wie lange das gut geht … *seufz*

Da ich mich in den letzten Tagen intensiv dem „Ablenkungslesen“ gewidmet habe (nur gut, dass der Sommer in diesem Jahr nicht so heiß ist!), habe ich im Juli doch einige Bücher beendet. Insgesamt waren es 2 Neuzugänge, 2 Titel vom SuB, 2 Rereads und 3 eBooks, dazu 1 Kurzgeschichte, 13 Manga und 1 Hörbuch. Was überraschend nah an mein Jahresvorhaben rankommt, obwohl ich nicht gezielt danach geschaut hatte. Keine Ahnung, was der August bringen wird – aktuell versuche ich keine Pläne zu machen, denn die sind in den vergangenen Monaten regelmäßig gescheitert und das ist langsam wirklich frustrierend. Ich hoffe aber, dass ich es mal wieder auf die Reihe bekomme mehr zu kommunizieren …

Belletristik-SuB:

  1. Tomi Adeyemi: Children of Blood and Bone
  2. Becky Albertalli: Leah on the Offbeat
  3. Hanna Alkaf: The Weight of our Sky
  4. Kelley Armstrong: The Gryphon’s Lair (A Royal Guide to Monster Slaying 2)
  5. Sophie Anderson: The Castle of Tangled Magic
  6. Kelly Barnhill: Iron Hearted Violet
  7. Julie Berry: The Scandalous Sisterhood of Prickwillow Place
  8. T. J. Berry: Space Unicorn Blues
  9. Holly Black: The Coldest Girl in Coldtown
  10. Lawrence Block (Hrsg.): In Sunlight or in Shadow – Stories Inspired by the Paintings of Edward Hopper
  11. Gwenda Bond/Christopher Rowe: The Supernatural Sleuthing Service 1 – The Lost Legacy
  12. Lila Bowen: Conspiracy of Ravens (The Shadow 2)
  13. Rhys Bowen: Naughty in Niece (Royal Spyness 5)
  14. Rhys Bowen: The Twelve Clues of Christmas (Royal Spyness 6)
  15. Alan Bradley: Flavia de Luce 5 – Schlussakkord für einen Mord
  16. Alan Bradley: Flavia de Luce 6 – Tote Vögel singen nicht
  17. Marie Brennan: The Voyage of the Basilisk – A Memoir by Lady Trent
  18. Marie Brennan: In the Labyrinth of Drakes – A Memoir by Lady Trent
  19. Marie Brennan: Within the Sanctuary of Wings – A Memoir by Lady Trent
  20. Sarah Rees Brennan: Tell the Wind and Fire
  21. Sarah Rees Brennan: In Other Lands
  22. Rachel Caine: Paper and Fire (The Great Library 2)
  23. Julie Campbell: The Mysterious Visitor (Trixie Belden 4)
  24. Beth Cato: Breath of Earth (Blood of Earth #1)
  25. Soman Chainani: Quests for Glory (The School for Good and Evil 4)
  26. David Chandler: A Thief in the Night (Ancient Blades 2)
  27. David Chandler: Honor Among Thieves (Ancient Blades 3)
  28. Orlagh Collins: All the Invisible Things
  29. April Daniels: Dreadnought (Nemesis 1)
  30. Benjamin Dean: Me, My Dad and the End of the Rainbow
  31. Sarah Beth Durst: Race the Sands
  32. Louise Erdrich: The Birchbark House
  33. Catherine Fisher: The Velvet Fox (The Clockwork Crow 2)
  34. Anita Frank: The Lost Ones – Some Houses are Never at Peace
  35. Laura Ann Gilman: Silver on the Road
  36. Mira Grant: Parasite (Parasitology 1)
  37. Mira Grant: Symbiont (Parasitology 2)
  38. Mira Grant: Chimera (Parasitology 3)
  39. Alex Grecian: The Black Country (Scotland Yard’s Murder Squat 2)
  40. Kate Griffin: The Midnight Mayor (Matthew Swift #2)
  41. Kate Griffin: The Neon Court (Matthew Swift #3)
  42. Kate Griffin: The Minority Council (Matthew Swift #4)
  43. Kate Griffin: Stray Souls (Magicals Anonymous #1)
  44. Kate Griffin: The Glass God (Magicals Anonymous #2)
  45. Christian Handel (Hrsg.): Hinter Dornenhecken und Zauberspiegeln (Anthologie)
  46. Michelle Harrison: A Tangle of Spells
  47. Rachel Hartman: Seraphina
  48. Jim C. Hines: Die Buchmagier – Angriff der Verschlinger
  49. Jim C. Hines: Terminal Alliance
  50. Mark Hodder: Auf der Suche nach dem Auge von Naga
  51. Tanya Huff: Wizard of the Grove
  52. D. B. Jackson: Thieves‘ Quarry (Thieftaker #2)
  53. D. B. Jackson: A Plunder of Souls (Thieftaker #3)
  54. Diana Wynne Jones: Crown of Dalemark (The Dalemark Quartet 4)
  55. Diana Wynne Jones: Dogsbody
  56. Diana Wynne Jones: Power of Three
  57. Diana Wynne Jones: Fire and Hemlock
  58. Michelle Ruiz Keil: All of Us with Wings
  59. Celine Kiernan: Geisterpfade
  60. Celine Kiernan: Königspfade
  61. Celine Kiernan: The Little Grey Girl (The Wild Magic Trilogy 2)
  62. Mary Robinette Kowall: The Calculating Stars
  63. Sarah Kuhn: Heroine’s Journey (Heroine Complex 3)
  64. R. F. Kuang: The Poppy War
  65. L. D. Lapinski: The Strangeworlds Travel Agency
  66. Yoon Ha Lee: Dragon Pearl
  67. Y.S. Lee: The Body at the Tower (The Agency 2)
  68. Darcie Little Badger: Elatsoe
  69. Cixin Liu: The Three-Body Problem
  70. Kari Maaren: Weave a Circle Round
  71. Seanan McGuire: Middlegame
  72. Seanan McGuire: Angel of the Overpass (Ghost Roads 3)
  73. Robin McKinley: Sunshine
  74. Robin McKinley: Dragonhaven
  75. Anna-Marie McLemore: Blanca and Roja
  76. Wendy McLeod MacKnight: The Copycat
  77. Karen M. McManus: Two can Keep a Secret
  78. Kate Milford: The Boneshaker
  79. Kate Milford: Bluecrowne
  80. Kate Milford: The Thief Knot
  81. Maya Montayne: Nocturna
  82. Tamsyn Muir: Gideon the Ninth
  83. Julie Murphy: Faith – Taking Flight
  84. Bishop O’Connell: The Stolen
  85. Nnedi Okorafor: Akata Warrior (Akata Witch 2)
  86. Dominik Parisien und Navah Wolfe (Hrsg.): The Starlit Wood – New Fairy Tales (Anthologie)
  87. Dominik Parisien und Navah Wolfe (Hrsg.): Robots vs. Fairies (Anthologie)
  88. Natalie C. Parker: Seafire
  89. Tamora Pierce: Tempests and Slaughter
  90. C. L. Polk: Stormsong (Kingston Cycle 2)
  91. C. L. Polk: Soulstar (Kingston Cycle 3)
  92. Cindy Pon: Sacrifice (Serpentine 2)
  93. Sarah Prineas: Dragonfell
  94. Philip Reeve: Larklight
  95. Kat Richardson: Labyrinth (Greywalker 5)
  96. Kat Richardson: Downpour (Greywalker 6)
  97. Kat Richardson: Seawitch (Greywalker 7)
  98. Rebecca Roanhorse: Trail of Lightning (The Sixth World 1)
  99. Rebecca Roanhorse: Race to the Sun
  100. John Scalzi: Fuzzy Nation
  101. Helen Simonson: Mrs. Alis unpassende Leidenschaft
  102. Barbara Sleigh: The Kingdom of Carbonel
  103. A.C.H. Smith: Jim Henson’s The Dark Crystal
  104. Amy Sparkes: The House at the Edge of Magic
  105. Jessica Spotswood/Tess Sharpe: Toll and Trouble – 15 Tales of Women and Witchcraft (Anthologie)
  106. Jo Spurrier: Daughter of Lies and Ruin (Witches of Blackbone 2)
  107. Rosemary Sutcliff: Troja oder die Rückkehr des Odysseus
  108. Rosemary Sutcliff: König Artus und die Ritter der Tafelrunde
  109. Charles den Tex: Die Zelle
  110. Aiden Thomas: Cemetery Boys
  111. Rob Thomas: Veronica Mars – The Thousand Dollar Tan Line
  112. Sarah Tolcser: Song of the Current
  113. Tiffany Trent: Unnaturalist
  114. Gail Tsukiyama: Die Straße der tausend Blüten
  115. Renee Watson: Piecing Me Together
  116. Jaye Wells: Dirty Magic (Prospero’s War 1)
  117. Martha Wells: All Systems Red (Murderbot Diaries 1)
  118. Martha Wells: The Cloud Roads
  119. Darcie Wilde: And Dangerous to Know (Rosalind Thorne 3)
  120. Amy Wilson: Angel and Bavar
  121. Katherine Woodfine: The Painted Dragon (The Sinclair’s Mysteries 3)
  122. Katherine Woodfine: The Midnight Peacock (The Sinclair’s Mysteries 4)
  123. Xinran: Gerettete Worte
  124. Rick Yancey: Der Monstrumologe und die Insel des Blutes
  125. Jy Yang: The Black Tides of Heaven
  126. Damaris Young: The Switching Hour
  127. Ibi Zoboi: Pride

127 Titel auf dem SuB zum Monatsanfang

Sachbuch-SuB: (immer noch unvollständig)

  1. Caroline Criado Perez: Invisible Women – Exposing Data Bias in a World Designed for Men
  2. Brunhilde Dähn: Berlin Hausvogteiplatz
  3. Ruth Goodman: How to be a Victorian
  4. Molly Guptill Manning: When Books Went to War
  5. Lindsey Fitzharris: The Butchering Art – Joseph Lister’s Quest to Transform the Grisly World of Victorian Medicine
  6. Kameron Hurley: The Geek Feminist Revolution
  7. Bea Koch: Mad & Bad – Real Heroines of the Regency
  8. Lily Koppel: The Astronaut Wives Club
  9. Natalie Livingstone: The Mistresses of Cliveden
  10. Gail MacColl/Carol McD. Wallace: To Marry an English Lord
  11. Philip Mansel: Prince of Europe – The Life of Charles-Joseph de Ligne
  12. Molly Peacock: The Paper Garden – An Artist Begins Her Life’s Work at 72
  13. Michael du Preez und Jeremy Dronfield: Dr. James Barry – A Woman Ahead of Her Time
  14. Hallie Rubenhold: Lady Worsley’s Whim – An Eigtheenth-Century Tale of Sex, Scandal and Divorce

14 Titel auf dem SuB zum Montatsanfang

(durchgestrichene Titel habe ich in diesem Monat gelesen)
(kursive Titel sind in diesem Monat neu hinzugekommen)

Lese-Sonntag im Juli 2021

Schon der siebte Lese-Sonntag in diesem Jahr und ich habe irgendwie das Gefühl, ich hätte die vergangenen Wochen verloren. Aber immerhin bin ich nicht so sehr aus der Zeit gefallen, dass ich diesen Tag vergessen hätte. 😉 Aktuell lese ich „Witch Week“ von Diana Wynne Jones, aber bevor ich zum Buch greifen kann, muss ich erst einmal in der Küche etwas werkeln. Gestern Abend habe ich nichts mehr auf die Reihe bekommen, so dass da heute etwas mehr Arbeit auf mich wartet.

Update 10:45 Uhr

Links liegt die englische Taschenbuchausgabe von "Witch Week" (mit dem Titelzusatz "No Magic Allowed Here!", rechts von dem Buch steht ein Glas mit Orangensaft.

Der heutige Lese-Sonntag begann mit zwei Stunden in der Küche, in denen ich nicht nur einen Haufen Geschirr abgewaschen habe, sondern auch einige andere Dinge erledigt habe, die in den letzten Tagen liegengeblieben waren. Danach habe ich noch eine Online-Runde gedreht, den Feedreader geleert und ein paar Kommentare geschrieben – es wird wirklich Zeit, dass ich meine Alltagsroutine wieder auf die Reihe bekomme, damit nicht immer so viel liegenbleibt. Ich finde es so schrecklich nervig, dass ich im Sommer immer einige Wochen lang nicht richtig funktioniere (und das liegt nicht nur allein an eventueller Hitze). Jetzt wird es auf jeden Fall Zeit, dass ich zum Buch greife und weiterlese. „Witch Week“ gehört zu den Büchern der Chrestomanci-Veröffentlichungen, die ich nicht als Kind in der Bibliothek für mich entdeckt hatte, sondern erst vor einigen Jahren, als es eine deutsche Neuauflage dieser Titel gab, das erste Mal gelesen habe. Was bedeutet, dass ich mir die Handlung so wenig vertraut ist, dass es sich fast anfühlt, als ob ich das Buch zum ersten Mal lesen würde – was ich überraschend schön finde. 🙂 Allerdings muss ich auch zugeben, dass ich mir wünschte, dass Diana Wynne Jones sympathischere Protagonisten für diese Geschichte erschaffen hätte, die Jugendlichen, aus deren Perspektive man die Ereignisse erzählt bekommt, wirken zwar überraschend real und stimmig, aber wirklich mögen tu ich sie nicht. *g*

 

Update 13:15 Uhr

Links noch einmal das Buch "Witch Week", rechts ein weißer Teller mit sechs kleinen "Brötchenscheiben", von denen je zwei mit Butter, mit Frischkäse und mit Zartbittercreme beschmiert wurden.

Inzwischen habe ich nicht nur mein Frühstück gegessen (ui, mal vor 13 Uhr! *g* und die Zartbittercreme muss ich mir merken, die ist lecker!), sondern auch mein Buch beendet. Ich mag es sehr, wie die Stimmung in „Witch Week“ mit dem Auftauchen von Chrestomanci kippt, obwohl die Protagonisten anfangs keine besonders hohe Meinung von ihm haben. Aber es hat mir Spaß gemacht zu verfolgen, wie Chrestomanci erst einmal alle Daten erfasst und versucht herauszufinden, wie man diese Welt, die in fast allen Dingen unserer Welt gleicht und der doch im Jahr 1981 immer noch Hexen verbrannt werden, wieder in Ordnung bringen kann. Dabei muss ich zugeben, dass mir die eine Erzählerin (Nan) im Laufe der Geschichte schon sympathischer wurde, während der andere Erzähler (Charles) von Anfang bis Ende ein egoistisches Ekel ist. Aber immerhin ein Ekel, bei dem ich nachvollziehen konnte, wieso er so egoistisch und rachsüchtig ist – auch wenn es schön gewesen wäre, wenn er aus seinen Fehlern etwas schneller gelernt hätte. *g* Insgesamt ist es definitiv nicht das stärkste Buch der Autorin aus der Crestomanci-Reihe, aber ich habe es trotzdem gern gelesen. Bevor ich mir überlege, was ich als nächstes lese (ich habe noch ein paar angefangene Titel, bin mir aber nicht sicher, ob ich dafür gerade in der Stimmung bin) greife ich erst einmal zur Switch und spiele etwas „Anmal Crossing“.

 

Update 17:00 Uhr

Animal-Crossing-Screenshot, der meinen Charakter in kurzer Hose und T-Shirt bekleidet auf einem Handtuch am Strand liegend zeigt. Am Kopfende sind zwei Palmen zu sehen, im Hintergrund links eine Sandburg und ein Wasserball.

Meine „Animal Crossing“-Runde war heute sehr gemütlich. Da wir im Moment eine Sommerpause beim Rübenhandel einlegen, muss ich nicht mehr beim Spielen auf die Zeit achten (für diejenigen, die sich mit „Animal Crossing“ nicht auskennen: Sonntags kann man Rüben kaufen, die man dann in der Woche – hoffentlich mit Gewinn – wieder verkauft, wobei die Rübenpreise täglich wechseln und vormittags und nachmittags unterschiedlich hoch sind). Ich mag diese Jahreszeit im Spiel wirklich gern, weil es den ganzen Tag über die unterschiedlichsten Insekten und Fische zu fangen gibt und ich so einen Grund habe mich wieder etwas länger auf meiner Insel aufzuhalten.

Die Taschenbuchausgabe von "Moonshine", auf der eine kleine Schale steht, in der drei Schokoladen-Butterkekse liegen, rechts davon eine große Tasse, die mit Milchkaffee gefüllt ist.

Nach meiner Spielrunde habe ich mir Milchkaffee gekocht und mich dann vor mein Regal mit ungelesenen Büchern gestellt, um zu schauen welcher Titel mich ansprechen könnte. Eigentlich hatte ich nach einem Cozy oder einem weiteren Jugendbuch geschaut, aber dann sprang mir „Moonshine“ von Jasmine Gower ins Auge. Das ist einer der Romane, bei denen ich es wirklich schade finde, dass er schon so lange auf dem SuB liegt, aber beim ersten Anlesen war ich nicht in der Stimmung, um mich auf diese alternative/fantastische Version eines 20er-Jahre-Chicagos einzulassen. Nachdem ich mich erst noch etwas vom Internet habe ablenken lassen, habe ich heute also einen zweiten Versuch mit der Geschichte gewagt und auch wenn ich erst wenige Seiten gelesen habe, so denke ich, dass es dieses Mal mit mir, Daisy Dell und den Ereignissen rund um ihren neuen Sekretärinnen-Job klappen könnte. (Zumindest wenn ich gleich nach einer kurzen Blogrunde den Laptop wieder zuklappe und mich wieder richtig auf mein Buch konzentriere. 😉 )

 

Update 21:20 Uhr

Bis zum Kochen habe ich wirklich noch etwas in „Moonshine“ weitergelesen und auch wenn ich erst noch dabei bin, mich in dieser Welt zurecht zu finden, gefällt mir die Geschichte bislang. Die Protagonistin Daisy scheint ein bisschen zu perfekt zu sein, aber vielleicht ändert sich dieser Eindruck noch, wenn ich sie etwas besser kennenlerne – und ihre Perfektion stört mich bislang auch nicht.

Im Vordergrund ein tiefer Teller mit einer Mischung aus Zucchini, Reis und Feta in einer Tomatensauce, im Hintergrund eine Schale mit grünem Blattsalat.

Zum Essen gab es heute eine Folge „Glow up“ – nachdem die zweite Staffel vor kurzem bei Netflix hochgeladen wurde, haben wir ausnahmsweise mal zeitnah angefangen zu schauen. Ich habe mit Make-up eigentlich so gar nichts am Hut, finde es aber spannend wie vielfältig die Techniken sind (die heutige Folge drehte sich um Film-Make-up im Bereich Horror und es gab zum Teil richtig ekelige Ergebnisse zu bewundern) und welche Effekte man womit erzielen kann. Bis zum (heute recht frühen) Schlafengehen werde ich aber wieder zum Buch greifen und schauen, ob ich bei „Moonshine“ noch etwas weiter komme.

Es war nett heute den Lese-Tag gemeinsam mit Neyasha und Natira zu erleben – ich hoffe, ihr hattet auch einen angenehmen und erholsamen Tag! Kommt morgen gut in die neue Woche und vielleicht sehen wir uns ja in einem Monat wieder hier. 🙂

***

Heutige Mitleserinnen:

Neyasha
Natira

Was schön war (4)

Auch wenn ich in den letzten Wochen recht still war,
so gab es doch den einen oder anderen erinnerungswürdigen Moment in meinem Leben.

 

Eine weiße Vase, die mit etwas wild und zerrupft aussehenden Wiesenblumen gefüllt ist und vor einer orangen Wand steht.

Dass die Nachbarin
nach einem Fahrradausflug bei uns klopfte,
um sich mit einem selbstgepflückten Blumenstrauß
für all die angenommenen Päckchen der letzten Monate zu bedanken.

***

Eine Auswahl an indischen Essen. Auf einem Teller im Hintergrund kann man eine Portion Reis mit Tandoori-Chicken, in der Mitte steht ein Teller mit Samosas und Naan, links davon ein Schälchen mit Tamarindsauce und in einer Schale im Vordergrund sieht man Reis mit Mandel-Curry.

Die gemeinsamen Urlaubstage mit meinem Mann,
obwohl wir gar nicht so viel anders gelebt haben
als die vergangenen Monate …
Aber das ständige Kontrollieren des Arbeitslaptops fiel weg,
ebenso wie das Gefluche über den Job. 😉

***

Zwei Teller mit Kuchenstücken. Links ein Stück Zitronencreme-Kuchen, der mit bunten Mini-Marshmallows dekoriert ist und rechts ein Stück Minz-Schoko-Torte, die recht unspektakulär aussieht.

Am selben Tag den vollständigen Impfschutz
– dank einer zwei Wochen vorher stattfindenden kurzfristigen J&J-Impfaktion der Stadt –
und den 15. Hochzeitstag feiern zu können … 🙂

Neuzugänge: April, Mai und Juni 2021

Nachdem ich mir im ersten Quartal des Jahres doch ein paar Bücher extra gegönnt hatte, verlief das zweite Quartal insgesamt wieder relativ normal. So brachte der April ein paar Bücher, die ich schon länger auf der Merkliste hatte und die im März dann endlich mal fällig für eine Bestellung waren. Außerdem gab es ein paar Bücher, deren Lieferung deutlich länger als erwartet gedauert hatten, und natürlich ein paar spontan angeschaffte Titel. Ganz ohne ging es im April dann doch nicht. *g*

 

Ein Buchstapel mit den April-Neuzugängen vor einer orangen Wand. Auf der linken Seite steht der Titel "The Hatmakers", so dass man das Cover sehen kann.

1. Rebecca Roanhorse: Race to the Sun
Das Taschenbuch hatte ich schon Ende Dezember vorbestellt und dann wurde der Liefertermin immer wieder verzögert, weil es Probleme mit dem Import gab. Auch wenn es erst mehr als drei Monate nach dem Erscheinungstermin bei mir angekommen ist, bin ich doch froh, dass ich das Buch endlich habe.

2. Benjamin Dean: Me, My Dad and the End of the Rainbow
Das Buch ist mir bei Twitter immer wieder vor die Nase gekommen und Ende März war ich dann endlich neugierig genug, um es mir zu bestellen.

3. Julie Berry: The Scandalous Sisterhood of Prickwillow Place
Ich habe keine Ahnung, wo und wie ich über diesen Titel gestolpert bin und wie lange er schon auf meiner Merkliste stand, aber er gehört zu den Romanen, die ich im März bestellt habe, weil ich in einer „entweder ich bestelle jetzt einen Haufen Bücher oder ich schmeiß sie alle von der Liste“-Stimmung war. (Am Ende hat sich dann herausgestellt, dass mein Zögern doch gerechtfertig war, weshalb ich den Roman relativ früh abgebrochen und aussortiert habe.)

4. Tamzin Merchant: The Hatmakers
Noch eine dieser „Märzbestellungen“, wobei der Klappentext aus dem Buch eigentlich ein „muss ich unbedingt lesen“ gemacht hätte, weil ich „Handwerksmagie“ so schlecht widerstehen kann. Allerdings wird in der Beschreibung auch erwähnt, dass die Protagonistin einen drohenden Krieg verhindern muss, was mich eher weniger reizte, weshalb ich um den Titel ein wenig drumherum geschlichen war. (Rezension)

5. Sharna Jackson: Mic Drop (High-Rise Mystery 2)
Eine impulsive Bestellung, nachdem mir der ersten Band so gut gefallen hatte. Nur gut, dass in diesem Jahr mein Polster für „spontane Ausgaben“ etwas größer ist. *g*

6. Radiya Hafiza: Rumaysa – A Fairytale
Eine Rapunzel-Variante, in der ein Hiyab zur Flucht aus dem Turm genutzt wird und auch andere Märchenelemente aus der klassischen Schublade herausgenommen werden. Das klang einfach zu gut und hat mich neugierig auf die Geschichte(n) gemacht. (Rezension)

7. Wendy McLeod MacKnight: The Copycat
Dieser Titel ist mir seit der Hardcover-Veröffentlichung im vergangenen Jahr regelmäßig bei Twitter vor die Nase gekommen. Da ich den HC-Preis aber etwas hoch fand, habe ich gewartet bis das Taschenbuch vorbestellbar war. Dummerweise gab es mit dem dann eine Zeitlang Lieferschwierigkeiten, so dass ich das Buch erst im April bekam.

8. Barbara Sleigh: The Kingdom of Carbonel
Das war eine spontane Bestellung, nachdem ich „Carbonel“ gelesen und festgestellt hatte, dass der dritte Teil nicht mehr zu bekommen ist. So habe ich immerhin den zweiten Band noch kaufen können und das sogar in der gleichen Ausgabe wie den ersten Teil.

***

Im Mai hat es sich dann doch wieder normalisiert mit meinen Buchzugängen. Auch weil sich der SuB so langsam doch etwas zu gut gefüllt anfühlte … 😉

Ein Stapel aus vier Büchern vor einer orangen Wand auf der rechten Seite, links steht der Comic "Hex Vet 2) neben dem Buchstapel, so dass das Cover zu sehen ist.

9. Amy Sparkes: The House at the Edge of Magic
Ich habe gerade überraschend viel Lust neue Autorinnen auszuprobieren und mit den Stichwörtern „Magie“ und „ungewöhnliche Bewohner“ und einer Andeutung von „Found Family“-Handlung kann man mich eigentlich immer zum Kauf bewegen. 😉

10. Erin Lewis-Fitzgerald: Geschickt geflickt – Lieblingskleidung ausbessern statt wegwerfen
Es gibt eine Menge Sachen, die ich flicke. Aber normalerweise läuft es eher nach dem Motto „solange es hält, reicht das schon“ und weniger nach ästhetischen Aspekten. Also dachte ich mir, es schadet nicht, wenn ich mir ein bisschen Basiswissen und ein paar Inspirationen fürs Flicken besorge. 😉

11. L. D. Lapinski: The Strangeworlds Travel Agency
Eines der Bücher, die mir in den letzten Monaten immer wieder bei Twitter vor die Nase kamen (gerade wieder verstärkt da der zweite Teil vor kurzem erschienen ist). Irgendwann war ich dann doch so neugierig, dass ich einen Versuch damit wagen wollte.

12. Sam Davies: Hex Vet 2 – The Flying Surgery (Comic)
Ich mochte den ersten Comic um die Auszubildenden in einer Praxis für magische Tiere schon sehr gern und hatte im Mai Lust endlich den zweiten Band von der Merkliste zu befreien.

13. Seanan McGuire: Angel of the Overpass (Ghost Roads 3)
Der dritte Teil um den Hitchhiker-Ghost Rose Marshall und da ich die ersten beiden Bände wirklich geliebt habe, musste ich dieses Buch natürlich vorbestellen, sobald die Veröffentlichung bekannt gegeben wurde. Ich bin sehr gespannt, wie es mit Rose weitergeht und wie sich die Crossroads „entwickeln“.

***

Im Juni gab es dann nur noch relativ wenig neue Bücher für mich – die drohende sommerliche Hitze hatte mir ein wenig die Lust am Lesen von gedruckten Titeln genommen und der eReader war ja noch gut gefüllt. 😉

Zwei Bücher, die mit dem Cover zum Betrachter stehen. Das linke Cover zeigt einen Soldaten in voller Ausrüstung, der hinter einem Sandwall liest, das rechte Cover zeigt zwei gezeichnete Mädchen, von denen eine von einer Klippe aufs Wasser und die andere aus dem Wasser herausblickt.

14. Molly Guptill Manning: When Books Went to War
Über dieses Sachbuch bin ich vor einigen Wochen auf Twitter gestolpert und fand es spannend etwas über die Versorgen von Frontsoldaten mit Büchern zu lesen.

15. Molly Knox Ostertag: The Girl from the Sea (Comic)
Da mir die „Witch Boy“-Comics so gut gefallen haben, gehört Molly Knox Ostertag inzwischen zu den Zeichnerinnen/Autorinnen, von denen ich angekündigte neue Titel sofort vorbestelle. („The Girl from the Sea“ habe ich dann auch direkt an dem Tag gelesen, an dem der Comic bei mir eintraf. Wenn ihr eine sehr süße Coming-of-Age-Geschichte mit einer unsicheren Protagonistin und ihrer wunderbaren (potenziellen) Liebsten lesen mögt, kann ich diesen Titel nur empfehlen.)

Juli-SuB 2021

Ich finde es immer wieder amüsant, wie wenig die Anzahl der gelesenen Bücher über die Zeit, die ich mit Lesen verbracht habe, aussagt. Oder um es in Zahlen auszudrücken: Ich habe im Juni 15 Bücher (ausschließlich eBooks und 5 davon waren Rereads), einen Comic und eine Kurzgeschichte gelesen und nur die Hälfe der gelesenen Bücher hatte mehr als 200 Seiten bzw. nur zwei davon waren länger als 300 Seiten. Was bedeutet, dass ich von meiner „Wohlfühlseitenzahl“ weit entfernt geblieben bin, auch wenn die Zahl an gelesenen Romanen gar nicht so übel ausschaut. *g*

Keine Ahnung, wie es im Juli mit mir und dem Lesen weitergeht, denn das hängt zum Großteil vom Wetter ab und da wir noch ein paar Sommerwochen vor uns haben, bezweifel ich, dass sich in nächster Zeit viel auf meinem SuB tun wird. Immerhin ist er im letzten Monat auch nicht weiter gewachsen (im Juni kam nur ein Sachbuch dazu und für Juli erwarte ich auch nicht so viele Bücher), also muss ich auch nicht so schnell wieder das SuB-Regal neu sortieren. 😉

Belletristik-SuB:

  1. Tomi Adeyemi: Children of Blood and Bone
  2. Becky Albertalli: Leah on the Offbeat
  3. Hanna Alkaf: The Weight of our Sky
  4. Kelley Armstrong: The Gryphon’s Lair (A Royal Guide to Monster Slaying 2)
  5. Sophie Anderson: The Castle of Tangled Magic
  6. Kelly Barnhill: Iron Hearted Violet
  7. Julie Berry: The Scandalous Sisterhood of Prickwillow Place
  8. T. J. Berry: Space Unicorn Blues
  9. Holly Black: The Coldest Girl in Coldtown
  10. Lawrence Block (Hrsg.): In Sunlight or in Shadow – Stories Inspired by the Paintings of Edward Hopper
  11. Gwenda Bond/Christopher Rowe: The Supernatural Sleuthing Service 1 – The Lost Legacy
  12. Lila Bowen: Conspiracy of Ravens (The Shadow 2)
  13. Rhys Bowen: Naughty in Niece (Royal Spyness 5)
  14. Rhys Bowen: The Twelve Clues of Christmas (Royal Spyness 6)
  15. Alan Bradley: Flavia de Luce 5 – Schlussakkord für einen Mord
  16. Alan Bradley: Flavia de Luce 6 – Tote Vögel singen nicht
  17. Marie Brennan: The Voyage of the Basilisk – A Memoir by Lady Trent
  18. Marie Brennan: In the Labyrinth of Drakes – A Memoir by Lady Trent
  19. Marie Brennan: Within the Sanctuary of Wings – A Memoir by Lady Trent
  20. Sarah Rees Brennan: Tell the Wind and Fire
  21. Sarah Rees Brennan: In Other Lands
  22. Rachel Caine: Paper and Fire (The Great Library 2)
  23. Julie Campbell: The Mysterious Visitor (Trixie Belden 4)
  24. Beth Cato: Breath of Earth (Blood of Earth #1)
  25. Soman Chainani: Quests for Glory (The School for Good and Evil 4)
  26. David Chandler: A Thief in the Night (Ancient Blades 2)
  27. David Chandler: Honor Among Thieves (Ancient Blades 3)
  28. Dhonielle Clayton/Nic Stone/Tiffany D. Jackson/Ashley Woodfolk/Angie Thomas/Nicola Yoon: Blackout
  29. Orlagh Collins: All the Invisible Things
  30. April Daniels: Dreadnought (Nemesis 1)
  31. Benjamin Dean: Me, My Dad and the End of the Rainbow
  32. Sarah Beth Durst: Race the Sands
  33. Louise Erdrich: The Birchbark House
  34. Catherine Fisher: The Velvet Fox (The Clockwork Crow 2)
  35. Anita Frank: The Lost Ones – Some Houses are Never at Peace
  36. Laura Ann Gilman: Silver on the Road
  37. Jasmine Gower: Moonshine
  38. Mira Grant: Parasite (Parasitology 1)
  39. Mira Grant: Symbiont (Parasitology 2)
  40. Mira Grant: Chimera (Parasitology 3)
  41. Alex Grecian: The Black Country (Scotland Yard’s Murder Squat 2)
  42. Kate Griffin: The Midnight Mayor (Matthew Swift #2)
  43. Kate Griffin: The Neon Court (Matthew Swift #3)
  44. Kate Griffin: The Minority Council (Matthew Swift #4)
  45. Kate Griffin: Stray Souls (Magicals Anonymous #1)
  46. Kate Griffin: The Glass God (Magicals Anonymous #2)
  47. Christian Handel (Hrsg.): Hinter Dornenhecken und Zauberspiegeln (Anthologie)
  48. Michelle Harrison: A Tangle of Spells
  49. Rachel Hartman: Seraphina
  50. Jim C. Hines: Die Buchmagier – Angriff der Verschlinger
  51. Jim C. Hines: Terminal Alliance
  52. Mark Hodder: Auf der Suche nach dem Auge von Naga
  53. Tanya Huff: Wizard of the Grove
  54. D. B. Jackson: Thieves‘ Quarry (Thieftaker #2)
  55. D. B. Jackson: A Plunder of Souls (Thieftaker #3)
  56. Sharna Jackson: Mic Drop (High-Rise Mystery 2)
  57. Leah Johnson: Rise to the Sun
  58. Diana Wynne Jones: Crown of Dalemark (The Dalemark Quartet 4)
  59. Diana Wynne Jones: Dogsbody
  60. Diana Wynne Jones: Power of Three
  61. Diana Wynne Jones: Fire and Hemlock
  62. Michelle Ruiz Keil: All of Us with Wings
  63. Celine Kiernan: Geisterpfade
  64. Celine Kiernan: Königspfade
  65. Celine Kiernan: The Little Grey Girl (The Wild Magic Trilogy 2)
  66. Mary Robinette Kowall: The Calculating Stars
  67. Sarah Kuhn: Heroine’s Journey (Heroine Complex 3)
  68. R. F. Kuang: The Poppy War
  69. L. D. Lapinski: The Strangeworlds Travel Agency
  70. Yoon Ha Lee: Dragon Pearl
  71. Y.S. Lee: The Body at the Tower (The Agency 2)
  72. Darcie Little Badger: Elatsoe
  73. Cixin Liu: The Three-Body Problem
  74. Kari Maaren: Weave a Circle Round
  75. Seanan McGuire: Middlegame
  76. Seanan McGuire: Angel of the Overpass (Ghost Roads 3)
  77. Robin McKinley: Sunshine
  78. Robin McKinley: Dragonhaven
  79. Anna-Marie McLemore: Blanca and Roja
  80. Wendy McLeod MacKnight: The Copycat
  81. Karen M. McManus: Two can Keep a Secret
  82. Kate Milford: The Boneshaker
  83. Kate Milford: Bluecrowne
  84. Kate Milford: The Thief Knot
  85. Maya Montayne: Nocturna
  86. Tamsyn Muir: Gideon the Ninth
  87. Julie Murphy: Faith – Taking Flight
  88. Bishop O’Connell: The Stolen
  89. Nnedi Okorafor: Akata Warrior (Akata Witch 2)
  90. Dominik Parisien und Navah Wolfe (Hrsg.): The Starlit Wood – New Fairy Tales (Anthologie)
  91. Dominik Parisien und Navah Wolfe (Hrsg.): Robots vs. Fairies (Anthologie)
  92. Natalie C. Parker: Seafire
  93. Tamora Pierce: Tempests and Slaughter
  94. C. L. Polk: Stormsong (Kingston Cycle 2)
  95. C. L. Polk: Soulstar (Kingston Cycle 3)
  96. Cindy Pon: Sacrifice (Serpentine 2)
  97. Sarah Prineas: Dragonfell
  98. Philip Reeve: Larklight
  99. Kat Richardson: Labyrinth (Greywalker 5)
  100. Kat Richardson: Downpour (Greywalker 6)
  101. Kat Richardson: Seawitch (Greywalker 7)
  102. Rebecca Roanhorse: Trail of Lightning (The Sixth World 1)
  103. Rebecca Roanhorse: Race to the Sun
  104. John Scalzi: Fuzzy Nation
  105. Helen Simonson: Mrs. Alis unpassende Leidenschaft
  106. Barbara Sleigh: The Kingdom of Carbonel
  107. A.C.H. Smith: Jim Henson’s The Dark Crystal
  108. Amy Sparkes: The House at the Edge of Magic
  109. Jessica Spotswood/Tess Sharpe: Toll and Trouble – 15 Tales of Women and Witchcraft (Anthologie)
  110. Jo Spurrier: Daughter of Lies and Ruin (Witches of Blackbone 2)
  111. Rosemary Sutcliff: Troja oder die Rückkehr des Odysseus
  112. Rosemary Sutcliff: König Artus und die Ritter der Tafelrunde
  113. Charles den Tex: Die Zelle
  114. Aiden Thomas: Cemetery Boys
  115. Rob Thomas: Veronica Mars – The Thousand Dollar Tan Line
  116. Sarah Tolcser: Song of the Current
  117. Tiffany Trent: Unnaturalist
  118. Gail Tsukiyama: Die Straße der tausend Blüten
  119. Renee Watson: Piecing Me Together
  120. Jaye Wells: Dirty Magic (Prospero’s War 1)
  121. Martha Wells: All Systems Red (Murderbot Diaries 1)
  122. Martha Wells: The Cloud Roads
  123. Darcie Wilde: And Dangerous to Know (Rosalind Thorne 3)
  124. Amy Wilson: Angel and Bavar
  125. Katherine Woodfine: The Painted Dragon (The Sinclair’s Mysteries 3)
  126. Katherine Woodfine: The Midnight Peacock (The Sinclair’s Mysteries 4)
  127. Xinran: Gerettete Worte
  128. Rick Yancey: Der Monstrumologe und die Insel des Blutes
  129. Jy Yang: The Black Tides of Heaven
  130. Damaris Young: The Switching Hour
  131. Ibi Zoboi: Pride

127 Titel auf dem SuB zum Monatsanfang

Sachbuch-SuB: (noch unvollständig)

  1. Caroline Criado Perez: Invisible Women – Exposing Data Bias in a World Designed for Men
  2. Brunhilde Dähn: Berlin Hausvogteiplatz
  3. Ruth Goodman: How to be a Victorian
  4. Molly Guptill Manning: When Books Went to War
  5. Lindsey Fitzharris: The Butchering Art – Joseph Lister’s Quest to Transform the Grisly World of Victorian Medicine
  6. Kameron Hurley: The Geek Feminist Revolution
  7. Bea Koch: Mad & Bad – Real Heroines of the Regency
  8. Lily Koppel: The Astronaut Wives Club
  9. Natalie Livingstone: The Mistresses of Cliveden
  10. Gail MacColl/Carol McD. Wallace: To Marry an English Lord
  11. Philip Mansel: Prince of Europe – The Life of Charles-Joseph de Ligne
  12. Molly Peacock: The Paper Garden – An Artist Begins Her Life’s Work at 72
  13. Michael du Preez und Jeremy Dronfield: Dr. James Barry – A Woman Ahead of Her Time
  14. Hallie Rubenhold: Lady Worsley’s Whim – An Eigtheenth-Century Tale of Sex, Scandal and Divorce

13 Titel auf dem SuB zum Montatsanfang

(durchgestrichene Titel habe ich in diesem Monat gelesen)
(kursive Titel sind in diesem Monat neu hinzugekommen)

Lydia M. Hawke: Becoming Crone (Crone Wars 1)

Ich bin gerade wirklich mäkelig, wenn es ums Lesen geht, aber „Becoming Crone“ von Lydia M. Hawke hat mich in der letzten Woche überraschend gut unterhalten. Die Geschichte beginnt mit dem sechzigsten Geburtstag von Claire Emerson und fühlt sich anfangs nach einem dieser Frauenromane an, bei denen die Protagonistin (normalerweise mit Anfang 40) vor den Scherben ihres durchgeplanten und – bislang irgendwie – erfolgreichen Lebens wiederfindet. Claire ist vor sechs Monaten geschieden worden, ihr Sohn hat schon vor einigen Jahren eine eigene Familie gegründet, und ihr geht so langsam auf, dass sie immer ihre eigenen Bedürfnisse für andere zurückgesteckt hat. Sie ist frustriert und gelangweilt und sehnt sich nach einer erfüllenden Aufgabe, hat aber keine Ahnung, wie solche eine Aufgabe aussehen könnte.

Wenn das alles gewesen wäre, hätte mich die Autorin nicht dazu gebracht, nach der Leseprobe spontan das Buch zu kaufen. Aber da von Anfang an feststeht, dass Claires Leben mit einem kräftigen Schuss Magie in Aufruhr gebracht wird, habe ich gespannt und amüsiert verfolgt, wie die Protagonistin mit der Tatsache fertigwerden muss, dass sie eine Hexe ist. Genau genommen ist sie eine „Crone“, was bedeutet, dass sie eine führende Position im Kampf gegen eine Gruppe von Magiern einnehmen sollte. Und eigentlich hätte sie in den vergangenen Jahrzehnten genügend Wissen und Können rund um ihre Magie sammeln sollen, um ihre neue Rolle angemessen ausfüllen zu können. So aber sieht sich Claire mit ihren sechzig Jahren gezwungen, nicht nur damit fertigzuwerden, dass es Magie wirklich gibt und sie eine Menge dazu zu lernen hat, sondern auch damit, dass einige Magier und ihre Monster es auf sie (und ihre Familie) abgesehen haben.

Die Handlung ist nicht gerade komplex (was bei gerade mal 200 Seiten kein Wunder ist), aber es gab so viele Elemente, die ich an der Geschichte mochte, dass mich das definitiv nicht gestört hat. Ich finde es großartig, dass die Protagonistin eine sechzigjährige Frau mit all den dementsprechenden Wehwechen ist und dass sie z.B. das Grimoire, das ihr mehr über Magie und die Geschichte der Crone beibringen soll, nicht entziffern kann, wenn sie keine Lesebrille bei der Hand hat. Ich mochte es, dass Claire nicht alles nur schwarz oder weiß sieht und dass sie sich Stück für Stück an die Magie gewöhnt, statt diese anfangs vollkommen abzulehnen und dann hundertprozentig von ihrer Existenz überzeugt zu sein. Auch gefiel es mir, dass natürlich in der Geschichte so einiges schiefläuft, weil eine Hexe ohne jegliche Übung nun einmal nicht erfahren genug ist, um mit der Macht der Crone umzugehen, die Claire an ihrem Geburtstag verliehen wurde.

Dazu kommen noch all die wunderbaren Nebencharaktere wie Claires beste Freundin Edie, die Gargoyle-Dame Keven, Claires Gestaltwandler-Beschützer Lucan oder die Polizistin Kate. Ich habe die Interaktionen der verschiedenen Figuren mit Claire sehr genossen, weil in den Gesprächen häufig gegenseitiges Verständnis und Respekt mitschwingen, selbst wenn Claire regelmäßig unglücklich mit dem Ausgang dieser Unterhaltungen ist. Außerdem gibt es immer wieder amüsante kleine Elemente in der Handlung, die mich zum Schmunzeln gebracht haben, wie Edies Versuche, Claire zum Fluchen zu bewegen, oder die Reaktionen von Passanten, wenn Claire mit einem Wolf an der Leine durch die Stadt geht. All das führt dazu, dass „Becoming Crone“ sich – trotz der Bedrohung durch die Magier, die Kämpfe und der im Laufe der Geschichte getöteten Charaktere – nicht sehr düster und mehr nach „Wohlfühllektüre“ anfühlt. Ich finde es auf jeden Fall schön, dass dies erst der erste Band rund um Claire war und in einem halben Jahr der nächste Teil („The Gathering of Crones“) veröffentlicht wird.

Was schön war (3): Japanisches Filmfestival (Teil 2)

Da der Beitrag über das diesjährige japanische Filmfestival in der vergangenen Woche schon lang genug war, gibt es hier jetzt den zweiten Teil mit den Filmen, die wir zwischen Freitag und Montag gesehen hatten.

Was unseren Start in den Freitag anging, so weiß ich immer noch nicht so recht, was ich von „Sayonara TV“ (Regisseur: Koji Hijikata) halten soll. Oder genauer gesagt weiß ich nicht, was ich davon halten soll, dass man den Film für den „Nippon Docs Award“ (der für Dokumentationen vergeben wird) bewerten sollte. Denn es wird zwar die ganze Zeit über so getan, als ob der Alltag eines Nachrichtensenders (inklusive prekärer Arbeitsverhältnisse und ethisch fragwürdiger Nachrichtenpräsentation) dokumentiert würde, am Ende wird aber deutlich, dass es keine richtige Dokumentation ist. Und selbst wenn „Sayonara TV“ eine Dokumentation gewesen wäre, würde sich der Film im Vergleich zu „i – Documentary Of The Journalist“, eine Dokumentation über die Arbeit von Isoko Mochizuki, die wir im vergangenen Jahr bei der Nippon Connection gesehen hatten, unbefriedigend und nicht kritisch genug anfühlen. Am Ende bleibt bei mir wirklich nur das Wort „unbefriedigend“ hängen, wenn ich daran denke …

Danach folgte mit „Our 30-Minute Session“ (Regie Kentaro Hagiwara) ein eher entspannter und netter Film über einen extrem introvertierten jungen Mann (Sota), der dank eines alten Walkmans den Geist eines vor einem Jahr verstorbenen und sehr extrovertierten Musikers (Aki) herbeibeschwören kann. Für 30-Minuten-Sequenzen (die Lauflänge einer Kassettenseite) kann Aki Sotas Körper übernehmen. Dies will er nutzen, um nicht nur seine alte Band wieder zusammenzubringen, sondern auch seine Freundin Kana wieder glücklich zu machen. Die Handlung war ziemlich vorsehbar und der Film etwas länger, als ihm gutgetan hat, aber insgesamt war das eine niedliche und ganz unterhaltsame Geschichte. Kein Film, der mir lange in Erinnung bleiben wird, aber ich habe einen netten Abend damit verbracht.

„Ainu Neno An Ainu“ (Regie: Laura Liverani und Neo Sora) ist ein Film, der im Prinzip als Nebenprodukt eines Fotoprojekts über die indigene Bevölkerung Nordjapans entstanden ist. Wir hatten im vergangenen Jahr schon eine Dokumentation („Ainu – Indigenous People Of Japan“) gesehen, die zeigte, wie die heutigen Ainu seit den 1970er Jahren versuchen, ihre Kultur und Sprache wiederzubeleben, nachdem die japanische Regierung ihnen beides seit dem Ende des 19. Jahrhunderts verboten hatte. In „Ainu Neno An Ainu“ gab es auf der einen Seite ein Wiedersehen mit den älteren Ainu, die wir schon aus der letztjährigen Dokumentation kannten, und auf der anderen Seite kamen überraschend viele jüngere Ainu zu Wort, die heute von ihren Eltern und Großeltern ihre Sprache und Traditionen lernen und sich dafür engagieren, ihre Kultur zu erhalten. Der Aufbau der Dokumentation war nicht ganz so gelungen, das Ganze wirkte etwas willkürlich zusammengestückelt, aber es war schön zu sehen, wie die jüngeren Generationen ihre Identität als Ainu ausleben können und wollen.

Auf den Film „Special Actors“ von dem Regisseur Shinichiro Ueda hatten wir uns eigentlich sehr gefreut, weil die Beschreibung eine amüsante Handlung zu versprechen schien. Die Geschichte dreht sich um den erfolglosen Schauspieler Kazuto, der in stressigen Situationen immer in Ohnmacht fällt – was für seine Karriere natürlich nicht sehr förderlich ist. Auf Anregung seines Bruders lässt sich Kazuto als „Special Actor“ engagieren, um zukünftig auf Beerdigungen die Reihen der Trauergäste aufzufüllen oder ähnliche „alltägliche“ Jobs als Darsteller anzunehmen – und natürlich läuft bei einem der größten Aufträge der Special-Actor-Firma eine Menge schief. Ich habe die Grundidee des Films wirklich geliebt und mochte jeden einzelnen Nebendarsteller, und ich hätte liebend gern einen Film über diese verschiedenen Personen, die für eine ganz besondere Schauspieler-Agentur arbeiten, verfolgt. Womit ich ein riesiges Problem hatte, war der Hauptdarsteller Kazuto Osawa, der mich einfach nicht überzeugen konnte (obwohl ich gelesen habe, dass die Figur Kazuto auf persönlichen Problemen und Erfahrungen des Schauspielers basiert).

Nachdem wir von Dienstag an zwei Filme pro Tag gesehen hatten, waren wir am Sonntag ein bisschen film-müde und hatten uns auf „his“ von dem Regisseur Rikiya Imaizumi beschränkt. „his“ erzählt die Geschichte von Shun und Nagisa, die während ihrer Studienzeit eine Beziehung hatten. Jahre später lebt Shun als Selbstversorger zurückgezogen in einem kleinen Dorf, als Nagisa ihn gemeinsam mit seiner kleinen Tochter aufsucht. Nachdem Nagisas Versuch in einer heterosexuellen Beziehung zu leben gescheitert ist, streitet er nun vor Gericht mit seiner Ex-Frau um das Sorgerecht für die Tochter. Es war schön zu verfolgen, wie die beiden Männer sich wieder näherkamen und wie selbstverständlich Nagisas Tochter Shun als Familienmitglied akzeptierte. Und es gab wunderbare Szenen mit der (überalterten) Dorfgemeinschaft, die deutlich weniger Probleme mit der Homosexualität der beiden Männer hatte, als Shun und Nagisa erwartet hätten. Insgesamt mochte ich es, dass der Film weniger auf Drama setzte, als darauf zu zeigen welche alltäglichen Probleme es mit sich bringt, wenn man in Japan nicht der vermeintlichen Norm entspricht. Dabei wurde es auch wunderbar vermieden, einem der Charaktere Schuld für das Scheitern einer Beziehung, die Probleme beim Aufziehen eines kleinen Kindes oder ähnliches zuzuschieben. Stattdessen wurde versucht, den vielen verschiedenen Perspektiven gerecht zu werden, ohne das Leben der Figuren zu bewerten. Der Film ist übrigens auch Gewinner des Nippon Cinema Award, der von den Zuschauern vergeben wird.

Um das Filmfest bis zum letzten Tag auszunutzen, hatten wir dann am Sonntagabend noch einen Film für den Montag gebucht, dessen Beschreibung sich ganz amüsant anhörte. In „The Stormy Family“ (Regie: Masahide Ichii) treffen sich die vier Geschwister der Suzuki-Familie, um eine Trauerfeier für ihre vor zehn Jahren nach einem Banküberfall spurlos verschwundenen Eltern abzuhalten. Im Rahmen der Trauerfeier werden alte Konflikte und Kränkungen wieder hervorgeholt und gemeinsam über die Frage nachgedacht, wieso ihr Vater damals eine Bank überfallen hat. Es gab ein paar skurril-amüsante Momente in der Geschichte, aber insgesamt konnte uns der Film nicht so recht überzeugen, da die Handlung – trotz der eigentlich ganz reizvollen Ausgangsidee – recht vorhersehbar und wenig ungewöhnlich war.

***

Insgesamt waren also die Filme, die wir in diesem Jahr gesehen haben, von eher gemischter Qualität. Aber ich muss zugeben, dass die Tatsache, dass wir selten vorhersagen können, ob ein Film unseren Erwartungen entsprechen wird oder nicht, auch einer der spannenderen Aspekte der Nippon Connection für mich ist.

Lese-Sonntag im Juni 2021

Seit dem letzten Lese-Sonntag habe ich nicht nur so einige Bücher abgebrochen, sondern auch relativ wenig Zeit zum Lesen gehabt. Außerdem ist es inzwischen so sommerlich, dass wir den ganzen Tag die Wohnung verdunkeln müssen – was bedeutet, dass ich mich momentan auf eBooks beschränken muss, wenn ich nicht das Licht anmachen will zum Lesen. Was ich nicht will, weil selbst eine Ahnung von Tageslicht durch die geschlossenen Verdunklungsvorhänge besser ist als Kunstlicht … Die Hitze sorgt auch dafür, dass ich nicht besonders konzentrationsfähig bin und so relativ wenig Seiten am Stück lesen kann. Ich bin also selber gespannt, was ich euch heute so über meinen Lese-Sonntag erzählen kann (und wie viel Zeit ich wirklich mit einem Buch verbringen werde). Ich werde auch versuchen das Grummeln über die Hitze, die Schwüle, das angekündigte Unwetter, die Nebenwirkungen des Ventilators und all die anderen Dinge, die mich gerade nerven, zu unterdrücken, weil sonst werden das heute lange und unlesbare Updates mit wenig neuem Inhalt …  😉

 

Update 11:30 Uhr

Ein eReader, dessen Bildschirm das Cover von "Twelve Days of Faery" von W. R. Gingell zeigt, daneben steht eine grüne Tasse mit Pfefferminztee

Seit dem Aufstehen habe ich nicht mehr auf die Reihe gebracht, als gemeinsam mit meinem Mann den Abwasch zu erledigen, meine nächtliche Timeline aufzulesen (und mich dabei mehrfach auf Twitter auszutauschen) und ein paar Minuten auf die Bücher in meinem eReader zu starren, um mich zu entscheiden, welchen Roman ich als nächstes lesen könnte. Da ich ziemlich müde und kopfschmerzig bin, muss ich mal gucken, ob ich mich überhaupt aufs Lesen konzentrieren kann. Aber ich denke, ich werde „Twelve Days of Faery“ von W. R. Gingell eine Chance geben – ich habe keine Ahnung mehr, wieso ich mir den Roman angeschafft habe, aber die ersten Seiten klingen nett. Die Geschichte beginnt damit, dass König Markon über den Fluch nachdenkt, von dem sein Sohn betroffen ist und der dafür sorgt, dass dieser schon mehrere Verlobte und Geliebte verloren hat. Inzwischen ist es sogar so schlimm, dass eine junge Frau, die dem Prinzen nur einen flirtenden Blick zuwirft, von dem Fluch getroffen wird. Doch so gern der König seinen Sohn von diesem Fluch befreit sehen würde, so fragt er sich, ob er weitere Frauen dieser Gefahr aussetzen darf …

 

Update 14:15 Uhr

Links der angeschaltete eReader mit einer Seite aus dem Buch "Twelve Days of Faery", rechts eine kleine Glasschale mit Quark und Bananen

Auch wenn ich mich immer wieder vom Internet ablenken lasse (meine Aufmerksamkeitsspanne ist nicht sehr groß, während meine TL heute recht kommunikativ ist), bin ich doch meinem Buch in den letzten Stunden relativ treu geblieben und habe sogar während des Frühstücks (Vanillequark mit Banane) weitergelesen. Ich mag den Erzähler (König Markon), der ein aufmerksamer, freundlicher und definitiv nicht dummer Mann ist, und ich mag die Zauberin Anthea, die klug und zielstrebig ist, ohne dabei unfreundlich zu sein. Aktuell hat es die beiden ins Feenreich verschlagen, weil des Prinzens Fluch wohl weniger ein Fluch ist, als aus einer ganzen Reihe von Zaubern zu bestehen scheint. „Twelve Days of Faery“ ist nicht gerade eine wahnsinnig spannende Geschichte, aber unterhaltsam und entspannend zu lesen – und somit perfekt für den heutigen Tag. Bevor ich wieder zum Buch greife, drehe ich aber erst einmal eine Runde auf meiner (hoffentlich heute mal wieder sonnigen) Animal-Crossing-Insel. 🙂

 

Update 18:00 Uhr

Wieder der angeschaltete eReader mit einer Seite aus meinem aktuellen Roman, rechts daneben ein weißer Teller mit einem Stück Zitronenrolle.

Eigentlich wollte ich ja direkt nach dem letzten Update spielen, aber da mein Mann gerade seine Konsole für „Animal Crossing“ angeworfen hatte und es doch etwas irritierend ist, wenn ich nicht auf Anhieb sagen kann, ob ein Geräusch aus meinem Spiel oder seinem kommt, habe ich doch lieber erst noch einmal zum Buch gegriffen. Sehr weit bin ich eigentlich nicht, aber ich freue mich darüber, dass ich trotz der Hitze immer wieder ein paar Seiten am Stück lesen kann. Ich mag die Charaktere und ich mag den Humor und ich finde es schön, dass der König so respektvoll und wenig fordernd mit der Zauberin umgeht. Außerdem gab es ein Stück Zitronenrolle für mich, bevor ich dann doch endlich zur Switch gegriffen habe.

Ein Screenshot, der meine Animal-Crossing-Figur zeigt, wie sie auf den Bildschirm ihres Smartphones schaut. Sie trägt ein blumiges Sommerkleid und einen großen Sommerhut, während im Hintergrund fliegende japanische Karpfenfahnen zu sehen sind.

Auf meiner Insel war heute wirklich schönes Wetter und ich finde es immer wieder lustig, wie sehr ich die sonnigen Tage in meinem Spiel mag, solange auch deutlich wird, dass es windig ist. (Außerdem ist es beeindruckend, dass es den Entwicklern wirklich gelungen ist an manchen Tagen den Eindruck von hoher Luftfeuchtigkeit/Schwüle usw. zu erwecken – das Wetter fühlt sich beim Spielen überraschend real an. 🙂 ) Jetzt geht es aber erst einmal für mich in die Küche, um den Ofen fürs Abendessen anzuwerfen …

 

Update 21:30 Uhr (letztes Update)

Links eine kleine Glasschale mit Gurkensalat in einer Joghurtsauce, rechts ein Teller, auf dem zwei Stücke einer Focaccia liegen, die mit Schafskäse- und roten und gelben Paprikastücken zubereitet wurde.

Das Abendessen war wirklich lecker und inzwischen konnten wir auch die Fenster öffnen, ohne dass die Temperatur in der Wohnung weiter steigt. Es nieselt sogar etwas, allerdings sorgt das bislang nur für deutlich mehr Schwüle und nicht für Abkühlung – ich hoffe, dass sich das im Laufe des Abends noch etwas ändert. Außerdem habe ich seit dem letzten Update „Twelve Days of Faery“ beendet und mich bis zur letzten Seite gut unterhalten gefühlt. Genau genommen habe ich mich so gut amüsiert, dass ich nun versucht bin mir den zweiten Band der Reihe zu besorgen. Allerdings dreht sich dieser um andere Protagonisten und ich bin mir nicht sicher, ob ich das gerade haben möchte. *g* Ich hätte nicht gedacht, dass ich bei meinen Konzentrationsproblemen und den Kopfschmerzen heute einen ganzen Roman lesen würde (und wir müssen dabei mal eben ignorieren, dass das Buch gerade mal einen Umfang von 142 Seiten hatte). Alles in allem war es ein deutlich netterer Lesetag, als ich heute morgen gedacht hätte! 🙂 Vielen Dank an Natira für die Gesellschaft und all die anderen, die heute vorbeigeschaut und einen Kommentar hinterlassen haben. Kommt gut in die neue Woche – ich hoffe für uns alle, dass jetzt erst einmal ein paar kühlere Nächte kommen. 🙂

***

Heutige Mitleserin:

Natira

Was schön war (2): Japanisches Filmfestival (Teil 1)

Da ich es in den letzten Jahren immer schön fand, wenn ich hier auf dem Blog etwas zu den Filmen nachlesen konnte, die wir während vergangener „Nippon Connections“ gesehen haben, sammle ich hier mal meine Eindrücke zu den gesehenen Filmen. Da auch in diesem Jahr das Festival donline stattfand, haben wir wieder eine Menge gesehen, was dafür sorgte, dass die Qualität der verschiedenen Filme sehr unterschiedlich war. *g*

Unser Start-Film war in diesem Jahr „It’s a Summer Film!“, eine wunderbar amüsante und leicht absurde Mischung aus Coming-of-Age-Geschichte und Liebeserklärung ans Filmemachen, die unter der Regie von Sôshi Masumoto gedreht wurde. Die Handlung begleitet die Schülerin Barefoot, die gemeinsam mit zwei Freundinnen den Sommer über einen Samuraifilm dreht, weil sie so frustriert davon ist, dass der Filmclub an ihrer Schule nur Liebesfilme produziert. Es war einfach wunderbar lustig zu verfolgen, wie Barefoot die verschiedenen Mitschüler dazu bringt, ihr bei ihrem Dreh zu helfen. Allein die Szenen rund um Rintaro, der ihr Hautpdarsteller sein soll, obwohl er sich dazu definitiv nicht in der Lage sieht, haben mich mehrfach schallend zum Lachen gebracht. Es hat einfach Spaß gemacht, diese Gruppe von Schülern zu begleiten, die all ihre Energie und ihren Einfallsreichtum in die Verwirklichung von Barefoots Traum stecken. Und es gibt so großartige Frauenfiguren und Frauenfreundschaften in diesem Film. Ich weiß nicht, ob es die leicht absurden Elemente in dem Film benötigt hätte, aber sie haben mich definitiv nicht gestört. Insgesamt mochte ich die Geschichte und die verschiedenen Charakteren sehr gern – „It’s a Summer Film!“ war für mich der perfekte Start in eine Woche voller japanischer Filme.

Unser zweiter Film des Tages war „Shiver“ – der im Prinzip nichts anderes war als ein ca. 1 1/2 Stunden langes Musikvideo des Taiko-Ensemble Kodo, das in Zusammenarbeit mit dem Komponisten Koshiro Hino und dem Regiesseur Toshiaki Toyoda entstanden ist. Da ich Taiko-Trommeln wirklich gern höre und es immer wieder beeindruckend finde, den Musikern zuzuschauen, war das ein schön entspannter Ausklang für den ersten Nippon-Connection-Tag. (Mein Mann hat dann im Laufe der Woche noch die beiden Filme „Wolf’s Calling“ und „The Day of Destruction“ von Toshiaki Toyoda gesehen und war von beiden Werken nicht so angetan, da die kritischen Botschaften beider Filme eigentlich nur mit Anmerkungen des Regisseurs in die gezeigten Szenen reininterpretiert werden konnten. Filme, für die man erst einmal eine Interpretationsanleitung benötigt, sind eindeutig nicht unser Ding. 😉 )

Am Mittwoch sind wir dann mit „Under the Open Sky“ (Regie Miwa Nishikawa) in den Filmtag gestartet. Den Film haben wir ausgewählt, obwohl uns das Thema nicht so ansprach, weil wir den Hauptdarsteller Koji Yakusho immer wieder großartig finden. Die Handlung dreht sich um den ehemaligen Yakuza-Gangster Mikami, der nach dreizehn Jahren Haft fest entschlossen ist, seinen Weg in die Gesellschaft zurückzufinden. Dabei macht es ihm die Gesellschaft aber nicht leicht, denn natürlich sind die Vorurteile und Hindernisse, denen der Ex-Häftling begegnet, kaum zu überwinden. „Under the Open Sky“ ist eine leise erzählte – und trotz des einen oder anderen amüsanten Moments –  melancholische Geschichte über einen Mann, dem es schwer fällt, sich in der heutigen Gesellschaft zurechtzufinden, und über eine Gesellschaft, die es ihm schwer macht, seine kriminelle Lebensweise hinter sich zu lassen. Der gesamte Film lebt von der intensiven schauspielerischen Leistung von Koji Yakusho, die es einem während des Zuschauens auch leichter macht, über die zum Teil etwas sehr klischeebehafteten Elemente der Handlung hinwegzusehen.

Nach dem eher bedrückenden Film haben wir uns später am Tag noch die Dokumentation „Koshien – Japan’s Field of Dreams“ gegönnt, in der es um Highschool-Baseball geht – was ja eigentlich so gar nicht mein Thema ist. Aber ich fand es faszinierend, diesen Film über zwei Highschool-Baseball-Teams und ihre Trainer zu verfolgen, die beide unbedingt zum 100. Jubiläum am Koshien (dem Tunier, das den Höhepunkt der Highschool-Baseball-Saison bildet) teilnehmen wollten. Dabei zeigte die Regisseurin Ema Ryan Yamazaki zwei sehr unterschiedliche Trainer, von denen der eine sehr traditionsbehaftet und der andere offen für neue Methoden ist, was ich sehr spannend fand. Bei den Spielern selbst wurde deutlich, wie sehr der Sport ihr Leben prägt und welchen unglaublichen Einfluss die Trainer auf sie haben. Dabei gab es so viele Momente, die – für mich immer noch befremdliche – Elemente einer traditonellen japanischen Gesellschaft zeigten, aber auch die Stellen, an denen die Traditionen sich nicht gut in unsere moderne Welt transportieren lassen und wo inzwischen neue Wege gesucht werden müssen. Diese Auseinandersetzungen mit der Suche nach neuen Methoden und das Setzen des Schwerpunkts auf die Beziehungen zwischen Trainern und Spielern haben die Dokumentation für mich zu einem wirklich lohnenden Film gemacht.

Der Donnerstag startete mit einem Film, auf den wir uns beide sehr gefreut hatten, nachdem wir die Beschreibung im Programm gelesen hatten. „Beyond the Infinite Two Minutes“ ist ein Low-Budget-Projekt der Theatergruppe EUROPE KIKAKU, und große Teile der Handlung wurden ohne Schnitt gedreht. Da es eine Zeitreise-Geschichte ist, gibt es so einige Szenen, die natürlich seperat gedreht wurden, aber bei der Haupthandlung kann man eigentlich ganz gut verfolgen, dass da sehr viele Teile der Geschichte am Stück gedreht wurde. Die Handlung rund um den Cafébesitzer Kato, dessen privater Fernseher zwei Minuten in die Zukunft „schauen“ kann, während sein Café-Fernseher zwei Minuten in die Vergangenheit „sieht“, war sehr amüsant, ziemlich absurd und hat uns großen Spaß gemacht. Der Theaterhintergrund der Schauspieler war definitiv spürbar, ebenso die Vertrautheit, mit der sie miteinander umgingen. Der Film hat nicht umsonst den „Nippon Visions Audience Award“ (für Newcomer-Filme) gewonnen!

Da wir bei der Planung davon ausgingen, dass ein Zeitreise-Film vielleicht etwas mehr Aufmerksamkeit erfordern würde, hatten wir uns für den Nachmittag entspannte und leichte Unterhaltung vorgenommen. Mit dem Film „Can’t Stop the Dancing“ von Regisseur Shinobu Yaguchi haben wir genau das dann auch gefunden. Die Geschichte rund um die ehrgeizige Büroangestellte Shizuka, die nach dem Besuch eines Jahrmarkt-Hypnotiseurs anfängt zu singen und zu tanzen, sobald sie Musik hört, war zwar weniger Musical, als wir erwartet hatten, bot uns aber dafür ein wunderbar lustiges Roadmovie (mit gut platzierten Musical-Nummern). Ich mochte die Entwicklung, die die Protagonistin im Laufe des Films durchmachte, ebenso wie ihre Mitstreiterin wider Willen, und es war lustig einen altvertrauten Schauspieler (Akira Takarada) als alternden Hypnotiseur in den Film zu entdecken. Alles in allem hatten wir wirklich sehr viel Spaß mit diesem unterhaltsamen Film. 🙂