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Lese-Sonntag im September 2021

Ende September und auch wenn die Temperaturen am Anfang der vergangenen Woche eher sommerlich waren, so fühlt es sich doch so langsam an, als ob es wirklich in Richtung Herbst gehen würde. Ich zumindest warte sehr auf die kälteren Jahreszeiten, auf das Herbstlesen und darauf mich wieder auf dem Sofa unter einer Decke einkuscheln zu können. Unter einer Decke werde ich heute nicht landen, aber ich werde bestimmt einige Stunden auf dem Sofa verbringen. Ich habe so ein paar angefangene Bücher, die in den letzten Tagen zu kurz gekommen sind, außerdem wollen mein Mann und ich nach längerer Zeit mal wieder „Obsession“ spielen. Jetzt starte ich aber erst einmal damit langsam wach zu werden und meine nächtliche Timeline aufzulesen. 😉

 

Update 11:00 Uhr

Links ein kleiner Stapel aus zwei Büchern, oben liegt "Schäbige Helden" von Doris Egan, links eine grün-weiß-gemusterte große Tasse mit schwarzem Tee.

Die vergangenen Stunden habe ich gebraucht um einigermaßen wach zu werden. Meine Nächte in der vergangenen Woche waren leider nicht so erholsam und heute macht sich das wirklich bemerkbar – zum Glück habe ich ja einen entspannten Tage vor mir und mein Mann ist inzwischen schon gewöhnt, dass ich beim Spielen nicht so denkfähig bin. *g* Der hat übrigens seinen Vormittag mit dem Schauen einer „Downton Abbey“-Folge verbracht, um sich auf unsere heutige „Obsession“-Runde einzustimmen, was dazu geführt hat, dass er gefühlt alle drei Minuten den Player angehalten hat, um mir zu erzählen, was Violet (Maggie Smith <3) gerade wieder gesagt hat. Was irgendwie nett war, aber auch dazu führte, dass mein Auflesen der nächtlichen Timeline sich ziemlich lang hinzog. 😉 Außerdem gab es einen Tee für mich, während ich darüber nachdachte, auf welches meiner angefangenen Bücher ich nun Lust habe. Sowohl „Schäbige Helden“ von Doris Egan, als auch „The Painted Dragon“ von Katherine Woodfine habe ich gerade erst angefangen und bin noch nicht so weit in den Geschichten drin, dass sie mich richtig gepackt haben. Wobei ich das bei „Schäbige Helden“ auch gar nicht so richtig erwarte, das ist für mich eher ein „gemütlicher Roman“ (genau wie der erste Band „Das Elfenbeintor“). Ich glaube, ich mache mir jetzt erst einmal Frühstück und greife dabei zu meinem aktuellen eBook „The Clockwork Boys“ von T. Kingfisher (Ursula Vernon), damit amüsiere ich mich gerade sehr und eBooks lassen sich beim Essen nun mal leichter lesen …

 

Update 13:00 Uhr

Links ein angeschalteter eReader mit einer Seite des Romans "Clockwork Boys", rechts eine grüne Schale mit Porridge und drei Klecksen Brombeer-Gelee darauf.

Also manche Tage … Nach dem letzten Update und ein paar geschriebenen Kommentaren bin ich in die Küche gewandert, um mein Frühstück zu machen. Als ich dann endlich mit eReader und Porridge auf dem Sofa gelandet war, musste ich feststellen, dass ich bei meiner gestrigen Frühstückspause nur ein einziges Mal hätte weiterblättern müssen, um zu sehen, dass ich am Ende des Buchs angelangt war! Argh! Ich muss aber auch zugeben, dass ich von der Autorin keine Cliffhanger gewohnt bin und einen etwas runderen Abschluss beim ersten Band der „Clocktaur War“-Bücher erwartet hätte. Also ging meine heutige Frühstückspause dafür drauf mir das Nachwort durchzulesen, den zweiten Band zu kaufen, auf den eReader zu laden und dann das erste Kapitel davon zu lesen … Das ist jetzt nicht so befriedigend gewesen wie gehofft. *g* Da es jetzt aber Zeit für unsere Brettspielrunde wird, gibt es erst einmal keine weiteren Kapitel für mich, stattdessen werde ich mich mit dem Ausbau eines Herrenhauses und dem Einladen von Gästen beschäftigen. 😉

 

Update 17:00 Uhr

Vier Fotos: Oben links zeigt die Basis-Ausbaukarten von Obsession und die vier Mitglieder der Familie Ponsonby, oben rechts: ein Überblick über unser Spielfeld mitten während des Spiels: In der Mitte das Brett mit den zu kaufenden Ausbaukarten, dem Geld, das die Bank hält und die Karten, die man für die Gäste ziehen kann. Unten links ein Zug von mir, bei dem ich fünf Gäste einladen konnte und unten rechts drei Karten für Prestigegäste.

Unsere heutige „Obsession“-Runde war ziemlich lustig und ich hatte die ganze Zeit das Gefühl, dass ich mich wirklich gut schlagen würde. Ich habe recht viele gute Gäste bekommen, mich bei den Ausbauten gut geschlagen und auch wenn ich (vom Underbutler abgesehen) nur Basis-Personal, so hatte ich das Gefühl, ich würde meine Züge richtig gut nutzen. Sehr schön war es, als ich gleich sieben Gäste auf einmal ausspielen konnte, ohne dafür allzu viel Personal aufwenden zu müssen, noch besser war es, als ich die amerikanische Schauspielerin um ihr Geld erleichtern und sie dann rauswerfen konnte, bevor sie meinen Ruf noch weiter schädigte. 😉 Und ich habe sogar zweimal die Gunst der reichen Erbin Elizabeth Fairchild gewonnen, was einem nicht nur einen guten Gast, sondern auch Siegpunkte für die Endabrechnung bringt! Dummerweise hatte mein Mann aber die besseren Prestige-Gäste und somit habe ich unser heutigen Spiel mit einem Stand von 195:207 Punkten verloren. Aber es hat Spaß gemacht! 😀

Und da ich schon gesehen habe, dass Kiya dazu eine Frage gestellt hatte: Sowohl „Obsession“, als auch die dazugehörigen Erweiterungen (für den Anfang kann man „Upstairs, Downstairs“ auslassen, aber insgesamt machen mir die veränderten Spielbedingungen durch diese Erweiterung viel Spaß) sind demnächst (ab Ende Oktober – wobei sie jetzt schon vorbestellbar sind) bei Fantasywelt.de erhältlich. Ich weiß nicht, ob es noch andere Quellen dafür gibt, aber der Händler hat die auf jeden Fall im Angebot.

Ich gönne mir jetzt erst einmal Sofazeit und schaue, wie es euch den Nachmittag über ergangen ist. 🙂

 

Update 19:00 Uhr

Links die Taschenbuchausgabe von "The Painted Dragon" von Katherine Woodfine, darauf ein verpackter Umai-bo, rechts oben eine große Tasse mit Milchkaffee, darunter ein kleiner Teller mit zwei Haferflocken-Keksen.

Seit dem letzten Update gab es für mich einen Umai-Bo (Geschmacksrichtung Yasai-Salad) – seitdem wir uns vor zwei Wochen eine Lieferung mit diversen japanischen Leckereien gegönnt haben, probieren wir uns langsam durch die verschiedenen Dinge durch. Während ich Durian-Mochi wirklich nicht empfehlen kann (*schüttelt sich bei der Erinnerung daran kräftig*), mochte ich diesen Umai-Bo wirklich gern. Die Konsistenz ist erstaunlich luftig und erinnert ein bisschen an sehr substanzlose Erdnuss-Flips oder ähnliches und der Geschmack ist überraschend intensiv und würzig – sehr lecker! 🙂 Außerdem hatte ich Lust auf ein warmes Getränk und etwas Süßes, also gab es zum Blog- und Kommentar-Lesen und -Beantworten noch einen Milchkaffee und Haferflocken-Schoko-Kekse. Für sehr viele Seiten in „The Painted Dragon“ hat es nicht gereicht – ich muss mir dafür heute nach dem Essen mal etwas Zeit freihalten, sonst komme ich in die Geschichte nicht rein, bevor die Woche wieder mit ziemlich viel Stress losgeht.

Animal-Crossing-Screenshot, der meinen Charakter in einem Ringelpulli und einer schwarzen Jeans zeigt, während er auf einem rot-orangem Laubhaufen sitzt. Daneben sind zwei brennende Kürbis-Laternen zu sehen und im Hintergrund zeigt der Himmel schon die ersten Dämmerungsfarben.

Dann gab es erst einmal meine tägliche (und heute sehr kurze) Runde „Animal Crossing“ – wie deutlich zu sehen ist, bin ich auf meiner Insel schon in Herbst- und Halloween-Stimmung. *g* Aber hey, um so eine ganze Insel angemessen zu schmücken, muss ich eben früh damit anfangen. 😉 Da es jetzt aber so langsam Zeit zum Kochen wird, verlasse ich meine Insel (und meine vernachlässigten Bücher und mein kuscheliges Sofa) und wandere in die Küche. Bis später! 🙂

 

Update 22:30 Uhr (letztes Update)

So, noch ein letztes Update, bevor ich ins Bett gehe. Zum Essen gab es heute Abend eine Suppe mit Paprika und roten Linsen (die solltet ihr inzwischen oft genug auf meinem Blog gesehen haben – die mache ich gern an Tagen, an denen ich nicht so viel Zeit fürs Kochen aufwenden will 😉 ) und dazu gab es die erste Folge von „Metal Shop Master“. Das ist eine Sendung, in der sieben Metalkünstler gegeneinander antreten. Wir dachten, dass es spannend sein könnte mal Leuten in diesem Gebiet bei der Arbeit zuzuschauen, außerdem zeigte der Trailer einige wirklich beeindruckende Kunstwerke, aber so ganz hat uns die erste Episode nicht überzeugen können. Die Regeln scheinen im Vorhinein nicht besonders gut formuliert worden zu sein, so dass zwei Künstlerinnen die in den vierzehn Tagen vorher vorbereiteten Elemente nicht verwenden bzw. erst verwenden durften, nachdem sie sie auseinandergenommen und erneut zusammengeschweißt hatten. Während ein anderer Künstler unserem Verständnis nach ebenfalls seine Teile weglegen oder auseinandernehmen müssen, dies aber bei ihm nicht von der Jury gefordert wurde. Außerdem finde ich es schwierig, dass die erste Person, die aus dem Wettbewerb ausschied, prompt die einzige Künstlerin (und einzige Schwarze Frau) war, die ein Werk mit „politischer Aussage“ gemacht hatte. Mal schauen, ob wir der Sendung eine weitere Chance geben – ich fände es schon spannend mehr über Metalkunst zu erfahren, aber so viel hat man in dieser Folge nicht davon mitbekommen …

Danach habe ich mir Musik auf die Ohren gepackt, um nicht wieder von der Geräuschkulisse meines Mannes abgelenkt zu werden, und habe wunderbare 1 1/2 Stunden gemütlich in „The Painted Dragon“ gelesen. Ich mag den Charakter, dessen Perspektive dieses Mal zusätzlich zur Stammbesetzung erzählt wird. Leo ist eine Malerin und nachdem sie sich mühsam die Erlaubnis ihrer Eltern zu einer Ausbildung in London erkämpft hat, muss sie nun mit dem Leben in der Stadt fertig werden. Ich finde sie wirklich sympathisch und bange ein bisschen um ihr Wohlergehen, während ich gleichzeitig gespannt darauf bin wie es weitergeht. Ich denke, ich bin jetzt endlich genug in der Geschichte drin, dass ich darin selbst dann in der Woche weiterlesen kann, wenn ich mir nur kurze Lesepause gönnen kann. 🙂 Bevor ich gleich ins Bett falle, drehe ich noch eine abschließende Kommentarrunde und schaue, was ihr heute Abend noch so gemacht habe.

Es war auf jeden Fall wieder nett heute gemeinsam mit euch den Tag zu verbringen! Ich wünsche euch einen guten Start in die kommende Woche – und vielleicht lesen wir uns ja am ersten Oktoberwochenende wieder. 🙂

***

Heutige Mitleserinnen:

Kiya
Anette
Natira
JED

Livia Day: Dyed and Buried (Fashionably Late 1)

„Dyed and Buried“ von Livia Day (Tansy Rayner Roberts) ist der Auftaktband einer Cozy-Reihe, die in der tasmanischen Hauptstadt Hobart spielt. Ich muss gestehen, dass ich an der ersten Reihe von Cozy-Romanen der Autorin nach den ersten zwei Bänden etwas das Interesse verloren hatte. Aber da ich grundsätzlich gute Erfahrungen mit Tansy Rayner Roberts gemacht habe, die Inhaltsangabe verlockend fand und große Lust auf entspannte Lektüre hatte, hatte ich „Dyed and Buried“ nicht nur schon länger vorbestellt, sondern auch direkt nach Veröffentlichung gelesen. Wobei der Roman mit gerade mal 158 Seiten auch nicht besonders viel Lesezeit beansprucht hat … Das Buch dreht sich um Samantha „Sam“ Sullivan, die vor Kurzem einen neuen Job bei der Boutique „Fashionably Late“ angefangen hat und zu Beginn der Geschichte von ihrer ehemaligen Schulkameradin Jeena fünfzehn Hochzeitskleider kauft, damit diese für das Geschäft upgecycled werden können.

Dummerweise stellt sich wenig später heraus, dass Jeena die Kleider gar nicht hätte verkaufen dürfen – und so müssen Sam und ihre Chefin nicht nur gegenüber einem der berühmtesten Fashion-Magazine erklären, wieso ein Teil der neuen Hochzeitskleid-Kollektion des berühmten Designers Chameleon grün gefärbt wurde, sondern auch herausfinden, wohin Hochzeitskleid Nr. 16 verschwunden ist. Wobei ich betonen muss, dass es überraschend wenig Drama für Sam rund um diesen Vorfall mit den Hochzeitskleidern gibt. Ihre Chefin hatte einen Vertrag mit Jeena, Sam selbst hat nur auf Anweisung gehandelt, und so gibt es keine ernsthaften Drohungen gegenüber „Fashionably Late“. Auf der anderen Seite ist Sam die ganze Angelegenheit sehr unangenehm und natürlich würde sie gern wissen, wieso Jeenas verstorbener Ehemann Ethan diese fünfzehn Hochzeitskleider in seinem Besitz hatte, wer der mysteriöse Designer Chameleon ist und nicht zuletzt wohin das fehlende Hochzeitskleid verschwunden ist.

Dabei mag ich es, dass Sam zwar neugierig ist und die ganze Zeit über Informationen sammelt, aber nicht die treibende Kraft hinter diesen privaten Ermittlungen ist. Ihr wäre es sogar lieber, sie könnte sich aus der ganzen Angelegenheit raushalten, denn sie hat keine Lust, Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, nachdem der Skandal über ihren (in mehrfacher Hinsicht) betrügerischen Ex-Mann gerade erst abgeklungen war. Aber da sie sich nicht ganz raushalten kann, nutzt sie alle sich ergebenden Gelegenheiten, um mehr über den verstorbenen Ethan und all die anderen Beteiligten herauszufinden. Dabei muss ich der Autorin zu Gute halten, dass einige Elemente der Geschichte zwar vorhersehbar waren, aber am Ende genügend weitere Wendungen und Enthüllungen zum Vorschein kamen, dass ich die ganze Zeit über an der weiteren Entwicklung der Handlung interessiert blieb. Auch mochte ich den Großteil der Charaktere wirklich sehr, angefangen bei Sam, die wirklich viel Freude an ihrem neuen Job hat, bis zu den Personen, mit denen sie arbeitet, ihrer Schwester und sogar dem ermittelnden Polizisten.

Was mich auf einen Punkt bringt, auf den ich in Cozys ja oft etwas kritisch reagiere, nämlich das Verhältnis zwischen Protagonistin und Polizei. Auch hier ist es so, dass Sam relativ wenig Vertrauen in die Polizei hat, da sie wegen ihres Ex-Mannes gerade erst ein Gerichtsverfahren hinter sich bringen musste, in dem sie angeklagt wurde, an seinen Machenschaften beteiligt gewesen zu sein. Aber statt dass sie die Polizei an sich als Feind betrachtet, nimmt sie zähneknirschend hin, dass sie schon wieder mit Polizisten zu tun hat, und arbeitet so gut sie kann mit ihnen zusammen. Es gibt kein Vorenthalten von Informationen, keine „das kann ich besser als die Profis“-Gedanken, sondern ein vorsichtiges Miteinander, das ich wirklich nett zu lesen fand. Oh, und es gab weder ein Flirten mit dem Polizisten noch seltsam feindseliges Verhalten von Sams Seite oder vonseiten der Ermittler, was ebenfalls sehr erholsam war.

Ich muss gestehen, dass ich Livia Days/Tansy Rayner Roberts‘ fantastische Romane amüsanter finde als ihre Cozys, aber „Dyed and Buried“ hat mir ein paar wirklich entspannte und unterhaltsame Stunden verschafft. Es gab so viele sympathische und sich realistisch anfühlende Charaktere, sehr viele Beschreibungen rund um das Leben in Hobart (und Tasmanien dient ja nun nicht gerade häufig als Kulisse für Romane) und so viele Details rund um Stoffe und Kleidung. Nicht so viele, dass sich jemand, der sich nicht für Mode, Stoffverarbeitung oder Färben interessiert, meiner Meinung nach langweilen würde, aber definitiv genug, um jemanden zu befriedigen, der sehr viel Spaß an solchen Dingen hat. Für 2022 ist schon eine Fortsetzung mit dem Titel „Drop Dead in Red“ angekündigt, und ich bin schon neugierig darauf, wie Sam dann in einen Mordfall rund um eine vor vierzehn Jahren verschollene Filmemacherin und ein rotes Abendkleid verwickelt wird.

Ankündigung: Herbstlesen im Oktober 2021

Da ich mich in diesem Jahr wirklich besonders auf das Herbstlesen freue, wollte ich rechtzeitig genug einen Ankündigungsbeitrag veröffentlichen, damit ihr euch auch darauf einrichten könnt, wenn ihr wollt. 😉

Logo mit dem Text "Herbstlesen im Oktober 2021"

Wie immer geht es beim Herbstlesen weniger darum, möglichst viele Stunden mit Lesen zu verbringen, als sich bewusst für die Dinge, die einem Freude bereiten, gemütliche Auszeiten zu gönnen und diese dann über den Blog mit anderen zu teilen. Da ich normalerweise recht lange Beiträge pro Tag zusammenbekomme, gibt es von mir wieder einen Beitrag pro Herbstlesen-Tag (also je einen Post an jedem Samstag und an jedem Sonntag im Oktober). Wer sich mir anschließt, muss natürlich nicht so viel bloggen, wie ich es tue – es reicht auch ein Sammelbeitrag pro Wochenende oder Ähnliches. Wichtig ist mir nur, dass ihr an den Tagen, an denen ihr euch mir anschließt, einen Kommentar mit Link unter meinem aktuellen Beitrag hinterlasst, damit ich euch verlinken kann. Der Austausch mit den anderen „Herbstlesern“ ist schließlich immer einer der nettesten Aspekte dieser Aktion, und wenn es einen zentralen Ort gibt, an dem alle Links gesammelt werden, geht das am besten.

Eine Tischplatte, auf der vier Brettspiele (Seize the Bean, Steampunk Rally, Gloomhaven-Jaws of the Lion, Obsession), eine angefangene Häkeldecke inklusive Wollknäuel und Häkelnadel, eine Switch, eine "The Whisperer in Darkness"-BluRay und einige Bücher (Bertram's Hotel, The Cemetery Boys, The Coldest Girl in Town, Herbst im Mumintal, Conspiracy of Ravens, A Tangle of Spells) liegen.

Für meinen Herbstlesen-Oktober habe ich mir neben einem ganzen Stapel mit Büchern auch wieder einige Brettspielrunden mit meinem Mann vorgenommen. Außerdem habe ich eine gut gefüllte Kiste mit angefangenen Handarbeitsprojekten und einige ungehörte Hörbücher, die mir dabei Gesellschaft leisten können. Dazu kommen noch ein paar Spiele für die Switch, die mir gerade schön entspannte Stunden bieten. Ich werde die Oktober-Wochenende also hoffentlich rundum mit schönen und erholsamen Tätigkeiten gefüllt bekommen.

In diesem Jahr geht es mit dem Herbstlesen 2021 am 2. Oktober (Samstag) los und der letzte Herbstlesen-Tag wird der 31. Oktober (Sonntag) sein – was bedeutet, dass wir fünf Wochenenden miteinander verbringen können. Ich würde mich freuen, wenn ihr euch mir wieder (oder neu) anschließen mögt, und bin schon neugierig darauf, womit ihr euch die Wochenenden im Oktober „schön und erholsam“ gestaltet.

Amy Wilson: Lightning Falls

„Lightning Falls“ ist die neuste Veröffentlichung von Amy Wilson und die perfekte Lektüre, um ein paar heimelig-herbstliche Stunden mit einem Buch zu verbringen. Die Protagonistin Valerie wurde vor zehn Jahren von Lord Rory auf dem Friedhof seines Anwesens „Lightning Falls“ gefunden. „Lighning Falls“ ist ein Geisterhaus, und bei den Bewohnern handelt es sich zum Großteil um die verstorbenen Familienmitgliedern und Bediensteten des Hauses. So ist es kein Wunder, dass Lord Rory vor allem damit Geld verdient, dass er sein Haus an Gäste vermietet, die sich gern einmal gepflegt gruseln möchten. Doch Valerie ist anders als die anderen Bewohner des Hauses, denn sie ist ein „Hallowed Ghost“, ein Geist, der altert und Nahrung benötigt und trotzdem durch Wände gehen und sich unsichtbar machen kann. Valerie liebt das Leben in „Lightning Falls“ sehr, und nur manchmal fragt sie sich, wie es überhaupt dazu kam, dass sie als Kleinkind auf dem Friedhof gefunden wurde.

Erst als ein geheimnisvoller Junge auftaucht und behauptet, dass Valerie – genau wie er selbst – aus einer anderen, einer magischen Welt stammt, fängt das Mädchen an, all die Informationen, die es bislang über sein Leben hatte, zu hinterfragen. Nach und nach deckt Valerie diverse kleinere und größere Geheimnisse rund um „Lightning Falls“ und seine Bewohner auf, und am Ende benötigt sie die Hilfe ihrer gesamten Familie, um ihrer aller Existenz zu retten. Diese kleine Zusammenfassung klingt jetzt dramatischer, als die Geschichte rund um Valerie wirklich ist, denn obwohl wirklich das Fortbestehen einer Welt auf dem Spiel steht, liest sich „Lightning Falls“ recht entspannt. Im Mittelpunkt der Geschichte steht weniger die Gefahr, in der alle schweben, als das Verhältnis zwischen Valerie und ihrer ungewöhnlichen „Pflegefamilie“. Dabei hat Amy Wilson mit dem Geisterhaus, in dem die Protagonistin aufwächst, eine großartige Kulisse für ihre Geschichte geschaffen.

Ich habe es sehr genossen, von all den verschiedenen Geistern, ihren Aufgaben im Haus und ihrem Verhältnis zu Valerie zu lesen. Besonders eng fühlt sich Valerie mit Meg verbunden, die so etwas wie eine Schwester für sie ist. Ich mochte es sehr, dass die Autorin dabei aufzeigt, wie sich das Verhältnis zwischen Valerie und Meg im Laufe der Zeit verändert hat. Denn während Meg als „normaler“ Geist nicht weiter altert, ist Valerie inzwischen zu einem Teenager geworden, was die beiden Mädchen ungefähr gleich alt erscheinen lässt, obwohl Meg jahrelang dabei geholfen hat, Valerie aufzuziehen. Die gegenseitige Unterstützung, die sich Meg und Valerie zukommen lassen, ist einfach wunderschön zu verfolgen. Ebenso hat es mir gefallen, wie Amy Wilson dafür sorgt, dass sich das dunkle und unheimliche Geisterhaus beim Lesen so sehr nach „Zuhause“ anfühlt. Für mich ist „Lighning Falls“ ein Ort, den ich mir als perfekte Unterkunft für ein gemütliches Halloween-Wochenende vorstellen könnte. 😉

Die fantastische Welt Orbis hingegen ist deutlich strahlender, ein magischer Ort voller Farben und wundervoller Dinge – was aber auch dazu führt, dass diese Welt so viel zerbrechlicher wirkt als die, in der Valerie aufgewachsen ist. Ich mochte den Gegensatz zwischen diesen beiden Welten, aber ich muss zugeben, dass sich „Lightning Falls“ für mich – trotz aller Gefahren – deutlich heimeliger anfühlte, weshalb ich die Szenen, die dort spielten, auch etwas mehr genossen habe. So ist es auch das Geisterhaus, das beim Lesen meine Fantasie anregte und dafür sorgte, dass ich mich fast ein bisschen ärgerte, weil sich der Roman so zügig lesen ließ und die Handlung deshalb viel zu schnell vorbei war. Ich wollte „Lighning Falls“ und seine Bewohner einfach nicht verlassen, und ich hätte gern noch viel mehr über Valerie und ihre Zukunft zwischen zwei so unterschiedlichen Welten gelesen. Wenn ihr also auf der Suche nach einem flüssig zu lesenden Wohlfühlbuch voller Geister und anderer fantastischer Elemente seid, bei dem die Geschichte in einem großartigen düsteren Haus spielt und das eine ungewöhnliche Adoptivfamilie zum Thema hat, dann kann ich euch „Lightning Falls“ nur ans Herz legen.

Amy Sparkes: The House at the Edge of Magic

„The House at the Edge of Magic“ gehört zu den vielen Kinderbüchern, die mir so oft bei Twitter untergekommen sind, dass ich doch irgendwann schwach geworden bin. Wobei es kein Wunder ist, dass mich die Geschichte von Amy Sparkes angesprochen hat, denn ich habe ja bekanntermaßen eine Schwäche für magische Häuser und für „Found Family“-Geschichten. Die Handlung dreht sich um Nine, die als Dreijährige von „Pocket“, dem Anführer einer Bande von Taschendieben, gefunden wurde. Glücklich ist sie mit dem Leben als Taschendiebin nicht, aber bevor sie Pocket verlassen kann, muss sie erst genügend stehlen, um auch ohne die Sicherheit der Bande eine Zukunft haben zu können. Eines Tages stiehlt sie ein kleines Ornament – in Form eines Hauses – aus der Tasche einer reichen Lady. Zu Nines Überraschung verwandelt sich dieses Schmuckstück in ein richtiges (und sehr wunderlich aussehendes) Gebäude, als sie den Türklopfer betätigt, und sie erfährt, dass es nun ihre Aufgabe sei, den Fluch einer Hexe zu brechen.

Diese Hexe hat nicht nur das Haus (at the Edge of Magic) verflucht, sondern sorgt auch dafür, dass die Bewohner dieses fantastischen Gebäudes schon seit drei Jahren keinen Schritt vor die Tür gehen konnten. Aber nicht nur diese Nebeneffekte des Fluches quälen den Magier Flabberghast, seinen Haushälter-Troll Eric und ihren Gast Dr. Spoon, es gibt noch so einige andere Nachteile, wie Nine im Laufe der Zeit entdecken muss. Um dafür zu sorgen, dass Nine auch wirklich den Fluch bricht, verspricht Flabberghast ihr ein Juwel, das so kostbar ist, dass es ihr eine sorgenfreie Zukunft verschaffen kann. Was ich an Nine wirklich mochte, ist, dass sie sich von all der Magie nicht einschüchtern und beeindrucken lassen will. Manche Dinge machen ihr Angst und manche Elemente des Fluchs sind einfach nur sehr absurd, aber Nine ist grundsätzlich bereit, es mit allem aufzunehmen, wenn ihr dies eine Verbesserung ihrer Lebensumstände bringt. Dabei muss sie auch damit fertig werden, dass Flabberghast ihr – aus ganz persönlichen Gründen – nicht immer alle notwendigen Informationen zur Verfügung stellt, um die verschiedenen Schritte des fluchbrechenden Zaubers auszuführen.

Ich muss gestehen, dass ich das Buch lange Zeit nur „sehr nett“ fand, wobei „sehr nett“ ja definitiv nichts Schlimmes ist, wenn es um unterhaltsame Kinderbücher geht. Ich habe mich wunderbar über Flabberghast, Eric und all die skurrilen und fantastischen Elemente rund um das magische Haus amüsiert. Ich habe die kleinen Szenen mit Nine und dem Bibliothekar, der fast so etwas wie ein Freund für sie ist, sehr genossen, und ich habe mich keinen Moment lang gelangweilt beim Lesen. Aber so richtig gepackt hat mich die Geschichte lange Zeit nicht, weil „The House at the Edge of Magic“ sich zu wenig von anderen netten, fantastischen Kinderbüchern unterschied, die ich gelesen habe. Dann aber kamen die letzten Kapitel, in denen Nine mehr über die Hexe erfährt, die das Haus und seine Bewohner verflucht hat. Diese Hintergründe sorgten nicht nur dafür, dass ich einige der vorhergehenden Ereignisse aus einer anderen Perspektive sah, sondern auch dafür, dass ich das Ende deutlich berührender fand, als ich erwartet hätte.

Was bedeutet, dass ich mir vermutlich auch die (am Ende des Romans angekündigte) Fortsetzung besorgen werde, wenn ich mitbekomme, wenn diese veröffentlich wird. Ich hoffe, dass Amy Sparkes mich dann ebenso mit ihrer Geschichte berühren kann wie mit dem Ende dieses Romans. Ansonsten muss ich gestehen, dass mich ihre bislang erschienenen Titel wenig reizen, da sie eindeutig für ein noch jüngeres Publikum geschrieben wurden als „The House at the Edge of Magic“. Ansonsten kann ich noch mitteilen, dass es im Oktober eine deutsche Veröffentlichung des Buchs mit dem Titel „Das Haus am Rande der Magie“ geben wird. Falls also jemand, der nicht so gern auf Englisch liest, neugierig auf Nines Abenteuer rund um dieses fantastische Haus geworden ist, gibt es in wenigen Wochen die Chance, trotzdem die Geschichte zu lesen.

L. D. Lapinski: The Strangeworlds Travel Agency

„The Strangeworlds Travel Agency“ von L. D. Lapinski gehört zu den Büchern, um die ich eine ganze Weile herumgeschlichen bin, weil ich mir nicht sicher war, ob es was für mich sein würde. Grundsätzlich mag ich ja fantastische Middle-Grade-Geschichten, aber die Sache mit den vielen verschiedenen Welten und dem Reisen durch Koffer hatte mich etwas abgeschreckt. Als dann aber Anfang des Jahres so viel Werbung rund um den zweiten Titel („The Edge of the Ocean“) gemacht wurde, bin ich doch schwach geworden und kann inzwischen sagen, dass meine Vorurteile sich nicht bestätigt haben- was wohl daran liegt, wie die Autorin die magischen Elemente ihrer Geschichte vorstellt. Nach einem kleinen Einblick in Jonathan Mercators Alltag als Custodian der fantastischen Strangeworlds Society lernt man durch die Augen der zwölfjährigen Flick (Felicity Hudson) die Strangeworlds Travel Agency kennen und erfährt ein bisschen mehr über die Hintergründe des Multiversums und der Spalten (Schism), die – in Koffern eingeschlossen – das Reisen in andere Welten ermöglichen.

Ich mochte Flicks Perspektive sehr gern und fand es schön mitzuerleben, wie sie durch die Bekanntschaft mit Jonathan einen Weg findet, um ihrem doch recht verantwortungsvollen Alltag zu entfliehen. Flicks Leben ist definitiv nicht schlecht, sie liebt ihre Familie und sie versteht, dass ihre Eltern ihr so viele Pflichten aufbürden, weil sie keine andere Wahl haben. Aber natürlich wäre es ihr deutlich lieber, wenn sie sich nicht täglich um die Wäsche, das Essenkochen und andere Sachen kümmern müsste und stattdessen einfach freie Zeit für sich hätte. Flick träumt schon seit Langem davon, Fernreisen zu unternehmen, und Jonathan lässt diesen Traum für sie wahr werden – dafür muss sie nur ein paar Stunden Zeit freischaufeln, in denen sie dann ein ganz besonderes Abenteuer erleben kann. Doch natürlich ist nicht alles rund um die Strangeworlds Society eitel Sonnenschein. Von Anfang an wird deutlich, dass Jonathan mit seiner ererbten Aufgabe ziemlich überfordert ist und dass das Verschwinden seines Vaters mit seltsamen Vorfällen im Multiversum zusammenhängt. Auch gibt es immer wieder Momente, in denen seine Erklärungen und Erzählungen Lücken aufzuweisen scheinen, von denen einem beim Lesen natürlich bewusst ist, dass diese Auslassungen noch gravierende Folgen für ihn und Flick haben werden.

So schwingt selbst bei den heiteren, magischen Momenten immer eine Spur von Bedrohlichkeit mit, die ich persönlich sehr genossen habe. Mir gefiel diese Mischung aus amüsanten Szenen und Andeutungen von drohender Gefahr, ebenso wie der Kontrast aus Flicks sehr pragmatischem Alltag und all den wundervollen und fantastischen Dingen, die sie beim Reisen erleben darf. Dazu kommt noch, dass L. D. Lapinski mit Flick und Jonathan glaubwürdige Figuren geschaffen hat, die grundsätzlich liebenswert, aber definitiv nicht ohne Fehler und Macken sind. Die wachsende Freundschaft zwischen den beiden ist wirklich schön zu verfolgen, ebenso wie das Kennenlernen all der Bekanntschaften, die Flick (und Jonathan) im Laufe der Zeit in den anderen Welten machen. Ich muss gestehen, dass ich sehr hoffe, dass einige dieser Nebenfiguren in den weiteren Bänden noch eine Rolle spielen werden, denn ich habe viele dieser Charaktere ins Herz geschlossen. Insgesamt habe ich mich von „The Strangeworlds Travel Agency“ wirklich gut unterhalten gefühlt, weshalb ich mich schon sehr auf die kommenden beiden Teile der Trilogie freue und gespannt bin, welche Entdeckungen es noch rund um diese ungewöhnliche Society geben wird.

Oh, und auf Deutsch gibt es den ersten und zweiten Band auch schon mit den Titeln „Strangeworlds – Öffne den Koffer und spring hinein!“ und „Strangeworlds – Reise ans Ende der Welt“. Ich verkneife mir an dieser Stelle erneut eine Anmerkung zu den deutschen Titeln … *seufz*

September-SuB 2021

Dieser Sommer war irgendwie seltsam – das Wetter war überraschend angenehm und gar nicht so heiß und trotzdem fand ich die vergangenen Monate ziemlich anstrengend. Weshalb ich froh bin, dass in den letzten Tagen schon ein Hauch von Herbst in der Luft lag. Ich habe in der vergangenen Woche nach Monaten zum ersten Mal wieder Socken angezogen und am Sonntag sogar meine Hausjacke rausgekramt, weil es ohne auf dem Sofa etwas zu kühl wurde. Ich freu mich sehr auf den Herbst und bei dem Gedanken daran, dass ich mich in den nächsten Woche vermutlich wieder unter meine Sofadecke kuscheln kann, ohne dass mir zu warm wird, hebt sich meine Laune sehr.

Ich hoffe, dass der September so einige Lesezeit für mich bereit hält, auch wenn der August in der Hinsicht gar nicht so schlecht war. Ich habe an den vergangenen Tagen sogar wieder häufiger zum gedruckten Buch gegriffen und auch wenn ich damit meine „Devon Monk“-eBook-Phase in der August-Mitte nicht ausgleichen konnte. 😉 Um mal die genauen Zahlen zu nennen: Insgesamt habe ich im August 2 Neuzugänge, 2 älterer Titel vom SuB, 1 Kurzgeschichte und 9 eBooks gelesen und 1 Hörspiel und 3 Hörbücher gehört. Noch 800 Seiten mehr und ich hätte meine Wohlfühlseitenzahl erreicht und das ist deutlich mehr, als ich zum Monatsanfang erwartet hätte. Mal schauen, was die kommenden Wochen so bringen und ob wir jetzt wirklich in den (von mir ersehnten) Herbst starten.

 

Belletristik-SuB:

  1. Julie Abe: Eva Evergreen – Semi-Magical Witch
  2. Tomi Adeyemi: Children of Blood and Bone
  3. Becky Albertalli: Leah on the Offbeat
  4. Hanna Alkaf: The Weight of our Sky
  5. Kelley Armstrong: The Gryphon’s Lair (A Royal Guide to Monster Slaying 2)
  6. Sophie Anderson: The Castle of Tangled Magic
  7. Kelly Barnhill: Iron Hearted Violet
  8. T. J. Berry: Space Unicorn Blues
  9. Holly Black: The Coldest Girl in Coldtown
  10. Lawrence Block (Hrsg.): In Sunlight or in Shadow – Stories Inspired by the Paintings of Edward Hopper
  11. Gwenda Bond/Christopher Rowe: The Supernatural Sleuthing Service 1 – The Lost Legacy
  12. Lila Bowen: Conspiracy of Ravens (The Shadow 2)
  13. Rhys Bowen: Naughty in Niece (Royal Spyness 5)
  14. Rhys Bowen: The Twelve Clues of Christmas (Royal Spyness 6)
  15. Alan Bradley: Flavia de Luce 5 – Schlussakkord für einen Mord
  16. Alan Bradley: Flavia de Luce 6 – Tote Vögel singen nicht
  17. Marie Brennan: The Voyage of the Basilisk – A Memoir by Lady Trent
  18. Marie Brennan: In the Labyrinth of Drakes – A Memoir by Lady Trent
  19. Marie Brennan: Within the Sanctuary of Wings – A Memoir by Lady Trent
  20. Sarah Rees Brennan: Tell the Wind and Fire
  21. Sarah Rees Brennan: In Other Lands
  22. Rachel Caine: Paper and Fire (The Great Library 2)
  23. Julie Campbell: The Mysterious Visitor (Trixie Belden 4)
  24. Beth Cato: Breath of Earth (Blood of Earth #1)
  25. Soman Chainani: Quests for Glory (The School for Good and Evil 4)
  26. David Chandler: A Thief in the Night (Ancient Blades 2)
  27. David Chandler: Honor Among Thieves (Ancient Blades 3)
  28. Orlagh Collins: All the Invisible Things
  29. April Daniels: Dreadnought (Nemesis 1)
  30. Benjamin Dean: Me, My Dad and the End of the Rainbow
  31. Sarah Beth Durst: Race the Sands
  32. Louise Erdrich: The Birchbark House
  33. Catherine Fisher: The Velvet Fox (The Clockwork Crow 2)
  34. Anita Frank: The Lost Ones – Some Houses are Never at Peace
  35. Laura Ann Gilman: Silver on the Road
  36. Mira Grant: Parasite (Parasitology 1)
  37. Mira Grant: Symbiont (Parasitology 2)
  38. Mira Grant: Chimera (Parasitology 3)
  39. Alex Grecian: The Black Country (Scotland Yard’s Murder Squat 2)
  40. Kate Griffin: The Midnight Mayor (Matthew Swift #2)
  41. Kate Griffin: The Neon Court (Matthew Swift #3)
  42. Kate Griffin: The Minority Council (Matthew Swift #4)
  43. Kate Griffin: Stray Souls (Magicals Anonymous #1)
  44. Kate Griffin: The Glass God (Magicals Anonymous #2)
  45. Christian Handel (Hrsg.): Hinter Dornenhecken und Zauberspiegeln (Anthologie)
  46. Michelle Harrison: A Tangle of Spells
  47. Rachel Hartman: Seraphina
  48. Jim C. Hines: Die Buchmagier – Angriff der Verschlinger
  49. Jim C. Hines: Terminal Alliance
  50. Mark Hodder: Auf der Suche nach dem Auge von Naga
  51. Tanya Huff: Wizard of the Grove
  52. D. B. Jackson: Thieves‘ Quarry (Thieftaker #2)
  53. D. B. Jackson: A Plunder of Souls (Thieftaker #3)
  54. Diana Wynne Jones: Crown of Dalemark (The Dalemark Quartet 4)
  55. Diana Wynne Jones: Dogsbody
  56. Diana Wynne Jones: Power of Three
  57. Diana Wynne Jones: Fire and Hemlock
  58. Michelle Ruiz Keil: All of Us with Wings
  59. Celine Kiernan: Geisterpfade
  60. Celine Kiernan: Königspfade
  61. Celine Kiernan: The Little Grey Girl (The Wild Magic Trilogy 2)
  62. Mary Robinette Kowall: The Calculating Stars
  63. Sarah Kuhn: Heroine’s Journey (Heroine Complex 3)
  64. R. F. Kuang: The Poppy War
  65. Yoon Ha Lee: Dragon Pearl
  66. Y.S. Lee: The Body at the Tower (The Agency 2)
  67. Darcie Little Badger: Elatsoe
  68. Cixin Liu: The Three-Body Problem
  69. Kari Maaren: Weave a Circle Round
  70. Seanan McGuire: Middlegame
  71. Seanan McGuire: Angel of the Overpass (Ghost Roads 3)
  72. Seanan McGuire: Killing Frost (October Daye 14)
  73. Robin McKinley: Sunshine
  74. Robin McKinley: Dragonhaven
  75. Anna-Marie McLemore: Blanca and Roja
  76. Wendy McLeod MacKnight: The Copycat
  77. Karen M. McManus: Two can Keep a Secret
  78. Kate Milford: The Boneshaker
  79. Kate Milford: Bluecrowne
  80. Kate Milford: The Thief Knot
  81. Maya Montayne: Nocturna
  82. Tamsyn Muir: Gideon the Ninth
  83. Julie Murphy: Faith – Taking Flight
  84. Bishop O’Connell: The Stolen
  85. Nnedi Okorafor: Akata Warrior (Akata Witch 2)
  86. Dominik Parisien und Navah Wolfe (Hrsg.): The Starlit Wood – New Fairy Tales (Anthologie)
  87. Dominik Parisien und Navah Wolfe (Hrsg.): Robots vs. Fairies (Anthologie)
  88. Natalie C. Parker: Seafire
  89. Tamora Pierce: Tempests and Slaughter
  90. C. L. Polk: Stormsong (Kingston Cycle 2)
  91. C. L. Polk: Soulstar (Kingston Cycle 3)
  92. Cindy Pon: Sacrifice (Serpentine 2)
  93. Sarah Prineas: Dragonfell
  94. Benjamin Read und Laura Trinder: Midnight Hour
  95. Philip Reeve: Larklight
  96. Kat Richardson: Labyrinth (Greywalker 5)
  97. Kat Richardson: Downpour (Greywalker 6)
  98. Kat Richardson: Seawitch (Greywalker 7)
  99. Rebecca Roanhorse: Trail of Lightning (The Sixth World 1)
  100. Rebecca Roanhorse: Race to the Sun
  101. John Scalzi: Fuzzy Nation
  102. Taylor Simonds: Collateral Damage
  103. Helen Simonson: Mrs. Alis unpassende Leidenschaft
  104. Barbara Sleigh: The Kingdom of Carbonel
  105. A.C.H. Smith: Jim Henson’s The Dark Crystal
  106. Jessica Spotswood/Tess Sharpe: Toll and Trouble – 15 Tales of Women and Witchcraft (Anthologie)
  107. Jo Spurrier: Daughter of Lies and Ruin (Witches of Blackbone 2)
  108. Rosemary Sutcliff: Troja oder die Rückkehr des Odysseus
  109. Rosemary Sutcliff: König Artus und die Ritter der Tafelrunde
  110. Charles den Tex: Die Zelle
  111. Aiden Thomas: Cemetery Boys
  112. Rob Thomas: Veronica Mars – The Thousand Dollar Tan Line
  113. Sarah Tolcser: Song of the Current
  114. Tiffany Trent: Unnaturalist
  115. Gail Tsukiyama: Die Straße der tausend Blüten
  116. Renee Watson: Piecing Me Together
  117. Jaye Wells: Dirty Magic (Prospero’s War 1)
  118. Martha Wells: All Systems Red (Murderbot Diaries 1)
  119. Martha Wells: The Cloud Roads
  120. Darcie Wilde: And Dangerous to Know (Rosalind Thorne 3)
  121. Amy Wilson: Angel and Bavar
  122. Amy Wilson: Lightning Falls
  123. Katherine Woodfine: The Painted Dragon (The Sinclair’s Mysteries 3)
  124. Katherine Woodfine: The Midnight Peacock (The Sinclair’s Mysteries 4)
  125. Xinran: Gerettete Worte
  126. Rick Yancey: Der Monstrumologe und die Insel des Blutes
  127. Jy Yang: The Black Tides of Heaven
  128. Damaris Young: The Switching Hour
  129. Ibi Zoboi: Pride

127 Titel auf dem SuB zum Monatsanfang

Sachbuch-SuB: (immer noch unvollständig)

  1. Caroline Criado Perez: Invisible Women – Exposing Data Bias in a World Designed for Men
  2. Brunhilde Dähn: Berlin Hausvogteiplatz
  3. Ruth Goodman: How to be a Victorian
  4. Molly Guptill Manning: When Books Went to War
  5. Lindsey Fitzharris: The Butchering Art – Joseph Lister’s Quest to Transform the Grisly World of Victorian Medicine
  6. Kameron Hurley: The Geek Feminist Revolution
  7. Bea Koch: Mad & Bad – Real Heroines of the Regency
  8. Lily Koppel: The Astronaut Wives Club
  9. Natalie Livingstone: The Mistresses of Cliveden
  10. Gail MacColl/Carol McD. Wallace: To Marry an English Lord
  11. Philip Mansel: Prince of Europe – The Life of Charles-Joseph de Ligne
  12. Molly Peacock: The Paper Garden – An Artist Begins Her Life’s Work at 72
  13. Michael du Preez und Jeremy Dronfield: Dr. James Barry – A Woman Ahead of Her Time
  14. Hallie Rubenhold: Lady Worsley’s Whim – An Eigtheenth-Century Tale of Sex, Scandal and Divorce

14 Titel auf dem SuB zum Montatsanfang

(durchgestrichene Titel habe ich in diesem Monat gelesen)
(kursive Titel sind in diesem Monat neu hinzugekommen)

Lese-Sonntag im August 2021

Schon wieder ein Lese-Sonntag und da ich gerade einen ganzen Haufen mit angefangenen Büchern neben dem Sofa liegen habe, hoffe ich, dass ich auch viel Zeit mit Lesen verbringen werde. Aber erst einmal gönne ich mir etwas Zeit, um meine nächtliche Timeline aufzulesen und dabei wach zu werden. Außerdem wollen mein Mann und ich heute Vormittag ein Brettspiel spielen, in der Hoffnung, dass wir nicht zu viel Hitze in die Wohnung lassen, obwohl wir den Verdunklungsvorhang dabei nicht schließen können. Bislang haben wir ja viel Glück mit dem Sommer gehabt und obwohl die letzten Nächte verflixt warm waren, hat sich die Wohnung noch nicht so sehr aufgeheizt, dass wir schon beim Aufstehen den Ventilator anwerfen müssen. Und ab morgen soll es schon wieder kühler werden, da halte ich die heutigen 31 Grad auch noch aus. 😉 Jetzt aber erst einmal richtig wach werden und dann sehen wir weiter …

 

Update 10:00 Uhr

Bislang ist mein Tag angenehm entspannt verlaufen. Ich habe die nächtliche Timeline aufgelesen (sehr viel Frustration und Wut – daran wird sich wohl auch so schnell nichts ändern), mich über die aktuellen Zahlen informiert (Frankfurt hat eine 7-Tage-Inzidenz von 50) und mich dann damit entspannt zwanzig Minuten lang einer koreanischen Youtuberin zuzuschauen, wie sie ihren Tag verbringt. Ansonsten warte ich gerade darauf, dass mein Mann sein Frühstück beendet, damit wir mit dem Spielen anfangen können. Oh, und ich habe mal meinen „Stapel“ aktueller Bücher für euch so fotografiert, wie ich ihn gestern Abend verlassen habe. So könnt ihr schon mal einen Blick auf meine aktuelle Lektüre werfen, bevor ich später für mein Frühstück den Platz wieder freiräume … *g*

Zwei unordentliche Stapel mit Büchern, zwischen denen auch ein eReader steckt. Die obersten beiden Bücher sind "Once Upon a Crime" von Robin Stevens (links) und "The Strangeworlds Travel Agency" von L. D. Lapinski (rechts).

 

Update 12:45 Uhr

Der Karton des Brettspiels "Seize the Bean" - auf dem Covers ieht man eine riesige Kaffeetasse und eine sehr unterschiedliche Gruppe von Menschen, die sich drumherum drängeln.

Unsere Spielrunde war mal wieder wirklich lustig und ich kann stolz verkünden, dass ich mit 58:47 Punkten gewonnen habe, obwohl es anfangs gar nicht gut für mich ausschaute. 😀 „Seize the Bean“ ist ein Spiel, das wir vor drei Jahren gekickstartert hatten (und das – laut Entwickler – eigentlich vor zwei Jahren geliefert werden sollte, aber das war von Anfang an nicht realistisch) und das wir vor drei Wochen bekommen haben. Heute war unsere dritte Runde mit „Seize the Bean“ und uns macht das Spiel wirklich Spaß. Als Spieler betreibt man ein Café in Berlin und muss versuchen so viele Kunden wie möglich in seinen Laden zu ziehen und diese rundum zufriedenstellend zu bedienen, um dann von ihnen positive Bewertungen zu bekommen. Da ich anfangs einen eklatanten Mangel an Vorräten (Kaffeebohnen, Milch und Zuckerwürfel) aufzuweisen hatte, habe ich bedauerlicherweise drei negative Bewertungen bekommen, konnte diese aber am Ende mit der Menge an positiven Kundenmeinungen wieder ausgleichen.

Eine Collage aus vier Fotos, die unterschiedliche Momente unserer Spielerunde zeigen. Es sind verschiedene Karten mit Kundentypen, Geschäftsausbauten und Vorratsvarianten zu sehen, eine Draufsicht auf den gesamten Spielaufbau, eine Karte, auf der der Ablauf des Spiels erklärt wird, und mein Spielbereich mit kleinen Vorratsminiaturen, Kundenkarten und dem Basisbrett (Café), an das all die Dinge angeordnet werden.

Es ist wirklich lustig zu überlegen, welche Kunden man in sein Café ziehen mag und welche man lieber nicht bedient (Touristen zum Beispiel bringen zwar schnell gute Bewertungen, sorgen aber auch dafür, dass der Ruf des Cafés geschädigt wird, weil schließlich niemand Stammkunde einer Touristenfalle werden will). Mir gefällt auch, dass das Spiel selber relativ schnell geht – wir haben bislang um 1 1/2 Stunden pro Runde gebraucht – und das einzige, was etwas lästig ist, ist die Tatsache, dass der Aufbau durch die vielen Elemente etwas mehr Zeit benötigt. Aber auch da sind wir schon schneller geworden, weil wir inzwischen wissen, was wir brauchen und wie wir die Sachen anordnen müssen. 🙂

Da ich nach all der Beschäftigung mit Kaffee, Donuts, Kuchen und ähnlichem doch hungrig geworden bin, mache ich mir jetzt erst einmal Frühstück! *g*

 

Update 16:15 Uhr

Da ich gerade feststellen musste, dass ich in der kommenden Woche wieder English Muffins für mein Frühstück backen muss: Hat eine von euch vielleicht ein Rezept, das sie empfehlen würde? Ich bin noch auf der Suche nach dem richtigen Rezept für mich. Meine aktuelle Runde habe ich nach einem Rezept von Jamie Oliver gemacht und sie sind mir etwas zu fade …

Links ein angeschalteter eReader, rechts ein Teller mit einem English Muffin mit Kichererbsen-Paprika-Aufstrich, einer in Scheiben geschnittenen Kohlrabi, einer Möhre und ein paar Gurkenscheiben.

Zum Frühstück gab es für mich acht von zehn Kapiteln der Urban-Fantasy-Geschichte „Paper Stars“ von Devon Monk (die ersten beiden hatte ich gestern Abend vor dem Schlafengehen gelesen). Die Geschichte gehört zu den Ordinary-Magic-Romanen der Autorin und wurde zusammen mit zwei weiteren als vierter Band der Romanreihe veröffentlicht. Was mich etwas irritiert, denn die Autorin hat die Kapitel des gesamten Buchs durchnummeriert, statt immer wieder von vorne mit der Nummerierung anzufangen. *g* Über die Ordinary-Magic-Bücher bin ich schon vor Jahren gestolpert, hatte mich aber immer von den darin vorkommenden Göttern abschrecken lassen. Irgendwann muss ich aber doch mal schwach geworden sein, denn als ich vor kurzem meine eBook-Liste durchstöberte, bin ich über den ersten Band gestolpert und habe ich endlich mal gelesen … nur um dann auch noch die beiden Fortsetzungen zu kaufen und zu lesen und wie ihr sehen könnt, bin ich inzwischen bei Band vier (und ja, der fünfte ruht auch schon auf dem eReader). Ich muss zugeben, dass mich der zweite und dritte Teil nicht ganz so gut unterhalten haben wie der Auftaktband, aber ich finde die Reihe immer noch wunderbar erholsam und es gibt so viele amüsante Szenen mit all den Göttern, Monstern und Dämonen, dass ich wohl auch die weiteren Veröffentlichungen lesen werde.

Links ein Buchstapel, auf dem oben der Titel "Mad and Bad - Real Heroines of the Regency" von Bea Koch zu sehen ist. Rechts ein großes Glas mit Dalgona-Kaffee.

Danach war es langsam soweit, dass ich den Vorhang einen Spalt öffnen konnte (weil die Sonne auf der anderen Seite des Hauses steht), ohne dass das Wohnzimmer zu sehr überhitzt. Also habe ich mir etwas Leckeres zu trinken gemacht und zu „Mad & Bad – Real Heroines of the Regency“ von Bea Koch gegriffen. Von dem Buch hatte ich bislang nur die Einleitung gelesen, bin also noch ganz am Anfang und kann nicht so viel sagen. Aber mir gefällt der Schreibstil von Bea Koch (die nicht nur Historikerin ist, sondern auch Mitinhaberin der kalifornischen Buchhandlung „The Ripped Bodice“ ist) und die Passagen, die ich bislang über die Patronessen von Almack gelesen haben, brachten auch einige interessante neue Informationen. Ich denke, ich werde noch ein bisschen bei dem Sachbuch bleiben, bevor ich wieder zu einem anderen Titel wechsel. (Sagte ich schon, dass ich gerade erschreckend selten bei einem Buch bleiben? Ich komme mir schon vor wie Kiya … 😉 ) Oh, und schaut euch mal den Titel der Grafik auf der rechten Seite des Buches an:

Ein aufgeschlagenes Buch. Auf der linken Seite sieht man den letzten Absatz des Kapitels über den "Ton" und weitere Leseempfehlungen, rechts eine Grafik, die übertitelt ist mit "Who's Sleeping Witch Whom?" und die die verschiedenen Verwandtschaften, Ehen und Verhältnissen zwischen Personen rund um die Patronessen von Almack aufzeigt.

Eine Grafik, über die ich übrigens sehr dankbar bin, weil es langsam etwas schwierig wurde die Verwandtschafts- und … äh … sonstigen Verhältnisse zu überblicken. 😉

Bevor ich wieder zum Buch greife, drehe ich noch eine Blog- und Kommentarrunde und schaue, ob ihr einen ebenso netten Tag verlebt wie ich. 🙂

 

Update 20:30 Uhr (letztes Update)

Animal-Crossing-Screenshot, bei dem man vorne meine Spielfigur mit einem eleganten schwarzen Hut im Gespräch mit einem Nachbarn sieht. Der Nachbar ist Ede (ein rotes und etwas rabiat wirkendes Schwein), der sagt "So ein paar bunte Feuerblumen sorgen nicht nur am Nachthimmel für ein funkelndes Strahlen!". Im Hintergrund sieht man diverse andere Nachbarn und Melinda ein Feuerwerk genießen.

Die Blog- und Kommentarrunde (und das DM schreiben auf Twitter) dauerte nach dem letzten Update so lange, dass ich dann nicht mehr zum Buch gegriffen, sondern erst einmal eine Stunde „Animal Crossing“ gespielt habe. Dann bin ich mit meinem aktuellen Hörbuch („Unmasking Miss Appleby“ von Emily Larkin) auf den Ohren in die Küche geflitzt und habe Gemüse geputzt und in die Pfanne geworfen. Während das garte, bin ich noch einmal kurz in mein Spiel gegangen, denn während des Augusts gibt es jeden Sonntagabend ab 19 Uhr ein Feuerwerk. Ich mag die auf dem Platz rumwuselnden Nachbarn so gern und finde es so niedlich wie sie das Feuerwerk beobachten und was sie dazu zu sagen haben.

Ein - etwas unordentlich auf dem Teller gelandetes - Omelett mit Kartoffel- und Paprikastückchen.

Dann ging es wieder kurz in die Küche, um die Eier zum Gemüse in die Pfanne zu geben und die zwanzig Minuten, die die Eier brauchten, bis sie gestockt waren, habe ich genutz, um die Kurzgeschichte „The Case of the Missing Treasure“ (aus dem Buch „Once Upon a Crime“) von Robin Stevens anzufangen – die werde ich gleich dann hoffentlich noch beenden können, obwohl ich wegen der gerade geöffneten Fenster eigentlich kein Licht anmachen mag. Zum Essen haben wir die erste Episode von „Bake Squad“ geschaut. Das ist eine Back-Serie auf Netflix, die von der Milk-Bar-Gründerin Christina Tosi moderiert wird. Die Sendung klang nett, weil in der Vorschau deutlich zu sehen war, dass die vier miteinander konkurrierenden „Dessertkünstler“ (die alle andere Schwerpunkte bei ihrem Handwerk haben) sich auch bei Bedarf gegenseitig helfen, um ihre Werke fertig zu bekommen. Freundschaftlichen Wettbewerb sehe ich deutlich lieber als „ernsthaften“ Wettbewerb, aber ich habe das Gefühl, dass diese Sendung ihren Ton noch nicht richtig gefunden hat. Oder um es anders auszudrücken: Ich fühle mich nicht so richtig dem Zielgruppenalter entsprechend. 😉

Da ich vermute, dass mindestens drei meiner Mitleserinnen schon das letzte Update für heute geschrieben haben, wird es von mir heute auch keins mehr geben. Ich werden den Rest des Tages mit Daisy und Hazel herausfinden, wer für den Diebstahl der verschwundenen Museumsstücke verantwortlich ist, und dann aufgrund der Lichtverhältnisse in unserem Wohnzimmer wieder zum eReader mit dem vierten „Ordinary Magic“-Band greifen.

Es war schön den Tag gemeinsam mit euch zu verbringen und ein bisschen darüber lesen zu können, womit ihr es euch heute schön gemacht habt. Ich hoffe, ihr habt euch heute gut erholt und habt morgen einen guten Start in die Woche! 🙂

***

Heutige Mitleserinnen:

Kiya
Anette
Natira
Sayuri

Lesezeit (1) – Das Elfenbeintor

In letzter Zeit denke ich ständig beim Blick ins Regal, dass ich dieses oder jenes Buch gern mal wieder lesen würde, greife dann aber doch erst einmal zu einem anderen Roman. Um mir in Zukunft regelmäßig Zeit für ältere Titel zu nehmen, die ich seit (mindestens) zehn Jahren nicht mehr gelesen habe, gibt es also in den nächsten Wochen die „Lesezeit“-Beiträge auf dem Blog. Ich fand es so nett, als ich mit Sayuri zusammen die Deborah-Crombie-Romane gelesen und dabei immer wieder meine Gedanken festgehalten habe, dass ich das gern auch für andere ältere Bücher machen mag. Gerade bei Geschichten, die ich früher häufiger gelesen habe, wird es spannend zu sehen, ob sie mir immer noch so gut gefallen oder ob ich mit einigen Jahren Abstand eine ganz andere Sicht auf die Handlung und die Charaktere haben werde.

Heute geht es los mit „Das Elfenbeintor“, dem ersten Band des Ivory-Zyklus (genauer gesagt Trilogie) von Doris Egan. Ich habe schon vor einiger Zeit zu der Autorin recherchiert und dabei festgestellt, dass sie nach dieser Trilogie nur noch ein weiteres Buch veröffentlicht – und danach wohl die Finger von den Romanen gelassen hatte. Stattdessen hat sie Karriere als Autorin und Produzentin von TV-Serien gemacht und überraschend viele Serien an denen sie mitgewirkt hat, habe ich sogar gesehen, was ich lustig finde. „The Gate of Ivory“, wie „Das Elfenbeintor“ im Original heißt, wurde 1989 bei DAW Books veröffentlicht, 1994 kam dann die deutsche Ausgabe bei Heyne heraus – das war auch das Jahr, in dem ich die Geschichte zum ersten Mal gelesen habe.

Links ein Buch mit altmodischem SF-Cover und dem Titel "Das Elfenbeintor", rechts kann man eine große Tasse mit Milchkaffee erahnen und dazwischen steht eine kleine Schale mit vier Schokowaffeln.

***

Sehr weit bin ich in den 45 Minuten, die ich mir heute Nachmittag zum Lesen freigehalten habe, nicht gekommen, aber ich habe die ersten drei Kapitel von „Das Elfenbeintor“ geschafft. Es ist seltsam die Geschichte ungefähr 15 Jahre, nachdem ich das Buch das letzte Mal gelesen habe, wieder neu zu entdecken. Es gibt so viele Elemente, an die ich mich erinnern kann, und trotzdem fühlt es sich fast so an, als ob ich den Roman noch nicht kennen würde. Ich mag diese Mischung aus Vertrautheit und Neuentdecken beim Lesen eines älteren Buches. 🙂 An die Ausgangssituation und den Hintergrund der Protagonistin Theodora konnte ich mich noch gut erinnern. Sie ist auf dem Planeten Pyrene aufgewachsen, auf dem das Leben sehr organisiert ist und wo Kinder nicht von ihren Familien, sondern in Erziehungsstätten aufgezogen werden. Mit zwölf Jahren bekam sie ein Stipendium für ein Studium auf Athena, was Theodora als willkommende Gelegenheit sah, um all ihre Verbindungen zu Pyrene vollständig zu kappen. Zwei Jahre vor Beginn der Geschichte strandete sie (während einer Reise, die sie mit anderen Studenten unternahm,) auf dem Planeten Ivory. Seitdem versucht Theodora irgendwie genügend Geld zu verdienen, um ein Rückflugticket nach Athena zu bezahlen, doch ohne Geld, Ausweis oder gar die passenden Verbindungen stehen ihr nur begrenzte Möglichkeiten zur Verfügung. Weshalb das Arbeitsangebot des Zauberers Ran Cormallon wie ein Geschenk des Himmels wirkt, bis Theodora miterleben muss, wie ein – vermutlich durch einen Zauber verursachtes – Feuer ihr Herbergszimmer (und noch schlimmer ihr Erspartes vernichtet).

Das ist ungefähr der Punkt, an dem ich gerade in der Handlung bin, und ich mag Theodora mit ihrer Mischung aus Pragmatismus und Unsicherheit gegenüber den Gepflogenheiten von Ivory, während ich Ran schwierig finde. Er ist nicht unsympathisch, aber er ist nicht nur ein Zauberer, sondern gehört auch zu den (einfluss-)reichsten Familien des Planeten, obwohl er kein Adeliger ist. Und er ist natürlich von den gesellschaftlichen Regeln Ivorys geprägt und das bedeutet, dass er skrupellos mordet, dass Rache für ihn eine selbstverständliche Handlung ist und das einzig relevante Element beim beiden ist, dass es „kunstvoll“ ausgeführt wird. Ivory selber ist eine seltsame Mischung aus (importierten) Technologien, (für die Reichen alltäglicher) Magie und einer asiatisch anmutenden historischen Gesellschaft. Wobei Doris Egan darauf verzichtet hat, sich an einem bestimmten Land zu orientieren, was dazu führt, dass die Atmosphäre vage an „historisch und asiatisch“ erinnert, ohne dass ich beim Lesen die ganze Zeit ein bestimmtes Land oder eine bestimmte Epoche im Hinterkopf habe. Bislang finde ich es auf jeden Fall nett die Geschichte wiederzuentdecken. Lustigerweise frage ich mich die ganze Zeit, ob eine bestimmte Szene mit einem … Heilkundigen eigentlich in diesem Band oder erst in einem der nächsten beiden Teile vorkommen wird. Ich werde nicht vorblättern, um das rauszufinden, aber diese Frage lenkt mich doch ein bisschen ab. *g*

***

Mittwoch (18.08.) – Kapitel 4 bis 6

In den letzten Tagen habe ich mir keine Zeit für „Das Elfenbeintor“ genommen – was okay ist, denn bei diesem Reread habe ich nicht das Bedürfnis schnell die Handlung zu erleben, sondern hänge lieber mit meinen Gedanken bei den kleinen Elementen der Geschichte. So habe ich mich gefragt, ob die Autorin sich eigentlich mehr Hintergründe zum Leben auf Pyrene gemacht hatte, als die wenigen Details, die die Protagonistin mit dem Leser teilt. Es gibt so viele verschiedene Romane, in denen Gesellschaften vorkommen, in denen die Kinder nicht von den Eltern aufgezogen werden, aber normalerweise gibt es zumindest eine Andeutung für den Leser, die erklärt wie es überhaupt zu diesen Kindern kommt. Weshalb ich mich also gefragt habe, ob es überhaupt so etwas wie „Ehe“ auf Pyrene gibt, ob Kinder von Menschen ausgetragen oder in künstlicher Umgebung gezeugt werden und heranwachsen. Es frustriert mich ein bisschen, dass Doris Egan mich mit so vielen Fragen zurücklässt, vielleicht, weil ich vermute, dass die Autorin sich dazu keine Gedanken gemacht hatte, sondern einfach nur eine grobe Erklärung dafür haben wollte, dass Theodora so wenig Ahnung vom Leben auf Ivory und stattdessen einen anderen Bildungshintergrund als die Einheimischen hat.

Oh, und ich musste immer wieder daran denken, dass Theodora überhaupt nur den Job als Kartenleserin von Ran bekommen hat, weil Ran als Zehnjähriger seine Großmutter verärgert hatte, indem er behauptete, er würde niemals heiraten. Da sie der Ansicht war, dass selbst ein Zehnjähriger seine Pflicht gegenüber der Familie kennen sollte, hat sie dafür gesorgt, dass er für den Rest seines Lebens von einer Frau abhängig sein wird, um seine Magie zu wirken. Ich mag diese kleine Geschichte, weil sie – wie ich finde – amüsant ist, sehr viel über Rans Charakter und über die Gesellschaft, in der er lebt, aussagt.

Es ist schon lustig, welche Elemente mich beim Lesen stören. Ich kann mit dieser seltsamen Mischung aus (importierter) Technik, altmodischen Gebräuchen und Magie leben, aber ich ärgere mich darüber, dass Theodora beim ersten Aufeinandertreffen mit einem Pferd vollkommen verwirrt ist, weil sie es sich ganz anders vorgestellt hatte. Erst einmal frage ich mich wie es sein kann, dass all die Bücher, die sie während des Studiums gelesen hat, unbebildert waren, und dann wie es sein kann, dass sie so viele Geschichten mit Pferden gelesen hat, aber in keiner dieser Geschichten Beschreibungen der Tiere vorkamen … *grummel*

Alles in allem beinhalteten die heutigen drei Kapitel vor allem Vorstellung von Rans Familie, eine etwas quengelige Protagonistin, eine Entführung und eine Runde mit unpersönlichem Sex, um dann mit einem Brandanschlag zu enden. Alles ganz unterhaltsam, wenn ich nicht zu kritisch lese, aber so langsam wird es Zeit, dass sich in der Handlung was bewegt. 😉

***

Mittwoch (25.08.) – Kapitel 7 bis 9

Wenn es so weitergeht, dass ich gerade mal drei Kapitel pro Woche lese, habe ich noch ein bisschen Zeit mit diesem Buch vor mir. *g* Aber das ist okay, ich teile meine Aufmerksamkeit gerade eh lieber auf mehrere Bücher auf.

Das siebte Kapitel beginnt mit einer Szene, die ich sehr mag. Theodora wacht nach dem Brandanschlag auf und fühlt sich überraschend gut. Als sie mit Ran und seiner Schwester Kylla redet, erfährt sie, dass zwei Personen sie behandelt haben. Ein Heiler aus den Bergen von Ivory, der meinte, sie bekäme nicht genügend Bewegung und „lebe nicht genug in ihrem Leib“, und einen Arzt aus Tellys (ein wissenschaftlich-technischer Planet), der meinte, sie hätte eine Gehirnerschütterung und Verbrennungen zweiten Grades. Als der Arzt ging hatte sie immer noch eine Gehirnerschütterung und Verbrennungen, als der Heiler ging waren ihre Verletzungen geheilt … Ran ist dabei ziemlich genervt davon, dass die Heiler in den Bergen anscheinend über eine Magie verfügen, von der er noch nie gehört hat. Außerdem gab es in einem Gespräch zwischen Theodora und Rans Bruder Eln Informationen zu eventuellen Hintergründen zur Magie auf Ivory – die vielleicht durch wissenschaftliche Experimente und Genmanipulationen an von Außerirdischen „mitgenommenen“ Menschen verursacht wurde. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass dieser Teil irgendeine Rolle in der Geschichte spielt (was vermutlich daran liegt, dass ich das komplett vergessen hatte), aber für die Protagonistin ist das der Anlass sich darüber Gedanken zu machen, ob sie und die Menschen von Ivory überhaupt noch der selben Spezies angehören … Äh … ich nehme das mal so hin, finde es aber überraschend wenig überzeugend. 😉

Es ist schon faszinierend, dass ich die Geschichte momentan mit einer Mischung aus „angenehmer Vertrautheit“ und „skeptischen Blick auf nicht so fundierte Elemente der Handlung“ lesen kann, ohne dass ich mich über Letzteres ärgere. Es zeigt mir eher, wie sehr sich mein Lesen in den vergangenen zwanzig Jahren verändert hat. Was ich aber weiterhin genießen kann, sind die kleinen zwischenmenschlichen und häufig amüsanten Momente. Manchmal ist es nur eine flüchtige Beobachtung, die Theodora macht, aber andere unterhaltsame Momente entstehen aus ihrer Unkenntnis der Gesellschaft, weil sie nicht genug Informationen hat oder weil die Einheimischen andere Erwartungen an sie setzen als an ihre Nachbarn. Diese Szenen mag ich wirklich sehr! Außerdem zieht die Handlung endlich an und Theodora und Ran sind auf sich allein gestellt im Hinterland unterwegs. Theodora hat gerade einen Job gefunden, mit dem sie in den kommenden Wochen vielleicht für sich und Ran sorgen kann, wenn sie ihre Tätigkeit denn überlebt … *g*

Mittwoch (01.09.) Kapitel 10 bis 14

Oh, das zehnte Kapite beginnt mit der Begegnung zwischen Theodora und dem „Masseur“ (genauer gesagt Heiler), an den ich mich noch so gut erinnern konnte. Wenn ich an die Ivory-Bücher denke, dann ist das immer der Teil der Handlung, an den ich mich als erstes erinnere, und die Atmosphäre, die ich gesucht habe, als ich das Buch nach so vielen Jahren wieder aus dem Regal zog. Naja, das und die Tatsache, dass ich herausfinden wollte, ob ich die Romane weiterhin so sehr mag, dass sie Platz in der Wohnung einnehmen dürfen. 😉 An den Alten Mann von der Insel Kato konnte ich mich auch nicht mehr erinnern, dabei ist er so ein wunderbarer Charakter! Auf jeden Fall finde ich es faszinierend, dass so ein kleiner Teil der Handlung so einen langanhaltenden Eindruck bei mir hinterlassen hat und in meiner Erinnerung für die gesamte Trilogie steht.

Es gibt eigentlich relativ wenig Szenen in dem Roman, die einem als Leser einen Einblick in das Denken anderer Figuren als Theodora bieten. Aber ich mag die Momenten, in denen Theodora auf „problematische“ oder „feindliche“ Personen trifft und in denen sie sich gemeinsam mit ihrem Gegenüber eine Auszeit von all den schwierigen Themen gönnt und stattdessen einfach zusammen schweigen oder sich gegenseitig Geschichten erzählen. Wenn ich ehrlich bin, dann reicht die (bisherige) Handlung in „Das Elfenbeintor“ eigentlich nicht für einen Roman, aber all diese kleinen zwischenmenschlichen Momente sorgen dafür, dass ich die Geschichte trotzdem mag und es nett finde, dass ich das Buch in diesen kleinen Nachmittagsportionen wiederentdecken kann.

Mittwoch (08.09.) Kapitel 15 bis Ende

Ich mag es sehr, wie schlüssig Theodoras Entwicklung bis zum Ende des Romans von Doris Egan dargestellt wird. Wie Theodora Tag für Tag versucht Kompromisse zu finden zwischen den Ansichten und Lebensweisen, mit denen sie aufgewachsen ist bzw. die sie auf Athena gelernt hat, und denen, die auf Ivory üblich sind. Und am Schluss steht sie da und findet heraus, wie sehr all diese Kompromisse sie selbst verändert haben. Dass sie – egal, wie sehr Theodora versucht hat sich dies einzureden – nicht mehr dieselbe Wissenschaftlerin ist, die vor Jahren auf einem für sie barbarisch wirkenden Planeten strandete. Inzwischen ist sie selbst deutlich „barbarischer“ geworden, als sie es sich je hätte vorstellen können, und das führt dazu, dass Theodora am Ende nicht so recht weiß, wohin sie gehört. Was sich irgendwie bitter, aber nicht entmutigend anfühlt. Oh, und obwohl es kein glückliches Ende gibt, gelingt es der Autorin, dass ich mit einem Schmunzeln das Buch aus der Hand lege – was mit ein Grund dafür ist, dass ich die Reihe in all den Jahren in so guter Erinnerung behalten habe. „Das Elfenbeintor“ hat so einige kritisierenswerte Punkte, aber insgesamt finde ich die Geschichte ungewöhnlich und die Erzählweise der Autorin auch nach all den Jahren immer noch ansprechend genug, dass die Reihe weiterhin einen Platz in meinem Regal verdient hat. Und das ist ehrlich gesagt mehr, als ich beim ersten Anlesen erwartet hätte. 😉

Gail Carson Levine: A Tale of Two Castles

Über die Autorin Gail Carson Levine bin ich schon früher gestolpert, aber bislang haben mich ihre Geschichten nicht gereizt, obwohl märchenhafte Fantasy ja eigentlich genau mein Ding ist. Bei „A Tale of Two Castles“ hat mich dann der Hinweis auf ein zu lösendes Geheimnis rund um einen gestaltwandelnden Oger dazu gebracht, dem Roman eine Chance zu geben. Die Geschichte beginnt damit, dass sich die zwölfjährige Elodie auf den Weg in die Stadt „Two Castles“ macht, weil sie hofft, dass sie dort eine Lehrstelle finden wird. Dabei muss man wissen, dass das „Ausbildungssystem“ in diesem Land ganz traditionell darauf basiert, dass die Lehrlinge ihre Meister für ihre Ausbildung bezahlen. Je mehr Geld jemand zahlen kann, desto kürzer die Ausbildungszeit, je weniger Geld, desto länger. Elodie hat keinerlei Geld, das sie in eine Ausbildung investieren könnte, und hofft, dass sie jemanden findet, der sie ohne Gebühr für zehn Jahre in seinen Dienst nimmt. Genau genommen hofft sie, dass sie eine Stelle als Schauspieler-Lehrling findet, denn davon träumt sie, seitdem ein ehemaliger Schauspieler auf der Farm ihrer Eltern gelandet ist und ihr von seinem früheren Leben erzählt hat.

Doch da ihr Schiff aufgrund einer Flaute aufgehalten wird, kommt Elodie zu spät für die Ausbildungsmesse in Two Castles an und muss froh sein, dass sie kurz darauf einen Platz als Assistentin von Meenore findet. Meenore ist als Drache (Drachen werden mit dem Pronomen IT bzw. ES bzeichnet) berühmt für Geiz und launisches Temperament, doch Elodie findet sich relativ schnell in ihrem neuen Arbeitsumfeld zurecht. Während Meenore den Lebensunterhalt in der Regel mit dem Verkauf von durch die Drachenflamme erhitzten Brot-und-Käse-Leckereien verdient, interessiert ES sich eigentlich vor allem für das Lösen von Rätseln und Verbrechen. So wird Elodie schnell von Meenore in das Rätsel rund um den Oger Count Jonty Um verwickelt, der eigentlich nur auf der Suche nach seinem Lieblingshund ist, während ES vermutet, dass das Leben des Counts in Gefahr ist. Denn der sanftmütige Oger wird vom Stadtvolk wegen der schrecklichen Taten seiner Eltern gefürchtet, und die Tatsache, dass der König seine Tochter mit Count Jonty Um verlobt hat, sorgt dafür, dass die Bevölkerung davon ausgehen muss, dass der Oger in Zukunft auf dem Thron sitzen wird.

Ich muss gestehen, dass ich mit „A Tale of Two Castles“ nicht so ganz glücklich war. Der Roman war nett zu lesen, hat mich aber nicht wirklich gepackt – was man schon allein daran sehen konnte, dass ich für so eine eigentlich locker zu lesende Geschichte über eine Woche Lesezeit gebraucht habe. Es gab so viele unstimmige und unausgewogene Elemente in dem Buch, dass ich mich stellenweise wirklich geärgert habe – gerade weil eigentlich viele dieser Elemente zu den Dingen gehören, die ich an fantastischen Geschichten für Kinder so sehr mag. Auf der einen Seite gab es zum Beispiel sehr viele „häusliche Szenen“ mit Meenore und Elodie, die heimelig, alltäglich und eigentlich schön zu lesen waren, die aber auf der anderen Seite so gar nicht zum „Krimianteil“ der Handlung passten. Gerade in der zweiten Hälfte des Romans, als das Leben des Counts wirklich in Gefahr schwebte, hätte ich einen deutlichen Anzug des Erzähltempos erwartet anstelle weiterer Beschreibungen von Essen und Möbeln.

Ein weiteres Problem war für mich, dass Gail Carson Levine zwar versucht, ein realistisches Bild vom Leben eines armen Mädchens wie Elodie zu zeichnen (so hungert Elodie während der letzten zwei Tage ihrer Schiffsreise und ist bei ihrem Vorsprechen bei den Schauspielern so hungrig, dass sie an nichts anderes denken kann als an den Apfel, der auf dem Tisch liegt). Aber auf der anderen Seite schweben selbst die Personen und Tiere, die im Laufe der Handlung vergiftet oder verletzt werden, nie spürbar in Lebensgefahr. Eine Geschichte, in der niemandem etwas Schlimmes passiert, obwohl die gesamte Stadt der Willkür des Königs ausgesetzt ist, ein Giftmischer sein Unwesen treibt und Spione eines feindlichen Königreiches unterwegs sind, ist für mich als Leser einfach nicht glaubwürdig – selbst wenn die angestrebte Zielgruppe sehr jung sein sollte.

So kam es auch, dass ich die ganze Zeit beim Lesen das Gefühl hatte, die Autorin wüsste selbst nicht so genau, für welches Alter ihre Geschichte sein sollte. Es gab so viele alberne und durchschaubare Elemente, die ich eher bei einer Veröffentlichung für Leseanfänger erwartet hätte, aber eben auch einige Dinge, die eher für Teenager geeignet gewesen wären, weil sie Wissen voraussetzen, über das ein Leseanfänger in der Regel noch nicht verfügt. Alles in allem war ich – obwohl ich zum Beispiel Meenore als Figur sehr mochte – regelmäßig ziemlich irritiert beim Lesen von „A Tale of Two Castles“. Ich weiß nicht, ob diese Probleme auch in anderen Veröffentlichungen von Gail Carson Levine auftauchen oder ob ich einfach nur ein nicht so gutes Buch von ihr in die Finger bekommen habe. Auf jeden Fall werde ich nach diesem ziemlich unbefriedigenden Leseerlebnis wohl so schnell keine weiteren Geschichten von Gail Carson Levine lesen.