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G. A. McKevett: Nicht ohne meine Schokolade (Savannah Reid 1)

Als ich vor ein paar Tagen mein Krimiregal nach lange nicht gelesenen Romanen durchsuchte, bin ich über „Nicht ohne meine Schokolade“ von G. A. McKevett gestolpert und musste mir eingestehen, dass ich mich so gut wie gar nicht mehr an den Inhalt des Buches erinnern konnte. Was ganz eventuell daran liegt, dass ich diesen Band vermutlich zuletzt vor fünfzehn Jahren in der Hand hatte und diese Sorte 90er-Jahre-Krimis sich doch etwas ähnelt. Weil ich eh Lust auf einen Krimi hatte, schien mir der Zeitpunkt perfekt, um den Roman zu lesen und so endgültig zu entscheiden, ob er (mitsamt dem Folgeband) im Regal stehen bleiben darf.

Die Geschichte spielt in Südkalifornien und wird aus der Perspektive von Savannah Reid – einer echten Südstaatenlady – erzählt. Savannah ist eine Polizistin mit langjähriger Erfahrung und einem Arbeitspartner namens Dirk, dessen Macken und Stärken sich gut mit ihren ergänzen. Umso überraschter ist Savannah, als ihr Vorgesetzter sie alleine auf einen Fall ansetzt, bei dem es sich um den Mord an dem Modedesigner Jonathan Winston handelt. Schon früh findet Savannah raus, dass die von ihr sehr bewunderte Ehefrau des Opfers, Stadträtin Beverly Winston, ein gutes Motiv gehabt hätte, um ihren Mann zu töten. Die Stellung der Verdächtigen führt dazu, dass der Polizeichef Norman Hillquist die Ermittlungen nicht ganz so professionell wie gewohnt leitet und stattdessen lieber übereilt Jonathan Winstons Hausmeister zum Verdächtigen Nr. 1 erklären möchte.

Aber natürlich ist die untreue Ehefrau nicht die einzige Person, die ein Motiv gehabt hätte, um Jonathan Winston umzubringen. Schnell entdeckt Savannah weitere Verdächtige, die nicht gut auf den Verstorbenen zu sprechen waren, und eine Frau, die hoffte, vor ihr läge eine gemeinsame Zukunft mit Jonathan. Ich mag es sehr, wie G. A. McKevett die Handlung in einer Mischung aus beruflichen und privaten Elementen rund um Savannah erzählt und wie die Autorin Verdächtige schafft, mit denen man auf der einen Seite Mitleid hat, obwohl man sich auf der anderen Seite genügend Gründe vorstellen könnte, warum sie den Mann umgebracht haben. Ein bisschen hat mich das Ganze an eine „Columbo“-Folge erinnert, wo häufig die sympathischsten Figuren (und die, mit denen Columbo sich überraschend gut versteht) zu den Hauptverdächtigen gehören und wo die Handlung eher ruhig und personenbezogen erzählt wird – nur dass man hier nicht von Anfang an weiß, wer der Täter ist.

Der Fall an sich ist solide konstruiert, auch wenn Savannah ohne Hilfe und Tipps wohl nicht so schnell auf die Lösung gekommen wäre. Aber man hat als Leser denselben Wissenstand wie die Ermittlerin, und G.A. McKevett hält meiner Meinung nach gut die Balance zwischen einigermaßen realistisch wirkender Ermittlungsarbeit und unterhaltsamen Szenen, die dafür sorgen, dass das Ganze nicht trocken wird. Ich mochte die Figuren sehr gern, weil ich sie als überraschend realistisch für so einen unterhaltsamen Kriminalroman empfinde und weil nicht alle Personen in dem Buch schön, sportlich, schlank und perfekt sind. Savannah ist eine Frau mit Rundungen, die sich regelmäßig Kuchen und Ähnliches gönnt, ohne dass sich die Autorin genötigt sah zu erwähnen, dass das ungesund ist oder dass die Figur aber sonst so diszipliniert ist – etwas, was mich ja regelmäßig bei aktuelleren Krimis die Wände hochtreibt.

Außerdem empfindet Savannah etwas für ihren Partner Dirk, doch das ist nicht die große Romanze, keine Liebe auf den ersten Blick, und er ist kein muskelbepackter Adonis. Sie kennen sich durch die jahrelange Zusammenarbeit sehr gut und mögen sich trotz ihrer jeweiligen Macken – was sie so vertraut miteinander umgehen lässt, als wären sie schon längst ein Paar. Aber die Tatsache, dass eine Romanze zwischen zwei Kollegen sehr schwierig wäre und ihnen beiden die Arbeit wichtiger ist als eine eventuelle Beziehung, sorgt dafür, dass diese Zuneigung eigentlich nur hier und da mitschwingt und in der Geschichte – im Gegensatz zu meiner Rezension – keinen großen Raum einnimmt. Es ist erschreckend, wie angenehm ich das nach all den „Liebesromanen mit Mini-Krimianteil“, die als Cozies vermarktet werden, finde. Da habe ich dann auch kein Problem, dass sich Savannah im letzten Drittel des Romans von einem Mann hinreißen lässt, weil er gut erzogen und sehr attraktiv ist.

Einzig die Tatsache, dass es an Savannahs Arbeitsplatz so erschreckend „politisch“ zugeht, hat mich gestört. Ihr direkter Vorgesetzter will seinen Aufstieg innerhalb der Polizei beschleunigen, der Polizeichef scheint in den Fall verwickelt zu sein und gemeinsam legen sie Savannah nicht nur Steine in den Weg. Es kommt so weit, dass ihr Beweismittel aus der Hand genommen werden, ihr wird mit Konsequenzen gedroht, wenn sie „ganz normal“ ihren Job macht, statt nach der Pfeife dieser Männer zu tanzen, und so etwas lese ich einfach nicht gern. Polizisten in Romanen müssen nicht alle nett und anständig sein, aber ich hätte in der Geschichte zu gern jemanden gesehen, der einen höheren Rang als Savannah bekleidet und ihr bei ihren Ermittlungen zur Seite steht, weil da ein Mord begangen wurde und es eben wichtig ist, den Täter zu finden. Aber insgesamt ist „Nicht ohne meine Schokolade“ ein wirklich netter Cozy, und auch wenn ich mir keine weiteren Teile davon besorgen muss, werde ich diesem Roman (und die Fortsetzung „Mit Schirm, Charme und Schokolade“) weiterhin einen Platz in meinem Regal einräumen.

Sommerwetter

Auch wenn es euch vielleicht nicht so vorkommt, so versuche ich mich doch beim Jammern über die Hitze zurückzuhalten. Immerhin ist es seit gestern ein bisschen kühler und heute sollte ich vielleicht sogar tagsüber auch mal die Vorhänge öffnen können, ohne dass die Sonne gleich alles durchheizt. Auch wenn es selbst bei anhaltender Temperaturreduzierung (die leider nicht vorhergesagt wurde) noch eine Weile dauert, bis die Hitze aus den Wänden der Wohnung verschwindet, bin ich über jede kleine Abkühlung des „Sommerwetters“ froh. Und um euch nicht immer nur erzählen, dass es hier verflixt warm ist, gibt es noch ein Bild, das ich Samstagabend von der Küchenfensterbank geschossen habe. 😉

Bücherregal (Krimis)

Als ich erzählte, dass so nach und nach bei uns endlich Bücherregale eingezogen sind, gab es den einen oder anderen Kommentar, in dem nach Bildern gefragt wurde. Natürlich dauerte das Auspacken der Buchkartons, das Sortieren (, das erneute Ausmisten *seufz*) und wieder Einräumen deutlich länger als erwartet, aber immerhin haben die Krimis endlich ihren Platz im Regal (im Durchgangszimmer) gefunden. Die Fotos sind in der gewohnt schlechten Qualität (was auch daran liegt, dass ich dieses Mal nicht weiter vom Regal abrücken konnte, weil ich schon fast auf dem davorstehenden Tisch saß beim Fotografieren), aber ihr gewinnt immerhin einen Eindruck von den Regalen. Oh, und weil man Mann das beim Anblick der Fotos nicht auf Anhieb verstanden hatte: Jedes Bild zeigt die drei Reihen pro Regal von hinten nach vorne. 😉

Im ersten Regalfach fanden Desmond Bagley, George Baxt, Katherine K. Beck, Lilian Jackson Braun, Rhys Bowen und Rita Mae Brown ihren Platz. Letztere ist gerade in der Probezeit, weil ich noch nicht dazu kam, mir mal wieder einen Roman aus der Sneaky-Pie-Reihe vorzunehmen. Die ersten Bände mochte ich sehr, die späteren nicht so – insgesamt hat mich die Serie nicht so sehr gepackt, dass ich es geschafft hätte, sie mir vollständig anzuschaffen.

Das zweite Fach beginnt noch mit B (Jan Burke – die Bücher müsste ich auch noch mal antesten, um eine endgültige Entscheidung zu treffen) und wechselt dann mit Maeve Carels, Dorothy Cannell, P. M. Carlson, John Dickson Carr, Heron Carvic, Mary Higgins Clark und Raymond Chandler zu C. Die abschließende Reihe besteht aus den Agatha-Christie-Einzelbänden, die nicht in das Agatha-Christie-Fach daneben passten.

Von hinten nach vorne gibt es hier die Hercule-Poirot-Romane, die Tommy-und-Tuppence-Beresford-Titel und die Miss-Marple-Geschichten (sortiert nach Erscheinungsdatum *hüstel*).

Die restlichen „C-Titel“ bestehen aus Colin Cotterill und Deborah Crombie – hier habe ich genügend Luft gelassen, um noch ein paar Fortsetzungen unterzubringen – und dann ging es weiter mit Sandra Dallas, Diane Mott Davidson, S.S. van Dine und Carole Nelson Douglas (letztere müsste ich auch mal wieder lesen, um meine Eindrücke aufzufischen).

Weiter geht es mit meinem Arthur-Conan-Doyle-Schuber, Lucie Flebbe und Earlene Fowler. Die darauf folgende Lücke bei Dick Francis liegt daran, dass ich erschreckend viele „F“-Krimis vermisse. Ich hoffe sehr, dass ich nur beim Auspacken und Sortieren durcheinander gekommen bin und sich in den ganzen anderen Stapeln noch die vermissten Romane befinden (oder ich habe eine Kiste mit Büchern übersehen, aber eigentlich gibt es davon nur noch die mit den sperrigeren Sachbüchern, die ich nicht auch noch auf den Fußboden stapeln wollte).

Um sicher zu gehen, bekam auch das nächste Regalfach etwas Puffer, bevor es mit Dorothy Gilman weiterging. Die nächste Schicht besteht aus Celia L. Grace und Anne Granger und den Abschluss bilden Gallagher Gray und Alex Grecian (von dem ich mir noch einige Bücher anschaffen werde). Von Alex Grecian abgesehen, habe ich eigentlich schon seit Jahren keine Lust mehr auf historische Krimis – da werde ich in den nächsten Monate auch noch schauen müssen, ob die alle bleiben dürfen.

Das siebte Regalfach beherbergt Martha Grimes, Lotte und Søren Hammer (Wo sind die beiden anderen Titel der Reihe geblieben?), Dashiel Hammett, Carolyn G. Hart, Henry Fitzgerald Heard, Carolyn Haines, Georgette Heyer und Michael Innes. Spätestens hier stand bei mir übrigens der Entschluss, dass ich viel zu wenig Krimiklassiker habe. Außerdem habe ich beim Sortieren herausgefunden, dass mir bei manchen Reihen erschreckend viele Titel fehlen, da die deutschen Ausgaben (mal wieder) nicht alle Bände des englischen Originals beinhalten. Jetzt muss ich in den kommenden Monaten Jahren nur schauen, welche davon mir so wichtig sind, dass ich die fehlenden Bände auch noch – wenn sie denn überhaupt erhältlich sind – beschaffe.

Und wieder eine Lücke, die darauf hinweist, dass ich ein paar Bände bislang nicht wiedergefunden habe … *seufz* Davon abgesehen finde ich es lustig, wie sich die Autorennamen so verteilen. Bei manchen Buchstaben bekomme ich gefühlt das halbe Alphabet in ein Fach, bei anderen benötigte ich drei Fächer für einen einzigen Buchstaben. Bei „J über K bis L“ hält es sich mit dem Platzbedarf wirklich in Grenzen – da tummeln sich nur P. D. James, M. M. Kaye, Jessica Kremser, Caroline Llewellyn und Janet Laurence. Bei M wird es da wieder lustiger mit Ross Macdonald, Charlotte MacLeod, Edward Marston, Lee Martin, Ava McCarthy und G. A. McKevett.

Auch bei Ngaio Marsh fehlen mir noch ein paar Titel, von denen ich mir sicher bin, dass ich sie habe, aber es sollten noch ein paar Bücher oben drauf passen. Danach folgen Margaret Millar, Patricia Moyes, Tamar Myers, Peter O’Donnell, Ellis Peters und Elizabeth Peters.

Im nächsten Krimifach tummeln sich Zelda Popkin, Claire Rayner, Mary Roberts Rinehard, Candace Robb (schon wieder historische Krimis), Mark Ross, Laura Joh Rowland, Dorothy Sayers, Robin Stevens (hoffentlich mit ausreichen Luft nach oben), Phoebe Atwood Taylor, Josephine Tey und Charles den Tex.

Zuletzt kommen noch Johan Theorin, P. J. Tracy (wieso habe ich eigentlich die ganzen Serien mit fehlenden Bänden in der hinteren Reihe stehen?), Kathy Hogan Trocheck, Daniel Twardowski, Uwe Voehl, Mary Willis Walker, Edgar Wallace, Ethel Lina White, Nancy Means Wright und zwei Anthologien mit Krimi-Kurzgeschichten.

Wenn ich jetzt noch in den nächsten Wochen die fehlenden Romane wiederfinde und ins Regal packen kann, bin ich erst einmal mit dem Bereich zufrieden. Ich habe weniger Regalfächer für die Krimis gebraucht, als ich ursprünglich dachte, und bei all den Autoren, die ich nochmal lesen will, um über ihr Schicksal zu entscheiden, dürfte ich da in Zukunft noch etwas Platz rausholen können, um die neu hinzukommenden Krimiklassiker oder die noch laufenden Reihen auch noch unterbringen zu können.

George Baxt: Mordfall für Tallulah Bankhead

Von George Baxt habe ich mehrere Kriminalromane in meinem Regal, die unterhaltsame (und natürlich fiktive) Geschichten rund um berühmte Persönlichkeiten erzählen. Ich weiß nicht, ob George Baxt wirklich alle diese Personen gekannt hat, aber die Tätigkeit des Autors als Agent für Schauspieler und später als Drehbuchverfasser haben ihn auf jeden Fall in denselben Kreisen verkehren lassen wie die von ihm als Protagonisten verwendeten Personen. Außerdem konnte George Baxt laut seinem Nachwort für diese Romane nicht nur auf seine eigenen Erinnerungen, sondern auch auf andere Quellen zurückgreifen – unter anderem die nichtveröffentlichte Biografie von Jean Muir.

Alles in allem spürt man meiner Meinung nach beim Lesen von „Mordfall für Tallulah Bankhead“, dass er die Personen, den Ton in ihren Kreisen und natürlich die Zeit der McCarthy-Ära direkt miterlebt hat. Wobei George Baxt sich in diesem Krimi auch ein kleines Denkmal gesetzt hat, indem er sich als Agent diverser vorkommender Figuren selbst in die Geschichte eingebaut hat. Oh, und vom Veröffentlichungsdatum her ist „Mordfall für Dorothy Parker“ der erste Band (und in dem später spielenden „Mordfall für Tallulah Bankhead“ wird auch der Täter aus dem ersten Roman verraten), weshalb es sich anbietet, mit „Dorothy Parker“ zu starten, wenn man die Krimis ausprobieren will. Ich habe nur zu „Tallulah Bankhead“ gegriffen, weil mir der Band als erstes in die Finger fiel, als ich meinen Krimibestand durchsah, und weil ich die Geschichte in ebenso guter Erinnerung hatte wie „Dorothy Parker“.

„Mordfall für Tallulah Bankhead“ beginnt mit dem Selbstmord der Tänzerin Nance Liston – einer von vielen Todesfällen unter Künstlern während der McCarthy-Ära, mit denen die verbleibenden Kollegen neben all ihren eigenen Sorgen rund um ihre Zukunft fertig werden müssen. Als weitere in New York lebende Künstler, die auf der „Schwarzen Liste“ stehen, sich das Leben nehmen, scheint es einem unbekannten Mörder zu reichen. Er rächt sich für das Unglück, das die Denunzianten mit ihren Aussagen vor den Ausschüssen des HUAC (House Committee on Un-American Activities) angerichtet haben, indem er ihnen nach dem Leben trachtet. Tallulah Bankhead wird dabei in die Ermittlungen verwickelt, weil sie auf der einen Seite versucht, so viele geächtete Künstler wie möglich in ihrer Radiosendung unterzubringen, um den Freunden und Kollegen zumindest ein kleines Auskommen zuschießen zu können, und auf der anderen Seite die Bekanntschaft von Detective Jacob Singer macht, der mit der Suche nach dem Mörder beauftragt ist. So ist Jacob Singer für die methodische Polizeiarbeit in der Geschichte wie Recherchen, Verhöre und Kriminaltechnik zuständig, während Tallulah scheinbar ziellos von einem Bekannten zum nächsten flattert, um möglichst viel über die Verstorbenen und mögliche Verdächtige in Erfahrung zu bringen.

Ein Grund, warum ich diese Romane so gern lese, sind die wundervollen Dialoge und Charaktere, die direkt aus einem der alten (Schwarzweiß-)Filme stammen könnten, die ich so sehr mag. Dazu kommen noch all die vielen Nebenfiguren, die trotz ihrer kurzen Auftritte einen bleibenen Eindruck hinterlassen und bei denen ich mir nie sicher bin, ob der Autor da reale Personen aus dem Film- oder Theatermileu aufgreift oder nicht. Das bringt mich dann immer wieder dazu, sehr viel Zeit mit Recherchen über schon längst verstorbene Schauspieler, Regisseure, Drehbuchautoren, ihr Leben, ihre Filme/Stücke und Ähnliches zu verbringen. Ich mag es, wenn ein Roman mich dazu animiert, dass ich mich neben dem Lesen der Geschichte mit den Figuren und der Zeit beschäftige, in denen die Handlung spielt. Und nicht zuletzt spricht für diese Kriminalromane, dass George Baxt jedes Mal wieder unterhaltsame und solide Fälle konstruiert, die in ihre Zeit und zu den verwendeten Charakteren zu passen scheinen.

Wenn jemand von euch nun auch Lust auf diese Krimis hat, so gibt es viele der damals auf Deutsch veröffentlichten Titel noch sehr günstig gebraucht zu kaufen. Da mir (wie ich inzwischen feststellen konnte) auch noch ein paar der Original-Bände fehlen, werde ich mich in den nächsten Wochen auch auf die Jagd danach machen. Ich freue mich jetzt schon darauf, dass ich in Zukunft noch ein paar Geschichten von George Baxt vor mir habe, die ich noch nicht kenne. Oh, und wer vielleicht an der Zeit und dem Erzählstil, aber weniger an Geschichten mit „berühmten Personen“ interessiert ist, der könnte mal nach den Krimis rund um den Privatdetektiv Pharoah Love Ausschau halten. Angeblich war Pharoah Love der erste schwule (schwarze) Protagonist eines Kriminalromans, als George Baxt 1966 „A Queer Kind of Death“ – „Pharoah Love und die Badewanne des Todes“ – veröffentlichte. Ich muss allerdings gestehen, dass mich Pharoah Love in den 90ern nicht so sehr packte, dass ich mir nach dem Auftaktband die weiteren Teile angeschafft hätte.

Lydia Adamson: Eine Katze kommt selten allein (Alice Nestleton 1)

„Eine Katze kommt selten allein“ von Lydia Adamson ist der erste Band der Alice-Nestleton-Reihe, von der ich gerade mal sieben (von im englischsprachigen Original zweiundzwanzig) Bänden im Regal stehen habe. Meine Ausgabe dieses Romans ist 1995 bei Aufbau Verlag erschienen, eine (eBook-)Neuauflage der Bücher gab es im vergangenen Jahr. Lustigerweise finde ich das Cover meiner Ausgabe nirgendwo online, sondern nur eins, das nicht zu den weiteren Fortsetzungen passt, die damals erschienen sind – da wüsste ich schon gern mehr über die verschiedenen Veröffentlichungen. Auf jeden Fall hatte ich die Romane immer in guter Erinnerung behalten und wollte jetzt beim Regaleinräumen sicherstellen, dass ich die Krimis wirklich weiterhin behalten möchte.

Schon beim ersten Lesen fand ich es etwas seltsam, dass die Protagonistin Alice Nestleton ständig mit ihren Katzen von einem Ort zum nächsten wandert, um dort als Haus- und/oder Catsitterin zu wohnen. Wobei das immerhin erklärt, wie sie es sich als nicht gerade erfolgreiche Schauspielerin mit einer Schwäche für Avantgarde-Theater eine Wohnung in New York leisten kann. Ihre Katzen scheinen diesen ständigen Ortswechsel erstaunlich gut mitzumachen, obwohl der eine Kater superängstlich sein soll – alle meine Katzen (abgesehen von Baltimore in seinen jüngeren Jahren) hätten so viel Unruhe nicht besonders gut aufgenommen. Aber nun gut, irgendwie muss die Autorin ihre Figur ja von einer „Ermittlungssituation“ in den Romanen zur nächsten bringen. In „Eine Katze kommt selten allein“ soll Alice einen jedes Jahr wiederkehrenden Catsitterjob übernehmen und auf dem Hof des älteren Ehepaars Jo und Harry Starobin ihre acht Himalaya-Katzen für zwei Wochen versorgen. Doch als Alice am Bahnhof ankommt, gibt es von Harry keine Spur – stattdessen findet sie ihn wenig später ermordet in dem Cottage, in dem sie auf dem Hof wohnen sollte.

Während die Polizei davon ausgeht, dass die Mörder es eigentlich auf Wertsachen abgesehen haben mussten, da das gesamte Haus verwüstet wurde, beteuert Jo, dass weder sie noch ihr Mann jemals Wertsachen besessen hätten. Um dahinterzukommen, warum Harry so grausam ermordet wurde, bittet sie Alice, mit ihr zusammen Harrys Unterlagen durchzusehen. Alice hingegen findet das Verhalten des Stallmädchens verdächtig, ebenso wie fast alle anderen Personen, denen sie in den kommenden Wochen begegnet. Dabei schwankt das Verhalten der Protagonistin von spontaner Abneigung über ebenso spontanen Hass bis zu dem recht sachlichen Eingeständnis, dass sie mit einem der Beteiligten gern ins Bett gehen würde (vor allem, weil der letzte Sex schon so lange her ist). Ich muss gestehen, dass ich nicht weiß, wie ich früher die Eigenarten von Alice einfach so hinnehmen konnte. Eine gewisse Exzentrik und Konzentration auf ihr Aussehen und ihre Wirkung auf andere kann ich bei einer Schauspielerin hinnehmen, aber ihre Stimmungswechsel hat Lydia Adamson für mich nicht nachvollziehbar dargestellt und ihre schnellen Urteile über andere Menschen fand ich auch eher anstrengend zu lesen.

Ebenso ist der Fallaufbau – inklusive der absurden Auflösung bezüglich des Täters – nicht gerade überzeugend. Dick Francis hätte aus der Idee vielleicht einen spannenden Kriminalroman gemacht, aber hier war ich am Ende eher frustriert. Es ist schade, dass ich mit einer Reihe, die ich doch in guter Erinnerung hatte, heute anscheinend überhaupt nichts mehr anfangen kann. Ich weiß nicht, ob es daran liegt, dass ich inzwischen kritischer geworden bin, bestimmte Eigenarten bei Personen, aus deren Perspektive ich die Handlung erzählt bekomme, nicht mehr leiden kann oder einfach inzwischen so viele bessere Cozies gelesen habe, aber von „Eine Katze kommt selten allein“ war ich beim erneuten Lesen wirklich enttäuscht. Bleibt mir nur ein tröstlicher Gedanke, um über dieses Leseerlebnis hinwegzukommen: Ich habe nach dem Aussortieren dieser sieben Romane wieder ein bisschen mehr Platz im Regal für Bücher, die ich auch nach all den Jahren (mindestens) ebenso genießen kann wie beim ersten Lesen.

Was schön war (3): Eine Urlaubswoche mit japanischem Filmfestival

Ich hatte ja schon erzählt, dass mein Mann die letzte Mai-/erste Juniwoche Urlaub hat und wir diese Zeit nutzen werden, um möglichst viele Filme bei der Nippon Connection zu sehen. Angefangen hat das Filmfest für uns am Dienstagabend mit dem Eröffnungsfilm „Mori – The Artist’s Habitat“. Ich muss gestehen, dass ich schon das Schlimmste befürchtete, weil sich im vergangenen Jahr die Eröffnungsreden direkt vor dem Film nicht nur endlos hingezogen haben, sondern sich auch extrem wiederholten, da wirklich jeder Redner jeden anwesenden Ehrengast begrüßen, jedem Helfer danken und jede Fördersumme inklusive Quelle aufführen musste. In diesem Jahr war es nicht ganz so schlimm, trotzdem hätte man gut ein Trinkspiel aus den sich wiederholenden Elementen der verschiedenen Reden machen können. 😉 Auch war es ein bisschen schade, dass die wirklich hervorragende Dolmetscherin, die die Redebeiträge der verschiedenen Sprecher im fließenden Wechsel zwischen Japanisch und Deutsch übersetzte, nach dem Film nicht mehr für die Q&A-Runde mit dem Regisseur zur Verfügung stand. Ihre Kollegin war jetzt nicht wirklich schlecht, aber eben nicht genauso gut – so dass man regelmäßig das Gefühl hatte, man würde Details der Antworten verpassen. (Allerdings finde ich es lustig, dass ich inzwischen genügend japanische Wörter erkenne, um festzustellen, dass mir beim Übersetzen etwas vorenthalten wurde.)

Der Film selbst war einfach nur wunderbar! „Mori – The Artist’s Habitat“ dreht sich um einen (fiktiven) Tag im Leben des zu dieser Zeit 94jährigen Malers Morikazu Kumagai (1880 – 1977). Der Maler war nicht nur für seine Kunstwerke berühmt, sondern auch für die Tatsache, dass er die letzten dreißig Jahre seines Lebens nicht mehr sein Grundstück verlassen hat. Seine Zeit verbrachte er wohl vor allem damit, in seinem kleinen Garten die Natur (in erster Linie Insekten und Amphibien, aber auch Vögel und Katzen) zu beobachten – was natürlich auch großen Einfluss auf seine Kunst hatte. Im Film selbst bekommt man von Morikazu Kumagai eigentlicher Kunst relativ wenig mit, wenn man von den regelmäßigen Besuchern absieht, die von dem Maler etwas wollen. Stattdessen wechselt der Film von wunderschönen Naturaufnahmen und sehr ruhigen Momenten, in denen der Maler (gespielt von Tsutomu Yamazaki) sich in seinem Garten aufhält, zu amüsanten – stellenweise schon fast slapstickartigen – Szenen, in denen es um die Familie, die vielen Besucher und das Unverständnis gegenüber der sehr reduzierten Kunst von Morikazu Kumagai geht. Von dem Regisseur (und Drehbuchautor) Shuichi Okita haben wir schon die DVD von „The Woodsman and the Rain“ in unserem Besitz und ich hoffe sehr, dass auch dieser Film demnächst auf DVD zu kaufen sein wird, denn ich bin mir sicher, dass wir auch daran langfristig Freude haben werden.

Der zweite Film, „Destiny – The Tale of Kamakura“, ist eine Manga-Realverfilmung und erzählt eine wirklich wunderschöne und witzige Geschichte voller fantastischer Elemente. Die Handlung dreht sich um den Schriftsteller Masakazu und seine junge Frau Akiko. Direkt nach der Hochzeit zieht Akiko zu Masakazu in den kleinen Ort Kamakura. Die Alterspanne zwischen den beiden ist recht groß, aber es wird von Anfang an deutlich, wie sehr die beiden einander zugetan sind. Erst nach ihrem Umzug findet Akiko heraus, dass Kamakura voller magischer Energie ist – was bedeutet, dass sich allerlei übernatürliche Kreaturen von diesem Ort angezogen fühlen. Während dieses Zusammenleben mit Naturgeistern, Göttern und ähnlichen Wesen für Masakazu eine relativ alltägliche Sache ist, ist Akiko anfangs eher erschrocken über die ungewöhnlichen Nachbarn.

Der Regisseur Takashi Yamazaki gilt als einer der führenden Special-Effects-Experten in Japan, und so ist es kein Wunder, dass dieser Film voller seltsamer Kreaturen und magischer Orte war. Aber für mich waren es vor allem die wunderbaren Charaktere und die vielen kleinen, amüsanten oder berührenden Momente, die den Film zu einem solchen Genuss gemacht haben. Der Großteil der Geschichte spielt in Kamakura und so gibt es viele kleine Szenen, in denen Akiko auf übernatürliche Wesen trifft, wodurch sich ihre anfängliche Angst über Neugier in begeisterte Faszination für all diese magischen Aspekte des Lebens in Kamakura wandelt. Obwohl sich viele dieser magischen Elemente rund um den Tod drehen, ist „Destiny“ kein trauriger Film. So ist es zum Beispiel sehr lustig, als Akiko am Anfang eine Nachbarin von Masakazu kennenlernt und er ihr (mehr oder weniger) behutsam beibringen muss, dass die Dame schon vor einem Jahr verstorben ist. Dieser wunderbare Humor, die ganzen fantastischen Elemente und die wirklich hervorragend ausgewählten Schauspieler haben den Film für mich zu einem Wohlfühlfilm gemacht, der mir – trotz einer Laufzeit von über zwei Stunden – viel Spaß gemacht hat. Das Ende hätte man zwar etwas raffen und mit ein paar weniger Wiederholungen bei den Effekten erzählen können, aber das ist auch der einzige Kritikpunkt, der mir dazu einfällt, – was erschreckenderweise bedeutet, dass es einen weiteren Film gibt, bei dem ich auf eine DVD-Veröffentlichung hoffen muss.

Beim dritten Film, den ich in dieser Woche gesehen habe, besteht immerhin nicht die Gefahr, dass ich ihn auch für unsere private Sammlung haben will. „Oh Lucy!“ hatte ich – obwohl die Hauptdarstellerin Shinobu Terajima in diesem Jahr mit dem Nippon Honor Award des Filmfests ausgezeichnet wird – eigentlich nicht auf meinem Plan, aber unsere ehemalige Nachbarin schlug den Film für einen gemeinsamen Kinobesuch vor. Laut Ankündigung sollte „Oh Lucy!“ eine mit „einem außerordentlichen Gespür für komisches Timing“ erzählte Geschichte mit „bezauberndem Gefühlswirrwarr“ sein. Aber ich fand den Film rund um eine einsame und unglückliche Frau, die sich innerhalb kürzester Zeit in ihren amerikanischen Englischlehrer John verliebt, am Ende eher deprimierend.

Weder die Hauptfigur Setsuko (von besagtem Amerikaner für den Unterricht kurzerhand in „Lucy“ umgetauft), noch ihre Nichte (die mit dem Amerikaner liiert ist und mit ihm in die USA verschwindet) oder Setsukos Schwester scheinen am Ende eine Aussicht auf ein einigermaßen gutes Leben zu haben. Alle sind voneinander enttäuscht, zutiefst verletzt und fast noch einsamer als zuvor – selbst wenn Setsuko am Ende einem Menschen begegnet, der ihre Einsamkeit zu verstehen scheint. Da hilft es mir als Zuschauer auch nicht, dass die Besetzung von Shinobu Terajima bis Josh Hartnett (der den John spielt) wirklich gut ausgewählt war und sehr, sehr gute Leistung zeigte oder dass es anfangs wirklich einige amüsante Szenen gab (bei denen allerdings auch oft genug eine deutliche Spur von Fremdscham mitschwang).
(Nachtrag: Sonntag wurde der Film dann – für mich nicht ganz nachvollziehbar, weil ich die anderen Filme deutlich besser fand – noch mit dem Publikumspreis Nippon Cinema Award ausgezeichnet. Aber Geschmäcker sind nun mal sehr unterschiedlich. *g*)

Film Nummer vier war für uns die Dokumentation „Ramen Heads“, die sich vor allem um die Arbeit von Osamu Tomita, eines der besten Ramen-Köche Japans, dreht, aber auch die Schwerpunkte anderer berühmter japanischer Ramen-Köche aufgreift und mehr über die verschiedenen Varianten von Ramen und die unterschiedlichen Herangehensweisen beim Kochen erzählt. Ich muss gestehen, dass ich durch die verschiedenen Filme, Manga und Romane Ramen mit „Wohlfühlessen“ assoziiere, obwohl ich selbst nie japanische Ramen – egal welcher Variante – essen könnte, weil dieses Gericht definitv nicht für Vegetarier geeignet ist. So gab es auch relativ zu Beginn des Films eine Szene, in der man das Geheimnis der berühmten Brühe von Osamu Tomita erfuhr, für die 27 Stunden lang sehr viele unterschiedliche Fleischsorten (inklusive einem vollständigen Schweinekopf, Schweine- und Hühnerfüßen) mit Gemüse gekocht werden, um später mit verschiedenen Sorten Trockenfisch weitergekocht zu werden. Von diesen für mich wenigen appetitlichen Szenen abgesehen war die Dokumentation wirklich spannend, weil es ja nicht nur verschiedene „Grundsorten“ von Ramen (abhängig von der Basis für die Brühe) gibt, sondern auch innerhalb dieser Ramen-Arten verschiedene Herangehensweisen und Philosophien bei den unterschiedlichen Köchen.

Es war nicht nur spannend, mehr über die verschiedenen Köche zu erfahren, sondern auch über die Entstehung von Ramen an sich (vor allem die Erfolgsgeschichte nach dem 2. Weltkrieg) und die Gedanken, die sich die (moderneren) Köche über ihre Zutaten, den individuellen Touch ihres Restaurants und den Service gemacht haben. Ebenso fand ich es interessant, einen kleinen Einblick darin zu bekommen, wie es wohl für einen Auszubildenden in einem so berühmten Restaurant ist, oder wie das berühmte Schlangestehen von Osamu Tomita für sein Lokal (das gerade mal zehn Sitzplätze hat und bei mir für Beklemmungen sorgen würde) perfektioniert wurde. Da Osamu Tomita vier Jahre in Folge den Preis für den besten Ramen-Kochs Japans gewonnen hat, war diese Perfektionierung auch notwendig – wenn man nicht morgens um 6:30 Uhr seinen Sitzplatz reserviert, wird es schwierig mit dem Essen für diesen Tag. Am Ende des Films habe ich mir fast gewünscht, ich hätte nicht solche Probleme mit Fisch und Fleisch (und Soja) und könnte mir auch mal eine schöne Schale mit Ramen gönnen. 🙂
(Nachtrag: Der Film hat dann auch am Sonntag den Nippon Visions Audience Award gewonnen – beim Thema Essen waren sich die Zuschauer anscheinend schnell einig, dass sie das gut fanden. 😉 )

Am Sonntag haben wir dann noch „Recall“ gesehen, in dem sich die Handlung rund um eine kleine Transportfirma dreht, die in eines Tages in einen Unfall verwickelt wird. Anfangs wirkt es noch so, als ob die Mechaniker der kleinen Firma Akamatsu Schuld daran wären, dass sich ein Reifen von einem fahrenden LKW löste und eine Frau – vor den Augen ihres kleinen Sohnes – erschlug. Aber dann können die Mechaniker nachweisen, dass sie wesentlich gründlicher gearbeitet haben, als es der Gesetzgeber überhaupt von ihnen verlangt hat. Um herauszufinden, was diesen Unfall verursachen hat, und natürlich auch, um seine Transportfirma und somit die Arbeitsplätze seiner 80 Angestellten zu retten, wendet sich der Chef an die Herstellerfirma des LKWs – und obwohl er langjähriger treuer Kunde ist, bekommt er keinerlei Hilfe oder Antworten.

Es ist für den Zuschauer natürlich schnell klar, dass die Herstellerfirma Hope Motors was zu verbergen hat, aber die Frage, ob und wie Akamatsu herausfindet, was die Firma vertuschen will, und ob es ihm gelingt, gegen den mächtigen Konzern (und dessen diverse „Verbündete“) vorzugehen, sorgt für einen sehr fesselnden Film. Die Handlung wird in vielen kurzen und eindringlichen Szenen erzählt und beleuchtet die Motivation der verschiedensten Beteiligten. Dabei war es für mich sehr spannend, dass ich einige Elemente sehr „japanisch“ fand, wie die Ergebenheit gegenüber der Firma, das „Zusammenspiel“ zwischen den diversen Beteiligten oder die Bemühungen, sein Gesicht zu wahren. Auf der anderen Seite kann ich mir vorstellen, dass die Reaktionen bei dem meisten Großkonzernen (auch außerhalb Japans) vergleichbar wären (gerade wenn ich an den einen oder anderen aktuelleren Skandal in der Autodindustrie denke). Ein sehr guter Film mit fantastischen Schauspielern und einer spannenden – wenn auch vielleicht wenig überraschenden – Handlung.

Für sechs Tage Filmfestival scheinen fünf Kinofilme nicht so viel zu sein, aber auf der einen Seite hat uns die Hitze (und der daraus resultierende Schlafmangel) wirklich fertiggemacht und auf der anderen Seite haben wir uns in dieser Urlaubswoche auch relativ viel Restaurantessen gegönnt und die eine oder andere Erledigung auf die Reihe bekommen, so dass wir für unsere Verhältnisse verflixt viel unterwegs waren. Außerdem bedeutet Großstadt nicht unbedingt, dass der Nahverkehr auch optimal läuft, und so konnte es schon mal passieren, dass wir für einen 1 1/2stündigen Film mit An- und Heimfahrt insgesamt fünf Stunden unterwegs waren. Das sorgte bei Christie in den letzten Tagen auch für unangenehm viel Alleinsein und so brauchte sie nach unserer Heimkehr abends immer extra viel Betreuung und Aufmerksamkeit. Da heute der letzte Urlaubstag meines Mannes ist, beginnt für uns morgen wieder der Alltag. Und für das kommende Jahr ist die Urlaubswoche zur Nippon Connection schon wieder fest eingeplant … 🙂

Vicki Grant: 36 Fragen an dich

Ich weiß nicht mehr, wo ich über „36 Fragen an dich“ von Vicki Grant gestolpert bin. Ich weiß aber noch, dass ich das Buch nach dem Lesen einer Rezension spontan in der Bibliothek vorgemerkt hatte, in der Hoffnung, dass mir da eine „nette“ Geschichte erzählt wird. Die Grundidee basiert auf einem Experiment mit dem Titel „The Experimental Generation of Interpersonal Closeness: A Procedure and Some Preliminary Findings“, das von Arthur Aron entwickelt wurde und davon ausgeht, dass es möglich ist, dass sich zwei Menschen sehr nahe zu kommen (bzw. sich verlieben), wenn diese zwei Menschen einander 36 vorgegebene Fragen so ehrlich wie möglich gegenseitig beantworten. Wer mehr dazu wissen will, kann gern einmal online nach dem Experiment suchen, da findet man in diversen Artikeln auch alle Fragen und Details zum Experimentaufbau aufgeführt.

In „36 Fragen an dich“ erzählt Vicki Grant nun die Geschichte zweier fiktiver Experimentteilnehmer, die von ihrer Art und Herkunft unterschiedlicher nicht sein könnten. Hildy (eigentlicht Hilda, aber den Namen mag sie nicht) kommt aus einem Akademikerhaushalt, hat lauter musische Extrafächer belegt, wirft mit Fremdwörtern um sich und versucht, sich jederzeit korrekt zu verhalten. Paul hingegen hat die Schule vorzeitig abgebrochen, wirkt geldgierig (die Geldprämie ist der einzige Grund, warum er an der Studie teilnimmt) und abweisend und macht sich regelmäßig über Hildys Gedanken und Gefühle lustig. Aber natürlich hat jeder der beiden Probleme und deutlich mehr Tiefgang, als man auf den ersten Blick annehmen soll, und je besser sie sich kennenlernen, desto mehr mögen sie sich.

Ich hatte gar keine so großen Erwartungen an die Geschichte gesetzt, wollte nur eine nette und unterhaltsame Lektüre für einen viel zu heißen Nachmittag und dann habe ich mich beim Lesen ständig geärgert. Vicki Grant nimmt zwei klischeeüberfrachtete Achtzehnjährige, garniert Hildys Leben mit einem besten schwulen Freund und einer Freundin, deren einzige Charakterisierung darin besteht, dass sie 1. bei einem Cafébesuch nur ein halbes Croissant isst und 2. in einen Straßenmusiker verknallt ist, und mischt das Ganze noch mit zwei von Anfang an vorhersehbaren Dramen im Leben der Protagonisten. Für mich war die Geschichte zu absehbar, zu sehr künstlich gestreckt durch die 36 Fragen (das gegenseitige Kennenlernen habe ich in anderen Romanen schon deutlich glaubwürdiger und unterhaltsamer gelesen) und die Hälfte der Zeit hätte ich Hildy gern aus den unterschiedlichsten Gründen heraus geschüttelt.

Einer der Gründe ist, dass sie ständig Paul berichtigt, seine Rechtschreibung verbessert und darauf besteht, dass er nicht flucht, dass sie aber – trotz all ihrer „politisch korrekten“ Verhaltensweise – seine abweisende und verschlossene Art als „maskulin“ bezeichnet, während er auf einmal – laut ihrer Wortwahl – seine „feminine Seite“ zeigt, wenn er über Gefühle redet. Eine junge Frau, die sich mit allen möglichen Themen auseinandersetzt, die sich angeblich für diverse gute Zwecke einsetzt und die einen „schwulen besten Freund“ hat, sollte meiner Meinung nach schon mal darüber nachgedacht haben, dass dieses Schubladendenken von den „emotionalen Frauen“ und den „zurückhaltenden, introvertierten“ Männern gefährlicher und schädlicher ist als ein spontanes Schimpfwort. Aber Hildy wiederholt trotz ihres Beteuerns, wie wichtig ihr die Rolle der Frau und Feminismus sei, regelmäßig ihre ungute Wortwahl, und sie findet Pauls „maskuline Art“ total cool, obwohl sie doch sonst angeblich so ein aufmerksamer und nachdenklicher Mensch ist.

Paul selbst ist als Figur ganz in Ordnung (was auch daran liegt, dass man von ihm nur seine Dialoge mit Hildy mitbekommt) und ich mochte die kleinen Zeichnungen, die immer wieder im Buch zu finden waren, weil Paul bei Gesprächen nebenbei „kritzelt“, um seine Stimmung und seine Gedanken auszudrücken. Auch die letzten Kapitel waren eigentlich nett zu lesen inklusive des großen Missverständnisses und der daraus folgenden Bemühungen Hildys, alles wieder gutzumachen. Aber ich muss zugeben, dass ich an diesem Punkt schon so grummelig wegen der klischeeüberfrachteten Handlung und der Vorhersehbarkeit all der „überraschenden“ Wendungen und Enthüllungen war, dass ich mich darauf gar nicht mehr einlassen konnte. Mir ist bewusst, dass ich bei einem Jugendbuch nicht zur eigentlichen Zielgruppe gehöre, aber das ändert nichts daran, dass ich mir bei einer solchen Geschichte eine sympathische Erzählstimme, amüsante Dialoge oder zumindest die eine oder andere überraschende Wendung wünsche.

Juni-SuB 2018

Spätestens Mitte Mai wurde es bei mir schon wieder Zeit für mein übliches Sommerjammern. Es war zu heiß, ich habe nicht gut geschlafen, war dauermüde und hatte zusätzlich noch den Kopf voll mit allerlei Kram. Oh, und ich verbringen gerade eine tolle Urlaubswoche mit meinem Mann und den (bislang geschauten) japanischen Filmen und freue mich auf die kommenden Tage und Filme – lustigerweise schließt das eine das andere nicht aus. 😉 All das hat dazu geführt, dass ich im Mai überraschend viele Manga gelesen habe, was sich zwar nicht auf meinem SuB niederschlägt, aber definitiv auf meine Wunschliste. In den nächsten Tagen muss ich dringend mal wieder eine Mangabestellung aufgeben. *g*

Für den Juni habe ich (von den Filmvorstellungen an diesem Samstag und Sonntag abgesehen) bislang keine Pläne. Ich werde weiter mit meinen Altbeständen „spielen“ und schauen, wie ich all die Bücher in die Regale gepackt bekommen, ohne dass diese zusammenbrechen, und weiterhin ganze Buchstapel vor dem Bett stehen haben, um mich zu entscheiden, ob ich diese Titel nun aussortiere oder doch weiter behalte. Bis August (wenn wir Besuch bekommen) will ich das Chaos aber endlich bewältigt haben …

  1. Tomi Adeyemi: Children of Blood and Bone
  2. Kelly Barnhill: The Witch’s Boy
  3. Kelly Barnhill: Dreadful Young Ladies and Other Stories (Anthologie)
  4. Janine Beacham: Rose Raventhorpe Investigations 1 – Black Cats and Butlers
  5. Elizabeth Bear: Karen Memory
  6. Alan Bradley: Flavia de Luce 5 – Schlussakkord für einen Mord
  7. Alan Bradley: Flavia de Luce 6 – Tote Vögel singen nicht
  8. Marie Brennan: The Voyage of the Basilisk – A Memoir by Lady Trent
  9. Marie Brennan: In the Labyrinth of Drakes – A Memoir by Lady Trent
  10. Marie Brennan: Within the Sancutary of Wings – A Memoir by Lady Trent
  11. Marie Rees Brennan: Tell the Wind and Fire
  12. Sarah Rees Brennan: In Other Lands
  13. Jim Butcher u.a.: Urban Enemies (Anthologie)
  14. Julie Campbell: The Mysterious Visitor (Trixie Belden 4)
  15. Beth Cato: Breath of Earth (Blood of Earth #1)
  16. Mira Grant: Into the Drowning Deep
  17. Mira Grant: Feedback (Newsflash #4)
  18. Alex Grecian: The Black Country (Scotland Yard’s Murder Squat 3)
  19. Kate Griffin: The Midnight Mayor (Matthew Swift #2)
  20. Kate Griffin: The Neon Court (Matthew Swift #3)
  21. Kate Griffin: The Minority Council (Matthew Swift #4)
  22. Kate Griffin: Stray Souls (Magicals Anonymous #1)
  23. Kate Griffin: The Glass God (Magicals Anonymous #2)
  24. Rachel Hartman: Seraphina
  25. Jim C. Hines: Die Buchmagier – Angriff der Verschlinger
  26. Mark Hodder: Auf der Suche nach dem Auge von Naga
  27. D. B. Jackson: Thieve’s Quarry (Thieftaker #2)
  28. D. B. Jackson: A Plunder of Souls (Thieftaker #3)
  29. Diana Wynne Jones: The Dark Lord of Derkholm
  30. Diana Wynne Jones: Year of the Griffin
  31. Diana Wynne Jones: Cart and Cwidder (The Dalemark Quartet 1)
  32. Diana Wynne Jones: The Spellcoats (The Dalemark Quartet 3)
  33. Diana Wynne Jones: Drowned Ammet (The Dalemark Quartet 2)
  34. Diana Wynne Jones: Crown of Dalemark (The Dalemark Quartet 4)
  35. Diana Wynne Jones: Dogsbody
  36. Scott Lynch: Die Lügen des Locke Lamora
  37. Jennifer Mathieu: Moxie – Moxie Girls Fight Back
  38. Seanan McGuire: Tricks for Free (InCryptid 7)
  39. Kate Milford: The Boneshaker
  40. Bishop O’Connell: The Stolen
  41. Nnedi Okorafor: Akata Warrior (Akata Witch 2)
  42. Dominik Parisien und Navah Wolfe (Hrsg.): The Starlit Wood – New Fairy Tales (Anthologie)
  43. Jackson Pearce: Blutrote Schwestern
  44. Tamora Pierce: Tempests and Slaughter
  45. Cindy Pon: Serpentine
  46. Cherie Priest: I am Princess X
  47. Bea Rauenthal: Karfreitagsmord
  48. Philip Reeve: Larklight
  49. John Scalzi: Fuzzy Nation
  50. Helen Simonson: Mrs. Alis unpassende Leidenschaft
  51. A.C.H. Smith: Jim Henson’s The Dark Crystal
  52. Robin Stevens: Arsenic for Tea (Murder Most Unladylike 2)
  53. Robin Stevens: First Class Murder (Murder Most Unladylike 3)
  54. Jonathan Stroud: Bartimäus – Das Amulett von Samarkand
  55. Rosemary Sutcliff: Troja oder die Rückkehr des Odysseus
  56. Rosemary Sutcliff: König Artus und die Ritter der Tafelrunde
  57. Charles den Tex: Die Zelle
  58. Rob Thomas: Veronica Mars – The Thousand Dollar Tan Line
  59. Sarah Tolcser: Song of the Current
  60. Gail Tsukiyama: Die Straße der tausend Blüten
  61. Uwe Voehl: Tod und Schinken
  62. Xinran: Gerettete Wort
  63. Rick Yancey: Der Monstrumologe und die Insel des Blutes

61 Titel auf dem SuB

(durchgestrichene Titel habe ich in diesem Monat gelesen)
(kursive Titel sind in diesem Monat neu hinzugekommen)

So wenig Beiträge …

… schreibe ich sonst nur, wenn ich mich für einen Teil des Monats „offiziell“ abmelde, weil wir Besuch erwarten oder etwas Gravierendes passiert ist. Beides ist in diesem Mai nicht der Fall, aber ich fürchte, sehr viel mehr Beiträge werden es in diesem Monat trotzdem nicht mehr werden.

Auf der einen Seite war ich in den vergangenen Wochen mit dem Blogumzug und dem Überarbeiten alter Beiträge (womit ich noch nicht fertig bin) beschäftigt, auf der anderen Seite hat mein Mann in der kommenden Woche Urlaub und wir werden von Dienstag bis Sonntag so intensiv wie möglich das Angebot der Nippon Connection nutzen.

Außerdem lese ich gerade relativ wenig Bücher, die ich auch rezensieren mag, weil ich auf meinem Lesestapel lauter Titel habe, die ich lese, um zu entscheiden, ob ich den Autor oder die Reihe überhaupt weiter in meinem Bestand haben will. Nach neun Jahren feiere ich zwar eine Menge fröhlicher Wiedersehen, aber manchmal stellt sich auch die Frage, wieso ich gerade diese Buchreihe oder diesen Autor/diese Autorin behalten habe. Der eine oder andere ältere Krimi ist es zwar dann trotzdem wert besprochen zu werden, aber viele andere Romane lese ich nur an oder nur mit sehr viel Kopfschütteln zu Ende und dann wandern sie in den öffentlichen Bücherschrank um die Ecke.

Zum Ausgleich gibt es für mich Comics und Manga, aber auch da lohnt sich in der Regel keine Rezension, weil ich entweder zum ersten Band schon alles gesagt hatte oder so weit in der Reihe vorangeschritten bin, dass ich nicht mit Band 83 auf einmal etwas dazu auf dem Blog erzählen mag. 😉

Lese-Sonntag im Mai

Es ist 0:30 Uhr und somit schon Pfingssonntag und da das in diesem Jahr auch der dritte Sonntag im Monat ist, starte ich einfach schon mal in den Lese-Sonntag. 😉 Da ich gerade erst geduscht habe, brauchen meine Haare eh noch eine Stunde Trocknungszeit, bevor ich ins Bett kann – die Stunde kann ich dann auch zum Lesen nutzen. In den letzten Wochen ist bei mir sehr viel Zeit dafür draufgegangen alte Beiträge zu bearbeiten, die nach dem Blogumzug etwas aus der Form geraten waren oder deren Verlinkungen nicht mehr stimmten. Da blieb nicht gerade viel Luft für neue Blogbeiträge oder um den Stapel mit „etwas mehr Aufmerksamkeit erfordernden“ Bibliotheksbüchern in Angriff zu nehmen. Stattdessen habe ich mir die fünf Elemental-Assassin-Romane von meinem SuB geschnappt und mich beim Lesen in der Regel wunderbar entspannt. Vor allem ist es schön, dass ich die Geschichten problemlos an jeder Stelle unterbrechen kann, ohne den Faden zu verlieren. 😉

Bevor ich also ins Bett gehe, werde ich noch die letzten Seiten von „Snared“ lesen, auch wenn das bedeutet, dass ich mich morgen früh auf die Suche nach der nächsten Lektüre machen muss. So unterhaltsam ich die Elemental-Assassin-Bücher finde, so gibt es doch einen Punkt, der mich seit dem ersten Band stört und von dem ich mir so sehr wünschte, die Autorin hätte da ein besseres Händchen bewiesen. Dieser Punkt ist, dass Gin Blanco dafür, dass sie eine so erfolgreiche und erfahrene Assassine ist, einfach viel zu oft unprofessionell, impulsiv, emotional und leider auch regelmäßig zu dumm handelt. Das ändert nichts daran, dass ich die Charaktere in der Reihe eigentlich mag, ebenso wie die von Jennifer Estep entworfene Welt, die vielen Koch- und Essensbeschreibungen und die vielen Morde. Aber ich fände das Lesen eben noch befriedigender, wenn Gin nicht immer wieder die offensichtlichsten Sachen übersehen würde …

Nach dem Aufstehen gibt es dann das erste Update von mir – mal schauen, wie spät das sein wird. 😉

Update 10:00 Uhr

Nachdem wir gestern dann wirklich erst gegen zwei Uhr im Bett waren, bin ich immerhin schnell eingeschlafen (und habe nicht mal von misshandelten Frauen und Mordplänen geträumt 😉 ). Dafür bin ich heute morgen mit einem Ohrwurm aufgewacht, den ich einerseits niedlich finde, auf der anderen Seite jetzt schon gern los wäre. Genau genommen handelt es sich um das Lied der Rettungshilfsvereinigung aus „Bernard und Bianca“ (mein Dank gilt Sarah Burrini, die das Lied vor kurzem bei Twitter verlinkt hatte *seufz*). Immerhin hat mich das schnell aus dem Bett getrieben und so backen nicht nur schon Brötchen im Ofen (ich experimentiere mit einem Rezept mit Quarkteig, der keine Gehzeit braucht vor dem Backen), sondern es steht auch schon ein Milchkaffee vor meiner Nase und wird mir hoffentlich beim Wachwerden helfen. Nebenbei lese ich den gestern Nacht noch angefangenen „Detektiv Conan“-Band (Nr. 80) von Gosho Aoyama – nachdem mein Mann vor Kurzem beim Switchen in einem Detektiv-Conan-Film gelandet war, habe ich richtig Lust darauf gehabt die Reihe weiterzulesen.

Update 12:45 Uhr

Nach zwanzig Minuten Backzeit waren die Brötchen fertig – und nach einem Blick auf den Bräunungsgrad kann ich nun sagen, dass die fehlende Angabe im Rezept der Hinweis auf die Ofeneinstellung war. Beim nächsten Mal also Ober-/Unterhitze und nicht Umluft … Auch hatte die Bloggerin, wo ich das Rezept gefunden hatte, ganz viele Varianten erwähnt, aber nicht gesagt, ob sie dafür den Teig abändert oder einfach nur die variablen Zutaten zufügt – was mich ja immer ganz kirre macht, wenn ich so was lese. Nach dem Probieren der Brötchen kann ich sagen, dass ich das Rezept an sich gut finde. Man bekommt mit sehr wenig Arbeit und ohne Gehzeiten innerhalb von dreißig Minuten frische Brötchen auf den Tisch (muss dafür allerdings Quark und Ei im Haus haben), allerdings würde ich das Rezept beim nächsten Mal noch weiter verändern und mit Salz und Zucker „spielen“, um das unserem Geschmack anzupassen.

Dummerweise entdeckte mein Mann während des Frühstücks, dass gerade „Treffpunkt Flughafen“ im Fernsehen lief und somit bin ich nach dem Essen mit meiner Lektüre ins Schlafzimmer gewandert, um in Ruhe weiterlesen zu können. Ich mag die Detektiv-Conan-Geschichten wirklich, weil sie trotz aller „fantastischen“ Elemente solide in der Regel solide Kriminalfälle bieten, bei denen man gut mitermitteln kann. Obwohl „Detektiv Conan“ mit dem ersten Kapitel eines neuen Mordfalls endete, habe ich danach erst einmal zu „Im Eisland 2 – Gefangen“ von Kristina Gehrmann gegriffen. In den letzten Tagen war mir eigentlich nicht nach einer so deprimierenden Geschichte, aber da der Comic demnächst wieder zurück in die Bibliothek muss und ich gerade grundsätzlich Lust aufs Comiclesen habe, bot er sich an.

Update 18:00 Uhr

Seit dem letzten Update habe ich in erster Linie „Küchenkram“ gemacht (Katze gefüttert, Näpfe gereinigt, Teig angesetzt) und natürlich Gloomhaven gespielt. Letzteres war heute wirklich anstrengend, da ich mit einem neuen Charakter gespielt habe. Der „Mindthief“ ist relativ schwach, hat dafür aber die Möglichkeit andere Mitspieler oder Gegner zu beeinflussen oder „andauernde Statusveränderungen“ zu bewirken.

Das erfordert nicht nur ein ordentliches Umdenken von meiner Seite, sondern hätte auch einiges an Glück benötigt, damit der Anfang nicht so frustrierend gewesen wäre. Aber immer, wenn ich gerade alles so hingedreht hatte, dass z.B. jeder meiner Nahkampfangriffe den Gegner zusätzlich vergiften und verwirren würde, hatte ich in den folgenden Runden keine Chance mehr überhaupt einen Nahkampfangriff zu machen. Überhaupt ist er mit diesen Statusveränderungen im Nahkampf erstaunlich erfolgreich, kommt aber aufgrund mangelnder Schrittzahl kaum in den Nahkampf – und wenn er nah genug am Gegner ist, muss ich aufpassen, dass er nicht sofort getötet wird, denn seine Lebenspunkte sind auch nicht gerade hoch. Ich hoffe, er spielt sich im Laufe der Zeit besser, sonst würde ich es wirklich bereuen, dass ich meinen Spellweaver für den Mindthief in Rente geschickt habe.

Immerhin haben wir am Ende (in der letzten Runde haben wir erstaunlich oft Glück, weil wir dann wirklich alles auf die letzte Karte setzen, was wir uns früher nicht trauen, weil die guten Karten dann zu schnell für den Rest des Spiels verloren wären) zwei neue Gebiete (Nr. 24 und 25 😀 ) freigeschaltet. Wir müssen aber noch mal nachschauen, ob wir eine bestimmte Eigenschaft des Mindthiefs richtig interpretiert haben. Zum Glück gibt es im Brettspielforum diverse Diskussionen mit Beteiligung des Spieleentwicklers, so dass solche Fragen relativ einfach zu klären sind.

Jetzt wandere ich erst einmal wieder in die Küche, um das Abendessen vorzubereiten, und während die Quiche im Ofen ist, schaue ich nach den anderen Blogs. 🙂

Update 20:30 Uhr

Inzwischen habe ich meine Blog- und Kommentarrunde nachgeholt (irgendwie bin ich heute wohl doch etwas zu übermüdet, um das „richtig“ auf die Reihe zu bekommen *g*) und die Quiche ist auch fertig. Dank eines Rechenfehlers auf meiner Seite (das nächste Mal merke ich mir hoffentlich, dass ein halbes Pizzateigrezept vollkommen reicht) und dank des von meinem Mann gekauften und wirklich monströs großen Blumenkohls, ist die Quiche etwas ausladender geworden als geplant. Aber da das eh ein „zwei bis drei Tage“-Essen ist, werden wir damit wohl fertig. 😉

Während des Essens lief schon „Team Ninja Warrior“ und dabei werden wir bleiben, während wir nebenbei mit dem DS spielen (und in meinem Fall später weiter Comic lesen). Es gibt auf jeden Fall noch ein Update von mir und eine Kommentarrunde werde ich vor dem Schlafengehen auch noch drehen. Schließlich habe ich bislang noch nicht so viel zu meinen Comics geschrieben … 😉

Update 23:30 Uhr

So, das letzte Update des Tages. Heute war wirklich ein Comic-Lesetag für mich, da ich inzwischen nicht nur den zweiten Teil von „Im Eisland“ beendet, sondern danach direkt zu „Malcolm Max 1 – Body Snatchers“ von Peter Menningen und Ingo Römling gegriffen habe. Bei „Im Eisland“ bleibt es eigentlich bei den Kritikpunkten, die ich schon zum ersten Band hatte. Mich machen einige Aspekte bei den Zeichnungen wirklich kirre, weil die Figuren so sind, die Köpfe häufig wie aufgesetzt wirken und eine Alterseinschätzung erschreckend oft einfach nicht möglich ist. Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie überrascht ich war, als der kleine Junge aus dem ersten Band nach gerade mal einem Winter im Eis seinen neunzehnten Geburtstag feierte (und prompt im selben Panel so an den unteren Rand gequetsch wurde, dass er schon allein aufgrund der Perspektive wieder wie ein Kind wirkte). Die Geschichte an sich ist bedrückend, die Landschaften atmosphärisch, die Dialoge informationsreich – das reicht, dass ich auch noch den dritten Teil lesen möchte, aber ich werde auch dabei vermutlich wieder regelmäßig vor mich hingrummeln.

Während ich „Im Eisland“ problemlos nutzen konnte, um die Werbepausen und die Moderatoren bei „Team Ninja Warrior“ auszublenden (wenn nicht so viele Teilnehmer wirklich beeindruckend wären, wäre das Drumherum gar nicht zu ertragen), funktioniert „Malcolm Max“ aufgrund der Textlastigkeit besser ohne jegliche Ablenkung. Den ersten Band habe ich allerdings schon damals beim Erscheinen gelesen und da ich nun endlich auch die beiden Fortsetzungen lesen will, habe ich den nur zum Erinnerungauffrischen noch einmal aus dem Regal gezogen. Die Story ist unterhaltsam mit einem düsteren viktorianischen Urban-Fantasy-Setting und die Dialoge sind stellenweise (gerade am Anfang) viel zu sperrig und gekünstelt (und damit meine ich nicht den Versuch sich „historisch korrekt“ auszudrücken), während die Zeichnungen so atmosphärisch und wunderbar kantig sind mit angenehm individuellen Charakteren. Ich hoffe, ich finde morgen Zeit, um die letzten Seiten von „Body Snatchers“ zu lesen und mit dem zweiten Album weiter zu machen.

Jetzt ist es aber wirklich Zeit für heute Schluss zu machen! Es war wieder schön mit euch! Ich wünsche euch morgen noch einen geruhsamen Tag und denjenigen, die einen weiteren Lesetag einlegen, viel Spaß mit der Lektüre! 🙂

***

Heutige Mitleser:

Natira

Sayuri

Neyasha