Lese-Sonntag September 2019

Da der 1. September auf einen Sonntag fiel, ist in diesem Monat der Lese-Sonntag wieder überraschend früh. In den letzten Wochen habe ich erschreckend wenig (und vor allem Kurzgeschichten) gelesen, aber so langsam kommt die Leselust wieder. Wenn ich mich also etwas wacher fühle (gestern ist es doch etwas sehr spät geworden), werde ich vermutlich gleich zu „Summerkin“ von Sarah Prineas greifen. Das Buch habe ich gestern angefangen und mir fehlen nur noch ungefähr 100 Seiten, bis ich damit durch bin. „Summerkin“ ist der zweite Teil der „Summerlands“-Trilogie und während ich die Geschichte im ersten Band ein kleines bisschen zu entspannt fand, bange ich gerade doch sehr um das Schicksal der Protagonistin und ihrer Freunde.

Mal schauen, ob ich das Buch bis zum nächsten Update durchbekomme oder ob ich wieder so lange zum Wachwerden benötige, dass es mit dem Lesen am Vormittag nicht so zügig läuft. 😉

Update 9:30 Uhr

Hm, ich habe keine Ahnung, wieso mein Beitrag nicht um acht Uhr veröffentlicht wurde und hoffe jetzt nur, dass er mit diesem Update dann endlich rausgeht.

In der Zwischenzeit habe ich „Summerkin“ ausgelesen und mochte die Lösung, die Sarah Prineas für ihre Protagonistin gefunden hat sehr. Fer hatte im ersten Band der Trilogie gesehen, was für Unglück ein Eid in dem magischen Land (aus dem ihre Mutter stammt) anrichten kann und sich geschworen, dass sie niemals einen Eid von jemanden annehmen würde. Doch als zukünftige Herrscherin des Summerlands benötigt sie eine Verbindung zum Land und seinen Bewohnern und diese Verbindung wird normalerweise über einen Eid geschlossen. Nachdem ich den ersten Band („Winterling“) schon sehr nett fand, gefiel mir „Summerkin“ noch besser. So ist es gut, dass ich den dritten Teil auch schon auf dem SuB liegen habe. 😉

Update 11:00 Uhr

Tja, viel gelesen habe ich in den letzten 1 1/2 Stunden nicht mehr, dafür habe ich versucht herauszufinden, wieso einige Blogleser meine aktuellen Beiträge nicht sehen können. Es scheint nicht nur so zu sein, dass beim Aufrufen meines Blogs die Beiträge nicht angezeigt werden, sondern auch dass (verschiedene?) Feedreader diejenigen meiner Beiträge, die seit dem 21. August veröffentlicht wurden, nicht mehr erfasst haben. Ich habe keine Ahnung, wie ich das wieder in Ordnung bringen kann und finde es ungemein frustrierend. Mein Blog meldet mir keinerlei Probleme und mehr als Aktualisierungen wiederholen oder Plugins ein- und ausschalten kann ich auch nicht machen …

Update 13:30 Uhr

Kürbis-Spinat-Curry zum Frühstück

Ich muss gestehen, dass mich die Probleme mit meinem Blog doch ziemlich beschäftigen. Natira hat inzwischen herausgefunden, dass auch meine Kommentare seit dem 21. August nicht mehr im Feedreader auftauchen. Dummerweise habe ich keine Ahnung, was ich noch ausprobieren soll, um das wieder in Ordnung zu bringen. Trotz des ganzen Ärgers habe ich etwas in „Moonkind“ gelesen und herausgefunden, dass Fer in diesem Band dafür sorgen muss, dass all die Änderungen, die sie in „Summerkin“ angestoßen hat, in der magische Welt auch greifen. Außerdem habe ich inzwischen gefrühstückt und dabei Youtube-Videos von Cooking Tree geschaut – nachdem ich den Kanal gestern Abend durch Zufall entdeckt habe, bin ich gerade sehr fasziniert von all den wunderschönen Keksen und Kuchen, die von der Person gebacken werden. (Und für die, die sich über den Anblick meines Frühstücks wundern: Da ich momentan große Lust auf herzhaftes bzw. scharfes Essen habe, verzichte ich gerade auf meine normalen „Frühstücksoptionen“ und greife stattdessen lieber zu verschiedenen Currys, die ich im Tiefkühler gehamstert habe.)

Update 17:00 Uhr

Auch wenn ich mich zwischendurch online etwas habe ablenken lassen, habe ich inzwischen „Moonkind“ ausgelesen. Für mich ist die Summerlands-Trilogie wirklich mit jedem Band besser geworden und ich habe mich am Ende sehr über all die Entwicklungen rund um Fer und ihre Freunde sehr gefreut. Ich mag es, wenn mich eine Geschichte zum Schmunzeln bringt und wenn ich mir am Ende die feuchten Augen abtupfen muss, weil ich so gerührt bin von den Entscheidungen, die die verschiedenen Charaktere gefällt haben. Und auch wenn diese Romane mit 270-290 Seiten recht dünn sind, ist es ein schönes Gefühl, dass ich endlich mal wieder drei Bücher am Stück (und das innerhalb von zwei Tagen) gelesen habe. 😉

Bevor ich schaue, was ich als nächstest mache (ich hätte da noch zwei angefangene Bücher mit kurzen Texten, mein Strickzeug und natürlich die heutige Runde „Animal Crossing“ zur Auswahl) hüpfe ich erst einmal unter die Dusche.

Update 20:45 Uhr

Nach der Runde unter der Dusche habe ich mich auf der einen Seite mit „Teufelsköche“ von Juan Moreno (und Fotos von Mirco Taliercio) beschäftigt und auf der anderen Seite mit „Animal Crossing“. „Teufelsköche“ ist eine Leihgabe von Natira und beschäftigt sich mit ungewöhnliche Köchen. Grundsätzlich mag ich diese Mischung aus skurrilen Typen (wie zum Beispiel den Koch, der seit Jahrzehnten bei Großdemonstrationen kocht) und „klassischen“ Chefköchen, aber ich habe ein Problem damit dem Autor zu vertrauen. Bei sehr vielen Dingen habe ich das Gefühl, dass da sehr viel in die jeweilige Szene reininterpretiert wird, das macht das Lesen für mich schwierig, weil ich ständig Aussagen hinterfrage.

Kartoffeln mit Frühlingszwiebeln und Feta aus dem Ofen

Ansonsten habe ich seit dem letzten Update Abendessen gekocht (und gegessen) und sitze nun mit dem Strickzeug vor dem Fernseher. Eigentlich wollten wir heute Abend den Film „Shin Godzilla“ schauen, aber unsere Playstation erkennt die BluRay nicht – heute passt es mit mir und der Technik anscheinend nicht. Stattdessen schauen wir eine Aufnahme von „Ninja Warrior“ – was immerhin den Vorteil hat, dass wir alle Werbepausen (und nervigen Moderatorenszenen) vorspulen können und ich nicht meine ganze Aufmerksamkeit auf den Fernseher richten muss, sondern nebenbei stricken kann.

Bevor ich den Laptop wieder zuklappe, drehe ich noch eine Blogrunde und schaue mal, wie es den anderen bislang heute Abend ergangen ist. Außerdem werde ich vor dem Schlafengehen noch einmal hier vorbeischauen. 🙂

 

***

Heutige Mitleserinnen:

Ariana
Kiya
Natira

Kate Williams: The Babysitters Coven

Über „The Babysitters Coven“ von Kate Williams bin ich bei Twitter gestolpert, und da es dort als eine Mischung aus „Adventures in Babysitting“ und „Buffy – The Vampire Slayer“ beschrieben wurde, habe ich den Roman spontan vorbestellt. Und obwohl ich am Ende zugeben muss, dass die Geschichte so einige Schwachpunkte vorzuweisen hat, bin ich sehr froh über diese Bestellung, denn „The Babysitters Coven“ ist das erste Buch seit Wochen, das ich innerhalb von zwei Tagen durchgelesen habe, statt es ständig zur Seite zu legen und irgendwas anderes zu machen.

Die Geschichte wird aus der Sicht der siebzehnjährigen Esme Pearl erzählt, die in den letzten Wochen ungewöhnlich viel Pech hatte und nicht so recht weiß, was sie von all den seltsamen Vorfällen halten soll. Bis vor kurzem drehte sich Esmes Leben vor allem darum, in der Schule nicht groß aufzufallen und ihre Freizeit mit ihrer besten Freundin Janis zu verbringen. Um Geld zu verdienen, verdingt sie sich als Babysitter und hatte sogar früher – gemeinsam mit Janis und zwei anderen Freundinnen – einen Babysitter-Club, der inzwischen aber nur noch dem Namen nach existiert.

Esme hätte kein Problem damit, wenn ihr Leben einfach so weiterlaufen würde, doch bei den letzten beiden Babysitter-Jobs hatte sie das Gefühl, als ob jemand ins Haus eingedrungen wäre, vor dem sie die Kinder beschützen musste. Außerdem passieren immer wieder seltsame Dinge, wenn sich Esme aufregt, und dann ist da noch die neue Mitschülerin Cassandra, die unbedingt Teil des Babysitter-Clubs werden möchte, obwohl sie offensichtlich keinerlei Erfahrung mit der Betreuung von Kindern hat. Es dauert eine Weile, bis Esme herausfindet, dass sie – ebenso wie Cassandra – über besondere Fähigkeiten verfügt und dass ihre Aufgabe als „Sitter“ über ein normales Babysitten hinausgeht.

Ich fand das Prinzip der „Sitter“, ihre Aufgabe in der Welt und die „Synod“ (eine Art „Rat der Wächter“) von der Grundidee ganz lustig, aber die Ausarbeitung durch die Autorin hätte schon überzeugender sein können. Man muss als Leserin in der Hinsicht ein paar Details einfach hinnehmen, wenn man sich den Spaß an der Geschichte nicht verderben lassen möchte. Auch muss man bei „The Babysitters Coven“ damit leben können, dass die Handlung nicht gerade action-geladen ist (auch wenn der Verlag das Buch damit bewirbt), weil sich Kate Williams viel Zeit lässt, um Esme, ihr Leben und später ihre Kräfte einzuführen. Da ich aber all die kleinen Dinge in Esmes Leben gern verfolgt habe und es mochte, von ihrer Freundschaft zu Janis, ihrem Hund Pig und all den anderen Dingen zu lesen, die in ihrem Alltag eine Rolle spielen, konnte ich sowohl mit der relativ langsamen Handlungsentwicklung als auch mit den kleinen Unstimmigkeiten gut umgehen.

Ich fand Esme ebenso wie Janis sympathisch, ich fand es lustig, dass Esme sich jeden Tag ein anderes Thema für ihre Kleidung vornimmt, und es hat mir leidgetan, dass ihre Mutter seit so vielen Jahren nicht für sie da sein kann (vor allem, da von Anfang an klar war, dass diese wohl ebenfalls über besondere Fähigkeiten verfügte). Mit Cassandra hatte ich stellenweise so meine Probleme (ich bin auch mit Faith bei „Buffy“ nie so recht warm geworden), aber sie bildete einen stimmigen Kontrast zu Esme, die sich eher mit Skepsis ihrer Magie nähert statt mit Begeisterung. Es gibt in „The Babysitters Coven“ einen Hauch einer Liebesgeschichte – genauer gesagt schwärmt Esme für Cassandras älteren Bruder Dion, aber die Szenen zwischen der Protatonistin und ihrem Schwarm nutzt die Autorin eher, um die familiären Hintergründe von Cassandra und Dion aufzudecken, als dass wirklich etwas zwischen Esme und ihm passieren würde. Mir persönlich kommt das nur entgegen, weil ich definitiv keine Lust mehr auf Liebesgeschichten in Jugendbüchern habe, aber einige Rezensenten hatten sich in der Beziehung wohl mehr erhofft.

Alles in allem war „The Babysitters Coven“ sehr nett zu lesen und hat mir einige Gelegenheiten zum Schmunzeln geboten. Allerdings denke ich auch, dass eine etwas erfahrenere Autorin (der Roman ist das Debüt von Kate Williams) etwas mehr aus der Grundidee und den Figuren hätte rausholen können. Vor allem hat es mir ein wenig an Spannung gefehlt, denn so gern ich „Wohlfühlromane“ lese, so gehört für mich zu einem solchen Roman doch auch Bösewichte, die ich ernst nehmen kann und die mir das Gefühl geben, dass die Protagonistin und diejenigen, die ihr am Herzen liegen, in Gefahr schweben. Trotz dieser Kritikpunkte gehe ich momentan davon aus, dass ich mir im kommenden Herbst auch die schon angekündigte Fortsetzung des Buches holen werde, einfach weil ich wissen will, wie es mit Esme, ihrer Familie und ihren Freunden weitergehen wird.

Barbara Hambly: Gefährten des Todes (James Asher 2)

Nachdem ich „Jagd der Vampire“ gelesen hatte, bot es sich an, gleich mit dem zweiten James-Asher-Band von Barbara Hambly weiterzumachen – schließlich mochte ich sowohl die Erzählweise als auch die Handlung sehr und war schon mal in der Welt drin. „Gefährten des Todes“ spielt ein Jahr nach „Jagd der Vampire“ und beginnt damit, dass James Asher am Londoner Bahnhof einen ihm bekannten österreichischen Spion im Gespräch mit dem Vampir Lord Ernchester beobachtet. Mit Ignace Karolyi verbindet James eine gemeinsame Geschichte, da der Österreicher ihn bei einem seiner früheren Einsätze wochenlang gejagt hatte, um die Informationen zurückzubekommen, die James für seine Regierung an sich gebracht hatte. Obwohl James nicht mehr als Spion für Großbritannien arbeitet, erschüttert ihn die Vorstellung, dass sich die österreichische Regierung – gerade angesichts der Unruhen in Europa im Jahr 1908 – mit einem (oder gar mehreren) Vampiren verbünden könnte. Kurzentschlossen folgt er dem Österreicher und dem Vampir quer durch Europa, um mehr über die Beziehung zwischen Karolyi und Ernchester herauszufinden.

Ich mochte an „Gefährten des Todes“ nicht nur diese Mischung aus Spionage-Roman und Vampirgeschichte, sondern auch die Tatsache, dass ein Großteil der Handlung aus der Sicht von Lydia Asher erzählt wird. Lydia bekommt von James ein Telegramm, das ihr grob den Grund für seine unerwartete Abwesenheit erklärt, und ist in der Lage, aus den wenigen Wissensbrocken, die ihr zur Verfügung stehen, den Schluss zu ziehen, dass James in Österreich in eine Falle laufen wird. Da sie keine Ahnung hat, wie sie allein ihren Mann gegen Spione und Vampire schützen kann, tritt sie an Don Simon heran und bittet ihn um Hilfe. Doch so ganz unproblematisch ist es für die junge Frau nicht, mit einem Vampir zu reisen – nicht nur, weil er nur bei Nacht reisen kann, sondern auch, weil Don Simon sehr strikte (und in Lydias Augen vollkommen überholte) Anstandsregeln einhält, während er mit einer Dame unterwegs ist. Dazu kommen für Lydia die Angst um ihren Mann James und natürlich das Wissen, dass jede Person, mit der sie redet, jemand sein könnte, der nicht nur für ihren Mann, sondern auch für sie Gefahr bedeutet.

Die Handlung in „Gefährten des Todes“ beginnt in London und zieht sich dann über Paris und Wien bis Konstantinopel, wobei die Autorin selbst die Städte, in denen sich die Protagonisten nicht so lange aufhalten, wunderbar atmosphärisch beschrieben hat. Dabei konzentriert sich Barbara Hambly nicht auf die glamourösen Seiten der Metropolen, sondern vor allem auf das Leben in den Seitengassen, auf die Stimmung, die durch die angespannte politische Situation herrscht, und auf das Machtgefälle zwischen den verschiedenen Bevölkerungsgruppen. Eine kleine Fahrt von dem gemieteten Haus, in dem Lydia mit ihrer Reisegruppe untergekommen ist, zur britischen Botschaft reicht der Autorin dabei schon aus, um dem Leser ein eindringliches Bild von der Stadt und ihren Bewohnern zukommen zu lassen. Dazu kommen dann noch die Charaktere, die rund um die britischen Botschaften der verschiedenen Städte eine Rolle spielen, und bei denen deutlich wird, dass es nicht immer so einfach ist, die gegnerischen Seiten beim „Großen Spiel“ zu definieren.

Dadurch, dass viele Passagen in „Gefährten des Todes“ aus Lydias Sicht erzählt werden, lernt man nicht nur diese Figur, sondern auch Don Simon besser kennen. Der Vampir wirkt in dieser Geschichte zwar nicht menschlicher (keiner der Vampire in Barbara Hamblys Roman wirkt menschlich, auch wenn Lord und Lady Ernchester sich ihre gegenseitige Zuneigung bewahrt haben), aber durch die mit Lydia verbrachte Zeit bekommt man eine Vorstellung von seinen Vorlieben und Abneigungen und von den vielfältigen Herausforderungen, die die Existenz als Vampir mit sich bringt. Neben der tieferen und spannenden Ausarbeitung der schon vertrauten Charaktere mochte ich sehr den Spionage-Anteil der Geschichte, der nicht nur mit großartigen Schauplätzen und wunderbar skrupellosen Antagonisten aufwartet, sondern auch mit genau der richtigen Mischung aus unerwarteten Verbündeten und noch überraschenderen Feinden. „Gefährten des Todes“ hat mir wirklich Spaß gemacht (und ich kann zusätzlich noch anmerken, dass man der Handlung auch problemlos folgen kann, wenn man über zwei Wochen hinweg nur hier und da ein paar Minuten an dem Roman liest 😉 ).

Was schön war (6)

Nach so langer Zeit wieder eine funktionierende – da neue – Klingel- und Sprechanlage zu haben
und somit auch endlich ein paar Sachen bestellen zu können,
die wir in den letzten Monaten nicht vor Ort auftreiben konnten.

Sich durch all die CDs wühlen, die sich im Laufe der Jahre angesammelt haben,
und sich die Ruhe und Zeit gönnen, um bewusst Musik zu genießen.
(Und der Lage zu sein, direkt nach dem Ausfall der alten Stereoanlage eine neue kaufen zu können.)

Zu sehen, wie viel mehr Ordnung ein simples Regal im Flur in die Wohnung bringt.
(Endlich ein fester Platz für Werkzeug, Schals und Handschuhe und die Einkaufs-Rucksäcke.)

Leider ohne Foto, da die Kamera muckte.

Die Verabredung am heutigen Abend mit Menschen,
die ich noch nicht so lange kenne, aber sehr sympathisch finde,
in einem Restaurant, das wir neu ausprobieren wollten. 🙂

Kurzgeschichten lesen

Ich habe in letzter Zeit ja schon häufiger angemerkt, dass ich momentan erschreckend große Probleme habe, mich auf ein Buch einzulassen – vor allem, wenn dieses Buch vielleicht auch noch ein kleines bisschen anspruchsvoller ist als der durchschnittliche Liebesroman oder ein nettes Kinderbuch. Ich mag Liebesromane und Kinderbücher, aber so richtig befriedigend ist es nicht, wenn man seit Wochen alle anderen Bücher angefangen liegen lässt, weil man nicht in die Handlung kommt oder weil man merkt, dass man nun schon zum dritten Mal denselben Absatz gelesen, aber keinerlei Informationen aufgenommen hat.

Zur Rettung meiner Laune habe ich in den letzten Tagen Kurzgeschichten wieder für mich entdeckt. Ich wache gerade regelmäßig deutlich vor dem Weckerklingeln auf, und statt mich darüber zu ärgern, dass ich nicht einschlafen kann, setze ich mich ins Wohnzimmer und lese eine Kurzgeschichte. Es liegen nicht nur so einige Anthologien auf dem SuB, die ich schon länger lesen will, ich habe auch einen großen Vorrat an Kurzgeschichten auf der Festplatte, die ich dank Patreon oder aufgrund von Autoren-Newslettern runterladen konnte. Außerdem haben sich so einige Links in meinen Lesezeichen angesammelt, hinter denen sich Kurzgeschichten verbergen, für die ich keine Zeit hatte, als ich sie online entdeckte, und deshalb später lesen wollte. So schnell geht mir in diesem Bereich der Lesestoff also nicht aus. 😉

Es sind nicht gerade viele Seiten, die ich so am Tag lese, aber das ist ja auch egal. Kurzgeschichten sind in der Regel eingängig geschrieben – was mir zur Zeit definitiv entgegenkommt – und viele davon bieten mir über ihre paar Seiten hinaus Stoff zum Nachdenken, Schmunzeln und Gruseln, so dass ich von diesen fünf bis zehn Minuten Lesezeit am Morgen oft den ganzen Tag was habe. Sie sind nicht ganz so befriedigend wie Romane, in denen ich versinken kann, oder Sachbücher, die mir neues Wissen bieten und mich auf mir unbekannte Themengebiete neugierig machen, aber solange es mit mir und den Büchern nicht so recht klappen will, bin ich sehr zufrieden damit, dass die Kurzgeschichten meinen Tag und meine Laune retten.

September-SuB 2019

Der August war ein seltsamer Lesemonat und hat dazu geführt, dass ich mir mal wieder eingestehen musste, dass meine Konzentrationsfähigkeit gerade nur für sehr einfache und entspannte Geschichten ausreicht. Eingängige Krimis (zum Großteil Cozies), (historische oder fantastische) Liebesromane und Kinder- und Jugendbücher gehen einigermaßen. Romane, bei denen ich mich auf fremdartige Welten bzw. Technik einlassen muss, oder gar Sachbücher – egal, wie faszinierend sie geschrieben sind – scheinen gerade unlesbar zu sein. Das ist frustrierend, vor allem, wenn ich sehe, was für tolle Bücher ich noch in den Regalen stehen habe, aber ich kann es anscheinend nicht ändern.

Viel zu oft habe ich in den letzten Tagen statt zum Buch zu Youtube gegriffen und Leuten zugeschaut, die Garten-, Putz- oder sonstige Videos gedreht haben. Vielleicht, weil mir diese kurzen Videos das Gefühl geben, dass zumindest ein paar Menschen ihre kleine Welt im Griff haben, während weltweit alles den Bach runter (oder in Flammen auf)geht. Aber nun gut, Jammern hilft nicht, und außerdem bringt der September viele schöne Verabredungen und eine Urlaubswoche mit sich, die ich zum Teil bei meinen Eltern und zum Teil bei einer Freundin verbringen werde. 🙂

  1. Tomi Adeyemi: Children of Blood and Bone
  2. Becky Albertalli: Leah on the Offbeat
  3. Kelly Barnhill: Iron Hearted Violet
  4. Tracy Baptiste: Rise of the Jumbies (Jumbies 2)
  5. Tracy Baptiste: The Jumbie God’s Revenge (Jumbies 3)
  6. T. J. Berry: Space Unicorn Blues
  7. Holly Black: The Coldest Girl in Coldtown
  8. Lawrence Block (Hrsg.): In Sunlight or in Shadow – Stories Inspired by the Paintings of Edward Hopper
  9. Rhys Bowen: Royal Blood (Royal Spyness 4)
  10. Rhys Bowen: Naughty in Niece (Royal Spyness 5)
  11. Rhys Bowen: The Twelve Clues of Christmas (Royal Speyness 6)
  12. Alan Bradley: Flavia de Luce 5 – Schlussakkord für einen Mord
  13. Alan Bradley: Flavia de Luce 6 – Tote Vögel singen nicht
  14. Marie Brennan: The Voyage of the Basilisk – A Memoir by Lady Trent
  15. Marie Brennan: In the Labyrinth of Drakes – A Memoir by Lady Trent
  16. Marie Brennan: Within the Sanctuary of Wings – A Memoir by Lady Trent
  17. Sarah Rees Brennan: Tell the Wind and Fire
  18. Sarah Rees Brennan: In Other Lands
  19. Jim Butcher: Brief Cases (Anthologie)
  20. Rachel Caine: Ink and Bone (The Great Library 1)
  21. Julie Campbell: The Mysterious Visitor (Trixie Belden 4)
  22. Beth Cato: Breath of Earth (Blood of Earth #1)
  23. David Chandler: A Thief in the Night (Ancient Blades 2)
  24. David Chandler: Honor Among Thieves (Ancient Blades 3)
  25. Louise Erdrich: The Birchbark House
  26. Laura Ann Gilman: Silver on the Road
  27. Jasmine Gower: Moonshine
  28. Mira Grant: Feedback (Newsflash #4)
  29. Mira Grant: Parasite (Parasitology 1)
  30. Mira Grant: Symbiont (Parasitology 2)
  31. Mira Grant: Chimera (Parasitology 3)
  32. Alex Grecian: The Black Country (Scotland Yard’s Murder Squat 2)
  33. Kate Griffin: The Midnight Mayor (Matthew Swift #2)
  34. Kate Griffin: The Neon Court (Matthew Swift #3)
  35. Kate Griffin: The Minority Council (Matthew Swift #4)
  36. Kate Griffin: Stray Souls (Magicals Anonymous #1)
  37. Kate Griffin: The Glass God (Magicals Anonymous #2)
  38. Christian Handel (Hrsg.): Hinter Dornenhecken und Zauberspiegeln (Anthologie)
  39. Rachel Hartman: Seraphina
  40. Jim C. Hines: Die Buchmagier – Angriff der Verschlinger
  41. Jim C. Hines: Terminal Alliance
  42. Mark Hodder: Auf der Suche nach dem Auge von Naga
  43. Tanya Huff: Wizard of the Grove
  44. Tanya Huff: Valor’s Choice (Confederation Novel 1)
  45. D. B. Jackson: Thieves‘ Quarry (Thieftaker #2)
  46. D. B. Jackson: A Plunder of Souls (Thieftaker #3)
  47. Diana Wynne Jones: The Dark Lord of Derkholm
  48. Diana Wynne Jones: Year of the Griffin
  49. Diana Wynne Jones: Cart and Cwidder (The Dalemark Quartet 1)
  50. Diana Wynne Jones: The Spellcoats (The Dalemark Quartet 3)
  51. Diana Wynne Jones: Drowned Ammet (The Dalemark Quartet 2)
  52. Diana Wynne Jones: Crown of Dalemark (The Dalemark Quartet 4)
  53. Diana Wynne Jones: Dogsbody
  54. Diana Wynne Jones: Power of Three
  55. Celine Kiernan: Geisterpfade
  56. Celine Kiernan: Königspfade
  57. Celine Kiernan: Begone the Raggedy Witches (The Wild Magic Trilogy 1)
  58. Mary Robinette Kowall: The Calculating Stars
  59. Sarah Kuhn: Heroine’s Journey (Heroine Complex 3)
  60. Scott Lynch: Die Lügen des Locke Lamora
  61. Kari Maaren: Weave a Circle Round
  62. Seanan McGuire: Tricks for Free (InCryptid 7)
  63. Seanan McGuire: This Ain’t Witchcraft (InCryptid 8)
  64. Seanan McGuire: The Brightest Fell (October Daye 11)
  65. Seanan McGuire: Night and Silence (October Daye 12)
  66. Seanan McGuire: Deadlands – Boneyard
  67. Kelly Meding: Stray Magic
  68. Kelly Meding: Stray Moon
  69. Kate Milford: The Boneshaker
  70. Bishop O’Connell: The Stolen
  71. Ellen Oh und Elsie Chapman (Hrsg.): A Thousand Beginnings and Endings (Anthologie)
  72. Nnedi Okorafor: Akata Warrior (Akata Witch 2)
  73. Dominik Parisien und Navah Wolfe (Hrsg.): The Starlit Wood – New Fairy Tales (Anthologie)
  74. Dominik Parisien und Navah Wolfe (Hrsg.): Robots vs. Fairies (Anthologie)
  75. Tamora Pierce: Tempests and Slaughter
  76. Cindy Pon: Sacrifice (Serpentine 2)
  77. Sarah Prineas: Winterling (Summerlands 1)
  78. Sarah Prineas: Summerkin (Summerlands 2)
  79. Sarah Prineas: Moonkind (Summerlands 3)
  80. Philip Reeve: Larklight
  81. Rebecca Roanhorse: Trail of Lightning (The Sixth World 1)
  82. John Scalzi: Fuzzy Nation
  83. Helen Simonson: Mrs. Alis unpassende Leidenschaft
  84. A.C.H. Smith: Jim Henson’s The Dark Crystal
  85. Robin Stevens: A Spoonful of Murder (A Murder Unladylike Mystery 6)
  86. Robin Stevens: Death in the Spotlight (Murder Most Unladylike 7)
  87. Robin Stevens: Top Marks for Murder (Murder Most Unladylike 8)
  88. Rosemary Sutcliff: Troja oder die Rückkehr des Odysseus
  89. Rosemary Sutcliff: König Artus und die Ritter der Tafelrunde
  90. Charles den Tex: Die Zelle
  91. Rob Thomas: Veronica Mars – The Thousand Dollar Tan Line
  92. Sarah Tolcser: Song of the Current
  93. Tiffany Trent: Unnaturalist
  94. Gail Tsukiyama: Die Straße der tausend Blüten
  95. Jaye Wells: Dirty Magic (Prospero’s War 1)
  96. Martha Wells: All Systems Red (Murderbot Diaries 1)
  97. Kate Williams: The Babysitters Coven
  98. Xinran: Gerettete Worte
  99. Rick Yancey: Der Monstrumologe und die Insel des Blutes

96 Titel auf dem SuB

(durchgestrichene Titel habe ich in diesem Monat gelesen)
(kursive Titel sind in diesem Monat neu hinzugekommen)

Barbara Hambly: Jagd der Vampire (James Asher 1)

Nachdem ich „Jagd der Vampire“ von Barbara Hambly am letzten Lese-Sonntag angelesen hatte, war das Buch erst einmal auf dem „bald lesen“-Stapel gelandet. Da ich aber schon auf den ersten Seiten so viel Spaß mit der Atmosphäre der Geschichte hatte, habe ich den Titel dann doch relativ schnell wieder vom Stapel gezupft. Die Handlung beginnt im Jahr 1907, als der Professor James Asher abends nach Hause kommt und dort unnatürliche Stille vorfindet. Als er sich ins Gebäude schleicht, muss er feststellen, dass seine Dienstboten anscheinend besinnungslos am Küchentisch sitzen, während seine Frau Lydia reglos im Wohnraum liegt und von einem Vampir bewacht wird. Don Simon Xavier Christian Morado de la Cadena-Ysidro bringt James dazu, für ihn als Ermittler tätig zu werden, indem er ihm verspricht, Lydia in Ruhe zu lassen, solange James für ihn arbeitet.

Don Ysidro greift auf diese Erpressung zurück, da jemand in den letzten Wochen angefangen hat, in London Vampire zu töten. Die Körper dieser getöteten Vampire wurden dem Sonnenlicht ausgesetzt, was bedeutet, dass Don Ysidro jemanden benötigt, der tagsüber Nachforschungen anstellen kann. Seine Wahl fiel dabei auf James Asher, da der Vampir aufgrund kleiner Auffälligkeiten in James‘ Lebenslauf – zu Recht – davon überzeugt ist, dass dieser früher als Spion für die britische Krone tätig war. Nur widerwillig beginnt James mit seinen Ermittlungen in London, immer auf der Suche nach einem Weg, um seinerseits die Vampire zu töten und somit jegliche Bedrohung für Lydia und sich selbst aus dem Weg zu räumen.

Ich habe mich beim Lesen von „Jagd der Vampire“ (den englischen Titel „Those who hunt the Night“ finde ich deutlich hübscher) wirklich gut unterhalten gefühlt. Die Vampire in dieser Geschichte entsprechen schon ziemlich dem düsteren Klischee von der unheimlichen Kreatur, die des Nachts jagt. Auf der anderen Seite gibt es auch kleine Momente, in denen durchblitzt, dass zumindest einige Vampire sich einen Hauch von Menschlichkeit bewahrt haben. Außerdem beweist Barbara Hambly ein Händchen für wirklich atmosphärische Beschreibung des London der „Edwardian era“, wobei ich besonders die kleinen Einblicke in eher alltägliche Dinge mochte, die James‘ Leben und Arbeit stimmig wirken ließen. (Das Einzige, was ich wirklich unbefriedigend fand, war, dass er anscheinend seine Stelle als Professor von einem Tag auf den anderen im Stich lassen konnte, ohne dass es Probleme gab.)

Auch gefiel mir das Verhältnis zwischen James und seiner Frau Lydia sehr gut. Trotz des großen Altersunterschieds zwischen den beiden (James hat seine Frau schon gekannt, als sie noch die kleine Tochter eines Kollegen war) begegnen sie sich auf Augenhöhe, respektieren die Meinung und schätzen die Intelligenz des jeweils anderen. James erfüllt es mit Stolz, dass Lydia zu den wenigen Frauen ihrer Zeit gehört, die in Oxford Medizin studiert haben, und unterstützt, dass seine Frau ihrer Arbeit als Wissenschaftlerin nachgeht. Lydia hingegen ist zwar durch und durch Wissenschaftlerin, aber auch eine Frau ihrer Zeit, die (wenn auch mit Hilfe einiger Dienstboten) ihrem Mann den Haushalt führt und allen anderen gesellschaftlichen Verpflichtungen nachkommt, weil das eben von ihr erwartet wird. Vor allem aber mochte ich, dass James seine Frau nicht im Dunklen lässt, ihr die Möglichkeit gibt, eigene Ermittlungen anzustellen, und sie so gemeinsam gegen die Bedrohung für und durch die Vampire angehen.

Die Suche nach demjenigen, der die Vampire tötet, verläuft hingegen wie bei jedem anderen solidem Krimi auch. James und Lydia recherchieren über Zeitungsartikeln, Grundbucheintragungen und ähnlichen Behördenspuren, und James und Don Ysidor befragen gemeinsam eventuelle Zeugen und Bekannte der Opfer. Dabei verbringen James und der Vampir nicht nur sehr viel Zeit miteinander, sie entwickeln auch nach und nach einen gewissen Respekt gegenüber dem anderen. Das bedeutet nicht, dass James kein Problem mit der Existenz der Vampire an sich hat oder damit, dass so ein Vampir im Laufe der Zeit Tausende von Menschen tötet, aber er akzeptiert ein wenig, dass das Vampirsein verschiedene Facetten aufweist. Trotzdem gibt es keinen Moment, in dem James sich in der Gegenwart von Vampiren sicher fühlen kann, was zu einigen spannenden Szenen in der Geschichte führt. Insgesamt war ich ehrlich gesagt angenehm überrascht, wie sehr ich nach all der Zeit diesen 1988 erstveröffentlichten Vampirroman, der sich deutlich mehr an „Dracula“ anlehnt, als an die damals populären Anne-Rice-Titel, beim Wiederlesen genossen habe.

Roshani Chokshi: Aru Shah and the End of Time (Pandava 1)

„Aru Shah and the End of Time“ von Roshani Chokshi hatte ich mir auf den Merkzettel gepackt, als vor ein paar Jahren die ersten Titel der „Rick Riordan presents“-Veröffentlichungen angekündigt wurden. Überraschenderweise habe ich es sogar geschafft, in all der Zeit keinerlei Meinungen zu dem Titel mitzubekommen, so dass ich wunderbar unvoreingenommen an die Geschichte herangehen konnte. Leider muss ich zugeben, dass ich von Anfang an ein Problem mit Aru Shah hatte, weil ich mit ihrem Verhalten nicht zurechtkam.

Aru ist eine chronische Lügnerin, die nicht nur ihren Mitschülern (die anscheinend alle aus deutlich reicherem Hause kommen) ständig Unwahrheiten erzählt, sondern die grundsätzlich auf alle Herausforderungen des Lebens mit einer Lüge zu reagieren scheint. So sind es auch Arus Lügen, die sie dazu bringen, eine verfluchte Lampe in dem Museum anzuzünden, in dem ihre Mutter arbeitet. Es tut ihr danach zwar leid, dass sie mit dem Anzünden der Lampe das Ende der Welt heraufbeschworen hat, aber auch dieses schlechte Gewissen führt nicht zu einem Überdenken ihres Handelns, sondern eher zu weiteren Lügen.

Auch mit der Darstellung von Mini, Arus „Seelenschwester“ (beide Mädchen sind als Pandavas in gewisser Weise Töchter indischer Gottheiten), hatte ich meine Probleme. Dabei fand ich Mini an sich gar nicht unsympathisch, aber sie wird von Roshani Chokshi dargestellt wie der typische kränkliche, ängstliche Nerd, und ich hasse solch eine Charakterisierung inzwischen wirklich. Mini hat Allergien, sie versucht auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein (was natürlich dazu führt, dass sie diverse absurde Dinge mit sich führt), sie hat vor ihrem eigenen Schatten Angst und verfügt über seltsame Wissensbrocken, für die sie dann von Aru gehänselt wird.

Ich finde es überaus bedauerlich, dass keines der beiden Mädchen anfangs irgendwelche Merkmale aufweist, die sie interessant oder liebenswert machen. Stattdessen musste ich mich an all den – wirklich tollen! – Details über indische Mythologie festhalten, um Interesse für die ersten Kapitel des Buches aufbringen zu können. Erst nach der Hälfte der Geschichte entwickelt Aru sich endlich etwas weiter und denkt nicht mehr ständig an sich selbst, sondern ist auch in der Lage, etwas ehrlicher mit den Personen in ihrer Umgebung umzugehen. Aber bis zu diesem Punkt habe ich den Roman regelmäßig aus der Hand gelegt, weil ich einfach keine Lust auf die Protagonistin hatte.

Nach Arus Weiterentwicklung hingegen mochte ich die Geschichte sehr. Roshani Chokshi führt den Leser durch eine fantastische Welt voller Dämonen, (Halb-)Göttern und anderen großartigen indischen Sagengestalten. Immer wieder kommt es zu wundervollen und überraschenden kleinen Momenten, während sich Aru und Mini den verschiedenen Herausforderungen stellen müssen, um das Ende der Welt zu verhindern. Ich mochte Roshani Chokshis Umgang mit indischer Mythologie, wobei mir nicht nur die göttlichen Reittiere ans Herz gewachsen sind, sondern auch der (fast) vergessene Palast der Pandavas und viele andere Personen. Am Ende finde ich es wirklich bedauerlich, dass ich – dank Arus sperrigem Charakter – so lange nicht in die Geschichte hineingefunden habe. Wenn mir der gesamte Roman so viel Spaß gemacht hätte wie die zweite Hälfte, hätte ich keine Hemmungen, mir sofort die Fortsetzung zu bestellen. So hingegen werde ich erst einmal abwarten.

Lese-Sonntag August 2019

Ich habe gerade mal wieder eine Phase, in der ich grumpig mit der Welt bin und das schließt leider auch meine Bücher ein. Auf dem Wohnzimmertisch stapeln sich die angefangenen Romane und Sachbücher und mit keinem komme ich gerade so recht weiter. Also habe ich mir gedacht, ich könnte den heutigen Tag nutzen, um ein paar „Wackelkandidaten“ aus dem Regal zu zupfen und zu schauen, ob ich den Büchern auch in Zukunft noch Regalplatz einräumen will. Mal schauen, wie sich das heute – gerade angesichts meiner aktuellen Stimmung – so entwickelt. 😉

Update 10:00 Uhr

Nach dem Wachwerden habe ich erst einmal „Zeit der Kämpfer“ (ein Sammelband in dem die Titanen-Trilogie veröffentlicht wurde) und „Chamäleon-Zauber“ von Piers Anthony aus dem Regal gezogen. Nach dem Lesen des ersten Kapitels kann ich sagen, dass „Zeit der Kämpfer“ auf jeden Fall rausfliegt. Diese 1972 veröffentlichte Geschichte spielt in einer fernen Zukunft nach eine Atomkrieg und nach dem Zusammenbruch unserer Zivilisation und in einer Zeit, in der sich eine Gesellschaft gebildet hat, in der Krieger gegeneinander kämpfen, um Konflikte zu lösen. Ich hatte so gut wie keine Erinnerungen mehr an das Buch und es stand eigentlich nur noch im Regal, weil ich von dem Autor früher die „Inkarnationen der Unsterblichkeit“- und die Xanth-Reihe so mochte. Da mich aber das erste Kapitel, in dem Sol und Sol miteinander kämpfen (Letzterer verliert im Laufe des Kampfes das Recht diesen Namen zu tragen), schon nervt – auch weil ich den Umgang mit der namenlosen Frau in der Herberge ätzend finde – fliegt der Titel auf jeden Fall aus dem Bestand.

„Chamäleon-Zauber“ hingegen darf ebenso wie die weiteren 21 Titel der Xanth-Reihe, die in meinem Regal stehen, erst einmal bleiben. Ich finde den Umgang mit Frauen in dem Roman wirklich schwierig (vor allem die titelgebende Frau, deren Schönheit und Intelligenz sich im Laufe einer Mondphase konträr entwickelt *argh*), auf der anderen Seite gibt es so viele tolle fantastische Ideen, skurrile Momente und bissige Anmerkungen zu gesellschaftlichen und politischen Elementen, das ich mich von den Büchern doch noch nicht trennen mag. Natürlich wäre es mir deutlich lieber, wenn Piers Anthony respektvoller mit seinen Frauenfiguren umgegangen wäre, auf der anderen Seite muss ich zugeben, dass ich bei einem 1977 veröffentlichten Buch (von einem Autor) eh keine großen Erwartungen bezüglich der weiblichen Charaktere habe. Als ich Anfang der 80er Jahre Fantasyromane für mich entdeckte, waren das eben vor allem Bücher, die von Männern für Männer geschrieben wurden.

Update 11:30 Uhr

Weiter ging es mit „Der Retter von Dent-All“ ebenfalls von Piers Anthony. In dem Buch geht es um einen Zahnarzt, der von Aliens entführt wird, um seinem Job auf unterschiedlichen Planeten nachzugehen und ich finde die Grundidee immer noch lustig, kann aber mit der Erzählweise überhaupt nichts mehr anfangen. Wenn das so weitergeht, werde ich bald kaum noch Fantasyromane aus den 70er Jahren in meinem Regal stehen haben. *g*

Katherine Allfreys „Der flammende Baum“ wurde von mir eigentlich nur aus dem Regal gezogen, weil ich kaum noch Erinnerungen an die Handlung hatte. Nach dem ersten Anlesen kamen aber nicht nur die Erinnerungen zurück, sondern ich habe mich auch so über die Erzählweise gefreut, dass ich das Buch wohl in den nächsten Tagen mal in Ruhe lesen werde. Aktuell mag ich mich nicht festlesen, weil ich so viele Titel im Auge habe, die ich vielleicht aus dem Regal werfen könnte. 😉 „Schmetterlingskind“ von Chester Anderson werde ich hingegen behalten, es ist der einzige „psychedelische Klassiker“ in meinem Bestand und ich mochte die ersten Szenen beim Wiederlesen sehr. Wenn das so weitergeht, werde ich am Ende des Tages einen neuen Stapel mit „bald mal lesen“-Büchern auf dem Wohnzimmertisch haben.

Update 12:45 Uhr

Ich finde es wirklich lustig zu sehen, was für unterschiedliche fantastische Romane sich so im Laufe des Jahres in meinen Regalen angesammelt haben. „Die Macht der Träume“ von Andreas Brandhorst befindet sich vor allem deshalb noch in meinem Bestand, weil ich so wenige Fantasytitel von deutschen Autoren habe und die Geschichte für ihre Zeit (erschienen 1991) einige ungewöhnliche Elemente aufweist. Aber ich muss gestehen, dass mich diese Art von Fantasy wirklich nicht mehr reizt – schon gar nicht, wenn ich keine persönlichen Erinnerungen mit dem Buch verknüpfe. Es gibt so einige Romane, die aus sentimentalen Gründen im Regal bleiben, aber dieser gehört nicht dazu.

Bei „Die beschädigte Göttin“ von Hans Bemmann weiß ich noch, dass ich es Anfang der 90er sehr mochte (im Gegensatz zu „Stein und Flöte“ von dem Autoren, das ich relativ früh aussortiert hatte). Ich habe das Buch damals mehrere Male gelesen, genauso wie „Die Gärten der Löwin“ (das keine wirkliche Fortsetzung der Geschichte ist, sondern das eine andere Perspekte auf die Handlung von „Die beschädigte Göttin“ wirft). Aber ich muss auch zugeben, dass ich die Romane in den letzten zwanzig Jahren nicht wieder in die Hand genommen habe und auch heute hat mich der Anfang überhaupt nicht gereizt. Bevor das Buch weitere zwanzig Jahre ungelesen im Regal steht, wandert es dann doch besser in den Bücherschrankt.

„Mellin, die dem Drachen befielt“ von Kirsten Boie finde ich immer noch süß, aber auch das Buch habe ich seit sehr, sehr vielen Jahren nicht mehr in der Hand gehalten und die ersten Kapitel haben auch keine großen Erinnerungen aufkommen lassen. Da mein Herz nicht daran hängt, fliegt es aus dem Regal. Das gleiche gilt auch für „Will Moogleys Geisteragentur – Unheimlichkeiten aller Art“ von Pierdomenico Baccalario. Das Buch ist nett und amüsant (ich mag die Erzählweise des Autors), aber es gehört nicht zu den Romanen, die ich unbedingt noch einmal lesen mag oder mit denen ich besondere Erinnerungen verknüpfe.

Bei den Shannara-Bänden von Terry Brooks fand ich es gerade erstaunlich schwierig zu entscheiden, ob ich die behalte oder nicht. Ich mag die Landover-Romane von dem Autor wirklich sehr und habe mich damals (Ende der 80er/Anfang der 90er) gut mit den Shannara-Büchern unterhalten gefühlt, außerdem verbinde ich ein paar schöne Erinnerungen mit den Romanen. Aber als vor einiger Zeit die Fernsehserie aufkam, waren meine Gedanken eher „ach ja, die gab es ja auch“ und weniger Freude darüber, dass eine alte Fantasyreihe nun neue Beachtung bekommt. Und ein Teil von mir ärgert sich immer noch sehr darüber, dass ich mit den alten Goldmann-Ausgaben pro Buch gerade mal ein Drittel des Originals vorliegen habe. Das war damals so eine Abzocke und ist heute immer noch eine heftige Platzverschwendung im Regal …

Bevor ich weitere Bücher aus dem Regal ziehe, mache ich mir jetzt aber erst einmal Frühstück! 🙂

Update 15:45 Uhr

Zum Frühstück gab es nicht nur Knäcke mit Fruchtgelee (sehr leckeres Aronia-Gelee, nicht so leckeres Quitten-Gewürz-Gelee, das ich vor einiger Zeit geschenkt bekam), sondern auch zwei weitere Wackelkandidaten. Von Timothy Carter hatte ich vor einigen Jahren mehrere Bücher gelesen und „Dämonenhunger“ war damals der einzige Titel, den ich behalten hatte. Da ich die Erzählweise immer noch amüsant finde, darf das Buch auch weiterhin im Regal bleiben. Auch die ersten Kapitel von „Der Lehrling des Magiers“ von Raymond Feist fand ich nett genug geschrieben, dass der Band (plus die fünf folgenden Teile der deutschen Veröffentlichung) nicht rausgeworfen werden. Ich hatte früher noch mehr Romane von dem Autor, die in der gleichen Welt spielten wie die Midkemia-Saga, aber da mir die langfristig Entwicklung der Geschichte nicht zusagte, habe ich irgendwann die späteren Titel rausgeworfen.

Ich finde es gerade überraschend befriedigend so Stück für Stück durchs Regal zu gehen und zu gucken, ob ich Bücher finde, die ich anlesen und eventuell aussortieren möchte. Seit dem Einräumen des Regals vor gut einem Jahr, schaue ich immer wieder auf die Fächer und denke, dass ich mir den einen oder anderen Roman mal vornehmen sollte, weil ich nicht weiß, ob ich ihn wirklich behalten will. Es tut gut, dass ich das nun endlich in Angriff genommen habe. Allerdings erlebe ich dabei auch immer wieder Momente, in denen ich bestimmte Titel vermisse, von denen ich mir sicher war, dass ich mich davon nicht getrennt hätte, die ich aber wohl doch mal aussortiert hatte. Trotzdem ist es schön zu sehen, wie sehr der Stapel mit den aussortierten Büchern heute wächst.

Mary Gentles „Der silberne Falke“ war wohl das erste Urban-Fantasy-Buch, das ich gelesen habe, auch wenn ich 1988 (Erscheinungstermin meiner deutschen Ausgabe, der Roman ist 1977 veröffentlicht worden) noch keine Ahnung hatte, dass es einen Begriff für dieses Genre gab. *g* Die Geschichte hat einen ganz besonderen Platz in meinem Herzen, aber ich habe das Buch schon sehr, sehr lange nicht mehr gelesen – so lange, dass ich ehrlich gesagt Angst hatte, dass es mir nicht mehr gefallen könnte. Aber die ersten Kapitel mochte ich gerade sehr gern, weshalb es nicht nur seinen Platz im Regal behält, sondern auch auf dem „bald lesen“-Stapel auf dem Wohnzimmertisch gelandet ist. (Ich fürchte, ich habe ein leichtes Stapel-Problem. 😉 )

Nachdem ich damals Douglas Adams und Terry Pratchett für mich entdeckt hatte, zogen noch so einige weitere Autoren bei mir ein, die „humorvolle“ Fantasy/SF schrieben (wenn auch in der Regel nicht auf dem gleichen Niveau wie die beiden anderen). Irgendwie hatte ich aber in den letzten Jahren keine Lust auf diese Art von Büchern, weshalb ich gleich mehrere Romane in dieser Richtung aus dem Schrank gezogen habe. „Surfing Samurai Robots“ von Mel Gilden (deutsche Veröffentlichung von 1992) darf nach den ersten Kapitel auf jeden Fall erst einmal bleiben, weil ich die Grundidee und (überraschenderweise) den Erzähler mag, auch wenn ich die „Außerirdischer blickt auf die ihm unbekannte menschliche Welt“-Idee schon damals etwas ausgelutscht fand. Bei Craig Shaw Gardners „Wunschbringer“ finde ich ebenso wie „Ein Magier in Nöten“ die ersten Kapitel erschreckenderweise auch immer noch lustig. Auch wenn beide mal wieder ein Fall von „denken wir besser nicht näher über die Darstellung von Frauen in von Männern geschriebenen Fantasyromanen nach“ sind – wobei ich zugeben muss, dass sich die ersten Kapitel von Esther Friesners Büchern „Wünschelzeit“ und „Die Käseburg-Connection“ in der Beziehung auch nicht anders anfühlen. Trotzdem dürfen sie bleiben, weil ich die ersten Kapitel amüsant und wunderbar absurd fand.

„Jagd der Vampire“ von Barbara Hambly war der erste Horror-Roman, den ich gelesen habe, der kein Klassiker war, und der mir (1990) richtig gut gefiel. Obwohl mir Horror eigentlich nicht zusagt, hatte ich damals nicht nur diesen Band verschlungen, sondern mir auch die Fortsetzung „Gefährten des Todes“ besorgt (und dank Wiki-Eintrag stelle ich gerade fest, dass sieben James-Asher-Romane gibt und der letzte davon ist erst vor zwei Jahren erschienen). Ein bisschen hatte ich Angst, dass mir nach das Buch nach so vielen Jahren nicht gefallen würden, aber nach den ersten Seiten mag ich nicht nur die Atmosphäre, sondern auch die Erzählstimme. Es bleibt also im Regal – bzw. landet erst einmal auf dem „bald lesen Stapel“. 😉

Von „Der magische Schlüssel“-Reihe hatte ich vor dem vorletzten Umzug gerade mal die ersten Bücher gelesen und dann musste ich all die schon gehamsterten Titel im Kartons versenken. Dummerweise blieben die Bücher fast zehn Jahre in den Kartons, bis wir nach dem letzten Umzug endlich die neuen Regale angeschafft hatten, so dass ich mir nach all der Zeit nicht mehr sicher war, ob ich noch Lust auf Kate Forsyth’s Romane habe. Aber da ich die ersten Kapitel von „Der Hexenturm“ gerade sehr nett fand, bleiben die Bände erst einmal in meinem Bestand.

Ich weiß nicht, ob ich gleich noch mit meinen „Wackelkandidaten“ weitermache oder mir erst einmal eine andere Beschäftigung suche. Brettgespielt wird heute bei uns nicht, da unser großer Tisch gerade dank einiger Umräumprojekte so vollgestapelt ist, dass sich das Freiräumen als sehr schwierig erweisen würde – nächste Woche dann wieder. Bevor ich mir jetzt überlege, was ich als nächstes mache, packe ich auf jeden Fall meine Bücher wieder an ihren Platz und schaue, was die anderen Mitleserinnen bislang so getan/gelesen haben. 🙂

Update 19:20 Uhr

Nachdem mich gerade eine Müdigkeitswelle packte und ich nicht (schon wieder!) eine Runde Nachmittagsschlaf einlegen wollte, habe ich mich etwas online rumgetrieben (und Schokolade genascht – Müdigkeit ist bei mir bedauerlicherweise der Hauptgrund für Lust auf Schokolade). Da ich aber online nichts Interessantes mehr zu lesen finde, habe ich mir gedacht, dass ich noch ein paar Titel aus dem Regal fische und anschaue. Wenn ich die noch „erledige“, dann hätte ich heute die Hälfte meiner Regalfächer durchgeguckt und das fände ich ziemlich befriedigend. (Weniger schön war die Menge an Staub, die ich in den Regalen gefunden habe, da muss ich in den nächsten Tagen dringend mal aktiv werden. 😉 )

Dass ich Kim Harrisons Rachel-Morgan-Serie sehr mochte, ist ja kein Geheimnis. Und auch mit „Madison Avery – Totgeküsste leben länger“ hatte ich beim ersten Lesen viel Spaß, aber trotzdem habe ich mir den zweiten (und dritten) Band der Reihe nie besorgt und das Buch kein zweites Mal aus dem Regal gezogen. Gerade eben habe ich nicht mal das erste Kapitel beenden wollen, weil mir die Protagonistin auf die Nerven ging (ich habe definitiv keine Geduld mehr mit dieser Art Teenager in Romanen), also fliegt das Buch jetzt aus dem Regal.

Die Romane von Laurell K. Hamilton gehören zu der Kategorie, die ich persönlich für mich als „Regalsünde“ bezeichne, weil ich absolut keine Ahnung mehr habe, wo die Bücher herkommen und ob ich sie jemals gelesen habe. Ich gehe davon aus, dass Letzteres der Fall ist, denn sonst ständen sie im SuB, aber es ist wirklich erschreckend, dass ich so gar keine Erinnerungen an die Titel habe. Selbst nach dem Lesen der ersten zwei Kapitel kommt mir die Geschichte vollkommen unvertraut vor, weshalb ich die beiden Bücher mal auf einen Extra-Stapel gepackt habe. Der Anfang ist nicht schlecht geschrieben, auch wenn mich die Bemerkungen über Sex und Nachwuchs im Klappentext nicht anmachen. Ich schaue mal, ob ich in den nächsten Tagen in der richtigen Stimmung bin, um etwas weiter zu lesen. Sollte das nicht der Fall sein, kann ich die beiden Bücher immer noch zum öffentlichen Bücherschrank bringen, wenn ich die letzte Runde der aussortierten Titel dort einstelle.

„Humorvolle britische Fantasy“ bekam vom Heyne-Verlag in der Mitte der 90er wirklich „wundervolle“ Cover verpasst. Immerhin muss ich zugeben, dass man damals so immerhin die Veröffentlichungen von Tom Holt problemlos im Bücherständer am Bahnhof finden konnte. 😉 „Liebling der Götter“ ist der Titel in meinem Regal, bei dem ich mich kaum noch an die Handlung erinnern konnte, weshalb ich mich fragte, ob der nicht vielleicht aussortiert werden könnte (einige andere Titel des Autoren, die mir nicht so gut gefallen hatten, habe ich schon vor einigen Jahren weggegeben). Aber nachdem ich gerade die ersten Szenen meinem Mann vorgelesen habe, weil ich es so amüsant fand wie das Ehepaar Derry versucht die Missetaten ihres Sohnes zu beseitigen, werde ich „Liebling der Götter“ definitiv noch im Regal behalten.

„Das Buch der Worte 1 – Melliandra“ von J.V. Jones gehört für mich zu den Romanen, die in den 90ern einen Übergang bilden von der recht männlichen Szene zu High Fantasy, die zwar noch sehr von den Veröffentlichungen der 70er und 80er Jahre geprägt, aber von Frauen veröffentlicht wurde. Mir hatte die Reihe in der Mitte der 90er Jahre sehr gut gefallen, dummerweise hatte Bastei Lübbe die Geschichten in diesem unhandlichen Hardcover-Format veröffentlicht. Ich weiß nicht, was den Verlagsleuten damals durch den Kopf ging, aber das Format ist so unangenehm beim Lesen (und bei einigen Büchern löste sich schon beim ersten vorsichtigen Öffnen die Bindung, so dass einem die mittleren Seiten entgegenrauschten), dass ich die Romane nur selten wieder in die Hand genommen habe. Beim aktuellen erneuten Lesen der ersten Kapitel bin ich etwas hin- und hergerissen. Auf der einen Seite lässt sich die Geschichte flüssig lesen und ich habe das Gefühl, dass die Autorin zwar überaus vertraute Elemente verwendet, aber ich die Handlung trotzdem unterhaltsam finden könnte, auf der anderen Seite gibt es Missbrauchs-Szenen, die ich so eigentlich nicht mehr lesen mag. Ein wenig kann ich das mit der Zeit entschuldigen, in der die Romane entstanden sind, trotzdem nervt es mich. Auf der anderen Seite habe ich in den letzten Jahren so einige High-Fantasy-Titel aussortiert und so langsam fühlt es sich an, als ob ich kaum noch etwas von diesem Genre im Regal hätte. Vielleicht sollte ich die Bücher auf den gleichen Stapel packen wie die Romane von Laurell K. Hamilton und mir noch ein paar Tage Zeit lassen, um eine Entscheidung zu treffen.

Der letzte „Wackelkandidat“ für heute ist „Die Herrin der Wölfe“ von Tara K. Harper (und die restlichen vier Bände der Wolfwalker-Serie). Von Goldmann wurde die Serie damals (1998) als Fantasy vermarktet, aber eigentlich sind es SF-Romane. Die ersten Szenen erzählen davon wie die Protagonistin Dion auf einer Reise, die sie gemeinsam mit ihrem Bruder unternimmt, von Sklavenjägern überfallen wurde und danach verletzt und nur mit ihrer Wölfin Gray Hishin als Begleiterin überleben muss. Ich mochte das Verhältnis zwischen Dion und Gray Hishin und habe den Roman erst einmal auf den „demnächst lesen“-Stapel gepackt (schließlich braucht so ein Stapel eine anständige Höhe, um nicht zwischen all den anderen Stapeln auf dem Wohnzimmertisch unterzugehen 😉 ).

Jetzt schaue ich aber erst einmal nach den anderen und dann koche ich mir Abendessen …

Update 21:30 Uhr

Seit dem letzten Update habe ich nicht mehr viel gemacht. Zum „luxuriösen“ Abendessen (Nudeln mit Ketchup, da wir dank Fehlkommunikation bezüglich des Einkaufszettels heute Morgen einen eklatanten Mangel an Lebensmitteln im Haus feststellen mussten) gab es eine Sendung auf NHK World. Ich schaffe es irgendwie nie auf dem Sender gezielt etwas zu schauen, freue mich aber immer, wenn ich dort über interessante japanische Dokumentationen stolpere.

Danach gab es nur noch eine Runde „Animal Crossing“ für mich, während mein Mann eine aufgenommen Quizssendung geschaut hat. Da ich inzwischen wirklich müde bin, werde ich nur noch eine Blogrunde drehen und dann wohl direkt ins Bett fallen. Die To-do-Liste für die kommende Woche ist lang, da schadet es nicht, wenn ich morgen früh ausgeschlafen in den Montag starte. 😉

Es war sehr schön, dass heute so viele mit mir gemeinsam den Lese-Sonntag verbracht haben. Ich hoffe, ihr hattet alle einen schönen Tag und kommt gut in die neue Woche! 🙂

Heutige Mitleserin:

Neyasha
Natira
Sayuri

Rose Donovan: The Mystery of Ruby’s Sugar (Ruby Dove Mystery 1)

Ich weiß nicht mehr, wie ich über „The Mystery of Ruby’s Sugar“ von Rose Donovan gestolpert bin, was bedeutet, dass ich auch nicht mehr weiß, welche Elemente des Klappentextes mich ursprünglich angesprochen hatten. Das kommt davon, dass ich gern Cozies hamstere, um welche auf Lager zu haben, wenn mir nach diesem Genre ist. 😉 Die Handlung wird aus der Sicht von Fina Aubrey-Havelock erzählt, die gemeinsam mit ihrer Freundin und Geschäftspartnerin Ruby Dove die Weihnachtstage auf dem Herrensitz Pauncefort Hall verbringt. Doch im Gegensatz zu den restlichen Gästen sind Fina und Ruby nicht eingeladen worden, um eine nette Zeit im Kreis von Familie und Freunden zu verbringen, sondern um ihrer Arbeit als Designerin (Ruby) und Schneiderin (Fina) nachzugehen. Die beiden jungen Frauen finanzieren sich ihr Leben und ihr Studium in Oxford nämlich damit, dass sie reiche Frauen bezüglich ihrer Garderobe beraten und für sie Kleider entwerfen und nähen.

Außerdem ist Ruby auf der Suche nach Papieren, die beweisen sollen, dass die Familie Sykes-Duckworth, in deren Besitz sich Pauncefort Hall befindet, verantwortlich für ein Massaker auf der karibischen Insel St. Kitts war, bei dem ein Verwandter von Ruby ums Leben kam. Als dann Granville Sykes-Duckworth, der älteste Sohn des Hauses, ermordet wird, wollen Ruby und Fina die Tat aufklären, bevor die Polizei in dem eingeschneiten Herrensitz eintreffen kann, damit diese nicht aufgrund der Tatsache, dass das Mordmittel anscheinend Rubys selbstgebrauter Fleckenlöser war, die falschen Schlüsse zieht. Schnell sichern sich Ruby und Fina die Hilfe des Bediensteten Charles, der die beiden mit Informationen über die Familie und Angestellten versorgt.

Ich mochte an „The Mystery of Ruby’s Sugar“ sehr, dass die Geschichte für einen Cozy überraschend politisch ist. Die Handlung spielt Weihnachten 1934 und schon zu Beginn erfährt man, dass einer der Gäste eher links eingestellt ist, während der älteste Sohn des Hauses – ebenso wie einer seiner engsten Freunde – Anhänger des Faschisten Oswald Mosley ist. Und obwohl sich Ruby in der höheren Gesellschaft zu Hause zu fühlen scheint und als Designerin gefragt ist, gibt es natürlich Personen, die ein Problem mit ihrer Hautfarbe haben. Trotzdem ist Ruby nicht die einzige farbige Person bei dieser Gesellschaft, da auch noch zwei Schwestern aus Indien die Weihnachtstage in Pauncefort Hall verbringen.

Ein bisschen zu viel war für mich, dass sowohl Ruby als auch ihre Freundin Fina eine „Vergangenheit“ haben. Während Ruby sich aufgrund ihrer Herkunft und ihrer Bemühungen, das Zuckerimperium der Familie Sykes-Duckworth für das Massaker auf St. Kitts zur Verantwortung zu ziehen, in einer kritischen Position befindet, hat Fina das Problem, dass jeder sich bei ihrem Nachnamen an den Mord an ihrem Vater erinnert. Der Mord an sich wäre schon schlimm genug gewesen, doch die Tatsache, dass Finas Bruder für die Tat verurteilt wurde, facht natürlich die Sensationslust Außenstehender noch weiter an. Außerdem bin ich immer wieder über Szenen gestolpert, bei denen ich das Verhalten der verschiedenen Personen unstimmig fand und mich dann darüber grübeln ließen, ob die Autorin sich was dabei gedacht hat oder nur nachlässig war bei der Darstellung von Umgangsformen. Solche Momente haben regelmäßig dafür gesorgt, dass ich den Roman immer wieder aus der Hand legte, und da die Geschichte zwar unterhaltsam, aber nicht so spannend war, dass ich sie unbedingt zeitnah wieder aufnehmen und weiterlesen musste, hat sich das Lesen überraschend lang hingezogen.

Auch das Ende hat mich frustriert, weil der Mörder und sein Motiv zwar enthüllt werden, aber die Lösung, die nach der Entdeckung des Täters von Ruby vorgeschlagen wird, von der unwahrscheinlichen Voraussetzung ausgeht, dass eine Gruppe von Menschen es schafft, der Polizei eine erfundene Geschichte zu erzählen, ohne dass sich einer der Beteiligten verplappert. Insgesamt bin ich am Schluss recht enttäuscht von „The Mystery of Ruby’s Sugar“ gewesen, denn obwohl die Autorin so eine gute Grundidee hatte, ich die Selbstverständlichkeit mochte, mit der nicht-heteronormative Beziehungen dargestellt wurden, und ich die Tatsache begrüßte, dass mehrere farbige Frauen in der Geschichte vorkamen, konnten mich weder die Erzählweise noch die Auflösung des Romans überzeugen.