In den letzten zwei Märzwochen habe ich so viel und intensiv gelesen, dass ich alle paar Tage innehalten und meine diversen Leselisten aktualisieren musste. Ich gebe zu, dass der Großteil der gelesenen Romane „Fast Food“-Lektüre war, aber es hat mir wirklich gutgetan, mal wieder so sehr im Lesen zu versinken. Bei der Menge an gelesenen Büchern ist natürlich auch einiges zusammengekommen, was nicht genug Eindruck für eine ausführliche Rezension hinterlassen hat, aber wozu ich hier trotzdem noch ein paar Zeilen festhalten möchte. Oh, und Anlass für die Menge an gelesenen Büchern war eine Aktion, bei der viele erste Bände von Serien kostenlos angeboten wurden, von denen ich mir zum Monatsanfang einige runtergeladen hatte.
Ava Grace Bentley: A Billionaire’s Tail (Heiress of the Dawn 1)
Ich muss gestehen, dass ich „A Billionaire’s Tail“ wegen des – meiner Meinung nach wirklich suboptimalen – Titels beinah nicht runtergeladen hätte. Aber zu meiner Überraschung hat sich die Geschichte von Ava Grace Bentley als wirklich solide, actionreiche Urban Fantasy herausgestellt, und ich habe mich beim Lesen gut unterhalten gefühlt. In „A Billionaire’s Tail“ verbergen sich die „Others“ (übernatürliche Personen) vor den Menschen, während gleichzeitig ein Machtkampf zwischen den „normalen Others“ (wie Werwölfe, Vampire usw.) und den „Omens“ (besonders starke übernatürliche Wesen, deren Geheimnis erst im Laufe des Romans enthüllt wird) stattfindet. Die Protagonistin ist seit Jahren auf der Flucht vor dem Mann, der ihre Familie getötet hat, und deshalb zu Beginn der Geschichte physisch, psychisch und finanziell ziemlich am Ende, aber natürlich wendet sich ihr Schicksal in den ersten Kapiteln zum Besseren. Insgesamt ist die Handlung schon relativ vorhersehbar (und wieso die Protagonistin nicht kapiert, dass die drei Personen, die alle gleich riechen, „überraschenderweise“ ein und dieselbe Person in unterschiedlichen Identitäten sind, muss ich nicht verstehen), aber ich hatte trotzdem eine so gute Zeit mit dem Roman, dass ich mir nach dem Lesen von „A Billionaire’s Tail“ den zweiten Teil vorbestellt habe, der am 30. Juni erscheinen wird.
Kenley Davidson: Dragon Chained (The Dragon of 23rd Street 1)
Noch ein kostenloser erste Band einer Reihe und noch eine Geschichte, mit der ich mich überraschend gut amüsiert habe, obwohl der Humor mir stellenweise etwas zu gewollt war. Protagonistin Kira Everleigh ist eine Drachin, die gemeinsam mit ihrer Tante in Menschengestalt in einer kleinen Wohnung über einer Buchhandlung in Oklahoma City lebt. Während ihre Tante verreist ist, kümmert sich Kira um den Laden, bis eines Tages ein Elf das Geschäft betritt und nach ihrer Tante sucht. Im Laufe der Geschichte findet Kira raus, dass sie deutlich weniger über ihre Herkunft, über ihre Tante und all die anderen magischen Rassen weiß, als sie dachte, während sie sich gleichzeitig mit einem Elfen-Assassinen auf die Suche nach ihrer verschwundenen Tante macht und einige Abenteuer erlebt. Es gab einige wirklich nette Momente in der Geschichte, und die Handlung hat sich sehr schön flüssig weglesen lassen. Aber es gab auch zu viele Szene, bei denen ich mit den Augen gerollt habe, weil sie geradezu „schau, ist das nicht lustig?!“ schrien. Alles in allem nett, aber nicht gut genug, um Geld für die beiden Fortsetzungen auszugeben … Oh, und noch eine kleine Anmerkung: Laut Klappentext ist die Trilogie schon mal unter dem Pseudonym Haley Ryan veröffentlicht worden.
Jen Lynning: Lady of Truth (The Great Balance World)
„Lady of Truth“ von Jen Lynning gehörte nicht zu den schon erwähnten kostenlosen eBooks, sondern war eine Empfehlung aus einem Autorinnen-Newsletter – und ich fand die Grundidee, dass die Protagonistin Eleya nicht lügen kann, reizvoll. Die Geschichte beginnt damit, dass sich Eleya nachts in das Schlafzimmer des Mannes schleicht, bei dem ihr Bruder Schulden hat, um diese Schulden auf … handfeste Weise „abzuarbeiten“. Doch Prinz Dmir hat nicht vor, Eleya auszunutzen oder gar Geld von einem Mann einzutreiben, den das in Schwierigkeiten bringen würde – was am Ende dazu führt, dass er Eleya als Sekretärin beschäftigt. Natürlich verlieben sich die beiden ineinander, und ich fand es etwas unbefriedigend, dass ich in dem (gerade mal 120 Seiten langen) Roman das bessere Kennenlernen der beide nicht wirklich miterleben konnte. Dafür hat die Autorin halt mehr Seiten für den „steamy“ Teil dieser „Steamy Steampunk Novella“ aufgewandt, was unterhaltsam war, aber nicht das, was mir an diesem Roman wirklich gefiel. Ich mochte die Idee einer Welt, in der Balance eine wichtige Rolle spielt, mir gefiel die Beziehung der Protagonistin zu ihrem Bruder und die zu ihrer besten Freundin, und das waren die Teile der Geschichte, von denen ich gern noch mehr gelesen hätte. Die anderen Bände der Reihe sind länger, aber so ganz sicher bin ich mir noch nicht, ob ich weiterlesen mag.
Kimberly A. Rogers: Threats by Numbers (Rogue Spotter 1)
Ich hatte unter meinen kostenlosen eBooks überraschend viele Titel, mit denen ich mich gut amüsiert habe, aber „Threats by Numbers“ von Kimberly A. Rogers gehörte leider nicht dazu. Auch dieser Urban-Fantasy-Roman hatte eine Grundidee, die ich in ihrer Ungewöhnlichkeit eigentlich ganz reizvoll fand. Die Protagonistin Lauren ist ein „Spotter“ – was bedeutet, dass sie eine Person ist, deren übernatürliche Fähigkeit darin besteht, die Gefährlichkeit einer anderen Person anhand einer Zahl (die für sie über deren Kopf zu sehen ist) erkennen zu können. Das Gefahrenpotenzial der meisten Personen liegt bei 3 oder 4, weshalb Lauren unglaublich alarmiert ist, als sie eines Tages bei der Arbeit eine 10 sieht. Wie gesagt, ich fand die Idee eigentlich ganz lustig, aber meinem Gefühl nach hat Kimberly A. Rogers überhaupt nichts daraus gemacht. Ich persönlich finde es zum Beispiel vollkommen unglaubwürdig, dass das Gefahrenpotenzial einer Person immer gleich sein soll – glaubt mir, wenn ich müde oder hungrig bin, bin ich definitiv gefährlicher als satt und ausgeschlafen. 😉 Ebenso fiel es mir schwer zu glauben, dass es Lauren seit Jahren gelingt, sich nicht als Spotter zu outen, wenn sie sich gleichzeitig bei jedem einzelnen Vorfall in der Handlung so ungeschickt anstellt. Das einzige, was ich postiv anmerken kann, ist, dass sich die Beziehung zwischen ihr und „Mr 10“ langsam entfaltet, nachdem die beiden so einige Verabredungen hatten. Wobei ich mich beim Lesen durchgehend fragte, wieso Lauren auf der einen Seite ständig daran denkt, dass eine 10 unfassbar gefährlich ist, und sich auf der anderen Seite durchgehend eingestehen muss, dass dieser Mann einfach nur aufmerksam, rücksichtvoll, fürsorglich und freundlich ist und sie sich in seiner Gegenwart ausnahmsweise einmal sicher fühlt. Am Ende des Romans war ich so genervt von dem Widerspruch zwischen dem Verhalten der Protagonistin und dem, was mir die Autorin die ganze Zeit weismachen wollte, dass ich froh war, dass das Buch nur knapp 200 Seiten lang war.
Dusty Rose: Wanted: Vampire’s Assistant (Moonhaven Cove 1)
Da ich diesen Beitrag dieses Mal nach meiner alphabetischen Leseliste zusammengestellt habe, kommt hier erst das erste kostenlose eBook, das ich im März gelesen hatte. „Wanted: Vampire’s Assisstant“ von Dusty Rose ist genau die Art von leichter, fantastischer Liebesgeschichte, die der Titel vermuten lässt. Protagonistin Mia Durran verliert zu Beginn der Geschichte ihren Job und droht, auch ihr Apartment zu verlieren. Deshalb nimmt sie ein absurd klingendes Jobangebot als Assistentin eines Vampires an – obwohl Mia anfangs nicht glauben kann, dass es übernatürliche Wesen überhaupt gibt. Dieser neue Job führt sie in den kleinen Ort Moonhaven Cove, der eine Zuflucht für alle möglichen Arten von übernatürlichen Wesen darstellt, wo sie nicht nur neue Freunde findet, sondern sich auch in ihren Chef Draven Leto verliebt. Aber natürlich ist auch in Moonhaven Cove nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen und so müssen Mia und Draven herausfinden, wer Anschläge auf den Vampir und/oder seine neue Assistentin verübt. Das alles ist nett, aber so vorhersehbar, dass ich zum Monatsende schon ganz vergessen hatte, dass ich den Roman gelesen hatte. Die Moonhaven-Cove-Reihe ist definitiv keine Reihe, die ich fortsetzen muss.