Lese-Sonntag April 2019 (Ostersonntag)

Als erstes möchte ich euch einen schönen Ostersonntag wünschen! In den letzten Tagen habe ich mich etwas mit meinen Büchern eingegraben und das hat mir wirklich gut getan. Dass gerade Feiertage sind, spielt für mein Leben nur insofern eine Rolle, dass mein Mann nicht morgens zur Arbeit geht und wir deshalb nachmittags Zeit zum Brettspielen haben – was gut passt, denn mein Mann hat seit zwei Wochen ein neues Hellboy-Brettspiel, das er natürlich auch ausgiebig ausprobieren möchte. So wird der heutige Lese-Sonntag bei uns wie immer ablaufen. Ich starte langsam in den Tag, am frühen Nachmittag gibt es eine Brettspielrunde mit meinem Mann und ansonsten versuche ich viel Zeit mit Lesen zu verbringen. Ich bin gespannt, ob sich mir heute jemand anschließt oder ob ihr den Ostersonntag alle anderweitig verplant habt. 🙂

So ganz kann ich es übrigens immer noch nicht mit dem Parallellesen lassen, weshalb ich auch heute theoretisch mehrere Bücher zur Auswahl habe, um damit in den Tag zu starten. Allerdings sind die vor allem auf Englisch und mir ist gerade eher danach etwas auf Deutsch zu lesen, weshalb ich mit dem Gedanken spiele „Beklage deine Sünden“, den siebzehnten Kincaid-und-James-Krimi von Deborah Crombie, anzufangen. Das größte Problem bei dem Roman besteht darin, dass ich mich nicht mehr so gut an die Vorgänge im vorherigen Band erinnern kann und nach einem ersten Anlesen vor ein paar Tagen überhaupt nicht verstehe, wieso Kincaid sich so verhält, wie er es zu Beginn dieser Geschichte nun einmal tut. Jetzt muss ich mich also entscheiden, ob ich noch einen Blick in den vorhergehenden Band werfe oder ob ich einfach mit dieser Verwirrtheit leben, bis ich genug von der Handlung mitbkommen habe, um mich wieder zurecht zu finden.

Update 10:00 Uhr

Inzwischen habe ich wirklich den vorhergehenden Roman („Wer im Dunkeln bleibt“) rausgekramt und die letzten Kapitel noch einmal gelesen. Und nun glaube ich, dass ein Teil meiner Erinnerungsprobleme damit zusammenhängen, dass es im Hintergrund der Geschichte um Korruption innerhalb der Polizei geht. Das ist ein Thema, das ich in Kriminalromanen einfach nicht mehr sehen mag, außerdem führt es in dieser Reihe dazu, dass Duncan Kincaid seiner Frau Gemma James (die ebenfalls Polizistin ist) nicht mehr alles erzählen kann, obwohl ich es sonst immer so schön fand, dass die beiden immer offen miteinander umgingen und gemeinsam Probleme gelöst haben. Mal schauen, wie sich das weiter entwickelt, „Beklage deine Sünden“ fängt schon mal damit an, dass Kincaid über das seltsame Verhalten seines Vorgesetzten stolpert. Außerdem wurde eine junge Frau ermordet in einem Gemeinschaftsgarten in Notting Hill aufgefunden und Gemmas Freundin MacKenzie ist darüber ziemlich erschüttert. Die klassischen Kriminalfälle mag ich bei Deborah Crombie eigentlich immer, ich bin also gespannt, was hinter dem Mord steckt (und wer die Ermittlungen in dem Fall übernimmt). Jetzt aber wird es erst einmal Zeit fürs Frühstück!

Update 13:00 Uhr

Kriminalromane an Frühstücksbrötchen 😉

Mir fehlt immer noch ziemlich viel Vorwissen aus dem vorhergehenden Band, so gab es wohl in „Wer im Dunkeln bleibt“ einen Bombenanschlag, den ich vollkommen verdrängt hatte, ebenso wie den (vermeindlichen?) Selbstmord eines Mannes, der aus irgendeinem Grund für Duncan wichtig war. Trotzdem will ich den sechzehnten Teil nicht komplett noch einmal lesen (irgendwann lese ich mal alle siebzehn Romane am Stück, aber nicht in diesem Monat 😉 ) und deshalb habe ich zum Frühstück einfach mit „Beklage deine Sünden“ weitergemacht. Offizielle Ermittlungen gibt es immer noch nicht, aber während Duncan sich weiterhin mit den beängstigenden Angelegenheiten innerhalb der Polizei beschäftigt, hat Gemma inzwischen mehr über das ermordete Kindermädchen erfahren (und sich sehr über die bisher verantwortlichen Kollegen aufgeregt, die wohl bislang ziemlich bei der Ermittlung geschlampt haben). Außerdem ist mir aufgegangen, dass ich auch deshalb so sehr mit dem Roman schmolle, weil es zum ersten Mal keine gute Zusammenarbeit zwischen Duncan, Gemma und den ihnen untergebenen Ermittlern gibt, obwohl der freundschaftliche Umgang zwischen diesen Polizisten für mich auch einen großen Reiz der Romane ausmacht.

Außerdem habe ich mich etwas online rumgetrieben – schön, dass wir inzwischen zu viert sind an diesem Lese-Sonntag! 🙂 Jetzt wird es aber langsam Zeit den Abwasch der letzten 24 Stunden in Angriff zu nehmen, damit ich damit fertig bin, bevor wir gegen 14 Uhr anfangen wollen zu spielen.

Update 16:30 Uhr

Abe Sapien und Hellboy wurden vernichtend von den Froschmonstern geschlagen. *g*

Uff, das war eine anstrengende Runde mit dem „Hellboy“-Brettspiel! Mein Mann hat in den vergangenen zwei Wochen 1-Spieler-Runden ausprobiert und da schon gesagt, dass es überraschend herausfordernd ist, an alle Regeln zu denken, und natürlich hatten wir bei unserer ersten gemeinsamen Spielrunde prompt eine wichtige Regel vergessen. Deshalb haben wir heute noch einmal dasselbe Szenario versucht, wobei mein Mann Abe Sapien und ich Hellboy gespielt haben. Es ist wirklich spannend zu sehen, wie unterschiedlich dieses Szenario sich anfühlt, weil viele Entwicklungen durch gezogene Karten entstehen, die die „Handlung“ sehr stark beeinflussen können. Heute haben die Karten dazu geführt, dass wir ständig „Froschhaufen“ in unseren Gebieten hatten (was zu Abzügen bei der Treffsicherheit, Angriff und der Verteidigung führte) und die Würfel waren uns auch nicht gewogen. Ich glaube, wir haben noch nie so viele leere Würfelseiten und so viele Totenschädel innerhalb eines Spiels gesehen. Am Ende hatte mein Hellboy keine Chance mehr, sich zu verteidigen, während der Endgegner ein Froschmonster nach dem anderen herbeirief, und alleine war Abe dann auch nicht mehr in der Lage, mit den Gegnern fertig zu werden. *g*

Insgesamt finde ich das Spiel wirklich lustig, vor allem die verschiedenen Eigenheiten der Charaktere (Hellboy kann zum Beispiel Möbelstücke auf Gegner schleudern, wenn es Möbel im Raum gibt), aber bei den Regeln müssen wir noch ziemlich viel nachschlagen, um sicherzugehen, dass wir alles richtig machen. Dabei ist das Spiel nicht kompliziert, aber bestimmte Zustände oder Gegner sorgen eben für veränderte Umstände, die man bei jedem Zug bzw. Würfelwurf mit berücksichtigen muss.

Jetzt gibt es erst einmal Kuchen und eine Blogrunde für mich, bevor ich den Hefeteig für das Abendessen ansetze und dann weiterlese. 🙂

 

Heutige Mitleserin:

Sunny
Natira
Ariana

Kelly McCullough: Magic, Madness, and Mischief

Nachdem ich in diesem Jahr endlich die Reihe rund um die „zerborstene Klinge“ beendet hatte, wurde es Zeit, zu einer anderen Art von Buch von Kelly McCullough zu greifen. „Magic, Madness, and Mischief“ ist eines der wenigen Jugendbücher des Autors und – wenn man nach seinen Tweets zu dem Roman gehen kann – in vielen Elementen (rund um das Thema psychische Probleme) sein persönlichstes Buch. Die Handlung dreht sich um den (fast) dreizehnjährigen Kalvan, dessen Träume zu Beginn der Geschichte seit einiger Zeit von Feuer bestimmt werden. Doch er träumt nicht nur von Feuer, sondern wacht auch mit Ruß- und Aschespuren an seinen Füßen auf, ohne dass er weiß, woher diese Spuren stammen könnten. Da seine Mutter psychisch nicht ganz stabil ist, ist Kalvan sich eine Zeit lang nicht sicher, ob er nicht einfach nur dieselben Symptome zeigt wie sie, denn eine andere Erklärung für all die Erlebnisse – inklusive eines zufällig beschworenen Hasen aus Feuer – wäre zu fantastisch, um real sein zu können.

Doch als Kalvan sich damit abfindet, dass er über Feuermagie verfügt, muss er lernen, diese Magie in den Griff zu bekommen. Feuer kann ein nützliches Werkzeug sein, wenn man es kontrolliert einsetzt, aber eben auch ein verherrendes Element, wenn es unkontrolliert freigelassen wird. Die Herausforderungen beim Umgang mit Magie, die alltäglichen Probleme, die Kalvan mit seinem Stiefvater hat, die Sorgen, die sich der Junge um seine Mutter macht, und die Entdeckung, dass der hiesige Winterkönig versucht, die Region rund um die Stadt St. Paul für immer unter seine Regentschaft zu bringen, sorgen für eine spannende Geschichte. Zu meiner eigenen Überraschung hat „Magic, Madness, and Mischief“ bei mir an einigen Stellen sogar ein „Diana-Wynne-Jones-Gefühl“ hervorgerufen, weil das Buch einen vergleichbaren Mix aus Humor, Alltäglichkeiten und Magie mit sich bringt wie die Romane der Autorin. Wobei der Stil von Kelly McCullough natürlich deutlich moderner ist, aber das ändert nichts daran, dass für mich auch diese Geschichte eine eindeutige Wohlfühllektüre war.

Ich mochte Kalvan sehr, weil dieser auf der einen Seite seit Jahren versucht, auf seine Mutter aufzupassen, und Angst davor hat, dass er dieselben psychischen Probleme wie sie entwickeln könnte, und auf der anderen Seite ein ganz normaler Junge ist, der auch mal eine Schulstunde schwänzt, um mit seinem besten Freund abzuhängen. Seine Freundschaft zu Dave, seine Leidenschaft fürs Theaterspielen und seine langsam wachsende Beziehung zu Sparx, dem Feuerhasen, machen Kalvan – auch wegen der Momente, in denen er Mist baut, Angst zeigt oder einfach nur ein frustrierter Jugendlicher ist – zu einem stimmigen und glaubwürdigen Charakter.

Die Geschichte umspannt mehrere Monate, was sich ebenfalls richtig anfühlt, weil Kalvan erst nach und nach über all die magischen Elemente in der Welt erfährt und Zeit benötigt, um mit seinem eigenen magischen Erbe umzugehen. Die Handlung über so einen langen Zeitraum zu erzählen, baut zwar kein Gefühl von Dringlichkeit auf, bietet Kelly McCullough aber einige Gelegenheiten für amüsante oder berührende Momente, die ich wirklich genossen habe, ebenso wie die bunte Mischung aus mythischen Figuren und eigenen Elementen, die die Magie in dieser Geschichte ausmacht. Am Ende bedauere ich nur eine Sache: Es dauert noch ein paar Monate, bis die Fortsetzung „Spirits, Spells, and Snarks“ als Taschenbuch erscheint. 😉

Diana Wynne Jones: The Time of the Ghost

Nachdem ich vor ein paar Tagen mit „Eight Days of Luke“ so viel Spaß hatte, dachte ich, dass es an der Zeit wäre, eine ganz andere Art von Roman von Diana Wynne Jones auszuprobieren. „The Time of the Ghost“ ist eine ziemlich unheimliche Geschichte, wenn man sie mit anderen Veröffentlichungen der Autorin vergleicht. Erzählt wird die Handlung aus der Perspektive des Geists eines Mädchens, der sich eines Tages auf einer Straße wiederfindet und nicht weiß, wie er dort hingekommen ist. So nach und nach erinnert sich dieser Geist daran, dass er eine von vier Schwestern ist, dass er in einer Schule lebt, die von seinem Vater geleitet wird, und dass irgendwas vollkommen verkehrt gelaufen ist. Doch was genau passiert ist, weiß dieser Geist nicht und macht sich deshalb daran, mehr über die Familie, die Schwestern und seine Lebensumstände herauszufinden. (Findet ihr es auch so verwirrend, dass Geister grammatisch immer männlich sind, obwohl dieser Geist ein Mädchen ist?)

Diana Wynne Jones nimmt sich viel Zeit, um den Geist und die Schwestern Charlotte (Cart), Selina (Sally), Imogen und Fenella Melford und ihre Lebenssituation vorzustellen. Dabei wird schnell deutlich, dass die vier Schwestern von ihren Eltern in jeder Hinsicht vernachlässigt werden und auf sich allein gestellt sind, was zu viel Reibung zwischen den vier Mädchen führt. Laut eigener Aussage hatte die Autorin bei der Darstellung der Lebensumstände der Schwestern auf ihre eigenen Kindheitserfahrungen zurückgegriffen, nur dass sie diese deutlich gemildert dargestellt hat, weil sie davon ausging, dass die von ihr beschriebene Familie den Lesern sonst zu unglaubwürdig vorkäme.

Auch ohne den Gedanken im Hinterkopf, dass die Situation der Melford-Schwestern auf Diana Wynne Jones‘ eigene Erlebnisse zurückgeht, sind diese Passagen nur schwer zu lesen. Auf der einen Seite ist es natürlich lustig zu sehen, was die Schwestern mit all ihrer Freiheit anstellen – hier und da gab es sogar Momente, die bei mir ein Pippi-Langstrumpf-Gefühl hervorriefen. Auf der anderen Seite lässt sich nicht übersehen, wie verzweifelt die vier Mädchen versuchen, die Aufmerksamkeit ihrer Eltern zu wecken, und wie ungesund dieses Leben (in physischer und psychischer Hinsicht) für die Schwestern ist. Dazu kommt noch die Existenz des Geistes, die eindeutig auf ein fürchterliches Ereignis hindeutet, auch wenn man als Leser in der ersten Hälfte der Geschichte absolut keine Vorstellung davon hat, was passiert sein könnte.

Gerade diese Ungewissheit lässt einen den Roman gespannt und voller Aufmerksamkeit lesen, weil man sich immer wieder fragt, welche der Figuren für den Zustand des Geistes verantwortlich sein könnte und welche der auf den ersten Blick relativ harmlos wirkenden Situationen zum Tod einer der vier Schwestern geführt haben könnte (oder führen wird). Denn auch wenn alle vier Schwestern zu Beginn der Geschichte vorkommen, so ist sich der Geist sicher, dass er eine von ihnen ist, und es gibt für den Leser keinen Grund, an dieser Gewissheit zu zweifeln. Trotz all der düsteren Elemente in „The Time of the Ghost“ gibt es natürlich auch so einige amüsante Szenen, wenn es um die Interaktion der vier Schwestern mit anderen Personen geht oder um ihre Bemühungen, mit dem Geist zu kommunizieren – ganz ohne Humor kommen Diana-Wynne-Jones-Romane einfach nicht aus..

Am Ende ist es der Zusammenhalt der vier Schwestern, der trotz aller Rivalität, Eifersucht und Einmischungen einer unheimlichen Macht dazu führt, dass man den Roman nach einem spannenden Ende (inklusive einem Blick in die Zukunft) mit einem hoffnungsvollen Gefühl aus den Händen legt. „The Time of the Ghost“ ist bislang wohl der Titel von Diana Wynne Jones, den ich am wenigsten als „Wohlfühlbuch“ bezeichnen würde, aber ich habe die unheimliche Atmosphäre der Geschichte sehr genossen, fand die Grundidee faszinierend und war so gespannt auf die Auflösung des Ganzen, dass ich den Roman nicht aus der Hand legen wollte.

Diana Wynne Jones: Eight Days of Luke

„Eight Days of Luke“ gehört zu den Büchern von Diana Wynne Jones, die ich noch nie zuvor gelesen hatte. Da es aber ein schmaler Band ist und mir in den letzten Tagen nach klassischer britischer Fantasykost war, schien die Geschichte genau die richtige Wahl für einen entspannten Urlaubstag zu sein. Die Handlung wird aus der Sicht von David erzählt, dessen Sommerferien zu Beginn des Romans gerade erst begonnen haben. Doch im Gegensatz zu seinen Mitschülern freut sich David nicht besonders auf die kommenden Wochen, da die Verwandten, bei denen er seit dem Tod seiner Eltern die Ferienzeit verbringt, nicht gerade begeistert von seiner Anwesenheit sind. Doch in diesen Sommerferien läuft es nicht wie gewohnt, und statt wochenlang Matheunterricht im Feriencamp von Mr. Scrum zu bekommen, löst David einige ungewöhnliche Ereignisse aus, als er seinen neuen Freund Luke kennenlernt.

Ich muss gestehen, dass ich eine Schwäche für diese Art von fantastischen Geschichten (für Kinder) habe. Diana Wynne Jones hat auch für „Eight Days of Luke“ wieder einen Protagonisten gewählt, dessen Ausgangssituation nicht gerade optimal ist, der aber versucht, das Beste aus einer Lage zu machen und sich mit den Gegebenheiten zu arrangieren. Als nun Luke in Davids Leben tritt, passieren lauter Dinge, die sein gewohntes Leben auf den Kopf stellen, die ihn in Gefahr bringen oder in denen er Aufgaben übernehmen muss, die ihm vorher nie in den Sinn gekommen sind. Dabei erklärt die Autorin keine Hintergründe, sondern man muss als Leser die verschiedenen Situationen hinnehmen oder sich seine eigenen Gedanken zu den Charakteren machen – was mich in diesem Fall an einigen Stellen fast ein bisschen überfordert hat, weil mein Wissen über nordische Götter nicht so leicht abrufbar ist, wie ich es gern gehabt hätte. 😉

Davids Erlebnisse mit Luke haben mich immer wieder zum Schmunzeln gebracht, ebenso die Einmischung der diversen Götter in Davids Leben. Auch wenn ich so manche „Lektion“, die David aus den verschiedenen Ereignissen mitgenommen hat, etwas sehr offensichtlich fand, hat mich das beim Lesen nicht gestört, weil Diana Wynne Jones die Geschichte so liebevoll und kurzweilig erzählt hat. Ich habe „Eight Days of Luke“ allerdings als altmodischer empfunden als einige andere Romane der Autorin und würde die Geschichte deshalb nicht zu ihren besten Werken zählen. Aber wer amüsante britische Fantasybücher für Kinder mag und sich nicht an der etwas belehrenden und episodenhaften Erzählweise stört, wird mit dem Buch gewiss einige unterhaltsame Lesestunden verbringen können (und zwischendurch vielleicht sogar dazu animiert, sein Wissen über nordische Götter aufzufrischen, um die verschiedenen Figuren zuordnen zu können).

Was schön war (3)

Zu sehen, wie das kranke Kätzchen
einen Löffel Joghurt aufschleckt,
und dass es nach einer Woche krank sein
zwar noch nicht wieder gesund, aber doch fitter ist.

Die erste heiße Dusche
nach vier Tagen ohne warmes Wasser
und die „Dankeschön“-Blumen von der Nachbarin,
deren Wohnung ich während
der Woche voller Handwerker mitbetreut habe.

Ein Care-Paket
für meinen Mann und mich
voll mit lieben Worten,
Schokolade und Lesestoff.

Eine Woche mit Besuch,
gemütlichen gemeinsamen Stunden,
viel unterwegs sein,
leckerem Essen und den
ersten Roller-Derby-Spielen der Saison.

Neuzugänge Januar, Februar und März 2019

Das erste Quartal des Jahres ist vorbei und somit ist es wieder Zeit für meinen Neuzugangspost (für meine Statistik) – wenn euch ein bestimmter Titel besonders interessieren sollte, schreibt das gern in einem Kommentar, dann halte ich den fürs „zeitnahe Lesen und Rezensieren“ im Hinterkopf.

Im Januar gibt es bei mir normalerweise mehr Buchzugänge, weil ich bewusst etwas Geld zur Seite lege, damit ich nach Weihnachten noch die Bücher vom Wunschzettel kaufen kann, die ich ganz dringend haben will und die mir nicht von meinen Lieben geschenkt wurden. In diesem Jahr hingegen habe ich mich einfach nicht entscheiden können, welche Bücher die größte Priorität haben, und so hielten sich die Neuzugänge zum Jahresanfang eigentlich in Grenzen. 😉

1. Celine Kiernan: Geisterpfade
2. Celine Kiernan: Königspfade
Ich hatte vor einiger Zeit den Roman „Schattenpfade“ gelesen und gemocht, musste dann aber feststellen, dass es die beiden Fortsetzungen nur noch gebraucht zu sehr übertriebenen Preisen gab. Deshalb hatte ich die Reihe eigentlich für mich abgeschrieben. Ende Dezember bot dann jemand auf Twitter die Bände zu einem günstigen Preis an, und da habe ich dann spontan zugeschlagen.

3. Sarah Prineas: The Lost Books – The Scroll of Kings
Von Sarah Prineas mag ich die Reihe rund um den magischen Dieb sehr und als ich die Ankündigung für diesen Roman sah, wurde ich gleich neugierig. Angesichts des Hardcover-Preises wollte ich eigentlich warten, bis es eine Taschenbuchausgabe von dem Buch gibt, doch dann fand ich ein günstiges Angebot über ein erprobtes Modernes Antiquariat und konnte nicht länger widerstehen.

4. Ellen Oh und Elsie Chapman (Hrsg.): A Thousand Beginnings and Endings (Anthologie)
Eine Anthologie mit Kurzgeschichten, die auf asiatischen Mythen und Legenden basieren und zum Großteil von asiatischstämmigen Autorinnen geschrieben wurden. Ich fand, dass das interessant klang, und als das Buch dann auch noch deutlich im Preis fiel, habe ich es spontan bestellt. Günstige englische Bücher werden irgendwann noch mal dafür sorgen, dass meine Regale nicht ausreichen. *g*

5. Philip Mansel: Prince of Europe – The Life of Charles-Joseph de Ligne
Eine Biografie, die ich mir direkt bestellt hatte, nachdem ich „Congress of Secrets“ von Stephanie Burgis gelesen hatte und dort im Anhang diesen Titel bei den Literaturverweisen fand. Diese historische Figur finde ich immer besonders interessant, wenn ich sie in Romanen finde – jetzt kann ich endlich mal mehr über ihr Leben nachlesen. 🙂

6. Rhys Bowen: Royal Blood (Royal Spyness 4)
7. Rhys Bowen: Naughty in Nice (Royal Spyness 5)
Da ich in letzter Zeit immer wieder andere Ausgaben dieser Romane gesehen habe, habe ich das Gefühl, ich müsse mich ranhalten, damit ich die Krimis in zueinander passenden Veröffentlichungen bekomme. Also habe ich Anfang des Jahres noch einmal zwei Bände bestellt – und mir dann fest vorgenommen, dass ich erst einmal die drei Titel vom SuB lese, bevor ich weitere Fortsetzungen kaufe. *g*

***

Im Februar wurde es dann auch mal Zeit, dass ein paar meiner Vorbestellungen (aus dem Dezember mit Januar-Erscheinungstermin) eintrudelten:

8. Seanan McGuire: In an Absent Dream (Wayward Children 4)
Ein weiterer Band der Wayward-Children-Geschichten von Seanan McGuire. Wenn ich ihre Aussage auf Twitter richtig in Erinnerung habe, dann ist das hier wieder eine „Vorgeschichte“ – also etwas, das einer der Bewohnerinnen des Heims für „Wayward Children“ passiert ist, bevor sie in Eleanors Heim einzog. Die Wayward-Children-Titel sollen laut der Autorin immer abwechselnd eine Vorgeschichte und eine Fortsetzung erzählen, um den verschiedenen Figuren mehr Hintergründe zu verleihen und doch eine Weiterentwicklung des Ganzen zu ermöglichen. (Inzwischen habe ich die Geschichte gelesen und rezensiert und nun finde ich es wieder sehr schade, dass ich ein Jahr auf den nächsten Band warten muss …)

9. David Chandler: Den of Thieves (Ancient Blades 1)
10. David Chandler: A Thief in the Night (Ancient Blades 2)
11. David Chandler: Honor Among Thieves (Ancient Blades 3)
Es ist selten geworden, dass ich richtige Lust auf eine klassische High-Fantasy-Reihe hatte, aber nachdem ich vor einigen Jahren den ersten Band der Ancient-Blades-Reihe gelesen hatte, hatte ich mich immer wieder gefragt, wie die Geschichte wohl weiterging. Als ich dann vor kurzem alle drei Bände online für insgesamt 11,92 Euro auf Englisch fand, musste ich die Gelegenheit nutzen, um meine Neugier zu befriedigen.

12. Sayantani Dasgupta: The Serpent’s Secret (Kiranmala and the Kingdom Beyond 1)
Dieser Titel fiel mir schon ins Auge, als die allererste Ankündigung zu den „Rick Riordan präsentiert“-Veröffentlichungen durch meine US-Timeline geisterte. Da es bis zum Erscheinungstermin aber noch einige Monate dauerte, hatte ich das Buch so lange aus den Augen verloren, dass ich bei meiner Bestellung im Januar schon auf das Taschenbuch zurückgreifen konnte.

13. Kelly Meding: Stray Moon
Der zweite Teil der Stray-Novels – die Taschenbücher sind immer etwas später erschienen als die eBook-Ausgaben. Aber jetzt, da auch dieser Band erschienen ist, kann ich mir die beiden Bücher ja endlich mal am Stück vornehmen. 😉

14. Julie Murphy: Dumplin‘ – Go big or go home
15. Becky Albertalli: Leah on the Offbeat
Beide Bücher fallen in die Kategeorie „Romane, die ich schon länger auf der Merkliste hatte und die dann auf einmal deutlich günstiger zu bekommen waren“. Wobei ich zugeben muss, dass mir die Bücher erst nach dem Lesen dieses Beitrags über „Body Positive Fiction“ wieder so richtig in den Blick geraten sind und mir deshalb überhaupt die Preisreduzierung aufgefallen ist. 😉

16. Diana Wynne Jones: Eight Days of Luke
Ich arbeite weiter daran, meine DWJ-Sammlung zu vervollständigen – demnächst muss ich mal schauen, ob es (inzwischen?) weitere Titel in passendem Coverdesign gibt. 😉

***

Als der März anfing, dachte ich noch, dass es ja gar nicht so viele Bücher werden können, die ich in diesem Monat geliefert bekommen werde. Aber da die Importe bei meinem Buchhändler manchmal schneller gehen als erwartet, haben sich die Lieferungen doch etwas geläppert. Außerdem hatte ich relativ wenig Zeit und Konzentration zum Lesen und dafür etwas Extrageld, was dann doch zur der einen oder anderen Backlist-Bestellung geführt hat. 😉

17. Cindy Pon: Sacrifice (Serpentine 2)
Den Titel hatte ich direkt nach dem Lesen von „Serpentine“ bestellt, weil ich unbedingt wissen wollte, wie es mit Skybright und den anderen weitergeht, und weil ich diese historische „chinesische“ Welt mit all ihren Kreaturen so mochte.

18. Kelly McCullough: Magic, Madness, and Mischief
Noch eins dieser Bücher, das viel zu lange auf dem Merkzettel lag und um das ich immer etwas rumgeschlichen bin. Ich mag den Schreibstil des Autors, ich mochte den Klappentext, aber ich hatte das Gefühl, ich sollte erst einmal eine Reihe von Kelly McCullough beenden, bevor ich mit der nächsten anfange. Beendet habe ich die andere Reihe zwar noch nicht, aber immerhin schon alle noch ungelesenen Teile im Haus … *hüstel*

19. Seanan McGuire: This Ain’t Witchcraft (InCryptid 8)
Seanan McGuire – mehr muss ich dazu vermutlich gar nicht schreiben. Aber das hier ist der (vorerst?) letzte Band rund um Antimony Price, was bedeutet, dass ich mir die drei Romane rund um diese Figur endlich am Stück vornehmen kann. In einem Jahr geht die Serie dann weiter – aus der Perspektive von „Cousine“ Sarah. 😀

20. Mira Grant: Parasite (Parasitology 1)
21. Mira Grant: Symbiont (Parasitology 2)
Ich kann mir schon lange nicht mehr alle Titel leisten, die von Seanan McGuire/Mira Grant veröffentlicht werden. Aber zumindest die Bücher, die in finanzierbaren Ausgaben erscheinen, versuche ich mir nach und nach zu besorgen. Teil 3 der Trilogie ist auch bestellt, kam aber nicht mit den ersten beiden Bänden bei mir an. Um die Parasitology-Bücher bin ich besonders lange herumgeschlichen, weil Horror plus Parasiten bei mir einen Nerv trifft. Auf der anderen Seite schreibt die Frau so gut, dass ich wissen will, wie sie das Thema angeht.

22. Zen Cho: Sorcerer to the Crown
Noch ein Buch, das schon sehr, sehr lange auf dem Merkzettel stand. Da inzwischen ein zweiter Roman erschienen ist, der in dieser Welt spielt und dessen Inhaltsangabe gut klingt, wollte ich nicht länger aufs Lesen warten.

Ich bin gespannt, wie es im nächsten Quartal mit meinen Neuzugängen so wird. Etwas Geld für Backlist-Bestellungen habe ich noch gespart, auf der anderen Seite gibt es aktuell eigentlich keinen Titel, bei dem ich das Gefühl habe, ich müsste ihn jetzt sofort haben. Aber das kann sich ja auch schnell wieder ändern. 😉

April-SuB 2019

Eigentlich sollte der März ja der „erholsame“ Monat vor dem stressigen April werden, stattdessen war der März arbeits-, termin- und handwerkerreich und beinhaltete für mein Gefühl viel zu wenig Lese- und Erholungsstunden. Mal schauen, ob sich das im April umdreht und ich – trotz der verplanten Wochenenden, den verschiedenen (Übernachtungs-)Besucherinnen und den schon stehenden Termine – mehr Zeit zum Lesen (und Bloggen) finde, als ich momentan denke. Ich vermisse momentan das längere Lesen am Stück und frage mich auch, ob ich noch vor dem Jahrestag des Blogumzugs es endlich auf die Reihe bekomme, all die alten Beiträge mal wieder mit Fotos zu versehen und vom Format her anzupassen. 😉

Immerhin bestehen 90% der April-Termine aus Verabredungen mit Menschen, auf die ich mich freue, was bedeutet, dass ich in diesem Monat auch ohne ungestörte Lese- und Blogzeit ziemlich viele schöne Momente erleben werde. 🙂

  1. Tomi Adeyemi: Children of Blood and Bone
  2. Becky Albertalli: Leah on the Offbeat
  3. Sophie Anderson: The House with Chicken Legs
  4. Kelly Barnhill: Iron Hearted Violet
  5. Tracy Baptiste: Rise of the Jumbies (The Jumbies 2)
  6. T. J. Berry: Space Unicorn Blues
  7. Holly Black: The Coldest Girl in Coldtown
  8. Lawrence Block (Hrsg.): In Sunlight or in Shadow – Stories Inspired by the Paintings of Edward Hopper
  9. Aliette de Bodard: In the Vanishers‘ Palace
  10. Lila Bowen: Wake of Vultures (Shadow Series 1)
  11. Rhys Bowen: Royal Flush (Royal Spyness 3)
  12. Rhys Bowen: Royal Blood (Royal Spyness 4)
  13. Rhys Bowen: Naughty in Niece (Royal Spyness 5)
  14. Alan Bradley: Flavia de Luce 5 – Schlussakkord für einen Mord
  15. Alan Bradley: Flavia de Luce 6 – Tote Vögel singen nicht
  16. Marie Brennan: The Voyage of the Basilisk – A Memoir by Lady Trent
  17. Marie Brennan: In the Labyrinth of Drakes – A Memoir by Lady Trent
  18. Marie Brennan: Within the Sancutary of Wings – A Memoir by Lady Trent
  19. Sarah Rees Brennan: Tell the Wind and Fire
  20. Sarah Rees Brennan: In Other Lands
  21. Patricia Briggs: River Marked (Mercy Thompson 6)
  22. Patricia Briggs: Frost Burned (Mercy Thompson 7)
  23. Patricia Briggs: Night Broken (Mercy Thompson 8)
  24. Patricia Briggs: Fire Touched (Mercy Thompson 9)
  25. Patricia Briggs: Silence Fallen (Mercy Thompson 10)
  26. Rachel Caine: Ink and Bone (The Great Library 1)
  27. Julie Campbell: The Mysterious Visitor (Trixie Belden 4)
  28. Beth Cato: Breath of Earth (Blood of Earth #1)
  29. David Chandler: A Thief in the Night (Ancient Blades 2)
  30. David Chandler: Honor Among Thieves (Ancient Blades 3)
  31. Vivien Chien: Death by Dumpling
  32. Zen Cho: Sorcerer to the Crown
  33. Roshani Chokshi: Aru Shah and the End of Time
  34. Deborah Crombie: Beklage deine Sünden (Kincaid und James 17)
  35. Sayantani Dasgupta: The Serpent’s Secret (Kiranmala and the Kingdom Beyond 1)
  36. Louise Erdrich: The Birchbark House
  37. Laura Ann Gilman: Silver on the Road
  38. Jasmine Gower: Moonshine
  39. Mira Grant: Feedback (Newsflash #4)
  40. Mira Grant: Parasite (Parasitology 1)
  41. Mira Grant: Symbiont (Parasitology 2)
  42. Alex Grecian: The Black Country (Scotland Yard’s Murder Squat 3)
  43. Kate Griffin: The Midnight Mayor (Matthew Swift #2)
  44. Kate Griffin: The Neon Court (Matthew Swift #3)
  45. Kate Griffin: The Minority Council (Matthew Swift #4)
  46. Kate Griffin: Stray Souls (Magicals Anonymous #1)
  47. Kate Griffin: The Glass God (Magicals Anonymous #2)
  48. Christian Handel (Hrsg.): Hinter Dornenhecken und Zauberspiegeln (Anthologie)
  49. Rachel Hartman: Seraphina
  50. Jim C. Hines: Die Buchmagier – Angriff der Verschlinger
  51. Jim C. Hines: Terminal Alliance
  52. Mark Hodder: Auf der Suche nach dem Auge von Naga
  53. Tanya Huff: Wizard of the Grove
  54. D. B. Jackson: Thieve’s Quarry (Thieftaker #2)
  55. D. B. Jackson: A Plunder of Souls (Thieftaker #3)
  56. Diana Wynne Jones: The Dark Lord of Derkholm
  57. Diana Wynne Jones: Year of the Griffin
  58. Diana Wynne Jones: Cart and Cwidder (The Dalemark Quartet 1)
  59. Diana Wynne Jones: Drowned Ammet (The Dalemark Quartet 2)
  60. Diana Wynne Jones: The Spellcoats (The Dalemark Quartet 3)
  61. Diana Wynne Jones: Crown of Dalemark (The Dalemark Quartet 4)
  62. Diana Wynne Jones: Dogsbody
  63. Diana Wynne Jones: Power of Three
  64. Diana Wynne Jones: The Game
  65. Diana Wynne Jones: The Time of the Ghost
  66. Diana Wynne Jones: Eight Days of Luke
  67. Celine Kiernan: Geisterpfade
  68. Celine Kiernan: Königspfade
  69. Mary Robinette Kowall: The Calculating Stars
  70. Scott Lynch: Die Lügen des Locke Lamora
  71. Kari Maaren: Weave a Circle Round
  72. Kelly McCullough: Der Schwur der Klinge
  73. Kelly McCullough: Magic, Madness, and Mischief
  74. Seanan McGuire: Tricks for Free (InCryptid 7)
  75. Seanan McGuire: This Ain’t Witchcraft (InCryptid 8)
  76. Seanan McGuire: The Brightest Fell (October Daye 11)
  77. Seanan McGuire: Deadlands – Boneyard
  78. Kelly Meding: Stray Magic
  79. Kelly Meding: Stray Moon
  80. Kate Milford: The Boneshaker
  81. Jill Murphy: Dumplin‘ – Go big or go home
  82. Bishop O’Connell: The Stolen
  83. Ellen Oh und Elsie Chapman (Hrsg.): A Thousand Beginnings and Endings (Anthologie)
  84. Nnedi Okorafor: Akata Warrior (Akata Witch 2)
  85. Dominik Parisien und Navah Wolfe (Hrsg.): The Starlit Wood – New Fairy Tales (Anthologie)
  86. Dominik Parisien und Navah Wolfe (Hrsg.): Robots vs. Fairies (Anthologie)
  87. Tamora Pierce: Tempests and Slaughter
  88. Cindy Pon: Sacrifice (Serpentine 2)
  89. Sarah Prineas: The Lost Books – The Scroll of Kings
  90. Riley Redgate: Noteworthy
  91. Philip Reeve: Larklight
  92. Rebecca Roanhorse: Trail of Lightning (The Sixth World 1)
  93. John Scalzi: Fuzzy Nation
  94. Helen Simonson: Mrs. Alis unpassende Leidenschaft
  95. A.C.H. Smith: Jim Henson’s The Dark Crystal
  96. Robin Stevens: A Spoonful of Murder (A Murder Unladylike Mystery 6)
  97. Robin Stevens: Death in the Spotlight (Murder Most Unladylike 7)
  98. Rosemary Sutcliff: Troja oder die Rückkehr des Odysseus
  99. Rosemary Sutcliff: König Artus und die Ritter der Tafelrunde
  100. Charles den Tex: Die Zelle
  101. Rob Thomas: Veronica Mars – The Thousand Dollar Tan Line
  102. Sarah Tolcser: Song of the Current
  103. Tiffany Trent: Unnaturalist
  104. Gail Tsukiyama: Die Straße der tausend Blüten
  105. Catherynne M. Valente: The Refrigerator Monologues
  106. Catherynne M. Valente: Space Opera
  107. Uwe Voehl: Tod und Schinken
  108. Jaye Wells: Dirty Magic (Prospero’s War 1)
  109. Xinran: Gerettete Wort
  110. Rick Yancey: Der Monstrumologe und die Insel des Blutes

105 Titel auf dem SuB

(durchgestrichene Titel habe ich in diesem Monat gelesen)
(kursive Titel sind in diesem Monat neu hinzugekommen)

Beate Sauer: Echo der Toten (Friederike Matthée 1)

„Echo der Toten“ von Beate Sauer ist der erste Kriminalroman rund um Friederike Matthée, die im Jahr 1947 als Polizeiassistentenanwärterin arbeitet. Erst seit wenigen Monaten ist die junge Frau bei der Kölner Polizei, und inzwischen ist ihre Vorgesetzte zu dem Entschluss gelangt, dass Friederike zu weichherzig für diese Arbeit ist. Eine letzte Chance bekommt sie, als der britische Militärpolizist Lieutenant Richard Davies um Unterstützung durch die Weibliche Polizei bittet, um einen Sechsjährigen zu befragen, der einen Mord beobachtet hat. Opfer dieses Mordes ist der Alteisen- und Schwarzmarkthändler Jupp Küppers, und obwohl der Mann illegalen Geschäften nachging und sich damit nicht nur Freunde gemacht haben konnte, finden Richard und Friederike anfangs niemanden, der ein Motiv haben könnte.

Ich mochte sehr, wie Beate Sauer in diesem Kriminalroman die Ermittlungen rund um den Mordfall mit den Beschreibungen des Lebens in Deutschland (bzw. in Köln und der Eifel) im Januar 1947 verknüpfte. Der Leser bekommt durch den Fall, der Friederike und ihren Vorgesetzten durch verschiedene Gesellschaftsschichten führt, einen vielseitigen Einblick in unterschiedliche Lebensgeschichten und Schicksale. Immer wieder kommt bei den beiden Polizisten die Frage auf, was die jeweilige Person, die gerade befragt wird, während des Krieges gemacht hat und welche privaten und politischen Entscheidungen sie wohl gefällt haben mag. Mir gefiel es, wie die Autorin die verschiedenen Schattierungen von Angst, bewusstem Wegsehen, Schuld und Verbrechen dargestellt hat und wie vielseitig und menschlich die Charaktere sind, die in der Geschichte vorkommen. Nur selten gibt es eine Figur, die man in eine Schublade stecken kann. Stattdessen zeigt Beate Sauer die vielen kleinen und großen Entscheidungen und Erlebnisse, die einen einzelnen Menschen formen und mit denen er für den Rest seines Lebens fertig werden muss.

So fand ich den Kriminalfall an sich zwar interessant und solide konstruiert, aber es waren vor allem die Figuren und die Darstellung der Lebensumstände, die dafür gesorgt haben, dass ich den Roman zügig gelesen habe. Allerdings reizten mich die Nebenfiguren fast mehr als die beiden Protagonisten, weil Friederike und Richard zwar grundsätzlich sympatisch und vielschichtig dargestellt wurden, aber eben auch in gewisser Weise zu den „Guten“ gehören mussten, damit sie als Hauptfiguren fungieren können. Friederike ist eigentlich eine Künstlerin, die behütet aufwuchs und sich nun vorwirft, dass sie die Augen vor den Verbrechen der Nazis verschlossen hat. Richard hingegen schwankt zwischen Mitgefühl mit den leidenden Deutschen und Hass auf die Menschen, die zugelassen haben, dass die Nazis an die Regierung kamen und ihre Gräueltaten ungehindert verüben konnten.

Beide Figuren sind stimmig ausgearbeitet, bieten aber weniger überraschende Elemente als die vielen verschiedenen Charaktere, denen sie im Laufe ihrer Ermittlungen begegnen. Trotzdem habe ich ihre Perspektive gern verfolgt und gerade bei Friederike war es immer wieder schön zu beobachten, wie sie von ihrer Neugier getrieben auch mal die Ermittlungen in die eigene Hand nahm (nicht, dass ihr das zugestanden hätte) und Details herausfand, die ein wichtiges Element zum Gesamtpuzzle hinzufügten. Einzig die zwischen den beiden Figuren aufkeimende Beziehung hätte es für mich wirklich nicht gebraucht, obwohl ich zugeben muss, dass die Autorin sich hier sehr zurückgehalten hat und man das Ganze für den Großteil des Romans als beginnende Freundschaft und Respekt gegenüber einem Kollegen lesen könnte. Letzteres hätte mir auch vollkommen gereicht, weil ich dieser Paarbildung in Kriminalromanen ebenso müde bin wie des problembelasteten (skandinavischen) Ermittlers. Die „Problembelastung“ von Friederike und Richard finde ich hier hingegen gut gemacht, da angesichts der Zeit und des Ortes, an dem die Geschichte spielt, alles andere unglaubwürdig gewesen wäre. Insgesamt hat mir der Roman so gut gefallen, dass ich neugierig auf den zweiten Band rund um Friederike bin.

Die vergangene Woche …

… war überraschend anstrengend und frustierend. Was sich seltsam anfühlt, wenn ich überlege, dass ich mich am Lese-Sonntag noch darüber gefreut hatte, dass endlich mal wieder eine Woche ohne Termine vor mir lag. Aber die Arbeit geht mir gerade nicht so gut von der Hand (ich möchte zur Zeit am liebsten den ganzen Tag schlafen, was nicht hilfreich ist, wenn man sich konzentrieren will) und Christie fraß von Tag zu Tag schlechter, so dass es am Donnerstag zum Tierarzt ging. Sie hat (hoffentlich) nur eine entzündete Bauchspeicheldrüse und da können wir nur abwarten, dass die Entzündung dank der verabreichten Medikamente abklingt. Dummerweise scheint das Futter, das sie trotz Futtermittelallergie gut fressen kann und normalerweise auch mag, nicht gerade ideal bei Bauchspeicheldrüsen-Entzündungen zu sein. Aber da sie das gerade sowieso nicht frisst, ist das auch egal (auch wenn das vermutlich bedeutet, dass demnächst die Suche nach einem Futter, das sie verträgt und frisst – letzteres ist fast die größere Herausforderung – wieder von vorne losgeht). Stattdessen päppeln wir sie gerade mit Naturjoghurt und sind froh über jeden Teelöffel, den sie davon zu sich nimmt.

Immerhin habe ich an den letzten Abenden wieder etwas mehr gelesen – in der Beziehung hat der Lese-Sonntag, den ich mit Aral dem Königsmörder verbracht habe, wirklich geholfen. 😉 Wobei ich nicht nur meine Nase in die Welt der Klingen von Namara gesteckt habe, sondern auch „Tell me of a Girl“ von L. H. Johnson und „Todgeweiht“ von Nicolet Steemers beendet habe. Bei „Tell me of a Girl“ weiß ich nicht so recht, was ich davon halten soll, denn auf der einen Seite finde ich die Aspekte, die die Autorin bei ihrer Neuerzählung von „Der geheime Garten“ anders betont hat, und auch ihre Erzählweise sehr schön. Auf der anderen Seite frage ich mich, ob die Geschichte so für sich funktionieren kann oder ob es die Vertrautheit mit dem Original benötigt, um die kleinen Änderungen in der Perspektive zu würdigen. „Todgeweiht“ hingegen hat mich regelrecht geärgert, da das Buch als „Krimi“ vom Verlag belabelt wurde, aber einfach keiner war. Stattdessen habe ich mich durch ein vorhersehbares Familiendrama mit durchgehend unsympathischen Figuren gequält und am Ende immer mehr Passagen quergelesen, weil ich den Roman eigentlich nur beendete, um herauszufinden, ob sich darin doch noch irgendwo eine Spur von Krimi befand.

Dafür habe ich inzwischen „Echo der Toten“ von Beate Sauer angefangen und da mir die ersten vier Kapitel dieses Krimis, der im Jahr 1947 in Köln und der Eifel spielt, gut gefallen haben, freue ich mich schon darauf, dass ich die Geschichte heute Abend weiterlesen kann. Ansonsten bleibt mir noch eine Woche, um alle angefangenen dringenden Arbeiten zu beenden und die Wohnung so weit aufzuräumen und zu putzen, dass ich Besuch reinlassen mag, und dann beginnt auch schon der April …