Tansy Rayner Roberts: Belladonna-University-Serie

Die Belladonna-University-Serie besteht aus einer Reihe von (ca. 40-110 Seiten langen) Geschichten rund um eine Gruppe von Studenten an einer magischen Universität. Wobei „magische Universität“ nicht ganz korrekt ist, denn die Belladonna University hat einen magischen und einen unmagischen Campus, und die Studenten können für ihr Studium Kurse in beiden Bereichen belegen. Tansy Rayner Roberts hat diese Universität in einer Variante von Australien angesiedelt, in der Magie eine alltägliche Sache ist, auch wenn nicht jeder Mensch über Magie verfügt. Die Handlung dreht sich um die Mitglieder der Band „Fake Geek Girl“ und ihren (erweiterten) Freundeskreis. Sängerin der Band ist Holly, die das Leben ihrer Zwillingsschwester Hebe anscheinend vor allem als Inspiration für ihre Songs sieht, der Drummer von „Fake Geek Girl“ ist Sage, Hebes schwuler Ex-Freund, und ergänzt wird die Gruppe noch von der Cellistin Juniper, deren große Leidenschaft für die Romane von Jane Austen sich auch immer wieder in ihren Tagebucheinträgen widerspiegelt.

Jede Story hat ihr eigenes Grundthema, aber alle Geschichten werden aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt, so dass der Leser in der Regel mehr weiß als die jeweiligen Erzähler, und immer spielt die Freundschaft zwischen allen Beteiligten (und die Angst, dass diese Freundschaft eines Tages ein Ende nehmen könnte) eine große Rolle. Es ist schwierig, mehr über die Handlung zu schreiben, denn die Geschichten setzten sich eher aus vielen kleinen Dingen zusammen. Selbst in „The Bromancers“, wo die Band bei einem Festival auftritt und gleich zwei Bandmitgliedern etwas Schlimmes zustößt, hatte ich nicht das Gefühl, dass es eine große Handlung gäbe, sondern viele parallel laufende Elemente rund um die verschiedenen Charaktere, die zu einer unterhaltsamen und spannenden Geschichte führten.

Ich mochte die Art und Weise, in der Tansy Rayner Roberts in dieser fantastischen Welt Magie verwendet (und die Tatsache, dass Kaffee als Magie-Dämpfer wirkt), und mindestens ebenso sehr habe ich den Humor genossen, der sich durch alle „Belladonna University“-Titel zieht. Dass ein paar Charaktere ein sehr intensives Sexualleben führen, hätte ich nicht unbedingt in dieser Häufigkeit in den Geschichten haben müssen, aber auch da gab es den einen oder anderen amüsanten Moment, so dass ich auch mit dem relativ wahllosen Sex (gerade bei zwei ansonsten recht sympathischen Figuren) leben konnte. Doch vor allem habe ich es geliebt, von den unterschiedlichen Facetten von Freundschaft zu lesen, die in dieser Gruppe zu finden sind. Sich so gern zu haben, über einen so langen Zeitraum eine Freundschaft aufrechtzuhalten, zusammen zu leben und eine Band zu haben (oder intensiv in die Belange von „Fake Geek Girl“ eingebunden zu sein), ist auch in diesen Geschichten nicht einfach.

Immer wieder gibt es Momente, wo sich jemand verletzt fühlt oder wo eine Eigenart einer Person das Zusammenleben und -arbeiten schwierig macht, aber am Ende sind sie alle immer noch befreundet und verstehen sich wieder ein Stückchen besser als zuvor, und das war wirklich gut zu lesen. Dazu gibt es noch viele Momente rund um Magie, Musik und Geektum, die diese Welt wirklich bereichern und mit denen ich mich – auch ohne einen solchen Bezug zu Magie und Musik zu haben *g* – ein Stückchen identifizieren konnte. Alles in allem waren diese Geschichten eine wunderbar unterhaltsame Lektüre, die ich kaum aus der Hand legen mochte und die ich sehr genossen habe. Ich hoffe nur, dass die Autorin noch mehr Titel veröffentlicht, die mich zur „Belladonna University“ führen, denn die Charaktere sind mir wirklich ans Herz gewachsen, und ich wüsste gern, wie es mit ihnen (und natürlich auch der Band) weitergeht.

Wer jetzt neugierig auf die „Belladonna University“ geworden ist, findet die Geschichten online als eBooks. Die ersten vier Teile gibt es als Bundle, das zur Zeit günstig für den Kindle zu haben ist. Es enthält die Titel „Fake Geek Girl“ (Teil 1), „Unmagical Boy Story“ (Teil 2), „The Bromancers“ (Teil 3) und „The Alchemy of Fine“ (Teil 0,5 – der im Bundle nach Teil 3 kommt und für mich so auch gut funktioniert hat). Die aktuellste Veröffentlichung, „Halloween Is Not A Verb“, ist gerade erst Ende Oktober erschienen und deshalb bislang nur als Einzeltitel zu haben.

Joseph Nassise (Hrsg.): Urban Enemies (Anthologie)

Richtige Anthologie-Rezensionen gibt es bei mir ja eigentlich nicht, dafür einen Post, in dem ich meine Eindrücke zu den Kurzgeschichten einer Veröffentlichung sammle. „Urban Enemies“ hat als Grundthema die Bösewichte der verschiedenen Romane/Romanreihen der jeweiligen Autoren. Dabei gibt es zu Beginnn einer jeden Geschichte eine kurze Einführung, in der man darüber informiert wird, welche Rolle der Protagonist in seiner Welt spielt.

Jim Butcher: Even Hand
Protagonist „Gentleman John Marcone“ gehört von Anfang an zu der Welt von Harry Dresden, und obwohl die beiden eigentlich Feinde sind, haben sie sich im Laufe der Zeit oft genug zwangsweise verbünden müssen, um einen noch größeren gemeinsamen Gegner zu besiegen. In „Even Hand“ wird John Marcone von Justine (die Teil des Hofes der Weißen Vampire ist) um einen Gefallen gebeten, den er – um seine wenigen selbstgesteckten Regeln nicht zu brechen – nicht abschlagen kann. Die Geschichte an sich fand ich unterhaltsam und ich frage mich, ob in einem der nächsten Harry-Dresden-Bände (wenn denn jemals ein weiterer Band erscheint) noch einmal ein Verweis darauf erscheint. Grundsätzlich finde ich es aber sehr bedauerlich, dass Jim Butchers Kurzgeschichten in der Regel nur dann verständlich und nicht spoilernd sind, wenn man bei den Harry-Dresden-Romanen auf dem akutellen Stand ist. Wer also noch nicht den aktuell letzten Band der Reihe gelesen hat, sollte die Finger von dieser Kurzgeschichte lassen, wenn er sich nicht einige Überraschungen verderben möchte.

Kelley Armstrong: Hounded
In „Hounded“ greift Kelley Armstrong mit dem namenlosen Protagonisten eine Figur aus ihrer Cainsville-Serie auf. Der Erzähler ist ein ehemaliges Mitglied der walisischen Form der „Wilden Jagd“, und er befindet sich auf der Suche nach einem neuen Hund. Um den von ihm ausgewählten Hund in seinen Besitz zu bringen, greift der Huntsman zu schrecklichen Mitteln, während man als Leser Stück für Stück mitverfolgen kann, wie er seinem Ziel immer näher kommt. Ich mochte den Erzählton von Kelley Armstrong in dieser Geschichte und ich muss zugeben, dass mich die wenigen Details zu der fantastischen Welt, in der „Hounded“ spielt, neugierig gemacht haben. (Allerdings schrecken mich oft die Andeutungen rund um die Beziehungen in ihren Büchern ab, weshalb ich bislang noch keinen Roman von ihr gelesen habe …)

Jeff Somers: Nigsua Na Tesgu
Jeff Somers‘ wunderbar böse Kurzgeschichte erzählt in groben Zügen die Lebensgeschichte einer ustari, einer Magierin, deren Macht von Blutopfern gespeist wird, von dem Moment an, an dem sie das erste Mal sah, wie Magie gewirkt wurde, bis zu dem Tag, an dem sie alles opfern musste, um im Kampf gegen zwei andere ustari zu überleben. Ich fand diese Kurzgeschichte gut geschrieben, unterhaltsam und sehr böse, muss aber auch zugeben, dass ich keine weiteren Geschichten aus der Welt des „Ustari Circle“ lesen muss.

Craig Schaefer: Sixty-Six Seconds
In „Sixty-Six Seconds“ bringt Craig Schaefer (wenn ich nach der Einleitung gehen kann *g*) Elemente aus gleich zwei seiner Serien („Harmony Black“ und „Daniel Faust“) ein. Da ich bislang keinen Roman des Autors kenne, habe ich beim Lese das Gefühl gehabt, ich könnte viele kleine Dinge nicht richtig einschätzen. Aber die Grundidee (ein Dämon besetzt eine menschliche Leiche, um flüchtige Dämonen zurück in die Hölle zu bringen) fand ich nicht schlecht, der Erzählton gefiel mir auch und die skrupellose neue Assistentin, die der Protagonist Fontaine in diese Geschichte bekam, hat auch Potenzial für einige wunderbar böse Szenen. (Beim nächsten Mal würde ich die Anfangsszene allerdings lieber nicht beim Frühstück lesen …)

Lilith Saintcrow: Kiss
Irgendwie ist es schon spannend, wie viele Autoren ich vor allem aus Anthologien kenne (und häufig auch mag) und bei wie wenigen ich am Ende zu den Romanen greife – wobei ich zugeben muss, dass Lilith Saintcrows Erzählstimme grundsätzlich nicht so mein Ding ist und ich normalerweise nicht mal sagen kann, woran das genau liegt. Hier allerdings konnte ich genau den Finger auf das legen, was mich so sehr störte, dass ich zum Schluss kaum noch Erinnerungen an die Handlung hatte: Die nicht korrekte Verwendung von deutschen Wörtern hat mich beim Lesen von „Kiss“ wirklich kirre gemacht! Die Autorin verwendet für ihre Geschichte (die in Dresden im Februar 1945 spielt) immer wieder deutsche Wörter, die es entweder so nicht gibt (oder jemals gab, soweit ich das beurteilen kann), die nicht in der korrekten grammatischen Form verwendet wurden (und ja, ich weiß, dass das für Leute mit anderen Muttersprachen sehr schwer ist) oder die gar keine deutschen, sondern englische Wörter waren, die (angeblich) deutsche Wurzeln haben. Hätte sie da nur einen Fehler gemacht (und den meinetwegen auch wiederholt), dann hätte ich das niedlich gefunden, aber da sich dieses Problem durch die gesamte Geschichte zog und bei fast jedem „deutschen“ Wort auftauchte, hat es mich beim Lesen zu sehr abgelenkt, um mich wirklich auf die Handlung konzentrieren zu können. Ist es denn wirklich so schwierig, jemanden zu finden, der den Gebrauch von Fremdwörtern in einer Geschichte überprüft?!

Kevin Hearne: The Naughiest Cherub
Diese Kurzgeschichte spielt in der Welt des Eisernen Druiden und wird aus der Sicht von Loki erzählt – ich gebe zu, diese Information bringt mir wenig, da ich den Eisernen Druiden bislang nur aus Kurzgeschichten kenne. Auf jeden Fall besucht in dieser Geschichte Loki Lucifer in der Hölle, und ich muss zugeben, dass mir weder der Erzählton noch die Handlung gefielen. Vermutlich hätte ich beides besser würdigen können, wenn ich die Romane kenne würde, aber so fand ich das Ganze in erster Linie langweilig. Auch wenn es für meinen Geldbeutel gut ist, wenn mich eine Kurzgeschichte nicht neugierig auf weitere Texte eines Autors macht, ist es doch in meinen Augen nicht im Sinne einer Anthologie, wenn man mit einer Geschichte ohne Vorwissen nichts anfangen kann.

Caitlin Kittredge: The Resurrectionist
Auch hier hatte ich keine Ahnung von der Welt, auf der diese Kurzgeschichte basiert, aber obwohl Höllenhunde und Dämonen eigentlich nicht mein Thema sind, mochte ich nicht nur die Handlung, sondern bin ich auch verflixt neugierig auf die „Hellhound Chronicles“ der Autorin geworden. Ich mochte den noir-Erzählton, ich mochte den Protagonisten, der zwar in der Romanreihe ein Gegner der Protagonistin Ava ist, hier einem aber – auch dank seines desillusionierten Blicks auf die Welt – schnell ans Herz wächst. und ich mochte die überraschende und schreckliche Auflösung am Ende der Geschichte. Obwohl ich mir schon vor zwei Jahren vorgenommen hatte, mehr von Caitlin Kittredge zu lesen, hatte ich die Autorin wieder aus den Augen verloren. Umso spannender fand ich es, dass ich Ava, die mir 2016 in einer anderen Anthologie schon mal begegnet war, bei ihrem wirklich winzigen Auftritt in dieser Geschichte auf Anhieb wiedererkannte. Zwei Kurzgeschichten mit kleinen Auftritten, zweimal ein positiver Eindruck – jetzt muss ich wohl wirklich den ersten Band der Reihe auf die Anschaffungsliste setzen. 😉

Joseph Nassise: Down Where the Darkness Dwells
Joseph Nassise bleibt bei mir immer eher als Herausgeber von Anthologien hängen als als Autor, denn obwohl ich weiß, dass ich von ihm schon andere Kurzgeschichten gelesen habe, kann ich nicht mal sagen, welche Figuren oder Welten ich schon von ihm kenne – oder ob es überhaupt mehrere davon gibt. Trotzdem habe ich „Down Where the Darkness Dwells“ gern gelesen. In der Geschichte begleitet man Simon Logan in eine alte Höhle, in der ein Maya-„Schatz“ zu finden sein soll. Da seine Begleiter nicht sehr vertrauenswürdig sind, muss Simon einige unvorhergesehene Herausforderungen bewältigen, die ihn am Ende zum nächtigsten Nekromanten der USA machen werden. Ein Hauch von Indiana Jones, ein Handel, den man sich selbst kurz vor seinem Tod gut überlegen sollte, und ein Ende, bei dem man sich fast darüber freuen kann, wenn ein Bösewicht die Oberhand bekommt – doch, das war nett zu lesen.

Carrie Vaughn: Bellum Romanum
Die Radiomoderatorin Kitty kenne ich schon aus der Geschichte, die Carrie Vaughn zusammen mit Diana Rowland in „Urban Allies“ veröffentlicht hat. Da ich darüber aber nicht viele Hintergründe zu ihrer Urban-Fantasy-Welt bekam, war mir Kittys Gegenspieler, der Vampir Roman, bislang kein Begriff. In „Bellum Romanum“ erfährt der Leser, wieso Roman (bzw. der römische Centurio Gaius Albinus) sich die Vernichtung der Welt zum Ziel gesetzt hat und welche Schritte er schon ganz am Anfang seines untoten Lebens unternahm, um dieses Ziel zu erreichen. Kein sympathischer Protagonist, aber trotzdem ein interessanter Einblick in sein Denken, der mich noch ein bisschen neugieriger auf die Kitty-Norville-Romane gemacht.

Jonathan Maberry: Altar Boy
Auch von Jonanath Maberry habe ich schon einige Geschichten gelesen, aber obwohl sie mir in der Regel zugesagt haben, ist er kein Autor, von dem ich mir Romane besorgen würde. Das liegt in erster Linie daran, dass ich nur militärische Urban Fantasy von ihm kenne und Militärgeschichten lese ich eigentlich nur, wenn ich keine Auswahl habe oder das Thema sehr ungewöhnlich aufgegriffen wird. In „Altar Boy“ erlebt man eine Geschichte rund um „Troys“ – einem Mann, der früher aus den besten Motiven heraus zu einem der Bösen wurde und nun alles versucht, um Buße zu tun, was nicht so einfach ist, wenn einen die Vergangenheit einholt. Die Geschichte hatte was. Obwohl Troys nicht der sympathischste Charakter ist, hatte ich am Ende aufgrund der Entscheidungen, die er treffen musste, Mitleid mit ihm, und das ist mehr, als ich zu Beginn der Geschichte erwartet hatte.

Faith Hunter: Make It Snappy
Gleichförmige Vampirgeschichten gab es in den letzten Jahren ja genug und gerade die Variante, in der es einen supermächtigen Herrscher über ein Gebiet gibt, der Menschen als Blutsklaven hält und dessen Existenz durch uralte Rivalitäten geprägt zu sein scheint, geht mir ziemlich auf die Nerven. Umso überraschender ist es, dass ich diese Kurzgeschichte rund um Leo Pellissier, den „Vampire Master of the City of New Orleans“, trotz einer gewissen Vorhersehbarkeit in der Handlung mochte. Mir gefiel der Erzählton von Faith Hunter ebenso wie das Verhältnis zwischen Leo und einigen seiner Verbündeten – und gerade weil ich das unter den Voraussetzungen nicht erwartet hatte, habe ich deshalb die Geschichte umso mehr genossen.

Jon F. Merz: Chase the Fire
Von diesem Autor hatte ich vorher noch nichts gelesen und nach dieser Geschichte habe ich auch nicht das Bedürfnis, mehr zu lesen. In der Geschichte gibt es eine nicht-untote Vampirvariante, die sich anscheinend im Geheimen und parallel zur Menschheit entwickelt hat, und die Handlung dreht sich anscheinend um zwei Widersacher des Protagonisten der dazugehörigen Romanreihe, von denen einer versucht, dem anderen ein Artefakt zu stehlen, das ihm große Macht bringen wird. Ohne ausreichende Hintergründe zur Welt und zu den Figuren fühlte ich mich etwas aufgeschmissen als Leser, was dazu führte, dass mir das Schicksal des Erzählers ebenso gleichgültig war wie die Pläne seines potenziellen Opfers. Das Ganze hat mich nicht mal neugierig auf die Romane des Autors gemacht …

Diana Pharaoh Francis: Unexpected Choices
Auch wenn ich mich wiederhole: Ich mag Diana Pharaoh Francis‘ Art, eine Geschichte zu erzählen (obwohl ich immer wieder kritisierenswerte Aspekte in ihren Werken finde). „Unexpected Choices“ gehört zu der „Hornblade Witches“-Reihe, was es mir leicht gemacht hat, in die Handlung zu finden, da ich die Romane (vor einigen Jahren) gelesen habe. In dieser Kurzgeschichte gehen zwei der Nebenfiguren – genauer gesagt eine anscheinend skrupellose Hexe und ein hochmütiger Engel – ein ungewöhnliches Bündnis ein, um ein rätselhaftes Ding zu stehlen. Ich glaube, dass man die Geschichte auch ohne das Hintergrundwissen um die Romane genießen kann, kann das aber natürlich nicht wirklich beurteilen. Mir persönlich hat es gefallen, mehr über diese beiden Figuren zu erfahren und zu sehen, wie sie miteinander umgehen, und ich habe mich sehr über die Gespräche zwischen den beiden amüsiert.

Steven Savile: Reel Life
In gewisser Weise hat ein Autor, der einen „Enemy“ zur Hauptfigur seiner Geschichte macht, alles richtig gemacht, wenn ich den Protagonisten auf den ersten Blick nicht leiden kann. Dummerweise hat es mir diese Tatsache schwer gemacht, mich überhaupt auf die Handlung (und die Welt) einzulassen. Seth ist eine Person, der gewinnen wichtiger ist als alles andere, und so ist es nicht verwunderlich, dass er die Frau, die er „liebt“, in erster Linie besitzen wollte, weil sein Bruder sie begehrte. Als er sie endlich in seiner Gewalt hatte, war Gewalt alles, womit er auf ihre Abneigung gegen sich reagieren konnte. Wie schon bei „Urban Allies“ hatte ich auch hier das Gefühl, dass mir das Wissen aus den Romanen fehlt, um die Figuren und ihr Handeln wirklich einordnen zu können. So hat mir „Reel Life“ ein paar interessante Ideen geboten, aber insgesamt fühlte ich mich beim Lesen etwas verloren (und abgestoßen vom Protagonisten).

Domino Finn: The Difference Between Deceit and Delusion
Das war meine erste Geschichte von Domino Finn und ich muss zugeben, dass ich die Erzählweise ebenso mochte wie den Einsatz verschiedener westafrikanischer Elemente – wobei ich nicht beurteilen kann, wie stimmig diese Dinge aufgegriffen und für diese Urban-Fantasy-Geschichte verwendet wurden. Die Handlung dreht sich um einen nicht-menschlichen „Bodyguard“, seine beiden afrikanischstämmigen Mitarbeiter und eine Gefahr für das Geschäft seines Auftraggebers. Die Geschichte ist nicht schön, sehr blutig und brutal, aber gerade aufgrund der Abgebrühtheit des Protagonisten auch irgendwie sehr cool gewesen.

Seanan McGuire: Balance
Obwohl ich die „Cuckoos“ – „telepathic ambush predators“, die vom Wesen her gern mit Wespen in Menschengestalt verglichen werden –  schon aus der InCryptid-Reihe der Autorin kenne, bin ich mir sicher, dass man „Balance“ auch sehr gut ohne das Vorwissen genießen kann. Die Protagonistin dieser Geschichte erzählt einem ganz genau, wo ihre Rasse herkommt, wie sie überleben und welche Vorlieben sie ganz persönlich hat. Aber man erfährt auch, welche Gefahren es für die „Cuckoos“ mit sich bringt, wenn jemand ihre wahre Natur entdeckt. Sehr böse geschrieben und sehr gut! 🙂

Sam Witt: Everywhere
Sam Witt gehört zu den Autoren, die ich bislang nur von „Urban Allies“ kenne, aber da mochte ich seine Redneck-Urban-Fantasy-Welt und seine Figur, den Night Marshall, sehr gern. In „Everywhere“ bekommt man die Geschichte aus der Perspektive des Long Man geschildert, der vor langer Zeit ausgesand wurde, um die Menschheit vor großem Bösen zu beschützen, sich aber im Laufe dieses ewig währenden Krieges selbst in etwas Böses verwandelte. Die Grundidee ist definitiv nicht neu, aber ich mag Sam Witts Erzählweise und die Hoffnungslosigkeit, die in dieser Geschichte mitschwang.

***

Wenn ich überlege, wie gut mir die Geschichten in „Urban Allies“ gefallen hatten, bin ich am Ende etwas überrascht davon, wie gemischt mein Eindruck von „Urban Enemies“ ist. Es gab einige Autoren, deren Geschichten ich wirklich genießen konnte, aber oft hatte ich auch das Gefühl, ich wüsste zu wenig über die Hintergründe der jeweiligen Fantasywelt oder über die Figuren, um etwas mit der Handlung anfangen zu können. Es wäre vermutlich für mich interessanter gewesen, wenn auch bei „Urban Enemies“ jeweils zwei Autoren an einer Geschichte geschrieben hätten. Trotzdem war es mal wieder spannend, eine Anthologie mit so unterschiedlichen Autoren und Geschichten zu lesen! 🙂

November-SuB 2018

Irgendwie war in meinem letzten „Monatsanfangsbeitrag“ der Satz „Ich habe eigentlich auch keinen weiteren Buchkauf für die letzten drei Monate des Jahres geplant, …“ gelandet. Was auch stimmte – zumindest solange bis ich dann wieder über Bücher von meinem Wunschzettel stolperte, die von ihren Verlagen aus dem Programm genommen und in den letzten Wochen günstig über moderne Antiquariate angeboten wurden. Nur gut, dass ich inzwischen wieder regelmäßig lese und mir auch mehr Zeit dafür gönnen kann. Überhaupt haben das Herbstlesen und diverse Fahr- und Wartestunden im Oktober dafür gesorgt, dass mein Lesepensum wieder auf ein „normales“ Maß gestiegen ist und das fühlt sich sehr gut an. Im November (und Dezember) wird es trotzdem wieder zu einem deutlichen Anwachsen des SuBs kommen, da ich einen gute gefüllten Bücherwunschzettel habe, der hoffentlich von meinen Lieben in den nächsten Wochen geplündert wird. Ich bin gespannt, wie sich Geburtstag, Weihnachten und vermehrte Lesestunden auf den SuB-Stand auswirken. *g*

  1. Tomi Adeyemi: Children of Blood and Bone
  2. Kelly Barnhill: Dreadful Young Ladies and Other Stories (Anthologie)
  3. Tracy Baptiste: Rise of the Jumbies (The Jumbies 2)
  4. Alan Bradley: Flavia de Luce 5 – Schlussakkord für einen Mord
  5. Alan Bradley: Flavia de Luce 6 – Tote Vögel singen nicht
  6. Marie Brennan: The Voyage of the Basilisk – A Memoir by Lady Trent
  7. Marie Brennan: In the Labyrinth of Drakes – A Memoir by Lady Trent
  8. Marie Brennan: Within the Sancutary of Wings – A Memoir by Lady Trent
  9. Sarah Rees Brennan: Tell the Wind and Fire
  10. Sarah Rees Brennan: In Other Lands
  11. Patricia Briggs: River Marked (Mercy Thompson 6)
  12. Stephanie Burgis: Masks and Shadows
  13. Stephanie Burgis: Congress of Secrets
  14. Rachel Caine: Ink and Bone (The Great Library 1)
  15. Julie Campbell: The Mysterious Visitor (Trixie Belden 4)
  16. Beth Cato: Breath of Earth (Blood of Earth #1)
  17. Deborah Crombie: Beklage deine Sünden (Kincaid und James 17)
  18. Jasmine Gower: Moonshine
  19. Mira Grant: Into the Drowning Deep
  20. Mira Grant: Feedback (Newsflash #4)
  21. Alex Grecian: The Black Country (Scotland Yard’s Murder Squat 3)
  22. Kate Griffin: The Midnight Mayor (Matthew Swift #2)
  23. Kate Griffin: The Neon Court (Matthew Swift #3)
  24. Kate Griffin: The Minority Council (Matthew Swift #4)
  25. Kate Griffin: Stray Souls (Magicals Anonymous #1)
  26. Kate Griffin: The Glass God (Magicals Anonymous #2)
  27. Christian Handel (Hrsg.): Hinter Dornenhecken und Zauberspiegeln (Anthologie)
  28. Rachel Hartman: Seraphina
  29. Jim C. Hines: Die Buchmagier – Angriff der Verschlinger
  30. Mark Hodder: Auf der Suche nach dem Auge von Naga
  31. D. B. Jackson: Thieve’s Quarry (Thieftaker #2)
  32. D. B. Jackson: A Plunder of Souls (Thieftaker #3)
  33. Diana Wynne Jones: The Dark Lord of Derkholm
  34. Diana Wynne Jones: Year of the Griffin
  35. Diana Wynne Jones: Cart and Cwidder (The Dalemark Quartet 1)
  36. Diana Wynne Jones: The Spellcoats (The Dalemark Quartet 3)
  37. Diana Wynne Jones: Drowned Ammet (The Dalemark Quartet 2)
  38. Diana Wynne Jones: Crown of Dalemark (The Dalemark Quartet 4)
  39. Diana Wynne Jones: Dogsbody
  40. Diana Wynne Jones: Power of Three
  41. Scott Lynch: Die Lügen des Locke Lamora
  42. Kelly McCullough: Der Zorn der Klinge
  43. Kelly McCullough: Die erste Klinge
  44. Kelly McCullough: Der Schwur der Klinge
  45. Seanan McGuire: Tricks for Free (InCryptid 7)
  46. Seanan McGuire: The Brightest Fell (October Daye 11)
  47. Kelly Meding: Stray Magic
  48. Kate Milford: The Boneshaker
  49. Kate Milford: Ghosts of Greenglass House
  50. Kari Maaren: Weave a Circle Round
  51. Bishop O’Connell: The Stolen
  52. Nnedi Okorafor: Akata Warrior (Akata Witch 2)
  53. Dominik Parisien und Navah Wolfe (Hrsg.): The Starlit Wood – New Fairy Tales (Anthologie)
  54. Dominik Parisien und Navah Wolfe (Hrsg.): Robots vs. Fairies (Anthologie)
  55. Tamora Pierce: Tempests and Slaughter
  56. Cindy Pon: Serpentine
  57. Philip Reeve: Larklight
  58. Rebecca Roanhorse: Trail of Lightning (The Sixth World 1)
  59. John Scalzi: Fuzzy Nation
  60. Helen Simonson: Mrs. Alis unpassende Leidenschaft
  61. A.C.H. Smith: Jim Henson’s The Dark Crystal
  62. Rosemary Sutcliff: Troja oder die Rückkehr des Odysseus
  63. Rosemary Sutcliff: König Artus und die Ritter der Tafelrunde
  64. Charles den Tex: Die Zelle
  65. Rob Thomas: Veronica Mars – The Thousand Dollar Tan Line
  66. Sarah Tolcser: Song of the Current
  67. Tiffany Trent: Unnaturalist
  68. Gail Tsukiyama: Die Straße der tausend Blüten
  69. Uwe Voehl: Tod und Schinken
  70. Jaye Wells: Dirty Magic (Prospero’s War 1)
  71. Xinran: Gerettete Wort
  72. Rick Yancey: Der Monstrumologe und die Insel des Blutes

72 Titel auf dem SuB

(durchgestrichene Titel habe ich in diesem Monat gelesen)
(kursive Titel sind in diesem Monat neu hinzugekommen)

 

Herbstlesen im Oktober 2018 – Halloween-Lesetag

Auch wenn die Oktober-Wochenenden vorbei sind, gönne ich mir noch einen „Herbstlesen-Nachschlag“ am heutigen Tag. Selbst wenn meine Buch-(und Film-)Auswahl nicht perfekt zu Halloween passt, habe ich mir immerhin ein paar Sachen vorgenommen, die entweder in den Bereich „Horror“ gehören oder zumindest zu einem kleinen Teil „halloweenhafte“ Szenen beinhalten. 😉 Da mein Mann schon zur Arbeit gegangen ist, gibt es tagsüber keinerlei Ablenkungen, und ich habe Montag und Dienstag genügend Kram erledigt bekommen, dass ich mir heute wirklich viel Freizeit gönnen kann. Und ganz ehrlich, nachdem ich gestern wieder vier Stunden unterwegs war für einen 10-Minuten-Termin am anderen Ende der Stadt und ich mich auch am Freitag wieder mit Bus, Schienenersatzverkehr und Straßenbahn herumschlagen darf, habe ich das Gefühl, ich habe mir diesen freien Tag mitten in der Woche wirklich verdient. Durch das viele Umsteigen kann ich in dieser Woche die Fahrzeiten nicht mal zum Lesen nutzen, weil der Schienenersatzverkehr für mich immer nur für zwei Stationen nutzbar ist, bevor ich wieder das Fahrzeug wechseln muss. Nun aber genug genörgelt! Bevor ich mich mit meintem Buch auf dem Sofa einrolle, hüpfe ich eben mit einem Rucksack voller Bücher zum Bücherschrank – der war gestern nämlich so leer, dass sich der Gang endlich mal wieder lohnt! 🙂

Update 11:00 Uhr

Natürlich hatten in der Zwischenzeit auch andere Leute festgestellt, dass der Bücherschrank gestern nicht so voll war und hatten etwas dagegen unternommen. Aber mit etwas umsortieren habe ich meine Bücher auch noch hineingequetscht bekommen und nun hoffe ich, dass jemand von der fünfteiligen Reihe auch alle Bände haben mag – Teil 4 einer anderen Reihe, die ich vor kurzem eingestellt hatte, steht nämlich immer noch im Schrank. Und wie so oft, wenn ein Tag mit sehr viel Freizeit vor mir liegt, habe ich mich nach meiner Heimkehr erst einmal online rumgetrieben, bevor ich dann doch mal zu „Into the Drowning Deep“ von Mira Grant (Seanan McGuire) gegriffen habe. Seit dem Wochenende hängen mir immer noch diese Szenen im Kopf, die von einem Kameramann der „Atargatis“ gesendet wurden, bevor die Verbindung zum Schiff ganz abbrach. Gerade weil die Szenen relativ neutral/wissenschaftlich und nicht durch detailiertere Ausmalung Horror- oder Ekel-erzeugend beschrieben wurden, fand ich sie sehr eindrucksvoll. Außerdem ist es schon cool, dass man so früh im Buch einen kleinen Einblick in die „Meerjungfrauen“-Variante bekommt, die die Autorin hier verwendet.

Zum Frühstück habe ich aber dann aber doch lieber zum eBook gegriffen und weiter in „Fake Geek Girl“ von Tansy Rayner Roberts gelesen. Die 70seitige Geschichte ist der erste Teil der „Belladonna University“-Reihe, die sich um die Zwillinge Hebe und Holly Hallow und ihren Freundeskreis dreht. Ich hatte gehofft, ich würde vor Ende Oktober so weit kommen, dass ich heute den vierten Teil, „Halloween is Not a Verb“, lesen könnte, aber das hat nicht geklappt. So ganz sicher bin ich bei dieser Universität noch nicht, was es mit „real“ und „unreal“ (magisch und nichtmagisch) auf sich hat, aber ich mag die Charaktere und die Erzählweise und den Humor der Autorin. Vielleicht lese ich die Geschichte noch zuende, bevor ich mich um Christies Futter und die eine oder andere Kleinigkeit im Haushalt kümmern muss.

Nachtrag: Inzwischen hat sich Kiya meinem „Halloween-Lesetag“ angeschlossen! 🙂

Update 14:00 Uhr

In der Zwischenzeit habe ich „Fake Geek Girl“ beendet (so viele Seiten waren es ja nicht mehr) und ich mochte die Geschichte wirklich. Sehr viel passiert auf diesen 70 Seiten nicht – eigentlich lernt man vor allem die Charaktere und ihr Verhältnis zueinander kennen. Es gibt einige Perspektivwechsel, so dass man mehr über die verschiedenen Figuren erfährt (ich mochte besonders Junipers Listen) und einige Nebenbemerkungen, die einem nach und nach eine bessere Vorstellung von der Welt bringen. Ich mochte die Zuneigung, die all diese Charaktere füreinander empfunden haben, die Haltung, mit der Hebe es hinnimmt, dass sie ständig mit ihrer berühmten Schwester Holly, die Sängerin der Band „Fake Geek Girl“ ist, verwechselt wird und das Studenten-WG-Leben mit einem Haufen nerdiger Personen. Ich freu mich auf jeden Fall, dass ich noch ein paar Geschichten mit Hebe, Holly, Sage und all den anderen vor mir habe. 🙂

Nachdem ich dann noch kurz zur Apotheke geflitzt bin, um meine Bestellung von gestern abzuholen, habe ich brav etwas Sport gemacht. Am Wochenende drücke ich mich ja immer davor, aber in der Woche versuche ich gerade wieder meine halbe Stunde am Tag auf die Reihe zu bekommen. Lustigerweise habe ich bei den aktuellen Übungen immer das Gefühl, ich würde nicht wirklich etwas tun – bis dann am nächsten Tag der Muskelkater kommt. *g* Ansonsten ging es für mich erst einmal weiter mit „Into the Drowning Deep“ (und einer schönen Tasse heißem Tee – durch den Regen fühlt es sich auch in der Wohnung gerade deutlich kühler an, vielleicht muss ich heute Nachmittag wohl doch mal die Heizung im Wohnzimmer anwerfen). Ich mag diese Mischung aus Wissenschaft (Meeresbiologie, Klimawandel, Sonartechnik usw.) und Grusel (Boote, deren Besatzung nicht mehr aufgefunden werden konnte, das Wissen, dass da in den Tiefen des Meeres unheimliche Lebewesen existieren könnten). Das man als Leser von Anfang an weiß, dass es diese Meerjungfrauen wirklich gibt, ändert nichts daran, dass die Vorstellung von dem, was die Meere noch an unbekannten Gefahren beinhalten könnten, wirklich unheimlich ist. Ich muss beim Lesen die ganzen Zeit an die Reihe von Meeresdokumentationen denken, die mein Mann und ich vor einiger Zeit gesehen haben, und wie deutlich dabei wurde, dass der Mensch so wenig über die tiefen Schichten des Meers weiß (und wie sehr die Klimaveränderungen und andere Einflüsse das Gleichgewicht der Meere zerstören).

Nachtrag: Auch Ina hat noch Zeit für eine letzte Runde Herbstlesen gefunden und ist nun mit dabei! Wie nett! 🙂

Update 17:00 Uhr

Seit dem letzten Update habe ich nicht weiter gelesen, sondern stattdessen eine DVD in den Player geworfen. Es ist Jahre her, seitdem ich „Zauberhafte Schwestern“ das letzte Mal gesehen habe, aber ich fand den Film immer nett. Außerdem habe ich in den letzten Jahren immer wieder an zwei Szenen gegen Ende (den Hexenkreis und die Halloween-Dach-Szene) denken müssen und fand dann vor einigen Wochen, dass das Grund genug sei, um die DVD endlich mal zu kaufen. Nebenbei habe ich dann noch zum Nähzeug gegriffen und angefangen das Schrägband, das ich in der vergangenen Woche endlich in der Stadt besorgt hatte, an mein Nachthemd zu nähen. Ich hoffe, so hält das gute Stück noch ein Weilchen. Ich weiß nicht, ob es an Halloween liegt oder einfach daran, dass meine aktuelle Nähnadel ein kleines bisschen verbogen ist, aber ein Blutopfer habe ich beim Nähen gleich auch noch gebracht. 😉 Ich brauche noch ungefähr eine halbe Stunde, bis ich damit fertig bin, aber da ich mein Nähzeug eh zur Seite legen musste, um dem Paketboten zu öffnen, wollte ich mich hier noch mal melden. Ärgerlicherweise hat mir der Bote die beiden heiß ersehnten Tassen nicht in einem Stück gebracht …

Update 19:30 Uhr

Ich muss gestehen, dass ich mich immer noch über die kaputten Tassen ärgere. Ich finde diese großen Tassen nicht vor Ort und hatte mich nun endlich durchgerungen welche online zu bestellen – vor allem, weil die nicht nur die gewünschten 600 ml Füllmenge, sondern auch die perfekte Form haben, damit man sie selbst gefüllt gut mit einer Hand nutzen kann (außerdem hatte ich welche in schön schlichtem Schwarz-Weiß gefunden). Dummerweise bringt es meiner Erfahrung nach nichts, wenn man solche Schäden reklamiert, weil Post und Absender sich nur gegenseitig die Schuld zuschieben und überhaupt ist der Wert der Sendung ja zu gering, als dass sich jemand dafür verantwortlich fühlen würde.

Um nicht länger über Tassen zu reden: Mein Nachthemd ist fertig repariert! Und ich habe in der Zwischenzeit noch eine längere Runde „Animal Crossing“ gespielt und mich wieder einmal von Jakob dazu erpressen lassen, meine Nachbarn zu erschrecken, damit sie mir Süßigkeiten gebe, die der Kürbiskopf dann bei mir einsammeln kann. 😉 Da ich so langsam wirklich Hunger bekomme, wandere ich jetzt in die Küche und koche mir etwas. Mein Mann ist heute noch nach der Arbeit in der Firma geblieben, weil er sich dort mit Kollegen zum Brettspielen treffen wollte (morgen ist in Hessen zwar kein Feiertag, aber er wird trotzdem frei haben), und da er bis jetzt noch nicht da ist, gehe ich davon aus, dass es nichts mehr mit dem geplanten Film („Die Frau in Schwarz“) heute wird. Also werde ich wohl nach dem Essen wieder zum Buch greifen und mich mit Meerjungfrauen beschäftigen können.

Update 22:00 Uhr

Heute wurde es mal wieder Zeit für eine Portion „Schweizer Käsemakkaroni“ – sehr lecker, auch wenn ich auf die angekratzten Fingerspitzen beim Käsereiben hätte verzichten können. (Irgendwie ist das heute mein Tag der kleinen Ärgernisse, fürchte ich langsam.) Danach habe ich noch etwas in „Into the Drowning Deep“ gelesen, aber da mein Mann inzwischen daheim ist, habe ich dann zu „Unmagical Boy Story“, der zweiten der Belladonna-University-Geschichten, gewechselt.

Das ist für heute auch mein letztes Update – es war wieder sehr nett den Tag mit euch gemeinsam zu verbringen. Ich habe das Herbstlesen auch in diesem Jahr sehr genossen!

[Kulinarisches] Linsen-Bolognese

Nachdem Sayuri am vergangenen Sonntag nach dem Rezept gefragt hat, gibt es hier also meine Variante von „Linsen-Bolognese“. Genau genommen ist es eine Mischung aus drei Rezepten, die ich online gefunden hatte und die ich an die Zutaten angepasst habe, die ich bei uns im Viertel immer finde. Alle drei Original-Rezepte waren sich nämlich einig, dass man unbedingt Staudensellerie verwenden müsse.

Zutaten für 4 großzügige Portionen:

1 kleine Zwiebel
2 Knoblauchzehen
3 Karotten
500 ml Gemüsebrühe
200 g getrocknete rote Linsen
500 ml passierte Tomaten
3 EL Tomatenmark
1 Bund Frühlingszwiebeln
Salz
Pfeffer
getrockneter Thymian
Rosenpaprika

Als erstes die Zwiebel und die Knoblauchzehen schälen und fein würfeln und dann andünsten. Währenddessen die Karotten schälen, fein würfeln und zu den Zwiebeln geben, dann das Gemüse mit der Brühe angießen und köcheln lassen, bis die Karotten bissfest gegart sind. In der Zwischenzeit die Frühlingszwiebeln putzen und in Ringe schneiden und die Linsen abwiegen. Sobald die Karotten so weit sind, die Linsen, die passierten Tomaten, das Tomatenmark und die Frühlingszwiebeln in den Topf geben und das Ganze ungefähr 10 Minuten kochen lassen, bis die Linsen gegart sind. Zum Schluss mit Salz, Pfeffer, Rosenpaprika und großzügig Thymian abschmecken und die Linsen-Bolognese vor dem Servieren noch etwas ziehen lassen.

Ich koche die Linsen-Bolognese meist schon am Vormittag, wenn wir sie abends essen wollen, weil sie aufgewärmt einfach besser schmeckt. Für uns reicht die Menge für zwei großzügige Mahlzeiten, und da sich die Sauce gut einfrieren lässt, mache ich regelmäßig gleich die doppelte Portion, um einen leckeren Vorrat im Gefrierschrank zu haben.

Herbstlesen im Oktober 2018 – Wochenende Nr. 4/Sonntag

Nach dem letzten Update gestern und einer gefühlt kleinen Kommentarrunde, bin ich dann doch wieder erst nach 23 Uhr ins Bett gefallen. (Dabei bemühe ich mich zur Zeit wirklich darum, dass ich nicht immer so spät schlafen gehe. 😉 ) So richtig weiß ich noch nicht, womit ich heute in den Tag starte. Bei „Der Besucher“ von Sarah Waters muss ich erst einmal über die Hundeszene hinwegkommen, bevor ich weiterlese. Bislang gefällt mir die Atmosphäre in der Geschichte gut genug, dass ich sie definitiv weiterlesen will, aber eben mit etwas mehr Abstand zu dieser Szene. Bei „Ghosts of Greenglass House“ von Kate Milford habe ich gestern Abend dann doch beschlossen, dass ich das Buch zurück auf den SuB packe, weil es einfach zu gut in die Vorweihnachtszeit passt. Wer weiß, vielleicht habe ich ja dann Glück und das Wetter ist frostig genug, dass ich bei mir die gleiche gemütliche „Schnee in der Luft, Tasse mit Heißer Schokolade in den Händen“-Atmosphäre schaffen kann beim Lesen. 😉

Da meine Stimmung gerade auch nicht zu „Weave a Circle Round“ von Kari Maaren passt, muss ich mir wohl für heute eine neue Lektüre suchen. Vielleicht greife ich zu einem der Sachbücher, da hängt es bei mir in der Regel weniger an der Stimmung als an der Konzentrationsfähigkeit, ob ich sie lesen mag. Oder ich beginne (sozusagen als Vorgeschmack auf meinen „halloweenigen Herbstlesetag“ am Mittwoch) mit einem der Horrorromane, die ich noch gehamstert habe. Wobei ich vermutlich besser nicht zu „Feedback“ greife, wenn ich Natira den Tag nicht verderben will. 😉

Update 12:00 Uhr

Uff, das war ein Vormittag! Seit dem Aufstehen habe ich zwei Bücher aus dem Regal gefischt, dann in Ruhe geduscht und wollte mich danach gemütlich zum Lesen auf dem Sofa einrollen, als der erste Marathon-Lärm begann. Wir hatten wegen des Marathons, der an unserer Straße vorbeiführt, ja schon Briefwahl gemacht (sehr geschickt, die beiden Termine auf den selben Tag zu legen), aber irgendwie verdrängen wir jedes Mal, wie viel Lärm so eine Sportveranstaltung mit sich bringt. Neben den kreisenden Hubschraubern von den Fernsehssendern gibt es auch noch den Vorwegwagen, der laut Musik spielt und per Durchsage auf den Beginn der Veranstaltung aufmerksam macht, und die begeisterten Menschen am Rand der Laufstrecke, die mit Trillerpfeife, Kuhglocken und Klatschen die Läufer anfeuern. Also habe ich mich erst einmal in die Küche begeben und mich um die Spülmaschine und den Abwasch gekümmert, das Essen für heute Abend (Linsen-Bolognese) vorgekocht und das Kätzchen gefüttert. Dann habe ich noch mit meiner Mutter telefoniert und jetzt sitze ich wirklich endlich mit Frühstück und Tee auf dem Sofa, werde gleich eine kleine Blogrunde drehen und danach doch noch zum Buch greifen!

Ich habe „Into the Drowning Deep“ von Mira Grant und „Coward & Company“ von Richard Briers aus dem Regal gefischt. „Into the Drowning Deep“ ist – soweit ich weiß – Wissenschaftshorror mit mörderischen Meerjungfrauen und ich habe mir den Roman ein bisschen aufgehoben, weil von „Mira Grant“ (Seanan McGuire) relativ wenige finanzierbare Bücher veröffentlicht werden. „Coward & Company“ hingegen habe ich mir vor sehr, sehr vielen Jahren gekauft und dann anlässlich eines Umzugs ungelesen verstaut und erst vor ein paar Wochen wiederentdeckt. Ich hatte damals von einer Freundin eine Kassette überspielt bekommen, mit Liedern von Noël Coward und Gertrude Lawrence, die ich sehr amüsant fand. Dabei fiel mir auf, wie wenig ich über Noël Coward und sein Umfeld wusste und hoffte, dass mir dieses Buch auf unterhaltsame Weise mehr darüber erzählen wird. Ich bin gespannt, ob es wirklich so „Light-hearted“ und liebevoll geschrieben ist, wie es der Klappentext aussagt. Vor allem hoffe ich aber, dass der Lärm da draußen demnächst ein bisschen abklingt – der führende Läufer ist gerade ins Ziel eingelaufen (wie mir die tonlose Fernsehübertragung, die mein Mann gerade laufen hat), aber der größte Teil des Feldes wird ja noch einige Zeit brauchen.

Update 16:00 Uhr

Gelesen habe ich nach dem letzten Update nur andere Blogs und den einen oder anderen Tweet, der Lärm von draußen wurde zwischenzeitlich wirklich unerträglich. Mehrstimmige Kuhglocken, die eine Stunde lang durchläuten, sind wirklich nicht mein Ding! Zum Glück war damit so gegen 13:30 Uhr Schluss und da sich der Griff zum Buch dann eigentlich nicht mehr lohnte, haben wir gleich mit „Gloomhaven“ angefangen. Die heutige Runde war lustig – mein Mann hatte überraschend große Schwierigkeiten sich wieder auf seinen Tinkerer einzulassen, während ich mit meinem Brut einfach ins Getümmel gelaufen bin. Dieses Mal konnten wir unsere Gegner ziemlich ignorieren und musste nur zwei bestimmte Felder an unterschiedlichen Ecken des Gebiets erreichen. Zwischendurch lief es so schlecht, dass mein Mann schon über einen Neustart nachdachte, aber am Ende haben wir dann doch erstaunlich entspannt siegen können. Noch ein Stadtszenario und ich kann meinen Brute in Rente schicken und da es von der Story her passt, wenn wir das direkt im Anschluss machen, werde ich wohl nur noch eine Runde mit dem Charakter (am kommenden Sonntag) genießen können. Ich bin gespannt darauf, welche Figur ich damit dann freischalte. Jetzt werde ich aber erst einmal wirklich zum Buch greifen – auch wenn es vorher wieder einen Blogrunde gibt.

Update 19:45 Uhr:

Irgendwann bin ich dann doch mal zum Lesen gekommen und habe den ersten Abschnitt („Don’t Put Your Daughter on the Stage, Mrs. Worthington“)  in „Coward & Company“ gelesen und mich dabei gut amüsiert. Zwar kann ich einen Großteil der erwähnten Schauspieler und Schauspielerinnen nicht zuordnen, aber der Abriss über Noël Cowards Karriere war interessant und einige der Anekdoten konnte ich wirklich genießen – zum Beispiel die Geschichte über Laurence Olivier, der wohl zu Beginn seiner Karriere vor lauter Nervosität zu heftigen Kicheranfällen neigte, was ihn auch schon mal eine Rolle kostete. Einige dieser Geschichten sind selbst für Theaterlegenden so absurd, dass ich sie mich schon frage, wie es der Autor fertig gebracht hat, sie in seinem Buch unterzubringen. Auf der anderen Seite macht diese Unglaubwürdigkeit diese Legenden nicht weniger amüsant zu lesen, also wird das wohl der Grund für ihr Auftauchen in diesem Titel gewesen sein. 😉

Auch „Into the Drowning Deep“ von Mira Grant hat mich auf den ersten Seiten gut unterhalten (und ich gehe davon aus, dass das weiterhin der Fall sein wird). Ein bisschen ärgert es mich ja, dass ich wohl nie „Rolling in the Deep“ lesen werde – das erste Buch, das in dieser Welt spielt und in dem die Vorgeschichte von „Into the Drowning Deep“ erzählt wird. Aber da der Titel in einer ziemlich teuren Sammlerausgabe erschienen ist und das eBook nicht in Deutschland erhältlich ist, lässt sich das nicht ändern. (Ich muss trotzdem ein bisschen darüber grummeln, weil mich all diese überteuerten Supterranean-Ausgaben unfassbar ärgern.) „Into the Drowning Depp“ beginnt mit Berichten, die von der Entstehung des Imagine Networks erzählen, dass sich auf Dokumentationen spezialisiert hat, die mythischen Wesen nachspüren und in der Regel nur Beweisen, dass es keine greifbaren Belege für die Existenz dieser Kreaturen zurückkomme. Bis zu dem Tag, an dem sich das Boot „Atargatis“ aufmachte, um die Legende von Meerjungfrauen zu überprüfen. Sechs Wochen, nachdem die „Atargatis“ vom Radar verschwand, wurde das Schiff gefunden – ohne ein Leichen oder sonst eine Spur der Besatzung … „Into the Drowning Deep“ setzt sieben Jahre später ein und dreht sich um ein Team, das die Vorgänge rund um die „Atargatis“ untersuchen soll. Ich mochte den Anfang schon mal sehr gern, ein bisschen erinnert er mich an „Feed“ mit all den unterschiedlichen Berichten und Textauszügen, die einem eine Vorstellung von den früheren Ereignissen bringen sollen, und ich bin neugierig auf die verschiedenen Personen, die ich noch (besser) kennenlernen werden. 🙂 Aber bevor ich weiterlese, gibt es erst einmal eine kleine Blogrunde und das Abendessen, das mein Mann gerade fertig macht.

Update 22:00 Uhr

Auch wenn ich selber gekocht habe, muss ich sagen, dass das Abendessen ganz schön lecker war. 😉 Zum Essen gab es eine weitere Folge „Hilda“ (ich mag den Lindwurm!) und danach habe ich meine Blogrunde beendet, „Animal Crossing“ gespielt und noch ein paar Kommentare beantwortet. Da es auch bei uns langsam kühl wird, hätte ich auch im realen Leben nichts gegen ein hübsches Holzfeuerchen. Mein Mann schaut jetzt „Godzilla – Attack All Monsters“, während ich wieder zum Buch greife. Der japanische Ton wird mich hoffentlich nicht so sehr ablenken, dass ich nicht lesen kann.

Da ich nicht davon ausgehe, dass sich viele/jemand mir am Mittwoch zum Halloween-Herbstlesen anschließen wird. verabschiede ich mich schon mal von euch für dieses Herbstlesen-Jahr. Es war schön zu sehen, wie viele von euch sich Zeit für das gemeinsame Lesen genommen haben, und spannend mitzuverfolgen, was ihr alle so zur Entspannung und Erholung an den Wochenenden gemacht habt. Ich habe mich sehr darüber gefreut!

Für mich gibt es am Mittwoch – wie gesagt – noch einen Halloween-Lesetag und bevor die Sehnsucht nach einem Lesetag in den kommenden Wochen zu groß werden kann, steht auch schon wieder der 18. November an, der als dritter Sonntag im Monat ebenfalls wieder ein Lesetag sein wird. Egal, ob ihr an einem der Lesetage teilnehmt oder nicht: Passt gut auf euch auf und gönnt euch ab und an eine erholsame Auszeit! 🙂

***

Heutige Mitleserinnen:

Sayuri
Kiya
Natira
Neyasha
Anette
Ina
JED

Herbstlesen im Oktober 2018 – Wochenende Nr. 4/Samstag

Ich weiß immer noch nicht, wie aus meinem „geruhsamen Oktober“ ein Monat voller Termine werden konnte, aber immerhin habe ich ja meine freien Wochenenden zum Entspannen. In den letzten Tagen habe ich „Urban Enemies“ beendet und sowohl „Die Ladenhüterin“ von Sayaka Murata, als auch „Schrei unter Wasser“ von Jeanette Øbro und Ole Tornbjerg gelesen – die letzten beiden Titel hatte ich aus der Bibliothek ausgeliehen und in der Bahn bzw. in Wartezimmern gelesen. Da die Bauarbeiten an der Straßenbahn-Weiche in der kommenden Woche fertig sein sollten, werde ich hoffentlich in den nächsten Tagen nicht ganz so viel Zeit finden, um in der Bahn meine Bibliotheksbücher zu lesen, auch wenn ich wieder viel unterwegs sein werde. 😉

Weiterhin liegt „Der Besucher“ von Sarah Waters auf dem Tisch, ebenso wie „Weave the Circle Round“ von Kari Maaren und „Ghosts of Greenglass House“ von Kate Milford – auf alle drei Titel habe ich Lust, bei allen drei Büchern habe ich die ersten Seiten angelesen, aber so richtig kann ich mich nicht für einen Roman entscheiden und weiter parallellesen wollte ich in den nächsten Tagen eigentlich auch nicht. Mal gucken, ob mich gleich eine der Geschichten anspringt oder ob ich noch ein weiteres Buch aus dem SuB ziehe. Immerhin sollte das Wetter heute perfekt für einen Lesentag werden, denn da draußen ist es aktuell grau, (relativ) kalt und wunderbar ungemütlich. Ganz eventuell werden ich am Nachmittag sogar mal die Heizung anwerfen, weil es sonst im Durchgangszimmer zu kühl für unsere Brettspielrunde sein könnte. 😀

Update 10:45 Uhr

Erst einmal habe ich heute zu „Der Besucher“ gegriffen. Ich mag die Erzählweise und den Doktor, weiß aber noch nicht so recht, was ich von den anderen Personen zu halten habe, denen ich bislang begegnet bin. Ein bisschen habe ich mich beim Frühstück (endlich mal wieder Karamell-Brioche 🙂 ) auch vom Internet ablenken lassen und ich bin gespannt, wie gleich die Geräuschkulisse von „SRI und die unheimlichen Fälle“ – heute schaut mein Mann die Folge „Der Kopf, der einen Spaziergang machte“ – zu „Der Besucher“ passt. So ganz bin ich von der Kompatibilität noch nicht überzeugt. *g*

Update 14:00 Uhr

Dank der Geräuschkulisse (nach der Folge SRI hat mein Mann entdeckt, dass es die Serie „Shaka Zulu“ auf Netflix gibt und musste unbedingt herausfinden, ob die gut gealtert ist, was dann dazu führte, dass er mir lang und breit erzählte, dass er den ganzen britischen Kolonialkram überhaupt nicht mehr in Erinnerung hatte) hatte ich mich nach dem letzten Update dann doch vor allem auf den Feedreader konzentriert. Den hatte ich die ganze Woche über nicht geöffnet und so hatten sich einige Blogbeiträge angesammelt, die ich jetzt aber gelesen und zum Teil kommentiert habe. Ein bisschen Zeit konnte ich danach noch für „Der Besucher“ aufbringen, wobei ich zugeben muss, dass ein Teil meines Gehirns bei all den Beschreibungen des verfallenen Herrenhaus britische Renovierungssendungen abspielt, was ein kleines Bisschen irritierend ist beim Lesen. 😉 Bevor ich wieder zum Buch greife, gibt es jetzt aber erst einmal eine Brettspielrunde mit „Bargain Quest“. Es ist schon wieder eine Weile her, dass wir das Spiel gespielt haben und zuletzt waren wir dabei zu dritt, so dass wir gleich erst einmal herausfinden müssen, wie das noch mit den Zwei-Spieler-Regeln war. *g*

Update 16:15 Uhr

„Bargain Quest“ war lustig, auch wenn ich (mal wieder) gegen meinen Mann verloren habe. Irgendwie hatte ich kein Glück mit meinen Kunden und so landeten immer die Helden in meinem Geschäft, die kein Geld für ihre Ausrüstung ausgeben konnten oder für die ich nicht die passende Ausrüstung auf Lager hatte. Kein Wunder, dass die arme Abenteurer einen schlechten Stand gegen den Garbage Troll, die Wicked Witch und den Demon Prince hatten. Wobei ich sagen muss, dass mein Geschäft sich am Ende eine schöne Reputation erarbeitet hatte, nur war der Ruf meines Konkurrenten leider noch besser. 😉

Bevor ich wieder zum Buch greife, gibt es jetzt erst einmal Kuchen und eine Folge „Hilda“. Ich finde die Serie so knuffig, dass wir uns die Folgen momentan regelrecht fürs Wochenende aufsparen. *g*

Update 19:00 Uhr

Seit dem letzten Update und nach dem Schauen von „Hilde“, habe ich weiter in „Der Besucher“ gelesen und habe nun eine Szene (mit dem Hund) miterlebt, die mir schwer im Magen liegt. Ich habe zwar schon eine (und hoffentlich die schlimmste) Folge dieses Moments hinter mich gebracht, mag aber jetzt erst einmal nicht wieder zur Geschichte greifen. Unheimliche Elemente sind okay, aber solche Handlungsentwicklungen – gerade wenn Tiere involviert sind, sind für mich wirklich schwierig zu lesen. Ansonsten mag ich die ambivalente Haltung des Erzählers zur Familie Ayres und die Melancholie, die bislang über der gesamten Geschichte liegt. Zur Ablenkung habe ich dann zu „Animal Crossing“ gegriffen und mein Dorf gepflegt, und wenn mein Mann gleich mit dem Kartoffelschälen fertig ist, werde ich in die Küche wandern und das Abendessen fertigstellen. Christie ist schon beleidigt weggewandert, nachdem ich es wagte den Laptop zu ihr auf die Decke zu stelen. *g*

Update 21:45 Uhr

Zum Abendessen gab es Kartoffelbrei mit „Gemüseküchlein“ – die Kartoffeln waren nicht ideal für Kartoffelbrei und die Küchlein wollten nicht so wirklich zusammenhalten, aber beides war trotzdem sehr lecker. Außerdem gab es zum Essen eine Folge von „Somebody Feed Phil“ (Kopenhagen) und weil die Sendung länger war, als wir zum Essen brauchten, habe ich noch mein Strickzeug rausgekramt. Inzwischen bin ich beim letzten Drittel des Schals und ich frage mich wirklich, ob es je wieder kalt genug wird, damit ich den Schal auch tragen kann. Christie war in der Zwischenzeit gut damit beschäftigt mein Wollknäuel im Auge zu behalten, damit es nicht einfach aus der Schale hüpft und flüchtet oder sie gar angreift. 😉 Außerdem habe ich noch ein paar Seiten in „Ghosts of Greenglass House“ gelesen – ich mag die Geschichte jetzt schon so gern wie den Vorgänger, aber bei all den Beschreibungen von Frost und Vorweihnachtsstimmung habe ich das Gefühl, ich sollte das Buch doch noch für ein paar Wochen auf den SuB zurücklegen. Ich schau morgen mal, ob ich das wirklich mache oder ob ich doch weiter in dem Roman lese, weil die Atmosphäre so wunderbar behaglich ist. Jetzt aber wird es so langsam Zeit für mich an mein Bettchen zu denken, vorher drehe ich aber noch eine Blogrunde und schaue, wie es den anderen heute Abend so ergangen ist. Es war wieder schön mit euch und ich freu mich schon auf morgen! 🙂

***

Nachdem ich den Eintrag gerade erst im Feedreader gefunden habe, verlinke ich hier noch JEDs Rückblick auf das vergangenen Herbstlesen-Wochenende.

Heutige Mitleserinnen:

Natira
Kiya
Neyasha
Anette
Sayuri

Kelly Barnhill: The Witch’s Boy

Nachdem mir vor einem Jahr „The Girl Who Drank the Moon“ so gut gefallen hatte, hatte ich Kelly Barnhills gesamte Backlist (bei gerade mal fünf veröffentlichten Titeln klingt es nach mehr, als es ist *g*) auf meine Merkliste gesetzt. „The Witch’s Boy“ ist nun der zweite Titel der Autorin, den ich gelesen habe, und er gefiel mir auf seine Art genauso gut wie „The Girl Who Drank the Moon“. Die Geschichte in „The Witch’s Boy“ wird vor allem aus der Perspektive von Ned und Áine erzählt, die mir beide von Anfang an sehr ans Herz gewachsen waren. Ned lebt seit seiner Geburt in einem kleinen Dort am Rande des Königreichs, direkt angrenzend an den großen Wald, den jeder einzelne Bewohner des Landes fürchtet. Angeblich leben Monster in dem Wald, die jeden Menschen töten, und überhaupt sind sich alle sicher, dass es keinen Grund gibt, den Wald zu betreten, denn hinter ihm kommt nur noch das Gebirge und nach dem Gebirge endet die Welt.

Ned und sein Zwillingsbruder Tam sind die Söhne der Hexe, die das letzte bisschen Magie auf der Welt hütet. Von Geburt an wurden die beiden Jungen immer miteinander von den Dorfbewohnern verglichen, weil jeder versuchte, einen Unterschied zwischen den beiden festzustellen. Selbst bei eineiigen Zwillingen muss doch einer der klügere, hübschere oder sonst irgendwie etwas Besonderes sein – dessen war sich das ganze Dorf einig. Als es dann zu einem Unfall kam, bei dem Tam verstarb, waren sich alle sicher, dass der falsche Junge überlebt hat, und diese Ansicht schien durch die Tatsache bestätigt zu werden, dass Ned von diesem Tag an schwächlich und klein blieb, nicht mehr lesen und schreiben konnte und kein Wort ohne Stottern von sich gab. Erst als es eine Bedrohung für die Magie gibt, die von seiner Mutter gehütet wird, entdeckt Ned selbst, dass er zu mehr fähig ist, als ihm irgendjemand – ihn selbst eingeschlossen – zugetraut hätte.

Áine hingegen ist auf der anderen Seite des Waldes aufgewachsen, und solange ihre Mutter noch am Leben war, war sie sehr glücklich. Ihre Mutter hat Áine alles beigebracht, was man als erfolgreiche Fischerin wissen muss, ihr Vater war liebevoll und verdiente als Angestellter in einem Geschäft genügend, damit es der Familie gut ging. Doch dann wurde Áines Mutter krank, und nach ihrem Tod veränderte sich auch ihr Vater so sehr, dass das Mädchen ihn kaum wiedererkannte. Egal, wie sehr sich Áine einredete, dass doch alles wieder gut werden würde, so wusste sie doch tief im Inneren, dass ihr Vater kein guter Mensch mehr war und dass er als König der Banditen Pläne schmiedete, die kein gutes Ende nehmen würden.

Kelly Barnhill nimmt sich auch in diesem Roman wieder die Zeit, ausführlich die Vorgeschichte der verschiedenen Personen zu erzählen und zu erklären, wie die Welt inklusive der beiden Königreiche, die nichts voneinander wissen, so geworden ist, wie sie ist. Dabei verwebt sie diese Elemente mit den Ereignissen rund um Ned und Áine, die sich ebenfalls sehr geruhsam zu entwickeln scheinen, während gleichzeitig sehr viel innerhalb der beiden Charaktere passiert. Ich mochte das Märchenhafte an dieser Welt, in der fast jeder Mensch Angst vor dem Wald zu haben scheint, der seit langer, langer Zeit die beiden Königreiche trennt. Genaus gefielen mir wieder einmal die Charaktere, die Kelly Barnhill für ihre Geschichte geschaffen hat, denn keiner von ihnen ist einfach nur gut oder böse. Jede Figur hat gute Gründe für ihr Handeln, jeder muss gegen Versuchungen ankämpfen und einen Weg finden, um das „Richtige“ zu tun (oder um sein Tun vor sich selbst zu rechtfertigen).

Auch ist die Sprache, die Kelly Barnhill für „The Witch’s Boy“ verwendet, auf ihre Art genauso poetisch, wie es bei „The Girl Who Drank the Moon“ der Fall war. „Auf ihre Art“ deshalb, weil die Welt, in der Ned und Áine leben, eine andere und weniger magische Welt ist. Dementsprechend ist die Erzählweise der Autorin an diese Welt angepasst. Trotzdem gab es so einige Passagen, bei denen ich hängenblieb, bei denen ich den gekonnten Umgang der Autorin mit Wörtern genoss und bei denen ich hingerissen war von dem Bild, das Kelly Barnhill mit ihren wenigen Sätzen erschuf. Obwohl es eigentlich sehr viele traurige Momente in diesem Roman gibt, habe ich mich mit „The Witch’s Boy“ sehr wohlgefühlt, denn all diese negativen Elemente werden durch wunderbar warmherzige Szenen und den großartigen Humor (der besonders bei der Königin von Neds Heimatland deutlich wird) so sehr ausgeglichen, dass ich das Lesen einfach nur genießen konnte. Ich muss aber auch zugeben, dass ich für Kelly Barnhills feine Erzählweise Ruhe beim Lesen benötige, damit ich mich auf all die wunderbaren kleinen Details einlassen und nicht nur die Handlung, sondern auch die Sprache richtig würdigen kann.

Sayaka Murata: Die Ladenhüterin

Über „Die Ladenhüterin“ von Sayaka Murata bin ich gleich auf mehreren Blogs gestolpert, unter anderem bei Natira, die den Roman im Rahmen eines Lesesonntags gelesen hatte. In der vergangenen Woche kam mir das Buch dann in der Bibliothek unter die Nase, und da es so kurz ist (gerade mal 145 Seiten), war es auch schnell gelesen. Die Handlung wird aus der Sicht von Keiko Furukura erzählt, die – obwohl sie schon Mitte Dreißig ist – als Aushilfe in einem Konbini arbeitet und sich deshalb immer wieder vor Freunden und Verwandten rechtfertigen muss. Dabei ist diese Arbeit für Keiko perfekt, da ihr die vorgegebenen Regeln und die immer wiederkehrenden Tätigkeiten die Sicherheit geben, die ihr sonst im Umgang mit Menschen fehlt.

Schon früh haben Keiko und ihre Familie festgestellt, dass sie nicht „normal“ ist. Was in diesem Fall bedeutet, dass Keiko jegliche Empathie fehlt und es ihr nicht möglich ist, die vielen ungeschriebenen Gesetze, die es beim menschliche Zusammenleben gibt, zu erkennen oder nachzuvollziehen. Im Klappentext (und auch im Buch) wird es häufig so formuliert, als seien Keiko Gefühle fremd, aber das habe ich beim Lesen der Geschichte nicht so empfunden – ihre Gefühlswelt ist eben nur anders als die ihrer Umgebung. Ihr ist durchaus bewusst, dass sie „anders“ ist und nicht den Erwartungen ihrer Familie entspricht, was in einer Gesellschaft, in denen die Anpassung des Individuums an die Norm sehr hoch geschätzt wird, nicht einfach ist. Umso schöner war es zu lesen, dass Keiko weiß, dass ihre Familie sie liebt und alles tut, um ihr zu helfen. Auch wenn ihre Familie sie genauso wenig versteht, wie Keiko das „normale“ Verhalten der Personen um sie herum nachvollziehen kann.

Da Keiko alles versucht, um die Erwartungen ihrer Umgebung zu erfüllen, kommt es im Laufe der Geschichte von „Die Ladenhüterin“ zu einigen Entwicklungen, die dazu führen, dass Keiko sich in ihrem Leben nicht mehr wohlfühlt. Obwohl sie alles tut, um ein in den Augen ihrer Mitmenschen „normales“ Leben zu führen, wird durch jede ihrer Entscheidungen zugunsten einer solchen „Normalität“ nur noch deutlicher, dass diese Art von Leben überhaupt nicht Keikos Art entspricht. Was umso unangenehmer zu verfolgen war, weil sie ja eine Nische für sich gefunden hatte, in der sie sich wohl und sicher fühlte. Dabei gelingt es Sayaka Murata wunderbar, Keikos Perspektive in den verschiedenen Momenten ihres Lebens darzustellen: Von der Liebe, die sie für ihren Konbini zu fühlen scheint, über die Scham, die sie jedes Mal empfindet, wenn sie es mal wieder nicht geschafft hat, „normal“ zu wirken, bis zu ihrer anfänglichen Erleichterung, als sie einen Weg gefunden zu haben glaubt, um sich auf neue Art und Weise den Anschein von Normalität zu verleihen.

Dass man Keikos Motive jederzeit nachvollziehen kann, sorgt dafür, dass sie einem sehr ans Herz wächst. Obwohl ihre Handlungen auf andere Personen schnell „unmenschlich“ oder „seltsam“ wirken, sind die Überlegungen, die sie zu ihren Aktionen bewegen, für den Leser eigentlich immer nachvollziehbar. Auch wenn ich froh bin, dass sie nicht jedem Gedanken Folge leistet, so mochte ich ihre praktische Art ebenso wie ihre Sicht auf das Leben als Konbini-Aushilfe. Obwohl ihre Umgebung (ebenso wie der neue Angestellte zu Beginn der Geschichte) sehr verächtlich auf diesen Art von Tätigkeit blickt, zeigt Sayaka Murata dem Leser deutlich, dass selbst hinter dieser vermeintlich simplen Arbeit sehr viel stecken kann. Nach achtzehn Jahren in dem Job weiß Keiko genau, welche Elemente das Kaufverhalten ihrer Kunden beeinflussen, welche Waren auf welche Weise präsentiert werden müssen und wie man Dinge verkauft, die von der Zentrale für Sonderaktionen vorgegeben wurden. Über Keikos Gedanken und die Gespräche mit den Kunden gelingt es der Autorin aufzuzeigen, wie komplex die Vorgänge hinter den Kulissen eines Konbinis sein können und welch eine Rolle so ein Geschäft für ein Viertel spielen kann.

Am Ende von „Die Ladenhüterin“ war ich fasziniert davon, wie viel Sayaka Murata in gerade mal 140 Seiten gepackt hat. Ich mochte ihre Art, die japanische Gesellschaft zu kritisieren, ich fand es spannend, mehr über die Arbeit in einem Konbini zu lernen (solch einen Morgenappell vor der Arbeit fände ich in Deutschland zum Beispiel sehr befremdlich) und Keikos Sicht auf die verschiedenen Dinge hat mich ebenso oft zum Schmunzeln gebracht wie nachdenklich gemacht. Ich weiß nicht, ob die Geschichte länger bei mir in Erinnerung bleiben wird. Aber während ich „Die Ladenhüterin“ gelesen habe, habe ich mich gut unterhalten gefühlt, den einen oder anderen Gedankenanstoß mitgenommen und wieder ein kleines Bisschen mehr über eine der vielen Facetten der japanischen Gesellschaft gelernt.

Herbstlesen im Oktober 2018 – Wochenende Nr. 3/Sonntag

Da heute nicht nur der dritte Sonntag im Monat ist, sondern auch das Herbstlesen stattfindet, ist es vermutlich wenig überraschend, dass ich auch den heutigen Tag so gemütlich wie möglich verbringen und darüber bloggen will. 😉 Gestern Abend habe ich noch „The Witch’s Boy“ von Kelly Barnhill ausgelesen und mochte das Buch auf seine Weise genauso wie „The Girl Who Drank the Moon“. Die Sprache ist stellenweise ebenso poetisch, es gibt immer wieder überraschende Wendungen und Verwendungen von „klassischen“ Fantasy- oder Märchenelementen und die Charaktere sind wunderbar. Aber „The Witch’s Boy“ ist schon eine ganz eigene Geschichte, klarer und in manchen Aspekten minimalistischer erzählt als „The Girl …“ und obwohl die Autorin viele Elemente einsetzt, die mir schon an dem anderen Roman gefallen haben, kann man die Geschichten eigentlich nicht miteinander vergleichen.

Und während ich mich sonst gern schon beim Schreiben des morgendlichen „Herbstlesen“-Beitrags vom Internet ablenken lasse, habe ich heute morgen nur einen kurzen Blick in „Urban Enemies“ werfen wollen und so mal eben nebenbei die Geschichte „Unexpected Choices“ von Diana Pharaoh Francis gelesen. Dabei kam es mir allerdings zugute, dass diese Kurzgeschichte in der Welt der Hornblade Witches spielt und ich diese Reihe kenne (auch wenn es ungefähr fünf Jahre her ist, seitdem ich die Bücher gelesen habe), was bedeutet, dass ich die Charaktere schon kannte und mich ganz auf die Handlung rund um einen viel zu hochmütigen Engel und eine skrupellose Hexe konzentrieren konnte. Obwohl ich einige Elemente, die sie in ihren Büchern verwendet, kritisch sehe, fühle ich mich von der Autorin eigentlich immer gut unterhalten und so war es auch hier wieder.

Ich habe noch keine Ahnung, womit ich den Vormittag verbringen werde, aber heute Nachmittag gibt es auf jeden Fall wieder eine „Gloomhaven“-Runde mit meinem Mann. Bis dahin schau ich mal, ob mich ein Buch packen kann oder ob ich doch endlich mal meinen Feedreader in Angriff nehme. 😉

Update 12:00 Uhr

Den Vormittag habe ich wirklich mit dem Feedreader, Bloglesen und Kommentarschreiben verbracht, während ich meine neue CD hörte – nicht nur, weil ich die sehr mag, sondern auch um den telefonierenden Nachbarn zu übertönen. Außerdem habe ich zwischendurch meinen Mann nach Hauptstädten von US-Bundesstaaten gefragt. Gemeinerweise ist er so viel besser beim Lernen als ich (er hatte heute morgen nur noch fünf Städte, die ihm nicht eingefallen sind). Und Christie wurde auch schon beschmust, bespaßt und gefüttert. Für mich ist es so langsam Zeit zum Frühstücken, obwohl mir seit dem Eis gestern (genaugenommen seit den insgesamt vier Löffeln mit viel zu hohem Salzanteil) etwas übel ist, habe ich so große Lust auf Heiße Schokolade, dass ich mir welche gemacht habe. Mal schauen, wie gut ich die vertrage. *g*

Mein Mann schaut nun einen Godzilla-Film („Frankenstein und die Ungeheuer aus dem Meer“) und je nachdem, ob ich mich bei der Geräuschkulisse auf ein Buch konzentrieren kann oder nicht, werde ich gleich entweder die ersten Seiten von „Weave a Circle Round“ von Kari Maaren lesen oder zum Strickzeug greifen.

Update 17:00 Uhr

Natürlich habe ich nach dem letzten Update weder gelesen, noch zum Strickzeug gegriffen, stattdessen bin ich gemütlich eingeschlafen, während auf dem Fernseher Segelboote, unbekannte Inseln, ein Safeknacker und ein tanzender Godzilla zu sehen war – ein sehr seltsamer Film! *g* Meine Heiße Schokolade habe ich übrigens gut vertragen und inzwischen frage ich mich, ob die leichte Übelkeit plus Müdigkeit vielleicht auch eine Nebenwirkung meiner am Freitag bekommenen Grippeimpfung sein könnten. Das war meine erste Grippeimpfung und da ich am Freitag so viel um die Ohren hatte, hatte ich die schon wieder ganz vergessen. Was auch immer es ist, ich fühle mich nicht schlecht, sondern einfach nur so ein bisschen kuddelig und hätte nichts gegen ein paar weiter Stunden Schlaf. 😉

Mein Mann hat mich dann geweckt, als es Zeit für „Gloomhaven“ wurde und dieses Mal haben wir eine etwas seltsame Brettspielrunde damit verbracht. Vor dem eigentlichen Szenario hatten wir sehr viel Glück und haben auf dem Weg zu unserem Zielort nicht nur überraschend Geld verdient (weil wir einen Job als Wächter für die Lieferung eines Händlers angenommen haben), sondern auch bei einer Begegnung auf der Straße einen neuen Ort für weitere Abenteuer entdeckt. Dann haben wir uns auf ein gesunkenes Schiff gestürzt, von dessen Existenz wir vor einiger Zeit erfahren hatten, und durften uns mit allerlei Monstern rumschlagen. Das Ganze lief so gut, dass mein Mindthief so richtig, richtig viel Erfahrung gesammelt hat, während der Sunkeeper meines Mannes ein wertvolles Item in einer Schatztruhe fand. Etwas schade war es, dass wir so viel Geld liegenlassen mussten, weil unsere Züge etwas knapp wurden. Diese Sidequest werden wir wohl irgendwann noch einmal machen müssen. 😉

Jetzt werde ich erst einmal schauen, wie es den anderen den Nachmittag über so ergangen ist, und dann sehe ich weiter …

Update 21:45 Uhr

Als ich gerade den Beitrag öffnete, um ein letztes Update für heute zu schreiben, habe ich mich doch prompt gefragt, was ich eigentlich in den letzten Stunden gemacht habe. Nur gut, dass mich heute die Kamera ständig begleitet hat … 😉 Nach einer kleinen Onlinerunde haben wir Animal Crossing gespielt, während gleichzeitig eine Folge „Wer weiß denn sowas?“ lief. Mein Mann sammelt im Laufe der Woche immer Quizsendungen, die er mag, um sie dann laufen zu lassen, wenn er Lust darauf hat. Danach habe ich ein Geburtstagsgeschenk eingepackt, damit es morgen auf den Weg gehen kann. Der Geburtstag ist zwar erst in einer Woche, aber da mein Mann morgen sowieso zur Post gehen muss (um eine Lieferung für mich abzuholen :D), kann er das dann gleich mitnehmen.

Beim Kochen des Abendessens gab es gleich zwei ärgerliche Dinge. Einmal waren das vor zwei Tagen gekaufte Gemüse schimmelig, was bedeutete, dass ich auf unser „Notfallessen“ Nudelauflauf umschwenken musste, und dann ist meine (Käse)Reibe zerbrochen. Ich glaube, jeder hat dieses eine alte Küchengerät, das er fast jeden Tag verwendet, und bei mir war das diese Reibe. Ich schaue schon seit Jahren nach einem Ersatz, weil das Teil wirklich alt war und der Kunststoff bei jeder Benutzung deutlich ächzte, aber bislang habe ich einfach kein Gerät gefunden, das so praktisch und effektiv ist … *grummel* Zum Abendessen gab es noch eine Folge „Hilda“ (Netflix) und das war es für heute eigentlich auch schon. Ich drehe gleich noch eine Blogrunde und dann werde ich bis zum baldigen Schlafgehen wohl nichts mehr auf die Reihe bekommen. Auch wenn ich heute etwas matt war, war es wieder schön mit euch den Tag zu verbringen! Habt einen schönen Start in die Woche und vielleicht lesen wir uns ja am kommenden Wochenende wieder. 🙂

***

Heutige Mitleserinnen:

Natira
Neyasha
Anette