Herbstlesen im Oktober 2020 (So., 11. Oktober)

Gestern Abend bin ich dann nach meiner letzten Blogrunde doch nicht mehr zum Lesen gekommen, weil es schon ziemlich spät und ich ziemlich müde war. Heute Vormittag möchte ich dafür umso mehr Zeit mit Lesen verbringen – mal schauen, wie das so klappt. Zumindest fallen heute schon mal der Abwasch weg (für die beiden Teller vom Abendessen lohnt das wirklich nicht) und Sport mache ich sonntags in der Regel auch nicht – sechsmal pro Woche muss reichen. 😉 Theoretisch kann ich also durchlesen bis zum Frühstück und dann wieder bis zum Brettspielen mit meinem Mann. Mal schauen, wie das so klappt. 😉

Update 11:00 Uhr

Als erstes habe ich die Kurzgeschichte „The Act of Hares“ von Seanan McGuire gelesen. Der Titel gehört zu den October-Daye-Geschichten, die die Autorin über Patreon veröffentlicht hat, und gehört zu einer ganzen Reihe von Kurzgeschichten, in denen sie von der Vergangenheit der Figur Tybalt erzählt – genauer gesagt erzählt sie davon, wie der König der Katzen seinen Weg von London nach Amerika fand. Bevor ich meinen Reread der Romane starte, habe ich mir vorgenommen, dass ich erst einmal alle Kurzgeschichten lese, die chronologisch gesehen vorher spielen, und da habe ich noch ein paar vor mir. 🙂

Und da mir dann einfiel, dass heute ja Sonntag ist und die „Rübengruppe“ verabredet hat, dass wir ab dieser Woche wieder spekulieren, habe ich dann „Animal Crossing“ angeworfen und eine Runde gespielt. (So viel zu „ich lese den gaaaaanzen Tag“. Zum Sternschnuppen-Gucken bei „Animal Crossing“ bin ich heute Abend auch schon verabredet … *g*) Außerdem gab es noch ein paar Seiten in „Sticks and Scones“ – ich sagte ja schon, dass das für mich eine Wohlfühlgeschichte ist. Ich mag einfach, wie die Ngozi Ukazu die verschiedenen freundschaftlichen Beziehungen darstellt und wie sie Probleme anspricht, ohne dass man sich als Leser dabei unwohl fühlt. Was natürlich auch an der Perspektive liegt, aus der man die Geschichte erzählt bekommt. Bitty ist einfach süß und immer für seine Freunde da. 🙂

Update 13:30 Uhr

Nach dem letzten Update habe ich mich noch etwas online rumgetrieben, bis mein Mann mich auf mein Magenknurren ansprach und vorschlug, dass ich doch mal etwas frühstücken sollte. *g* Zum Frühstück habe ich erst den Anfang eines Videos geschaut, das mich dann doch nicht interessiert hat, und dann die Kurzgeschichte „Instruments of Darkness“ gelesen – nur noch fünf weitere Tybalt-Geschichten und das sind alles welche, die ich noch nicht kenne, weil ich mir die Tybalt-Patreon-Geschichten des letztens Jahres aufgehoben habe. Danach habe ich noch Kurzgeschichten mit anderen Protagonisten, die vor dem ersten Roman der October-Daye-Reihe spielen, und es wird nett die Liebesgeschichte von Patrick und Diana mal am Stück zu lesen. 🙂 Jetzt schau ich noch einmal kurz, ob es bei euch etwas Neues zu lesen gibt, und dann geht es zum Brettspielen mit meinem Mann.

Update 17:00 Uhr

Uff, diese „Obsession“-Runde war so aufreibend, dass ich nicht einmal daran gedacht habe Fotos zu machen! Mein Mann und ich hatten beide irgendwie … kein Glück! Pech wäre übertrieben, aber gut lief es eben auch nicht. Die Gebäude-Teile, die zum Kauf angeboten wurde, waren alle im Vergleich zum Nutzen ziemlich teuer, weshalb wir beide nicht unser Geld dafür ausgeben wollten – was dazu führte, dass sich auf dem Gebäude-Markt auch nichts rührte. Außerdem hatten wir beide ständig das Gefühl, dass uns Personal fehlt, obwohl wir relativ viel Dienstboten hatten. Aber wir hatten auch lauter Gäste, die eben Personal erforderten, und das ware nicht mal gute Gäste, sondern welche, die viel Aufwand erforderten und wenig Belohnungen mit sich brachten. Ich hatte total viele Prestige-Gäste, aber die haben alle genau die gleichen Belohnungen gebracht wie die normalen Gäste, und bei den normalen Gästen hatte ich entweder welche, die Minuspunkte brachten (also die Schürzenjäger, amerikanische Erbinnen – Skandal! – oder Kriegsveteranen, die Geld kosten, oder ähnliches), oder Gäste, die Personal benötigten, obwohl normalerweise der Vorteil von normalen Gästen ist, dass sie eben keinen Service brauchen. Sagte ich schon, dass das eine sehr seltsame Runde war? Am Ende hat mein Mann mit einem Vorsprung von elf Punkten gewonnen – ich glaube, so nah haben wir noch nie beeinander gelegen und wenn ich mehr Geld gehabt hätte, hätte es zu einem Gleichstand kommen können … Jetzt brauche ich erst einmal Kekse und ein Buch zum Runterkommen. *g*

Update 20:15 Uhr

In den zwei Stunden bis zum Kochen habe ich eine kleine Kommentarrunde gedreht und in „Ghosts of Eden Park“ gelesen. Bei diesem Buch brauche ich ziemlich lange für die einzelnen Seiten, weil es nicht nur klein gedruckt ist, sondern auch sehr mit Namen, Daten und politischen Ereignissen bestückt ist. Aber ich finde es sehr spannend auf der einen Seite den Weg von George Remus zu verfolgen, der innerhalb weniger Jahre während der Prohibition zum „König der Schwarzbrenner“ wurde, und auf der anderen Seite die Ermittlungen, die die Staatsanwältin Mabel Walker Willebrandt gegen ihn (und andere Schwarzbrenner und Alkoholschmuggler) führte. Wenig überraschend ist dabei, wie tief die verschiedenen Politiker in die illegalen Geschäfte der Bootlegger verwickelt sind, und genauso wenig überrascht es, dass die Verbrecher sich gegenseitig häufiger zu Fall brachten, als die Ermittlungsbehörden dies schafften.

Nachdem ich das Essen in den Ofen geschoben hatte, habe ich erst einmal die kommende Woche durchgeplant – wobei ich mal wieder meinen Füller auftanken durfte. Momentan habe ich das Gefühl, ich muss den häufiger befüllen, als ich mit ihm schreibe, aber das trügt vermutlich. *g* Außerdem war es seltsam, dass ich für Dienstag mal wieder einen Einkaufsgang einplanen musste, nachdem ich in den vergangenen Wochen nicht das Haus verlassen habe, weil mein Mann bei seinen seltenen Gängen ins Büro die Einkäufe übernehmen konnte. Mal schauen, wie die Maskendisziplin aktuell in unserem Viertel ist, nachdem die Infektionszahlen in der Stadt ja heftig hochgegangen sind und das nahegelegenen Uni-Klinikum schon Kapazitätsbedenken geäußert hat …

Um 21:00 Uhr bin ich zum Sternschnuppengucken bei „Animal Crossing“ verabredet und bis dahin bleibt mir vermutlich genug Zeit, um in Ruhe noch eine Kommentar- und Blogrunde zu drehen. Und vor dem Schlafengehen werde ich mich auf jeden Fall noch einmal kurz hier melden. 🙂

Update 22:00 Uhr (letztes Update)

Es ist immer nett, wenn sich ein paar Besucher auf meiner Insel versammeln und mit all den Sternschnuppen war es heute besonders hübsch. Und da JED in den Kommentaren über die Animal-Crossing-Grafik geredet hatte, habe ich mir mal die Mühe gemacht und direkt Bilder von der Switch gezogen, statt immer nur den Bildschirm zu fotografieren. 😉

Für mich war das hier dann für heute wieder das letzte Update, auch wenn ich gleich noch etwas Zeit mit Lesen verbringen werde. Ich hoffe, ihr hattet alle einen schönen und entspannten Tag und eure Woche wird nicht so stressig und aufreibende, wie es sich bei einigen schon angekündigt hat! Es war schön wieder den Tag mit euch gemeinsam zu verbringen und ich bin schon gespannt, wer am kommenden Wochenende von euch wieder Zeit zum Herbstlesen finden wird! Passt gut auf euch auf! 🙂

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Heutige Mitleserinnen:

Neyasha
Anette
Natira
Kiya
Sayuri
Sunny
JED

Herbstlesen im Oktober 2020 (Sa., 10. Oktober)

Heute startet das zweite Herbstlesen-Wochenende und nachdem ich am vergangenen Wochenende schon meine Nase in lauter unterschiedliche Bücher gesteckt habe, ging es in der vergangenen Woche gleich weiter so. Ich habe die „Brothers Sinister“-Reihe mit der Novelette „Talk Sweetly“ beendet und sowohl die Anthologie „Shapers of Worlds“, als auch“A Sprinkle of Sorcery“ und „Arcanos Unraveled“ ausgelesen und dazu Rezensionen geschreiben. Außerdem habe ich einige October-Daye-Kurzgeschichten verschlungen, die chronologisch vor dem ersten Roman der Reihe spielen, weiter in dem Sachbuch „The Ghosts of Eden Park“ gelesen und mit „Ink and Bone“ von Rachel Caine ein neues Buch und mit „Sticks and Scones“ von Ngozi Ukazu einen umfangreicheren Comic angefangen. Falls ihr euch fragen solltet, was ich sonst noch in der Woche in meiner Freizeit gemacht habe, so lautet die Antwort ganz einfach „nicht viel“. 😉

Update 10:45 Uhr

Nach dem Aufstehen habe ich erst einmal meine Mails angeschaut und war danach ziemlich frustriert, weil ich schon wieder – wie schon mehrfach in diesem Jahr – einen Autoren-Newsletter bekam mit dem Tenor „Es tut mir sooo leid, ich kann meinen geplanten Veröffentlichungstermin nicht einhalten, weil ich krank bin.“ Abgesehen davon, dass ich es schrecklich finde, wie viele Autorinnen in diesem Jahr ernsthaft erkrankt sind (und das nicht an Covid-19), würde ich gern wissen, wieso sie alle das Gefühl haben, sie müssten sich mehrfach und ausführlich dafür entschuldigen, dass sie krank geworden sind. Keine davon hat sich absichtlich eine lebensbedrohliche Krankheit zugezogen hat (vor allem, da das alles Krankheiten sind, auf die man keinen Einfluss hat,) und an ihrer Stelle fände ich es schon schlimm genug, dass ich überhaupt einem ganzen Haufen fremder Menschen erzählen muss, dass ich da mit einer Krankheit kämpfe, aber dazu noch dieser entschuldigende Ton und die Versprechen, dass sie sich ganz viel Mühe geben, um trotzdem die nächste Veröffentlichung nicht zu weit zu verzögern … *uff*

Morgenhimmel …

Ansonsten habe ich den Morgen bislang genutzt, um das Geschirr abzuwaschen, Sport zu machen, noch eine Runde Heizung zu entlüftet (damit die bereit ist, wenn es kälter werden sollte), unter die Dusche zu springen, Kochwäsche anzuwerfen und zwei Rezensionen noch einmal zu lesen, die ich in der kommenden Woche auf dem Blog veröffentlichen will. Und da mir jetzt nach etwas Erholung und Wohlfühllektüre ist, greife ich nun zu „Animal Crossing“ und dann zu „Sticks and Scones“, wo Protagonist Bitty und sein Liebster ein wenig damit zu kämpfen haben, dass weder ihre Freunde, noch ihre Kollegen wissen, dass sie ein Paar sind. Falls ihr euch jetzt fragen solltet, wieso das „Wohlfühllektüre“ ist: Alle Personen in diesem Comic sind einfach knuffig und so wie ich die Zeichnerin und Autorin kenne, wird selbst das Outing im Eishockey-Profi-Bereich entspannter werden, als man es als zynische Leserin erwartet. 😉

Update 14:00 Uhr

Meine „morgendliche“ Animal-Crossing-Runde dauerte heute etwas länger, weil ich ein bisschen am Angelturnier teilgenommen habe. In jeder Jahreszeit gibt es ein Angelturnier und man kann bei Lomeus für die erangelten Punkte Items bekommen. Da ich unbedingt noch mehr Varianten vom „Fischabklatschdruck“ haben will, werde ich heute Nachmittag nach unserer Spielrunde noch etwas gemeinsam mit meinem Mann angeln (da gibt es dann mehr Punkte). *g* Außerdem habe ich zwischendurch gefrühstückt – wenn ich überlege, dass ich aus verschiedenen Gründen gut zehn Jahre lang keine Bananen gekauft und in diesem Jahr keinen Käse aufs Brot gegessen habe, war das heute eine seltene Köstlichkeit. 😉 Nebenbei habe ich mich mit einer Freundin per DM auf Twitter unterhalten und mit meinem Mann Trailer von bald erscheinenden Switch-Spielen angeschaut (die uns aus unterschiedlichen Gründen nicht so ganz überzeugen konnten – was ganz gut ist, denn ich habe noch mindestens drei ungespielte Spiele auf der Konsole liegen!).

Jetzt drehe ich noch eine schnelle Kommentarrunde und dann geht es für uns ins Durchgangszimmer zum Brettspielen. 🙂

Update 18:30 Uhr

Meine „schnelle Kommentarrunde“ dauerte dann eben doch deutlich länger als erwartet und so begann natürlich auch unsere Brettspielrunde später als geplant. Und da wir heute mit anderen Herausforderungen als die letzten Male gespielt haben (wir hatten keine Straßenbahnen und Panzer, sondern „Blitzgeneratoren“ und Ufos als Extra-Hindernisse) und ich sehr, sehr viel Pech beim Kartenziehen hatte, lief diese Runde etwas frustrierend für Godzilla. Dabei startete das Spiel gar nicht so schlecht für mich, aber immer wenn ich Megalon angriff, bekam ich am Ende (aufgrund meines Kartenzieh-Pechs) doch keine Siegpunkte angerechnet, während mein Mann mit Megalon lauter winzige Sachen machte, die ihm letztendlich sehr, sehr viele Punkte gebracht haben.

Nach dem Spielen haben wir dann erst einmal unsere Sammlung an neuen Puzzeln rausgekramt und versucht uns für eine Reihenfolge zu entscheiden. Ich bin ganz verliebt in die niedliche Schachteln von dem VW-Bus, aber den heben wir uns für eine Woche auf, in der mein Mann besonders viel Homeoffice hat und in der er in seinen Arbeitspausen mit mir zusammen puzzeln kann. Als nächstes kommt also erst einmal die Titanic an die Reihe – ich bin gespannt, wie sich der Himmel puzzelt. *g*

Nach dem Zusammenlegen und Verstauen der Kochwäsche brauchte ich dann erst einmal eine Runde Kekse, bevor es noch einmal schnell auf meine Insel ging. Da das Angelturnier nur bis 18 Uhr läuft, wollte ich schauen, ob ich nicht doch noch die gewünschten Items bekomme. Das hat leider nicht ganz geklappt, aber in drei Monaten gibt es ja die nächste Chance. 😉

Für Natira habe ich extra ein Foto von der Aquatapete (die Fischtapete an der Wand) und dem Fischabklatsch-Druck (so heißen die gerahmten Fischbilder richtig – ich werde es mir nie merken!) gemacht!

Jetzt drehe ich wieder einen Kommentarrunde und schaue, was ihr so den Nachmittag über getan habt, und wenn ich dann noch ein bisschen Zeit bis zum Essen habe, greife ich sogar wieder zum Buch. Kochen muss ich heute zum Glück nicht, da wir noch das Essen von gestern zum Aufwärmen haben.

Update 21:30 Uhr (letztes Update)

Vor dem Essen hatte meine Zeit wirklich noch für eine Kommentarrunde gereicht (auch wenn ich den letzten Kommentar schrieb, während mein Mann mit dem Teller vor mir stand und darauf wartete, dass ich die Hände frei habe). Zum Essen haben wir dann „Knock Down the House“ – eine Dokumentation auf Netflix über die „Grassroot“-Kampagnen, die 2018 dafür gesorgt haben, dass so überraschend viele Frauen, Black und PoCs in das Repräsentantenhaus der USA eingezogen sind. Genau genommen drehte sich die Dokumentation über vier Kandidatinnen im 2018er Wahlkampf und die bekannteste davon war Alexandria Ocasio-Cortez. Das war eine sehr beeindruckende Doku (wobei ich AOC sowieso wirklich unglaublich beeindruckend finde), mit erhellenden Details zum amerikanischen Wahlkampfsystem. Für mich ist die US-„Demokratie“ ja wirklich schwierig zu begreifen und angesichts der kommenden Wahlen versuche ich seit einiger Zeit mehr Wissen darüber aufzubauen.

Ich werde jetzt noch eine Blog- und Kommentarrunde drehen und habe dann bis zum Schlafengehen vermutlich nur noch ein paar Minuten zum Lesen. *g* Es war heute wieder nett mit euch – ich finde es wirklich schön von euren Herbstlesen-Tagen zu lesen!

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Heutige Mitleserinnen:

JED
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Michelle Harrison: A Sprinkle of Sorcery

Nach dem Lesen von „A Pinch of Magic“ von Michelle Harrison hatte ich mir vorgenommen, darauf zu achten, dass ich den nächsten Band rund um die Widdershins-Schwestern zur passenden Jahreszeit lese. Aber dann hatte ich so große Lust auf „A Sprinkle of Sorcery“, dass ich das Buch noch im September angefangen habe, obwohl die Handlung im Mai spielt. 😉 Allerdings fand ich es dieses Mal nicht so schlimm, dass ich den Roman nicht zur passenden Jahreszeit las, denn von Frühling spürt man in der Geschichte nicht viel, ist doch die Atmosphäre auf Crowstone (und all den anderen Inseln) düster genug, um in den Herbst zu passen. Und da die Handlung von „A Sprinkle of Sorcery“ ohne Vorkenntnisse aus dem ersten Band gut lesbar ist, gibt es hier auch keine Spoiler zu „A Pinch of Magic“.

Die Geschichte beginnt an einem Abend im Wirtshaus „The Poacher’s Pocket“, während die dreizehnjährige Betty Widdershins und der Rest der Familie darauf warten, dass ein potenzieller Käufer für das Gebäude auftaucht. Doch bevor die Abendfähre an der Insel anlegt, erklingen die Gefängnisglocken von der Nachbarinsel Repent herüber. Schnell macht die Neuigkeit die Runde, dass zwei Gefangene von der Insel Torment geflüchtet sind, und kurz darauf findet die sechsjährige Charlie (Charlotte) ein etwa gleichaltriges und vollkommen durchnässtes Mädchen versteckt im Hinterhof. Schnell sind sie und Betty sich einig, dass sie Willow vor den Wächtern, die jedes Haus der Insel durchsuchen, in Sicherheit bringen müssen. Doch natürlich läuft dann etwas schief, und so müssen Betty und ihre ältere Schwester Fliss (Felicitas) mitansehen, wie die Großmutter Bunny und die kleine Charlie von zwei Wächtern abgeführt werden.

Gemeinsam mit Willow machen sich die beiden Mädchen auf, um ihre Familienmitglieder zu retten, und erleben dabei einige fantastische Abenteuer auf See. Ich liebe es, wie Michelle Harrison dabei eine sehr düstere und realistische Welt rund um die Inselgruppe in den Marschen schafft und auf der anderen Seite immer wieder Märchen und eine kleine Prise Zauberei in die Geschichte einwebt. Während sich der erste Band um einen Fluch drehte, der auf den Frauen der Familie Widdershins lag, so sind hier die Angelpunkte der Geschichte vor allem das Schicksal der entführten Charlie und das von Willow, die alles daran setzt, die Unschuld ihres Vaters zu beweisen, bevor dieser hingerichtet werden kann. Dabei spielen Irrlichter eine große Rolle in Willows Leben. Ich fand es großartig, wie die Autorin diese schon im ersten Band in die Handlung eingebaut und hier – mit einigen ungewöhnlichen Facetten versehen – wieder aufgenommen hat.

Auch in „A Sprinkle of Sorcery“ ist die Atmosphäre durchgehend ziemlich düster, denn Betty und ihre Schwestern machen sich die ganze Zeit über Sorgen, sie hungern und frieren, und sie müssen mit Entführern, Piraten und Hexen fertigwerden. Trotzdem hat man nicht das Gefühl, man würde beim Lesen in lauter Hoffnungslosigkeit versinken, da die Mädchen einfach wunderbar mutig und einfallsreich sind. Immer wieder gibt es Szenen, die einfach nur amüsant sind (Betty als Piratenkapitän-Geist ist mein absoluter Lieblingsmoment in dem Buch gewesen), oder in denen die Zuneigung zwischen den Schwestern wirklich herzerwärmend zu lesen ist. So gut mir „A Pinch of Magic“ gefallen hat, so denke ich, dass ich „A Sprinkle of Sorcery“ noch besser fand. Ich weiß nicht, ob es daran lag, dass ich einfach den richtigen Zeitpunkt für den Roman gewählt hatte, oder daran, dass mir all die Seefahrt- und Piratenelemente so viel Freude bereitet haben, aber ich kann diese Geschichte mindestens ebenso sehr empfehlen wie den ersten Band. Und ich freue mich sehr darüber, dass der dritte Band („A Tangle of Spells“) im Original gerade für Anfang Februar 2021 angekündigt wurde.

Tuula Karjalainen: Tove Jansson – Work and Love

Auf die Biografie „Tove Jansson – Work and Love“ von Tuula Karjalainen bin ich aufmerksam geworden, als jemand auf Twitter ein Foto mit der deutsche Ausgabe („Tove Jansson – Die Biografie“) zeigte. Da die deutsche Veröffentlichung mehr als das doppelte der englischen kostet, habe ich mir dann aber lieber die englische Variante zugelegt – übersetzt sind ja eh beide Titel aus dem finnischen Original. Ich muss dabei noch anfügen, dass ich zwar aus diversen Artikeln und Fernsehberichten über Tove Jansson sowie biografisch angehauchten Romanen von der Autorin ein bisschen über ihr Leben, ihre Beziehung zu Tuulikki Pietilä, ihre Familie und die Arbeit, die vor allem ihr jüngerer Bruder Lars zu den Mumins beigetragen hat, wusste, aber das waren bis zum Lesen dieser Biografie wirklich nur Bruchstücke.

Da Tove Jansson sich als Künstlerin auf sehr vielen Gebieten betätigt hat, hat die Autorin Tuula Karjalainen ihre Biografie thematisch geordnet. So beginnt „Tove Jansson – Work and Love“ mit dem Kennenlernen ihrer Eltern Signe Hammarsten-Jansson (Ham) und Viktor Jansson (Faffan), ihrer beider Arbeit als Künstler (sie war Illustratorin, er Bildhauer) und ihrem Verhältnis zueinander. Die Passagen über Tove Janssons Kindheit werden vor allem davon geprägt, wie sehr die Kunst ihrer Eltern Einfluss auf die Entwicklung des jungen Mädchens hatte und wie der tägliche Umgang mit den verschiedenen künstlerischen Aspekten bei Tove für ein gutes Fundament für ein Kunststudium gesorgt hat. In den folgenden Kapiteln geht es dann um Tove Janssons Beziehungen zu Künstlerkollegen, die zum Teil zu lebenslangen Freundschaften (und mehr) führten, um ihre Arbeit als Malerin, als Grafikerin und Illustratorin, als Kinderbuch-, Roman- und Theaterautorin, als Cartoonistin und all die anderen Dinge, die diese faszinierende Frau in ihrem Leben getan hat.

Ich fand es ungemein spannend, den Lebensweg von Tove Jansson zu verfolgen und mehr über ihre Freundschaften und den Einfluss, den die Männer und Frauen in ihrem Leben auf ihr Werk hatten, zu erfahren, aber auch über die Dinge, die sie immer wieder entmutigt haben und dafür sorgten, dass sie an sich und ihren Fähigkeiten zweifelten. Es war spannend zu sehen, wie viele Elemente aus ihren Romanen mit ihrer Biografie in Verbindung gebracht werden können, und ich fand es toll, wenn in dem Buch mal wieder ein Zitat aus einem Brief oder einem anderen Text von Tove Jansson vorkam, so dass ich ein Gefühl für ihre Persönlichkeit bekam. Außerdem gibt es in dieser Veröffentlichung unglaublich viele Bilder von Gemälden und Zeichnungen, die sie angefertigt hat oder die sie zeigen, so dass man einen wirklich guten Eindruck von der Bandbreite ihres Werks bekommt . Dazu gibt es noch Fotos von Tove (und den Menschen um sie herum), so dass man sie auch einmal aus der Perspektive von Menschen, die sie persönlich kannten, betrachten konnte.

Trotz all dieser wirklich interessanten und faszinierenden Elemente war das Lesen dieser Biografie leider kein ungetrübtes Erlebnis. So schön es war, so viele Bilder präsentiert zu bekommen, so gab es im Text leider keinerlei Hinweise darauf, wo man die darin erwähnten Darstellungen finden konnte. So habe ich mich dabei ertappt, wie ich verzweifelt die beschriebenen Elemente eines Zeitungscovers auf dem direkt neben dem Text abgebildeten Bild gesucht habe, weil mir nicht bewusst war, dass das erwähnte Cover erst einige Seiten später im Buch auftauchen würde. Ständig musste ich schauen, ob ich irgendwo später noch die beschriebenen Zeichnungen und Gemälde finde. Dabei wäre es so einfach gewesen, eben einen kleinen Vermerk in den Text (oder als Fußnote) zu setzen mit einem Hinweis darauf, wo die Abbildung zu finden ist (oder eben auch darauf, dass man dafür eben keine Bildrechte bekommen hat und man sich deshalb mit der Beschreibung begnügen muss).

Außerdem hat die thematische Aufteilung, die Tuula Karjalainen für die Biografie vorgenommen hat, dafür gesorgt, dass ich regelmäßig entweder sehr verwirrt war oder Informationen mehrfach präsentiert bekommen habe. Diese Trennung der verschiedenen künstlerischen Bereiche in Tove Janssons Leben funktionierte für mich überhaupt nicht, da Tuula Karjalainen doch immer wieder Verweise auf andere Tätigkeiten oder auf Personen, die darauf Einfluss hatten, einbauen musste. So liest man in einem relativ frühen Kapitel, dass Tove Jansson sich später in ihrem Leben auf die Malerei konzentrieren konnte, weil sie finanziell abgesichert war und ein eigenes Atelier besaß, nur um einige Zeit später in dem Kapitel über ihre Tätigkeit als Cartoonistin zu erfahren, dass sie den Vertrag nur unterschrieben hatte, weil sie aufgrund ihrer Schulden und ihres einbrechenden Einkommens so verzweifelt war. Natürlich kann man sich im Laufe der Zeit zusammenpuzzeln, dass die Cartoonisten-Karriere vor der Phase war, in der sie sich mit abstrakter(er) Kunst beschäftigt hat. Aber ich will mir so etwas nicht zusammenreimen müssen, wenn ich das genauso gut in chronologischer Reihenfolge lesen und somit viel besser erfassen könnte.

Auch innerhalb eines Kapitels gab es oft Wiederholungen und Widersprüche, die mich irritiert haben. Gerade rund um Toves Beziehungen zu den Männern in ihrem Leben fand ich es sehr schwierig, den Überblick zu behalten, da die Abschnitte (zumindest meinem Gefühl nach) willkürlich zwischen „Tove ist frisch verliebt“, „Tove hat nach dem Ende der Beziehung die Freundschaft mit dieser Person aufrecht erhalten können“, „Tove hängt an dieser Beziehung aus diesen und jenen Gründen“ und „Tove beendet die Beziehung“ sprangen. So dachte ich immer wieder, dass eine Beziehung nun beendet sei, nur um als nächstes eine Passage zu lesen, in der sie mit ihrem Partner einen schönen Moment erlebte oder ihrer besten Freundin in einem Brief den aktuellen Stand ihrer Beziehung schilderte. Das ist nun nicht so dramatisch, macht das Lesen dieser Biografie aber überraschend anstrengend und frustrierend, weil ich immer wieder zurückgeblättert habe, um Daten und Details zu überprüfen.

Vor allem aber sind das Probleme gewesen, die Tuula Karjalainen leicht hätte vermeiden können, wenn sie das vorhandene Material über Tove Janssons Leben chronologisch präsentiert hätte. Das hätte dann auch den Vorteil gehabt, dass die Verbindungen zwischen den verschiedenen künstlerischen Gebieten, auf denen Tove Jansson tätig war, deutlich geworden wären, ohne dass die Autorin einem wieder und wieder bestimmte Elemente beschreibt und Zusammenhänge erklären muss. Ich hätte es wirklich so viel stimmiger gefunden, wenn die Kapitel bestimmte Jahre umfasst und eben all die vielen kleinen und großen paralleln Entwicklungen von Tova Jansson aufgezeigt hätten. So kann ich am Ende „Tove Jansson – Work and Love“ von Tuula Karjalainen – obwohl ich grundsätzlich das Lesen dieser Biografie interessant fand – nicht weiterempfehlen und werde für mich nach weiteren Biografien von Tove Jansson schauen, die hoffentlich etwas besser geschrieben sind.

Herbstlesen im Oktober 2020 (So., 4. Oktober)

Gestern hat das Herbstlesen schon richtig gemütlich angefangen, was ich sehr, sehr schön fand! 🙂 Nach dem letzten Update habe ich wirklich eine gute Stunde benötigt, um bei allen Blogs zu kommentieren und auf eure Kommentare zu antworten, was bedeutete, dass ich bis zu meiner anvisierten Schlafenszeit von 23 Uhr noch ein Stündchen zum Lesen hatte. Diese Zeit habe ich mit „The Suffragette Scandal“ von Courtney Milan verbracht. Die Autorin habe ich im vergangenen Monat für mich zum „vor dem Schlafengehen“-Lesen entdeckt, weil ihre Historicals so nett sind und ich mich (von den Nebenbemerkungen zum Thema Korsett abgesehen) so wenig über die Handlung und die Figuren aufregen muss. „The Suffragette Scandal“ ist der vierte Teil der Brothers-Sinister-Reihe und beschäftigt sich ebenso wie die vorhergehenden Bände sehr viel mit Politik in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, wobei sich die Autorin bei diesem Band (meiner Vermutung nach – ich habe das Nachwort dieses Titels noch nicht gelesen, in dem sie diese Sachen erklärt,) sehr von dem Wiederstand der Frauen gegen den Contagious Diseases Act hat inspirieren lassen. Ich finde es nett, dass man als Leserin die Romane als Anlass nehmen kann, um mehr über die Lebensbedingungen und die politischen Entwicklungen dieser Zeit zu recherchieren, oder das Ganze auch einfach ignorieren und die unterhaltsame Geschichte genießen kann. 😉

Update 11:30 Uhr

Da mein Mann heute länger geschlafen hat als ich, habe ich die Gelegenheit genutzt und eine Runde Sport eingelegt. Was bedeutet, dass ich nun wieder weiß, wieso ich normalerweise erst später am Vormittag Sport mache, denn mein Kreislauf ist so früh noch nicht bereit für irgendwelche Übungen. Nach einer Viertelstunde war mir so schlecht, dass ich die letzten fünf Minuten des heutigen Videos nicht mehr gemacht habe und stattdessen die letzten Kapitel in „The Suffragette Scandal“ gelesen habe. Jetzt habe ich in der Reihe nur noch eine kurze Geschichte vor mir, die ich für einen anderen Tag aufhebe. Außerdem habe ich das Geschirr von gestern Abend abgewaschen und eine ausgiebige Runde „Animal Crossing“ gespielt. Jetzt werde ich mir erst einmal „The Ghosts of Eden Park“ schnappen und noch ein bisschen schauen, was mir Karen Abbott weiterhin über das Leben von George Remus zu erzählen hat, und danach drehe ich eine Blogrunde, um zu schaue, wie es euch heute morgen so ergangen ist. 🙂

 

Update 14:00 Uhr

Uff, ist es gerade stürmisch draußen! Das Mittagslüften konnten wir heute vergessen, weil die Fenster ständig zu- (und Gegenstände durchs Zimmer) flogen. Ich bin gespannt, was das mit dem Wetter heute noch wird. *g* Bei „The Ghosts of Eden Park“ bin ich nicht so viel weitergekommen. Ich finde das Buch interessant, aber ich brauche immer etwas Zeit um reinzufinden. Spannend ist unter anderem wie viel Material die Autorin zur Verfügung hatte, da die Ermittlungen gegen George Remus viel Zeit in Anspruch nahmen und Auswüchse annahmen, die man nur in einem fiktiven Werk erwarten würde. So gibt es eine Menge Akten, Zeugenaussagen und andere Unterlagen wie Tagebücher usw. auf die sie für das Schreiben dieses Sachbuches zurückgreifen konnte.

Da das Buchformat aber nicht gerade ideal ist, um es neben dem Frühstück zu lesen, habe ich dann wieder zum eBook gewechselt und beim Essen die nächste Kurzgeschichte aus „Shapers of Worlds“ gelesen, die von Seanan McGuire war und den Titel „In Silent Streams, Where Once the Summer Shone“ trug. Die Geschichte ist unübersehbar eine Aufarbeitung der Autorin der Ereignisse der vergangenen Monate, dass ich überrascht über den verständnisvollen Ton war, über die Erklärungen, die sie für die Unvernunft der Menschen mitliefert. Was mir auch gut gefiel, ist, wie sie deutlich macht, dass eine Apokalypse nicht mit einem großen Knall dahergeht, sondern ganz leise mit Bienensterben, Viren und ähnlichen Entwicklungen aufzieht …

Jetzt schaue ich noch kurz nach den Kommentaren, die seit meiner letzten Runde eingetrudelt sind, und setze mich dann mit meinem Mann zum Brettspielen zusammen. 🙂

 

Update 17:00 Uhr

Uff, das war eine seltsame Runde „Obsession“, aber da ich zum ersten Mal seit Wochen ein Spiel gegen meinen Mann gewonnen habe, will ich mich nicht beschweren. 😉 Immerhin habe ich inzwischen das Gefühl, dass ich mit dem neuen Personal und all den Regeländerungen, die durch die „Upstairs, Downstairs“-Erweiterung gekommen sind, zurechtkomme, ohne dabei groß nachdenken zu müssen. Lustig fand ich auch, dass ich die erste Hälfte des Spiels einfach keine Möglichkeiten hatte an Gäste zu kommen, obwohl Gäste die schnellste Möglichkeit sind, um Geld, Reputation und weitere neue Gäste zu erhalten. Während mein Mann einen riesigen Stapel mit Charakteren vor sich hatte, habe ich mich mit meinen Familienmitgliedern und unseren beiden besten Freunden beholfen. *g* Zum Glück hatte ich aber zum Ende einige sehr, sehr gute Züge, die nicht nur dafür sorgten, dass mein Erbe das Herz der reichen Lady Fairchilde gewann, sondern auch dass ich einige Prestige-Gäste (inklusive Lady Lilo! :D) einladen konnte! Fürs kommende Wochenende haben wir noch ein paar Promokarten ins Spiel gemischt, die für neue Herausforderungen sorgen könnten. 😀

 

Update 21:00 Uhr (letztes Update)

Bis zum Kochen habe ich in „Arcanos Unraveled“ gelesen, die Geschichte wird aus der Sicht von Anya Winter erzählt. Anya ist eine Heckenhexe und hat mit viel Glück eine Stelle als Dozentin in der magischen Universität Arcanos Hall bekommen. So ganz bin ich in dem Roman noch nicht angekommen. Auf der einen Seite spielt die Handlung zu aktueller Zeit (im mundanen Teil der Universität gibt es Autos und andere Dinge, die sehr vertraut klingen), auf der anderen Seite fühlt sich die magische Parallelgesellschaft, die von der Autorin beschrieben wird, eher mittelalterlich an. In den ersten Kapiteln hat Anya auf jeden Fall schon einer (adeligen) Studentin geholfen eine Leiche zu beseitigen, eine Auseinandersetzung mit ihrem ehemaligen Liebhaber gehabt und feststellen müssen, dass der Schutzschirm, der den  magischen Teil der Universität vor der Außenwelt trennt, zerstört wurde. Da man ihr aufgrund ihrer Herkunft (ihr Vater war ein Physiker und kein Magiekundiger) nicht vertraut und es schon früher einige unschöne Szenen (versursacht von ihrem Ex) gegeben hat, wurde Anya nun für den Rest des Trimesters aus der Universität geworfen und versucht nun auf eigene Faust herauszufinden, was eigentlich los ist. Auch wenn die ersten Kapitel stellenweise etwas verwirrend zu lesen sind, so fühle ich mich bislang doch gut unterhalten und mag es, dass Anya als Hexe auf Textilien spezialisiert ist.

Zum Abendessen gab es heute nach langer Zeit mal wieder Flapjacks, allerdings heute mit Äpfeln und nicht mit Cranberries wie in diesem Rezept. Ich mag die seit so vielen Jahren so gern und scheue doch in der Regel davor zurück, dass ich dafür eine Zeitlang an der Pfanne stehen muss. Den Geruch von heißen Öl ist nicht gerade mein Lieblingsduft in der Wohnung und bleibt doch immer so hängen. 😉

Nach dem Essen war es schon relativ spät und so bin ich nur kurz bei Animal Crossing reingehüpft, weil mein Mann eine Anleitunge im Angebot hatte, die ich noch nicht kannte. Das war es dann heute auch für mich mit dem Spiel – morgen geht es dann weiter mit dem Basteln von Kürbislaternen und anderen Halloween-Gegenständen. 😉 Außerdem war dies mein letztes Update für heute, da ich nach der anstehenden Blog- und Kommentarrunde vermutlich nicht mehr viel tun werde bis zum Schlafengehen.

Ich habe dieses  Wochenende sehr genossen! Es war schön mal wieder gemeinsam mit so vielen anderen den Tag zu verbringen und sich über all die Dinge auszutauschen, die wir so gemacht haben. Danke, dass ihr dabei gewesen seid! Ich freue mich jetzt schon auf den kommenden Samstag! Bis dahin habt eine schöne und hoffentlich stressfreie Woche und passt so gut wie möglich auf euch und alle anderen in eurer Umgebung auf. 🙂

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Heutige Mitleserinnen:

Lyne
Neyasha
Anette
Kiya
Ariana
Sayuri
Natira
JED

Herbstlesen im Oktober 2020 (Sa., 3. Oktober)

Heute ist der erste Tag des Herbstlesens und ich freue mich gerade sehr auf einen Oktober voller gemütlicher Wochenenden mit Büchern und Spielen und ähnlich angenehmen Dingen. 🙂 Das Einzige, was ich mir für die kommenden Wochen vorgenommen habe, ist ein Reread der October-Daye-Bücher, aber der muss warten, bis der erste Band auf Englisch bei mir eintrifft, weil ich die Reihe nicht auf Deutsch anfangen will. (Ich glaube, ich muss mal mein Regal durchwühlen und schauen, bei wie vielen Reihen ich nach dem ersten Band von der deutschen zur englischen Ausgabe gewechselt bin.) Für dieses Wochenende werde ich mich also auf die Bücher beschränken, die ich noch angefangen hier rumliegen habe: Die Anthologie „Shapers of Worlds“, das Sachbuch „The Ghosts of Eden Park“ von Karen Abbott, sowie „A Sprinkle of Socery“ von Michelle Harrison, „Arcanos Unraveled“ von Jonna Gjevre und „The Sufragette Scandal“ von Courtney Milan. Die meisten dieser Bücher habe ich bislang nur angelesen und mein größtes Problem wird heute vermutlich sein, dass ich mich erst einmal für eins davon entscheiden muss, bevor ich weiterlesen kann. 😉

Update 10:45 Uhr

Seit dem Schreiben dieses Beitrags habe ich gar nicht so viel auf die Reihe bekommen, da mein morgendliches Auflesen der nächtlichen Timeline dank Trumps Erkrankung erstaunlich lange gedauert hat. Zumindest waren die Amerikaner, denen ich auf Twitter folge, heute Nacht sehr, sehr kommunikativ und haben die im Stundentakt eintreffenden Nachrichten von weiteren Erkrankungen rund ums Weiße Haus eifrig kommentiert. Trotzdem bin ich inzwischen auf dem aktuellen Stand und habe außerdem meinen Haushaltskram auf die Reihe bekommen (der Wäschetrockner läuft noch) und eine kleine Morgenrunde „Animal Crossing“ gespielt. Mein Kürbisfeld entwickelt sich ziemlich gut und da mein Mann und ich uns austauschen können, haben wir auch schon so einige Anleitungen für Kürbisitems gesammelt. Ich bin wild entschlossen in den kommenden Wochen meine Insel mit Halloweensachen zu schmücken und freu mich total darauf die „Vorgärten“ meiner Nachbarn zu gestalten. 😉 Jetzt mache ich mir aber erst einmal Porridge zum Frühstück und lese dazu eine Kurzgeschichte und für später haben mein Mann und ich eine Runde mit unserem Godzilla-Brettspiel geplant.

Update 12:45 Uhr

Heutiges Frühstück: Porridge aus einer Flockenmischung mit gepoppten Amaranth, Zimt, Erdnussbutter und Bananenscheiben. 😉

Zum Frühstück habe ich die Kurzgeschichte „Pod Dreams of Tuckertown“ von Gareth L. Powell gelesen und fand sie ziemlich deprimierend. Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht des achtzehnjährigen Pod, der alles verloren hat, als Außerirdische die Welt übernahmen und die Regeln für zwischenmenschliche Kontakte änderten. Ich muss zugeben, dass ich es spannend finde, dass man bei der Anthologie „Shapers of Worlds“ nie so recht weiß, was einen als nächtes erwartet. Aber ich bevorzuge am Ende doch die Geschichten, die einem Hoffnung machen oder einen zum Lächeln bringen. 😉

Was mich zu „A Sprinkle of Sorcery“ von Michelle Harrison bringt, denn obwohl der Anfang der Geschichte ziemlich deprimierend ist (die drei Widdershins-Schwestern und ihre Großmutter müssen sich mit Behördengewalt auseinandersetzen) und die jüngste Schwester Charlie von Wächtern entführt wird, freue ich mich schon auf all die schönen Szenen zwischen den Schwestern und den anderen Familienmitgliedern und all den Momenten, in denen man als Leser trotz der düsteren Atmosphäre schmunzeln muss. Bislang würde ich sagen, dass man „A Sprinkle of Sorcery“ ohne Vorwissen aus „A Pinch of Magic“ lesen kann, auf der anderen Seite kann man den ersten Band rund um die Widdershins-Schwestern natürlich deutlich mehr genießen, wenn man keinen der Hinweise, die in „A Sprinkle of Sorcery“ eingestreut sind, kennt. Insgesamt genieße ich mein Wiedersehen mit Betty und Fliss und den anderen, auf der anderen Seite kann ich das Buch auch gut weglegen, wenn ich eine etwas weniger düstere Atmosphäre haben mochte oder zu viel „Angst“ vor weiteren fürchterlichen Entwicklungen habe. *g*

Jetzt werde ich mein Lesen aber erst einmal unterbrechen, um die heute Vormittag gewaschene Wäsche zusammenzulegen und wegzuräumen und dann eine Brettspielrunde mit meinem Mann einzulegen. 🙂

Update 16:15 Uhr

Heute haben wir eine Runde mit dem Godzilla-Brettspiel gespielt, das mein Mann vor ein paar Wochen neu bekommen hat. Das war unser drittes Mal mit dem Spiel und das erste Mal, das wir – wie es sich gehört – mit verdeckten Karten gespielt haben. Zu meiner großen Überraschung habe ich (als hat Godzilla) sogar gegen Megalon gewonnen, nachdem wir die Stadt ziemlich platt gemacht haben. *g* Die Regeln sind eigentlich ziemlich einfach, aber es gibt immer wieder Sonderpunkte zu bedenken, die mit den verschiedenen Spielfiguren wechseln. Ich finde es sehr nett und habe kein Problem damit, dass wir das nun an den kommenden Samstagen so lange spielen werden, bis wir etwas regelfester sind. Ich muss aber auch zugeben, dass es wohl nicht mein Lieblingsspiel werden wird.

Nach dem Brettspiel wurde es Zeit für ein Stück „Geburtstagskuchen“ – genau genommen die traditionelle Birnen-Schokoladen-Sahnetorte, die sich mein Mann jedes Jahr wieder wünscht. Dazu gab es ein Video von John Oliver, das ich so depremierend fand, dass ich nun das dringende Bedürfnis nach „heiler Welt“ habe. Ich werde also nach einer Blog- und Kommentarrunde zu „Animal Crossing“ greifen, mit meinen Nachbarn schwatzen, den aktuellen Bastler suchen und etwas Zeit mit Tauchen verbringen. 😉

Update 18:45 Uhr

Eigentlich wollte ich vor einer Viertelstunde in die Küche flitzen, aber jetzt gibt es doch noch eben ein Update. In den vergangenen 1 1/2 Stunden habe ich nichts anderes gemacht als „Animal Crossing“ gespielt und mit meinem Mann geschwatzt. Ich finde es lustig, dass ich meine Kleidung im Spiel an mein persönliches Temperaturempfinden anpasse – heute musste es der warme Kuschelpulli mit einem Hauch von Halloween sein! 😉 Jetzt drehe ich noch eine winzige Blogrunde und dann wandere ich wirklich in die Küche und koche unser Abendessen!

Update 21:00 Uhr (letztes Update für heute)

Zum Abendessen gab es heute Reis mit Kichererbsen-Spinat-Tomaten-Curry und da ich heute mit einem anderen Topf kochen musste als sonst, weil mein alter Standardtopf kaputt gegangen ist, fehlte mir ein bisschen das Gefühl für Verhältnisse. So ist das Curry etwas wässriger geworden als geplant, aber geschmeckt hat es trotzdem. 😉

Weil euch das Cover von „A Sprinkle of Sorcery“ so gut gefallen hat, habe ich noch einmal „A Pinch of Magic“ daneben gelegt und fotografiert. Ich muss zugeben, dass das Cover auch der Grund war, wieso ich mir das Buch überhaupt näher angeschaut habe. Erst als ich es schon gekauft hatte, habe ich kapiert, dass ich die Autorin Michelle Harrison schon kannte und eine Reihe von ihr sehr gemocht hatte. 😉 Ein Foto von einer Kapitelüberschrift gibt es auch noch für euch, damit ihr euch das vorstellen könnt:

Das war das letzte Update für heute, da ich gleich noch eine Blog- und Kommentarrunde drehen will und schon gesehen habe, dass ihr in den letzten zwei Stunden sehr eifrig geschrieben habt. Ich gehe mal davon aus, dass ich vor 22 Uhr damit nicht fertig sein werde und was ich dann mache, weiß ich noch nicht. Aber ich kann euch ja in meinem morgigen Beitrag erzählen, wie mein Tag ausgeklungen ist. 😉

Es war auf jeden Fall sehr schön heute mit so vielen Leuten ins Herbstlesen zu starten und zu sehen, womit ihr euch den Tag vertreibt und womit ihr euch erholt habt. Ich freu mich schon sehr auf morgen und wünsche euch bis dahin eine angenehme Nacht! 🙂

P.S.: Diejenigen, deren Beiträge erkennbar fürs ganze Wochenende angelegt waren, werde ich schon in die Liste für morgen eintragen. Alle anderen müssen sich im Zweifelsfall morgen wieder in einem Kommentar melden und mir Bescheidsagen, dass ich ihren (heutigen oder neuen) Post noch eintragen muss. 🙂

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Heutige Mitleserinnen:

Lyne
Neyasha
JED
Anette
Kiya
Ariana
Sayuri
Natira

Neuzugänge: Juli, August und September 2020

Der Sommer ist normalerweise die Zeit, in der ich das Gefühl habe, meine letzten größeren Neuzugänge sind schon wieder sehr, sehr lange her und bis zu den Buchgeschenken zum Jahresende ist es noch viel zu lange hin. Außerdem bin ich im Sommer relativ häufig schlecht gelaunt und habe deshalb regelmäßig das Bedürfnis mir etwas Gutes zu tun. In diesem Jahr war dieses Bedürfnis wirklich sehr ausgeprägt und die einzige logische Reaktion war natürlich, dass ich Bücher bestellte … vielleicht sogar mehr als vernünftig gewesen wäre … aber das hat mich ja noch nie gestört. 😉

1. Kat Richardson: Underground (Greywalker 3)
2. Kat Richardson: Vanished (Greywalker 4)
3. Kat Richardson: Downpour (Greywalker 6)
4. Kat Richardson: Seawitch (Greywalker 7)
Nachdem ich im Juni „Poltergeist“ gelesen hatte, hatte ich mich ein bisschen geärgert, weil ich keinen weiteren Band der Reihe auf dem SuB hatte, weshalb ich natürlich als nächstes die folgenden fünf Teile bestellen musste. Bei Band 5 gab es dann leider Lieferprobleme, aber immerhin hatte ich so schon einmal vier weitere Greywalker-Bücher zum Lesen im Haus.

5. Leah Johnson: You Should See Me in a Crown
Es ist nur selten der Fall, dass ich „Teenie-Romanzen“ reizvoll finde, aber seitdem ich Ende letzten Jahres die Ankündigung für diesen Titel gesehen hatte, hatte ich Lust auf diese Geschichte. Ich bin gespannt, ob Liz es schafft „Prom Queen“ zu werden, um so ein Stipendium für ein College zu bekommen. Ich scheine allerdings nicht die einzige Person zu sein, die auf die Veröffentlichung des Romans gewartet hat und so ist das Buch direkt nach Erscheinen zu einem Bestseller geworden, was mir erst einmal das Gefühl gab, ich bräuchte etwas Abstand, bevor ich die Geschichte lesen kann.

6. Sophie Anderson: The Girl Who Speaks Bear
Mir gefiel „The House With Chicken Legs“ von der Autorin gut genug, dass ich schon eine Weile auch um ihren zweiten Roman herumgeschlichen bin. Da im Herbst ein weiteres Buch von ihr erscheint, dachte ich mir, ich sollte vorher diesen Titel vielleicht doch mal endlich vom Merkzettel befreien.

7. Y.S. Lee: A Spy in the House (The Agency 1)
Um die Autorin Y.S. Lee schleiche ich seit der „The Underwater Ballroom Society“-Anthologie herum, weil ich ihre „Weitererzählung“ des Märchens „Die zertanzten Schuhe“ so toll fand. „A Spy in the House“ dreht sich um die siebzehnjährige Mary, die nach ihrer Ausbildung zur Spionin ihren ersten Auftrag bekommt. Viktorianische Zeit, Krimi und jugendliche Ermittlerinnen – das klang, als wäre es genau mein Ding und das war es dann auch. 😉 (Rezension)

8. Karen Abbott: The Ghosts of Eden Park
Eigentlich müsste es schon reichen, wenn ich den Untertitel hier aufschreibe, um zu erklären, wieso ich dieses Buch unbedingt haben wollte: „The Bootleg King, the Women Who Pursued Him, and the Murder That Shocked Jazz-Age America“. Mein Sachbuch-Sub ist zwar nicht gerade klein, aber dieser Titel schien so gut zu den anderen Sachbüchern zu passen, die ich in letzter Zeit rund um „historische Verbrechen“ gelesen hatte, dass ich nicht mehr länger warten wollte.

9. Natalie C. Parker: Seafire
„Seafire“ war ein recht spontaner Kauf, nachdem ich über das Cover der eBook-Ausgabe gestolpert war und dann den Klappentext reizvoll fand – wobei ich mich dann bei der Bestellung für das günstiger und nicht so hübsche Taschenbuch entschieden habe. *g* Von der Autorin hatte ich vorher noch nichts gehört, aber fantastische Geschichte, die auf See spielen, fand ich im Juli überraschend verlockend.

10. Julie Murphy: Faith – Taking Flight
Da ich die Faith-Comics so gerne mag und von Julie Murphy „Dumplin'“ auch gern gelesen habe, musste ich mir natürlich auch den Roman zu den Comics besorgen. Sehr viele Informationen hatte ich mir vorher darüber gar nicht besorgt, ich wusste nur, dass es eine Coming-of-Age-Geschichte sein sollte, in der das Erwachsenwerden unter anderem durch die Superkräfte der Protagonistin etwas erschwert wird.

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Im August kamen ein paar Bücher an, die eigentlich eine längere Lieferfrist gehabt hätten und von mir für September gedacht waren. Nun, ich werde mich nicht beschweren, wenn mein Buchhändler Sachen auf Lager hat, die er im System mit „4 bis 6 Wochen Lieferfrist“ gekennzeichnet hat. 😉

11. Kat Richardson: Labyrinth (Greywalker 5)
Etwas verspätet kam dann auch noch der fünfte Teil der Greywalker-Reihe – allerdings genau zum richtigen Zeitpunkt für mich, um theoretisch direkt nach Beenden des vierten Bands weiterlesen zu können. Aber da hatte ich natürlich erst einmal Lust auf etwas anderes … *g*

12. Robin Stevens: Death Sets Sail (A Murder Most Unladylike 9)
Der aktuellste und letzte Band der „A Murder Most Unladylike“-Reihe der Autorin. Ich habe zwar noch ein paar ungelesene Teile auf dem SuB, wollte aber zeitnah die Fortsetzung kaufen, weil ich einfach nie genug gute Krimis in Reserve haben kann. 😉

13. Ngozi Ukazu: Check please! 2 – Sticks and Scones (Comic)
Nachdem mir der erste Band von „Check please!“ so gut gefallen hatte, musste ich mir natürlich den zweiten Teil relativ zeitnah zur Veröffentlichung besorgen. „Relativ zeitnah“, weil auch hier sich die Lieferung durch die Pandemie sich sehr, sehr lange verzögert hatte, aber im August habe ich ihn dann endlich doch geliefert bekommen.

14. Y.S. Lee: The Body at the Tower (The Agency 2)
Die Fortsetzung von „A Spy in the House“, die ich direkt nach dem lesen des ersten Bandes bestellt hatte. Dieses Mal muss sich die Protagonistin als Junge verkleiden, um auf einer Baustelle zu ermitteln.

15. Seanan McGuire: The Unkindest Tide (October Daye 13)
Noch eine Reihenfortsetzung … Seitdem die Bücher erst als Hardcover veröffentlicht werden, hinke ich ein Jahr hinterher, weil ich die Romane weiterhin als Taschenbücher kaufe. Das wiederum hat dazu geführt, dass ich im September 2015 das letzte Mal ein October-Daye-Buch gelesen habe. *uff* Ich glaube, ich gönne mir im Herbst einen Reread der schon gelesenen Romane, bevor ich mir die auf dem SuB gehamsterten Bände vornehme.

16. Kelly Meding: Three Days to Dead (Dread City 1)
Kein SuB-relevantes Buch, da ich mir hier nur die englische Ausgabe besorgt habe, um die deutsche Veröffentlichung, die ich davon habe, ausmisten zu können. So sehr unterscheidet sich diese Reihe nicht von anderen (actiongeladenen) UF-Titeln, aber ich mag sie so gern, dass ich mir vorgenommen habe, dass ich mir nach und nach die gedruckten Ausgaben besorge, die mir noch fehlen.

17. Michelle Harrison: A Sprinkle of Socery
Die Fortsetzung von „A Pinch of Magic“, das mir so gut gefallen hatte, dass ich auf jeden Fall noch mehr von den Widdershins-Schwestern Betty, Fliss and Charlie lesen wollte. Außerdem habe ich bei „A Pinch of Magic“ die ganze Zeit gedacht, dass das eigentlich ein Herbstbuch sei und nun hoffe ich, dass das auch auf „A Sprinkle of Socery“ zutrifft. 😉

***

Da meine Septemberbestellungen alle schon im August kamen, wäre es das eigentlich mit meinen Neuzugängen gewesen … wenn ich mich denn nicht im September so verwöhnbedürftig gefühlt hätte, dass ich dringend eine Notfallbestellung hätte aufgeben müssen. 😉 Ich habe mich bei meinem Buchhändler so richtig ausgetobt und lauter Titel von der Merkliste gepflückt, die er eh auf Lager hatte, so dass meine Bestellung auch noch im September bei mir eintraf.

18. Dean Atta: The Black Flamingo
19. Kalynne Bayron: Cinderella is Dead
20. Diana Biller: The Widow of Rose House
21. Ibi Zoboi: Pride
22. Jonna Gjevre: Arcans Unraveled
23. Magid Magid: The Art of Disruption – A Manifesto for Real Change
24. Hanna Alkaf: The Girl and the Ghost
25. Annabelle Sami: Agent Zaiba Investigates 1 – The Missing Diamonds
26. Kelley Armstrong: The Gryphon’s Lair (A Royal Guide to Monster Slaying 2)

Zu diesen Neuzugängen habe ich gar nicht so viel zu sagen. Acht von neun Titeln, haben mich in den vergangenen Monaten gereizt und wurden von Personen empfohlen, denen ich auf Twitter folge. Anhand der unterschiedlichen Genres kann man sehen, dass ich gerade offen für alles (oder einfach nur etwas arg unentschlossen) bin und wenn ich von der „Royal Guide to Monster Slaying“-Fortsetzung absehe, sind das alles Bücher von Autoren, die ich bislang noch nicht gelesen habe. Da ich in diesem Jahr ein paar Reihen auf den aktuellen Stand gebracht habe, wird es einfach auch wieder Zeit Neues auszuprobieren.

Und jetzt entschuldigt mich bitte! Ich fürchte, ich muss mich für die kommendne Wochen mit meinen Büchern verbarrikadieren, damit ich meinen SuB deutlich reduziert bekomme, bevor die Buchgeschenke zum Jahresende eintreffen. 😉

Oktober-SuB 2020

Der September war nicht so produktiv, wie ich gehofft hatte, aber zumindest das letzte Drittel dieses Monats lief ganz gut für mich. Ich habe ein paar Arbeitsdinge erledigt bekommen, ich habe mir (fast) täglich Lesezeit gönnen können und so langsam scheine ich auch einen regelmäßigeren Tagesrhythmus wiedergefunden zu haben. Letzteres ist mir wirklich wichtig, denn so bekomme ich nicht nur meinen Kram auf die Reihe, sondern habe auch genügend Zeit für die schönen Dinge in meinem Leben. 😉

Der Oktober bringt das Herbstlesen mit sich und somit auch lauter Wochenenden, die ich mit Lesen, Spielen (Brettspiele und Videospiele), Handarbeiten und vielen anderen Dingen verbringen und mich darüber hier auf dem Blog austauschen werde. Ich möchte gern endlich mal die aktuelleren October-Daye-Bücher von Seanan McGuire lesen und habe mir deshalb einen Reread der gesamten Reihe vorgenommen. Außerdem gibt es ein paar angefangene Titel, die ich ungern noch einen weiteren Monat lang „mitschleppen“ würde.

  1. Tomi Adeyemi: Children of Blood and Bone
  2. Becky Albertalli: Leah on the Offbeat
  3. Hanna Alkaf: The Weight of our Sky
  4. Hanna Alkaf: The Girl and the Ghost
  5. Kelley Armstrong: The Gryphon’s Lair (A Royal Guide to Monster Slaying 2)
  6. Sophie Anderson: The Castle of Tangled Magic
  7. Dean Atta: The Black Flamingo
  8. Kelly Barnhill: Iron Hearted Violet
  9. Kalynne Bayron: Cinderella is Dead
  10. T. J. Berry: Space Unicorn Blues
  11. Diana Biller: The Widow of Rose House
  12. Holly Black: The Coldest Girl in Coldtown
  13. Lawrence Block (Hrsg.): In Sunlight or in Shadow – Stories Inspired by the Paintings of Edward Hopper
  14. Lila Bowen: Conspiracy of Ravens (The Shadow 2)
  15. Rhys Bowen: Naughty in Niece (Royal Spyness 5)
  16. Rhys Bowen: The Twelve Clues of Christmas (Royal Spyness 6)
  17. Alan Bradley: Flavia de Luce 5 – Schlussakkord für einen Mord
  18. Alan Bradley: Flavia de Luce 6 – Tote Vögel singen nicht
  19. Marie Brennan: The Voyage of the Basilisk – A Memoir by Lady Trent
  20. Marie Brennan: In the Labyrinth of Drakes – A Memoir by Lady Trent
  21. Marie Brennan: Within the Sanctuary of Wings – A Memoir by Lady Trent
  22. Sarah Rees Brennan: Tell the Wind and Fire
  23. Sarah Rees Brennan: In Other Lands
  24. Stephanie Burgis: The Princess Who Flew with Dragons
  25. Rachel Caine: Ink and Bone (The Great Library 1)
  26. Julie Campbell: The Mysterious Visitor (Trixie Belden 4)
  27. Beth Cato: Breath of Earth (Blood of Earth #1)
  28. Soman Chainani: Quests for Glory (The School for Good and Evil 4)
  29. David Chandler: A Thief in the Night (Ancient Blades 2)
  30. David Chandler: Honor Among Thieves (Ancient Blades 3)
  31. Helen Corcoran: Queen of Coin and Whispers
  32. Sarah Beth Durst: Race the Sands
  33. Louise Erdrich: The Birchbark House
  34. Laura Ann Gilman: Silver on the Road
  35. Jonna Gjevre: Arcans Unraveled
  36. Jasmine Gower: Moonshine
  37. Mira Grant: Parasite (Parasitology 1)
  38. Mira Grant: Symbiont (Parasitology 2)
  39. Mira Grant: Chimera (Parasitology 3)
  40. Alex Grecian: The Black Country (Scotland Yard’s Murder Squat 2)
  41. Kate Griffin: The Midnight Mayor (Matthew Swift #2)
  42. Kate Griffin: The Neon Court (Matthew Swift #3)
  43. Kate Griffin: The Minority Council (Matthew Swift #4)
  44. Kate Griffin: Stray Souls (Magicals Anonymous #1)
  45. Kate Griffin: The Glass God (Magicals Anonymous #2)
  46. Christian Handel (Hrsg.): Hinter Dornenhecken und Zauberspiegeln (Anthologie)
  47. Rachel Hartman: Seraphina
  48. Michelle Harrison: A Sprinkle of Socery
  49. Jim C. Hines: Die Buchmagier – Angriff der Verschlinger
  50. Jim C. Hines: Terminal Alliance
  51. Mark Hodder: Auf der Suche nach dem Auge von Naga
  52. Tanya Huff: Wizard of the Grove
  53. Tanya Huff: Valor’s Choice (Confederation Novel 1)
  54. D. B. Jackson: Thieves‘ Quarry (Thieftaker #2)
  55. D. B. Jackson: A Plunder of Souls (Thieftaker #3)
  56. Leah Johnson: You Should See Me in a Crown
  57. Diana Wynne Jones: Crown of Dalemark (The Dalemark Quartet 4)
  58. Diana Wynne Jones: Dogsbody
  59. Diana Wynne Jones: Power of Three
  60. Diana Wynne Jones: Fire and Hemlock
  61. Celine Kiernan: Geisterpfade
  62. Celine Kiernan: Königspfade
  63. Celine Kiernan: Begone the Raggedy Witches (The Wild Magic Trilogy 1)
  64. Mary Robinette Kowall: The Calculating Stars
  65. Sarah Kuhn: Heroine’s Journey (Heroine Complex 3)
  66. R. F. Kuang: The Poppy War
  67. Y.S. Lee: The Body at the Tower (The Agency 2)
  68. Cixin Liu: The Three-Body Problem
  69. Kari Maaren: Weave a Circle Round
  70. Seanan McGuire: The Brightest Fell (October Daye 11)
  71. Seanan McGuire: Night and Silence (October Daye 12)
  72. Seanan McGuire: The Unkindest Tide (October Daye 13)
  73. Seanan McGuire: Middlegame
  74. Robin McKinley: Sunshine
  75. Robin McKinley: Dragonhaven
  76. Anna-Marie McLemore: Blanca and Roja
  77. Kelly Meding: Stray Magic
  78. Kelly Meding: Stray Moon
  79. Kate Milford: The Boneshaker
  80. Kate Milford: Bluecrowne
  81. Maya Montayne: Nocturna
  82. Julie Murphy: Faith – Taking Flight
  83. Bishop O’Connell: The Stolen
  84. Nnedi Okorafor: Akata Warrior (Akata Witch 2)
  85. Dominik Parisien und Navah Wolfe (Hrsg.): The Starlit Wood – New Fairy Tales (Anthologie)
  86. Dominik Parisien und Navah Wolfe (Hrsg.): Robots vs. Fairies (Anthologie)
  87. Natalie C. Parker: Seafire
  88. Tamora Pierce: Tempests and Slaughter
  89. C.E. Polk: Witchmark (Kingston Cycle 1)
  90. Cindy Pon: Sacrifice (Serpentine 2)
  91. Philip Reeve: Larklight
  92. Kat Richardson: Labyrinth (Greywalker 5)
  93. Kat Richardson: Downpour (Greywalker 6)
  94. Kat Richardson: Seawitch (Greywalker 7)
  95. Rebecca Roanhorse: Trail of Lightning (The Sixth World 1)
  96. Annabelle Sami: Agent Zaiba Investigates 1 – The Missing Diamonds
  97. John Scalzi: Fuzzy Nation
  98. Helen Simonson: Mrs. Alis unpassende Leidenschaft
  99. Barbara Sleigh: Carbonel
  100. A.C.H. Smith: Jim Henson’s The Dark Crystal
  101. Robin Stevens: A Spoonful of Murder (A Murder Unladylike Mystery 6)
  102. Robin Stevens: Death in the Spotlight (Murder Most Unladylike 7)
  103. Robin Stevens: Top Marks for Murder (Murder Most Unladylike 8)
  104. Robin Stevens: Death Sets Sail (A Murder Most Unladylike 9)
  105. Rosemary Sutcliff: Troja oder die Rückkehr des Odysseus
  106. Rosemary Sutcliff: König Artus und die Ritter der Tafelrunde
  107. Charles den Tex: Die Zelle
  108. Rob Thomas: Veronica Mars – The Thousand Dollar Tan Line
  109. Sarah Tolcser: Song of the Current
  110. Tiffany Trent: Unnaturalist
  111. Gail Tsukiyama: Die Straße der tausend Blüten
  112. Renee Watson: Piecing Me Together
  113. Jaye Wells: Dirty Magic (Prospero’s War 1)
  114. Martha Wells: All Systems Red (Murderbot Diaries 1)
  115. Amy Wilson: Snowglobe
  116. Amy Wilson: Owl and the Lost Boy
  117. Katherine Woodfine: The Jewelled Moth (The Sinclair’s Mysteries 2)
  118. Katherine Woodfine: The Painted Dragon (The Sinclair’s Mysteries 3)
  119. Katherine Woodfine: The Midnight Peacock (The Sinclair’s Mysteries 4)
  120. Xinran: Gerettete Worte
  121. Rick Yancey: Der Monstrumologe und die Insel des Blutes
  122. Ibi Zoboi: Pride

119 Titel auf dem SuB zum Monatsanfang

(durchgestrichene Titel habe ich in diesem Monat gelesen)
(kursive Titel sind in diesem Monat neu hinzugekommen)

Sophie Anderson: The Girl Who Speaks Bear

„The Girl Who Speaks Bear“ ist Sophie Andersons zweite Veröffentlichung nach „The House with Chicken Legs“, und auch hier greift die Autorin Elemente aus russischen Märchen und Legenden auf und verflicht sie zu einer ganz eigenen Geschichte. Der Roman ist unabhängig von „The House with Chicken Legs“ zu lesen, auch wenn eine Nebenfigur (die dort nur einen sehr, sehr kurzen Auftritt hatte) von der Autorin noch einmal aufgegriffen wird. Erzählt wird „The Girl Who Speaks Bear“ von der zwölfjährigen Yanka, die von den Bewohnern des kleinen Dorfes, in dem sie lebt, nur „Yanka the Bear“ genannt wird. Dabei wissen die meisten ihrer Nachbarn nicht einmal, dass ihre Pflegemutter Mamochka Yanka als zweijähriges Kind ganz allein – neben einer von einer alten Bärin bewohnten Höhle – im Wald gefunden hatte.

So sehr Yanka ihre Pflegemutter liebt und so wohl sie sich mit ihrem besten Freund Sasha fühlt, so hat sie doch das Gefühl, dass sie nicht wirklich zu den Dorfbewohnern gehört. Und natürlich fragt sie sich seit Jahren, wo wohl ihre leiblichen Eltern geblieben sind, wieso sie allein im Wald gefunden wurden und wieso sich der „Snow Forest“ anfühlt, als ob er sie rufen würde. Als Yanka dann beim jährlichen Festival etwas Ungewöhnliches zustößt, beschließt sie, dass es Zeit wird, in den Wald aufzubrechen und mehr über ihrer Vergangenheit herauszufinden. Doch der Snow Forest birgt nicht nur das Geheimnis rund um Yankas Herkunft, sondern auch viele Gefahren und Herausforderungen.

Ich fand es wunderbar zu lesen, wie Yanka trotz aller Ängste, die sie im Laufe der Geschichte durchstehen muss, immer versucht vorwärts zu gehen. Ihr Bedürfnis, mehr über ihre Geburtsfamilie zu erfahren, ist so groß, dass sie sich auch von Hindernissen nicht abschrecken lässt. Während ihrer Reise lernt sie so viel über sich selbst, aber auch darüber, was eine Familie wirklich ausmacht und dass man nicht perfekt sein muss, um seinen Platz in einer Gemeinschaft zu finden. Doch vor allem lernt Yanka so viele neue Geschichten über den Wald und seine Bewohner – und gleichzeitig auch über ihre eigene Vergangenheit.

Während ich bei „The House with Chicken Legs“ nicht immer so glücklich mit der Protagonistin war, habe ich „The Girl Who Speaks Bear“ rundum genossen. Yanka ist eine liebenswerte Person, die man gern bei ihrem Abenteuer begleitet, und auch die Figuren, die sie im Laufe ihrer Reise kennenlernt, habe ich auf Anhieb ins Herz geschlossen. Es gibt so viele berührende, amüsante, absurde und liebenswerte Szenen mit all den verschiedenen Charakteren, dass ich das Buch gar nicht aus der Hand legen wollte. Dazu kommt, dass die Autorin wunderbar atmosphärische Beschreibungen vom Leben im und am Rande des Walds in ihren Roman eingebaut hat. Außerdem durchzieht ein ganzes Geflecht aus Geschichten und Märchen Yankas Leben, das ich rundum genossen habe. Jede Figur hat etwas zu Yankas Leben beizutragen, auch wenn das nicht auf den ersten Blick ersichtlich wird, und so bekommt man nach und nach erzählt, wie es dazu kam, dass das kleine Mädchen allein im Wald gefunden wurde, und welche Rolle es für die Zukunft des Snow Forest spielen wird.

Wer auch nur eine kleine Schwäche für märchenhafte Geschichten, für russische Folklore oder grundsätzlich für Erzählungen hat, in denen liebenswerte Charaktere und wunderbare Tierfiguren vorkommen, sollte sich „The Girl Who Speaks Bear“ auf keinen Fall entgehen lassen. Ich habe den Roman so sehr genossen, dass ich ihn am liebsten direkt nach dem Lesen noch einmal angefangen hätte, und ich bin mir sicher, dass ich spätestens zum Winterende noch einmal zu diesem Buch greifen werde. Für diejenigen, die nicht auf Englisch lesen mögen, gibt es mit „Das Mädchen und der flüsternde Wald“ im Januar 2021 eine deutsche Veröffentlichung beim Dressler Verlag, während ich jetzt darauf warte, dass mir der dritte Roman („The Castle of Tangled Magic“) der Autorin geliefert wird.

T. Kingfisher: A Wizard’s Guide To Defensive Baking

Mit „A Wizard’s Guide To Defensive Baking“ kommt hier die Rezension einer Geschichte, die ich schon im August gelesen habe und unbedingt noch auf dem Blog vorstellen wollte. Ursula Vernon sagte vor einigen Wochen auf Twitter, dass sie das Pseudonym „T. Kingfisher“ für alle Geschichten verwendet, die sich nicht in Schubladen stecken lassen. So ist ihr „A Wizard’s Guide To Defensive Baking“ schon ein älteres Manuskript, das sie viele Jahre lang nicht bei einem Verlag unterbringen konnte, weil es den Verantwortlichen zu düster für eine Veröffentlichung für Kinder war. Ich persönlich fand den Roman gar nicht so düster, auch wenn die Stadt, in der die Protagonistin lebt, nicht gerade freundlich mit ihren Bewohnern umgeht und die Handlung mit einigen Morden (unter anderem an Kindern) beginnt.

Die Geschichte wird aus der Sicht der vierzehnjährigen Mona erzählt, die seit ein paar Jahren in der Bäckerei ihrer Tante Tabitha arbeitet, wo Monas Magie dafür sorgt, dass die Brote knusprig werden und die Lebkuchenmänner tanzen können. Als Mona eines Morgens in die Bäckerei kommt, um die Öfen anzuheizen und die ersten Brotteige anzusetzen, findet sie im Verkaufsraum die Leiche eines jungen Mädchens. So schlimm sie dies findet (zumal sie auch noch verdächtigt wird, die Mörderin zu sein), so hat Mona doch nicht das Gefühl, dass dies wirklich etwas mit ihr zu tun hat. Auch als sie erfährt, dass in den letzten Wochen mehrere Personen, die über Magie verfügten, verschwunden oder getötet worden sind, glaubt sie noch nicht, dass dies sie persönlich betreffen oder sie gar in Gefahr bringen würde. Schließlich können magiebegabte Personen in dieser Stadt unbehelligt zwischen all den anderen Menschen leben. Und ohne den überaus geachteten Lord Ethan, der als Feuermagier der Armee der Stadt vorsteht, wären die Barbaren schon längst über das kleine Herzogtum hergefallen.

Aber natürlich hilft es nichts, wenn man sich selbst einredet, dass einen all dies nicht berührt, während gleichzeitig schreckliche Dinge geschehen, und so muss auch Mona sich eines Tages eingestehen, dass sie nicht weiter passiv zuschauen kann und handeln muss. Ich mochte es sehr, dass Mona so eine unwillige Heldin ist, und fand es realistisch, dass sie so lange darauf vertraut, dass schon alles gut geht und dass die Regierung alles regeln wird. Erst als sie flüchen muss, um ihr Leben und ihre Freiheit zu retten, wird ihr bewusst, dass sie selbst aktiv werden muss, um sich und die anderen Magiebegabten der Stadt zu retten. Dabei ist sie auf die Hilfe von Spindle, dem zehnjährigen Bruder der in der Bäckerei getöteten Tibbie, angewiesen, um ohne den Schutz ihrer Familie überleben zu können – und Ideen zu entwickeln, die ihr bei der Suche nach dem Mörder helfen. Mit ein Grund, wieso Mona sich die ganze Zeit nicht als „Heldin“ sehen konnte, ist, dass ihre Magie sich nur auf Brot (und anderes Gebäck) auswirkt und sie sich nicht vorstellen kann, dass man mit Brotmagie etwas Großes bewirken oder gar kämpfen könnte. Doch im Laufe der Geschichte lernt Mona, dass es sehr viele Möglichkeiten gibt, ihre Magie im Kampf einzusetzen – und dass es nicht so sehr auf die Stärke der Magie ankommt, sondern darauf, dass man sie kreativ verwendet.

So gibt es gerade in der zweiten Hälfte des Romans so einige amüsante Szenen, in denen Mona ihre Magie auf eine Art und Weise einsetzt, die sie sich früher nie hätte vorstellen können, und in denen sie gemeinsam mit Spindle einige unerwartete Abenteuer erlebt. Ich fand es großartig, welche Ideen die Autorin rund um den Einsatz der Brotmagie hatte. Aber nicht nur diesen Teil der Geschichte mochte ich sehr, sondern auch all die kleinen und großen Szenen rund um die verschiedenen Charaktere. Während der „Spring Green Man“, der der Mörder ist, ebenso wie der Inquisitor Oberon wunderbar hassenswerte Gegenspieler für Mona sind, gibt es auch so viele liebenswerte und warmherzige Charaktere, die dem Mädchen zur Seite stehen. Ich fand Tante Tabitha und Onkel Albert ungemein sympathisch, weil sie alles dafür geben, damit ihre Nichte sicher unter ihrer Obhut leben kann, oder die verrückte „Knackering Molly“, die eine ganz eigene Sicht auf die Welt hat, aber doch alles in ihrer Macht stehende versucht, um Mona und die anderen zu beschützen. Besonders erwähnen muss man auch Bob, der Monas Sauerteigstarter ist und … einen ganz eigenen Charakter hat. Bob ist einfach einzigartig, und was ihn so großartig macht, muss man einfach selbst lesen. *g*

Wenn ich etwas an „A Wizard’s Guide To Defensive Baking“ kritisieren müsste, dann könnte ich höchstens anführen, dass das erste Drittel der Geschichte sich ein bisschen hinzieht und der Weltenbau nicht besonders detailliert ist. Aber da ich auch das erste Drittel mit all den kleinen Szenen, die einem mehr über Mona, ihre Nachbarn und die Stadt, in der sie leben, erzählen, genossen habe, kann ich mich da eigentlich nicht beschweren. Und auch den Weltenbau fand ich eigentlich ausreichend, denn obwohl „die Barbaren“ als großer Feind von außen ein bisschen billig wirken, so reichen sie als beängstigende Gegner für diese Geschichte vollkommen aus. Außerdem würde jemand wie Mona, aus deren Sicht die Handlung ja nun erzählt wird, auch nicht mehr über die Barbaren wissen, als uns die Autorin in diesem Roman erzählt. Alles in allem habe ich „A Wizard’s Guide To Defensive Baking“ also wirklich genossen, über die eine oder andere Aussage ein bisschen sinnieren müssen und über eine Menge Szenen – gerade gegen Ende der Geschichte – schallend gelacht.