Seanan McGuire: Across the Green Grass Fields (Wayward Children)

Auf den sechsten Titel der Wayward-Children-Geschichten von Seanan McGuire habe ich wirklich sehnsüchtig gewartet. Vor allem war ich neugierig darauf, wie es sein wird, eine Geschichte zu lesen, deren Protagonistin bislang noch keine Rolle in den vorhergehenden Veröffentlichungen gespielt hat. So ist „Across the Green Grass Fields“ auch für diejenigen gut lesbar, die keinerlei Vorwissen aus den anderen Wayward-Children-Bänden haben, während die anderen Titel teilweise eng mit den Ereignissen in „Eleanor West’s Home For Wayward Children“ verknüpft sind und gewisser Weise aufeinander aufbauen. Diese Geschichte hingegen dreht sich ausschließlich um Regan, deren Kindheit eigentlich recht schön ist, wenn man davon absieht, dass ihr von klein auf bewusst war, dass ihre beste Freundin Laurel schnell zu ihrer schlimmsten Feindin werden könnte. Einzig Regans Liebe zu Pferden ist ungetrübt von dieser Freundschaft, auch wenn sie sich immer mal wieder fragt, wie lange dies wohl noch so sein wird.

Als dann der Tag eintrifft, an dem sich Laurel gegen Regan stellt, findet diese eine Tür in die „Hooflands“. Die Hooflands gehören zu einer Welt voller pferdeähnlicher Geschöpfe wie Zentauren, Kelpies, Perytons, Einhörnern und vielen mehr. Obwohl die Hooflands kein ungefährlicher Ort sind, findet Regan hier eine Gruppe von Zentauren, die bereit ist, das Mädchen in ihre Familie aufzunehmen. Von Anfang an steht fest, dass es Regans Aufgabe in den Hooflands ist, als Heldin die Welt zu retten, auch wenn noch nicht klar ist, wovor sie die Welt zu retten hat. Für die Zentauren, die Regan aufnehmen, bedeutet dies, dass sie dem Mädchen so viel Sicherheit und Geborgenheit bieten, wie sie können, bis die Zeit für Regans Heldentat kommt. Dank der Zentauren kann Regan in einer geschützten Umgebung und innerhalb einer liebevollen und sie unterstützenden Familie erwachsen werden, und das ist wunderschön zu lesen.

Normalerweise haben die Wayward-Children-Geschichten immer einen bitteren Kern, der die gesamte Erzählung durchdringt. Selbst wenn die Beziehungen zwischen den verschiedenen Figuren wunderschön und die Welten faszinierend und perfekt für die jeweiligen Kinder sind, so gibt es dort Risiken, die kein Kind eingehen sollte. Die Tatsache, dass so viele Kinder ihre Welten wieder verlassen müssen und keinen erneuten Zugang zu ihrer ganz persönlichen Zuflucht finden können, sorgt normalerweise für so viel Kummer und Sehnsucht, dass jede einzelne der Geschichten selbst in den schönen Passagen davon durchdrungen ist. Für Regan hingegen bringen die Hooflands ungetrübte, schöne Jahre und eine „Pflegefamilie“, die sie liebt und fördert. Eine Familie, die ihr Zeit verschafft, um herauszufinden, wer sie ist und was für ein Mensch sie sein will. So weiß Regan ganz genau, worauf sie sich einlässt und welche Risiken sie eingeht, als der Zeitpunkt kommt, an dem sie ihre Heldentat vollbringen muss. Gerade weil sie dieses Wissen um ihre eigenen Identität hat und weil Regan die Hooflands und ihre Bewohner so sehr liebt, kann sie mit Herausforderungen fertig werden, die niemand hätte vorhersehen können.

Das alles macht „Across the Green Grass Fields“ für mich zu dem bislang besten Wayward-Children-Band, obwohl so viel weniger um Regan herum passiert als um all die anderen Figuren, die bislang in den Büchern vorkamen. Ich finde es einfach großartig, wie Regans  Entwicklung beschrieben wird und wie man am Ende das Gefühl hat, dass es fast egal ist, ob sie ihr Leben in den Hooflands weiterleben kann oder nicht, weil sie dort sich selbst gefunden hat und sich auch in den kommenden Jahren nicht wieder verlieren wird. All das Wissen, all das Erlebte und all die Selbsterkenntnis, die sie in dieser magischen Welt gewonnen hat, wird bei ihr bleiben und ihr zukünftiges Leben bestimmen. Die Liebe und die Akzeptanz, die sie von den Zentauren erfahren hat, verschaffen ihr eine Grundlage für die Zukunft, die ich so bei den anderen Figuren nicht gesehen habe, und die die Geschichte (trotz der Ereignisse rund um Regans Heldentat) positiver enden lassen als die anderen Wayward-Children-Bücher. Ich bin gespannt, ob Regan noch einmal in den kommenden Veröffentlichungen der Reihe auftauchen wird und bin – immer wieder von Neuem – hingerissen davon, dass Seanan McGuire jedes Mal einen neuen Ton und einen vollkommen überraschenden Ansatz für ihre Wayward-Children-Geschichten findet.

J. M. Griffin: Tangled to Death

J. M. Griffin ist (wenn ich nach ihrer Homepage gehen kann) angeblich eine etablierte und erfolgreiche Autorin, allerdings hatte ich noch nie von ihr gehört, bevor ich zu „Tangled to Death“ griff. Und nachdem ich diesen kurzen Roman von ihr gelesen habe, kann ich mit Sicherheit sagen, dass ich keine weitere Geschichte von ihr lesen werde. Es ist unglaublich, wie lang sich 190 Seiten eines Cozies beim Lesen anfühlen können, wenn man nur noch von allem genervt ist. Protagonistin der Geschichte ist die 24jährige Katie Greer, die vor einem Jahr in eine kleine Stadt in New Hampshire gezogen ist, um dort ein Kunststudio zu eröffnen. Von Anfang an hatte Katie Probleme mit der ältere Flora Middly, die nicht nur der Meinung war, dass Katies „Tangle Art“ keine Kunst sei, sondern auch alles daran setzte, um die Eröffnung des Studios zu verhindern. Als nun Flora erwürgt auf der Bank vor Katies Studio gefunden wird, gehört Katie natürlich zu den Verdächtigen. Katie fürchtet nicht nur die schrecklichen Befragungen durch die Polizei, sondern auch, dass ihre neuen Nachbarn herausfinden, dass sie schon einmal in einen Mordfall verwickelt war.

Obwohl Katie so gar nichts mit der Polizei und dem Mord zu tun haben will, kann sie sich auch nicht beherrschen und steckt natürlich ihre Nase in die Ermittlungen. Was dann der Punkt war, wo ich – nach einem zwar nicht besonders gut geschriebenen, aber ganz netten Anfang – sehr schnell alle Hoffnungen auf eine unterhaltsame Geschichte fahren lassen musste. Ich glaube, ich habe „Tangled to Death“ nur zu Ende gelesen, weil ich dachte, dass es nicht sein kann, dass J. M. Griffin wirklich jedes Element mitnehmen wird, das ich an einem „romantischen Cozy“ hasse. Leider hatte ich mich in dieser Beziehung getäuscht. Der Krimianteil der Handlung ist noch dürftiger, als es der Umfang von 190 Seiten zugelassen hätten. Das Motiv für den Mord ist unglaublich an den Haaren herbeigezogen. Die Tatsache, dass die Autorin auf der einen Seite behauptet, dass in dieser Kleinstadt jeder über jeden tratschen würde und auf der anderen Seite trotzdem niemand wusste, womit die Ermordete ihren Lebensunterhalt bestritt (oder sich wunderte, dass sie ohne erkennbares Einkommen überhaupt überleben konnte), hat mich gleich mehrfach auf die Palme gebracht.

Doch so richtig schrecklich fand ich die Protagonistin Katie und ihren potenziellen „Liebsten“ Detective Jonah Kilbride. Katie ist einer dieser Charaktere, die alle anderen Personen in schrecklich veraltete Schubladen stecken, und äußert regelmäßig Gedanken wie „Nur Frauen verstehen, wie Frauen denken“, „Cops ist ihre Arbeit wichtiger als alles andere“, „alle Cops genießen es, wenn sie andere Menschen einschüchtern können“ und ähnliches. Dieses Schubladendenken plus die unglaublich schrecklichen Erinnerungen, die sie an die Verhöre durch den Polizisten hat, der den Mord an ihren Eltern aufzuklären versuchte, sorgen dafür, dass sie Detective Jonah Kilbride von Anfang an ablehnend gegenübersteht. Dummerweise findet sie ihn aber auch unglaublich attraktiv und ist deshalb ständig stocksauer, weil er seinen Job macht. Was dazu führt, dass sie ihm nur Fragen beantwortet, wenn es ihr passt, ihn ständig aus ihrem Studio wirft und die Hälfte der Zeit Beweismittel unterschlägt, die die Geschichte innerhalb weniger Seiten beendet hätten.

Jonah hingegen benimmt sich von Anfang an wie ein Arschloch, weil er „fühlt“, dass sie ihm was verschweigt. Als er von Katies Vergangenheit erfährt, nennt er sie nicht nur ständig bei ihrem Geburtsnamen – was in ihr schmerzhafte Erinnungen weckt, was sie ihm auch sagt -, sondern scheint es auch noch zu genießen, dass dieser Name bei ihr Unbehagen auslöst. Dazu kommt, dass er sie mehrfach gegen ihren Willen küsst und sie (obwohl er weiß, welche Erfahrungen sie früher mit der Polizei gemacht hat) verbal bedroht. Ich glaube, die Autorin hat Jonah mit diesem Verhalten als besonders „männlich“ darstellen und auf die „wenn er dich neckt, dann mag er dich“-Schiene aufspringen wollen. Für mich hingegen war das Verhalten beider Figuren einfach nur abschreckend, frustrierend und so gar nicht romantisch.

Dass aus Katie und Jonah am Ende auch noch ein Paar wird, lässt sich dann auch nur noch damit erklären, dass sie anscheinend das Gefühl haben, sie dürften nur miteinander Sex haben, wenn sie sich vorher gegenseitig ihre Liebe erklären. Wann und wieso sie sich ineinander verliebt haben, kann mir die Autorin mit ihrer Geschichte aber nicht glaubhaft erklären. Bei all diesen größeren Ärgernissen habe ich das Gefühl, ich müsste die vielen anderen Details, die mich gestört haben, gar nicht mehr erwähnen, auch wenn es davon mehr als genug gab. „Tangled to Death“ war definitiv keine unterhaltsame oder gar vergnügliche Lektüre, und ich kann diesen kurzen Roman nur dann weiterempfehlen, wenn ihr verzweifelt auf der Suche nach einem Cozy sein solltet, über den ihr euch mal so richtig aufregen könnt.

Kiki-Thementag ;)

In den letzten Tagen war ich ein bisschen grumpig, weil ich ein paar (schöne!) Dinge wirklich tun wollte und mich doch nicht dazu aufraffen konnte – während ich meinen Pflichtkram wirklich gut hinbekommen habe. So will ich bestimmt schon seit Wochen … eher einem halben Jahr endlich mal wieder Hefe-Schnecken backen und bekomme es doch nicht auf die Reihe, obwohl alle Zutaten im Haus sind. Außerdem habe ich schon seit einiger Zeit große Lust darauf, „Kikis kleiner Lieferservice“ zu schauen und die „Apprentice Witch“-Bücher von James Nicol noch einmal zu lesen, aber trotzdem habe ich meine Lesestunden dann doch immer mit anderen Geschichten verbracht. Also habe ich beschlossen, dass ich mir heute eine Art „Kiki-Thementag“ gönne, den ich mit lauter Dingen fülle, die ich mit „Kikis kleiner Lieferservice“ verbinde und die passenderweise schon länger auf meiner Vorhaben-Liste stehen. Ein paar alltägliche Pflichten werde ich trotzdem erledigen müssen, aber da „Putzen“ keinen so kleinen Teil von Kikis Leben auszumachen scheint, passt das ja auch ganz gut. 😉

Das Foto zeigt eine grüne Yoga-Matte auf einem hellen Holzboden, im Hintergrund kann man die untere Hälfte einer weißen TV-Konsole erkennen.

Nachdem ich etwas durch die Wohnung gewuselt bin und das Geschirr abgewaschen habe, gab es erst einmal eine kleine Sportrunde. Ich habe heute solchen Muskelkater von den neuen Übungen, die ich in den letzten Tagen gemacht habe, dass ich mich auf entspanntes Dehnen und die 5-Minuten-Runde für den Schulterbereich beschränkt habe. Das war definitiv zügig erledigt und somit konnte der schöne Teil des Tages starten. Begonnen habe ich den mit einer Runde „Animal Crossing“, damit ich auch da meinen täglichen Kram erledigt hatte. Danach ging es zum Frühstückzubereiten wieder in die Küche …

Eine Switch auf deren Bildschirm zwei Personen im Regen zu sehen sind. Von hinten mein Spielcharakter mit einem roten Regenhut und davor meine Nachbarin Isolde (ein weißer Hund mit schwarzen und grauen Flecken), die sagt "Ich weiß wirklich zu schätzen, wie freundlich du immer mit mir redest! Das hebt jedes Mal meine Stimmung!"

 

Pfannkuchen zum Frühstück

Auf dem Foto sind zwei weiße Teller auf weißen Tischsets zu sehen, auf denen jeweils ein Pfannkuchen liegt. Daneben steht ein weiterer Teller mit einem ganzen Pfannkuchenstapel, sowie eine Flasche Cranberrysirup und ein kleines Schälchen mit etwas Zucker.

Wenn ich an „Kikis kleiner Lieferservice“ denke, dann fallen mir relativ schnell auch die Pfannkuchen ein, die sie regelmäßig isst, weil diese günstig und einfach zu machen sind. Ich habe heute damit meine neue Pfanne eingeweiht und natürlich gleich noch ein neues Rezept ausprobiert. Das Rezept ist sehr, sehr gut. Die Pfannkuchen sind total fluffig und sehr lecker geworden. Die Pfanne gefällt mir auch, aber gegen Ende hatte sie so viel Temperatur, dass die letzten drei Pfannkuchen doch etwas dunkel geworden sind. Was vielleicht auch daran lag, dass ich von der Tatsache abgelenkt wurde, dass der Vermieter-Handwerker ohne Vorankündigung das Wasser abgestellt hatte. Es war ein ziemlicher Schreck für mich, als ich mal eben nebenbei etwas abwaschen wollte und nur ein Ächzen aus dem Wasserhahn kam … Eine Stunde später lief das Wasser wieder und trotz ein paar dunkler Stellen waren die Pfannkuchen sehr lecker! Allerdings weiß ich jetzt auch wieder, warum ich so selten welche mache, denn direkt nach dem Essen stand gleich eine Runde Abwasch an. *g*

 

Ein Hefekranz zum Nachmittag

Das Foto zeigt die DVD-Hülle von "Kikis kleiner Lieferservice" und darauf liegt die Taschenbuch-Ausgabe von "The Apprentice Witch", dessen blaues Cover die Scherenschnitt-artige Darstellung einer Hexe zeigt, die mit einer Hand an ihrem fliegenden Besen hängt.

Nachdem der Abwasch erledigt war, habe ich mich mit „The Apprentice Witch“ auf dem Sofa eingerollt und eine Weile gelesen. Die Bücher – vor allem der erste Teil – erinnern mich sehr an Kiki, da es auch hier darum geht, dass eine junge Hexe, die sich ihrer Fähigkeiten nicht sicher ist, allein einen Weg ins Berufsleben finden muss. Der Ort, in dem Arianwyn Fuß fassen möchte, ist deutlich weniger großstädtisch als Kikis Stadt am Meer, aber dafür ist Arianwyns Job auch wesentlich herausfordernder. 😉

Das Foto zeigt einen Fernseher, auf dem eine Szene aus dem Anime "Kikis kleiner Lieferservice" zu sehen ist. Die Szene zeigt Kiki, wie sie in den Arbeitsraum ihrer Mutter kommt.

Dann wurde es Zeit, einen Hefeteig für den Schoko-Hefekranz anzusetzen, den es dann heute Nachmittag zu „Kikis kleiner Lieferservice“ gab. Ein Foto vom Gesamtwerk gibt es nicht, weil ich mit „ich wandel mal eben ein vertrautes Rezept ab und verwende eine unvertraute Technik, die ich vor kurzem im Fernsehen gesehen habe“ wohl ein bisschen überambitioniert war. *g* Die Konsistenz des Endergebnisses war definitiv nicht gut, aber geschmeckt hat er trotzdem. Oh, und ich hatte extra die Kranzform gewählt, statt ein paar Hefeschnecken zu backen, weil ich an den Brotkranz mit der fliegenden Hexe denken musste, der in dem Film von dem knuffigen Bäcker ins Schaufenster gehängt wird, um für Kikis Service zu werben. Auf die Hexe in der Mitte des Kranzes habe ich beim Formen allerdings verzichtet. 😉

Ein kleiner Teller, der auf der DVD-Hülle von "Kikis kleiner Lieferservice" steht und auf dem ein Stück eines geflochtenen Hefekranzes liegt. Daneben steht eine große Tasse mit Milchkaffee.

 

Eine „Pastete“ zum Abendessen

Als ich am Nachmittag den Hefekranz aus dem Ofen geholt hatte, habe ich auch noch einen Teig fürs Abendessen angesetzt, der dann in der warmen Küche gehen durfte. Mit Spinat gefüllte Teigtaschen machen ich ja öfter, aber heute dachte ich, ich lehne unser Essen zumindest optisch mal an die „Herings-Kürbis-Pastete“ an, die die ältere Dame in dem Anime für ihre undankbare Enkelin gebacken hat.

Eine quadratische Auflaufform mit einer Pastete, wobei auf der Teigdecke der Pastete noch ein Fisch aus Teig zu sehen ist.

Den restlichen Abend werde ich mit „The Apprentice Witch“ verbringen – mal schauen, ob ich den ersten Band noch beendet bekomme. Mir macht die Geschichte gerade viel Spaß und ich bin froh, dass ich mir diesen „Kiki-Thementag“ gegönnt habe. 🙂

Das Foto zeigt ein geöffnetes Buch ("The Apprentice Witch"), im Hintergrund sind eine braune Sofalehne, eine weiße Wand und ein schwarz-weißes Foto von einem Wald zu erkennen.

Dominique Valente: Starfell 1 – Willow Moss and the Lost Day

So langsam sollte es ja hinreichend bekannt sein, dass ich eine Schwäche für fantastische Kinder- und Jugendbücher habe, in denen Hexen die Protagonistinnen sind. Was natürlich der Grund ist, wieso ich mir den Titel „Starfell – Willow Moss and the Lost Day“ von Dominique Valente zugelegt habe. Trotzdem hatte ich nicht erwartet, dass mir die Geschichte so gut gefallen würde, dass ich mir noch vor Beenden des Buches den zweiten Band („Starfell – Willow Moss and the Forgotten Tale“) bestellen würde. 😉 Willow ist die jüngste Tochter ihrer Familie und diejenige mit dem geringsten magischen Talent. Während ihre Schwestern wirklich aufsehenerregende Magie beherrschen, kann Willow nur verlorene Dinge wiederfinden. So ist es kein Wunder, dass Willow immer diejenige ist, die zurückbleibt und sich um ihre Großmutter kümmern muss, während ihre Mutter mit Willows Schwestern auf Jahrmärkte fährt, um Geld zu verdienen.

Doch dann steht eines Tages die mächtige Hexe Moreg Vaine vor Willow und benötigt ihre Hilfe, um einen verschwundenen Tag wiederzufinden. Wenn dieser verlorene Dienstag nicht wieder auftaucht, könnte die Existenz der gesamten Welt auf dem Spiel stehen. Doch bevor Willow den verschwundenen Tag herbeibeschwören kann, muss sie erst einmal gemeinsam mit Moreg herausfinden, wer der Täter ist und wie dieser Dienstag gestohlen wurde. Dabei stehen Willow ihr „Kobold Monster under the Bed in the Bag“ Oswin zur Seite und einige Freunde, die sie im Laufe der Reise findet. Ich mochte die vielen verschiedenen Charaktere sehr und wie sie mit ihrer – zum Teil sehr herausfordernden – Magie umgingen. Denn in dieser Geschichte ist Magie nicht etwas, das man lernt, sondern eher ein Talent, das man hat. Auch wenn es früher wohl so war, dass eine Person verschiedene magische Talente haben konnte, so ist diese Zeit schon lange vorbei.

Dominique Valente hat mit Starfell eine wunderbare fantastische Welt voller skurriler Gestalten  geschaffen. All die vielen verschiedenen Talente scheinen eine wichtige Rolle im Alltag zu spielen, auch wenn die fanatischen Brothers of Wol alles dafür tun, dass die Magie aus Starfell verschwindet. So muss sich Willow nicht nur mit der Suche nach dem verschwundenen Tag beschäftigen, sondern auch mit all den Herausforderungen fertig werden, die die Reise durch ein von Fanatikern beherrschtes Land mit sich bringen. Umso hübscher ist es zu lesen, wie sie – auch mit Hilfe ihrer Freunde – immer wieder Lösungen für akute Probleme findet. Was im Laufe der Zeit dazu führt, dass Willow sich selbst und ihr nicht gerade aufsehenerregendes Talent deutlich mehr zu schätzen lernt, als sie es ihm Kreis ihrer Familie konnte. Ich habe Willows Entwicklung wirklich gern verfolgt und mich wunderbar über all die kleinen und größeren Abenteuer, die sie erlebt, amüsiert. Ich mochte die ungewöhnliche Sicht auf magische Elemente, die Dominique Valente immer wieder präsentierte, und habe die verschiedenen Figuren schnell ins Herz geschlossen.

Einzig die Spielerei mit den Textformaten (andere Schriftarten und -größen, wenn eine Person lauter oder aufgeregter ist oder ein kurviger Schriftverlauf, wenn besonders dynamische Aktionen beschrieben wurden) und die eher lautmalerische Ausdrucksweise von Oswin hätte ich persönlich nicht benötigt. Auf der anderen Seite hat mich das aber beim Lesen auch nicht so sehr gestört, dass ich das Buch hätte abbrechen wollen. Die Illustrationen von Sarah Warburton fand ich hingegen wirklich bezaubernd und zu der Doppelseite mit dem Drachen habe ich sogar mehrfach hingeblättert, um sie erneut zu betrachten. Ich freu mich jetzt schon auf den Tag, an dem die Fortsetzung bei mir eintrifft und ich weitere Abenteuer in Starfell erleben kann. Oh, und wer Lust auf Willows Geschichten hat, aber nicht auf Englisch lesen mag, hat die Möglichkeit, die ersten beiden Bände schon in der Übersetzung zu bekommen. Die deutsche Reihenbezeichnung lautet „Der Zauber von Immerda“, der erste Band trägt den Titel „Die Suche nach dem verschwundenen Dienstag“ und der zweite Teil „Ein Hellseher sieht schwarz“.

Julia Lee: The Mysterious Misadventure of Clemency Wrigglesworth

„The Mysterious Misadventure of Clemency Wrigglesworth“ von Julia Lee gehört zu den eBooks, die ich in den letzten Wochen auf meinem eReader gefunden habe und von denen ich keine Ahnung mehr habe, wann oder warum ich sie gekauft habe. Um mehr über das Buch herauszufinden, habe ich die ersten Seiten angelesen und hatte dann die Protagonistin Clemency so sehr ins Herz geschlossen, dass ich einfach dabeigeblieben bin. Clemency ist elf Jahre alt, als sie in Bombay ein Überseeschiff betritt. Da sie eine gültige Fahrkarte hat, kann man ihr die Überfahrt nicht verweigern, obwohl es unüblich ist, dass ein Mädchen in ihrem Alter allein unterwegs ist. Clemency reist von Indien nach England, in der Hoffnung, dass sie dort Verwandte findet, die bereit sind, sich nach dem Tod ihrer Mutter um sie zu kümmern. Für die Dauer der Reise übergibt sie der Kapitän des Schiffes in die Obhut von Mrs. Potchard, die sich nach ihrer Ankunft in England darum kümmert, dass Clemency erst einmal in der Pension ihrer Schwester Hetty Marvel unterkommt.

Einige Wochen lang scheint sich niemand auf die von Mrs. Potchard geschaltete Anzeige hin zu melden, um Clemency abzuholen, bis die unfreundliche Mrs. Clawe in der Pension auftaucht und das Mädchen mitnimmt, ohne auch nur ein Wort mit Clemencys Pensionswirtin zu wechseln. Am nächsten Tag findet sich Clemency als Spülmagd in dem Herrenhaus Great Hall wieder, während sich Mrs. Potchard, ihr Sohn Gulliver, ihre Schwester Hetty und deren Tochter Whitby fragen, was aus ihrem Schützling geworden ist. Ich habe mich beim Lesen gut mit Clemency und der Familie Potchard/Marvel amüsiert, muss aber auch zugeben, dass die Geschichte mich nicht so sehr gepackt hat, dass ich das Buch nicht aus der Hand legen mochte. Ich habe die Erzählweise der Autorin genossen und die vielen Szenen, in denen etwas passiert, das – da der Leser die Hintergründe noch nicht kennt – skurril wirkt, und die Momente, in denen Clemencys Temperament mit ihr durchging. Aber ich habe an keiner Stelle um die Figuren bangen müssen oder mich gefragt, was wohl als Nächstes kommen würde. Selbst wenn es Clemency nicht gutging, hat Julia Lee mir die ganze Zeit vermittelt, dass es genügend Personen gibt, die sich Sorgen um das Mädchen machen und einfallsreich genug sind, um auch wirklich etwas zu bewegen.

Die Autorin sorgte zwar immer wieder dafür, dass in Gesprächen deutlich wurde, welche schrecklichen Gefahren Clemency theoretisch erwarten (angefangen von der Abschiebung in ein Waisenhaus über das Erfrieren im Straßengraben bis hin zu skrupellosem Mord), aber es gelang Julia Lee leider trotzdem nicht, dass ich mich ernsthaft um Clemencys Wohlergehen sorgte. Stattdessen hatte ich kein Problem, das Buch aus der Hand zu legen, obwohl die Protagonistin gerade vor einer kritischen Situation stand, oder mal eben zurückzublättern, um meinem Mann einen besonders hübsch formulierten Satz vorzulesen. So ist es vor allem der Tatsache, dass ich wirklich viele Passagen aufgrund ihrer Formulierung genossen habe, zu verdanken, dass ich überlege, ob ich noch weitere Geschichten der Autorin lesen mag. Es gibt einen Titel, der sich um Mrs. Potchards Sohn Gulliver dreht, so dass ich noch etwas bei dieser sympathischen Familie bleiben könnte. Oder ich greife zu einer ihrer Nancy-Parker-Detektivgeschichten und schaue, ob Julia Lee dort vielleicht die Handlung spannender erzählt.

T. Kingfisher: The Hollow Places

Auch wenn mein Blog „Alles außer Lyrik“ heißt, so antworte ich doch normalerweise auf die Frage, was ich lesen würde, mit „Alles außer Horror“. Aber ab und an mache ich eine Ausnahme und greife doch zu einer Horrorgeschichte – entweder weil diese ein Klassiker ist und ich das Gefühl habe, ich sollte sie mal gelesen haben, oder weil diese von einer Person geschrieben wurde, bei der ich darauf vertraue, dass die Geschichte insgesamt so gut ist, dass ich es als passenden Ausgleich für die damit einhergehenden Albträume empfinde. Und da ich von T. Kingfishers (bzw. Ursula Vernons) „The Hollow Places“ in den letzten Monaten sehr viel Gutes gehört habe und die gelesenen Bücher der Autorin bislang eigentlich alle mochte, habe ich einen Versuch mit dem Titel gewagt. Ich kann schon mal vorwegnehmen, dass ich all den lobenden Stimmen recht geben kann: Die Geschichte ist sehr gut, sehr unheimlich und überraschend amüsant!

Erzählt wird die Handlung aus der Perspektive von Kara, die frisch geschieden ist und deshalb übergangsweise zu ihrem Onkel Earl zieht. Onkel Earl ist nicht nur ein wirklich liebenswerter Mensch, der sich schon früher liebevoll um seine Nichte gekümmert hat, sondern er benötigt auch jemanden, der sein „Glory to God Museum of Natural Wonders, Curiosities, and Taxidermy“ führt, während er sich einer Knieoperation unterziehen muss. Kara ist ganz zufrieden damit, tagsüber für das Museum verantwortlich zu sein und später am Abend als freiberufliche Grafikerin zu arbeiten, während sie überlegt, wie es mit ihrem Leben weitergehen soll. Doch dann hinterlässt einer der Besucher des Museums ein Loch in einer der Wände, und als Kara zusammen mit Simon, dem Barista des benachbarten Coffeeshops, den Schaden beseitigen will, entdecken sie einen Weg in eine andere Welt. Eine unheimliche Welt, die von Wesen bevölkert wird, die anscheinend Gedanken hören können, und je verängstigter die Person ist, die diese Gedanken denkt, desto stärker werden diese Wesen …

Inspiriert wurde die Autorin zu „The Hollow Places“ von „The Willows“ von Algernon Blackwood und da ich die Geschichte nicht kenne, kann ich nicht beurteilen, wie weit die Inspiration ging und ob sie eine ähnliche Atmosphäre getroffen hat. Mir hat die relativ ruhige Erzählweise in „The Hollow Places“ gefallen – und dass diese dazu geführt hat, dass ich mich ständig sorgte, was wohl als Nächstes passieren würde. Ich persönlich finde ja, dass es zu einer guten Horrorgeschichte gehört, dass meine Fantasie davon so sehr angeheizt wird, dass sie mir mehr gruselige Momente beschert als der Text, den ich gerade lese, und das war hier definitiv der Fall. Ich mochte auch das Verhältnis zwischen Kara und dem Barista Simon, das von einer entspannten Freundschaft geprägt wurde. Zu Beginn kennen sich die beiden noch gar nicht so gut, aber sie funktionieren gut zusammen in Gefahrensituationen, und die Dialoge zwischen diesen beiden Figuren haben regelmäßig dafür gesorgt, dass ich vor mich hinkichern musste, obwohl ich gleichzeitig um das Leben der beiden gefürchtet habe. Es war schön zu lesen, dass die beiden Figuren sich so akzeptierten, wie sie waren, und Halt darin fanden, dass sie nicht alleine all die bizzaren und beängstigenden Situationen erleben mussten.

Einige Rezensionen kritisieren, dass die Protagonistin erst sehr, sehr spät in der Geschichte merkt, welche Verbindung es zwischen dem Museum und der unheimlichen Welt, die sie dadurch erreichen kann, gibt. Mich persönlich hat es nicht gestört, dass sie dieses Element immer wieder übersah, weil die Autorin für mich glaubhaft aufgezeigt hat, dass Kara auf der einen Seite so sehr an die vielen skurrilen Objekte des Museums gewöhnt ist, dass sie sie nicht mehr als merkwürdig wahrnimmt, und auf der anderen Seite so viel um die Ohren hat, dass man so viel Aufmerksamkeit von ihr in stressigen Situationen nicht erwarten kann. Auch mit der ruhigen Erzählweise und der Tatsache, dass Kara und Simon immer wieder versuchen, ihre Situation und die Begebenheiten dieser anderen Welt(en) zu analysieren, hat T. Kingfisher meinen Geschmack getroffen. Für mich muss Horror weder actiongetrieben noch unappetitlich sein – ich finde eine langsam und atmosphärisch erzählte Geschichte definitiv beeindruckender, und „The Hollow Places“ fällt eindeutig in diese Kategorie.

März-SuB 2021

Dafür, dass ich davon ausging, dass ich nicht so viel zum Lesen kommen würde, lief der Februar dann doch gar nicht so schlecht. Was auch daran lag, dass ich den einen oder anderen Abend etwas später beendet habe als klug gewesen wäre, unter anderem weil unsere Nachbarin es sich angewöhnt hat nach 23 Uhr noch einige Zeit lang laut Musik zu hören. Ich kann damit leben, wenn ich selber noch wach bin und ein Buch vor der Nase habe. Während mich die von unten zu hörenden Geräusche ganz kirre machen, wenn ich im Bett liege und einschlafen will. Ansonsten kann ich vermelden, dass ich die Verwaltung meiner eBooks beendet habe – angespornt dadurch, dass ich mir einen neuen eReader kaufen musste, weil mein altes Schätzchen nach all den Jahren so langsam den Dienst verweigerte.

Außerdem habe ich mein – eigentlich nicht so ernsthaft vorgenommenes – Lesevorhaben 1/4 Neuzugänge, 1/4 ältere Bücher vom SuB, 1/4 Rereads und 1/4 eBooks zu lesen überraschend gut erfüllt. Genau genommen las (und hörte) ich 3 Neuzugänge, 3 ältere Titel vom SuB, 3 Rereads und 4 eBooks, dazu 1 (sehr kurzes) Sachbuch, 2 Kurzgeschichte, 1 Hörbuch und 1 Manga. Ich vermute mal, dass ich im März häufiger zum eBook greifen werden, weil der neue eReader ja schon einen Anreiz bildet und ich nun ja auch einen besseren Überblick über meine vorhandenen eBooks habe. Mal schauen, wie sich der Monat sonst so bezüglich meiner Lesezeit entwickelt – vor allem da ich jetzt schon davon ausgehe, dass ich die letzte Märzwoche über meine Freizeit ausschließlich mit dem neuen „Story of Seasons“-Spiel verbringen werde …

  1. Tomi Adeyemi: Children of Blood and Bone
  2. Becky Albertalli: Leah on the Offbeat
  3. Hanna Alkaf: The Weight of our Sky
  4. Kelley Armstrong: The Gryphon’s Lair (A Royal Guide to Monster Slaying 2)
  5. Sophie Anderson: The Castle of Tangled Magic
  6. Kelly Barnhill: Iron Hearted Violet
  7. T. J. Berry: Space Unicorn Blues
  8. Holly Black: The Coldest Girl in Coldtown
  9. Lawrence Block (Hrsg.): In Sunlight or in Shadow – Stories Inspired by the Paintings of Edward Hopper
  10. Gwenda Bond/Christopher Rowe: The Supernatural Sleuthing Service 1 – The Lost Legacy
  11. Lila Bowen: Conspiracy of Ravens (The Shadow 2)
  12. Rhys Bowen: Naughty in Niece (Royal Spyness 5)
  13. Rhys Bowen: The Twelve Clues of Christmas (Royal Spyness 6)
  14. Alan Bradley: Flavia de Luce 5 – Schlussakkord für einen Mord
  15. Alan Bradley: Flavia de Luce 6 – Tote Vögel singen nicht
  16. Marie Brennan: The Voyage of the Basilisk – A Memoir by Lady Trent
  17. Marie Brennan: In the Labyrinth of Drakes – A Memoir by Lady Trent
  18. Marie Brennan: Within the Sanctuary of Wings – A Memoir by Lady Trent
  19. Sarah Rees Brennan: Tell the Wind and Fire
  20. Sarah Rees Brennan: In Other Lands
  21. Patricia Briggs: Smoke Bitten (Mercy Thompson 12)
  22. Aisha Bushby: Moonchild – Voyage of the Lost and Found
  23. Rachel Caine: Paper and Fire (The Great Library 2)
  24. Julie Campbell: The Mysterious Visitor (Trixie Belden 4)
  25. Beth Cato: Breath of Earth (Blood of Earth #1)
  26. Soman Chainani: Quests for Glory (The School for Good and Evil 4)
  27. David Chandler: A Thief in the Night (Ancient Blades 2)
  28. David Chandler: Honor Among Thieves (Ancient Blades 3)
  29. Orlagh Collins: All the Invisible Things
  30. Helen Corcoran: Queen of Coin and Whispers
  31. April Daniels: Dreadnought (Nemesis 1)
  32. Sarah Beth Durst: Race the Sands
  33. Louise Erdrich: The Birchbark House
  34. Catherine Fisher: The Velvet Fox (The Clockwork Crow 2)
  35. Anita Frank: The Lost Ones – Some Houses are Never at Peace
  36. Laura Ann Gilman: Silver on the Road
  37. Jasmine Gower: Moonshine
  38. Mira Grant: Parasite (Parasitology 1)
  39. Mira Grant: Symbiont (Parasitology 2)
  40. Mira Grant: Chimera (Parasitology 3)
  41. Alex Grecian: The Black Country (Scotland Yard’s Murder Squat 2)
  42. Kate Griffin: The Midnight Mayor (Matthew Swift #2)
  43. Kate Griffin: The Neon Court (Matthew Swift #3)
  44. Kate Griffin: The Minority Council (Matthew Swift #4)
  45. Kate Griffin: Stray Souls (Magicals Anonymous #1)
  46. Kate Griffin: The Glass God (Magicals Anonymous #2)
  47. Christian Handel (Hrsg.): Hinter Dornenhecken und Zauberspiegeln (Anthologie)
  48. Michelle Harrison: A Tangle of Spells
  49. M. Harrison: Unrest
  50. Rachel Hartman: Seraphina
  51. Jim C. Hines: Die Buchmagier – Angriff der Verschlinger
  52. Jim C. Hines: Terminal Alliance
  53. Mark Hodder: Auf der Suche nach dem Auge von Naga
  54. Tanya Huff: Wizard of the Grove
  55. D. B. Jackson: Thieves‘ Quarry (Thieftaker #2)
  56. D. B. Jackson: A Plunder of Souls (Thieftaker #3)
  57. Sharna Jackson: High-Rise Mystery
  58. Diana Wynne Jones: Crown of Dalemark (The Dalemark Quartet 4)
  59. Diana Wynne Jones: Dogsbody
  60. Diana Wynne Jones: Power of Three
  61. Diana Wynne Jones: Fire and Hemlock
  62. Michelle Ruiz Keil: All of Us with Wings
  63. Celine Kiernan: Geisterpfade
  64. Celine Kiernan: Königspfade
  65. Celine Kiernan: The Little Grey Girl (The Wild Magic Trilogy 2)
  66. Mary Robinette Kowall: The Calculating Stars
  67. Sarah Kuhn: Heroine’s Journey (Heroine Complex 3)
  68. R. F. Kuang: The Poppy War
  69. Yoon Ha Lee: Dragon Pearl
  70. Y.S. Lee: The Body at the Tower (The Agency 2)
  71. Darcie Little Badger: Elatsoe
  72. Cixin Liu: The Three-Body Problem
  73. Kari Maaren: Weave a Circle Round
  74. Seanan McGuire: The Brightest Fell (October Daye 11)
  75. Seanan McGuire: Night and Silence (October Daye 12)
  76. Seanan McGuire: The Unkindest Tide (October Daye 13)
  77. Seanan McGuire: Middlegame
  78. Seanan McGuire: Across the Green Grass Fields (Wayward Children)
  79. Seanan McGuire: Calculated Risks (InCryptid 10)
  80. Robin McKinley: Sunshine
  81. Robin McKinley: Dragonhaven
  82. Anna-Marie McLemore: Blanca and Roja
  83. Karen M. McManus: Two can Keep a Secret
  84. Kelly Meding: Stray Magic
  85. Kelly Meding: Stray Moon
  86. Kate Milford: The Boneshaker
  87. Kate Milford: Bluecrowne
  88. Kate Milford: The Thief Knot
  89. Maya Montayne: Nocturna
  90. Julie Murphy: Faith – Taking Flight
  91. Bishop O’Connell: The Stolen
  92. Nnedi Okorafor: Akata Warrior (Akata Witch 2)
  93. Dominik Parisien und Navah Wolfe (Hrsg.): The Starlit Wood – New Fairy Tales (Anthologie)
  94. Dominik Parisien und Navah Wolfe (Hrsg.): Robots vs. Fairies (Anthologie)
  95. Natalie C. Parker: Seafire
  96. Tamora Pierce: Tempests and Slaughter
  97. C. L. Polk: Stormsong (Kingston Cycle 2)
  98. C. L. Polk: Soulstar (Kingston Cycle 3)
  99. Cindy Pon: Sacrifice (Serpentine 2)
  100. Sarah Prineas: Dragonfell
  101. Philip Reeve: Larklight
  102. Kat Richardson: Labyrinth (Greywalker 5)
  103. Kat Richardson: Downpour (Greywalker 6)
  104. Kat Richardson: Seawitch (Greywalker 7)
  105. Rebecca Roanhorse: Trail of Lightning (The Sixth World 1)
  106. John Scalzi: Fuzzy Nation
  107. Helen Simonson: Mrs. Alis unpassende Leidenschaft
  108. Barbara Sleigh: Carbonel
  109. A.C.H. Smith: Jim Henson’s The Dark Crystal
  110. Jessica Spotswood/Tess Sharpe: Toll and Trouble – 15 Tales of Women and Witchcraft (Anthologie)
  111. Jo Spurrier: A Curse of Ash and Ember (Blackbone Witches 1)
  112. Robin Stevens: Top Marks for Murder (Murder Most Unladylike 8)
  113. Robin Stevens: Death Sets Sail (A Murder Most Unladylike 9)
  114. Rosemary Sutcliff: Troja oder die Rückkehr des Odysseus
  115. Rosemary Sutcliff: König Artus und die Ritter der Tafelrunde
  116. Charles den Tex: Die Zelle
  117. Aiden Thomas: Cemetery Boys
  118. Rob Thomas: Veronica Mars – The Thousand Dollar Tan Line
  119. Sarah Tolcser: Song of the Current
  120. Tiffany Trent: Unnaturalist
  121. Gail Tsukiyama: Die Straße der tausend Blüten
  122. Dominique Valente: Starfell – Willow Moss and the Lost Day
  123. Dominique Valente: Starfell 2 – Willow Moss and the Forgotten Tale
  124. Renee Watson: Piecing Me Together
  125. Jaye Wells: Dirty Magic (Prospero’s War 1)
  126. Martha Wells: All Systems Red (Murderbot Diaries 1)
  127. Darcie Wilde: And Dangerous to Know (Rosalind Thorne 3)
  128. Amy Wilson: Angel and Bavar
  129. Katherine Woodfine: The Painted Dragon (The Sinclair’s Mysteries 3)
  130. Katherine Woodfine: The Midnight Peacock (The Sinclair’s Mysteries 4)
  131. Xinran: Gerettete Worte
  132. Rick Yancey: Der Monstrumologe und die Insel des Blutes
  133. Damaris Young: The Switching Hour
  134. Ibi Zoboi: Pride

128 Titel auf dem SuB zum Monatsanfang

Sachbuch-SuB: (noch unvollständig)

  1. Caroline Criado Perez: Invisible Women – Exposing Data Bias in a World Designed for Men
  2. Brunhilde Dähn: Berlin Hausvogteiplatz
  3. Ruth Goodman: How to be a Victorian
  4. Lindsey Fitzharris: The Butchering Art – Joseph Lister’s Quest to Transform the Grisly World of Victorian Medicine
  5. Elizabeth Hawes: Zur Hölle mit der Mode
  6. Kameron Hurley: The Geek Feminist Revolution
  7. Lily Koppel: The Astronaut Wives Club
  8. Natalie Livingstone: The Mistresses of Cliveden
  9. Gail MacColl/Carol McD. Wallace: To Marry an English Lord
  10. Philip Mansel: Prince of Europe – The Life of Charles-Joseph de Ligne
  11. Molly Peacock: The Paper Garden – An Artist Begins Her Life’s Work at 72
  12. Michael du Preez und Jeremy Dronfield: Dr. James Barry – A Woman Ahead of Her Time
  13. Hallie Rubenhold: Lady Worsley’s Whim – An Eigtheenth-Century Tale of Sex, Scandal and Divorce

13 Titel auf dem SuB zum Montatsanfang

(durchgestrichene Titel habe ich in diesem Monat gelesen)
(kursive Titel sind in diesem Monat neu hinzugekommen)

 

Deborah Blake: Furbidden Fatality (A Catskills Pet Rescue Mystery 1)

Ich habe gerade zu meiner großen Überraschung festgestellt, dass ich noch kein Buch der Autorin Deborah Blake für den Blog rezensiert habe, obwohl ich ihre Urban-Fantasy-Reihe rund um die verschiedenen nordamerikanischen Baba Yagas und ihre „Riders“ sehr gern (und vollständig) gelesen habe. Auf jeden Fall hat mich die Tatsache, dass ich ihre fantastischen Geschichten mag, dazu bewogen, ihrem ersten Versuch, einen Cozy zu schreiben, eine Chance zu geben. Die Geschichte dreht sich um die 29jährige Kari Stuart, die vor einiger Zeit wieder zurück in ihre kleine Heimatstadt in den Catskills gezogen ist. Nach einem Studienabschluss, mit dem sie keinen Job finden konnte, und einer unschönen Scheidung arbeitet sie als Kellnerin im örtlichen Diner. Bevor sie weitere Veränderungen in ihrem Leben vornimmt, möchte sie herausfinden, was sie eigentlich genau für ein Leben führen will – doch dann fallen ihr unverhofft erst ein Millionen-Lottogewinn und dann ein kleines streunerndes Kätzchen in die Hände. Als das örtliche Tierheim die Katze nicht aufnehmen will, weil es hoffnungslos überfüllt ist, erfährt sie von dem privaten Gnadenhof Serenity Sanctuary, der in großen finanziellen Schwierigkeiten steckt.

Spontan kauft Kari den Gnadenhof und darf sich von nun an nicht nur mit all den Problemen herumschlagen, die mit der Renovierung des Geländes und der Versorgung der vielen Tiere zusammenhängen, sondern auch mit dem städtischen Hundefänger Bill Myers. Dieser behauptet, dass einer von Karis Schützlingen eine Gefahr für die Allgemeinheit sei, und versucht vor Gericht die Einschläferung des Tieres durchzubringen. Während sich Kari noch fragt, wie sie beweisen kann, dass Buster ein freundlicher Hund ist, findet sie die Leiche von Bill Myers auf dem Serenity-Sanctuary-Gelände. Der Hundefänger wurde anscheinend getötet, als er gerade dabei war, ein Loch unter dem Zaun des Hundeauslaufs zu graben. Für den Sheriff gehört Kari damit – ebenso wie Daisy, von der sie den Gnadenhof gekauft hat, – zu den Hauptverdächtigen. Um ihre und Busters Unschuld zu beweisen, beginnt Kari zusammen mit diversen Freundinnen und freiwilligen Helfern des Gnadenhofs Fragen über Bill Myers und seine Arbeit als Hundefänger zu stellen.

Ich muss gestehen, dass „Furbidden Fatality“ mich jetzt nicht umgehauen hat, aber der Roman bietet eine nette und flüssig zu lesende Geschichte, die mich gut unterhalten hat. Ich mochte die verschiedenen Figuren mit all ihren Ecken und Kanten – sogar den Sheriff, der nicht besonders entgegenkommend und den falschen Personen gegenüber zu misstrauisch ist. Es war nett, mal einen relativ realistischen Roman zu lesen, der im Tierschutzbereich spielt und bei dem die Autorin nicht verschweigt, dass ein Großteil der Arbeit nicht im Schmusen von vernachlässigten Tieren, sondern im Beseitigen von Ausscheidungen und ähnlich lästigen Tätigkeiten besteht. Auch hat es mir gefallen, dass Deborah Blake mit der kleinen Katze Queenie zwar ihrer Protagonistin eine „tierische Ermittlerin“ zur Seite stellt, diese aber nichts tut, was man nicht auch von einer „normalen“ Katze erwarten würde. Ich muss gestehen, dass ich bei den ersten Bemerkungen der Autorin zu dem Roman befürchtet hatte, dass man (wie bei den Sneaky-Pie-Brown-Romanen von Rita Mae Brown) Passagen aus Sicht der Katze lesen würde, aber das ist nicht der Fall.

Auch gibt es zwar zwei wirklich sympathische Männer, denen Kari im Laufe der Geschichte begegnet, aber nicht einmal den Hauch einer Liebesgeschichte – was ich unglaublich erholsam bei einem aktuellen Cozy finde. Insgesamt konzentriert sich Deborah Blake, wenn es um den zwischenmenschlichen Teil der Handlung geht, eher auf die Freundschaften (zu anderen Frauen), die Kari zum Teil schon seit langer Zeit begleiten oder die sie im Laufe der Geschichte neu knüpft, und das fand ich wirklich schön zu lesen. Kritisieren könnte ich, dass die Autorin ihre Bösewichte ein bisschen zu offensichtlich gestaltet hat. Wenn eine Figur in dem Roman unsympathisch ist und mehr als einen Auftritt bekommt, kann man als Leserin eigentlich gleich davon ausgehen, dass die Person etwas mit den kriminellen Handlungen rund um Bill Myers zu tun hat. Aber damit konnte ich leben, weil „Furbidden Fatality“ insgesamt wirklich unterhaltsam war und ich angenehm entspannte Stunden mit der Geschichte verbracht habe. Ich denke, ich werde mir auch den zweiten Band (mit dem schrecklichen Titel „Doggone Deadly“) gönnen, wenn dieser im Herbst erscheint.

Rachel Caine: Working Stiff (Revivalist 1)

Bislang habe ich mich eigentlich mit allen Romanen, die ich von Rachel Caine gelesen habe, gut unterhalten gefühlt, aber „Working Stiff“ konnte mich nicht so recht überzeugen. Die Handlung dreht sich um Bryn Davis, die nach einigen Jahren in der US-Armee ihren ersten zivilen Job in einem Bestattungsinstitut antritt. Nach all der Zeit, in der sie mit Kriegsopfern zu tun hatte, weiß sie, dass sie mit Leichen ebensowenig wie mit Trauer ein Problem hat. Außerdem geht sie davon aus, dass die Beschäftigung in einem Bestattungsinstitut ihr einen ruhigen und langfristigen Arbeitsplatz sichern wird. Doch bedauerlicherweise betreibt ihr neuer Arbeitgeber Mr. Fairview ein kleines illegales Nebengeschäft, das dafür sorgt, dass Bryn gleich an ihrem ersten Arbeitstag getötet wird.

Grundsätzlich habe ich ja kein Problem mit toten Protagonistinnen, davon gibt es ja so einige in den diversen Urban-Fantasy-Romanen, aber hier ist nicht Magie die Ursache für Bryns weitere Existenz, sondern eine Chemikalie mit dem Namen „Returné“, die ihren Körper weiterhin „normal“ funktionieren lässt, solange sie einmal am Tag damit versorgt wird. Doch um weiterhin Zugang zu Returné zu haben, muss Bryn für die herstellende Pharmafirma herausfinden, wer Mr. Fairview illegal mit der Chemikalie versorgt und welche seiner Kunden der Bestattungsunternehmer damit behandelt hat. Dieser Auftrag ist natürlich nicht so einfach zu erfüllen, und so muss sich Bryn nicht nur mit dem Alltag des Bestattungsgeschäfts herumschlagen, sondern auch mit skrupellosen Wissenschaftlern, paranoiden Ex-FBI-Angestellten und einer neugierigen kleinen Schwester.

Ich muss zugeben, dass „Working Stiff“ in meinen Augen gleich mehrere Probleme mit sich bringt. So fand ich die Handlung über weite Strecken nicht besonders spannend, weil es recht lange dauerte, bis die Grundsituation aufgebaut und alle wichtigen Charaktere vorgestellt waren. Aber eine eher langsam voranschreitende Geschichte stört mich normalerwiese nicht, wenn ich die Figuren sympathisch finde und genügend unterhaltsame Szenen geboten bekomme, um dabei zu bleiben. Ich mochte, dass Rachel Caine die Protagonistin (zumindest zu Beginn) mit glaubwürdigen Stärken und Schwächen versehen hat, und das hat mich über den eher zähen Einstieg hinweggetröstet. So ist Bryn zwar eine Kriegsveteranin, aber sie ist nicht immer und jederzeit kampfbereit, sondern eben ein ganz normaler Mensch, der auch mal von einem Angriff aus heiterem Himmel überrascht wird. Ebenso ist sie in unvertrauten Situationen – wie sie zum Beispiel ihr erster Arbeitstag in größeren Mengen bietet – unsicher, während sie auf der anderen Seite kein Problem damit hat, aggressiven oder übergriffigen Personen ihre Grenzen aufzuzeigen, weil das eben etwas ist, womit sie Erfahrung hat.

Trotzdem bin ich mit Bryn bis zum Schluss nicht so recht warm geworden, und ich fürchte, dass das an der Ausweglosigkeit ihrer Situation lag. Bryn stirbt relativ früh in der Geschichte, und auch wenn Returné sie wie einen lebendigen Menschen funktionieren lässt, so steht von Anfang an fest, dass es keine Heilung oder Besserung für sie gibt. Sie wird für ihre restliche Existenz darauf angewiesen sein, dass ihr einmal am Tag Returné verabreicht wird, und wenn diese Chemikalien für ein paar Tage ausbleibt, wird sie bei vollen Bewusstsein verrotten. Außerdem gibt es eine Nebenwirkung von Returné, die dafür sorgt, dass Bryn jederzeit ihren eigenen Willen verlieren kann, wenn ihr nicht einmal wöchentlich ein Gegenmittel verabreicht wird. Mit dieser Grundvoraussetzung war es für mich als Leserin erschreckend egal, dass Bryn theoretisch ein gutes Leben führen könnte – also wenn es die diversen Personen und Institutionen, die sie manipulieren und kontrollieren wollen, nicht gäbe. Dazu kommt noch, dass ihr untoter Zustand dafür sorgt, dass Bryn so gut wie unzerstörbar ist. Sie kann zwar Schmerzen spüren und das Bewusstsein verlieren, aber genügend Zeit und eine ausreichende Versorgung mit Returné führen dazu, dass ihr Körper selbst noch so schwere Verletzungen wieder reparieren kann.

Ich brauche, wenn ich solche Bücher lese, einen kleinen Funken Hoffnung, dass es für die Protagonistin am Ende noch irgendwie „besser“ werden könnte und dass es ihr gelingt, die „Bösewichte“ in der Geschichte (zumindest temporär) zu besiegen. Außerdem möchte ich zu den Charakteren eine Verbindung aufbauen, die dafür sorgt, dass ich mir Gedanken um ihr Wohlergehen mache und mich frage, wie sie wohl aus den diversen Schwierigkeiten wieder herauskommen. Bei „Working Stiff“ habe ich diese Hoffnung und dieses Mitbangen leider vermissen müssen, und das sorgte dafür, dass ich mich nicht weiter mit Bryns Schicksal auseinandersetzen mochte. Mir fehlte ein Ausgleich für all die unschönen Szenen, die die Brutalität und Skrupellosigkeit der diversen Nebenfiguren mit sich brachten, und je weiter ich las, desto weniger neugierig war ich auf das Schicksal von Bryn und ihren Freunden. Wenn ich ehrlich bin, dann habe ich das Buch wohl nur beendet, weil ich hoffte, dass Rachel Caine am Ende doch noch etwas aus dieser Geschichte machen würde.

Lese-Sonntag im Februar 2021

Mal schauen, ob ich heute einen ganz normalen und gemütlichen Lese-Sonntag erlebe oder ob die Bomben-Entschärfung im Viertel noch zu etwas Aufregung führen wird. Wir liegen in der sogenannten „Schutzzone“, was bedeutet, dass wir (zum Glück) nicht evakuiert werden, aber wir dürfen ab acht Uhr das Haus nicht mehr verlassen und sollten uns nicht in der Nähe der Fenster aufhalten. Letzteres ist in unserer Wohnung etwas schwierig, aber ich hoffe mal (und das natürlich nicht nur für unsere Fenster), dass die Bombe nicht explodiert, sondern sich brav entschärfen lässt. Dabei wurden wir schon vorgewarnt, dass die Entschärfung dieses Mal länger dauern wird als sonst, da sie unter Corona-Bedingungen stattfindet – mal schauen, wann es Entwarnung geben wird. Erfahrungsgemäß dauert es ja schon mal immer deutlich länger als geplant bis das Viertel geräumt ist und die Polizei sichergestellt hat, dass auch alle Personen aus dem Gefahrenbereich verschwunden sind, so dass die Arbeiten an der Bombe beginnen können. Ich werden also heute relativ viel abgelenkt sein, weil wir immer wieder versuchen werden Informationen über den Stand der Entschärfung zu bekommen. Aber erst einmal starte ich mit dem üblichen Kram in den Tag und versuche dabei wach genug zu werden, dass ich mich für ein Buch entscheiden kann.

 

Update 11:00 Uhr

Ein Animal-Crossing-Screenshot auf dem meine Spielfigur vor einem Schneemann steht, der sagt "Unglaublich! Farbe, Glanz, Größe ... Es stimmt einfach alles!"

So, der Haushaltskram ist erledigt, auf dem Herd köchelt noch die Suppe für heute Abend und daneben zieht der Milchreis, den ich mir gleich zum Frühstück gönnen werde. Neben all dem Kram habe ich in meinem aktuellen Hörbuch, „Hero“ von Althea Kontis, weitergehört. Ich mag den Humor, die ganzen Märchenelemente und die absurden Ideen der Autorin, mein Mann hingegen hasst sowohl die Erzählweise als auch die Sprecherin, was bedeutet, dass ich gerade niemanden habe, der mein Geschirr abtrocknet, solange dabei das Hörbuch läuft. 😉 Außerdem habe ich heute schon eine kurze Runde bei „Animal Crossing“ gedreht, um wie jeden Sonntagmorgen eine Ladung Rüben zum Spekulieren zu kaufen, und vor und neben dem Kochen habe ich schon mal einige Seiten in „The Jewelled Moth“ von Katherine Woodfine gelesen.

Das Foto zeigt die Taschenbuchausgabe von "The Jewelled Moth" vn Katherine Woodfinde (schönes Cover mit Scherenschnittartigem Motiv) und daneben eine große Tasse mit schwarzem Tee.

Das ist der zweite Band der Sinclair’s-Mysteries-Reihe und diese Bücher sind ein Fall von „weil mir der erste Teil so gut gefallen hat, kaufe ich mir sofort alle Fortsetzungen und lasse sie dann im SuB stehen und freue mich jedes Mal, wenn mein Blick darauf fällt“. Bevor ich das noch ein weiteres Jahr durchziehe, dachte ich mir, dass ich „The Jewelled Moth“ doch mal endlich aus dem SuB befreie. Bislang gefällt mir die Geschichte sehr gut, es sind ein paar Monate seit den Ereignissen aus „The Clockwork Sparrow“ vergangen und inzwischen befürchtet Sophie nicht mehr, dass sie jeden Moment von dem Verbrecherboss „Baron“ angegriffen wird. Aber aufgrund der ersten Seiten, in denen man die Perspektive der jungen Mei verfolgen konnte, steht für mich schon jetzt fest, dass der Baron demnächst wieder eine wichtige Rolle spielt und die Handlung Sophie und ihre Freunde nach China Town führen wird. Ich freue mich jetzt schon wieder über all die Szenen in dem Kaufhaus, in dem Sophie und die anderen arbeiten, und darüber, dass die Autorin es schafft den Alltag einer arbeitenden jungen Frau zu Beginn des 20. Jahrhunderts so realistisch und trotzdem nicht zu deprimierend darzustellen. 😉

 

Update 15:00 Uhr

Nachdem die ganze Aktion mehrfach unterbrochen werden musste, weil Fußgänger im Viertel unterwegs waren, ist die Bombe jetzt entschärft worden. Unser Viertel ist jetzt also wieder sicher und die Nachbarn bevölkern die engen Fußwege – was bedeutet, dass meine Lust rauszugehen spontan verschwunden ist. 😉

Noch einmal die Taschenbuchausgabe von "The Jewelled Moth" und daneben eine zartgrüne Schale mit Himbeer-Milchreis, über den ich ein paar gehackte Mandeln gestreut habe.

Nach dem letzten Update habe ich erst einmal gefrühstückt. Nach längerer Zeit gab es mal wieder Milchreis mit Himbeeren und er war auch lecker, aber ich denke, dass diese Milchreis-Phase erst einmal wieder vorbei für mich ist. *g* Als Unterhaltung zum Frühstück habe ich mir das aktuellste Video von Bernadette Banner angeschaut (das Video drehte sich um den Entwurf eines „Mary Poppins“-Sommerkleides nach dem Vorbild edwardianischer Lingerie Gowns) – wie immer sehr informativ und unterhaltsam, aber ich muss zugeben, dass ich ihr noch lieber beim Nähen zuschaue als beim Entwerfen. 😉 Danach haben wir eine Runde „Steampunk Rally“ gespielt – das Spiel ist in dieser Woche erst bei uns angekommen und nachdem mein Mann gestern Vormittag viel Zeit darin investiert hat unseren Tisch von seiner Home-Office-Installation zu befreien, mussten wir den heutigen Tag auf jeden Fall auch noch einmal zum Spielen nutzen. (Ich will gar nicht wissen, wie lange er heute Abend braucht, um alle Geräte und Monitore wieder zu verkabeln … *g*)

Das Foto besteht aus zwei Teilen. Auf der linken Seite sieht man die Schachelt des Spiels "Steampunk Rally", daneben den Anfangsaufbau einer Spielrunde, wobei mittig das Spielbrett liegt, links davon drei große Haufen mit verschiedenen Würfeln, und rechts vier Kartenstapel.

Das Spiel ist relativ einfach und einer Spielzeit von ungefähr einer Stunde auch für unsere Verhältnisse relativ schnell spielbar. Man bekommt zu Beginn des Spiels einen Entwickler (bei mir war es heute Hertha Ayrton), der über ein zweiteiliges Fahrzeug verfügt (Cockpit plus ein weiteres Teil, das je nach Erfinder unterschiedlich ist) und muss durch das Ziehen von Karten (vier unterschiedliche Karten zu Beginn einer Spielrunde) sein Fahrzeug ausbauen und durch den Einsatz von Würfeln (die für drei verschiedenen Energiearten stehen und je nach Fahrzeugteil unterschiedliche Wirkung haben) versuchen die Rennstrecke hinter sich zu bringen. Dabei kann es durch die Rennstrecke oder zu wenig ausgereifte Fahrzeugteile zu Schäden am Fahrzeug kommen oder gegnerische Fahrer können einen behindern … Nach den ersten beiden Tagen, die wir das Spiel gespielt haben, mag ich es sehr, aber ich weiß nicht, ob ich jemals damit gewinnen werde. 😉 Heute war es so, dass meine Erfinderin mir keinerlei Schutz vor Beschädigungen zur Verfügung stellte, so dass ich nach jeder Runde so viel Schaden nahm, dass ich all die neu dazugewonnen Fahrzeugteile gleich wieder abwerfen musste. Was bedeutete, dass ich nicht viel Bewegungsspielraum hatte … Trotzdem bin ich meinem Mann zu Anfang schön davon gefahren und hätte auch gewinnen können, wenn er nicht am Ende so viele Teile gesammelt hätte, dass er mit seinem letzten Zug nicht nur die halbe Rennstrecke auf einmal hinter sich bringen, sondern mich auch noch deutlich überholen konnte. 😉

 

Update 20:30 Uhr

Ein weiteres Foto mit der Taschenbuchausgabe von "The Jewelled Moth" - dieses Mal steht auf der rechten Seite eine große Tasse mit Milchkaffee

Nachdem ich mich nach dem letzten Update noch etwas online rumgetrieben hatte, habe ich dann doch noch bis zum Abendessen Zeit mit Lesen verbracht. Ich mag, wie sich die Geschichte entwickelt und wie man aus den verschiedenen Perspektiven mehr über die aktuellen Probleme der Personen lernt. Sophie kommt dabei im Moment etwas weniger zu Wort, was ich etwas schade finde, aber es gibt wunderbar amüsante Szenen mit ihrer Freundin Lil, sehr schöne Kaufhaus-Beschreibungen rund um das Sinclair’s und als Kontrast all die Veränderungen in China Town, nachdem die Bedrohungen durch den Baron und seine „Boys“ die Existenz und Selbstständigkeit all der kleinen Geschäftsleute dort gefährdet.

Eine grüne Schale mit einer Portion Erbsensuppe.

Zum Abendessen (Erbsensuppe mit halbierten Schälerbsen, weil ich keine anderen bekommen habe) haben wir die erste Folge „Nadiya Bakes“ geschaut. Ich mag die Koch- und Backsendungen mit Nadiya Hussain, weil sie relativ einfache Gerichte zubereitet, alles so schön gefilmt ist und lecker ausschaut und Nadiya selber einfach eine sympathische Person ist – soweit ich das anhand von Kochsendungen und Interviews beurteilen kann. Dummerweise hätte ich jetzt Lust sofort in die Küche zu wandern, um eine Runde zu backen, aber das muss warten bis ich mal wieder passende Zutaten im Haus habe. 😉 Bevor ich wieder zum Buch greife, drehe ich erst einmal eine Kommentarrunde und schaue, was ihr so in den letzten Stunden so gemacht habt.

 

Update 22:30 Uhr (letztes Update)

Das Foto zeigt ein aufgeschlagenes Buch. Auf der linken Seite ist eine Zeichnung von einer Tanzkarte mit angehängtem Bleistift zu sehen, auf der anderen Seite gibt es einen kurzer Ausschnitt aus einem Benimmbuch für Debütantinnen zum Thema Bälle zu lesen.

Seit dem Abendessen habe ich eigentlich nur noch gelesen und so viele Kapitel fehlen mir in „The Jewelled Moth“ gar nicht mehr. Was ich an dem Roman wirklich mag, ist, dass es Katherine Woodfine gelingt eine Geschichte zu erzählen, die auch für jüngere Leser.innen geeignet und trotzdem spannend und unvorhersehbar ist. Es ist relativ ungewöhnlich, dass ich beim Lesen einer Middle-Grade-Novel bis kurz vor Schluss ständig frage wie die einzelnen Handlungselemente in den Kriminalfall passen und um die verschiedenen Figuren bange. Ich finde es wirklich schön, dass der Krimi-Anteil so gut konstruiert ist und trotzdem ein gewisses Groschenroman-Gefühl beim Lesen aufkommt. Da ich aber inzwischen ziemlich müde bin, gehe ich jetzt erst einmal ins Bett und hebe mir die restlichen Seiten des Romans für meine morgige Mittagspause auf.

Es war wieder sehr schön gemeinsam mit euch den Tag zu verbringen – ich hoffe, ihr habt einen angenehmen Start in die Woche! 🙂

***

Heutige Mitleserinnen:

JED
Natira
Anette
Kiya