Schlagwort: Ilona Andrews

Lese-Eindrücke Februar 2026

Im Februar habe ich nicht sehr viel gelesen, wozu ich etwas zu erzählen hätte. Aber ein paar Lese-Eindrücke gibt es dann doch, die ich hier festhalten will.

Ilona Andrews: Beast Business (Hidden Legacy 6.5)

Soweit ich weiß, gibt es keine offizielle Zählung für diese Romane, und in den meisten Lese-Apps gilt der Band als Teil 7 der „Hidden Legacy“-Reihe, aber für mich ist „Beast Business“ kein „vollwertiger“ Teil der Serie. Der Titel beinhaltet die beiden (Kurz-)Geschichten „Beast Business“ und „Arabella Saves the Day“ sowie ein paar Extras, die schon auf der Homepage von Ilona Andrews veröffentlicht worden waren. „Beast Business“ wird aus der Perspektive von Augustine Montgomery erzählt, der in den vorherigen sechs Bände eine Nebenrolle einnahm und von dem man hier nun zum ersten Mal persönlichere Details erfährt, was mich sehr gut unterhalten hat und dazu führte, dass ich die ersten sechs Hidden-Legacy-Bände noch einmal gelesen habe. Fast noch netter fand ich aber die Kurzgeschichte rund um Arabella Baylor, die sich überraschenderweise mit einer jungen Frau anfreundet, deren Familie mit den Baylors bislang nicht gerade auf gutem Fuß stand. Gerade weil Arabella von ihren älteren Schwestern – aus deren Perspektive die anderen sechs Bücher geschrieben waren – häufig als impulsiv und unberechenbar abgetan wird, fand ich es spannend, mal ihre Gedankengänge zu verfolgen, wenn sie einem Job nachgeht. Diese gerade mal 30 Seiten haben mir große Lust gemacht, endlich mal einen Roman aus der Perspektive der jüngsten Baylor-Schwester zu lesen – ich hoffe sehr, dass Ilona Andrews daran schon schreibt, auch wenn bislang nichts dazu angekündigt wurde. Dieses Ehepaar arbeitet einfach an zu vielen Reihen gleichzeitig … *seufz*

Katherine Addison: The Orb of Cairado (Hörbuch)

Ich mochte sowohl „The Goblin Emperor“ als auch die „Cemetery of Amalo“-Trilogie von Katherine Addison sehr – weshalb ich natürlich auch gern die Novella „The Orb of Cairado“, die in derselben Welt spielt, gelesen hätte. Dummerweise ist die Geschichte bei Subterranean Press erschienen, was nicht nur hohe Preise für wenig Seiten bedeutet, sondern auch häufig dazu führt, dass eine gedruckte Version in Deutschland nur schwer erhältlich ist. Also habe ich zum Hörbuch gegriffen, in dem Bewusstsein, dass ich die Sprecherin Zehra Jane Naqvi schon von anderen Veröffentlichungen kannte und mochte. Die Geschichte rund um einen Gelehrten, der Jahre, nachdem er wegen eines Diebstahlverdachts aus der Universität ausgeschlossen wurde, die Chance erhält, seinen Namen reinzuwaschen, hat mir sehr gut gefallen. Ich mochte die Hauptfigur Ulcetha, ich mochte das Geheimnis rund um den titelgebenden Orb of Cairado und ich habe es sehr genossen, mal wieder etwas Zeit in dieser fantastischen Welt zu verbringen. „The Orb of Cairado“ ähnelt in vielen Dingen den Romanen rund um Thara Celehar, nur dass Ulcetha natürlich eine ganz andere Herangehensweise an ein Rätsel/einen Mordfall hat als ein „Witness for the Dead“. Allerdings muss ich zugeben, dass ich hier und da etwas Probleme hatte, die Figuren zuzuordnen, was an den Namen (und Anrede-Regeln), die Katherine Addison für diese Welt verwendet, liegt. Mir fällt es deutlich leichter, die Namen (inklusive ihrer verschiedenen Versionen) wiederzuerkennen, wenn ich sie gedruckt vor mir sehe und nicht höre – vor allem, wenn ich drei Tage brauche, um das relativ kurze Hörbuch zu beenden.

Jee-Hye Kim: Yu-jins Bücherküche der großen Träume

Meine Mutter hatte in den letzten Wochen darüber geklagt, dass sie Probleme beim Lesen hat und sich nicht auf ihre Romane konzentrieren kann. Als ich dann in der Buchhandlung im Viertel über „Yu-jins Bücherküche der großen Träume“ von Jee-Hye Kim stolperte, dachte ich, dass das vielleicht das richtige für sie sein könnte. Um sicherzugehen, dass die Geschichte keine fantastischen Elemente oder ähnliche Dinge, die sie nicht mag, beinhaltet, habe ich den Roman vor dem Abschicken gelesen. Die Handlung wird in mehreren – locker zusammenhängenden – Episoden erzählt, die im Laufe eines Jahres rund um eine neu gegründete (fiktive) Buchhandlung im ländlichen Südkorea stattfinden. Jede dieser Episoden stellt eine (oder mehrere) Figur(en) vor, die gerade an einem schwierigen Punkt in ihrem Leben stehen und entweder ein Auszeit oder einen Richtungswechsel benötigen. Ganz ehrlich, diese entspannten Alltagsgeschichten ähneln sich doch alle sehr – aber ich lese sie trotzdem gern, gerade weil sie einem das Gefühl geben, dass manchmal nur ein Innehalten oder ein kleiner Anstoß von Außen reicht, um ein Leben zum Besseren zu wenden. Und zwischen all den wohltuenden kleinen Momenten gibt es immer wieder spannende Details zum Leben im heutigen Südkorea. Das war ein nettes und entspannendes Buch – und ich hoffe, dass meine Mutter das genauso sehen wird.

Ilona Andrews: Burn for Me (Hidden Legacy 1)

Vor einiger Zeit habe ich in einer Anthologie eine Kurzgeschichte gelesen, in der eine Figur der Hidden-Legacy-Romane die Protagonistin war. Da ich den Ton und die Atmosphäre in der Geschichte sehr mochte, hatte ich die Serie auf die Merkliste gepackt, um sie mal anzutesten. Als ich Ende September dann verreiste und nach eBooks für die Fahrt suchte, blieb ich dann ziemlich schnell bei „Burn for Me“ hängen, obwohl der Roman auf den ersten Blick sehr viele Elemente beinhaltet, die ich eigentlich gar nicht mehr leiden kann. Gerade angesichts all meiner Meckereien über „Trace of Magic“ am vergangenen Donnerstag ist es vermutlich etwas seltsam zu lesen, dass ich mich von „Burn for Me“ so gut unterhalten gefühlt habe, obwohl eine „problematische Beziehung“ und „Leidenschaft auf den ersten Blick“ eine spürbare Rolle in diesem Buch spielen.

Die Protagonistin in dieser Geschichte ist die fünfundzwanzigjährige Nevada Baylor, die als Chefin einer kleinen Privatermittlungsfirma für das finanzielle Überleben ihrer Familie verantwortlich ist. Normalerweise konzentriert sich Nevada auf Eheprobleme und Betrüger, auf die kleineren Fälle, die sie auch ohne den Einsatz von Magie bewältigen kann. Dummerweise ist ihr kleines Familienunternehmen nach dem Tod von Nevadas Vater hochverschuldet, und so sind sie vertraglich an eine größere Firma gebunden, deren Aufträge Nevada nicht ablehnen kann. Der aktuelle Auftrag, besteht darin, einen der begabtesten Magier des Landes lebendig zu seiner Familie zurückzubringen, bevor die Polizei ihn tötet. Nicht, dass die Polizei in dieser Welt grundsätzlich eher töten als verhaften würde, aber Adam Pierce wird nicht nur schon seit Jahren gesucht, sondern hat bei seinem letzten terroristischen Attentat einen Polizisten umgebracht. Für Nevada steht fest, dass dieser Auftrag ein Selbstmord-Job ist, auf der anderen Seite kann sie ihn nicht ablehnen und außerdem hat sie so vorgesorgt, dass ihre Familie, wenn Nevada im Rahmen ihrer Arbeit ums Leben käme, finanziell abgesichert ist.

Neben Nevada und die Polizei ist auch Connor „Mad“ Rogan auf der Suche nach Adam Pierce. Rogan ist nicht nur ein ebenso mächtiger Magier wie Adam, sondern auch weltberühmt für seine fürchterlichen Zerstörungstaten während seiner Zeit bei der Armee. Mit Rogan wären wir dann auch schon bei der „Leidenschaft auf den ersten Blick“, die mich sonst in Romanen so sehr frustriert. Hier hingegen konnte ich gut damit leben, denn 1. fand Nevada Rogan schon vor dem ersten Kennenlernen attraktiv und hat sich vorgestellt, dass sein Blick von innerer Qual zeugt (was ich als Fantasie einer jungen Frau, die davon ausgeht, dass sie niemals die Person, über die sie tagträumt, treffen wird, durchaus hinnehmen kann), 2. ist sich Nevada nicht nur bewusst, dass das eine rein körperliche Anziehung ist und lässt sich davon normalerweise weder in ihrem Urteil beeinflussen noch von ihrer Arbeit ablenken und 3. gibt es außer einem Tagtraum und zwei Küssen eigentlich keine „sexy Szenen“. Stattdessen bekommt man als Leser eine interessante Welt, sympathische Charaktere und Dialoge, die mehr über die Welt und die Figuren verraten. Und neben all der Action und den Gefahren gab es auch noch so einige amüsante Momente.

Während ich Nevada sehr mochte (auch wenn sie unfähig zu sein scheint, ihren Beschützerinstinkt mal etwas runterzufahren und ihrer Familie etwas mehr zuzutrauen), so macht es Rogan einem relativ schwierig, ihn zu mögen. Da er aber das stimmige Produkt einer Welt ist, in der die Stärke der Magie über den Einfluss einer Familie bestimmt und seine Familie schon seit Generationen ihre Nachkommen auf Magie, gutes Aussehen und Intelligenz züchtet, während die emotionale Seite keinerlei Rolle spielt, kann ich mit seinem Verhalten leben. Und da ich schon mal beim Thema Magie bin: Natürlich verfügt auch Nevada über Magie. Sie ist im Prinzip ein lebendiger Lügendetektor (und deutlich mächtiger, als sie selbst weiß) und hält diese Fähigkeit normalerweise geheim, da sie damit zu einem Spielball der großen Familien werden würde. Während ich bei „Trace of Magic“ total sauer darüber war, dass die Protatonistin ihre Fähigkeiten verriet, indem sie sich verplapperte oder zu dumm war, sich Ausreden einfallen zu lassen, finde ich es bei „Burn for Me“ realistisch, dass Nevada unabsichtlich Rogan ihre Fähigkeiten verrät, als dieser sie (bei ihrer ersten Begegnung) in Lebensgefahr bringt. Bei Nevada ist es eine instinktive Reaktion, während sie um ihr Leben fürchtet, und keine lose Zunge oder simple Dummheit. Eine einigermaßen nachvollziehbare Begründung oder eine gut geschriebene Szene macht wirklich einen riesigen Unterschied, wenn es darum geht, bestimmte Handlungsentwicklungen hinzunehmen.

Das Ganze macht „Burn for Me“ nicht zum Höhepunkt der Urban Fantasy, dafür gibt es einfach zu viele Elemente in dem Roman, die man in jeder zweiten Geschichte dieses Genres findet. (Wobei ich ja zugeben muss, dass ich all diese Elemente wirklich mag, sonst würde ich nicht so regelmäßig zur Urban Fantasy zurückkommen. 😉 ) Und der größte Makel an dieser Geschichte war für mich die Motivation des „Oberbösewichts“ im Hintergrund, aber auch damit konnte ich problemlos leben, weil mich der Rest des Romans so gut unterhalten hat. Genau genommen habe ich mir sogar schon den zweiten Band der Reihe als eBook besorgt, damit ich weiterlesen kann, wenn ich das nächste Mal Lust auf Action, Magie und korrupte Parteien habe, gegen die die Protagonistin vorgehen muss. Doch vor allem freue ich mich auf weitere Szenen mit Nevadas ungewöhnlicher Familie, die mir mit all ihren Eigenheiten und ihrem liebevollen Umgang wirklich sympathisch ist. Ich muss am Ende auch noch eingestehen, dass mir im Laufe der Geschichte sogar Rogan ein wenig ans Herz gewachsen ist, da seine Handlungen aus seiner Perspektive heraus immer logisch (und teilweise sogar fast so etwas wie fürsorglich) waren. Aber selbst wenn dem nicht so gewesen wäre, würde ich „White Hot“ lesen wollen, da ich darauf vertraue, dass mich die Geschichte gut unterhält und der Beziehungskram auch in dem Roman eine deutlich geringere Rolle spielt, als im Klappentext angedeutet wird.

[Kurz und knapp] Ilona Andrews: Stadt der Finsternis 1 – Die Nacht der Magie

Klappentext:

Kate Daniels verdient ihr Geld damit, die Auswüchse der magischen Wellen, die Atlanta von Zeit zu Zeit heimsuchen, aufzuspüren und zu beseitigen. Ihr Leben nimmt jedoch eine drastische Wende, als ihr bester Freund Greg ermordet wird. Bei der Suche nach dem Täter stößt Kate auf Vampire und andere finstere Kreaturen. Hat womöglich der charismatische Curran, der Anführer der Gestaltwandler, etwas mit den verschwörerischen Umtrieben zu tun?

Heute gibt es hier keine „richtige Rezension“, sondern nur einen kurzen und knappen Leseeindruck. Mir war nämlich gesagt worden, dass ich in letzter Zeit viel zu wenig „Buch“ auf meinem „Buchblog“ habe – und das ist nun der Versuch, es zu ändern. 😉

„Die Nacht der Magie“ war eine Leihgabe von Irina (ja, noch eine – und ich habe da noch ein paar Liebesromane von ihr, die vielleicht ihren Weg auf den Blog schaffen werden) und hat mir grundsätzlich gut gefallen. Eigentlich hat der Roman alles, was ich an einer Urban-Fantasy-Geschichte mag – vor allem reizte mich die Idee mit der „in Wellen“ auftauchenden Magie, aber trotzdem haben mich beim Lesen ein paar Kleinigkeiten gestört:

Kate Daniels ist eine toughe Heldin, die sich in ihrer (magischen) Welt zu behaupten weiß, …
… aber natürlich gibt es ein riesiges Geheimnis in ihrer Vergangenheit.

Es gibt gleich zu Beginn der Geschichte einen richtig netten Mann, der sich für Kate interessiert, obwohl sie doch so „unweiblich“ wirkt, …
… aber jeder Leser kann auf den ersten Blick davon ausgehen, dass seine Bemühungen zu keiner Beziehung führen werden.

Dafür gibt es einen anderen Mann, der zwar gut aussieht, aber saumäßige Manieren an den Tag legt, …
… und auch hier ist abzusehen, dass Kate schnell Interesse an ihm entwickelt.

Kate ist eigentlich eine Einzelgängerin, …
… aber natürlich kommt es irgendwann dazu, dass sie auf eine (zwar starke und mutige, aber auch) deutlich unerfahrenere und jüngere Person „aufpassen“ muss.

Doch vor allem ärgert es mich, dass die grundsätzliche Frage nach dem Mörder von Kates Freund und Mentor Greg sowie nach den Hintergründen dieser Tat eigentlich spannend hätte sein können, …
… wenn die Autoren (hinter dem Pseudonym „Ilona Andrews“ verbirgt sich ein Autorenpaar) nicht gleich zu Beginn einen unübersehbaren Hinweis eingebaut hätten, der vom Leser gar nicht ignoriert werden kann!

Kate hingegen ist so mit ihren Ermittlungen beschäftigt, dass sie diesen Hinweis nicht als solchen wahrnimmt. Dieser Umstand funktioniert zwar innerhalb der Geschichte, ist aber eben für mich als Leser wirklich frustrierend. Mir wäre es deutlich lieber gewesen, wenn es diesen Hinweis nicht gegeben hätte, so dass ich Stück für Stück mit Kate zusammen meine Schlüsse hätte ziehen können.

Trotzdem muss ich zugeben, dass mir die Geschichte und die Charaktere eigentlich sehr gut gefallen haben. Letztendlich komme ich doch immer wieder zu dem Schluss, dass ich schlagkräftigere Figuren sowie mehr Action- und weniger Bettszenen in Urban-Fantasy-Geschichten bevorzuge, vor allem, wenn der Rest der Handlung auch noch gut geschrieben und in eine reizvolle Welt eingebaut ist. Wieder ein Serienauftakt, der mich nicht umgehauen hat, aber bei dem ich andererseits auch nichts dagegen hätte, wenn ich noch weitere Teile der Reihe in die Finger bekäme.