Kategorie: Buchgedanken

Dies und Das (2): Der Bibliotheksnutzer als Störfaktor

Ich habe vor ein paar Jahren einen ausführlichen Beitrag darüber geschrieben, was Bibliotheken für mich bedeuteten und wie wichtig sie für mich als Kind und Jugendliche waren. Nach dem Umzug im vergangenen Jahr habe ich mich dann darüber ausgelassen, wie schön es ist, dass die recht neue Stadtteilbibliothek so gut zu Fuß erreichbar ist und dass ich dort immer über Bücher stolpere, die ich lesen mag. Ein Jahr später bin ich über die Nähe zur Stadtteilbibliothek immer noch glücklich und gerade die Roman-Auswahl ist in den vergangenen Monaten deutlich besser geworden – so gibt es zum Beispiel inzwischen ein Regal, wo die Bibliotheksmitarbeiter Krimi-Empfehlungen präsentieren. An diesem Regal bin ich in den letzten Wochen nicht einmal vorbeigegangen, ohne mindestens einen Titel mitzunehmen. Das ist zwar nicht gerade gut für meinen SuB, aber ich entdecke eben gern neue Krimiautoren.

Trotzdem fühle ich mich in dieser Stadtteilbibliothek lange nicht so wohl wie in der alten Zweigstelle, und das liegt an den Mitarbeiterinnen. Es gibt zwei Frauen, die die Stammbesetzung dieser Bibliothek bilden, und beide vermitteln mir grundsätzlich das Gefühl, ich würde sie stören. Egal, ob ich einfach nur meine ausgeliehen Bücher zurückgebe, ob ich um eine Vormerkung bitte (da nur schon ausgeliehene Titel online vorgemerkt werden können) oder ob ich es gar wage, Buchgeschenke abzugeben. Und meine Buchgeschenke sind keine alten verramschten Exemplare, sondern neuwertige Titel, denen man nicht ansieht, dass sie einmal gelesen wurden, deren Veröffentlichung auch nicht besonders lange her ist und die Genres abdecken, die eigentlich ein relativ breites Publikum finden müssten. Alles, was nicht mehr neuwertig aussieht oder wo ich sehe, dass die Bibliothek eh schon diverse Exemplare im Bestand hat, oder wo mir irgendwelche anderen Aspekte einfallen, um den Titel für eine Bibliothek nicht attraktiv zu machen, wandert in den öffentlichen Bücherschrank.

Ich will kein Dankeschön für die Buchgeschenke, ich will keinen Small Talk machen und überhaupt würde ich davon ausgehen, dass ich als Bibliotheksnutzerin relativ pflegeleicht bin (und sei es nur, weil ich selbst einige Jahre für eine Bibliothek gearbeitet habe). Aber ich will mich nicht als Störfaktor fühlen. Ich will nicht das Gefühl haben, dass meine Buchgeschenke nur Arbeit machen, und ich fände es wirklich schön, wenn man sich nicht mitten im Satz von mir abwenden würde, um mit der danebensitzenden Kollegin zu reden. Da mir diese beiden Damen durch ihr Verhalten signalisieren, dass ich nicht willkommen bin, finde ich es auch sehr unangenehm, dass sie von ihrem Sitzplatz den gesamten Raum im Blick haben.

Nachdem ich sie im Laufe des vergangenen Jahres auch mit ein paar anderen Bibliotheksnutzern gesehen haben, kann ich auch behaupten, dass sie dieses Verhalten nicht nur mir gegenüber zeigen. Ich frage mich ja immer als erstes, ob ich was falsch gemacht habe, dass mir so eine Behandlung zuteil wird. Aber inzwischen habe ich so oft erlebt, dass andere Personen, die zum Beispiel eine Frage hatten, einfach im Raum stehengelassen wurden, daher bin ich mir sicher, dass es wirklich nicht an mir liegt. Inzwischen bin ich so weit, dass ich mir wünsche, man könnte die Selbstverbuchung in dieser Zweigstelle nicht nur für die Ausleihe, sondern auch für die Rückgabe von Medien verwenden. Dabei mochte ich immer diesen kleinen Austausch bei der Rückgabe der Bücher in der alten Stadtteilbibliothek. Viel geredet haben wir nie, oft wurde nur ein Gruß oder ein Lächeln ausgetauscht, aber ich habe mich willkommen gefühlt – und das vermisse ich gerade sehr.

Warum eigentlich so viele (fantastische) Kinder- und Jugendbücher?

Ich habe nie aufgehört, Kinder- und Jugendbücher zu lesen, weil es da so viele Autoren und Geschichten gibt, die mir Spaß machen. Aber in letzter Zeit – gerade mit Blick auf meine Neuzugänge der vergangenen drei Monate – fällt doch schon auf, dass ich momentan immer häufiger (fantastische) Kinder- und Jugendbücher lese und rezensiere. So gehäuft, dass ich mich selbst gefragt habe, warum das eigentlich so ist.

Ich glaube, es gibt mehrere Gründe für meine aktuelle Vorliebe für diese Romane, unabhängig davon, dass ich zur Zeit grundsätzlich ein sehr großes Bedürfnis nach „Wohlfühllektüre“ habe und diese häufig bei den Kinderbüchern (speziell den Klassikern) finde. Erst einmal habe ich inzwischen einige Personen in meiner (Twitter-)Timeline, über die ich Tipps bekomme für Bücher, die von „authors of color“ geschrieben wurden und die entweder in (für mich) ungewöhnlichen Teilen der Welt spielen und/oder angenehm „diverse“Charaktere zum Thema haben. Natürlich gibt es solche Geschichten auch für Erwachsene, aber ganz ehrlich, Titel wie „Akata Witch“ oder „Stadt aus Sand“ lassen sich mit deutlich mehr Vergnügen lesen als „Blauer Hibiskus“, ohne dass in der Handlung die Probleme des jeweiligen Landes vollkommen unter den Tisch fallen. Auch psychische Erkrankungen werden in einem (guten) Kinder- und Jugendbuch wie „Some Kind of Happiness“ in der Regel nicht beschönigt und mit all ihren Problemen und Auswirkungen auf die erkrankte Person und ihr Umfeld beschrieben, aber es fehlen dabei diese abgrundtief deprimierenden Szenen, die häufig in Geschichten für Erwachsenen vorkommen. Wenn es mir darum geht, mehr über die realen Erlebnisse mit solchen Erkrankungen zu lesen, dann setze ich lieber auf Zeitungsartikel, die augenöffnend und informativ sind, aber doch auch deutlich kürzer als ein Roman. Bei einer guten Geschichte erlebe ich die Handlung mit all ihren Höhen und Tiefen beim Lesen mit, und Kinder- und Jugendbücher machen es mir durch ihr größeres Maß an „Ausgewogenheit“ häufig leichter, mich auf schwierige Themen einzulassen.

Wenn ich dann noch neben einer guten Geschichte auf den „fantastischen“ Teil schaue, dann bekomme ich häufig nicht nur soziale und politische Elemente über das Leben einer „Volksgruppe“ mit, sondern auch Legenden und Mythen wie zum Beispiel in „Bayou Magic“, „The Jumbies“ oder dem oben schon erwähnten „Akata Witch“. Das genieße ich nicht nur, es bringt mich auch dazu – wenn ich verlässlich erscheinende Quellen finde -, mehr zu diesem Thema zu recherchieren. Außerdem regt ein kreativer Umgang mit solchen Elementen (egal, ob sie nun aus einer anderen Kultur oder aus dem europäischen Kulturkreis stammen) meine eigene Fantasie an, was niemals schlecht ist. Natürlich gibt es auch so einige Romane für erwachsene Leser, die solche Elemente auf ungewöhnliche Weise aufgreifen, aber in letzter Zeit bin ich eben häufiger über Kinder- und Jugendbücher gestolpert, bei denen mich die Umsetzung solcher vertrauten und unvertrauten Legenden gut unterhalten hat.

Zuletzt noch ein weiterer wichtiger Punkt, der mich gerade zu den Romanen zieht, die für ein jüngeres Publikum geschrieben wurden: In der Regel verzichten die Kinder- und Jugendbücher, die ich lese, auf Liebesgeschichten. Klar gibt es hier und da eine gegenseitige Schwärmerei oder ein aufkommendes Bewusstsein bei den jugendlichen Protagonisten, dass man für eine Person vielleicht mehr als Freundschaft empfindet. Aber das Ganze wird in den meisten Büchern so abgehandelt, dass es dezent und relativ realistisch verläuft. Insta-Interesse eventuell ja, aber nicht Insta-Love, sondern vor allem Beschreibungen von wachsender Freundschaft, Gesprächen und langsam aufkeimende Gefühle, die vielleicht im Laufe der Handlung zu mehr führen. Ich bin so übersättigt von „Liebe auf den ersten Blick und das natürlich für immer und ewig“-Geschichten, dass ich diese zurückhaltenden Beschreibungen von Zuneigung wirklich genieße. Natürlich kann ich auch eine gute Liebesgeschichte genießen, aber ich möchte die Möglichkeit haben, selbst zu entscheiden, ob ich eine Liebesgeschichte oder z. B. einen Fantasyroman lese, statt in Erwartung eines fantastischen Abenteuers auf eine Romanze zu stoßen, deren fantastische Elemente nur mit Mühe und Not von der (meist dramatischen) Beziehung der Protagonisten ablenken können.

Ich fürchte also, dass ihr hier auch weiterhin mit vielen Besprechungen von (fantastischen) Kinder- und Jugendbüchern leben müsst, weil ich gerade so viel Spaß daran habe.

Dies und Das (6): Die Winterkatze und Raymond Chandler

Manchmal gönne ich mir den Luxus und arbeite mich intensiv in einen Themenbereich ein. Momentan haben mich zwei komplett gegensätzliche Krimiautoren und die Lust, mehr über sie herauszufinden, gepackt. Angefangen hat es mit Raymond Chandler, dessen Romane ich schon seit vielen Jahren kenne und liebe (und dessen Biografie schon eine Weile auf meinem Sachbuch-SuB liegt). Lustigerweise habe ich die Bücher bislang immer nur aus der Bibliothek ausgeliehen – und dort habe ich mir auch einen Stapel Hintergrundinformationen über ihn geholt. Unter anderen war das Buch „Die simple Kunst des Mordes“ darunter, welches eine thematisch geordnete Sammlung von Chandlers Briefen (bzw. Briefausschnitten) beinhaltet – oh, und welches ich sehr empfehlen kann, wenn man die Person Chandler kennenlernen möchte.

Ich liebe es, mich kopfüber in so ein Thema zu stürzen, Informationen zu sammeln, zu vergleichen und zu verarbeiten. Nach einer Pause lese ich dann die Romane des Autors noch einmal mit ganz neuen Augen, weil ich inzwischen ein konkreteres Bild von der Person hinter der Geschichte habe und mich immer mal wieder frage, welche Lebenserfahrungen und welche Beobachtungen wohl in das Buch eingeflossen sind. Aber momentan bin ich an dem Punkt angelangt, an dem mir der Kopf schwirrt vor lauter Raymond-Chandler-Zitaten und an dem ich das Gefühl habe, ich brauche dringend ein Kontrastprogramm. Dabei habe ich gerade solche Lust auf Krimis – vor allem auf Krimis, die man (so wie Chandlers Romane) zu den „hardboiled novels“ zählen kann …

Auf der anderen Seite hat mich eine Bemerkung von Chandler über die Bücher von Agatha Christie wieder auf diese Autorin gebracht. Naja, dank ihres 120sten Geburtstags, der am 15. September gewesen wäre, kommt man zur Zeit sowieso nicht an ihr vorbei. Also wanderte bei einem der letzten Bibliotheksbesuche ein Stapel Christie-Biografien mit mir nach Hause. Einige davon kenne ich schon und habe sie auch in meinem Besitz – allerdings in einer Umzugskiste, an die ich nur herankäme, wenn ich gefühlte 60 andere Kisten versetzen würde, was gerade nicht drin ist.

Und nun schleiche ich um diesen Stapel mit Biografien herum, habe Lust auf dieses Kontrastprogramm und fürchte doch, dass mein Kopf zur Zeit nicht noch mehr Informationen verarbeiten kann. Auch weiß ich nicht, was mein Mann dazu sagen wird, wenn er in den nächsten Wochen wieder jeden Abend ungefragt mit Daten, Fakten und Gedanken zu einem Autor gefüttert wird. Eigentlich hätte er nach der Arbeit doch manchmal ganz gern seine Ruhe. 😉 Trotzdem reizt es mich, mich mit Chandlers Aussagen im Hinterkopf auf Agatha Christies Leben und Werk zu stürzen und herauszufinden, wie weit Raymond Chandlers Sicht auf sie vielleicht meine Wahrnehmung beeinflusst hat.

Jussi Adler-Olsen: Erbarmen – erster Eindruck!

Hier und da konnte man aus meinen Rezensionen ja schon rauslesen, dass ich in den letzten Jahren nicht so ganz glücklich mit den aktuellen Kriminalromanen war. Inzwischen bin ich schon froh, wenn ich einen richtig unterhaltsamen Roman erwische und erwarte schon gar nicht mehr, dass es spannend sein könnte oder ich von der Auflösung am Ende überrascht sein werde. Im Gegenzug ärgere ich mich umso mehr, wenn ich über Autoren stolpere, die ekelerregende Darstellungen auf die Spitze treiben, weil sie – im besten Fall – denken, dass das für Spannung sorgt, oder – im schlimmsten Fall – wissen, dass das Verkaufszahlen bringt.

Das alles hat dafür gesorgt, dass ich immer kritischer an die Romane herangehe, die mit einem fetten „Thriller“ auf den Markt kommen. Und während ich eben beim Frühstück die ersten 100 Seiten von gelesen von „Erbarmen“ gelesen habe hat eine kleine zynische Stimme in meinem Hinterkopf eine Liste abgehakt mit den Dingen, die zu einem skandinavischen Kriminalroman wohl einfach dazugehören:

– Erstklassiger, aber desillusionierter Ermittler? Vorhanden!
– Hat der Ermittler vor kurzem ein traumatisches Erlebnis gehabt? Jupp!
– Ist die Ehe des Ermittlers kaputt? Natürlich!
– Seltsame Mitbewohner oder Nachbarn (keine unbedingt erforderliche Zutat, aber gern verwendet)? Ja, gibt es!
– Hat er Ärger mit Kollegen/dem Vorgesetzten? Auch den Punkt können wir abhaken!

Ich hätte bestimmt noch mehr Dinge gefunden, aber dann kam Assad! Hafez el-Assad ist die Hilfskraft des Kriminalbeamten Carl Mørck und eigentlich soll er nur für Ordnung und Sauberkeit sorgen, doch dafür ist er zu fleißig, zu intelligent und zu integer. Auch bei dieser Figur hat der Autor ein paar Klischees ausgepackt, diese aber so liebevoll verwendet, dass ich darüber hinwegsehen kann. Im Moment finde ich Assad großartig! Ich würde ihn sehr gern engagieren – jetzt sofort und auf der Stelle! Ich bin mir sicher, er hätte im Nu meinen Garten, meinen Haushalt, meine Katzen und meine Arbeit im Griff – oder er würde zumindest dafür sorgen, dass ich diese Dinge besser im Griff hätte. 😉

Es ist nicht so, dass ich nicht neugierig darauf bin, was der Politikerin Merete Lynggaard genau zugestoßen ist, wer der oder die Täter sind oder ob und wie Carl Mørck eine Spur in diesem alten Fall findet, aber jetzt gerade freue ich mich vor allem auf weitere Szenen mit Assad.

Bruce Coville: Die Einhorn-Chroniken (Informationen)

Da in den letzten Tagen erstaunlich viele Suchanfragen zu den Einhorn-Chroniken kamen, gibt es hier mal einen Überblick über die Reihe:

Die Einhorn-Chroniken 1 – Das Tor zwischen den Welten (beinhaltet die englischen Titel „Into the Land of the Unicorns“ und „Song of the Wanderer“)
Die Einhorn-Chroniken 2 – Das Geheimnis des Flüsterers (beinhaltet den englischen Titel „Dark Whispers“
Die Einhorn-Chroniken 3 – Die Schlacht am Weltenbaum (beinhaltet die erste Hälfte des englischen Titels „The Last Hunt“)
Die Einhorn-Chroniken 4 sind vom Verlag noch nicht angekündigt, wird aber wohl die Geschichte zum Abschluss bringen, da „Die Schlacht am Weltenbaum“ vom Loewe Verlag als „Band 3 von 4“ bezeichnet wird.

Ich vermute mal, dass die Erscheinung des dritten Bandes so viele Leute auf meinen Blog gelockt hat.

„Die Schlacht am Weltenbaum“ erscheint laut Verlag in diesem Monat (Amazon wird es am 15.September ausgeliefert) und umfasst 336 Seiten (inklusive Nachwort vom Autor). Da das englische Original „The Last Hunt“ 624 Seite dick ist, muss man also davon ausgehen, dass die Geschichte für die deutsche Veröffentlichung geteilt wurde. Das erklärt auch, warum es Loewe möglich war den Titel gerade mal 3,5 Monate nach Veröffentlichung des Originals auf den deutschen Markt zu bringen.

Ich persönlich ärgere mich ja immer sehr über solche Teilungen. Nicht nur, weil der Leser dank fehlender Verlagsinformationen mühsam selber recherchieren muss, um sowas herauszufinden, sondern auch, weil die Geschichte vom Autor nicht so geschrieben wurde und eine Halbierung in der Regel zu einem unbefriedigenden Leseerlebnis führt. So auch bei „Die Schlacht am Weltenbaum“ – so spannend die Handlung ist, so sehr hat mich das Ende frustriert. Nun, mehr dazu gibt es dann in einer ausführlicheren Rezension …

Warum rezensiere ich welches Buch?

Ich lese deutlich mehr Bücher, als ich auf diesem Blog rezensiere – sogar mehr Bücher, als man anhand meiner Angaben bei „Ich lese gerade“ nachvollziehen kann, da ich den Bereich nicht immer so schnell aktualisiere, wie ich lese.

Zwischen dem 1. Januar 2010 und dem 31. August 2010 habe ich zum Beispiel 198 Bücher, Comics und Hörbücher „konsumiert“, aber nur 47 Titel rezensiert. Dabei gehe ich bei der Wahl der Sachen, die ich für den Blog rezensiere, rein nach Bauchgefühl. Ich nehme mir immer deutlich mehr vor (mein Mann „liebt“ den Buchstapel neben dem PC), aber wenn zu viel Zeit zwischen dem Lesen und dem Schreiben verstrichen ist, dann kommt ein Buch eben einfach so ins Regal, ohne dass ich es besprochen habe.

Ich rede nicht unbedingt über jedes Buch, das mich total begeistert oder enttäuscht hat, und ich schreibe nicht über jede Leihgabe, auch wenn ich mir mit denen mehr Mühe gebe als mit meinen eigenen Titeln. Ich bespreche relativ wenige Sachbücher (habe ich überhaupt schon mal eins besprochen? – ne, noch keine Sachbuch-Rezension im Blog, auch wenn da mal wieder eins auf eine Besprechung wartet). Die Rezensionen gehen quer durch alle Genres – Kinderbücher machen mir Spaß, darüber schreibe ich gern, vor allem, wenn mich eins wirklich gut unterhalten hat. Liebesromane erkunde ich gerade recht systematisch, also gibt es auch davon erstaunlich viele auf meinem Blog. Krimis sind – ebenso wie Fantasygeschichten – eine alte Leidenschaft von mir, werden aber zur Zeit nicht so häufig von mir besprochen, weil ich immer weniger finde, über die ich was Aussagekräftiges zu schreiben habe. Viele sind einfach nett, während mir andere das Gefühl geben, dass ich genau diese Geschichte schon x-mal gelesen habe – und damit mag ich mich dann nicht länger beschäftigen.

Es gibt den einen oder anderen Titel, den ich bespreche, weil er auf scheinbar allen anderen Buchblogs erwähnt wird. Nicht, weil ich mitziehen will – auch wenn ich zugebe, dass mein Leseverhalten auch von den Rezensionen anderer beeinflusst wird -, sondern häufig, weil ich Punkte ansprechen will, die ich anders empfunden habe oder die mir bei anderen Kritiken gefehlt haben. Andere Bücher bespreche ich, weil mir jemand beim SuB-Zuwachs einen Kommentar hinterlassen hat, dass er auf meine Meinung gespannt ist und noch überlegt, ob der Roman etwas für ihn ist.

Auffällig finde ich es immer, dass auf anderen Blogs immer wieder in den Kommentaren erwähnt wird, dass die Leser es so toll finden, wenn Bücher außerhalb des Mainstreams besprochen werden. Doch bei mir muss ich feststellen, dass das dann auch die Beiträge sind, zu denen die wenigsten Leute etwas zu sagen haben. Also werde ich es weiterhin so halten, dass ich einfach rezensiere, worauf ich Lust habe, und ihr müsst dann auch mal damit leben, wenn auf meinem „Buchblog“ in einem Monat nur zwei Rezensionen online gehen.

Ich werde auch keine „Kurzrezensionen“ einführen und nur ein paar Sätze zu einem Buch sagen, denn 1. fällt es mir meistens schwer, mich kurz zu fassen, und 2. will ich mich nicht selbst verpflichten, jedes gelesene Buch hier vorzustellen. Dann würde das Bloggen zur Arbeit, statt ein angenehmes Hobby zu sein – und Arbeit habe ich an anderer Stelle schon genug. Dafür habe ich mich von Natira „breitschlagen“ lassen, am Ende des Jahres mal eine Liste aller gelesenen Titel einzustellen, die ihr dann nach Herzenslust kommentieren dürft. Na ja, wenn denn einer von euch die Geduld hat, um sich die ganzen aufgeführten Bücher, Hörbucher und Comics anzugucken. 😉

Orange Katze bzw. Kindheitserinnerung gesucht!

Oder genauer gesagt: Ich suche ein Buch, an das ich mich nur noch ganz vage erinnere – es hatte allerdings eine orange Katze auf dem Cover, die auch eine wichtige Rolle in der Geschichte spielte. Vielleicht hat einer von euch eine Idee welchen Titel dieser Roman haben könnte oder von welchem Autor es stammen könnte.

Seit vielen Jahren muss ich immer wieder an dieses Buch denken – und das Lesen von „Die geheime Sammlung“ hat es mir nur noch lebhafter wieder in Erinnerung gerufen. Wenn ich mich richtig erinnere, dann spielt die Geschichte in England – vermutlich noch während der Kolonialzeit, aber das ist eher geraten.

Hauptfigur dieser Geschichte ist eine Junge – da bin ich mir fast sicher *g* – und ständig kommt eine orange Katze vor. Der Junge wohnt recht unbeaufsichtigt in einem großen Haus und sieht eines Tages in einem Spiegel ein Mädchen. Das Mädchen wird (von einem bösen Zauberer?) gefangen gehalten und natürlich versucht der Junge sie zu befreien. Dazu muss er verschiedenen silberne Gegenstände finden unter anderem einen Teekessel und einen silbernen Fisch (der übrigens von der Katze gefressen wurde, weshalb es ihr möglich ist in den Welten vor und hinter dem Spiegel zu sein).

Wenn ich da nichts durcheinanderbringe – ich habe als Kind eine ganze Menge fantastischer Jugendbücher gelesen – , dann bekommen die beiden unter anderem Hilfe von den vier Winden und anderen übernatürlichen Gestalten.

Einzig an das Ende erinnere ich mich noch ganz gut: Der Vater des Jungen kommt nach langer Zeit wieder nach Hause zurück und eröffnet seinem Sohn, dass er (in Indien, wenn ich mich recht erinnere) wieder geheiratet hat. Und als er dem Jungen seine neue Frau und deren Tochter vorstellt, stellt sich heraus, dass seine neue Schwester das Mädchen aus der Spiegelwelt ist.

Wenn also einer von euch eine Idee hat, was für ein Buch das sein könnte, dann wäre ich über einen Kommentar sehr dankbar! Ich hatte den Roman als Kind ein paar Mal aus der Bibliothek ausgeliehen – und da ich mich heute noch mit einem guten Gefühl daran erinnere, würde ich zu gern schauen, ob ich die Geschichte irgendwie gebraucht auftreiben könnte. Aber dafür benötige ich halt einen Titel, einen Autorennamen oder sonst etwas greifbares.

Laura Kalpakian: Café Eden – meine Erwartungen

Der Realität ihrer Kindheit entflieht Eden Douglass, in dem sie sich schon früh der Kunst des Kochens und Backens widmet. Auch später, als sie an die falschen Männer gerät, ist die Küche ihr Zufluchtsort. Doch erst als sie endlich ihr Leben in beide Hände nimmt und das „Café Eden“ eröffnet, erfährt sie wahre Unabhängigkeit – und Glück. Und eines Tages kann vielleicht doch die Liebe in ihr Leben treten …

In dem Beitrag Eine Klappentextfrage! hatte ich gefragt, was für Erwartungen ihr anhand der Inhaltsangabe an diese Buch habt – und zum großen Teil stimmten eure Vorstellungen mit meinen überein. Ich war auch davon ausgegangen, dass Eden viel Pech im Leben gehabt hatte, dass sie vielleicht eine (oder mehrere) unglückliche Liebesgeschichten erlebt und sich dann verletzt zurückgezogen hatte. Doch eines Tages ergreift sie die Gelegenheit und eröffnet ein Café – und dieser Ort wird dann zum Mittelpunkt der Geschichte. Ich hatte erwartet, dass zumindest die Hälfte der Handlung in diesem Café stattfindet (und nicht nur das letzte Kapitel). Ein bisschen wie in „Chocolat“, wo die Chocolaterie zum Zentrum des Geschehens wird und wo sich Freunde finden und man Einblicke in die Lebensgeschichten der Figuren bekommt. Und ich war davon ausgegangen, dass ich im Laufe des Romans eine schöne Liebesgeschichte präsentiert bekomme …

Bevor ich die Besprechung zu dem Buch einstelle, gehe ich erst einmal auf eure Kommentare zum anderen Beitrag ein:

Eden ist keine introvertierte Person – und auch kein Mauerblümchen.

Es geht in der Geschichte sehr viel ums Essen, aber es wird nicht sinnlich über Gewürze und das Kochen geschrieben.

Edens Kindheit verläuft problematisch und doch nicht, denn ihre Eltern sind zwar nicht gerade geeignet Kinder aufzuziehen, aber dafür gibt es eine große Familie, die sich in alles einmischt und dafür sorgt, dass das Mädchen dann doch in gesicherten Umständen aufwächst.

Es gibt keinen besonderen Punkt, an dem Eden feststellt, dass ein Café sie glücklich machen könnte. Sie muss nur irgendwann eine Möglichkeit finden, um sich und ihre Familie ernähren zu können.

„Café Eden“ ist keine Selbstverwirklichungs- und Selbstfindungsgeschichte, auch wenn Eden lange Zeit auf der Suche nach dem richtigen Leben für sich ist. Sie ist sich nur einer Sache sicher: Sie will nicht so leben wie ihre weibliche Verwandtschaft, sie erwartet mehr vom Leben als eine brave mormonische Ehefrau mit einem Haufen Kinder zu sein.

Das Café eröffnet sie mit ungefähr fünfzig Jahren – und ich persönlich würde nur wenige der Rezepte aus dem Buch nachkochen wollen, was auch damit zusammenhängt, dass ich nun mal kein Fleisch esse.

Außerdem gab es mehr als einen „guten Geist“ im Hintergrund, doch vor allem hat Eden von ihrer Tante Afton das Kochen gelernt.

Ich finde nicht, dass Eden richtig leiden muss, auch wenn es traurige Momente in ihrem Leben gibt – allerdings kann mein mangelndes Mitgefühl mit ihr auch an der Erzählweise liegen.

In diesem Buch gibt es vor jedem Kapitel ein Rezept, es gibt Zutaten und kochende Frauen, aber es ist weniger ein emotionaler Roman oder gar eine seichte Geschichte.

Genau genommen ist „Café Eden“ nämlich eine Familien-Saga, aber das verrät einem nicht die Inhaltsangabe des Verlags. Erst wenn man das Buch in den Händen hält, dann fällt einem das Zitat des „Top Magazins“ auf, in dem dieser Punkt erwähnt wird.

Eine Klappentextfrage!

Ich habe gerade „Café Eden“ gelesen und will euch noch gar nichts darüber erzählen, aber ich möchte euch hier einmal den Klappentext präsentiere und von euch wissen, was für ein Buch ihr bei der Inhaltsangabe erwartet.

Der Realität ihrer Kindheit entflieht Eden Douglass, in dem sie sich schon früh der Kunst des Kochens und Backens widmet. Auch später, als sie an die falschen Männer gerät, ist die Küche ihr Zufluchtsort. Doch erst als sie endlich ihr Leben in beide Hände nimmt und das „Café Eden“ eröffnet, erfährt sie wahre Unabhängigkeit – und Glück. Und eines Tages kann vielleicht doch die Liebe in ihr Leben treten …

Nun bin ich gespannt darauf, was für eine Art Geschichte ihr erwartet und was Eden eure Meinung nach für eine Person ist und wie ihr Leben – soweit man es anhand des Klappentextes vermuten kann – aussieht.

Die Winterkatze und die Bibliotheken

Solange ich mich erinnern kann, gehören Bibliotheken zu meinem Leben. Angefangen hat es mit einer kleinen Zweigstelle in einer großen Stadt, wo regelmäßig eine neue Runde Bilderbücher ausgesucht wurde. Leider habe ich nur noch wenige Erinnerungen daran, aber ich weiß noch, dass sich meine große Schwester mal ein Yoga-Buch für Kinder ausgeliehen hatte, bei dem ich die Namen für die verschiedenen Figuren sehr lustig fand. Später hat sie mich manchmal ins Stadtzentrum zur Zentralbibliothek mitgenommen – so ein riesiges Gebäude voller Bücher und es gab sogar einen Raum mit bequemen Stufen und Kissen, wo man Hörbücher hören konnte. So gehören meine ersten Bibliothekserinnerungen und meine Schwester irgendwie zusammen.

Dann zogen wir in einer kleine Stadt mit einer kleinen Bibliothek in einem hübschen Fachwerkhaus in der Innenstadt. Von unserem Gymnasium aus war es nur ein Katzensprung, allerdings reichte die Zeit nicht, um den Bus noch zu erwischen, sodass man sich gut überlegen musst, an welchen Tagen man zur Bibliothek gehen konnte. Nach kurzer Zeit wurde bei mir ein Auge zugedrückt, wenn ich die maximale Ausleihmenge von zehn Büchern überschritt, denn sie konnten sich sicher sein, dass ich spätestens nach einer Woche die Titel wiederbrachte. Viel zu schnell hatte ich mich dort durch die Kinder- und Jugendbuchabteilung gelesen, habe dann die Fantasy- und Science-Fiction-Bücher verschlungen, um danach mit den allgemeinen Romanen und Sachbüchern weiter zu machen. Nur die Krimis habe ich damals gemieden, da ich mir sicher war, dass ich die nicht so mögen würde. Für diese schnuckelige Bibliothek musste man sich etwas Zeit mitbringen, denn die nette Dame, die die Ausleihkarten abstempelte, war körperlich behindert und so dauerte es immer ein bisschen, bis ihre Hand den Stempel auch am richtigen Ort platzierte. Immerhin konnte man die Zeit schön nutzen, um ein bisschen zu schwatzen oder schon mal einen ersten Blick in die Bücher zu werfen und diese behutsam im Extrarucksack oder der Schultasche unterzubringen.

Während des Studiums mochte ich die Bibliothek an der Hochschule nicht so gerne, vor allem war es doch immer arg ärgerlich, wenn es nur ein Exemplar von einem Titel gab, welcher gerade vor 150 Studenten empfohlen wurde. Da half nur kurz vor Vorlesungsende schon mal rausrennen und hoffen, dass man genau dieses Buch als Erste in die Finger bekommt. Aber die Stadtbibliothek an meinem Studienort war auch wieder in einem schönen alten Gebäude untergebracht und hier entdeckte ich dann auch die Krimiabteilung für mich – was zu einigen seltsamen Lesestunden geführt hat, da die dortige Auswahl doch auch etwas ungewöhnlicher Sparten abdeckte. Hier fiel mir auch zum ersten Mal auf, dass man versuchte so effizient wie möglich mit seinen Lesern umzugehen. So war sowohl die Ausleihe als auch die Abgabestelle immer mit mindestens zwei Personen besetzt, sodass mir häufig die Bücher schneller aus der Hand genommen wurden, als ich sie aus meinem Rucksack holen konnte. Nicht sehr angenehm und mit ein Grund, warum ich nicht mehr wöchentlich in die Bibliothek ging.

Dann habe ich selber ein paar Jahre in einer Bibliothek gearbeitet und dort miterlebt, welche Arbeiten so tagtäglich hinter den Kulissen anfallen. Neben all den anderen Dingen, kommt spätestens nach ein paar Monaten, in denen man jeden Morgen total verschmierte Kinderbücher wieder in die Bilderbuchtröge und Regale einsortiert hat, der Moment, an dem man sich wünscht, man könnte jedem Benutzer einen Verhaltenskodex aufdrücken, der dafür sorgt, dass jeder einzelne Leser so sorgfältig wie möglich mit den Büchern umgeht. Früher – so erzählten mir die Kollegen – gab es noch eine Putzfrau, die regelmäßig die Bücher durch eine Buch-Waschmaschine gejagt hat. Aber die Stelle wurde eingespart und so hatte eigentlich jeder von uns neben dem Schreibtisch einen Stapel besonders schlimm verschmutzter Bücher, und wenn mal wieder etwas Luft im Arbeitsalltag war, dann griff man zu einem feuchten Lappen und fing an die Bücher zu putzen … Doch viel Zeit blieb für sowas nicht, denn je länger ich dort arbeitete, desto mehr fiel mir auf, dass die Bücher in einer Bibliothek so langsam nur noch Nebensache sind.

Hier habe ich auch erlebt wie auf die Selbstverbuchung umgestellt wurde. Für diejenigen von euch, die das nicht kennen: Bei der Selbstverbuchung hat der Leser eigentlich keinen Kontakt mehr zu den Bibliotheksmitarbeitern, man nimmt den Stapel mit Büchern, die man ausleihen will, scannt sie selber ein und wandert dann aus dem Gebäude. Zumindest, wenn alles richtig klappt und es dabei nicht zu Fehlern kommt. Natürlich ist man auch selber dafür verantwortlich, dass die ausgeliehenen Hörbücher auch alle CDs beinhalten, dass man nicht die Titel des Typen, der zu dicht hinter einem steht, mitausleiht und auch sonst sollte man sich genau angucken, was man da tut. Natürlich wurde vorher versichert, dass durch die Selbstverbuchung kein Stellen wegfallen – und ebenso natürlich kommt es gerade an meinem alten Arbeitsplatz ganz anders als vorher versprochen. Doch das habe ich dann nicht mehr mitbekommen, da ich inzwischen umgezogen bin.

Hier an meinem neuen Wohnort ist die nächste Zweigstelle nur ein paar Minuten zu Fuß entfernt – und so gehe ich regelmäßig Mittwochs in die Bibliothek und hole mir ein paar Bücher ab. Da mein SuB ja nicht gerade klein ist, greife ich zur Zeit nur noch auf Bibliotheksbücher zurück, wenn mir ein Titel empfohlen wird, den ich erst einmal nur antesten will, oder manchmal habe ich ein (gekürztes) Hörbuch hier und würde es gern mit dem Roman vergleichen oder ich habe zwar den ersten und dritten Band einer Reihe, aber nicht den zweiten. Zum Glück ist die örtliche Bibliothek sehr gut sortiert und wenn meine Zweigstelle mir nicht weiterhelfen kann, dann bekomme ich meine Bücher von den anderen geliefert.

Ich genieße es, wenn ich am Mittwochvormittag ein paar Worte mit den Bibliotheksmitarbeitern wechseln kann. In der Regel nicht mehr als „Das hier möchte ich zurückgeben – und dann ist da noch was für mich vorgemerkt.“ Und als Antwort kommt dann in der Regel „Nächste Woche müssen Sie noch ein Buch abgeben“ und dann wird mir mit einem „Sie kennen sich ja mit der Selbstverbuchung aus“ mein vorgemerkter Stapel in die Hand gedrückt. Doch nicht heute! Heute wurde ich darüber informiert, dass von nun an auch die Vormerkungen ohne „Menschenkontakt“ ausgegeben werden – denn nun wurde dafür extra ein Regal aufgebaut, wo man seine Vormerkungen selber rauszupfen muss.

Ganz ehrlich, ich hasse es, dass meine Bibliotheksbesuche immer unpersönlicher werden. Ich warte nur noch darauf, dass auch die Rückgabe per Selbstverbuchung erfolgt – und dann muss man gar kein Wort mehr mit einem Menschen wechseln, wenn man Bücher aus der Bibliothek nutzen will. Ich vermisse die kleinen Gespräche über die Ausleihtheke hinweg, bei denen man im schlimmsten Fall nur eine kurze Bemerkung über das Wetter austauschte und im besten Fall ein paar Buchtipps mit auf den Weg bekam. Wenn das so weitergeht, dann kann ich ja gleich die „Onleihe“ nutzen, dafür muss ich nicht mal aus dem Haus gehen, sondern „leihe“ mir Text- oder Audiodateien über mein Bibliothekskonto aus und kann die dann am PC lesen oder hören.

Aber genau das will ich nicht! Ich will in eine Bibliothek gehen und die Regale durchstöbern, ich will ein paar Worte mit einer Bibliothekarin oder einer FaMI wechseln, ich möchte Buchtipps von ihnen oder anderen Benutzern der Bibliothek bekommen und mich einfach in einem Gebäude voller Bücher wohlfühlen können. Vielleicht bin ich hoffnungslos altmodisch, aber der menschliche Kontakt hat doch – neben all den tollen Büchern – dazu geführt, dass ich als Kind so gern in die Bibliothek ging.

Vielleicht seht ihr das ja anders oder vielleicht gehört ihr ja zu den Leuten, die zwar gern lesen, aber nie eine Bibliothek nutzen würden, doch mich macht diese Entwicklung einfach nur traurig …