Schlagwort: Buchgedanken

Ein paar Gedanken zu Pseudonymen …

Und es sind wirklich nur „ein paar Gedanken“, weil ich selber nicht so richtig weiß, in welche Richtung ich damit gehen will. 😉 Ich muss gestehen, dass ich bei „geschlossenen Pseudonymen“ selten mitbekomme, welche Person hinter dem Pseudonym steht, selbst wenn das Pseudonym „geknackt“ wird – und das ist ja auch Sinn der Sache. Mir ist es relativ egal, wer tatsächlich hinter einem Pseudonym steckt (auch wenn ich Robert Galbraith definitiv nicht mehr lesen werde). Mir ist es vor allem wichtig, dass ich mich darauf verlassen kann, dass ich bei Büchern, die unter einen bestimmten Namen veröffentlicht werden, auch ungefähr die gleiche Art von Geschichten vorfinde, die ich unter demselben Namen schon gelesen habe.

Ich kenne so einige Autorinnen (und mir fällt gerade auf, dass es wirklich alles Autorinnen sind), die ein oder mehrere „offene Pseudonyme“ verwenden, wenn sie Romane in unterschiedlichen Genres veröffentlichen. Spontan fallen mir zum Beispiel Seanan McGuire ein, die unter ihrem realen Namen Fantasy schreibt und unter „Mira Grant“ (wissenschaftliche) Horrorromane veröffentlicht, oder Ursula Vernon, deren Kinderbücher unter ihrem realen Namen veröffentlicht werden, während sie das Pseudonym „T. Kingfisher“ für alle Geschichten verwendet, die nicht so einfach in ein Genre zu packen sind (zumindest ist das das Kriterium, das sie mal in einem Tweet für dieses Pseudonym angebeben hat). C.E. Murphy veröffentlicht unter C.E. Murphy (Urban) Fantasy, unter Catie Murphy Cozy Mysteries, unter Murphy Lawless Gladiator-Gestaltwandler-Liebesgeschichten und unter Zoe Chant Gestaltwandler-Liebesgeschichten (ohne Gladiatoren, sehr süß und sehr amüsant).

Allerdings wird es mit dem Pseudonym Zoe Chant kompliziert, denn das ist ein geteiltes Pseudonym. Es gibt gleich mehrere Reihen, die unter Zoe Chant veröffentlicht wurden, und nur die Virtue-Shifter-Reihe wurde von C.E. Murphy geschrieben. Wenn ich mich richtig erinnere, dann erwähnte C.E. Murphy irgendwann einmal, dass es drei Personen sind, die sich das Pseudonym teilen, aber ich bin mir da nicht sicher. Auf jeden Fall habe ich in den letzten Tagen, während ich auf der Suche nach netter, vorhersehbarer Unterhaltung war, die mich aufheitert und auch ohne große Konzentration lesbar ist, Zoe-Chant-Geschichten gelesen, die nicht zur Virtue-Shifter-Reihe gehörten. Und ich bin dabei auf ziemlich große Qualitätsunterschiede gestoßen, die mich ehrlich gesagt irritieren. Die Virtue-Shifter-Reihe von C.E. Murphy mag ich wirklich gern, auch wenn ich es etwas schade finde, dass in den aktuelleren Romanen die Handlung in der Regel binnen weniger Tagen stattfindet, womit das langsame Kennenlernen der Figuren (das mir im ersten Roman so gut gefiel) dann doch wieder wegfällt. Vor allem aber mag ich den Humor in dieser Reihe und sitze beim Lesen die ganze Zeit kichernd da (und fliege zugunsten der nächsten amüsanten Szenen über die nur angedeutete einzelne Sexszene in der Handlung hinweg).

Bei dem in den letzten Tagen gelesenen Titel „Tor“, der der erste Band der Westerly-Cove-Reihe ist, ging es mir ähnlich. Ich fand die Geschichte zwar nicht ganz so witzig wie die letzten Virtue-Shifter-Bände, aber ich habe mich gut amüsiert und mich darüber gefreut, dass „diese“ Zoe Chant auch noch ein paar andere übernatürliche Elemente wie Gargoyles und Geister in ihre Geschichte eingebaut hatte. Laut der Anmerkung am Ende des Romans ist die Westerly-Cove-Reihe ein Spin-off der „Stone Shifters“-Reihe, und außerdem gibt es den Hinweis auf die „Bodyguard Shifters“ und „Bears of Pinerock Country“, ebenso wie einen Hinweis auf Romane, die unter dem Namen Lauren Esker geschrieben wurden.

Zuletzt habe ich noch Zoe Chants „Dancing Bearfoot“ (können wir bitte mal über diese Titel reden? Oo) gelesen, den erste Band der Green-Valley-Shifters-Romane, und ich hatte ein deutliches Problem mit der Geschichte. Genau gesagt fehlte es mir an Handlung, während die (erschreckend schlecht geschriebenen) Sexszenen gefühlte 80 von 122 Seiten ausmachten. Aber natürlich habe ich mir trotzdem die Hinweise auf andere Romane am Ende der Geschichte angeschaut und dabei die „Shifting Sands Resort“-, „Fae Shifter Knights“-, „Green Valley Shifters“- und die „Virtue Shifters“-Reihe erwähnt gefunden. Letzteres hat mich total irritiert, denn ich weiß ja, dass diese von C.E. Murphy geschrieben werden und nicht von derselben Person, die „Dancing Bearfoot“ geschrieben hat (außerdem fehlen da die Reihen, die bei der zweiten Zoe Chant gelistet waren). Zusätzlich gibt es noch den Hinweis auf Romane, die von Elva Birch geschrieben wurden, wie die „Day Care for Shifters“-, die „Royal Dragons of Alaska“ und die „Suddenly Shifters“-Reihe.

Ich weiß nicht, ob „Dancing Bearfoot“ exemplarisch für den Erzählstil dieser Zoe-Chant-Autorin ist, aber nach dem Lesen dieser Geschichte würde ich von ihr eher die Finger lassen. Was bedeutet, dass ich nun – trotz der Reihenlisten am Ende der jeweiligen Romane – keine Lust mehr auf weitere Zoe-Chant-Experimente habe, weil es keine (in meinen Augen zuverlässigen) Informationen darüber gibt, welche Autorin für welche Reihe zuständig ist. Und ich habe definitiv keine Lust auf schlecht geschriebene Sexszenen, wenn ich eigentlich auf der Suche nach überaus amüsanten Liebesgeschichten bin. Was mich darauf bringt, wie schwierig ich so ein geteiltes Pseudonym finde, vor allem, wenn es keine – für mich leicht zugängliche – Übersicht gibt, die mir erklärt, welche Autorin jetzt genau für welche Geschichte verantwortlich ist. Hinter anderen „geteilten Pseudonymen“, die ich kenne, verbergen sich normalerweise Personen, die gemeinsam an einer Geschichte schreiben, und damit kann ich gut leben. Aber wenn ein geteiltes Pseudonym dafür sorgt, dass es für mich zum Glücksspiel wird, ob ich einen Roman erwische, der mir gefällt oder nicht, dann frustriert mich das.

Von Hexen, Sex und Logik-Lücken!

Ich gebe zu, dass ich nicht soooo viel Logik erwarte, wenn ich einen Urban-Fantasy-Roman lese, der anscheinend nichts anderes sein soll als eine seichte Liebesgeschichte mit einem fantastisch angehauchten Setting. Und etwas in der Art hatte ich nach dem Lesen der Inhaltsangabe von „Wicked Good Witches (Supernatural Protectors – A Legacy of Magic Books 1-3)“ von Ruby Raine erwartet – auch wenn zu Beginn des Sammelbands darauf hingewiesen wurde, dass die Handlung „strong language and adult content“ enthält und das Buch deshalb nur von Personen, die älter als 18 Jahre sind, gelesen werden sollte. *g* Das eBook gehört zu einem ganzen Haufen von Titeln, die ich vor Kurzem auf einer Liste mit kostenlosen (bzw. 99 Cent kostenden) Fantasybüchern rund um Hexen gefunden und deshalb auf meinen eReader geladen habe. Dieser Sammelband beinhaltet die drei Geschichten „Magic, Blood, and Bone“, „The Fallen Shifter“ und „Mermaid Sisters Screaming“ und alle drei Titel zusammen kommen gerade mal auf 357 Seiten. Außerdem sind die Geschichten so geschrieben, dass sie sich theoretisch schnell und flüssig lesen lassen, wenn ich nicht immer wieder innegehalten hätte, weil ich so genervt von der Handlung und den Charakteren war.

Um mehr auf Details eingehen zu können, sollte ich vermutlich erst einmal etwas zur Grundidee dieser Reihe erzählen. Die Handlung spielt auf einer Insel, deren Bewohner ebenso wie die örtliche magische Kraftquelle von der Familie Howard beschützt werden. Dabei besteht die Familie aktuell nur noch aus Charlie, Michael und Melinda sowie dem über 400 Jahre alten Vampir William Wakefield. Die Eltern der drei Geschwister sind vor vier Jahren spurlos auf der Insel verschwunden – vermutlich waren sie zu dem Zeitpunkt auf der Suche nach der Magiequelle. Ein Großteil der Inselbewohner hat – ebenso wie fast alle Touristen – angeblich keine Ahnung, dass Magie überhaupt existiert, auch wenn die Kraftquelle der Insel Magie-beherrschende und/oder übernatürliche Bewohner und Besucher … äh … magisch anzuziehen scheint. Die Howards haben nun den ererbten Job, dafür zu sorgen, dass keine Menschen durch übernatürliche Wesen zu Schaden kommen, niemand die Kraftquelle für böse Zwecke nutzt und außerdem helfen sie dem örtlichen weiblichen Sheriff bei den Ermittlungen.

Fangen wir an mit den Charakteren: Charlie ist nicht nur – wie jeder Howard – von Geburt an eine Hexe, sondern auch ein Werwolf, da er vor zehn Jahren von einem weißen Alpha-Wolf gebissen wurde. Seltsam an diesem weißen Werwolf war, dass er 1. nur zu diesem einen Zeitpunkt auf der Insel auftauchte, 2. es eigentlich auf Charlies Vater abgesehen hatte und 3. sich in einen Wolf verwandeln und jemand anderen mit dem Werwolftum anstecken konnte, obwohl kein Vollmond war. Charlie ist pflichtbewusst, sorgt sich um seine jüngeren Geschwister und kämpft jeden Tag darum, den Wolf in sich nicht Überhand nehmen zu lassen. Der Wolf ist auch der Grund dafür, weshalb Charlie keine Beziehung haben kann, denn er könnte ja aus Versehen jemanden beim Sex beißen und den Fluch so weitergeben, oder sein Wolf könnte jemanden in einem hemmungslosen Moment umbringen …

Michael ist ebenfalls eine Hexe – seine Magie besteht darin, dass er nicht nur die Gefühle (fast) aller Personen um sich herum wahrnehmen kann, er kann auch die letzten Momente eines Verstorbenen sehen/nacherleben und weiß dadurch Dinge über Tote, die … äh … die Handlung weiterbringen oder auch nicht – je nachdem, wie es der Autorin passt. Seine Empathie kann anscheinend nur durch Bösewichte und Vampire geblockt werden, was sie zu einem überraschend unzuverlässigen Werkzeug für Michael und einem sehr nützlichen Instrument für die Autorin macht … Die 21jährige Melinda hingegen ist als Hexe auf prophetische Träume spezialisiert, und weil sie sich Vorwürfe macht, dass sie das Verschwinden ihrer Eltern nicht vorhergesehen hatte (bzw. damals ihren Albtraum nicht als Prophezeiung erkannte), hat sie in den vergangenen vier Jahren das Haus angeblich nicht verlassen. Trotzdem hat sie es irgendwie fertiggebracht (definitiv außerhalb des Hauses!), ein paar Dates mit unsympathischen Männern zu haben, aber dazu kommen wir später … Zuletzt gehört noch der sexy Vampir William zur Familie, da er sich vor einigen Generationen als Hüter der Howards verpflichtet hat, um Buße für seine (nicht näher benannten) Taten zu tun. Abgesehen davon, dass er und Melinda sich in Gedanken gegenseitig ansabbern, scheint seine Aufgabe darin zu bestehen, als Wachhund zu fungieren … Manchmal darf er auch sein extrascharfes Gehör oder seine jahrhundertealten Erinnerungen einsetzen, aber zu viel sollte man davon nicht erwarten.

Und dann gibt es noch Nebencharaktere – genau genommen Sheriff Mack, die Buchhändlerin Emily und die Cafébesitzerin Grace. Weitere Bewohner der Insel gibt es, da die Straßen ständig überfüllt sind, und das nicht nur mit Touristen – aber sie haben anscheinend alle keinen Namen oder zumindest kennen die drei Geschwister die Namen der Personen nicht, mit denen sie gemeinsam auf der Insel aufgewachsen sind. Sie wissen auch nicht, ob jemand über Magie und die Rolle, die die Howards auf der Insel spielen, Bescheid weiß oder nicht, weshalb sie jedes Mal total überrascht sind, wenn jemand sie darauf anspricht oder gar erzählt, dass die Eltern der drei ihnen mal bei einem magischen Problem geholfen haben. Es gibt auch keine Freunde in ihrem Leben, wenn man von Emily absieht, die gleichzeitig Melindas beste Freundin und Michaels große Liebe ist. Als Nebenfigur sorgt nicht einmal die Tatsache, dass die Figur einen Satz oder eine Szene in der Geschichte bekommt, dafür, dass sie einen Namen (oder gar so etwas wie Charakter) bekommt. Was es für den Leser umso einfacher macht, eventuelle „überraschende“ Enthüllungen in der Handlung vorherzusagen, sobald dann doch mal eine Figur mit einem eigenen Namen auftaucht. (Spoiler: Wir haben es dann mit dem Bösewicht oder mit dem nächsten Opfer der Geschichte zu tun – letztere dürfen zwischendurch auch mal als Liebhaber/in herhalten!)

Was mich zum Sex bringt: In „Magic, Blood, and Bone“ hatte ich das Gefühl, dass alle nur an Sex denken konnten. Egal, ob es sich um die vor einigen Wochen von einem überaus unsympathischen Typen frisch entjungferte Melinda handelt, deren heiße Träumen vom sexy Vampir William handeln, oder um Werwolf-Charlie, der natürlich grundsätzlich seinen Gelüsten nicht nachgeben kann, um William, der keine Ahnung hat, was er da überhaupt fühlt, oder um Michael, der einfach grundsätzlich kein Kostverächter ist und der seiner einzigen wahren Liebe aus ziemlich bescheuerten Gründen nicht seine Gefühle gestehen kann: Sie alle denken ständig an Sex (oder fragen sich, warum sie sich so seltsam fühlen, was bei dieser Autorin auch irgendwie auf Sex hinausläuft). Aber so viel auch alle an Sex denken, keiner hat in diesem ersten Band welchen!

In „The Fallen Shifter“ hingegen fühlt es sich an, als ob alle hemmungslos Sex mit ihnen so gut wie unbekannten Personen hätten. Und natürlich ist dieser Sex immer perfekt, was besonders für Melinda überraschend ist, da ihr erstes Mal so unangenehm war, weil sie ihre Jungfräulichkeit endlich loswerden wollte und deshalb mit dem ersten Typen ins Bett gegangen ist, der dazu bereit war. Die „ich bin 21 und muss endlich entjungfert werden“-Haltung hat mich gelinde gesagt geärgert – darf man als Jungfrau keine heißen Träume oder gar Sex mit einem Unbekannten haben? Oder brauchte die Autorin einen Grund für all die nervigen „ich wusste gar nicht, dass Sex sich so gut anfühlen kann/dass Männer so nett sein können“-Gedanken von Melinda? Die einzigen, die keinen Sex haben, sind die beiden Personen, die in „Magic, Blood, and Bone“ gerade zueinander gefunden haben. Dieses Pärchen muss sich leider auf Händchenhalten und keusche Küsse beschränken, und wenn dann doch mal ein Moment kommt, in dem deutlich wird, dass sie gern Sex hätten, dann kommt irgendein magischer Notfall dazwischen …

Verhütung, Krankheiten oder ähnliches spielen in der Geschichte selbstverständlich keine Rolle – ich bin mir sicher, dass die Magie das schon automatisch regelt … oder so … Allerdings fragt sich Melinda am Ende des dritten Bandes kurz, ob der hemmungslose Sex, den sie mit einem Typen hatte, den sie gerade mal eine halbe Stunde kannte, wohl Folgen gehabt haben könnte. Charlies Wolf scheint außerdem Sex mit Zerfleischen gleichzusetzen, weshalb er nicht nur ausführliche Szenen spendiert bekommt, als Charlie dann doch mal mit einer (durch einen magischen Ring geschützten) Person Sex haben kann, sondern Charlie sich auch sonst den ganzen Tag Sorgen um die mörderischen Triebe seines Wolfes machen muss, wenn es um Frauen geht, die er anziehend findet. Ich würde Ruby Raine gern mal eine Wolfsdoku vor die Nase halten oder zumindest fragen, welche Hintergründe sie sich eigentlich für ihre seltsamen Werwölfe vorgestellt hat, denn diese Mischung aus „alle Werwölfe in der Geschichte haben ihren Wolf voll unter Kontrolle“ und „der Wolf im Werwolf ist unglaublich aggressiv und will nichts anderes als andere Lebewesen zerfleischen“ funktionierte für mich definitiv nicht.

Die Magie scheint auch keinen genauer definierten Gesetzen zu gehorchen – oder um es direkt zu sagen: Ruby Raine passt ihre Magie den Bedürfnissen ihrer Handlung an. Magie ist einfach da und kann irgendwie durch Tränke genutzt werden oder zeigt sich in bestimmten Spezialfähigkeiten, die aber nicht jeder hat – wie sich an Charlie zeigt, der halt nur ein Tränke brauender Werwolf ist. Tränke sind anscheinden grundsätzlich für alle Personen gefährlich/tödlich, die kein Hexenblut haben. Auf der anderen Seite sorgt einer dieser Tränke dafür, dass die anderen Inselbewohner irgendwie nicht mitkriegen, dass William seit Generationen auf der Insel lebt und sich nicht verändert. Wobei es doch einige Leute gibt, die wissen, dass William ein Vampir ist und auf die demnach – so kann ich nur vermuten – dieser Trank nicht wirkt. Und die berühmte Magiequelle der Insel ist so bekannt, dass alle möglichen Magie-interessierten Personen auf die Insel kommen (also neben dem üblichen Tourismus), aber niemand weiß, wo diese Kraftquelle ist, nicht einmal die Familie Howard, die doch diese verflixte Quelle eigentlich beschützen soll. Oh, und dann gibt es noch die Szenen, in denen Michael Energiebälle abschießt, ohne dass der Leser erklärt bekommt, ob das eine weitere seiner Sonderfähigkeiten ist oder ob das jeder Magienutzer kann – und wenn Letzteres der Fall sein sollte, wieso nutzen Charlie und Melinda dann keine Energiebälle?

Wenn ich allerdings bedenke, wie wenig die in den Schutz der Insel involvierten Personen zu denken scheinen, dann ist es vielleicht kein Wunder, dass die magische Kraftquelle noch nie gefunden wurde. Sheriff Mack (die ich an sich nicht unsympathisch finde) ruft anscheinend lieber Michael zu Hilfe, statt normale Ermittlungsmethoden anzuwenden, um eine Leiche zu identifizieren. Rätselhafte Substanzen, die für einen Magieboost bei gefährlichen Kreaturen sorgen, werden zwar zur Untersuchung mitgenommen, aber dann nicht näher angeschaut. Die Leiche eines übernatürlichen Wesens wird mal eben einem vollkommen unbekannten Mann überlassen, nur weil dieser ein Buch über Magie veröffentlicht hat. Und es kommt niemandem in den Sinn, dass das Wiederauftauchen des weißen Alpha-Wolfes und die weißhaarige Touristin, die ständig in gefährlichen Situationen landet und auf die Charlies Wolf aggressiv/leidenschaftlich reagiert, irgendwie in Verbindung stehen könnten. Und obwohl angeblich kaum einer der Insebewohner von der Aufgabe der Howards weiß, wissen alle über die in „Mermaid Sisters Screaming“ eingeführte „unsere Familien waren vor 70 Jahren verfeindet, wir können euch nicht trauen“-Fehde zwischen den Howards und einer anderen magiewirkenden Familie Bescheid. Das Ganze hat dann – neben der Tatsache, dass ich solche Familien-Streitigkeiten als großes Hindernis zwischen „Liebenden“ wirklich ätzend finde – dafür gesorgt hat, dass ich am Liebsten den eReader aus dem Fenster geworfen hätte.

Lustigerweise hätte ich über so einige Dinge einfach hinweggehen können, wie zum Beispiel die Frage, wie die Howards und William eigentlich ihren Lebensunterhalt verdienen, wie groß diese Insel eigentlich ist, wenn der Sheriff gleich mehrere Deputies benötigt oder man längere Strecken mit dem Motorrad fahren kann, aber auf der anderen Seite in kürzester Zeit zu Fuß jede Stelle am Strand erreichen kann, an der gerade ein Notfall ist. Aber je häufiger ich über einen Widerspruch stolperte oder etwas unlogisch fand, desto häufiger habe ich mich dann auch im Rückblick über etwas geärgert, das ich sonst so hingenommen hätte. Und ich kann nicht mal sagen, dass das Ganze besser geworden wäre, wenn Ruby Raine pro Band mehr als 120 Seiten für die Handlung verwendet hätte. Denn all diese ärgerlichen Elemente liegen nicht an der Kürze der Geschichten, sondern daran, dass sich die Autorin anscheinend keinerlei Mühe mit ihrem Weltenbau, der Ausarbeitung ihrer Figuren oder gar mit der Einarbeitung überraschender oder spannender Wendungen in ihre Handlung gegeben hat. Und während ich anfangs noch die Hoffnung hatte, es würde besser werden, wenn die Autorin erst einmal in die Geschichte reinfindet und dann vielleicht etwas mehr aus ihrer an sich netten Grundidee macht, so war ich am Ende einfach nur noch genervt von der Vorhersagbarkeit, der Ideenlosigkeit und all den Logiklücken in der Handlung.

Kleinigkeiten?

Nachdem ich ja endlich wieder Zugriff auf meine alten Bücherschätze habe, gehe ich immer wieder am Regal vorbei und schaue, welche Erinnerungen ich mit bestimmten Romanen verbinde. Besonders häufig mache ich das bei den Büchern, bei denen ich daran denken muss, dass ich beim Lesen nicht immer glücklich mit der Geschichte oder mit bestimmten Details war, obwohl ich insgesamt schöne Erinnerungen an das Buch habe. So nach und nach will ich diese Titel lesen, um herauszufinden, ob ich die jeweilige Geschichte behalten möchte oder nicht – es sind die Bücher, bei denen mir eine Entscheidung schwerfällt und für die ich mir deshalb eben auch mehr Zeit nehmen möchte.

Einen dieser Roman habe ich in den letzten Tagen wieder gelesen und mich für das Behalten entschieden, weil es genügend Momente in der Handlung gab, die mich berührt oder die mich zum Schmunzeln gebracht haben. Auf der anderen Seite gab es so viele Kleinigkeiten, über die ich gestolpert bin und die mich irritiert haben, dass mir wieder einmal auffiel, wie wichtig es für mich als Leser ist, dass Autoren diese kleinen Elemente in ihren Büchern stimmig beschreiben. Bei diesem Buch ging es in der Handlung um eine junge Frau, die – weil es sich zufällig so ergibt – neben ihrem Hauptjob eine Karriere im Catering startet. Was passend ist, denn in ihrem Hauptjob kocht und backt sie für ein Café – wobei mich da beim Lesen schon immer die Frage beschäftigt, warum sie all das Kochen und Backen von Zuhause erledigen muss und wieso es niemanden interessiert, ob die Küche in ihrem gemieteten Häuschen überhaupt irgendwelchen Regeln des Gesundheitsamts entspricht. Das ist anscheinend eine ganz normale Küche ohne größere Küchengeräte, und alles was in dem Roman betont wird, ist die Gemütlichkeit der Küche.

Später in der Handlung ist immerhin die Rede davon, dass sie für das Catering einen Gewerbeschein benötigt und sich dann auch eine Gefriertruhe und ein paar andere Sachen anschaffen muss, die keinen Platz in ihrer gemütlichen Küche finden können. Aber nie gibt es auch nur einmal die Andeutung, dass jemand, der professionell kocht, auch eine dementsprechende Ausstattung benötigt, auf Hygiene und Gesundheit zu achten hat und vielleicht nicht unbedingt einen süßen kleinen Kater in der Küche haben sollte, während Lebensmittel verarbeitet werden.

Ein weiterer Punkt war eine Abmachung mit einer Freundin, für die die Protagonistin ein großes Abendessen vorbereitete, damit die Freundin ihre Schwester plus Familie beeindrucken kann. Weil die Freundin nicht so viel Geld hat, vereinbaren die beiden Frauen als Bezahlung einen Pullover für das Drei-Gänge-Menü – und ich stehe da und werde sauer, weil mir die Autorin das Gefühl gibt, dass die Protagonistin der Freundin mit diesem Deal einen total großen Gefallen tut. Was bedeutet, dass das Stricken der Freundin als weniger wertig eingeschätzt wird als das Kochen der Protagonistin. Und ja, ein Drei-Gänge-Menü ist nicht billig und die Vorbereitung kostet Zeit, aber ein Pullover entsteht auch nicht aus dem Nichts und nur weil das Stricken das liebste Hobby der Freundin ist, bedeutet das doch nicht, dass die Wolle vom Himmel fällt und so ein Kleidungsstück mal eben an einem Abend gefertigt werden kann.

Bei solchen Handarbeits-/Handwerkelementen fällt es mir in Romanen besonders oft auf, wenn Autoren keine Ahnung vom Arbeitsaufwand oder Materialwert einer Sache haben. Aber manchmal reicht es mir auch schon, wenn jemand eine Figur beschreibt, die zwei Jobs hat, alleinerziehend ist und trotzdem eine perfekt geputzte und aufgeräumte Wohnung hat. Natürlich gibt es solche Menschen, aber bei mir entsteht dann das Gefühl, dass es dem Autor viel wichtiger gewesen ist, dass seine Person zwar arm, aber nicht verwahrlost ist, als sich zu überlegen, dass jemand, der zwei Jobs plus Kinderbetreuung stemmen muss, vielleicht auch mal so etwas wie eine Auszeit oder Schlaf benötigt.

Es gibt Dutzende solcher Kleinigkeiten, die mich bei Geschichten ärgern, und die drehen sich nicht mal unbedingt darum, dass ich einen gewissen Realismus in einer fiktiven Geschichte erwarte, sondern darum, dass bestimmte Elemente die Vorurteile des jeweiligen Autors zeigen. Vorurteile, die nicht nur an dieser einen Person hängen, die da gerade eine Geschichte schreibt, sondern die allgemein so verbreitet sind, dass sie uns allen viel zu selten auffallen, wenn wir nicht gerade in dem Bereich aus irgendeinem Grund etwas aufmerksamer oder sensibler sind. Ich persönlich bin im Laufe der Jahre immer empfindlicher geworden, wenn es um solche Elemente geht, und merke immer häufiger, dass ich mich an solchen Kleinigkeiten stoße – obwohl ich über viele Dinge hinweglesen kann, wenn mich eine Geschichte richtig gepackt hat. Auf der einen Seite finde ich es schön zu merken, dass ich aufmerksamer werde, auf der anderen Seite wünschte ich mir, es gäbe nicht so viele Kleinigkeiten in all den netten Romanen, über die ich mich aufregen könnte.

Warum ich Debütromane so mag

Mir ist schon vor einiger Zeit aufgefallen, dass ich immer relativ schnell bereit bin, interessant wirkende Debütromane auf meine Wunschliste zu setzen. Das liegt natürlich auch daran, dass Debütromane den Vorteil haben, dass ich bei Gefallen nicht vor einer endlosen Backlist stehe, die ich mir gern auch noch anschaffen möchte. Aber häufig sind die Debütromane (oder erste Veröffentlichungen) auch die Titel meiner Lieblingsautoren, die mir langfristig am besten gefallen. Natürlich bietet ein guter Debütroman immer auch die Möglichkeit, dass man da einen Autor für sich entdeckt hat, der viele Jahre an seinem Erstlingswerk gearbeitet hat und unter Zeitdruck oder nach einem ersten Erfolg nicht in der Lage ist, noch einmal ein so gutes Buch zu schreiben. Aber selbst bei den Autoren, die mit jeder Veröffentlichung besser werden und deren Werke ich über Jahre hinweg in all ihren Entwicklungsstadien sehr genieße, muss ich mir realtiv oft eingestehen, dass es die frühen und unvollkommeneren Geschichten dieser Autoren sind, die mir besonders am Herzen liegen.

Vom Kopf her ist mir das manchmal unangenehm, denn ich sehe ja den Qualitätsunterschied zwischen den früheren und den späteren Werken. Ich sehe die Verbesserung in der Erzählweise, die zunehmende Komplexität der Charaktere, den stimmigeren Weltenbau und ganz allgemein die höhere Professionalität. Auf der anderen Seite bin ich eine sehr emotionale Leserin, und oft fällt mir auf, dass eine höhere Professionalität bei einem Autor auch bedeuten kann, dass er meine Gefühle nicht mehr so anspricht wie mit seinen früheren Werken. Ich brauche das nicht unbedingt, um von einer Geschichte begeistert zu sein, aber ich genieße es sehr, wenn ich beim Lesen auch emotional involviert bin. Trotz dieser Erkenntnisse (und des leichten Unbehagens darüber, dass ich Qualität vielleicht nicht ganz so zu würdigen weiß, wie sie es verdient hätte 😉 ) habe ich nie eine treffende Beschreibung für dieses ganz bestimmte Element gefunden, dass mir häufig in späteren Werken eines Autors fehlt.

Und dann bin ich kürzlich über einen Twitter-Thread von Kelly McCullough gestolpert, der darüber schrieb, dass er die Zeit vermisst, als er noch ein relativ unerfahrener Autor war. Die Phase, als er schon wusste, was (für ihn) funktioniert, um eine Geschichte zu erzählen, aber noch nicht so viel übers Schreiben gelernt hatte, dass er eine anhaltende Kontrolle über sein Tun hat. Sein Fazit war:

„I think that what I’m doing is much better now, and I know it’s more sophisticated and that I’m accomplishing more with fewer words, but there is a raw freshness to those early stories that is all but impossible to replicate from a place of experience.“ (Kelly McCullough in einem Tweet vom 20. November 2018)

Ich glaube wirklich, dass es diese „raw freshness“ ist, die mich bei Debütromanen so anmacht, und die sich nur wenige Autoren auch langfristig erhalten, indem sie immer wieder experimentieren und sich auf eine Weise herausfordern, die dafür sorgt, dass sie nie so ganz in Professionalität und Routine versumpfen. Während einige andere Autoren anscheinend so glücklich sind mit dem Weg, den sie für sich gefunden haben, dass sie mich als Leserin irgendwann verlieren, weil ich das Gefühl habe, dass sie immer wieder die gleiche Geschichte mit den gleichen Elementen erzählen – nur eben ohne diesen Funken, der in ihren ersten Veröffentlichungen zu finden war.

Warum eigentlich so viele (fantastische) Kinder- und Jugendbücher?

Ich habe nie aufgehört, Kinder- und Jugendbücher zu lesen, weil es da so viele Autoren und Geschichten gibt, die mir Spaß machen. Aber in letzter Zeit – gerade mit Blick auf meine Neuzugänge der vergangenen drei Monate – fällt doch schon auf, dass ich momentan immer häufiger (fantastische) Kinder- und Jugendbücher lese und rezensiere. So gehäuft, dass ich mich selbst gefragt habe, warum das eigentlich so ist.

Ich glaube, es gibt mehrere Gründe für meine aktuelle Vorliebe für diese Romane, unabhängig davon, dass ich zur Zeit grundsätzlich ein sehr großes Bedürfnis nach „Wohlfühllektüre“ habe und diese häufig bei den Kinderbüchern (speziell den Klassikern) finde. Erst einmal habe ich inzwischen einige Personen in meiner (Twitter-)Timeline, über die ich Tipps bekomme für Bücher, die von „authors of color“ geschrieben wurden und die entweder in (für mich) ungewöhnlichen Teilen der Welt spielen und/oder angenehm „diverse“Charaktere zum Thema haben. Natürlich gibt es solche Geschichten auch für Erwachsene, aber ganz ehrlich, Titel wie „Akata Witch“ oder „Stadt aus Sand“ lassen sich mit deutlich mehr Vergnügen lesen als „Blauer Hibiskus“, ohne dass in der Handlung die Probleme des jeweiligen Landes vollkommen unter den Tisch fallen. Auch psychische Erkrankungen werden in einem (guten) Kinder- und Jugendbuch wie „Some Kind of Happiness“ in der Regel nicht beschönigt und mit all ihren Problemen und Auswirkungen auf die erkrankte Person und ihr Umfeld beschrieben, aber es fehlen dabei diese abgrundtief deprimierenden Szenen, die häufig in Geschichten für Erwachsenen vorkommen. Wenn es mir darum geht, mehr über die realen Erlebnisse mit solchen Erkrankungen zu lesen, dann setze ich lieber auf Zeitungsartikel, die augenöffnend und informativ sind, aber doch auch deutlich kürzer als ein Roman. Bei einer guten Geschichte erlebe ich die Handlung mit all ihren Höhen und Tiefen beim Lesen mit, und Kinder- und Jugendbücher machen es mir durch ihr größeres Maß an „Ausgewogenheit“ häufig leichter, mich auf schwierige Themen einzulassen.

Wenn ich dann noch neben einer guten Geschichte auf den „fantastischen“ Teil schaue, dann bekomme ich häufig nicht nur soziale und politische Elemente über das Leben einer „Volksgruppe“ mit, sondern auch Legenden und Mythen wie zum Beispiel in „Bayou Magic“, „The Jumbies“ oder dem oben schon erwähnten „Akata Witch“. Das genieße ich nicht nur, es bringt mich auch dazu – wenn ich verlässlich erscheinende Quellen finde -, mehr zu diesem Thema zu recherchieren. Außerdem regt ein kreativer Umgang mit solchen Elementen (egal, ob sie nun aus einer anderen Kultur oder aus dem europäischen Kulturkreis stammen) meine eigene Fantasie an, was niemals schlecht ist. Natürlich gibt es auch so einige Romane für erwachsene Leser, die solche Elemente auf ungewöhnliche Weise aufgreifen, aber in letzter Zeit bin ich eben häufiger über Kinder- und Jugendbücher gestolpert, bei denen mich die Umsetzung solcher vertrauten und unvertrauten Legenden gut unterhalten hat.

Zuletzt noch ein weiterer wichtiger Punkt, der mich gerade zu den Romanen zieht, die für ein jüngeres Publikum geschrieben wurden: In der Regel verzichten die Kinder- und Jugendbücher, die ich lese, auf Liebesgeschichten. Klar gibt es hier und da eine gegenseitige Schwärmerei oder ein aufkommendes Bewusstsein bei den jugendlichen Protagonisten, dass man für eine Person vielleicht mehr als Freundschaft empfindet. Aber das Ganze wird in den meisten Büchern so abgehandelt, dass es dezent und relativ realistisch verläuft. Insta-Interesse eventuell ja, aber nicht Insta-Love, sondern vor allem Beschreibungen von wachsender Freundschaft, Gesprächen und langsam aufkeimende Gefühle, die vielleicht im Laufe der Handlung zu mehr führen. Ich bin so übersättigt von „Liebe auf den ersten Blick und das natürlich für immer und ewig“-Geschichten, dass ich diese zurückhaltenden Beschreibungen von Zuneigung wirklich genieße. Natürlich kann ich auch eine gute Liebesgeschichte genießen, aber ich möchte die Möglichkeit haben, selbst zu entscheiden, ob ich eine Liebesgeschichte oder z. B. einen Fantasyroman lese, statt in Erwartung eines fantastischen Abenteuers auf eine Romanze zu stoßen, deren fantastische Elemente nur mit Mühe und Not von der (meist dramatischen) Beziehung der Protagonisten ablenken können.

Ich fürchte also, dass ihr hier auch weiterhin mit vielen Besprechungen von (fantastischen) Kinder- und Jugendbüchern leben müsst, weil ich gerade so viel Spaß daran habe.

Fantasy und die Darstellung von Beziehungen

Schon seit Längerem denke ich über die unterschiedliche Darstellungsweise von gesellschaftlich kontroversen Themen in Fantasyromanen nach. Einen Teil meiner Gedanken hatte ich schon im „Henry vs. Maia“ niedergeschrieben – und ich bleibe dabei, dass ich einen nicht so plakativen Umgang mit Themen wie Sexualität, Rassismus, Gleichberechtigung, Feminismus und Ähnlichem bevorzuge, weil mich das zum Denken statt zum Konsumieren anregt.

Noch schöner allerdings finde ich die Fantasywelten, in denen es ganz alltäglich ist, wenn eine Familie nicht unbedingt aus einem Mann, einer Frau und einer dazugehörigen Zahl von Kindern bestehen muss. Welten, in denen Lebensweisen normal sind, die in unserem Alltag bemerkenswert oder gar verpönt sind. Ich glaube, meine Vorliebe für solche Fantasywelten hängt damit zusammen, dass ich als Teenager einige Romane gelesen habe, in denen das so war. Das bekannteste Beispiel ist dabei vermutlich Marion Zimmer Bradley (bei der ich für diesen Beitrag das Privatleben von ihrem Werk trenne möchte), deren Darkover-Geschichten in einer Welt spielten, die bei weitem nicht perfekt war, aber in denen Homo- oder Bisexualität ebenso häufig vorkamen wie polyamore Beziehungen.

Solche Welten haben meine Sicht auf dieses Thema sehr geprägt und dafür gesorgt, dass es für mich egal ist, wer wen wie liebt, solange alle Beteiligten alt bzw. reif genug sind, um sich bewusst für ihre Art der Beziehung zu entscheiden und zufrieden damit sind. Wie sehr meine Vorstellung von Normalität von der Realität abweicht, habe ich erst relativ spät festgestellt. Als Teenager stand ich noch auf dem Standpunkt, dass es doch nur einige wenige engstirnige Menschen geben könnte, die ein Problem mit der Sexualität anderer Leute haben könnten – und ich muss zugeben, dass ich mit jedem Jahr, das ich älter werde, überrascht bin, wie engstirnig und kleinkariert Menschen sind und wie sehr sie gegen Lebensmodelle kämpfen können, die nicht ihrer eigenen Vorstellung entsprechen.

Meine eigene Naivität bringt mich hingegen wieder zu den Romanen und der Frage zurück, wie Autoren mit dem Thema umgehen sollten. Da in unserer realen Welt nicht nur Vorurteile, sondern zum Teil regelrechte Kreuzzüge gegen Menschen mit vermeintlich nicht der „Norm“ entsprechenden Beziehungen geführt werden, darf das Thema meiner Meinung nach in fiktiven Geschichten auch nicht unter den Tisch fallen. Aber ich frage mich, ob es hilfreicher ist, wenn ein Autor dem Leser eine Welt präsentiert, in der es eben selbstverständlich ist, dass Menschen nun einmal unterschiedliche Vorstellungen und Bedürfnisse habe, wenn es um Beziehungen geht, um dieses Bild zur „Normalität“ werden zu lassen. Oder ob es wichtiger ist, bewusst aufzuzeigen, welche Missstände herrschen, um vielleicht den einen oder anderen Leser dazu zu bringen, sich in seinem Umfeld denjenigen entgegenzustellen, die nur ihre eigene konservative Weltsicht als akzeptablen Lebensentwurf dulden.

Henry vs. Maia oder Wie sollte ein Autor wichtige Themen in seinen Roman einflechten?

In den letzten Tagen habe ich – ohne es zu planen – gleich zwei Romane gelesen, in denen die Protagonisten achtzehnjährige Adelige waren, die von ihrer Familie im besten Fall nicht geachtet und im schlimmsten Fall sogar geschlagen wurden. Beide Figuren mussten im Laufe der Geschichte erwachsener und reifer werden, beide wurden von Autorinnen erschaffen und in beiden Büchern gab es neben so einigen humorvollen Momenten auch Szenen, die sich mit Themen wie Rassismus, Gleichberechtigung, Homosexualität und Machtmissbrauch beschäftigten.

Doch während mich Henry in „Cavaliersreise“ durch seine egozentrische und ignorante Art von diesen Themen eher ablenkte, gab mir Maia in „Der Winterkaiser“ das Gefühl, er würde durch sein zurückhaltendes Wesen diese Elemente im Roman erst recht betonen. Ich finde es sehr faszinierend, wie unterschiedlich Mackenzie Lee und Katherine Addison ihre Geschichten erzählen und wie viel mehr mich die zurückhaltende Erzählweise von Katherine Addison berührt hat. Natürlich liegt die Differenz schon darin begründet, dass die „Cavaliersreise“ für ein jüngeres Publikum geschrieben wurde und die Autorin mehr Wert auf absurde und amüsante Szenen legte und ihren Protagonisten als extrovertierten Tunichtgut angelegt hat, während „Der Winterkaiser“ von der zurückhaltenden und unsicheren Hauptfigur, einem komplizierten politischen Gefüge und der Enthaltung sämtlicher Actionszenen lebt.

Aber gerade weil sich Katherine Addison so viel Zeit nimmt, um die gesellschaftliche und politische Situation in ihrer fantastischen Welt zu präsentieren, fand ich die kleinen Momente so eindringlich, in denen klar wird, dass Frauen allgemein deutlich niedriger gestellt sind als Männer, dass die Ächtung von Homosexualität dazu führt, dass ein Kleriker, der Männer liebt, an seinen Gefühlen und Taten fast zerbricht, und dass selbst die höchste Position im Reich keinen Schutz vor Rassismus darstellt. Beide Autorinnen zeigen auch, dass unterschiedliche Maßstäbe angelegt werden, je nach Position der betroffenen Person oder nach Haltung des Gegenübers. Es reicht eben nicht, wenn die eigene Umgebung „tolerant“ ist, wenn das nicht zu einem allgemeinen Bewusstsein für die Probleme und damit zusammenhängenden Veränderungen in der Gesellschaft führt.

Was mich dann wieder auf die unterschiedliche Herangehensweise der beiden Autorinnen bringt. Vielleicht braucht es ja die plakative Erzählweise von Mackenzie Lee in „Cavaliersreise“, um beim Leser ein Bewusstsein für sogenannte kritische Themen zu schaffen und es geht nur mir so, dass ich davon eher abgeschreckt werde und das Buch mit einem „das hätte man besser machen können“-Gefühl beende. Ich weiß, dass mich das als Kind weniger gestört hätte, denn da habe ich genügend Bücher gelesen, die ihre Botschaft mit erhobenem Zeigefinger verbreiteten. Auf der anderen Seite kann ich auch sagen, dass die Romane, die subtiler mit gewichtigen Themen umgingen, bei mir länger hängenbleiben, weil sie mich dazu bringen, mir meine eigenen Gedanken zu machen, statt einfach nur zu konsumieren, was mir der Autor vor die Nase setzt.

Ich würde wirklich gern wissen, ob es euch ähnlich geht wie mir. Stört es euch, wenn solche Themen immer wieder betont in einem Roman angesprochen werden? Oder seid ihr so dankbar, dass überhaupt kontrovers diskutierte Themen aufgegriffen werden, dass ihr auch mit einer plakativeren Präsentation leben könnt?

Digital vs. Print

Angesicht der Büchermassen, die ich gerade in Kartons stecke, und der immer wieder überraschenden Erkenntnis, wie wenige Bücher doch in einen Karton passen, ist es wohl kein Wunder, dass ich zur Zeit immer wieder über die Vor- und Nachteile von eBooks nachdenke. Dieser Umzug wäre so viel einfacher (und günstiger), wenn ich meine Bücher zum größten Teil als Daten auf dem eReader hätte. Vor allem, da ich ja inzwischen auch regelmäßig eBooks lese und auch ein paar Vorteile daran entdeckt habe, würde es sich theoretisch in Zukunft anbieten, in erster Linie Dateien zu kaufen.

Ich mag zum Beispiel, dass ich die Schriftgröße so weit erhöhen kann, dass ich auch in der Dämmerung oder mit müden Augen noch gut lesen kann. Außerdem kann ich mit dem eReader auch Bücher lesen, während ich stricke, weil ich das Buch nicht mit der Hand geöffnet halten muss und mit einem einfachen Tastendruck umblättern kann. (Ja, mein eReader ist so alt, dass er Tasten hat, und ich liebe ihn dafür! So kann ich ihn z.B. auch nutzen, wenn ich mir gerade die Hände eingecremt habe, was ich nicht machen würde, wenn ich über den Bildschirm wischen müsste, oder wenn eine Katze so auf mir liegt, dass ich gerade noch ein Fingerzucken auf die Reihe bekomme, aber keine größere Geste.) Ich habe auch keine Hemmungen, den Reader mit zum Kochen in die Küche oder mit ins Badezimmer zu nehmen, während ich meine gedruckten Bücher lieber nicht irgendwo rumliegen lasse, wo sie Wasserflecken oder Ölspritzer abbekommen könnten.

Trotz all dieser Vorteile sind mir meine gedruckten Bücher aber viel zu wichtig, um auf eBooks umzusteigen. Dabei geht es mir nicht darum, den Hamster in mir zu befriedigen, dem es einfach gefällt, wenn er vor gefüllten Regalen steht, oder mich an besonderen Ausgaben zu erfreuen. Denn – und da muss ich ehrlich sein – so schön ich ein ordentliches Bücherregal finde, so sehen meine Regale selten ordentlich aus (da ich immer zu viele Bücher pro Regalbrett reinstopfen muss), und es ist auch nicht gerade besonders ästhetisch, wenn man von einem Autor vier nicht zueinander passende Ausgaben einer Reihe nebeneinander stehen hat, weil das nun mal die einzige (oder günstigste) Möglichkeit war, die Bücher zu bekommen. Mir geht es vor allem um mein Leseverhalten, das bei gedruckten Büchern nun einmal anders ist als bei eBooks.

Ich lese viel und ich lese schnell, weshalb es gut ist, dass ich häufig Romane mehrfach lese. Es gibt Bücher in meinem Bestand, die ich (unter normalen Umständen) jedes Jahr wieder in die Hand nehme und genieße. Andere fische ich mir gern aus dem Regal, blättere zu meinen Lieblingsstellen und lese die noch einmal, um Erinnerungen aufzufrischen oder einfach eine bestimmte Passage noch einmal zu genießen. Und während ich dieses Blättern bei einem gedruckten Buch in wenigen Sekunden auf die Reihe bekomme, muss ich beim eBook mühsam zwischen Inhaltsverzeichnis (wenn überhaupt vorhanden) und den Kapiteln wechseln und blättern, blättern, blättern, bis ich an der richtigen Stelle bin. So dauert es länger, zu der gesuchten Passage zu kommen, als ich zum Lesen brauche. Das finde ich überaus lästig.

Auch das Nachschlagen von Personennamen (mein Namensgedächtnis ist nun mal grauenhaft) zum Beispiel für Rezensionen ist nervig bei einem eBook – und ich habe keine Lust, beim Lesen vorsichtshalber schon mal jede vorkommende Person zu notieren, nur weil ich sie eventuell in einer meiner Rezensionen erwähnen wollen könnte. (Wer mal drauf achten mag, wird feststellen, dass ich bei eBook-Rezensionen deutlich seltener Nebenfiguren mit Namen benenne als bei gedruckten Büchern. *g*) Überhaupt fällt mir bei eBooks immer wieder auf, wie oft ich normalerweise beim Lesen zurückblättern würde, um etwas nachzuschauen oder eine Passage noch einmal mit dem Wissen um die spätere Handlungsentwicklung zu lesen, und es ärgert mich, dass ich mir dieses Nachschlagen und Genießen bei einem eBook in der Regel verkneife, weil es eben nicht so einfach möglich ist.

Auch merke ich immer wieder, dass ich bei eBooks weniger Geduld habe, wenn ich einen Titel in die Finger bekomme, der etwas mehr Aufmerksamkeit beansprucht. Mir fehlt das Gefühl für den Seitenumfang, für das Voranschreiten der Geschichte und die Ermutigung bei etwas zäheren Passagen, die dadurch entsteht, dass ich sehen kann, dass ich nur noch ein Drittel des Buches vor mir habe und deshalb vermutlich das Ganze bald anziehen wird. Bei Büchern, die mich sehr fordern, nehme ich mir oft eine feste Seitenzahl pro Tag vor, was mit den Prozentzahlen, die mir mein Reader anzeigt, für mich nicht funktioniert. Wenn man dann noch bedenkt, wie wenige „herausfordernde“ Bücher ich im vergleich zu fluffigen Romanen lese, befürchte ich, dass ich auf diese bewussten Herausforderungen ganz verzichten würde, wenn ich auf eBooks umsteigen würde.

Außerdem stelle ich fest, dass ich eBooks viel seltener noch einmal lese. Was – wie ich zugeben muss – auch damit zusammenhängt, dass ich auf meinem Reader mehrere Ordner habe, in denen die Titel alphabetisch nach Autorenname aufgelistet sind. Erst einmal ist diese Auflistung nicht immer korrekt, weil bei manche Dateien der Autorenname nicht richtig angegeben wurde (also nicht so, dass das Gerät den Nachnamen auch eindeutig als solchen erkennt), dann scrolle ich nun einmal nicht so gern durch Listen, um mir Inspiration für meine nächste Lektüre zu suchen, und zwischen den Ordnern zu wechseln ist auch deutlich lästiger als mal eben einen Schritt zur Seite zu machen, um ein anderes Genre im Regal ins Auge zu fassen. Das Ganze wäre vermutlich nicht ganz so schlimm, wenn ich eine Regalansicht mit Covern auf meinem Gerät hätte, aber wirklich reizvoll finde ich so eine Ansicht auch nicht, wie ich dank der diversen Plattformen mit eBook-Angeboten sagen kann.

Zuletzt ist es noch so, dass ich wirklich gerne gedruckte Bücher in den Händen halte. Selbst die dicken Wälzer, die auf Dauer zu schmerzenden Handgelenken führen und die man nur längere Zeit am Stück lesen kann, wenn man sie auf der Sofalehne oder einem Tisch ablegt, finde ich angenehmer als den dünnen Reader zu halten. Dabei ist mein altes Gerät im Vergleich zu neueren Readern sogar verhältnismäßig dick und schwer, aber er liegt trotzdem nicht so gut in der Hand wie die meisten Bücher es tun. Außerdem ich finde es erholsam, wenn ich, nachdem ich jeden Tag Stunden vor dem Bildschirm verbringe, auf Papier blicken kann, statt schon wieder von einem Bildschirm angestrahlt zu werden (selbst wenn mein Reader keinen beleuchteten Bildschirm hat).

So bleibt es wohl auch in Zukunft dabei, dass ich versuche, irgendwie genügend Regalplatz in der Wohnung zu schaffen und bei jedem Umzug über all die Kartons entsetzt bin. Und dabei habe ich bei all den Gedanken zum Thema eBooks nicht mal über Comics, Manga und Spiele geredet, ebensowenig wie über die Tatsache, dass mein Mann nicht nur großteils ähnliche Hobbies hat wie ich, sondern auch noch eine Sammlung von Schallplatten und Brettspielen …

Ich lese ja immer wieder gern …

… wenn andere Menschen über ihre Bibliothekserfahrungen schreiben. So habe ich selbst vor Jahren schon einmal einen Beitrag darüber gebloggt, wie sehr Bibliotheken zu meinem Leben gehören (und wie schade ich es finde, dass der persönliche Kontakt zu den Bibliotheksmitarbeitern durch Elemente wie die Selbstverbuchung abnimmt).

In den letzten Jahren ist mir aufgefallen, wie häufig doch in den regionalen Nachrichten von Bibliotheks- (und Schimmbad)-Schließungen die Rede ist. Die kommunalen Finanzen müssen für viele Aufgaben reichen und anscheinend setzen einige Politiker darauf, dass eine Zweigstelle weniger nicht schaden wird oder es reicht, wenn es eine Bibliothek in der Nachbarstadt gibt.

All diesen Entscheidungsträgern würde ich jetzt gern einen Artikel der Autorin Hatice Akyün (veröffentlicht in der „Zeit“) unter die Nase halten, über den ich am Donnerstag gestolpert bin. Da mir das nicht möglich ist, möchte ich zumindest für euch diesen tollen Text hier verlinken:

„Der Bus, mit dem ich die Welt entdeckte“

Autoren auf der Wartebank

Als ich gestern anfing, meinen FeedReader durchzusehen, stolperte ich über Beiträge von Neyasha und Ariana, die mich darüber nachdenken ließen, warum ich so oft in Kommentaren schreibe, dass ich einen Autor doch eigentlich auch noch antesten oder mehr von einem Autor lesen wollte oder vielleicht mal meine Erinnerung auffrischen sollte.

Bei manchen Autoren ist der Grund dafür, dass ich sie bislang nicht noch einmal gelesen habe, ganz einfach. Das sind die, deren Bücher ich vor vielen Jahren (häufig als Teenager) gelesen habe, und die mich nicht so nachhaltig beeindruckt haben, dass ich ihre Werke weiter erforscht habe. Aber da sich darunter eine Menge „Klassiker“ befinden, denke ich heute häufiger, dass ich diesen Romanen noch eine Chance geben sollte, dass ich sie als erwachsener Mensch vielleicht anders beurteilen würde und dass doch irgendetwas an diesen Büchern sein müsste, das mir damals entgangen ist und das es wert wäre, entdeckt zu werden.

Schwieriger wird es, wenn mich ein Blogpost oder irgendein anderer Anlass an einen Autor erinnert, von dem mich mindestens ein Buch sehr beeindruckt hat und von dem ich deshalb mehr lesen wollte. Die bei Ariana erwähnte Ethel Lina White ist so ein Beispiel, denn von der Autorin habe ich vor vielen Jahren „Eine Dame verschwindet“ gelesen und wollte danach noch mehr Bücher ausprobieren. Doch in der Bibliothek gab es keine weiteren Titel, auf Englisch habe ich damals noch nicht gelesen und so habe ich die Autorin aus den Augen verloren. Bei Margaret Millar war es so, dass ich „Banshee“ sehr gut fand, aber dummerweise hatte ich das Buch auf einem Wühltisch ergattert und weitere Titel gab es zu dem Zeitpunkt nicht mehr zu bestellen.

Während ich von Dashiell Hammett und Raymond Chandler so gut wie alles gelesen habe, kenne ich von Ross Macdonald nur wenige Titel. (Lustigerweise stelle ich gerade beim Schreiben dieses Beitrags fest, dass Margaret Millar und Ross Macdonald verheiratet waren – wie passend!) Bei ihm liegt es nicht an der Verfügbarkeit der Romane, denn jedes Mal, wenn ich nachschaue, sehe ich genügend Titel, die noch zu erwerben sind und die ich noch nicht kenne. Aber anscheinend ist auch das ein Problem. Denn diese durchgehende Verfügbarkeit (oder zumindest der Anschein von durchgehender Verfügbarkeit) sorgt auch dafür, dass ich das Gefühl habe, ich könnte mir Zeit lassen mit dem Lesen. Also greife ich lieber zu einem Autor, bei dem ich befürchten muss, dass seine Werke irgendwann nicht mehr von einem Verlag angeboten werden, oder der aktuell veröffentlicht und bei dem ich durch einen zeitnahen Kauf dafür sorgen kann, dass vielleicht noch mehr Titel von ihm herausgegeben werden.

Natürlich gehören nicht nur Krimiautoren zu denjenigen, von denen ich eigentlich schon seit langer Zeit mehr lesen will, aber das waren die ersten Namen, die mir eingefallen sind. Wenn ich weiter darüber nachdenke, dann sind es vor allem Autoren, die zu den „Klassikern“ ihres Genres gezählt werden, während die Genres von Krimi über SF und Fantasy bis hin zu allgemeiner Belletristik gehen.

Ich bin mir nur noch nicht sicher, wie ich es nun in Zukunft auf die Reihe bekomme, dass ich diese Autoren mal von der „Wartebank“ befreie und wirklich ihre Bücher lese. Die Stadtbibliothek ist da erschreckend selten eine Hilfe, weil gerade diese Titel inzwischen kaum noch Platz im Bestand bekommen (was kein Wunder ist, da die Ausleihzahlen natürlich nicht so groß sind wie bei aktuellen Romanen). Aber ganz aus den Augen möchte ich diese Autoren auch nicht verlieren, also muss ich mir irgendeinen Weg überlegen. Bis mir eine Lösung einfällt, werde ich wohl weiterhin durch die Gegend gehen und regelmäßig an Autoren erinnert werden, die ich noch lesen wollte, und mich ein bisschen ärgern, weil ich es nicht hinkriege.