Kategorie: Buchgedanken

Eine Klappentextfrage!

Ich habe gerade „Café Eden“ gelesen und will euch noch gar nichts darüber erzählen, aber ich möchte euch hier einmal den Klappentext präsentiere und von euch wissen, was für ein Buch ihr bei der Inhaltsangabe erwartet.

Der Realität ihrer Kindheit entflieht Eden Douglass, in dem sie sich schon früh der Kunst des Kochens und Backens widmet. Auch später, als sie an die falschen Männer gerät, ist die Küche ihr Zufluchtsort. Doch erst als sie endlich ihr Leben in beide Hände nimmt und das „Café Eden“ eröffnet, erfährt sie wahre Unabhängigkeit – und Glück. Und eines Tages kann vielleicht doch die Liebe in ihr Leben treten …

Nun bin ich gespannt darauf, was für eine Art Geschichte ihr erwartet und was Eden eure Meinung nach für eine Person ist und wie ihr Leben – soweit man es anhand des Klappentextes vermuten kann – aussieht.

Die Winterkatze und die Bibliotheken

Solange ich mich erinnern kann, gehören Bibliotheken zu meinem Leben. Angefangen hat es mit einer kleinen Zweigstelle in einer großen Stadt, wo regelmäßig eine neue Runde Bilderbücher ausgesucht wurde. Leider habe ich nur noch wenige Erinnerungen daran, aber ich weiß noch, dass sich meine große Schwester mal ein Yoga-Buch für Kinder ausgeliehen hatte, bei dem ich die Namen für die verschiedenen Figuren sehr lustig fand. Später hat sie mich manchmal ins Stadtzentrum zur Zentralbibliothek mitgenommen – so ein riesiges Gebäude voller Bücher und es gab sogar einen Raum mit bequemen Stufen und Kissen, wo man Hörbücher hören konnte. So gehören meine ersten Bibliothekserinnerungen und meine Schwester irgendwie zusammen.

Dann zogen wir in einer kleine Stadt mit einer kleinen Bibliothek in einem hübschen Fachwerkhaus in der Innenstadt. Von unserem Gymnasium aus war es nur ein Katzensprung, allerdings reichte die Zeit nicht, um den Bus noch zu erwischen, sodass man sich gut überlegen musst, an welchen Tagen man zur Bibliothek gehen konnte. Nach kurzer Zeit wurde bei mir ein Auge zugedrückt, wenn ich die maximale Ausleihmenge von zehn Büchern überschritt, denn sie konnten sich sicher sein, dass ich spätestens nach einer Woche die Titel wiederbrachte. Viel zu schnell hatte ich mich dort durch die Kinder- und Jugendbuchabteilung gelesen, habe dann die Fantasy- und Science-Fiction-Bücher verschlungen, um danach mit den allgemeinen Romanen und Sachbüchern weiter zu machen. Nur die Krimis habe ich damals gemieden, da ich mir sicher war, dass ich die nicht so mögen würde. Für diese schnuckelige Bibliothek musste man sich etwas Zeit mitbringen, denn die nette Dame, die die Ausleihkarten abstempelte, war körperlich behindert und so dauerte es immer ein bisschen, bis ihre Hand den Stempel auch am richtigen Ort platzierte. Immerhin konnte man die Zeit schön nutzen, um ein bisschen zu schwatzen oder schon mal einen ersten Blick in die Bücher zu werfen und diese behutsam im Extrarucksack oder der Schultasche unterzubringen.

Während des Studiums mochte ich die Bibliothek an der Hochschule nicht so gerne, vor allem war es doch immer arg ärgerlich, wenn es nur ein Exemplar von einem Titel gab, welcher gerade vor 150 Studenten empfohlen wurde. Da half nur kurz vor Vorlesungsende schon mal rausrennen und hoffen, dass man genau dieses Buch als Erste in die Finger bekommt. Aber die Stadtbibliothek an meinem Studienort war auch wieder in einem schönen alten Gebäude untergebracht und hier entdeckte ich dann auch die Krimiabteilung für mich – was zu einigen seltsamen Lesestunden geführt hat, da die dortige Auswahl doch auch etwas ungewöhnlicher Sparten abdeckte. Hier fiel mir auch zum ersten Mal auf, dass man versuchte so effizient wie möglich mit seinen Lesern umzugehen. So war sowohl die Ausleihe als auch die Abgabestelle immer mit mindestens zwei Personen besetzt, sodass mir häufig die Bücher schneller aus der Hand genommen wurden, als ich sie aus meinem Rucksack holen konnte. Nicht sehr angenehm und mit ein Grund, warum ich nicht mehr wöchentlich in die Bibliothek ging.

Dann habe ich selber ein paar Jahre in einer Bibliothek gearbeitet und dort miterlebt, welche Arbeiten so tagtäglich hinter den Kulissen anfallen. Neben all den anderen Dingen, kommt spätestens nach ein paar Monaten, in denen man jeden Morgen total verschmierte Kinderbücher wieder in die Bilderbuchtröge und Regale einsortiert hat, der Moment, an dem man sich wünscht, man könnte jedem Benutzer einen Verhaltenskodex aufdrücken, der dafür sorgt, dass jeder einzelne Leser so sorgfältig wie möglich mit den Büchern umgeht. Früher – so erzählten mir die Kollegen – gab es noch eine Putzfrau, die regelmäßig die Bücher durch eine Buch-Waschmaschine gejagt hat. Aber die Stelle wurde eingespart und so hatte eigentlich jeder von uns neben dem Schreibtisch einen Stapel besonders schlimm verschmutzter Bücher, und wenn mal wieder etwas Luft im Arbeitsalltag war, dann griff man zu einem feuchten Lappen und fing an die Bücher zu putzen … Doch viel Zeit blieb für sowas nicht, denn je länger ich dort arbeitete, desto mehr fiel mir auf, dass die Bücher in einer Bibliothek so langsam nur noch Nebensache sind.

Hier habe ich auch erlebt wie auf die Selbstverbuchung umgestellt wurde. Für diejenigen von euch, die das nicht kennen: Bei der Selbstverbuchung hat der Leser eigentlich keinen Kontakt mehr zu den Bibliotheksmitarbeitern, man nimmt den Stapel mit Büchern, die man ausleihen will, scannt sie selber ein und wandert dann aus dem Gebäude. Zumindest, wenn alles richtig klappt und es dabei nicht zu Fehlern kommt. Natürlich ist man auch selber dafür verantwortlich, dass die ausgeliehenen Hörbücher auch alle CDs beinhalten, dass man nicht die Titel des Typen, der zu dicht hinter einem steht, mitausleiht und auch sonst sollte man sich genau angucken, was man da tut. Natürlich wurde vorher versichert, dass durch die Selbstverbuchung kein Stellen wegfallen – und ebenso natürlich kommt es gerade an meinem alten Arbeitsplatz ganz anders als vorher versprochen. Doch das habe ich dann nicht mehr mitbekommen, da ich inzwischen umgezogen bin.

Hier an meinem neuen Wohnort ist die nächste Zweigstelle nur ein paar Minuten zu Fuß entfernt – und so gehe ich regelmäßig Mittwochs in die Bibliothek und hole mir ein paar Bücher ab. Da mein SuB ja nicht gerade klein ist, greife ich zur Zeit nur noch auf Bibliotheksbücher zurück, wenn mir ein Titel empfohlen wird, den ich erst einmal nur antesten will, oder manchmal habe ich ein (gekürztes) Hörbuch hier und würde es gern mit dem Roman vergleichen oder ich habe zwar den ersten und dritten Band einer Reihe, aber nicht den zweiten. Zum Glück ist die örtliche Bibliothek sehr gut sortiert und wenn meine Zweigstelle mir nicht weiterhelfen kann, dann bekomme ich meine Bücher von den anderen geliefert.

Ich genieße es, wenn ich am Mittwochvormittag ein paar Worte mit den Bibliotheksmitarbeitern wechseln kann. In der Regel nicht mehr als „Das hier möchte ich zurückgeben – und dann ist da noch was für mich vorgemerkt.“ Und als Antwort kommt dann in der Regel „Nächste Woche müssen Sie noch ein Buch abgeben“ und dann wird mir mit einem „Sie kennen sich ja mit der Selbstverbuchung aus“ mein vorgemerkter Stapel in die Hand gedrückt. Doch nicht heute! Heute wurde ich darüber informiert, dass von nun an auch die Vormerkungen ohne „Menschenkontakt“ ausgegeben werden – denn nun wurde dafür extra ein Regal aufgebaut, wo man seine Vormerkungen selber rauszupfen muss.

Ganz ehrlich, ich hasse es, dass meine Bibliotheksbesuche immer unpersönlicher werden. Ich warte nur noch darauf, dass auch die Rückgabe per Selbstverbuchung erfolgt – und dann muss man gar kein Wort mehr mit einem Menschen wechseln, wenn man Bücher aus der Bibliothek nutzen will. Ich vermisse die kleinen Gespräche über die Ausleihtheke hinweg, bei denen man im schlimmsten Fall nur eine kurze Bemerkung über das Wetter austauschte und im besten Fall ein paar Buchtipps mit auf den Weg bekam. Wenn das so weitergeht, dann kann ich ja gleich die „Onleihe“ nutzen, dafür muss ich nicht mal aus dem Haus gehen, sondern „leihe“ mir Text- oder Audiodateien über mein Bibliothekskonto aus und kann die dann am PC lesen oder hören.

Aber genau das will ich nicht! Ich will in eine Bibliothek gehen und die Regale durchstöbern, ich will ein paar Worte mit einer Bibliothekarin oder einer FaMI wechseln, ich möchte Buchtipps von ihnen oder anderen Benutzern der Bibliothek bekommen und mich einfach in einem Gebäude voller Bücher wohlfühlen können. Vielleicht bin ich hoffnungslos altmodisch, aber der menschliche Kontakt hat doch – neben all den tollen Büchern – dazu geführt, dass ich als Kind so gern in die Bibliothek ging.

Vielleicht seht ihr das ja anders oder vielleicht gehört ihr ja zu den Leuten, die zwar gern lesen, aber nie eine Bibliothek nutzen würden, doch mich macht diese Entwicklung einfach nur traurig …

Die Winterkatze und ihr SuB

Aktuell umfasst meine SuB-Liste auf diesem Blog keine 120 Bücher, was doch deutlich weniger ist als zu meinen Höchstzeiten. Wenn ich allerdings noch die Hörbücher, Sachbücher, Comics und Manga hinzurechnen würde, die sich auch noch unbeachtet in meinem Regal stapeln, dann klettert diese Zahl doch ganz schnell weiter in die Höhe. Buchpakete zu bekommen – und überhaupt Buchzuwachs – macht mich wirklich glücklich, auch wenn häufig auch Arbeit damit verbunden ist, und doch …

Ich habe ein zwiespältiges Verhältnis zu meinem SuB. Schon vor dem Umzug im letzten Herbst (Was? Das ist schon wieder so lange her – und ich habe immer noch keine Küche!) stand fest, dass wir den größten Raum in der neuen Wohnung für meine (äh, unsere!) Bibliothek nutzen würden. Momentan befinden sich da noch die ca. 76 Umzugskartons, die noch nicht ausgepackt werden konnten. Und im Wohnzimmer, wo auch der Schreibtisch wieder seinen Platz finden würde, sollte nur ein Regal stehen. Ein Regal für meinen SuB – und die paar Titel, die mein Mann noch nicht gelesen hat. Gucke ich mir dieses Regal (äh, die beiden Regale) jetzt an, dann habe ich sechs (na gut, ich gestehe, es sind sechseinhalb) Reihen voller Bücher, die ich noch lesen darf.

Dabei liegen die Romane, die von der Bibliothek ausgeliehen wurden, vor den Buchreihen, genauso wie die Manga. Die Hörbücher nehmen ein halbes Regal ein – und die Comicalben haben ihren Platz quer über den Romanen gefunden … Allerdings habe ich seit Weihnachten schon wieder so viel gelesen, dass ich die Augen nach einem Karton aufhalte, in dem ich die Titel (von Regalbrett sieben und acht) erst einmal verstaue, bis irgendwann der Tag kommt, an dem sie einen festen Platz in unserer neuen Bibliothek erhalten.

Diese Massen haben mich dazu gebracht, mal darüber nachzudenken, warum ein Buch überhaupt auf meinem SuB landet. Natürlich ist da immer der Faktor Zeit – wobei ich theoretisch sogar die Zeit hätte alles, zu lesen, aber es gibt ja dann doch den einen oder anderen Titel, der noch rezensiert werden will, und manche Bücher bringen einen dazu, eine kleine Auszeit vom Lesen zu nehmen, damit die Geschichte oder die Informationen noch etwas nachklingen können.

So besteht mein SuB aus Romanen, die in zwei Kategorien einzuteilen sind: Die langersehnten Titel, auf die ich mich lange gefreut habe und in die ich sehr große Erwartungen setze – und die ich irgendwie immer ein bisschen aufschiebe, um die Vorfreude noch weiter genießen zu können! Und dann gibt es da noch die Bücher, bei denen ich mich manchmal frage, warum sie überhaupt in meinem Regal gelandet sind. Zu einem Großteil sind das Romane, die sich irgendwie „nett“ oder „interessant“ anhören und die beim Lesen dann auch ihren Unterhaltungswert beweisen. Aber wenn ich auf der Suche nach einer neuen Lektüre bin, dann hüpfen mir diese Titel nur sehr selten in die Hand … Und bei beiden Kategorien gibt es dann noch die „dicken Brummer“, die ich nicht anfangen will, wenn ich weiß, dass ich nicht die Zeit habe, mal ein paar Stunden am Stück zu lesen. Denn in der Regel endet es dann damit, dass ich nach den ersten Seiten hängenbleibe und erst einmal ein oder zwei oder drei … andere Bücher zwischendurch verschlinge.

Mellis read-a-thon hat mir mal wieder gezeigt, wie sehr ich es doch eigentlich genieße, wenn ich mir bewusst ein paar Stunden nur für das Lesen freinehme. Und nun habe ich mir – neben den diversen Challenges für dieses Jahr – vorgenommen, dass ich mir in den nächsten Wochen regelmäßig Tage freihalte, an denen ich mich kopfüber in die dicken Bücher stürze und einfach nur lese. Einfacher wäre es natürlich, wenn meine zukünftige Bibliothek mit den beiden geplanten Ohrensesseln schon existieren würde, denn dann könnte mein Mann seiner wohlverdienten Wochenend-Entspannung (mit nicht gerade geräuscharmen Videospielen) nachgehen, ohne mich zu stören. Entweder lege ich also meinen „Lesetag“ in die Woche oder ich ziehe mich in unser (auch noch nicht renoviertes *seufz*) Schlafzimmer zurück, aber versuchen werde ich es!

Und wie ist es bei euch? Wie ist euer SuB entstanden und gibt es auch da verschiedene Gründe, warum ein Buch bei euch subbt?

Einfach ungnädig?

Nachdem ich ein paar wirklich schöne Romane gelesen habe, kämpfe ich nun seit Tagen mit meinen Bibliotheksbüchern. Erst erwischte es Isabel Abedi mit „Whisper“, die Geschichte hat mich einfach nicht gepackt, die Charaktere waren schablonenhaft und uninteressant und bis Seite 146 (von 275) habe ich mich nur hingeschleppt. Dann war ich doch so weit in der Handlung drin, dass ich es auch zum Ende bringen wollte. Doch nun steh ich da und frage mich, ob das Lesen dieses Buches mir irgendetwas gebracht hat. Ich kann detailliert den Inhalt erzählen, ich kann die Figuren beschreiben und sogar das geprägte Cover und die spezielle Bibliotheksbindung hat sich mir eingeprägt. Aber am Ende des Buches war ich weder zufrieden, noch unzufrieden. Ich habe es gelesen und fertig. Das ist wie bei einer Schullektüre, die man durcharbeitet, um eine Klausur darüber zu schreiben – und sie danach zu verdrängen.

Nun gut, so was passiert, manche Bücher oder Autoren liegen einem nicht und auf Geistergeschichten muss ich auch wirklich Lust haben. Also habe ich mir „Heaven“ von Christoph Marzi geschnappt und mich auf eine schöne Urban-Fantasy-Geschichte gefreut. Darauf habe ich eigentlich immer Lust und all die positiven Kritiken bezüglich der Sprache und der Handlung haben mich optimistisch gestimmt. Tja, und nun hänge ich ganz am Anfang an einem Absatz, der mich ärgert …

„Oben am Firmament zog eine Sternschnuppe ihre Bahn und fiel mitten nach Bloomsbury hinein. Ihr glänzender Schweif, zart wie die gerade geborenen Worte, die ein Federkiel auf Pergament schreibt, glühte kurz über den Dächern auf und schien in dem Augenblick, bevor er gänzlich verschwand, zu den Schwingen eines bunten Vogels zu werden, der hinüber zum Regent’s Park flog.“

Bis zu diesem Punkt war mir die Sprache nicht groß aufgefallen, aber diesen Absatz finde ich übertrieben, schwülstig und absolut nicht stimmungsfördernd. Im Gegenteil, seit diesem Absatz grumpfe ich vor mich hin und ärgere mich, dass mir der Autor damit erst einmal die Neugierde auf die Geschichte genommen hat. Mein innerer Lektor fragt sich beim Lesen die ganze Zeit, was dieser Absatz soll. Als „poetischen“ Einschub ist es mir zu viel, zu lang, zu verschwurbelt ausgedrückt – und vor allem erzeugt es bei mir keine schöne Stimmung, sondern eher ein genervtes Aufseufzen. Vielleicht liegt es ja an mir, vielleicht sollte ich mal für ein paar Tage die Bücher aus der Hand legen und mich mit etwas anderem beschäftigen, bis ich etwas weniger ungnädig bin. Oder gibt es unter euch auch jemanden, der diesen Absatz sprachlich überladen findet?

Nora Roberts

Wenn mich jemand spontan auf Nora Roberts anspricht, dann sage ich immer, dass ich die Autorin wirklich gerne lese. Aber nur einen kurzen Moment später fange ich an diese Aussage einzuschränken. Ich mag einen Großteil ihrer Liebesromane, kann aber mit den Titeln, die sie als J.D.Robb geschrieben hat, nichts anfangen. Und auch bei den romantischen Geschichten gibt es riesengroße Qualitätsabstufungen.

Vor einiger Zeit habe ich in der Bibliothek ein Buch in die Finger bekommen, in der ein Mann aus der Zukunft mit seinem Raumschiff in einer einsamen Bergregion abstürzte und sich prompt in die junge Frau verliebte, die ihn aus dem Wrack gerettet hat. Ne, das war sogar für mich, die ich ja sonst gerne mal fantastische Geschichten lese, zu billig gemacht.

Einiger ihrer Trilogien hingegen kann ich immer wieder lesen. Die Sturm-Bücher („Töchter des Feuers“, „Töchter des Windes“, „Töchter der See“) gehört dazu, wobei mir besonders der erste Band mit all den stimmungsvollen Beschreibung über die Glasbläserei der Hauptfigur Maggie zusagt. Eine andere Reihe, die ich sehr schön finde, besteht aus „Im Licht der Sterne“, „ Im Licht der Sonne“ und „Im Licht des Mondes“, aber diese Romane darf ich nicht lesen, wenn ich in ungnädiger Stimmung bin. Denn wenn ich schlecht gelaunt bin, dann ärgere ich mich nur darüber, dass Nell Channing, die Hauptfigur des ersten Bandes, innerhalb eines Tages ein Zuhause, einen Job und eine Freundin findet – ein bisschen mehr Realismus schadet auch einem Liebesroman nicht.

Die Garten-Eden-Trilogie hingegen kann ich in fast jeder Stimmung lesen, auch wenn ich dann auf einmal das unerklärliche Bedürfnis nach einen Stückchen Erde und der Gelegenheit ein paar Blumen zu pflanzen verspüre. Denn bei den drei Hauptfiguren habe ich immer das Gefühl, dass sie in ihrem Leben nur etwas erreicht haben, weil sie auch hart dafür arbeiten mussten. Und die Beschreibungen von der Arbeit mit den Pflanzen sind wunderschön.

Meine letzten Bücher von Nora Roberts waren „Grün ist die Hoffnung“, der erste Teil einer Vampirtrilogie von ihr, und „Abendstern“, eine Reihe, die wie eine Mischung aus ihren McKade-Heftromanen und der „Three Sister Trilogy“ wirkt. Mir hat „Abendstern“ ganz gut gefallen. Es ist vorhersehbar, aber nett zu lesen, und bestimmt halte ich in Zukunft die Augen nach den weiteren Bänden auf.

Aber „Grün ist die Hoffnung“ gibt mir wieder das Gefühl, dass die Autorin nicht so recht wusste, was sie tat. Ein Magier, ein Vampir, eine Hexe, eine Kriegerin, ein Gestaltwandler und eine Gelehrte gemischt mit etwas Romantik, den Mythen, die es um die blutsaugenden Untoten gibt, und einem Spritzer Arthussaga – und schon bekommt man einen Roman, der bei mir den Eindruck erweckt hat, dass zuviel manchmal einfach nicht genug ist. Hätte sich die Autorin auf eine Idee beschränkt und diese dafür stimmig ausgearbeitet, dann hätte das ein lustiges Buch werden können. Aber so fühlt man sich in eine Parodie zwischen „Buffy“ und Keltenkitsch geworfen, die zwar locker zu lesen ist, aber einfach nicht zu überzeugen weiß. Ob ich mir davon noch die zwei Folgebände antue, bezweifel ich doch sehr.

Aber trotzdem werde ich wohl weiterhin sagen, dass ich Nora Roberts gerne lese und im nächsten Moment meine Aussage einschränken – und ich werde weiterhin hoffen, dass ich wieder einmal einen Roman von ihr finde, der mich so sehr berührt, dass ich ihn immer wieder gerne lese.