Schlagwort: Liebe und Romantik

Dhonielle Clayton, Nic Stone, Tiffany D. Jackson, Ashley Woodfolk, Angie Thomas und Nicola Yoon: Blackout

Auf „Blackout“ bin ich aufmerksam geworden, als mir ein Beitrag der „This Morning“-Sendung des US-Senders CBS in meine Twitter-Timeline gespült wurde. Dort haben sich die sechs Autorinnen darüber unterhalten, wie sich die gemeinsame Arbeit an dem Buch für sie angefühlt hat. Mir hat es so gut gefallen, wie respektvoll und sich gegenseitig schätzend die sechs Frauen in diesem Gespräch miteinander umgegangen sind und wie sie über ihre jeweiligen Geschichten gesprochen haben, dass ich mir „Blackout“ spontan bestellt habe. Initiiert wurde diese Zusammenarbeit der sechs Autorinnen von Dhonielle Clayton, deren fünfzehnjährige Nichte sie gefragt hatte, wieso Schwarze Mädchen nie eine große Liebesgeschichte haben dürfen und immer nur als „Sidekick“ in Romanen vorkommen. Dazu kam dann noch das Bedürfnis, ein Gegengewicht zu den ganzen Bildern von Polizeigewalt gegen Schwarze Personen und zu all den schrecklichen Nachrichten über die Pandemie im vergangenen Jahr zu setzen – und so kam es zu dem Entschluss, gemeinsam mit fünf anderen Autorinnen ein hoffnungsvolles und wohltuendes (Jugend-)Buch mit Geschichten über Liebe und Freundschaft zu schreiben, in dem Schwarze Protagonist.innen im Zentrum der Handlung stehen.

„Blackout“ besteht aus sechs einzelnen Geschichten, wobei „The Long Walk“ von Tiffany D. Jackson in kleinere Segmenten aufgebrochen wurde, die zwischen den Geschichten der anderen Autorinnen platziert wurden und so einen roten Faden durch das gesamte Buch bilden. Alle Geschichten spielen während eines großen Stromausfalls in New York, und die verschiedenen Protagonisten und Nebenfiguren stehen alle untereinander in irgendeiner Art von Beziehung. So ist Tammi (Protagonistin von „The Long Walk“) zum Beispiel die Tochter des Busfahrers, der in „No Sleep Till Brooklyn“ (Angie Thomas) eine Rolle spielt, und die Schwester von Tremaine, der wiederum in „Mask Off“ (Nic Stone) für den Erzähler JJ sehr wichtig ist. Mit gerade mal 256 Seiten ist „Blackout“ kein besonders umfangreiches Buch, aber ich hatte nicht das Gefühl, dass eine der Geschichten zu kurz wäre. Jede von ihnen bietet eine wunderbare kleine Auszeit mit sympathischen Figuren, amüsanten Momenten und sehr süßen Liebesgeschichten. Dabei bedeutet die Tatsache, dass diese sechs Autorinnen in diesem Roman „Liebesgeschichten“ erzählen, nicht unbedingt, dass die Handlungen vorhersehbar wären.

All diese Geschichten haben – obwohl sie wirklich gut zueinander passen und sich wunderbar ergänzen – einen sehr individuellen Ton, so dass nicht vorhersagbar ist, ob einen als nächstes eine leise Liebesgeschichte, eine eher dramatischere Handlung oder vor allem sehr amüsante Szenen erwarten. Ebensowenig lassen sich die Figuren in Schubladen pressen und das nicht nur, weil einige von ihnen nicht heterosexuell sind, sondern auch, weil im Fall von „Blackout“ eine Liebegeschichte auch mal bedeuten kann, dass am Ende kein glückliches Paar aus der Handlung hervorgeht, sondern vielleicht „nur“ eine Person, die gelernt hat, sich selbst ein bisschen mehr zu lieben oder etwas ehrlicher mit sich zu sein. Ich mochte diesen Überraschungsfaktor beim Lesen sehr und habe mich darüber ebenso gefreut wie über die vielen kleinen Verknüpfungen zwischen den Geschichten, die dafür sorgten, dass ich die ganze Zeit die Augen offen gehalten habe nach Hinweisen darauf, wie welche Person mit welcher Figur bekannt oder verwandt sein könnte. Außerdem ist „Blackout“ unübersehbar eine Liebeserklärung an das Leben in New York mit all seinen Facetten, von der großen Bibliothek, den Touristenbussen, den alten Ziegelsteinhäusern, dem Kulturangebot, dem Gemeinschaftsgefühl innerhalb eines Viertels bis zu U-Bahn – und ich muss zugeben, dass ich mich in letzterer während eines Stromausfalls nicht aufhalten möchte. 😉

Mir hat das Lesen von „Blackout“ gutgetan, und ich habe mich wunderbar unterhalten gefühlt. Ich muss aber auch zugeben, dass die Kürze der Geschichten dafür sorgt, dass man eben nur einen sehr kleinen Einblick in das Leben der Figuren bekommt, weshalb sie keinen so lang anhaltenden Eindruck bei mir hinterlassen haben. Aber ich hatte viel Spaß mit den Charakteren und habe mir fest vorgenommen, dass ich „Blackout“ im nächsten Sommer wieder aus dem Regal ziehe, um mich von all den verschiedenen Figuren erneut in ein hochsommerliches New York entführen zu lassen, in dem ein umfassender Stromausfall so viele Leben positiv verändert. Oh, und wer Lust auf das Buch bekommen haben sollte, aber nicht auf Englisch lesen mag: Zeitgleich mit der englischen Ausgabe ist bei cbj „Blackout – Liebe leuchtet auch im Dunkeln“ als gebundenes Buch erschienen. Diese Variante ist zwar etwas teurer und das Cover ist nicht ganz so hübsch wie bei der englischsprachigen Ausgabe, aber mal nicht lange auf eine deutsche Übersetzung warten zu müssen, ist doch wirklich großartig.

Zoe Chant: Librarian Bear (Virtue Shifters 2)

„Librarian Bear“ von Zoe Chant (C.E. Murphy) ist der zweite Teil der Virtue-Shifters-Serie, und nachdem ich den ersten Band, „Timber Wolf“, im vergangenen Jahr als so wohltuend und erholsam empfand, hatte ich den zweiten Teil vorbestellt, sobald die Autorin ihn auf Twitter angekündigt hatte. Die Handlung wird abwechselnd aus den Perspektiven von Sarah und Matthew erzählt. Sarah ist die Leiterin der Bibliothek in Virtue und hat für einen Monat einen Archivar finanziert bekommen, der die alten Unterlagen ordnen soll, die in den Tiefen der Bibliothek aufbewahrt werden. Dieser Archivar ist der Bären-Gestaltwandler Matthew, der den Job in Virtue als Überbrückung nutzen will, bis er in wenigen Wochen seinen Traumjob in Chicago antreten wird.

Beide Charaktere fühlen sich von Anfang an zueinander hingezogen und zeigen dies ihrem Gegenüber auch. Dabei wird in jeder Szene deutlich, dass die beiden die Grenzen des anderen respektieren und alles dafür tun, damit sich der andere nicht unwohl mit der gezeigten Aufmerksamkeit fühlt. Ich liebe diesen freundschaftlich-respektvollen Umgang, den die Figuren in den Virtue-Shifter-Romanen miteinander pflegen, und wünschte mir wirklich, dass mehr Autorinnen kapieren, dass Charaktere, die miteinander reden und sich (relativ) langsam aneinander annähern nicht nur romantisch, sondern auch sexy sein können. Das große Hindernis in dieser sich anbahnenden Beziehung besteht in der Tatsache, dass Matthew ja nur für einen Monat in Virtue ist. Was mich als „Problem“ für eine Liebesgeschichte gestört hätte, wenn Matt und Sarah nicht im Laufe der Handlung darüber reden würden, ob sie sich auch eine Fernbeziehung vorstellen könnten.

Außerdem gibt es noch eine Landerschließungsfirma, die in Virtue Fuß fassen und dafür die Ranch von Rachels Freundin enteignen lassen will. Um dieser Firma Einhalt gebieten zu können, muss Sarah eine Abschrift des Gründungsdokuments der Stadt finden (ich hoffe, dass das mehr Sinn ergibt, wenn man sich mit US-Recht auskennt 😉 ), was natürlich den beiden Charakteren viel Zeit gibt, um gemeinsam in Archiven zu wühlen. Dieser Handlungsstrang führt dazu, dass sich Sarah und Matt mit der Geschichte der Stadt und den Besonderheiten einiger Einwohner beschäftigen müssen. So kommt es, dass der Gestaltwandler-Anteil der Reihe in „Librarian Bear“ eine entscheidende Rolle spielt, während er in „Timber Wolf“ nur ein amüsantes, aber definitiv nicht notwendiges Element war. So fühlt es sich an, als ob die Autorin in diesem Band mehr in ihrer Urban-Fantasy-Welt angekommen wäre, was mir gut gefallen hat.

Wenn ich etwas an „Librarian Bear“ kritisieren müsste, dann wäre es die unglaublich umfassende Kompetenz von Sarah. Sie ist nicht nur eine hervorragende Bibliothekarin, die nebenbei eine tägliche Kinderbetreuung in ihrer Bibliothek aufgebaut hat, das örtliche Jugendtheater mit Kostümen versorgt und diverse gemeinnützige Organisationen leitet, sondern sie näht auch all ihre Kleidung perfekt selbst und wartet und repariert ihr altes Auto. Trotzdem hat sie nebenbei noch genügend Zeit, um mit Matt stundenlang alte Papiere zu durchwühlen und die alteingesessenen Familien abzuklappern und auszufragen. Das war alles ein bisschen viel und nur deshalb erträglich, weil diese Protagonistin trotz allem überraschend sympathisch war. Außerdem lese ich solche Romane nicht für ihren Realismus, sondern für ihre wohltuende Wirkung, und so konnte ich über die überperfekte Sarah hinwegsehen und stattdessen den wunderbaren Umgang der beiden Hauptfiguren miteinander und die amüsanten kleinen Szenen zwischen diesen beiden Charakteren und all den Nebenfiguren genießen.

Talia Hibbert: The Brown Sisters 1-3

In den vergangenen Wochen habe ich die drei Romane von Talia Hibbert gelesen, die die Autorin um die Schwestern Cloe, Dani und Eve Brown geschrieben hat. Da alle drei Geschichten sehr ähnliche Elemente haben, dachte ich mir, dass ich mal eine „Sammelrezension“ dazu veröffentlichen könnte. Die Bücher von Talia Hibbert fallen unter „contemporary romance“ (gibt es dafür einen deutschen Begriff?), weshalb es für mich umso überraschender war, dass sie mir so gut gefallen haben, weil ich bei dem Genre doch normalerweise immer was zu kritisieren finde. In jedem der Bände steht eine andere der Brown-Schwestern im Mittelpunkt, und jede dieser Protagonistinnen hat ganz eigene Probleme, die sie – ihrer eigenen Meinung nach – für eine Beziehung ungeeignet machen.

In „Get a Life, Cloe Brown“ (auf Deutsch „Kissing Cloe Brown“) beschließt Cloe, nachdem sie beinahe in einen schrecklichen Autounfall verwickelt worden wäre, dass es Zeit wird, ihr Leben in den Griff zu bekommen. Also zieht sie bei ihren Eltern aus und erstellt eine Liste mit Dingen, die sie erleben will. Aber so richtig kommt sie mit ihrer Liste nicht voran, bis sie den Hausmeister (und Künstler) Redford „Red“ Morgan näher kennenlernt. Ihr Schwester Danika hingegen will sich ganz auf ihrer Universitätskarriere konzentrieren und sucht in „Take a Hint, Dani Brown“ nur einen Mann, mit dem sie ab und an etwas Dampf im Bett ablassen kann. Dummerweise lernt sie mit dem Sicherheitsmann Zafir Ansari einen hoffnungslosen Romantiker kennen, der definitiv mehr als nur Sex von ihr will. Die jüngste Brown-Schwester Eve ist in „Act Your Age, Eve Brown“ auf der Flucht vor ihrem aktuellsten beruflichen Versagen und der damit einhergehenden Enttäuschung ihrer Eltern, als sie aus Versehen den Betreiber eines B&Bs anfährt. Da Jacob Wayne mit seinen Verletzungen nicht in der Lage ist, seine Frühstückspension zu führen, springt Eve ein und lernt so nicht nur ihren neuen Boss besser kennen, sondern auch mehr über ihre eigenen Stärken und Schwächen.

Jeder dieser drei Romane ist wunderbar lustig und auf eine realistische und wohltuende Weise romantisch. Was die Bücher für mich aber zu etwas Besonderem gemacht haben, ist die Tatsache, dass sowohl die Protagonistinnen als auch die Protagonisten diverse Probleme im Leben haben, ohne dass diese Dinge zu einem großen Drama aufgebaut werden. Cloe ist chronisch krank und muss mit ihrer Energie bewusst haushalten, während Red eine toxische Beziehung hinter sich hat, die Spuren hinterließ, die sich nicht so einfach abschütteln lassen. Dani denkt aufgrund früherer Erlebnisse, sie sei beziehungsunfähig, während Zafir durch seine ehemalige Sportkarriere (und die damit verbundene Medienberichterstattung über ihn) traumatisiert wurde. Jacob ist Autist und wurde als Kind von seinen Eltern vernachlässigt und Eve hat nicht nur gravierende Konzentrationsprobleme, sondern auch eine ziemlich gestörte Selbstsicht. All diese Probleme haben zwar immer wieder einen deutlichen Einfluss auf das Leben der Protagonist.innen, sind aber in erster Linie einfach nur ein Teil ihrer Persönlichkeit bzw. ihres Lebens, ebenso wie der Humor, die Fürsorglichkeit, die Leidenschaft für Literatur oder Sport oder andere Elemente, die einen Charakter formen.

Ich mochte auch sehr, wie die Figuren miteinander umgingen. Es gibt so viele wunderbar lustige Szenen, und selbst die „dramatischen“ Elemente wurde von der Autorin so geschrieben, dass man ein bisschen über die jeweilige Person schmunzeln kann. Die Figuren gehen in der Regel respektvoll miteinander um, und wenn es in diesen Geschichten zu Missverständnissen kommt, dann nicht durch irgendein gekünsteltes „nicht miteinander reden“, sondern durch Szenen, die zeigen, dass zwei Menschen sich eben auch mal missverstehen können. Und sobald die verletzten Gefühle etwas gehätschelt wurden und die jeweilige Figur etwas Zeit zum Nachdenken hatte, gehen Talia Hibberts Figuren wieder aufeinander zu und reden miteinander. Ich habe die Dialoge in diesen Romanen so genossen, weil immer wieder deutlich wird, dass es nicht einfach reicht, wenn man sich der Tatsache bewusst wird, dass man da ein Problem oder vielleicht falsch gehandelt hat, sondern dass man sich immer wieder damit auseinandersetzen und an sich arbeiten muss. Genauso wird immer wieder deutlich, dass auch eine funktionierende Beziehung nicht etwas ist, das von ganz alleine entsteht, wenn sich zwei Personen lieben, sondern dass das etwas ist, woran beide Parteien immer wieder arbeiten müssen. Dabei gelingt es der Autorin, dieses „gemeinsame Arbeiten an einer Beziehung“ als etwas sehr Schönes – und für den Leser unterhaltsam zu Lesendes – darzustellen.

Mein einziger Kritikpunkt an allen drei Romanen besteht darin, dass Talia Hibberts Wortwahl, wenn es um die Sexszenen bzw. die Gedanken geht, die die jeweiligen Figuren bezüglich der körperlichen Vorzüge ihrer potenziellen Partner.innen haben, für meinen persönlichen Geschmack etwas zu direkt ist. Wenn ich allerdings an die eine oder andere Sendung denke, die ich in den vergangenen Jahren gesehen habe, scheint diese Wortwahl im alltäglichen britischen Sprachgebrauch nicht so abwegig zu sein. Grundsätzlich hat mich die Sprache auch nicht davon abgehalten, die Geschichten zu genießen, aber da mir dieser Punkt negativ aufgefallen ist, wollte ich ihn hier auch nicht unterschlagen. Insgesamt habe ich alle drei Romane wirklich gern gelesen, ich habe mit den verschiedenen Charakteren mitgelitten, ihren Umgang miteinander genossen und mich großartig über all die lustigen Szenen mit ihnen amüsiert.

Zoe Chant: Timber Wolf (Virtue Shifters 1)

„Timber Wolf“ von Zoe Chant (das ist ein Gruppen-Pseudonym – in diesem Fall ist die Autorin C.E. Murphy) ist der erste Band einer neuen Reihe, die sich um mehrere Gestaltwandler in der kleinen Stadt Virtue dreht. Ich muss zugeben, dass ich momentan anscheinend eine Schwäche für Bücher habe, in denen nicht viel passiert (wie schon in „A Magical Inheritance“). Denn wenn man die Handlung in „Timber Wolf“ zusammenfassen will, reicht es zu sagen, dass sich die Geschichte um Mab Brannigan dreht, die gemeinsam mit ihrem vierjährigen Sohn in ein geerbtes Farmhaus gezogen ist, um dann festzustellen, dass das Gebäude dringend restauriert werden muss, um bewohnbar zu sein. Bevor sie jedoch die dringendsten Dinge in Angriff nehmen kann, verschwindet der engagierte Handwerker mit ihren wenigen Ersparnissen. Zum Glück kehrt zu diesem Zeitpunkt der Gestaltwandler Jake Rowly nach Virtue zurück, wo er aufgewachsen ist. Jake ist nicht nur Tischler, sondern auch auf der Suche nach einer Unterkunft, so dass er und Mab sich darauf einigen, dass er ihre Scheune bewohnen kann, während er ihr hilft, das Haus wieder in Ordnung zu bringen.

Das ist im Prinzip die gesamte Handlung. Jake wohnt in der Scheune und renoviert das Haus, Mab arbeitet in ihrem Job, kümmert sich um ihren Sohn Noah und hilft in ihrer „freien“ Zeit Jake mit den Handwerksarbeiten. Das Ganze erstreckt sich über mehr als fünf Monate, und in diesen fünf Monaten lernen sich die beiden sehr gut kennen und lieben. Natürlich gibt es noch ein kleines bisschen Ärger mit einem örtlichen Makler, der Mabs Grundstück kaufen will, und auch ihr Ex-Freund, der der Vater von Noah ist, taucht kurz noch einmal auf, aber das ist eigentlich gar nicht relevant. Die Autorin konzentriert sich auf die sehr langsam ablaufende Liebesgeschichte zwischen Mab und Jake, die sich zwar auf den ersten Blick anziehend finden, aber beide gute Gründe haben, es erst einmal bei einer Freundschaft zu belassen. Das führt zu einigen sehr niedlichen und amüsanten Szenen und zu sehr vielen Momenten, in denen Jake zeigen kann, dass er kein Problem damit hat, wenn eine Frau für sich selbst einsteht, Entscheidungen trifft und eben keine Hilfe von einem großen, männlichen Typen haben will, nur weil der zur Verfügung steht.

Abgesehen von ein paar winzigen Szenen, in denen Jake in Wolfsform agiert, und diversen (unterhaltsamen) Dialogen zwischen Jake und seinem Wolf spielt es eigentlich auch keine Rolle, dass Jake ein Gestaltwandler ist. Ich fand es wunderbar erholsam, dass die Tatsache, dass Jake sich in einen Wolf verwandeln kann, überhaupt kein Drama hervorruft und so gut wie kein Thema in der Geschichte ist. Diese Fähigkeit ist angeboren und hindert ihn in keiner Weise daran, ein ganz normales Leben zu führen, seinem Handwerk nachzugehen, Liebeskummer zu haben oder einen gemütlichen Abend mit Kochen zu verbringen. Auch Mab fand ich als Figur sehr sympathisch. Sie zeigt zwar regelmäßig Unsicherheiten (dank einer früheren toxischen Beziehung, die ihr einiges an Selbstbewusstsein genommen hat), aber sie steht trotzdem auf eigenen Beinen, kümmert sich allein um all ihre Probleme und scheut auch vor Auseinandersetzungen nicht zurück. Dabei passiert es schon mal, dass sie eine falsche Entscheidung trifft, aber auch das ist kein Drama in diesem Roman, sondern eben etwas, das halt passiert und mit dem man dann umgehen muss.

Wenn ich einen Kritikpunkt an „Timber Wolf“ suchen müsste, dann ist es die Tatsache, dass die beiden Protagonisten ein bisschen sehr oft in Gedanken an den (nicht nur körperlichen!) Vorzügen des anderen hängen. Da die Handlung aber nun über mehrere Monate geht und es sehr lange dauert, bis die beiden sich näherkommen, gibt es eben auch viel Raum für solche Passagen. Aber grundsätzlich hat mich das nicht gestört, weil ich diese dramafreie Geschichte, den respektvollen Umgang zwischen Mab und Jake und all die hübschen kleinen Szenen mit den verschiedenen (Neben-)Charakteren so nett, unterhaltsam und erholsam fand. Erholsam ist, glaube ich, wirklich das passendste Wort für diesen Roman. Ich freue mich jetzt schon darüber, dass davon eine ganze Reihe angekündigt wurde, die in Virtue spielen wird, weil ich mir sicher bin, dass ich auch in Zukunft immer wieder Bedarf an erholsamen und wohltuenden Lesestunden haben werde. Und wenn ich dann mehr über die bislang kennengelernten Nebencharaktere in dieser Geschichte erfahren werde, ist das umso schöner.

Emily Larkin: Unmasking Miss Appleby (Baleful Godmother 1)

Ich hatte vorher weder etwas von der Autorin noch von dem Roman gehört, als ich Ende Mai über einen „habe ich genossen, gibt es gerade kostenlos“-Link bei Twitter gestolpert bin. Weil sich die Inhaltsangabe nett anhörte, habe ich die Geschichte auf meinen eReader geladen und wollte sie dann nur kurz anlesen. Inzwischen habe ich vier Titel aus der Baleful-Godmother-Reihe gelesen und freue mich, dass ich noch mindestens zwei weitere Bücher vor mir habe. 😉

Emily Larkin hat mit „Unmasking Miss Appleby“ einen wunderbaren Historical geschrieben, der mehrere ungewöhnliche Elemente aufweist. So beginnt die Geschichte an dem Tag im Jahr 1805, an dem die Protagonistin, Charlotte Appleby, ihren 25 Geburtstag feiert und sich auf einmal ihrer Feen-Patentante gegenübersieht. Wie jede vernünftige Frau glaubt sie eigentlich nicht an Feen und hatte auch keine Ahnung, dass eine Vorfahrin dafür verantwortlich ist, dass jedes weibliche Mitglied ihrer Familie von einer Fee einen Wunsch gewährt bekommt. Doch nachdem Charlotte sich sicher ist, dass die unheimliche Frau, die in ihr Zimmer eingedrungen ist, wirklich eine Fee ist, geht sie sehr sachlich und überlegt an die Sache heran und entscheidet sich letztendlich für die Gabe der „Metamorphose“.

Seit vor einigen Jahren ihr Eltern gestorben sind, lebt sie als unbezahlte/s Hausmädchen/Gesellschafterin/Gouvernante im Haushalt ihres Onkels. Und obwohl dieser ihrem Vater versprochen hatte, dass Charlotte von ihrer Tante in die Londoner Gesellschaft eingeführt würde, hat der Onkel sein Versprechen nie eingehalten. So wünscht sich Charlotte nichts mehr, als irgendwie auf eigenen Füßen stehen und sich ihren Unterhalt selbst verdienen zu können. Durch die Gabe der Metamorphose ist sie nun in der Lage, sich in einen jungen Mann zu verwandeln und sich als Sekretär bei Lord Cosgrove zu bewerben. Sie ist sich sicher, dass sie die Arbeit gut verrichten kann – schließlich hat sie für ihren Vater schon eine ähnliche Position eingenommen. Allerdings war ihr nicht bewusst, wie wenig sie über das Leben als Mann in der Londoner Gesellschaft weiß und wie schwierig es werden würde, sich nicht zu verraten.

Lord Cosgrove (Marcus) hingegen ist dringend auf der Suche nach einem neuen Sekretär, nachdem sein früherer Angestellter bei einem Anschlag im Park schwer verletzt wurde. Dieser Anschlag galt dem Adeligen – und ist nur ein Ereignis in einer ganzen Reihe von Unerfreulichkeiten, die von eingeschlagenen Glasfenstern und Unrat auf seiner Türschwelle bis zu nächtlichen Angriffen reichen. Marcus selbst weiß nicht, wer für all diese Taten verantwortlich ist, verfügt aber über eine lange Liste von Verdächtigen, die aus politischen oder privaten Gründen etwas gegen ihn haben. Zu seiner großen Überraschung ist der junge Christopher Albin nicht nur bereit, die Stellung bei ihm als Sekretär anzunehmen, obwohl die Position nicht ohne Risiken ist, sondern Christopher kommt im Laufe der Zeit auch immer wieder an Informationen heran, die dem Lord wirklich helfen. Natürlich weiß Marcus nicht, dass sein neuer Sekretär eigentlich eine Frau ist und erst recht nicht, dass Charlotte ihre Gabe der Verwandlung nutzt, um für ihren neuen Arbeitgeber zu ermitteln.

Es gibt eine ganze Menge Dinge, die ich an diesem Roman mochte. Nicht nur fand ich die Protagonisten sympathisch, ich konnte ihr Verhalten in der Regel auch gut nachvollziehen (was ja nicht immer bei einem historischen Liebesroman gegeben ist) und mochte es, dass Charlotte ihre neu entdeckte Freiheit so wichtig war (und zwar so sehr, dass ihr ihr Job wichtiger ist als ihre Gefühle für ihren Arbeitgeber). Überhaupt ist Charlotte angenehm intelligent und vernünftig und testet – wenn sie die Zeit und Möglichkeit hat – jede neue Gestalt erst einmal, bevor sie sie wirklich einsetzt. Auch der „Beziehungsteil“ ist überraschend stimmig, wenn man bedenkt, dass Charlotte Marcus ja anfangs nur in männlicher Gestalt kennenlernt. Durch Lord Cosgrove entdeckt sie Ecken von London, von denen sie zuvor nie gehört hat, was nicht nur dazu führt, dass sie sich stellenweise sehr naiv anstellt, sondern auch, dass sie Einblick in das Leben und Denken von Männern bekommt, wie es für ihre Zeit und Stellung nun mal ungewöhnlich ist.

Das bringt sie dazu, dass sie Schritte ergreift, um Marcus – in ihrer realen Gestalt – näher kennenzulernen, die ich stimmiger finde, als in so manch anderem Roman. Auch verrate ich wohl nicht zu viel, wenn ich schreibe, dass es mehr als eine Sexszene zwischen den beiden Protagonisten gibt – und dass dieser Körperkontakt nicht von Anfang an für die beiden großartig und wiederholenswert ist. Für Charlotte ist der erste Sex in ihrem Leben sogar so unangenehm, dass sie es dabei durchaus belassen würde, wenn er nicht bei einem weiteren Treffen die Initiative ergreifen würde. Der Krimianteil ist jetzt nicht so wahnsinnig ausgefeilt, bietet Emily Larkin aber genügend Gelegenheiten, um die verschiedenen Figuren vorzustellen und Charlotte in die unterschiedlichsten Stadtteile von London zu führen – und damit ihre Geschichte nicht nur in gehobenen Adelskreisen spielen zu lassen. Ich habe mich wirklich wunderbar mit „Unmasking Miss Appleby“ amüsiert und mehr als einmal beim Lesen vor mich hingekichert, weil für Charlotte die Zusammenarbeit mit Marcus nicht immer einfach war und sie ständig auf der Hut sein musste (oder mitten ins Fettnäpfchen trat).

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Zum Schluss noch eine Anmerkung zu den weiteren drei Teilen, die ich bislang gelesen habe:
Sowohl „Resisting Miss Merryweather“ (Baleful Godmother 2), als auch „Claiming Mister Kemp“ (Baleful Godmother 4) sind deutlich kürzer als „Unmasking Miss Appleby“ und „Trusting Miss Trentham“ (Baleful Godmother 3), was sich auch auf die Qualität der Geschichten auswirkt. „Resisting Miss Merryweather“ war nett, aber nicht mehr als ein langer Anhang zum ersten Band, damit eine der Nebenfiguren noch ein Happy End bekommt. Sowohl die Tatsache, dass Miss Merryweather erst zum Schluss ihre magische Gabe bekommt, als auch die Handlung an sich haben mich nicht so sehr überzeugen können wie die Geschichte von Charlotte und Marcus.

„Trusting Miss Trentham“ habe ich hingegen wieder rundum genossen und mochte die Charaktere ebenso wie die Geschichte (inklusive den Ermittlungen rund um die Frage, wer bei einer Schlacht in Portugal wohl die Engländer verraten haben mag). Und obwohl „Claiming Mister Kemp“ einige Dinge aus „Trusting Miss Trentham“ wiederholt, so fand ich es schön mal eine Liebesgeschichte zwischen zwei Männern zu lesen, die in dieser Zeit spielt. Das ändert nichts daran, dass auch hier die Handlung etwas dünn ist und das Ganze ebenfalls geschrieben wurde, damit auch hier zwei Nebenfiguren noch etwas mehr Raum bekommen, als es in dem dritten Band der Reihe möglich war.

Es gibt noch vier weitere Geschichten, die Jahrhunderte vor den „Baleful Godmother“-Romanen spielen und erzählen, wie es überhaupt zu der Verbindung zwischen dieser Familie und den Feen kommt. Aber bislang kann ich dazu noch nichts sagen, weil ich erst einmal wieder etwas Abwechslung benötigte. Wer aber neugierig auf die Autorin und „Unmasking Miss Appleby“ geworden ist, kann den ersten Baleful-Godmother-Band und „The Fey Quartet“ kostenlos bekommen, wenn er sich für Emily Larkins Newsletter anmeldet.

Mona Ingram: A Family for Christmas

Adventszeit bedeutet für mich auch immer Liebesromanzeit und so schau ich gern nach günstigen oder gar kostenlosen eBooks zu den beiden Themen – und sammel immer mehr weihnachtliche Liebesromane auf dem Reader, als ich in den vier Wochen lesen kann. So ist auch „A Family for Christmas“ von Mona Ingram (vermutlich) im vergangenen Jahr auf meinem eReader gelandet und ich habe keine Ahnung, wie ich über den Titel gestolpert bin. Die Autorin habe ich vorher auf jeden Fall noch nicht gelesen und bin deshalb vollkommen unbefangen an „A Family for Christmas“ herangegangen.

Die Geschichte wird zum größten Teil aus der Sicht von Maddie LaRocque erzählt, die vor einigen Monaten nach Calgary gezogen ist, nachdem ihr Freund nach drei Jahren Beziehung beschloss, dass er lieber eine andere Frau heiraten würde. Dummerweise wird Maddie zwei Monate vor Weihnachten auch noch ihr neuer Job gekündigt, weil ihr Arbeitgeber einen wichtigen Kunden verloren hat, und nun hängt sie ein bisschen in der Luft. Immerhin muss sie sich keine Gedanken um ihre Finanzen und ihre Miete machen, denn sie hat etwas Geld auf der hohen Kante und ist bei ihrem Umzug nach Calgary in die Wohnung ihre Freundin Lily eingezogen. Durch ein Gespräch in einem Aufzug kommt Maddie dann auf die Idee, sie könnte in der Vorweihnachtszeit einen Geschenkservice betreiben – und natürlich lernt sie darüber prompt den perfekten Mann für sich kennen.

Bei einer längeren Geschichte hätte ich mich vielleicht darüber geärgert, dass für Maddie nach ihrer Kündigung alles so problemlos läuft. Sie muss sich keine Gedanken um Geld machen und als sie für einige Wochen einen Geschenkservice eröffnet, fällt ihr der perfekte Laden inklusive einer großartigen „Aushilfe“ geradezu vor die Füße. Aber bei gerade mal 170 Seiten und gleich zwei Liebesgeschichten, die hier erzählt werden, gab es zu wenig Raum für solche Details, als dass ich mich hätte aufregen wollen. Stattdessen habe ich eine süße und unterhaltsame Geschichte rund um Maddie und ihre Freundin Lily bekommen, die sich in die Brüder Drummond verlieben. (Also ein Bruder pro Freundin. 😉 )

Ich mochte es, dass alle vier Beteiligten eine Vergangenheit hatten, die es ihnen nicht leicht macht auf einen Menschen zuzugehen oder zumindest dafür sorgt, dass erst einmal etwas beendet werden muss, bevor man etwas anfangen kann, ohne dass damit großes Drama verbunden war. Außerdem gibt es natürlich „Missverständnisse“ zwischen den verschiedenen Figuren, aber nichts davon ist wirklich gravierend und alles lässt sich in dieser Geschichte klären, in dem man miteinander redet. Ich bin immer so froh, wenn solche Momente in Romanen nicht künstlich aufgebläht werden. Es ist vollkommen okay, wenn ein Protagonist ein paar Tage nachdenken muss oder eben nicht im ersten Rausch der Gefühle handelt, wenn die Figuren dann wieder aufeinander zugehen und die Sache klären. Nur zu schade, dass so wenig Liebesromane darauf setzen und stattdessen lieber eine unendliche Kette von Missverständnissen und Kränkungen für die Handlung produzieren – wobei ich mich am Ende dann immer frage, wie so eine Beziehung in ein paar Jahren aussieht, wenn die Leute schon nicht miteinander reden können, wenn sie frisch verliebt sind.

Bei der Kürze der Handlung ist es vielleicht auch nicht verwunderlich, dass es bei allen vier Personen zu einem Fall von „Liebe auf den ersten Blick“ kommt. Aber immerhin gönnt die Autorin den Figuren neben dieser unwiderstehlichen Anziehung auch genügend Verstand, um ihnen Zeit zum Kennenlernen zu geben, um die gegenseitigen Gefühle nicht als selbstverständlich anzunehmen und um trotzdem noch eigenständige Entscheidungen zu treffen, die nichts mit der potenziellen Beziehung zu tun haben. Das sorgt vielleicht nicht für die emotionalste Geschichte, die ich je gelesen habe, aber für eine schöne, atmosphärische, vorweihnachtliche Liebesgeschichte mit (relativ) realistischen und sympathischen Charakteren.

Tamie Dearen: Her Best Match (The Best Girls Series 1)

Ich finde es immer wieder faszinierend zu sehen, dass manche Geschichten mich so auf die Palme bringen, während ich mich von anderen so gut unterhalten fühle. Während „Love Like You’ve Never Been Hurt“ mich wirklich geärgert hat, habe ich „Her Best Match“ von Tamie Dearen wirklich genossen. Protagonistin des Romans (den es in den letzte Wochen umsonst als eBook gab) ist Anne Best, eine 45jährige Witwe aus Texas mit zwei erwachsenen Töchtern, die vor 15 Jahren ihren geliebten Mann bei einem Autounfall verloren hat. In den Jahren nach dem Tod von Tom war Anne damit beschäftigt ihre beiden Töchter Emily und Charlie (Charlotte) aufzuziehen. Doch nun, da die beiden Mädchen aus dem Haus sind, sucht Anne neue Herausforderungen und hat sich deshalb mit ihrem Lebenslauf bei einer Personalvermittlung registrieren lassen.

Überraschenderweise bekommt sie daraufhin eine Einladung zu einem Vorstellungsgespräch in New York, wo bei einer international agierenden Firma die Stelle der Chefsekretärin neu besetzt werden soll. Obwohl Anne sich keine Chancen ausmalt und sich nicht erklären kann, wieso sie zu dem Gespräch geladen wurde, tritt sie die Reise an, weil es nun mal eine Gelegenheit ist, sich New York anzuschauen, ohne einen Cent für den Flug ausgeben zu müssen. Natürlich bekommt sie den Job als Sekretärin und stürzt sich wenig später in die Herausforderungen, die die neue Arbeitsstelle so mit sich bringt. Zusätzlich betätigt sie sich bei all ihren neuen Bekannten und Arbeitskollegen als Beziehungsvermittlerin – schließlich ist sie sich sicher, dass sie ein hervorragendes Händchen hat, wenn es darum geht einzuschätzen, wer zu wem passen würde.

Während für den Leser von Anfang an klar ist, dass ihr neuer Boss Steven der perfekte Partner für Anne wäre, braucht sie etwas, um ihn überhaupt sympathisch zu finden. Abgesehen davon ist Anne fest davon überzeugt, dass sie nur die Augen aufhalten muss, um eine passende potenzielle Frau für Steven zu finden. Dabei hat Tamie Dearen meiner Meinung nach ein überraschend gutes Händchen für Situationen, in denen er mal privat mit Anne reden möchte, während sie mit den Gedanken vollkommen woanders ist (in der Regel, weil sie so sehr darum kreist, dass sie ihren neuen Job – trotz fehlender schulischer Qualifikationen – richtig machen möchte). Außerdem gibt es da noch Henri, einen attraktiven französischen Geschäftspartner von Steven, der hemmungslos mit Anne flirtet und ihr zum ersten Mal seit 15 Jahren das Gefühl gibt, sie könne sich doch vielleicht irgendwann einmal wieder auf einen Mann einlassen.

Nach ca. 3/4 des Buches gibt es eine kurze Phase, in der Steven Anne gern näher kommen würden, während sie lauter Gründe findet, warum sie sich nicht auf ihn einlassen sollte, warum er es mit ihr nicht ernst meinen könnte und überhaupt. Aber das ist zum Glück wirklich nur eine kurze Phase und hat mich nicht so sehr gestört, auch wenn mir lieber gewesen wäre, wenn Tamie Dearen darauf verzichtet hätte. Danach kommen allerdings lauter Szenen, in denen Anne so sehr mit sich und ihrem Gefühlschaos beschäftigt ist, während alle die Menschen, mit denen sie sich in den letzten Wochen angefreundet hat, alles daran setzen, um sie und Steven zusammen zu bringen. Für mich brachte dies viele weitere Szenen, bei denen ich fröhlich vor mich hingekichert habe, während rund um Anne mit liebevollen Hintergedanken intrigiert und manipuliert wurde.

Insgesamt war „Her Best Match“ ein wunderbar unterhaltsamer und entspannender Liebesroman, bei dem für mich der größte Kritikpunkt eigentlich darin liegen würde, dass dem Leser all die Szenen in den ersten Tagen in New York unterschlagen werden, in denen Anne die verschiedensten Menschen kennenlernt, so dass es am Anfang so wirkt, als ob von einem Kapitel auf das nächste auf einmal lauter neue Leute auftauchen. Aber da man sich auch daran schnell gewöhnt, habe ich mit diesem Roman genau die leichte Ablenkungslektüre gefunden, die ich gesucht habe.

S.J. McCoy: Love Like You’ve Never Been Hurt (Summer Lake 1)

„Love Like You’ve Never Been Hurt“ ist der erste Band der Summer-Lake-Romane und war Bestandteil eines dreiteiligen Bundles, das es mal umsonst als eBook gab. Da ich das Gefühl hatte, ich könnte man wieder einen netten, vorhersehbaren und wenig anspruchsvollen Liebesroman benötigen, hatte ich zugegriffen. Theoretisch hätte das Buch diese Kriterien auch erfüllt, wenn die Geschichte und die Charaktere nicht so unfassbar schrecklich gewesen wären. Vor allem ging mir die Protagonistin Emma auf die Nerven. Das fing schon beim ersten Zusammentreffen mit ihrem männlichen Gegenpart Jack an, als sie einen Blick auf ihn warf und sich sicher war, dass er jemand ist, der reihenweise Frauen flachlegt und dem man nicht vertrauen kann. Sie kennt den Mann nicht, findet nur, dass er großartig aussieht, gut riecht und schöne Augen hat und geht trotzdem davon aus, dass er grundsätzlich ein betrügender Mistkerl ist. Selbst als sie herausfindet, dass der Typ der langjährige Geschäftspartner ihres besten Freundes aus Kindheitstagen ist, kommt sie nicht auf den Gedanken ihren Freund zu fragen, was für ein Mensch Jack ist oder sich zu überlegen, ob ihr Freund jahrelang mit einem Mann zusammenarbeiten könnte, der bedenkenlos Frauen ausnutzen würde.

Aber Emma hat nicht nur wahnsinnige Vorurteile gegen gutaussehende Männer, die sich durchgehend nett, humorvoll und aufmerksam präsentieren, sie ist auch seit zehn Jahren wahnsinnig erfolgreich in ihrem Job als Drehbuchautorin, obwohl sie ihre Tätigkeit hasst. Denn Emma tut nichts anderes, als andere Leute Romane in eine verfilmbare Version umzuschreiben. Was so unbefriedigend ist. Und wofür sie in L.A. leben muss, obwohl sie die Stadt schrecklich findet und sich ständig nach dem kleinen Ort am Summer Lake sehnt, in dem sie aufgewachsen ist und wo noch ihr Großvater lebt. Außerdem hat sie ständig so viel zu tun und ihre Agentin überhäuft sie andauernd mit Aufträgen, obwohl Emma ihre Arbeit doch gar nicht machen mag. Und weil alles so doof ist, überlegt sich Emma, dass sie sich doch den Sommer freinehmen könnte, um ein Buch zu schreiben. Einfach so. Sie hat vorher anscheinend noch nie darüber nachgedacht, dass sie doch einen Roman schreiben könnte. Sie hat keine Idee, die sie verwirklichen möchte. Sie will einfach nur ihren Job hinter sich lassen und mal etwas anderes schreiben als andere Leute Geschichten. Was ich grundsätzlich verstehen kann, ich kapiere nur nicht, warum diese Figur zehn Jahre gebraucht hat, um auf die Idee zu kommen.

Auch Jack hat mich überraschend schnell auf die Palme gebracht, obwohl er anfangs wie ein sympathischer und verständnisvoller Mann wirkt und im Gegensatz zu Emma eigentlich sehr aufmerksam ist und versucht auf ihre Befindlichkeiten Rücksicht zu nehmen. Aber egal wie blöd Emmas Gründe für ihre „ich vertraue keinen gutaussehenden netten Männern und will keine Beziehung“-Politik sind, so kann ich einen Mann, der erst sagt, er akzeptiere es, dass sie nur Freundschaft will, und dann jede Gelegenheit nutzt um der Frau auf die Pelle zurücken, auch nicht als sympathischen Protagonisten annehmen. Wäre er wirklich ein netter und vertrauenswürdiger Mensch, dann würde er sie nicht immer wieder küssen oder seine Hände so auf ein Geländer legen, dass sie dazwischen gefangen wird oder ähnliches. Bei so einem Verhalten ist es mir egal, ob Jack ein liebevoller großer Bruder, ein verantwortungsvoller Geschäftspartner, ein guter Kumpel und in vielen anderen Dingen wirklich aufmerksam und rücksichtsvoll ist. Mir ist auch egal, dass das „nur“ ein Buch ist und von vornherein klar ist, dass die beiden eh am Ende der Geschichte ein Liebespaar sind. Das Verhalten ist nicht okay.

Angesichts dieser Kritikpunkte sind all die anderen Dinge, die mich geärgert habe, eigentlich nur Kleinigkeiten. Ich war z.B. bereit hinzunehmen, dass mir ständig erzählt wird, wie viel Emma zu tun hat und wie hart sie immer arbeitet – und dass es trotzdem kein Problem ist innerhalb einer Woche mal eben den Sommer frei zu nehmen. Ich konnte sogar damit leben, dass Emma keinen Moment lang darüber nachdenken muss, dass ein Sommer ohne Arbeit eben auch einen Sommer ohne Einkommen bedeutet. Allerdings fand ich es schon arg seltsam, dass sie anscheinend vergessen hat, dass sie ein Haus am Summer Lake besitzt, bis sie ein Freund daran erinnert, dass sie doch darin wohnen könnte. Wenn mir aber jemand erzählen will, dass zwei Männer, die in der Baubranche arbeiten, bis zum Herbst nicht viel zu tun haben und deshalb spontan wochenlang in ihrer Millionenfirma ausfallen können, um ein privates Projekt durchzuziehen (für das sie natürlich auch einen Handwerkertrupp mitbringen müssen, der anscheinend bis zu diesem Zeitpunkt beschäftigungsfrei rumhing), dann fängt es an an mir zu nagen. Ich erwarte ja nicht, dass ein simpler Liebesroman realistisch ist, aber wenn sich in einer Geschichte die Ungereimtheiten häufen und dazu noch die Charaktere entweder farblos (wie die Nebenfiguren in diesem Buch) oder nervig (wie die Protagonisten) sind, dann macht es wirklich keinen Spaß mehr.

Vor allem in der zweiten Hälfte ging es nur noch darum, dass Emma bei jeder Gelegenheit davon ausgeht, dass Jack sie enttäuschen wird und eigentlich lieber mit anderen Frauen als mit ihr zusammen wäre, während jede andere Figur in der Geschichte Emma davon zu überzeugen versucht, dass ihr Verhalten irrational ist und sie diejenige ist, die sich selber wehtut. Eine Runde lang hätte ich das ja noch akzeptieren können, aber 150 Seiten in Dauerschleife Dialoge lesen zu müssen, in denen immer wieder jede vorkommende Person versucht vernünftig mit Emma zu reden, während ihre gesamte Reaktion aus Selbstmitleid, „ich will mit niemandem reden“ und „er ist ja so sexy, aber er wird mir das Herz brechen“ besteht, ist überraschend anstrengend. Dummerweise habe ich es nicht fertig gebracht den Roman abzubrechen, weil ein Teil von mir immer noch davon ausging, dass das doch nicht alles gewesen sein konnte und dass da irgendwo noch so etwas wie eine Geschichte auf mich warten würde.

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Nebenbemerkung 1:
Erschreckenderweise bin ich sogar versucht den zweiten Band auch noch anzufangen, weil ich mir beim besten Willen nicht vorstellen kann, wie die Autorin irgendeinen Konflikt oder sonstige Handlung heraufbeschwören kann, wenn sich die Handlung um diese beiden netten, vernünftigen und superduper harmonischen Nebenfiguren geht, die einander im Prinzip schon während „Love Like You’ve Never Been Hurt“ gefunden hatten.

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Nebenbemerkung 2:
Ooookay, der große Konflikt im zweiten Teil („Work Like You Don’t Need The Money“) besteht darin, dass sie denkt, sie wäre ihm gesellschaftlich und finanziell nicht ebenbürtig – sie besitzt ja nur eine Boutique mit mehreren Angestellten und kein Bauunternehmen -, weshalb eine Beziehung ja eh nicht funktionieren könnte, während er eigentlich keine Beziehung will, weil er noch vier Jahre arbeiten muss, bevor er seine Firma soweit hat, dass er sie zugunsten einer Familiengründung vernachlässigen kann. Kann mir bitte irgendwer verraten, warum diese Bücher auf den diversen Plattformen so gut bewertet werden, wenn ich nach drei Kapiteln schon wieder so genervt von den Protagonisten bin, dass ich am Liebsten meinen eReader verbrennen würde?

Ava Stone: A Scandalous Past (Scandalous 4)

Vor ein paar Wochen habe ich noch steif und fest behauptet, dass ich gerade keine Lust auf historische Liebesromane habe – und nun lese ich einen nach dem anderen und finde die Geschichten wunderbar erholsam. Nachdem ich die fünf Julia-Quinn-Romane, die noch auf meinem SuB lagen, in den letzten Tagen gelesen habe, habe ich beim Stöbern durch meine eBooks am vergangenen Wochenende eine Sammlung von neun (ungekürzten) Historicals entdeckt und den ersten Roman davon direkt am Sonntag gelesen.

„A Scandalous Past“ von Ava Stone ist der vierte Band einer ganzen Reihe mit „Scandalous“-Titeln, aber ich hatte keine Probleme in die Geschichte reinzukommen. Protagonistin dieser Geschichte ist Cordelia (Cordie) Avery, deren beste Freundin Olivia vor kurzem einen Wüstling geheiratet hat, nachdem die beiden in einer verfänglichen Situation ertappt wurden. Da Olivia eindeutig sehr glücklich mit der Wahl ihres Ehemanns ist, auch wenn die Gesellschaft sie seit ihrer Heirat nicht gerade höflich behandelt, überlegt Cordie, ob ein (gezähmter) Wüstling nicht auch für sie der geeignete Ehemann sein könnte. Die junge Frau hat in den vergangenen drei Jahren mehrere Heiratsanträge bekommen, aber da diese von Mitgiftjägern, von deutlich älteren Herren oder sehr dominanten Männern kamen, hat Cordelia bislang jeden Antrag abgelehnt. Dabei möchte sie nichts mehr als endlich heiraten und so ihrer despotischen (und sie regelmäßig schlagenden) Mutter entkommen. Doch ihr ist bewusst. dass sie gut wählen muss, um das eine „Gefängnis“ nicht gegen das andere zu tauschen.

Cordelias Gegenstück ist Brendan Reese, der Earl of Clayworth. Brendan ist seit sieben Jahren verwitwet und denkt nicht daran sich wieder zu verheiraten. Seine Ehe war nicht sehr glücklich und seitdem seine Frau Miranda gestorben ist, konzentriert er sich darauf, sich um seine kleine Schwester und den illegalen Sohn seiner älteren Schwester zu kümmern. Außerdem hat ihm seine Frau Miranda vor ihrem Tod anvertraut, dass sie in den Sachen seiner verstorbenen Mutter verfängliche Briefe gefunden hat, die die gesamte Familie ruinieren können – und so jagt er seit Jahren diesen Briefen hinterher, ohne einen Hinweis zu haben, wo sie sein könnten.

Bei einem Ball lernen sich die Cordie und Brendan kennen – und als Brendan erfährt, dass Cordelias ältere Schwester die beste Freundin von Miranda war, bemüht er sich um die junge Frau, um so Zutritt zu ihrem Haus zu bekommen, in dem eventuell die verfänglichen Briefe sein könnten. Gleichzeitig trifft Cordie bei diesem Ball auf den stadtbekannten Wüstling Lord Haversham, der sehr an ihr interessiert zu sein scheint, und somit von ihr als potenzieller Ehekandidat in Betracht gezogen wird.

Ich muss gestehen, dass ich die Grundidee sehr nett fand. Cordie konzentriert sich die ganze Zeit darauf Lord Haversham näher kennenzulernen und Brendan möchte nur irgendwie die Briefe seiner Mutter wieder in seinen Besitz bringen. So benutzten sich die beiden gegenseitig und lernen sich dadurch natürlich so gut kennen, dass sie sich verlieben. Cordelias Besessenheit einen Wüstling zu heiraten, weil sie denkt, dass nur so ein Mann ihr die von ihr gesuchte Freiheit gewähren kann, ist zwar etwas extrem, aber ich glaube, wenn ich mit der Mutter unter einem Dach leben würde, wären meine Gedankengänge auch nicht besonders logisch.

Mir ist beim Lesen der Geschichte mal wieder aufgefallen, dass ich die Nebenfiguren besonders reizvoll fand. Lady Staveley, die sich sehr engagiert in die Angelegenheiten ihrer Freunde einmischt, während ihr Mann eine (für Außenstehende) erstaunlich gelassene und distanzierte Haltung zu ihren Aktionen einnimmt, und natürlich Lady Astwick die obligatorische gefürchtete ältere Dame, die in der Gesellschaft den Ton angibt, und Lord Haversham, dessen Bekehrung mir etwas zu schnell ging, auch wenn zum Glück bis zum Ende etwas von seiner skrupellosen Seite durchschimmert. Doch, das war nett und genau passend für einen erholsamen Sonntag.

Kelly Meade: White Knight (Cornerstone Run Trilogy 3)

Mit „White Knight“ findet die Cornerstone-Run-Trilogy von Kelly Meade (Kelly Meding) ihr Ende und auch dieses Buch habe ich wieder besseren Wissens direkt am Erscheinungstag angefangen – und erst aufgehört zu lesen als ich morgens um drei dann die letzte Seite beendet hatte. Stört ja nicht, wenn man sich am nächsten Tag vollkommen übermüdet an die Arbeit macht, wenn man dafür eine intensive Lesenacht genießen konnte. 😉

Dieser Roman dreht sich um Knight, den dritten der McQueen-Brüder. Knight ist ein weißer Wolf, was bedeutet, dass er emphatische Fähigkeiten hat. Weiße Wölfe sind bei den Gestaltwandlern ganz besonders selten und besonders geschätzt, da ihre Fähigkeiten es ihnen erlaubt die Stimmung im Rudel zu beeinflussen. Und bei einem Volk, das nicht nur dazu neigt sehr emotional zu reagieren, sondern bei dem auch immer wieder die Gefahr besteht, dass die einzelnen Mitglieder von den Bedürfnissen ihrer tierischen Seite überwältigt werden, kann dies überlebenswichtig für den Rudelzusammenhalt sein.

Für Knight war die Tatsache, dass er ein weißer Wolf ist, von klein auf eine Last. So wurde seine Mutter (die ebenfalls ein weißer Wolf war) getötet, als ein fremdes Rudel versuchte ihn zu stehlen, und auch der Konflikt mit den Hybriden scheint sich nur deshalb auf das Cornerstone-Rudel zu konzentrieren, weil die gefährlichen Wesen ihn in ihre Gewalt bekommen wollen. Das hat in den ersten zwei Bänden zu so einigen schrecklichen Ereignissen geführt, die Knight an die Grenzen seines Verstandes gebracht haben. Dabei hat er neben seinen eigenen psychischen Problemen noch mit dem Stress, der Trauer und den Verlusten des gesamten Rudels zu kämpfen, denn die Gefühle der anderen kann er nie vollständig abblocken.

Der weibliche Part in dieser Geschichte ist Shay Butler. Shay ist eine schwarze Wölfin und die einzige Überlebende des ersten Überfalls der Hybriden auf eine Loup-Garou-Ansiedlung. Das Erlebte hat die junge Frau fast in den Wahnsinn getrieben – und kaum fängt sie an alles einigermaßen zu verarbeiten, da wird sie von den Hybriden entführt. Mehr kann ich zum Inhalt leider nicht schreiben, wenn ich nicht die ersten beiden Bände spoilern will. Ich mochte beide Charaktere sehr gern, habe aber dieses Buch (zumindest anfangs) nicht so intensiv „miterlebt“ wie Rooks und Bishops Geschichten. Das lag zum einen daran, dass Knight schon in den anderen Büchern eine wichtige Rolle spielte und ich seine Situation schon früher beweint habe, und zum anderen daran, dass die Autorin zu Beginn dieses Romans noch einmal die Grundsituation aufrollt und den Leser auf den aktuellen Stand bringt. Dabei ist dieser Teil beim besten Willen nicht langweilig, man erfährt genügend neue Aspekte, um stets auf die nächste Szene neugierig zu bleiben, aber auf der Gefühlsebene packen einen solche Passagen dann weniger.

Dafür haben es dann die letzten Kapitel wieder in sich, so dass ich auch bei diesem Band der Cornerstone-Run-Serie nicht ganz auf meine emotionale Achterbahn verzichten muss. 😉 Der Kampf gegen die Hybriden findet seinen Höhepunkt (und Ende), wobei es vorher noch unerwartete Verbündete zu gewinnen gilt und Verräter entlarvt werden, die man so nicht mehr in Erinnerung hatte. Und wie schon in den anderen Büchern der Autorin, habe ich auch dieses Mal die Entwicklung der einzelnen Charaktere ganz besonders genossen. Shay ist eine selbstbewusste junge Frau, die genau weiß, was sie will – und die, nachdem sie die traumatischen Erlebnisse in ihrem Heimatort so langsam verarbeitet, alles tut, um ihre Fähigkeiten in den Dienst ihres neuen Rudels zu stellen.

Die Liebesgeschichte dreht sich in diesem Band weniger darum, dass die beiden Protagonisten nicht zusammen sein können, weil dies dem Wohl des Rudels nicht förderlich wäre. Sondern darum, dass beide Personen physische und psychische Probleme haben, die sie erst einmal so weit verarbeiten (oder sich überhaupt erst einmal eingestehen) müssen, dass sie überhaupt über eine Beziehung nachdenken können. Alles andere wäre – nachdem man die Annäherung der beiden schon in den ersten beiden Bänden mitverfolgen konnte – auch nicht der richtige Ansatz für die Handlung gewesen.

Auch wenn die „Cornerstone Run Trilogy“ streng genommen „nur“ eine nette romantische Urban-Fantasy-Reihe ist (ja, ich wiederhole mich 😉 ), habe ich das Lesen dieser drei Romane wirklich genossen. Ich mochte die verschiedenen Protagonisten, ich mochte den Weltenbau und die Schwierigkeiten, mit denen die Gestaltwandler Tag für Tag zu kämpfen haben, und ich mochte es, dass mich diese Geschichten emotional total ausgelaugt haben. Wenn die Autorin noch einmal einen Ausflug ins „Romantische“ macht, bin ich bestimmt wieder dabei, denn das kann sie genauso gut wie die actiongeladenen Urban-Fantasy-Geschichten.