Herbstlesen im Oktober 2025 (Sonntag, 12.10.)

Einige herbstlich verfärbte Bäume unter einem leicht bewölktem blauem Himmel. Über dem Himmel der Text: Herbstlesen im Oktober 2025 und die Adresse des Blogs.

Nach einem etwas holprigen Morgen hatte ich gestern einen wunderbar entspannten Lesetag. Ich habe es sehr genossen, dass ich so viel Zeit mit „A Thousand Steps into Night“ von Traci Chee verbringen konnte. Allerdings bedeutet das, dass ich mir heute eine neue Lektüre neben meinem Sachbuch („The Barbizon“ von Paulina Bren) suchen muss.

Vielleicht greife ich heute auch zum Comic – ich hatte eigentlich im September endlich mal die Hellboy-Box lesen wollen, bin aber nur zum ersten Band davon gekommen. Vielleicht nutze ich den heutigen Tag und fange mit dem zweiten Teil, „Strange Places“, an – ansonsten habe ich noch einen ganzen Stapel mit Romanen neben dem Sofa, die ich eigentlich alle „sofort“ lesen möchte. Aber vorher – wie immer – erst einmal Wachwerden und etwas Pflichtkram erledigen.

Update 11:00 Uhr

Nachdem ich mit meinem Pflichtkram fertig war, habe ich heute Morgen etwas durch meine Stapel gestöbert und bin an „Not Quite a Ghost“ von Anne Ursu und „The Rainfall Market“ von You Yeong-Gwang hängen geblieben. Beide Romane haben mir gefallen und ich bin noch unsicher, ob ich einfach in beiden heute weiterlese oder mich doch noch für eins der Bücher entscheide. „Not Quite a Ghost“ wird aus der Perspektive der elfjährigen Violet Hart erzählt, deren Familie in ein Haus in der Katydid Street zieht, das vorher einige Zeit leer stand. Das Haus an sich fühlt sich eigentlich nett an, aber Violets neues Zimmer mit seiner gemusterten gelben Tapete ist nicht gerade einladend – und im Laufe der Zeit kommt sie zu dem Schluss, dass sie nicht allein in dem Zimmer ist. Anne Ursu schreibt eigentlich immer schön atmosphärisch und ich denke, dass die Geschichte zu dem aktuellen grauen Herbstwetter passen könnte … „The Rainfall Market“ hingegen soll ein wohltuender und „netter“ Roman sein, bislang habe ich nur die Schülerin Serin kennengelernt, die in den letzten Jahren sehr viel Pech hatte und nun – einem Gerücht, das an ihrer Schule rumgeht, folgend – einen Brief an den geheimnisvollen Rainfall Market geschrieben hat, in der Hoffnung auf ein Goldenes Ticket, das ihrem Leben eine positive Wendung geben sollte.

Update 14:00 Uhr

Heute ist mir definitiv nach „nett“ und „unaufregend“ zumute – zumindest schließe ich das aus den Dingen, die ich gerade tue, um mich unterhalten zu lassen. 😉 Genau genommen habe ich mich nach dem letzten Update noch etwas online rumgetrieben, um mir dann Frühstück (aufgetaute und getoastete Sauerteig-Waffeln mit Vanillequark und Honig) zu machen. Zum Frühstück habe ich eine Folge von „Die Pokémon Concierge“ geschaut – was definitiv nett und unaufregend ist. *g*

Ansonsten bin ich bei „The Rainfall Market“ hängengeblieben, was sich für mich momentan eher wie ein märchenhaftes Jugendbuch liest. Ich habe extra noch einmal eine Rechercherunde gedreht und geschaut, ob irgendwo eine Alterseinschätzung für das Buch zu finden ist, aber es gibt keine, und ich kann mich auch nicht erinnern, dass irgendeine/r der Rezensent*innen etwas in der Richtung erwähnt hätte. Aber für mich fühlt sich das Ganze im Moment eher nach „Middle Grade“ an – was vollkommen okay, aber eben unerwartet ist. Ich finde es trotzdem nett gemeinsam mit der Protagonistin Serin die verschiedenen Bewohner des Rainfall Markets kennenzulernen und herauszufinden, was es damit auf sich hat.

Update 17:00 Uhr

Nach dem letzten Update bin ich erst einmal zu „Hellboy“ gewechselt und habe ein paar Geschichten darin gelesen. Ich finde es spannend die Comics in der Reihenfolge zu lesen, in der sie in dieser Sammelausgabe veröffentlicht wurden, weil die Handlung chronologisch nach den Daten innerhalb der Geschichten veröffentlicht wurde. Was bedeutet, dass ich zwischen den vertrauten älteren Veröffentlichungen von Mike Mignola immer wieder über aktuellere Comics stolpere, die ich noch nicht kenne. Unter den heute gelesenen Kapiteln gab es auch eine Geschichte von Richard Corben, dessen Zeichenstil ich – gerade weil ich gerade recht viel Mignola-Zeichnungen gesehen habe – doch etwas gewöhnungsbedürftig finde. Inhaltlich gefiel mir seine Hellboy-Geschichte, aber optisch finde ich seine Figuren zu „weich“. Was natürlich auch daran liegt, dass Mike Mignola mit sehr klaren, harten Linien arbeitet, was mir sehr gut gefällt und weshalb ich den Wechsel zu Richard Corbens Stil dann umso extremer empfand.

Danach habe ich wieder zu „The Rainfall Market“ gegriffen und weiter Serins Erlebnisse verfolgt. Ich finde das Buch wirklich nett und entspannend zu lesen, verstehe aber so langsam auch, wieso so viele Rezensent*innen kaum mehr als „nett“ dazu zu sagen hatten. Es ist perfekt für mich am heutigen Nachmittag, aber es ist auch wirklich schwer mehr dazu zu sagen – zumindest nicht, ohne etwas zu spoilern. *g*

Update 20:00 Uhr

Der Abend ist bislang wirklich entspannt vergangen. Ich habe „The Rainfall Market“ beendet und die Geschichte war bis zum Ende sehr niedlich und entspannend. Ich muss den diversen Rezensent*innen zustimmen, dass es wenig überraschende Wendungen gab und alles sehr vorhersehbar endete. Aber es war auch genauso nett und süß wie erwartet und somit genau das richtige Buch für einen erholsamen Sonntag. Bis zum Abendessen (den restlichen Zwiebelkuchen von gestern, den mein Mann aufgewärmt hat) habe ich mit der Switch verbracht – und zum Essen gab es das Halbfinale von „Next Gen Chef“. Das ist eine Netflix-Serie rund um einen Kochwettbewerb und die sechs Kandidaten, die in dieser Folge noch dabei waren, fand ich eigentlich alle recht sympathisch und es war schön zu sehen, dass sie alle aus unterschiedlichen Richtungen kamen. Sonst sind es oft diejenigen, die Berufserfahrung im „fine dining“ haben, die am Ende noch übrig bleiben, aber hier sind die übriggebliebenen Kandidaten sehr gemischt und das ist schön zu sehen.

Update 22:45 Uhr (letztes Update)

Da ich so langsam müde werde, gibt es hier ein letztes Update von mir für heute. Nach dem Abendessen (und der letzten Beitragsaktualisierung) habe ich ein paar Zeilen in „The Good Hawk“ von Joseph Elliott lesen und dann zu „The Barbizon“ greifen wollen. Statt aber das Buch zu wechseln, bin ich bei „The Good Hawk“ hängengeblieben und habe fast die Hälfte des Romans gelesen. Die Geschichte spielt in einem fantastisch angehauchten, historischem Schottland und wird abwechselnd aus der Sicht von Agatha und Jaime erzählt. Beide sind fünfzehn Jahre alt, beide sind recht behütet in ihrem Clan auf der Insel Skye aufgewachsen und beide haben gerade mal die ersten Monate in den Beruf(ung)en hinter sich, denen sie ihr Leben lang nachgehen werden. Doch Jamie soll in wenigen Tagen mit einem Mädchen von einem anderen Clan verheiratet werden (obwohl Ehen in seinem Clan keine Tradition haben) und Agatha macht während ihrer Schicht als „Hawk“ einen Fehler, der ihre Eignung für diese Tätigkeit in Frage stellt.

Im Moment mag ich beide Perspektiven gern lesen. Jaime ist ziemlich unsicher und so gar nicht davon überzeugt, dass er als Angler geeignet ist (und sei es nur, weil er zu Seekrankheit neigt). Außerdem graut es ihm davor ein fremdes neunjähriges Mädchen zu heiraten, nur weil die Ältesten sich Unterstützung gegen eventuelle Feinde erhoffen. Agatha hingegen ist fest davon überzeugt, dass sie als Hawk richtig gut ist. Während ihr Clan sich nicht sicher ist, ob sie aufgrund ihrer angeborenen Behinderung (aufgrund der Beschreibungen gehe ich davon aus, dass sie eine Person mit Down Syndrom ist) überhaupt in der Lage ist nützlich zu sein. Doch nach einem Überfall auf den Clan sind es diese beiden, die sich aufmachen, um ihre verschleppten Clanmitglieder zu retten. Wie gesagt, ich mag beide Perspektiven und bin gespannt wie es weitergeht, aber jetzt wird es definitiv Zeit ins Bett zu gehen.

Das war wieder ein angenehm entspanntes Herbstlesen-Wochenende und ich habe dieses Mal deutlich mehr gelesen, als ich erwartet hatte – was immer schön ist! Ich hoffe, wir lesen uns am kommenden Wochenende wieder und ihr habt bis dahin eine angenehme Woche! 🙂

***

Heutige Mitleser*in:

11 Kommentare

  1. Comics sind auch immer wieder mal richtig schön als Abwechslung – dann wünsche ich dir entweder damit viel Spaß oder dass du zum richtigen Roman für den Tag greifst!

    • Danke, Birthe! Ich mag die Hellboy-Comics auch wirklich gern und würde gern mal chronologisch die Geschichten lesen (auch wenn Mike Mignola die Storys nicht so gezeichnet hat).

    • Guten Morgen, Anette! Ich hatte gestern wirklich eine gute Zeit mit meinem Roman. 🙂
      „The Rainfall Market“ ist ein koreanischer Roman, von einem koreanischen Autor und passt wohl in die selbe Schublade wie all die (vor allem japanischen) wohltuenden Romane, die in den letzten Jahren übersetzt wurden. Ich habe einige enttäuschte Rezensionen gesehen, die mehr von der Geschichte erwartet hatten, aber alle waren sich einige, dass es ein „nettes“ Buch ist un das ist genau das, was ich davon erwarte.

  2. Dein Frühstück sieht seeehr gut aus! „Middle Grade“ muss ab und zu auch mal sein. Ist ja auch oft ein fließender Übergang zwischen Middle Grade und YA. Schaue mir das Buch jetzt auch mal auf Goodreads an 🙂

    • Es war auch sehr lecker, Anette! Wobei ich mit dem Waffelrezept noch nicht so ganz zufrieden bin, sie hätten knuspriger sein können. Aber nach einer Runde im Toaster sind sie eine sehr gute Basis für so ein Frühstück. Mal schauen, ob ich noch ein besseres Rezept für Sauerteig-Waffeln finde – ich muss ja mein vor einigen Wochen angeschafftes Waffeleisen auch nutzen! 😉

      Ich mag „Middle Grade“-Romane, ich würde nur gern vorher wissen, wenn ein Buch in diese Kategorie fällt. *g* Wenn es dich interessiert, dann schau dir die Leseprobe an. Die gibt einen guten Einblick in die Erzählweise. 🙂

      • Gute Idee! Von Comics hab ich gar keine Ahnung. Bin da eigentlich höchstens Asterix-affin 😉 Gehört Hellboy auch zu einem dieser Universen, Marvel oder DC? Hab noch einen schönen Abend, ich fürchte, ich werde heute nicht alt…

        • Ich bin inzwischen ein großer Fan von Leseproben, weil ich da in der Regel gut sehen kann, ob ich einen Schreibstil mag oder nicht.

          *g* Nein, Hellboy ist was ganz eigenes. Er ist eine Comicfigur, die von Mike Mignola erfunden wurde, und dessen Welt inzwischen so vielen Zeichnern eine Möglichkeit bietet, um sich auszuprobieren. Mike Mignola hat einen ganz eigenen Zeichenstil mit einer spannenden Linienführung und so einem großartigen Umgang mit dunklen Flächen – oh, und ich mag, wie er legendäre Elemente, Fabelwesen und … äh … historische Figuren verwendet. Mehr kannst du hier lesen, wenn du Lust hast: https://en.wikipedia.org/wiki/Hellboy

          Hab eine gute Nacht und erhol dich von diesem Wochenende! 🙂

          • Danke für den Link! Ja, ich muss mich jetzt wirklich erholen, lol. Fahre mit meiner Schwester morgen für 3 Tage auf ein Weingut an der Mosel 🙂
            The Good Hawk klingt ja int)ressant. Und Skye (*Sehnsuchtsseufzer*)!

  3. Oh, von Sauerteigwaffeln hab ich ja noch nie gehört … Hm, mein Waffeleisen könnte ich eigentlich auch mal wieder benutzen und mir mal an einem gemütlichen Wochenende Waffeln backen … Ich glaube, das nehme ich mir mal für übernächstes Wochenende vor. 😋
    „Nette“ Bücher sind manchmal auch sehr erholsam, finde ich. Es gibt Tage, da braucht man gar nicht mehr als „nett“, um damit einfach gemütlich zu entspannen. Für einen Herbstlesetag klingt das doch wirklich nach einer schönen Mischung mit dem Buch und dem Comic.
    Gute Nacht!

    • Da ich höchstens alle 14 Tage Brot backe und meinen überschüssigen Sauerteig nicht wegwerfen mag, suche ich immer Wege, um den noch zu verbrauchen. Geschmacklich sind die Waffen wirklich lecker, aber irgendwie wurden sie nicht so richtig cross, was ich dann doch schade finde.

      Seitdem ich das Waffeleisen habe, bin ich ganz hingerissen davon, wie gut sich die einfrieren und dann im Toaster „aufbacken“ lassen. Und viel Platz nehmen sie im Tiefkühler auch nicht in Anspruch. *g*

      Ich war heute auf jeden Fall sehr glücklich mit meinem „netten“ Buch. Es war genau das Richtige, nachdem ich gestern etwas intensiver in „A Thousand Steps into Night“ vertieft war. Ich bin sehr zufrieden mit dem heutigen Tag – und habe prompt noch einen weiteren Roman angefangen. 😀

      Dir auch eine gute Nacht! Ich hoffe, du konntest dich von dem gestrigen Schreck inzwischen ein bisschen erholen. 🙂

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