Eigentlich wollte ich im März keine neuen eBooks kaufen, aber das ist irgendwie nach hinten losgegangen. Ich habe nicht nur einen Haufen (14! *uff*) Romane von W. R. Gingell angeschafft, damit ich die „The City Between“-Reihe am Stück lesen kann, sondern bin auch bei ein paar weiteren eBooks schwach geworden. Nur gut, dass ich insgesamt so viel gelesen habe, dass ich diese Käufe (irgendwie) vor mir rechtfertigen konnte. 😉
Sierra Cross: Fangs and Frenemies (Blue Moon Bay Witches 1)
„Fangs and Frenemies“ habe ich mal bei einer Aktion mit kostenlosen ersten Bänden mitgenommen. Die Geschichte wird aus Sicht der Hexe Hazel Greenwood erzählt, die in einer netten, kleinen Stadt ein – scheinbar – perfektes Leben führt. Hazel wohnt in einem hübschen, kleinen Haus, ist beruflich vollkommen zufrieden und seit ein paar Monaten ist sie mit einem wirklich netten Mann zusammen. Allerdings verschwindet dann eine Frau, mit der Hazel zur Highschool ging, und sie muss sich mit zwei ihrer „Frenemies“ zusammentun, um dieses Verschwinden aufzuklären. Ich mochte es, dass sich die Handlung sehr darum dreht, wie Hazel im Rahmen ihrer Ermittlungen herausfindet, was zu einem Bruch mit ihrer ehemals besten Freundin geführt hat. Der Schwerpunkt der Handlung war definitiv die Beziehung dieser drei Frauen zueinander. Für mich war es angenehm und unterhaltsam zu lesen, wie sich die drei Frauen (erneut) anfreunden, ein paar (fantastische/magische) Geheimnisse klären und sich gegenseitig unterstützen. Allerdings gab es auch viele sehr vorhersehbare Elemente in der Geschichte, was dazu führt, dass ich das Ganze zwar sehr nett fand, aber nicht so gut, dass ich für die weiteren Bände den vollen Preis zahlen wollen würde.
Lydia Sherrer: Love, Lies and Hocus Pocus – Beginnings (A Lily Singer Cozy Fantasy Adventure 1)
„Love, Lies and Hocus Pocus – Beginnings“ wurde mir in den vergangenen Wochen von mehreren Seiten empfohlen, und den Klappentext klang nett genug, dass ich spontan zugeschlagen habe. Die Protagonistin Lily Singer ist eine (magische) Bibliothekarin, ihr bester Freund Sebastian ist das personifizierte (ebenfalls magische) Chaos, und gemeinsam versuchen die beiden zu Beginn der Geschichte einen Fluch aufzuheben, was natürlich ein paar weitere Abenteuer zur Folge hat. Die Handlung wird in drei Teilen erzählt – der erste und der letzte Part aus der Sicht der Protagonistin Lily, der mittlere Teil aus der Sicht ihres „Sidekicks“ Sebastian. Grundsätzlich fand ich es eine gute Idee der Autorin, dass Lily zu den Personen gehört, die mit Magie geboren wurden, während Sebastian nur Magie wirken kann, wenn er auf (nicht immer ganz legale) Tricks zurückgreift, weil das dazu führte, dass die Autorin verschiedene Magievarianten in ihre Geschichte einbauen konnte, die ich interessant und unterhaltsam fand.
Überhaupt mochte ich die Grundidee für diese Geschichte mit einem Fluch, der auf einem Herrenhaus lag, und einem Geist, der in diesem Haus spukt, weil er verhindern will, dass andere Personen dem Fluch zum Opfer fallen, wirklich sehr. Auch fand ich Sebastian – gerade in dem Teil, der aus seiner Perspektive geschrieben wurde – sehr sympathisch und habe mich über ihn immer wieder gut amüsiert. Dummerweise habe ich die Passagen, die aus Lilys Sicht geschrieben wurden (und die den Großteil der Geschichte ausmachten) relativ ungern verfolgt, weil sie sich für mich nicht wie eine „reale Person“ anfühlte, sondern wie der Prototyp einer „überkorrekten und von Regeln besessenen Bibliothekarin, die besser mit Büchern als mit Menschen umgehen kann“. Mal davon abgesehen, dass Bibliothekarinnen bei der Arbeit fast mehr Zeit mit Menschen als mit Büchern verbringen müssen, ist so eine Perspektive nicht gerade unterhaltsam für mich zu verfolgen, wenn mir die Protagonistin mit ihren Gedankengängen das Gefühl gibt, dass sie sich sicher ist, dass sie allen anderen Personen überlegen sei.
R. L. Medina: The Fae’s Bride (Silveri Sisters 1)
„The Fae’s Bride“ ist schon im vergangenen Jahr erschienen, kam mir aber erst im vergangenen Monat vor die Nase (vermutlich weil der vierte Band gerade erschienen ist). Die Grundidee der Serie mit „cozy Liebesgeschichten in einem italienisch inspirierten Fantasy-Setting“ fand ich sehr ansprechend. Ebenso gefiel mir die Idee, dass ein Graf, der aufgrund seiner zweifelhaften Fae-Herkunft eher gemieden wird, sich in eine – ebenfalls von der Gesellschaft wenig geachtete – Hexe verliebt. Ich mochte die Welt und fand einen Haufen Charaktere sehr sympathisch, auch gefiel es mir, dass die Handlung abwechselnd aus der Sicht der beiden Hauptfiguren erzählt wurde. Seine Perspektive habe ich wirklich gern gelesen, bei ihrer Perspektive hatte ich aber das Gefühl, dass es immer wieder Widersprüche gab, unter anderem bei dem, was über eine Nebenperson gesagt/gedacht wurde und was von dieser Person gezeigt wurden. Alles in allem war der kurze Roman unterhaltsam zu lesen (und einige Szenen erinnerten mich an „Encanto“-Fanfiction, was ich auch nett fand), aber irgendwie hat das Ganze bei mir keinen besonders großen Eindruck hinterlassen, weshalb ich nach diesem ersten Teil nicht das Bedürfnis habe, weitere Bände der Reihe zu lesen.
Mara Webb: Cakes to Die For/A Brunch With Death (Compass Cove 1+2)
Den ersten Band der „Compass Cove“-Mysteries hatte ich vor ungefähr einem Jahr schon mal gelesen, als ich einen ganzen Haufen Paranormal-Cozy-Mysteries umsonst bei einer Werbeaktion heruntergeladen hatte. Da ich die Geschichte damals ganz nett fand, habe ich mir vor Kurzem gleich die gesamte zehnteilige Reihe als Bundle für 99 Cent gekauft und Band 1 und 2 gelesen, während ich bei meiner aktuellen Serie („The City Between“) zum Hörbuch wechseln musste, weil es beim neunten eBook ein Problem beim Kauf in Deutschland gab. In „Cake to Die For“ erbt die Protagonistin Zora Wick eine Bäckerei von einer verstorbenen Tante, wobei sie von der Existenz dieser Tante (und den verschiedenen anderen Familienangehörigen) erst durch dieses Erbe erfährt. Außerdem lernt Zora, dass sie eine Hexe ist (ebenso wie die anderen Mitglieder der Familie Wick), dass sie auch den – ziemlich sarkastischen – Familiar ihrer Tante geerbt hat und dass sie herausfinden soll, wer ihre Tante ermordet hat.
Auch wenn ich den Humor manchmal etwas arg überzogen fand, so war der Mystery-Anteil in der Geschichte ganz unterhaltsam und ich mochte, dass sich ein großer Teil der Handlung darum drehte, dass Zora ihre neuen Familienmitglieder kennenlernt. Es gibt im ersten Band einen Hauch von „Romance“, der allerdings nur darin besteht, dass Zora einen der Verdächtigen sehr attraktiv findet und es genießt, wenn er mit ihr flirtet. Alles in allem habe ich mich gut unterhalten gefühlt, obwohl es ein paar Szenen gab, die mir etwas zu albern waren. In „A Brunch With Death“ hingegen wird Zora Wick verdächtigt, einen ihrer Kunden vergiftet zu haben, und muss nun ihren Namen reinwaschen – was ein häufig verwendetes Motiv in Cozy Mysteries ist, das ich wirklich nicht leiden kann. Außerdem konzentriert sich die Autorin noch mehr auf die „lustigen“ Elemente in ihrer Geschichte, ebenso wie auf die Rivalität zwischen zwei Männern, mit denen Zora häufig zu tun hat – was bedeutet, dass sich für mich mit diesem Band die Reihe in eine Richtung entwickelt hat, die mir eigentlich nicht gefällt. Das Buch war immer noch nett genug, dass ich es beendet habe (und für 99 Cent bereue ich den Kauf auch nicht), aber ich werde mir gut überlegen, ob und wann ich zum dritten Teil greife.