Schlagwort: Lyssa Kay Adams

Lese-Eindrücke November 2024

Nachdem ich in den ersten zwei Novemberwochen so gut wie gar nicht gelesen hatte, habe ich es in der zweiten Monatshälfte immerhin noch geschafft, mich in ein paar Bücher zu vertiefen und dementsprechend auch ein paar Lese-Eindrücke zu sammeln.

W.R. Gingell: The Clockwork Magician (The Two Monarchies 4)

Erst einmal ging es für mich weiter mit der „Two Monarchies“-Serie von W.R. Gingell, und ich muss zugeben, dass mir dieser Band nicht so gut gefallen hat wie all die anderen zuvor. Das lag vor allem daran, dass der Protagonist Peter mir entsetzlich auf die Nerven ging. Das war schon so, als er nur eine Nebenfigur in „Blackfoot“ war, aber da spielte er keine so große Rolle und die Geschichte wurde aus Annabels Perspektive erzählt, was sein Verhalten erträglicher machte. Auf der anderen Seite lagen meine Probleme mit „The Clockwork Magician“ daran, dass es fast durchgehend um das Thema Zeitreise und die dahinterstehende Magietheorie ging – und ich bin weder ein Fan von Zeitreisegeschichten, noch verfügte ich beim Lesen über die notwendige Geduld und Konzentration, um mich mit Magietheorie zu beschäftigen. Außerdem wusste ich durch die ganzen Andeutungen in den vorhergehenden Romanen schon, wie Peters Geschichte enden wird, was dazu führte, dass ich nicht einmal darauf neugierig war. Lieber hätte ich die Ereignisse aus der Perspektive der Person gelesen, die von Peter in die ganze Angelegenheit hineingezogen wurde, das hätte es vermutlich für mich amüsanter gemacht. Nur gut, dass beim nächsten Band der Serie Annabels Freundin Isabella im Mittelpunkt steht, die ich bislang bei jedem ihrer Auftritte sehr mochte!

Lyssa Kay Adams: The Bromance Book Club

Auf der Suche nach einem netten, unterhaltsamen Roman, der von mir nicht viel Denkfähigkeit erfordert, bin ich bei „The Bromance Book Club“ gelandet. Die Geschichte beginnt damit, dass der Baseballspieler Gavin Scott von seiner Frau Thea um die Scheidung gebeten wird. Er ist total verzweifelt und will alles tun, um seine Ehe zu retten, und zum Glück eilen ihm einige andere Männer (u.a. aus seinem Team) zur Hilfe. Diese anderen Männer sind Mitglieder eine Buchclubs, in dem sie Liebesromane lesen, weil diese in der Regel von Frauen für Frauen geschrieben werden und sie so herausfinden können, was die Frauen in ihrem Leben wirklich wollen. Ich muss zugeben, dass mir Gavin und Thea als Figuren ziemlich egal waren, außerdem fand ich es ziemlich nervig, dass die beiden nicht nur ständig auf die körperlichen Vorzüge des anderen fixiert waren, sondern auch im Rahmen des Liebesromanlesens lauter Klischees reproduziert wurden, die mich irritierten. Aber es gab auch so einige Szenen mit den Buchclub-Mitgliedern, die ich überraschend amüsant oder gar berührend fand. Alles in allem kein Roman, den ich weiterempfehlen würde (wo kommen all die guten Bewertungen dafür her?!), aber ich ärgere mich jetzt auch nicht übermäßig über die damit verbrachte Zeit.

W.R. Gingell: Masque (The Two Monarchies 5)

Wie erwartet hat mir dieser Band wieder deutlich besser gefallen als „The Clockwork Magician“! In „Masque“ ermittelt Isabelle in einer Reihe von rätselhaften (und vermutlich magisch ausgeführten) Morden, was zu einem überraschend spannenden fantastischen Kriminalroman führt. Eigentlich wollte Isabelle nur ihren Vater, der der Abgesandte der neuen Königin von New Civet ist, unterstützen, während dieser mit dem Nachbarland einen Kooperationsvertrag aushandelt. Aber da sie nicht nur diejenige ist, die während eines Balls das erste Opfer des Mörders entdeckt, sondern dieses Opfer auch noch ihr Kindheitsfreund war, mischt sie sich – entgegen aller Vorbehalte des örtlichen Anführers der Wache – in die Ermittlungen ein. Ich fand es nicht nur überaus unterhaltsam, aus Isabelles Sicht die ganze Geschichte zu verfolgen, sondern habe mich auch darüber amüsiert, dass W. R. Gingell es geschafft hat, diese Handlung in eine „Beauty and the Beast“-Variante einzubetten. Besonders unterhaltsam war, dass das dazu führte, dass Isabelle einen nicht unerheblichen Teil der Handlung als Gefangene der Wache verbringt – und diese Zeit erst reicht nutzt, um mehr über die Morde und die verschiedenen Verdächtigen herauszufinden. Oh, und dann gibt es da noch die Liebesgeschichte mit dem Anführer der Wache … Jetzt finde ich es wieder sehr schade, dass ich nur noch einen einzigen Teil der Reihe vor mir habe, freue mich aber darüber, dass dieser Band dann aus der Perspektive von Isabelles jüngerer Schwester erzählt wird.

Zayaan Schroeder: A Grumpy Witch’s Guide to Finding Love (Hemlock Harbor 1)

Ein Fall von „ich mag den Titel, ich mag (oft genug) paranormal romance – mal schauen, was das für eine Geschichte ist“. „A Grumpy Witch’s Guide to Finding Love“ dreht sich um die Hexe Zoe und den Werwolf Daniel. Zoe ist vor einiger Zeit von ihrem Coven verbannt worden, weshalb ihre Magie kurz davor ist zu verschwinden, während Daniel gerade erst (nach einem Vorfall mit seiner Familie) von London in die kleine amerikanische Hafenstadt Hemlock Harbor gezogen ist. Beide fühlen sich von Anfang an zueinander hingezogen, aber natürlich gibt es Gründe, wieso sie dieser Anziehung nicht nachgeben können. Puhhh … Ich mochte die Grundidee, ich mochte sehr viele der (Neben-)Figuren, ich kann im Prinzip sagen, dass ich all die Urban-Fantasy-Elemente in der Geschichte mochte, auch wenn die nicht immer besonders gründlich/logisch ausgearbeitet wurden. Eigentlich war sogar die Liebesgeschichte ganz nett zu lesen, abgesehen davon, dass mich (mal wieder) die ganzen Szenen, in denen sich Zoe und Daniel über die körperlichen Vorzüge der anderen Person Gedanken machten, ebenso wie der größte Teil der Sexszenen genervt haben. Das alles gab mir das Gefühl, dass für die beiden Protagonisten die Persönlichkeit des anderen eher Nebensache neben all den sexy Äußerlichkeiten war. Vor allem aber wäre es eher nach meinem Geschmack gewesen, wenn all der Aufwand der Autorin, der in die unterschiedlichen Beschreibungen von Muskelpaketen und sexy Körperteilen geflossen ist, stattdessen in Weltenbau und stimmigere Fantasyelemente investiert worden wären.