Alle Artikel von Konstanze

Jana DeLeon: Happily Everlasting 1 – Dead Man Talking

Nachdem mich das Happily-Everlasting-Spin-Off „Better Haunts and Garden Gnomes“ von Michelle M. Pillow so gut unterhalten hatte, habe ich prompt direkt zu „Dead Man Talking“ von Jana DeLeon gegriffen, um zu schauen, ob ich mich damit auch so gut amüsiere. Die Geschichte dreht sich um die Meterologin Zoe Parker, die in den vergangenen sechs Jahren in L.A. gelebt und jede Rückkehr in ihren Geburtsort Everlasting vermieden hat. Doch nun liegt ihre Großtante Sapphire nach einem Sturz im Krankenhaus, und Zoe muss sich nun nicht nur um Sapphire kümmern, sondern auch um den ehemaligen Leuchtturm, in dem die Großtante lebt, um ihre zehn Katzen und um den Geist Cornelius. Außerdem liegt schnell der Verdacht auf der Hand, dass Sapphires Sturz kein Unfall war, sondern dass Einbrecher dabei ihre Hand im Spiel hatten. Gemeinsam mit ihrem Ex-Freund Dane Stanton nimmt Zoe die Ermittlungen auf, nachdem das Büro des Sheriffs sich als nicht besonders hilfreich herausgestellt hat.

Tja … Wenn ich ehrlich bin, dann ist „Dead Man Talking“ eigentlich besser geschrieben als „Better Haunts and Garden Gnomes“, aber so richtig gut unterhalten habe ich mich nicht gefühlt. Jana DeLeon bietet dem Leser einen Grund, wieso es Magie in dem kleinen Ort Everlasting gibt (und an anderen Orten nicht), sie hat ihre Figuren deutlich tiefer charakterisiert als Michelle M. Pillow, und der kleine Kriminalfall ist auch besser ausgearbeitet (wenn auch die Lösung wieder ziemlich offensichtlich war). Zoe und Dane werden als wirklich nette Menschen dargestellt, es gibt keine großen Missverständnisse, sondern einen respektvollen Umgang zwischen den beiden, und die beiden reden sogar miteinander, um mehr über die Wünsche und Ziele des anderen herauszufinden. Allerdings fand ich die beiden auch schrecklich langweilig, weil sie so nett waren, so wenige Ecken und Kanten hatten und ihre „Beziehung“ so gar nichts zur Geschichte beizutragen hatte, auch wenn sie durch ihre gemeinsame Vergangenheit immerhin eine stimmige Basis für ihre „Liebesgeschichte“ hatten.

Was mich noch gestört hat, war die Erklärung für die Magie, die in diesem Buch auftaucht. Die Legende mit dem magischen Smaragd, der König Arthur gehört haben soll und der für die Magie im Ort verantwortlich ist, ist schon für sich betrachtet nicht gerade schlüssig. Wenn man dann aber noch die Tatsache im Hinterkopf hat, dass Magie in „Better Haunts and Garden Gnomes“ vererbbar und nicht örtlich begrenzt ist, dass dort viele übernatürliche Personen vorkamen, die in Everlasting keine Rolle spielen, und dass Tante Polly in dem Spin-Off hemmungslos mit Magie um sich wirft und kein Geheimnis daraus macht, dass sie eine Hexe ist, während sie in Everlasting nur als exzentrische Bäckerin erwähnt wird, dann ist das insgesamt so unstimmig, dass ich mich beim Lesen regelrecht geärgert habe.

Ein weiterer Punkt, der mich richtig gefuchst hat, war, wie die Autorin mit den zehn Katzen im Buch umging. Obwohl Zoe auch nach Everlasting zurückkehrt, um sich um die Katzen zu kümmern, werden die Viecher morgens von Dane gefüttert, der gerade Sapphires Küche umbaut, und dann verschwinden die Tiere spurlos für den Rest des Tages (und das, obwohl sie freien Zugang zum gesamten Gebäude haben). Da die Katzen – wie ständig betont wird – so trainiert sind, dass sie das menschliche Klo und sogar die Wasserspülung benutzen (Magie macht’s möglich!), gibt es keine Katzenklos zu reinigen, und abends lässt sich Zoe dann doch dazu herab, selbst Futter zu verteilen. Aber wenn nicht gerade Einbrecher auftauchen, gibt es keine einzige Erwähnung mehr, dass Katzen im Haus sind. Selbst wenn Zoe die Tiere nicht mag, würde ich doch erwarten, dass sie bei all den alltäglichen Dingen, die beschrieben werden, irgendwann mal vorkommen! Man kann nicht mit zehn Katzen in einem Gebäude mit relativ kleiner Grundfläche leben, ohne ständig über eine zu stolpern oder die gesamte Kleidung voller Haare zu haben oder zumindest hier und da mal ein Geräusch zu hören, das andeutet, dass man nicht allein im Haus ist.

Ähnlich ist es auch mit dem Hausgeist, der zwar wichtig für die Geschichte ist und mir grundsätzlich auch sympathisch war, aber die gesamte Handlung hindurch ohne Hosen rumlaufen musste, damit die Autorin ganz am Anfang eine „witzige“ Szene einbauen konnte. So gab es immer wieder Elemente, die mir das Gefühl gaben, dass Jana DeLeon sie für einen einzigen Punkt in der Geschichte lieblos reingestopft hat, ohne darüber nachzudenken, dass sie in der gesamten Handlung funktionieren müssen. Ich habe mich jetzt beim Lesen nicht durchgehend geärgert, aber ich bin immer wieder über solche Dinge gestolpert und es gab sonst nichts, was mich darüber hingeweggetröstet hätte. Selbst ohne diese kleinen Ärgernisse wäre „Dead Man Talking“ nur irgendwie ganz nett gewesen, ohne einen größeren Eindruck zu hinterlassen. Vor allem muss ich aber sagen, dass „Better Haunt and Garden Gnomes“ – trotz aller unübersehbaren Mängel – deutlich charmanter war als dieser Roman. Nach „Dead Man Talking“ bin ich mir sicher, dass ich die Happily-Everlasting-Reihe (trotz wechselnder Autorinnen) nicht weiterlesen werde, während ich den Nachfolger von „Better Haunt and Garden Gnomes“ noch nicht von der Merkliste gestrichen habe.

Michelle M. Pillow: (Un)Lucky Valley 1 – Better Haunts and Garden Gnomes

Vor einigen Tagen bin ich über eine Liste mit „Hexen“-Romanen gestolpert und fand die Inhaltsangabe von „Better Haunts and Garden Gnomes“ so nett, dass ich mir die eBook-Version davon gekauft und direkt gelesen habe. Es gibt eine Menge Punkte, die ich an dem Buch kritisieren könnte, aber bevor ich mich daran mache, kann ich schon mal sagen, dass ich die Geschichte rund um Lily Goode einfach nur wunderbar anspruchslos und genau deshalb sehr erholsam fand. Erst nach dem Lesen habe ich herausgefunden, dass die beiden „(Un)Lucky Valley“-Romane wohl ein Spin-Off der „The Happily Everlasting Series“ sind und dass diese Serie von insgesamt vier Autorinnen geschrieben wurde (und den ersten Band davon habe ich zu meiner großen Überraschung sogar bei den ungelesenen Titeln auf meinem eReader gefunden). Da ich bislang noch nichts aus der „The Happily Everlasting Series“ gelesen habe, weiß ich nicht, ob dort vielleicht etwas ausführlicherer Weltenbau betrieben wurde, aber in „Better Haunts and Garden Gnomes“ ist das definitiv nicht der Fall.

Als Leser wird man ohne weitere Hintergründe in eine Welt hineingeworfen, in der übernatürliche Personen in kleinen abgeschiedenen Gemeinden neben unserer „normalen“ Welt leben. Es gibt keinerlei Erklärungen, wie Magie funktioniert und wo die ganzen übernatürlichen Personen herkommen, man muss das als Leser einfach so hinnehmen – ebenso wie die Protagonistin Lily. Diese ist gemeinsam mit ihren beiden Geschwistern vor langer Zeit von ihrer Mutter vor einer Feuerwehrwache ausgesetzt worden, und obwohl Lily damals erst acht Jahre alt war, hat sie von diesem Tag an die Verantwortung für ihren Bruder Dante und ihre Schwester Jesse übernommen. Nach vielen Jahren und einer Kindheit, die von verschiedenen Pflegestellen geprägt war, erfährt Lily, dass sie von ihrer Mutter ein altes Gebäude am Rand des Örtchens Lucky Valley geerbt hat. Doch niemand im Ort ist erfreut darüber, dass eine Goode-Hexe wieder in das alte Gebäude ziehen will, und so muss Lily nicht nur mit damit fertigwerden, dass sie ein baufälliges Haus, eine exzentrische Verwandte und Magie, über die sie keinerlei Kontrolle hat, geerbt hat, sondern auch mit Vandalismus und ähnlichen „Vertreibungsmaßnahmen“.

Eine dieser „Vertreibungsmaßnahmen“ ist der dicke Stapel mit Gemeindevorschriften, die durch das baufällige Gebäude und vernachlässigte Grundstück verletzt werden, den ihr der Werwolf Nolan Dawson direkt nach Übernahme ihres Erbes überreichte. Nolan soll im Auftrag der Gemeinde dafür sorgen, dass Lily wieder verschwindet, doch stattdessen entwickelt er Gefühle für die energische Frau und will ihr (nicht nur) bei den notwendigen Renovierungen helfen. Insgesamt sind weder die Welt noch die Charaktere besonders detailliert oder hintergrundreich dargestellt, aber dafür gibt es viele ungewöhnliche Anwohner in Lucky Valley, einen Haufen Geister und natürlich Lilys Tante Polly, ihren Hummer Hermann und ihre Armee von Gartenzwergen, die alle zusammen für so einige absurde Situationen und Dialoge verantwortlich sind. Das Rätsel um die verschiedenen Anschläge auf Lilys Haus ist nicht gerade komplex, dafür bieten die diversen Vandalismusfolgen immer wieder Möglichkeiten für amüsante Szenen mit den Einheimischen.

Wenn ich ehrlich bin, dann gibt es nichts an diesem Roman, wo ich sagen könnte, dass Michelle M. Pillow einen richtig guten Job gemacht hat. Aber irgendwie ist das gar nicht schlimm, denn trotz aller Oberflächlichkeit, Unlogik und Durchschaubarkeit war „Better Haunts and Garden Gnomes“ die perfekte Lektüre, um ein paar Stunden abzuschalten, um mich zu entspannen und mich immer wieder über die eine oder andere Szene zu amüsieren. Vielleicht liegt es sogar daran, dass es so wenig greifbare Beschreibungen und Informationen gab, aber irgendwie hatte ich nach dem Lesen Lust, gleich wieder nach Lucky Valley zurückzukehren und vielleicht andere Facetten dieses Ortes zu entdecken. Doch bevor ich das mache, lese ich wohl besser erst einmal „Dead Man Talking“ von Jana Deleon, da ich das Buch noch auf dem eReader habe und das der erste Band der „The Happily Everlasting Series“ ist – wer weiß, vielleicht bietet mir die Geschichte ja dann mehr Hintergründe oder zumindest ein paar ebenso nette Lesestunden wie „Better Haunts and Garden Gnomes“.

Darcie Wilde: A Purely Private Matter (Rosalind Thorne Mystery 2)

Zu meiner großen Überraschung ist es schon über ein Jahr her, dass ich „A Useful Woman“ von Darcie Wilde gelesen habe. Ich war mir sicher, dass ich das erst vor wenigen Wochen gelesen hatte, auch weil ich noch sehr lebhafte Erinnerungen an den Roman habe. Doch so gut mir der Auftaktband der Rosalind-Thorne-Mysterys gefallen hat, nach dem Lesen von „A Purely Private Matter“ kann ich sagen, dass der zweite Teil der Reihe definitiv noch besser ist. Dieses Mal wird Rosalind von ihrer Freundin Alice Littlefield gebeten, sich um die Probleme ihrer Bekannten Margaretta Seymore zu kümmern. Mrs. Seymore ist eine schöne und charismatische Frau, die für ihre romantischen Gedichte bekannt geworden ist. Doch ihre Stellung in der Gesellschaft (und die Zukunft ihres ungeborenen Kindes) wird dadurch gefährdet, dass ihr Mann (Captain William Seymore) den berühmten Schauspieler Fletcher Cavendish auf Schadensersatz verklagen will, da dieser – laut der Vorwürfe des Captains – ein Verhältnis mit Margaretta haben soll. Bevor Rosalind noch viel mehr über die Hintergründe dieser unschönen Geschichte erfahren kann, wird Mr. Cavendish in der Garderobe seines Theaters ermordet.

Das Grundthema ist auch in diesem Roman wieder die unsichere Stellung von Frauen der Gesellschaft in der Georgianischen Zeit, denn nicht nur Margaretta Seymores Position, sondern auch Rosalinds Stellung – die für ihre Arbeit immens wichtig ist – wird immer wieder durch die Ereignisse rund um den Mord gefährdet. So muss Rosalind bei ihren Ermittlungen rund um den Tod von Fletcher Cavendish immer wieder gut abwägen, wie weit sie gehen kann und ob sie es riskieren darf, eine höherstehende Person – wie zum Beispiel Margarettas Schwager Lord Bertram – zu verärgern. Darcie Wilde zeichnet in „A Purely Private Matter“ das Bild einer Familie, die durch interne Machtspiele und Eifersüchteleien zerrüttet ist und in der jeder seine eigenen Intrigen zu spinnen scheint. Dazu kommt, dass Rosalind sich von Anfang an der Tatsache bewusst ist, dass ihre Klientin ihr nicht die ganze Wahrheit (oder vielleicht sogar direkte Lügen) erzählt hat. Mir hat es sehr viel Spaß bereitet, all die verschiedenen Familienmitglieder der Seymores kennenzulernen und herauszufinden, wer vielleicht ein Motiv hätte, Margaretta zu kompromittieren oder ihren Mann gegen sie aufzuhetzen.

So gut mir „A Useful Woman“ schon gefallen hat, so muss ich zugeben, dass in diesem ersten Band um Rosalind die Handlung recht gemächlich erzählt wurde, weil auch erst einmal die Vorgeschichte der Protagonistin eingeflochten werden musste. In „A Purely Private Matter“ wird die Handlung dem Lesern deutlich dichter präsentiert, und auch den Kriminalfall fand ich besser konstruiert. Immer wieder gibt es neue Figuren, die weitere Informationen zu dem Fall beitragen, und nie kann sich Rosalind darauf verlassen, dass Margarette ihr (oder den offiziellen Ermittlern) dieses Mal die Wahrheit sagen wird. Dafür bekommt sie aus der einen oder anderen unerwarteten Quelle Hilfe bei ihren Nachforschungen (und ich hoffe sehr, dass diese Nebenfiguren auch in dem nächsten Roman wieder einen Auftritt haben werden, da sie einfach wunderbar waren)! Das alles sorgt für eine zügig zu lesende und wirklich unterhaltsame Geschichte mit der einen oder anderen überraschenden Wendung. Mir gefällt es, wie Darcie Wilde ihre Charaktere gestaltet und mir so das Gefühl gibt, dass das realistische Personen mit Stärken und Schwächen sind, und wie vielfältig sie die Gesellschaft in London im Jahr 1818 darstellt. In ihren Bücher kommen ebenso selbstverständlich Personen vor, die im Rang aufgestiegen sind, wie Figuren, die von einem Tag auf dem anderen tief gefallen sind, und auch wenn nicht jeder von ihnen sympathisch dargestellt wird, so bekommt man doch ein Gefühl für ihr Leben und für ihre Motive.

Was mir noch angenehm aufgefallen ist: Rosalind fällt hier und da aus der Rolle. Sie ist von Anfang an wütend, weil sie das Gefühl hat, sie wurde von Margaretta benutzt. Und während sie im ersten Band froh war, dass ihr die gesellschaftlichen Regeln Halt und Sicherheit bieten, so ist sie inzwischen so weit, dass sie es stellenweise fast genießt, wenn sie aus diesen Regeln ausbrechen kann. Ich finde es spanned, wie sie sich als Figur entwickelt, und hoffe, dass die Autorin das auch im kommenden Band so weiterführen wird. Worauf ich persönlich hätte verzichten können, ist die – zum Glück nicht so dominierende – „Dreiecksgeschichte“ zwischen Rosalind, ihrer ersten großen Liebe, dem Duke of Casselmain, und dem Bow Street Runner Adam Harkness. Für beide Männer empfindet Rosalind etwas (und diese für sie), aber mit keinem von beiden kann sie sich eine Zukunft vorstellen. Mir wäre es lieber, wenn sich einfach alle Beteiligten auf eine respektvolle Freundschaft einigen würden. Aber da das nicht wahrscheinlich ist, werde ich weiterhin damit leben müssen, dass es hier und da kleine Szenen gibt, in denen all die (un)ausgesprochenen Gefühle zu unbehaglichen Situationen führen. Da dieses „romantische Element“ in der Geschichte aber keine so große Rolle spielt und ich alles andere an diesem Roman wirklich sehr mochte, freue ich mich jetzt schon darauf, dass ich in ein paar Monaten die Taschenbuchausgabe des dritten Teils der Reihe, „And Dangerous to Know“, in den Händen halten kann.

Juni-SuB 2020

Auch wenn es sich am Anfang gar nicht so anfühlte, kann ich im Rückblick sagen, dass der Mai ein richtig, richtig guter Lesemonat für mich war. In den vergangenen Tagen habe ich mir regelmäßig längere Auszeiten gegönnt und mich einfach in ein Buch (oder einen Comic) fallen lassen und das hat meine Laune deutlich gehoben. Es ist das erste Mal in diesem Jahr, dass ich mal wieder auf meine „Wohlfühlgesamtseitenzahl“ gekommen bin und ich muss zugeben, dass mir das intensive Lesen und das Mehr an Lesezeit wirklich gut getan hat.

Im Juni hat mein Mann zwei Wochen Urlaub und das japanische Filmfest, das wir normalerweise jedes Jahr besuchen, findet nun online statt – da bin ich gespannt wie das wird! Ansonsten lasse ich den Monat auf mich zukommen. Ich übe mich gerade im „keine langfristigen Pläne machen“, mal schauen, ob das klappt oder ob ich mich demnächst doch wieder beim Anlegen von To-do-Listen ertappe. 😉

  1. Tomi Adeyemi: Children of Blood and Bone
  2. Becky Albertalli: Leah on the Offbeat
  3. Hanna Alkaf: The Weight of our Sky
  4. Kelly Barnhill: Iron Hearted Violet
  5. Tracy Baptiste: Rise of the Jumbies (Jumbies 2)
  6. Tracy Baptiste: The Jumbie God’s Revenge (Jumbies 3)
  7. T. J. Berry: Space Unicorn Blues
  8. Holly Black: The Coldest Girl in Coldtown
  9. Lawrence Block (Hrsg.): In Sunlight or in Shadow – Stories Inspired by the Paintings of Edward Hopper
  10. Lila Bowen: Conspiracy of Ravens (The Shadow 2)
  11. Rhys Bowen: Naughty in Niece (Royal Spyness 5)
  12. Rhys Bowen: The Twelve Clues of Christmas (Royal Spyness 6)
  13. Alan Bradley: Flavia de Luce 5 – Schlussakkord für einen Mord
  14. Alan Bradley: Flavia de Luce 6 – Tote Vögel singen nicht
  15. Marie Brennan: The Voyage of the Basilisk – A Memoir by Lady Trent
  16. Marie Brennan: In the Labyrinth of Drakes – A Memoir by Lady Trent
  17. Marie Brennan: Within the Sanctuary of Wings – A Memoir by Lady Trent
  18. Sarah Rees Brennan: Tell the Wind and Fire
  19. Sarah Rees Brennan: In Other Lands
  20. Stephanie Burgis: The Princess Who Flew with Dragons
  21. Rachel Caine: Ink and Bone (The Great Library 1)
  22. Julie Campbell: The Mysterious Visitor (Trixie Belden 4)
  23. Beth Cato: Breath of Earth (Blood of Earth #1)
  24. Soman Chainani: Quests for Glory (The School for Good and Evil 4)
  25. David Chandler: A Thief in the Night (Ancient Blades 2)
  26. David Chandler: Honor Among Thieves (Ancient Blades 3)
  27. Helen Corcoran: Queen of Coin and Whispers
  28. Sarah Beth Durst: Race the Sands
  29. Louise Erdrich: The Birchbark House
  30. Laura Ann Gilman: Silver on the Road
  31. Jasmine Gower: Moonshine
  32. Mira Grant: Parasite (Parasitology 1)
  33. Mira Grant: Symbiont (Parasitology 2)
  34. Mira Grant: Chimera (Parasitology 3)
  35. Alex Grecian: The Black Country (Scotland Yard’s Murder Squat 2)
  36. Kate Griffin: The Midnight Mayor (Matthew Swift #2)
  37. Kate Griffin: The Neon Court (Matthew Swift #3)
  38. Kate Griffin: The Minority Council (Matthew Swift #4)
  39. Kate Griffin: Stray Souls (Magicals Anonymous #1)
  40. Kate Griffin: The Glass God (Magicals Anonymous #2)
  41. Christian Handel (Hrsg.): Hinter Dornenhecken und Zauberspiegeln (Anthologie)
  42. Rachel Hartman: Seraphina
  43. Michelle Harrison: A Pinch of Magic
  44. Jim C. Hines: Die Buchmagier – Angriff der Verschlinger
  45. Jim C. Hines: Terminal Alliance
  46. Mark Hodder: Auf der Suche nach dem Auge von Naga
  47. Tanya Huff: Wizard of the Grove
  48. Tanya Huff: Valor’s Choice (Confederation Novel 1)
  49. D. B. Jackson: Thieves‘ Quarry (Thieftaker #2)
  50. D. B. Jackson: A Plunder of Souls (Thieftaker #3)
  51. Diana Wynne Jones: Crown of Dalemark (The Dalemark Quartet 4)
  52. Diana Wynne Jones: Dogsbody
  53. Diana Wynne Jones: Power of Three
  54. Diana Wynne Jones: Fire and Hemlock
  55. Celine Kiernan: Geisterpfade
  56. Celine Kiernan: Königspfade
  57. Celine Kiernan: Begone the Raggedy Witches (The Wild Magic Trilogy 1)
  58. Mary Robinette Kowall: The Calculating Stars
  59. Sarah Kuhn: Heroine’s Journey (Heroine Complex 3)
  60. R. F. Kuang: The Poppy War
  61. Cixin Liu: The Three-Body Problem
  62. Scott Lynch: Die Lügen des Locke Lamora (aussortiert)
  63. Kari Maaren: Weave a Circle Round
  64. Seanan McGuire: The Brightest Fell (October Daye 11)
  65. Seanan McGuire: Night and Silence (October Daye 12)
  66. Seanan McGuire: Middlegame
  67. Robin McKinley: Sunshine
  68. Anna-Marie McLemore: Blanca and Roja
  69. Kelly Meding: Stray Magic
  70. Kelly Meding: Stray Moon
  71. Kate Milford: The Boneshaker
  72. Kate Milford: Bluecrowne
  73. Maya Montayne: Nocturna
  74. Bishop O’Connell: The Stolen
  75. Nnedi Okorafor: Akata Warrior (Akata Witch 2)
  76. Dominik Parisien und Navah Wolfe (Hrsg.): The Starlit Wood – New Fairy Tales (Anthologie)
  77. Dominik Parisien und Navah Wolfe (Hrsg.): Robots vs. Fairies (Anthologie)
  78. Tamora Pierce: Tempests and Slaughter
  79. C.E. Polk: Witchmark (Kingston Cycle 1)
  80. Cindy Pon: Sacrifice (Serpentine 2)
  81. Philip Reeve: Larklight
  82. Kat Richardson: Poltergeist (Greywalker 2)
  83. Rebecca Roanhorse: Trail of Lightning (The Sixth World 1)
  84. John Scalzi: Fuzzy Nation
  85. Helen Simonson: Mrs. Alis unpassende Leidenschaft
  86. Barbara Sleigh: Carbonel
  87. A.C.H. Smith: Jim Henson’s The Dark Crystal
  88. Robin Stevens: A Spoonful of Murder (A Murder Unladylike Mystery 6)
  89. Robin Stevens: Death in the Spotlight (Murder Most Unladylike 7)
  90. Robin Stevens: Top Marks for Murder (Murder Most Unladylike 8)
  91. Rosemary Sutcliff: Troja oder die Rückkehr des Odysseus
  92. Rosemary Sutcliff: König Artus und die Ritter der Tafelrunde
  93. Charles den Tex: Die Zelle
  94. Rob Thomas: Veronica Mars – The Thousand Dollar Tan Line
  95. Sarah Tolcser: Song of the Current
  96. Tiffany Trent: Unnaturalist
  97. Gail Tsukiyama: Die Straße der tausend Blüten
  98. Renee Watson: Piecing Me Together
  99. Jaye Wells: Dirty Magic (Prospero’s War 1)
  100. Martha Wells: All Systems Red (Murderbot Diaries 1)
  101. Amy Wilson: Snowglobe
  102. Katherine Woodfine: The Jewelled Moth (The Sinclair’s Mysteries 2)
  103. Katherine Woodfine: The Painted Dragon (The Sinclair’s Mysteries 3)
  104. Katherine Woodfine: The Midnight Peacock (The Sinclair’s Mysteries 4)
  105. Xinran: Gerettete Worte
  106. Rick Yancey: Der Monstrumologe und die Insel des Blutes

104 Titel auf dem SuB zum Monatsanfang

(durchgestrichene Titel habe ich in diesem Monat gelesen)
(kursive Titel sind in diesem Monat neu hinzugekommen)

Molly Knox Ostertag: The Witch Boy 2 – The Hidden Witch (Comic)

Obwohl mir „The Witch Boy“ von Molly Knox Ostertag im vergangenen Jahr so gut gefallen hatte, hat es doch wieder etwas gedauert, bis ich die Fortsetzung gelesen habe (und ich fürchte ein bisschen, dass es mit dem im November 2019 erschienenen dritten Band „The Midnight Witch“ ebenso laufen wird), weil ich mir die Comics gern für die richtige Stimmung aufhebe. In den letzten Tagen war ich aber in der passenden Stimmung für diese Art von Geschichte, und so habe ich „The Hidden Witch“ sehr genossen. Nachdem Aster im ersten Band darum kämpfen musste, dass er entgegen aller Traditionen als Hexe ausgebildet wird, versucht er nun all die Dinge nachzuholen, die er in den vergangenen Jahren verpasst hat. Doch seine Lehrerin ist nicht gerade hilfsbereit, und so muss er einen anderen Weg finden, um all das Wissen nachzuholen, das ihm aufgrund des verweigerten Unterrichts fehlt.

Asters Freundin Charlie hingegen muss feststellen, dass ihre Schulfreundinnen im Laufe des Sommers, in dem sie wegen ihres gebrochenen Beins nicht ins Ferienlager fahren konnte, neue Interessen entwickelt haben. Zum Glück gibt es die Mitschülerin Ariel, mit der sich Charlie auf Anhieb versteht, auch wenn diese sich manchmal etwas seltsam benimmt. So könnte es für Charlie und Aster – trotz all der Dinge, die sie in den vergangenen Wochen erlebt haben – eigentlich ganz gut laufen, wenn nicht auf einmal ein Fetch (eine Art böses Schattenwesen) auftauchen würde, um Charlie zu schaden, während sich Aster zeitgleich damit auseinandersetzen muss, dass seine Großmutter es sich in den Kopf gesetzt hat, ihrem Bruder zu helfen, sich von einem Monster wieder in einen Menschen zu verwandeln.

Auch nach diesem Band bleibt es dabei, dass ich die Geschichten rund um Aster und Charlie sehr mag. Die Moral der Geschichte wird zwar stellenweise etwas plakativ rübergebracht, aber das kann ich angesichts der vielen hübschen Details und der stimmigen Charaktere wirklich verzeihen. Ich mag Aster und Charlie und ihre Familie und kann sogar bei denjenigen Figuren, die mir nicht so sympathisch sind, verstehen, warum sie so handeln, wie sie es tun. Außerdem spricht mich diese Mischung aus lustigen, nachdenklichen und gefährlichen Momenten an, sowie die Art und Weise, in der sich die verschiedenen Figuren im Laufe der Zeit weiterentwickeln. Auch wenn Aster und Charlie stellenweise etwas zu unbedarft auf Menschen zugehen, finde ich das angesichts der recht behüteten Umgebungen, in denen die beide aufgewachsen sind, immer noch stimmig. Und am Ende hat man als Leser das Gefühl, dass alles gut werden könnte, aber nicht unbedingt gut werden muss, weil die Charaktere zu realistisch ausgearbeitet wurden, um immer die richtige Entscheidung zu treffen.

Wie schon beim ersten Band habe ich nicht nur die Handlung an sich, sondern auch die schönen Zeichnungen genossen. Bei den verschiedenen Charakteren gibt es immer wieder schöne, ausdrucksstarke Momente, wenn es um Mimik und Gestik geht, und außerdem beweist die Zeichnerin ein gutes Händchen, wenn es um die kleinen Details geht, die eine Figur zu einem Individuum machen. Bei der Koloration greift Molly Knox Ostertag auf die Farbpaletten zurück, die schon den ersten Band beherschten, und so bekommt man als Betrachter gefällig und leicht wirkende Seiten für die heiteren und alltäglichen Szenen und düstere und kräftig gehaltene Panels für die Teile der Geschichte, in denen mächtige und nicht gerade wohlwollende Kräfte walten. Insgesamt gehören die „The Witch Boy“-Bände für mich definitiv zu den Wohlfühl-Comics, obwohl dort so einige Themen angesprochen werden, mit denen (nicht nur) Jugendliche zu kämpfen haben.

Ein perfektes Wochenende …

Das Wochenende ist schon wieder zwei Tage her, aber es war so schön,
dass ich es hier einfach festhalten mag.

 

Am Samstag habe ich innerhalb von 24 Stunden 960 Seiten gelesen
– wobei „am Samstag“ nicht so ganz stimmt,
denn genau genommen war ich bis Sonntagmorgen um vier wach. 😉

 

Den Sonntagsvormittag habe ich dann mit „Animal Crossing – New Horizons“ verbracht
und bin mit mehreren Leuten von Insel zu Insel gezogen.

 

Sonntagnachmittag ging es dann mit meiner Schurkin in ein Dungeon.
Leider ist sie noch nicht erfahren genug, um gegen Monster zu bestehen,
mit denen der Tinkerer meines Mannes recht gut fertig wird.
Aber wir haben am Ende gewonnen (auch wenn meine Schurkin auf der Strecke blieb),
und das war in diesem Fall das Wichtigste.

 

Danach ging es mit Milchkaffee und Schokokuss wieder aufs Sofa,
wo ich den Rest des Tages wieder mit Lesen verbracht habe,
bis es dann – ausnahmsweise etwas früher – wieder ins Bett ging.

Marika McCoola/Emily Carroll: Baba Yaga’s Assistant (Comic)

„Baba Yaga’s Assistant“ von Marika McCoola ist kein Comic, der mich spontan angesprochen oder den ich mir selbst gekauft hätte, da mich die Zeichnungen von Emily Carroll nicht so sehr reizen. Da ich den Titel aber als Leihgabe im Haus habe und Comics gerade die richtige Art von Unterhaltung für mich zu sein scheinen, habe ich den Band in den letzten Tagen gelesen. Die Handlung dreht sich um Masha, die nach dem Tod ihrer Großmutter recht einsam ist. Ihre Mutter starb schon, als Masha sehr klein war, und da ihr Vater sich in seiner Trauer um seine Frau (und vergraben in seine Arbeit) nicht um seine Tochter kümmern konnte, hat die Großmutter Masha aufgezogen und ihr den notwendigen emotionalen Halt nach dem Verlust ihrer Mutter gegeben.

Doch nun scheint Masha ganz allein in der Welt zu stehen, denn nicht nur ist ihre Großmutter tot, sondern ihr Vater hat auch eine neue Frau kennengelernt, die er heiraten will. Dabei muss ich anmerken, dass die potenzielle Stiefmutter wirklich nett – wenn auch eindeutig überfordert mit ihrer eigenen kleinen Tochter – dargestellt wird, was auch Masha anerkennen kann. Aber die Tatsache, dass ihr Vater ihr nichts von dieser Frau erzählt hat, bis die Verlobung schon stand, und dass er sich regelmäßig die Zeit genommen hat, um mit seiner neuen Familie zu essen, während sie allein zu Hause war, verletzt das Mädchen so sehr, dass sie beschließt, ihr Heim zu verlassen und sich als Assistentin bei der Baba Yaga zu bewerben. Über die Baba Yaga gibt es viele Geschichten, und Masha hat sie alle von ihrer Großmutter gehört, die selbst eine Zeitlang bei der berühmen Hexe im Wald gelebt hat. Dass die Baba Yaga gerade jetzt eine Annonce geschaltet hat, in der sie eine neue Assistentin sucht, scheint für Masha wie ein Wink des Schicksals zu sein. Doch es ist für Masha nicht so einfach, all die Herausforderungen zu meistern, die die Baba Yaga für ihre potenzielle Assistentin bereithält.

Ich muss zugeben, dass ich mich im Laufe der Zeit an den Stil von Emily Carroll gewöhnt habe und auch anerkennen kann, dass sie in einigen Panels eine wirklich ausdrucksvolle Mimik und Gestik zeigt, aber so richtig warm geworden bin ich mit ihren Zeichnungen nicht. Die Geschichte hingegen, die Marika McCoola mit diesem Comic erzählt, fand ich sehr süß. Auf der einen Seite verweist sie immer wieder auf verschiedene klassische Märchen rund um die Baba Yaga, auf der anderen Seite zeigt sie eine Facette dieser unheimlichen Hexe, die überraschend sympathisch ist. Und je mehr Mühe sich Masha mit der Bewältigung ihrer „Aufnahmeprüfungen“ geben muss, desto mehr wächst das Mädchen an ihren Herausforderungen. Am Ende gibt es sogar eine Art Versöhnung mit ihrem Vater, wobei ich finde, dass dieser viel zu leicht aus der ganzen Sache herauskommt. Dass er viele Jahre lang seine Tochter vernachlässigt hat, dass er sich mit seiner potentiellen neuen Familie deutlich mehr Mühe gibt als mit dem Mädchen, das gerade erst seine Großmutter verloren hat, all das ist eigentlich gar kein Thema mehr. Das zieht eine ansonsten süße Geschichte leider etwas runter.

 

Shannon Hale/Dean Hale/Victoria Ying: Diana – Princess of the Amazons (Comic)

Auf „Diana – Princess of the Amazons“ bin ich aufmerksam geworden, weil die Zeichnerin Victoria Ying an dem Comic beteiligt ist und ich ihre Illustrationen für das Spiel „Bargain Quest“ sehr mag. Der Comic wurde von Shannon Hale und Dean Hale geschrieben, von Victoria Ying gezeichnet und von Lark Pien koloriert. Zu Beginn der Geschichte ist Diana ziemlich allein, sie ist zu alt, um noch ständig von ihrer Mutter und all den Tanten im Auge be- und unterhalten zu werden, und zu jung, um mit den anderen Amazonen zu trainieren und zu arbeiten. Sie langweilt sich schrecklich und es gibt niemanden auf der Insel, der in ihrem Alter ist und mit ihr Sachen unternehmen könnte. In ihrer Einsamkeit formt Diana ein Mädchen aus Lehm und haucht ihr Leben ein, um endlich eine Freundin zu haben. Doch so schön es ist, mit Mona – so nennt Diana ihre neue Freundin – über die Insel zu stromern und endlich gemeinsam Sachen zu erleben: Mona scheint eine boshafte Seite zu haben, die Diana Unbehagen bereitet. Trotzdem lässt sie sich von ihr zu gefährlichen Aktionen überreden, nur um dann mit den Folgen ihrer eigenen Tat fertig werden zu müssen.

Ich mochte sehr, wie die Handlung sich langsam entwickelt, wie anfangs gezeigt wird, wieso sich Diana so einsam fühlt und wie sich ihr Leben (erst einmal zum Besseren) verändert, als sie endlich eine „gleichaltrige“ Freundin hat. Auch wenn schon früh klar wird, dass Monas Moralempfinden nicht dem von Diana gerecht wird, ist es verständlich, dass Diana lange Zeit darüber hinwegsieht. Erst als Mona und Diana mit ihren gemeinsamen Taten die gesamte Insel der Amazonen in Gefahr bringen, muss Diana sich gegen ihre Freundin stellen und Verantwortung für ihre Taten übernehmen. Dieser Comic ist für eine recht junge Zielgruppe (ab 6 Jahren, würde ich sagen) gedacht, aber ich hatte wirklich viel Freude beim Lesen. Diana ist eine sympathische Protagonistin, und ihre Gefühle und Handlungen sind nachvollziehbar dargestellt, auch wenn für den Leser von Anfang an klar ist, dass sie sich irgendwann gegen Mona und ihre boshafte Seite stellen muss. Ihr Wohlergehen hat mich berührt, sie tat mir in ihrer Einsamkeit leid, ich fand es wunderbar zu sehen, wie Diana die Gesellschaft ihrer neuen Freundin genießt und ich war stolz auf sie, als sie sich am Ende entscheidet, sich den Folgen ihrer Taten zu stellen.

Dass ich die Zeichnungen von Victoria Ying grundsätzlich mag, sagte ich ja schon, und auch hier habe ich ihren Stil sehr genossen. Gestik und Mimik der verschiedenen Figuren finde ich wunderbar aussagekräftig und die ganzen Tiere, die in der Geschichte vorkommen, sind einfach nur bezaubernd. Doch vor allem mag ich den Humor und das Tempo in ihren Zeichnungen. Die Kolorationen von Lark Pien sind da die perfekte Ergänzung. Die leuchtenden, aber nicht zu grellen Farben erzeugen eine heitere Atmosphäre, ohne dass man dabei als Betrachter die Bedrohungen, die der Insel durch Dianas und Monas Taten bevorstehen, nicht ernstnehmen würde. Insgesamt bin ich überraschend glücklich mit „Diana – Princess of the Amazons“ und freu mich sehr darüber, dass ich diesen Comic durchgehend genießen konnte.

Lese-Sonntag im Mai 2020

Die vergangenen zwei Monate waren wirklich seltsam, aber ich habe das Gefühl, dass so langsam das Leben mit den Umständen die das Corona-Virus mit sich bringt zu einer Art Normalität wird. Vielleicht trügt mich dieser Eindruck aber auch und ich habe ihn nur, weil mein Mann in der vergangenen Woche wieder jeden Tag (wenn auch zum Glück verkürzt) bei der Arbeit war, was mir so etwas wie einen berechenbaren Tagesrhythmus zurückgegeben hat. Das hat nicht nur dazu geführt, dass ich insgesamt mehr auf die Reihe bekommen habe, sondern auch dazu, dass ich mal wieder mehr gelesen habe. Wir haben in den letzten Wochen sogar wieder angefangen „Gloomhaven“ zu spielen, was in den vergangenen Monaten viel zu kurz gekommen ist.

Für heute habe ich sehr viele entspannende Sachen geplant. Mein Stapel mit den angefangenen Büchern ist nicht gerade klein (wobei ich vermutlich vor allem bei „Imaginary Numbers“ bleiben werde), ich habe ein neues Puzzle im Haus (all die Leute, die Bilder von ihren Puzzlen gepostet haben, haben mich zu einem spontanen Kauf bewegt), vielleicht legen wir wieder eine Gloomhaven-Runde ein und außerdem gibt es natürlich noch „Animal Crossing New Horizons“ und meinen aktuellen Socken, der weitergestrickt werden will. Doch bevor ich mich für eine Tätigkeit davon entscheide, wasche ich das Geschirr von gestern Abend ab und backe einen Kuchen für heute Nachmittag.

Update 11:00 Uhr

Der Vormittag ist doch recht schnell vergangen. *g* Der Kuchen für heute Nachmittag ist fertig (plus einem Extra-Kuchen zum Einfrieren) und die Küche ist wieder aufgeräumt und frei von dreckigem Geschirr. Außerdem habe ich eine schnelle Runde über meine Insel bei „Animal Crossing New Horizons“ gedreht, um nach meinem heutigen Rübenpreis zu fragen, und dann die Insel eines Mitglieds unseres „Rüben-Kartells“ besucht, um dort die wöchentliche Rübenladung zum besten Preis zu besorgen. 😉 Eine richtige Spielrunde werde ich vermutlich heute Nachmittag einlegen, wenn ich meinen täglichen Durchhänger habe und zu müde zu allem anderen bin. Ansonsten habe ich ein kleines bisschen Zeit mit meinem neuen Puzzle verbracht, das mir wirklich viel Spaß macht. Die Qualität ist super, das Motiv hat viele Details und die Teile haben total außergewöhnliche Formen, was mich zwischen Verzweifelung (wenn ich mal wieder nur anlegen, aber nichts verbinden kann, weil keine „Nasen“ an einem Teil sind) und Euphorie (wenn ich mal wieder sehr skurrile Teile miteinander kombinieren konnte) schwanken lässt. Jetzt drehe ich erst einmal eine kleine Blog- und Kommentarrunde und mache mir dann mein Frühstück.

Update 14:00 Uhr

Auf dem Weg zur Küche gab es einen winzigen Umweg über den Tisch, auf dem das Puzzle liegt, und nachdem auch noch mein Mann sich dazugesellt hat, haben wir riesige Fortschritte gemacht. Wenn ich überlege, dass ich gestern Abend gerade mal den Rand und einen Teil des großen Schriftzugs fertig hatte, dann ging das doch heute Vormittag überraschend schnell. Allerdings haben wir die leichten Teile jetzt auch erledigt und nun geht es bald an die sehr monoton gelblichen Schaufensterbereiche. *g* Mein Frühstück habe ich also gerade erst gegessen und dabei immerhin „Imaginary Numbers“ von Seanan McGuire wieder in die Hand genommen.

„Imaginary Numbers“ ist der aktuellste Teil der „InCryptid“-Serie und der erste Band, dessen Protagonistin Sarah ist. Nachdem ich im Januar erst einmal den Reread des sechsten Band der Reihe abgebrochen hatte, habe ich in den vergangenen Wochen die Romane rund um Antimony (also Band 6, 7 und 8) gelesen. Danach wollte ich eigentlich aufhören, weil Sarahs Geschichte in zwei Teilen erzählt wird, von denen der nächste erst im kommenden Jahr veröffentlicht wird, aber da ich so große Lust auf die Reihe hatte, wäre es ja blöd gewesen, wenn ich das Buch trotzdem ein Jahr auf dem SuB hätte liegenlassen. Sarah ist die erste nicht-menschliche Protagonistin (genauer gesagt ist sie eine Cuckoo – eine Art telepathische Wespe in menschlich-wirkender Gestalt 😉 ) und so bekommt man beim Lesen relativ viele „Beobachtungen“, die auf Sarahs Telepathie beruhen. Sie sieht also nicht, wie sich Gestik und Mimik ihres Gegenüber ändert, aber sie spürt die Emotionen der anderen Person anhand des Gedankenbilds. Sarah hat die vergangenen fünf Jahre Zuhause bei ihrer Familie verbracht, nachdem sie ihre Fähigkeiten (um das Leben ihre Cousine Verity, die Antimonys Schwester ist, zu retten) extremst überanstrengt hatte. Der Beginn von „Imaginary Numbers“ beschreibt Sarahs Abschied am Flughafen von ihrer Adoptivmutter, denn Sarah wird sich zum ersten Mal seit ihrem Zusammenbruch allein auf den Weg machen, um Kontakt mit ihrer Schwester Evie aufzunehmen, die vielleicht jemanden kennen könnte, der Sarah bei ihrer weiteren Heilung helfen könnte. Dummerweise gab es schon einen Zustammenstoß mit einer weiteren Cuckoo als Sarah in Portland landete und um zu verhindern, dass diese auf die Spur von Sarahs Familie kommt, muss sie einige Umwege auf sich nehmen, um Kontakt mit ihrer Schwester aufnehmen zu können.

Update 17:30 Uhr

Tststs, eigentlich hatte ich mir den „Update-Wecker“ schon für 17 Uhr gestellt, aber ich musste dann nur noch eben mit meinen Nachbarn reden. 😉 Nach dem letzten Update habe ich erst einmal bis ca. 16 Uhr gelesen. Sarah hat inzwischen ihre Cousinen (unter anderem Antimony) getroffen und hatte auf dem Weg nach Hause eine Autounfall, der eher nach einem Anschlag aussieht. Sie und ihr Cousin Artie sind beide verletzt, wenn auch anscheinend nicht zu schwer (was meiner Theorie nach mit Fähigkeiten zusammenhängt, die Sarah in den letzten Jahren neu entwickelt hat, ohne dass sie sich dessen bewusst ist). Außerdem könnte es sein, dass Sarah nach dem Unfall eine Cuckoo-Präsenz im umliegenden Wald gespürt hat, was recht seltsam wäre, da Cuckoos sehr territorial sind und normalerweise keine anderen Mitglieder ihrer Spezies in ihrem Gebiet dulden. Ich muss zugeben, dass ich die Cuckoo-Kurzgeschichten (die unter anderem auf der Homepage von Seanan McGuire zu finden sind) normalerweise nicht so gern mag, aber hier bin ich wirklich neugierig, was es mit Sarah und den feindlichen Cuckoos auf sich hat.

Trotzdem gabe ich, nachdem wir unseren Kuchen gegessen hatten, erst einmal zur Switch gegriffen und „Animal Crossing New Horizons“ angeworfen. Ungefähr eine Stunde habe ich gebraucht, um Bäume zu schütteln, Steine zu hauen, ein paar Insekten zu fangen, die wild wuchernden Blümchen auszurupfen, mit allen Nachbarn zu reden und meinen Mann auf seiner Insel zu besuchen, um von einer seiner Nachbarinnen eine Bastel-Anleitung zu bekommen. Außerdem habe ich Ali auf meinen Campingplat eingeladen, damit ich ihr einen Gefallen tun kann. Die Camper bringen nicht nur Bastel-Anleitungen, wenn sie etwas gemacht bekommen haben wollen, das man selbst noch nicht gelernt hat, sondern Ali soll auch Birte ersetzen, die morgen wegziehen wird (auch wenn sie das selber noch nicht weiß). 😉

Update 21:30 Uhr (letztes Update für heute)

Seit dem letzten Update ist hier nicht viel passiert. Ich habe eine Blog- und Kommentarrunde gedreht, die eine Weile dauerte, etwas Zeit auf Twitter verbracht und dann ging es auch schon ans Kochen. Das hat heute etwas länger gedauert als erwartet (anderer Reis als sonst) und mir genügend „zehn Minuten, bis ich das nächste Mal nach dem Essen (Zucchini-Rosmarin-Reis-Pfanne) schauen muss“-Pausen gegönnt, um gemeinsam mit meinem Mann noch eine Zeitlang zu Puzzeln. Jetzt haben wir eigentlich nur noch die Bereiche übrig, bei denen man mit Geduld und nach Formen schauend vorgehen muss. Ich denke, dass ich das morgen neben Arbeit und Haushalt erledigt bekomme. 😉 Nach diesem Update drehe ich nur noch eine Blog- und Kommentarrunde und fahre dann den Laptop runter und lese bis zum Schlafengehen.

Es war heute wieder sehr nett mit euch – schön, dass ihr beim Lese-Sonntag dabei gewesen seid! 🙂

***

Heutige Mitleserinnen:

Ariana
Natira
Lyne
Sayuri
JED

Amy Wilson: A Girl Called Owl

Nachdem mir „The Shadows of Winterspell“ von Amy Wilson so gut gefallen hatte, habe ich auch die anderen Bücher der Autorin auf meinen Merkzettel gesetzt. „A Girl Called Owl“ ist der Debütroman von Amy Wilson (und es gibt diese Geschichte auch noch mit dem Titel „The Lost Frost Girl“ als Hardcover-Ausgabe). Die Handlung dreht sich um die gerade mal dreizehnjährige Owl, die es seit Jahren unangenehm findet, dass ihre Mutter ihr einen Namen gegeben hat, der aus der Masse heraussticht. Doch natürlich bleibt es nicht bei einem ungewöhnlichen Namen (und dem dazu passenden Aussehen), sondern Owl muss zu Beginn des Romans feststellen, dass sie über ungewöhnliche Fähigkeiten verfügt. Immer wieder überziehen Eisblumen ihre Haut, und sie erzeugt um sich herum Frost, ohne darüber Kontrolle zu haben. Nicht einmal mit ihrer besten Freundin Mallory kann sie sich über all die seltsamen Dinge austauschen, die ihr passieren, denn diese muss mit ihren ganz eigenen persönlichen Problemen fertigwerden.

Einzig der neue Mitschüler (und ja, das ist ein sehr häufig verwendetes Klischee, aber es ist nett geschrieben!) Alberic scheint zu verstehen, wie es Owl gerade geht. Er ist es auch, der ihr als erster von den großen Elementaren erzählt, vom Hof der Fey und davon, dass (Halb-)Menschen dort nicht gerade gern gesehen sind. Dabei ist Alberic ebenfalls zur Hälfte menschlich und am Hof der Fey aufgewachsen, weshalb er genau weiß, welche Risiken Owl eingeht, als sie beschließt, ihren Vater zu suchen. Wie schon in „The Shadow of Winterspell“ ist auch in dieser Geschichte die Welt der übernatürlichen Wesen keine einfache oder gar ungefährliche, aber es gibt so viele wunderschöne und magische Momente, die die Autorin rund um die Elementare und die Naturgeister spinnt, dass man vollkommen davon verzaubert wird. Gemeinsam mit Owl lernt man mehr über die verschiedenen Aufgaben, die die Elementare haben, und über die Rivalitäten zwischen den verschiedenen Jahreszeiten. Und während man als Leser all diese vielen fantastischen Details einfach nur genießen kann, muss Owl darum kämpfen, mehr über sich und ihre Fähigkeiten lernen zu können und sich nicht in all den neuen Erfahrungen zu verlieren.

Doch nicht nur diese neue magische Welt bringt für Owl Herausforderungen mit sich, denn bei all den gravierenden Ereignissen in ihrem Leben ist es für sie nicht einfach, ein gutes Verhältnis zu ihrer Mutter oder ihren Freunden aufrechtzuerhalten. Ich mag diese Mischung aus Magie und Normalität, die Amy Wilson in ihre Geschichten einbaut, ebenso wie die kleinen Szenen, in denen die man mehr über Owl und ihre Mutter oder Owls Freundschaft zu Mallory erfährt. Dass der Frost in diesem Roman eine nicht gerade geringe Rolle spielt, kommt mir auch entgegen, und so habe ich mich beim Lesen all dieser atmosphärischen Herbst- und Winterszenen die ganze Zeit nach dem Anblick von Herbstlaub, dem Geruch von Holzfeuern und vor allem nach dem ersten Frost des Herbsts gesehnt, der den Winter ankündigt und die Luft so wunderbar frisch und ein kleines bisschen beißend sein lässt. Ich bin mir sicher, dass ich im Herbst wieder zu „A Girl Called Owl“ greifen und all diese schönen Szenen, sympathischen Charaktere und fantastischen Details erneut genießen werde. Und bis es soweit ist, habe ich mit „Snowglobe“ noch ein weiteres Buch der Autorin auf dem SuB, das bestimmt perfekt für den anstehenden Sommer geeignet sein wird. 😉