Alle Artikel von Konstanze

Neuzugänge Juli, August und September 2019

Nachdem ich einige Wochen lang zum Sommeranfang so gar kein Interesse an neuen Büchern hatte, kam dann im Juli wieder eine Phase, wo ich mir den einen oder anderen spontanen Neuzugang gegönnt habe. Dazu kamen dann noch ein paar Vorbestellungen (vor allem Reihenfortsetzungen) und so summierten sich die Bücher dann doch wieder etwas. 😉

1. Rhys Bowen: The Twelve Clues of Christmas (Her Royal Spyness 6)
Nachdem ich im Juni vor allem Cozies gelesen hatte, dachte ich, es sei ganz gut, wenn ich vorsichtshalber meinen Vorrat aufstocke. Allerdings ist mir als einziger Titel, den ich kaufen wollte, nur eine weitere Fortsetzung der Royal-Spyness-Reihe eingefallen, so dass ich dann gleich drei Romane davon auf Vorrat hatte. *g*

2. Sarah Kuhn: Heroine’s Journey (Heroine Complex 3)
Irgendwie hinke ich bei der Reihe ein Jahr hinterher, denn der vierte Band war schon erschienen, als der dritte Teil bei mir ankam. Aber für die Romane muss ich auch in der richtigen Stimmung sein, weshalb ich da nicht so auf dem Laufenden bin wie bei anderen Autorinnen.

3. Susannah Stapleton: The Adventures of Maud West, Lady Detective
Eine Biografie über eine Frau, die 1905 eine Detektei gründete und über 30 Jahre lang als Privatdetektivin aktiv war. Als mir der Titel bei Twitter vor die Nase gespült wurde, musste ich ihn unbedingt sofort bestellen. Eine der spontanen Anschaffungen in den letzten Monaten und ein Buch, das ich sofort nach Eintreffen aufgeschlagen und angelesen habe. 🙂

4. C.E. Murphy: Urban Shaman
Bislang habe ich von C.E. Murphy nur die ersten Absätze der Guildmaster-Saga gelesen (für den zweiten Band gab es einen Kickstarter, den ich unterstützt habe, so dass ich Teil 1 und 2 als eBooks auf dem Reader gehortet habe). Diese ersten Absätze hatten mir aber so gut gefallen, dass ich dachte, ich fange mal mit ihrem Urban-Fantasy-Debütroman an und schaue, wie mir der so gefällt. Natürlich hätte ich auch erst einmal die beiden eBooks lesen können, aber 1. habe ich das Gefühl, dass ich die Geschichten nicht mal eben in den Öffentlichen Verkehrsmitteln lesen mag (und das ist gerade der Hauptort, an dem ich eBooks lese) und 2. ist mir mehr nach Urban Fantasy … 😉

5. James Nicol: The Apprentice Witch
Eine sehr spontane Anschaffung, nachdem mir das Cover auf Twitter unterkam und mich der Klappentext an diverse Geschichten (Die lausige Hexe, Little Witch Academia, Kikis kleiner Lieferservice u.ä.) erinnerte, die ich sehr mag. Da ich beim Eintreffen des Buches große Lust auf genau diese Art von Geschichten hatte, habe ich es nicht nur sehr schnell gelesen (und rezensiert), sondern auch gleich im Anschluss die beiden Fortsetzungen bestellt. *g*

6. Mira Grant: Chimera (Parasitology 3)
Diesen Band hatte ich Anfang März zusammen mit Teil 1 und 2 der Reihe bei meinem Buchhändler bestellt, aber es hatte Lieferprobleme gegeben. Jetzt habe ich die Reihe endlich vollständig und könnte theoretisch mal anfangen zu lesen (wobei ich zugeben muss, dass Horror ja schon schlimm genug ist, aber Horror, der sich um genmanipulierte Parasiten dreht, trifft bei mir definitiv mehr als einen Nerv 😉 ).

7. James Nicol: The Apprentice Witch 2 – A Witch Alone
8. James Nicol: The Apprentice Witch 3 – A Witch Come True

– siehe „The Apprentice Witch“ 😉

9. Tanya Huff: The Complete Smoke Trilogy
Die drei Titel von Tanya Huff habe ich schon als eBooks und da sie mich auch beim zweiten Lesen immer noch sehr gut unterhalten hatten, habe ich beim neu erschienenen Sammelband zuschlagen müssen.

10. Celine Kiernan: The Wild Magic Trilogy 1 – Begone the Raggedy Witches
Den Titel hatte ich schon länger auf der Merkliste, und dann gab es ihn bei einem Modernen Antiquariat zu einem sehr günstigen Preis zu kaufen.

11. Robin Stevens: Top Marks for Murder (Murder Most Unladylike 8)
So langweilig es ist, aber Reihenfortsetzungen sind wirklich die Bücher, die von mir besonders häufig gekauft werden.

12. Sarah Prineas: Winterling (Summerlands 1)
13. Sarah Prineas: Summerkin (Summerlands 2)
14. Sarah Prineas: Moonkind (Summerlands 3)
Das war ein spontaner Kauf, nachdem ich die Reihe entdeckt hatte. Da ich bislang alles von der Autorin mochte, was ich gelesen habe, schien es mir recht risikofrei zu sein, wenn ich mir gleich alle drei Bände besorge. 😉

15. Seanan McGuire: Night and Silence (October Daye 12)
Jupp, noch eine Reihenfortsetzung. Aktuell hinke ich ein Jahr hinterher, weil ich mich weigere, die Hardcover-Ausgaben der Reihe zu kaufen. Dummerweise gibt es gerade sehr, sehr viele Informationen zu Band 13, die mich ungemein neugierig machen, aber ich sehe es auch nicht ein, so viel mehr Geld auszugeben – vor allem, da die Autorin so produktiv ist und ich am liebsten alle ihre Veröffentlichunge hätte. 😉

16. Kate Williams: The Babysitters Coven
Über dieses Buch bin ich bei Twitter gestolpert und normalerweise hätten mich weder Titel noch Cover angesprochen. Aber nachdem der Roman als Mischung aus „Adventures in Babysitting“ (einen Film, den ich seit Jahrzehnten wirklich liebe, obwohl er so albern ist) und „Buffy – The Vampire Slayer“ beschrieben wurde, musste ich mir erst mal den Klappentext genauer anschauen und dann direkt den Titel bei meinem Buchhändler bestellen.

17. Tracy Baptiste: The Jumbie God’s Revenge (Jumbies 3)
Fortsetzung der Jumbies-Reihe, weil mir der erste Band so unglaublich gut gefiel und ich sowohl den Auftaktband als auch das zweite Buch nur noch mit Glück als Mängelexemplar bekommen habe, weil ich die Titel nicht gleich nach Erscheinen gekauft hatte. Nun bestelle ich die Romane also lieber vor, sobald ich mitbekomme, dass ein nächster Band angekündigt wurde.

Oktober-SuB 2019

Obwohl ich im September einiges um die Ohren hatte und in der vergangenen Woche verreist war und somit relativ wenig Lesezeit zur Verfügung hatte, hatte ich das Gefühl, dass es zum Monatsende hin endlich wieder mit dem Lesen laufen würde. Zum Monatsanfang waren es weiterhin Kurzgeschichten oder dünne Kinderbücher, aber in der zweiten Monatshälfte kamen ein paar Krimis und andere Romane dazu, was mir das Gefühl gab, dass ich endlich wieder zum Lesen komme. 😉

Für den Oktober habe ich so einige Pläne und bislang noch relativ wenig Termine, die mich aus dem Haus führen (zumindest im Vergleich zum September *uff*). In den nächsten Tagen werde ich vermutlich so einige Zeit auf dem Sofa verbringen, um mich vom „Verreistsein“ zu erholen. 😉 Vor allem aber freue ich mich auf das Herbstlesen und die damit verbundenen gemütlichen Wochenenden!

 

  1. Tomi Adeyemi: Children of Blood and Bone
  2. Becky Albertalli: Leah on the Offbeat
  3. Kelly Barnhill: Iron Hearted Violet
  4. Tracy Baptiste: Rise of the Jumbies (Jumbies 2)
  5. Tracy Baptiste: The Jumbie God’s Revenge (Jumbies 3)
  6. T. J. Berry: Space Unicorn Blues
  7. Holly Black: The Coldest Girl in Coldtown
  8. Lawrence Block (Hrsg.): In Sunlight or in Shadow – Stories Inspired by the Paintings of Edward Hopper
  9. Rhys Bowen: Royal Blood (Royal Spyness 4)
  10. Rhys Bowen: Naughty in Niece (Royal Spyness 5)
  11. Rhys Bowen: The Twelve Clues of Christmas (Royal Speyness 6)
  12. Alan Bradley: Flavia de Luce 5 – Schlussakkord für einen Mord
  13. Alan Bradley: Flavia de Luce 6 – Tote Vögel singen nicht
  14. Marie Brennan: The Voyage of the Basilisk – A Memoir by Lady Trent
  15. Marie Brennan: In the Labyrinth of Drakes – A Memoir by Lady Trent
  16. Marie Brennan: Within the Sanctuary of Wings – A Memoir by Lady Trent
  17. Sarah Rees Brennan: Tell the Wind and Fire
  18. Sarah Rees Brennan: In Other Lands
  19. Jim Butcher: Brief Cases (Anthologie)
  20. Rachel Caine: Ink and Bone (The Great Library 1)
  21. Julie Campbell: The Mysterious Visitor (Trixie Belden 4)
  22. Beth Cato: Breath of Earth (Blood of Earth #1)
  23. David Chandler: A Thief in the Night (Ancient Blades 2)
  24. David Chandler: Honor Among Thieves (Ancient Blades 3)
  25. Louise Erdrich: The Birchbark House
  26. Laura Ann Gilman: Silver on the Road
  27. Jasmine Gower: Moonshine
  28. Mira Grant: Feedback (Newsflash #4)
  29. Mira Grant: Parasite (Parasitology 1)
  30. Mira Grant: Symbiont (Parasitology 2)
  31. Mira Grant: Chimera (Parasitology 3)
  32. Alex Grecian: The Black Country (Scotland Yard’s Murder Squat 2)
  33. Kate Griffin: The Midnight Mayor (Matthew Swift #2)
  34. Kate Griffin: The Neon Court (Matthew Swift #3)
  35. Kate Griffin: The Minority Council (Matthew Swift #4)
  36. Kate Griffin: Stray Souls (Magicals Anonymous #1)
  37. Kate Griffin: The Glass God (Magicals Anonymous #2)
  38. Christian Handel (Hrsg.): Hinter Dornenhecken und Zauberspiegeln (Anthologie)
  39. Rachel Hartman: Seraphina
  40. Jim C. Hines: Die Buchmagier – Angriff der Verschlinger
  41. Jim C. Hines: Terminal Alliance
  42. Mark Hodder: Auf der Suche nach dem Auge von Naga
  43. Tanya Huff: Wizard of the Grove
  44. Tanya Huff: Valor’s Choice (Confederation Novel 1)
  45. D. B. Jackson: Thieves‘ Quarry (Thieftaker #2)
  46. D. B. Jackson: A Plunder of Souls (Thieftaker #3)
  47. Diana Wynne Jones: The Dark Lord of Derkholm
  48. Diana Wynne Jones: Year of the Griffin
  49. Diana Wynne Jones: Cart and Cwidder (The Dalemark Quartet 1)
  50. Diana Wynne Jones: The Spellcoats (The Dalemark Quartet 3)
  51. Diana Wynne Jones: Drowned Ammet (The Dalemark Quartet 2)
  52. Diana Wynne Jones: Crown of Dalemark (The Dalemark Quartet 4)
  53. Diana Wynne Jones: Dogsbody
  54. Diana Wynne Jones: Power of Three
  55. Celine Kiernan: Geisterpfade
  56. Celine Kiernan: Königspfade
  57. Celine Kiernan: Begone the Raggedy Witches (The Wild Magic Trilogy 1)
  58. Mary Robinette Kowall: The Calculating Stars
  59. Sarah Kuhn: Heroine’s Journey (Heroine Complex 3)
  60. Scott Lynch: Die Lügen des Locke Lamora
  61. Kari Maaren: Weave a Circle Round
  62. Seanan McGuire: Tricks for Free (InCryptid 7)
  63. Seanan McGuire: This Ain’t Witchcraft (InCryptid 8)
  64. Seanan McGuire: The Brightest Fell (October Daye 11)
  65. Seanan McGuire: Night and Silence (October Daye 12)
  66. Seanan McGuire: Deadlands – Boneyard
  67. Kelly Meding: Stray Magic
  68. Kelly Meding: Stray Moon
  69. Kate Milford: The Boneshaker
  70. Bishop O’Connell: The Stolen
  71. Ellen Oh und Elsie Chapman (Hrsg.): A Thousand Beginnings and Endings (Anthologie)
  72. Nnedi Okorafor: Akata Warrior (Akata Witch 2)
  73. Dominik Parisien und Navah Wolfe (Hrsg.): The Starlit Wood – New Fairy Tales (Anthologie)
  74. Dominik Parisien und Navah Wolfe (Hrsg.): Robots vs. Fairies (Anthologie)
  75. Tamora Pierce: Tempests and Slaughter
  76. Cindy Pon: Sacrifice (Serpentine 2)
  77. Philip Reeve: Larklight
  78. Rebecca Roanhorse: Trail of Lightning (The Sixth World 1)
  79. John Scalzi: Fuzzy Nation
  80. Helen Simonson: Mrs. Alis unpassende Leidenschaft
  81. A.C.H. Smith: Jim Henson’s The Dark Crystal
  82. Robin Stevens: A Spoonful of Murder (A Murder Unladylike Mystery 6)
  83. Robin Stevens: Death in the Spotlight (Murder Most Unladylike 7)
  84. Robin Stevens: Top Marks for Murder (Murder Most Unladylike 8)
  85. Rosemary Sutcliff: Troja oder die Rückkehr des Odysseus
  86. Rosemary Sutcliff: König Artus und die Ritter der Tafelrunde
  87. Charles den Tex: Die Zelle
  88. Rob Thomas: Veronica Mars – The Thousand Dollar Tan Line
  89. Sarah Tolcser: Song of the Current
  90. Tiffany Trent: Unnaturalist
  91. Gail Tsukiyama: Die Straße der tausend Blüten
  92. Jaye Wells: Dirty Magic (Prospero’s War 1)
  93. Martha Wells: All Systems Red (Murderbot Diaries 1)
  94. Xinran: Gerettete Worte
  95. Rick Yancey: Der Monstrumologe und die Insel des Blutes

95 Titel auf dem SuB

(durchgestrichene Titel habe ich in diesem Monat gelesen)
(kursive Titel sind in diesem Monat neu hinzugekommen)

Kazuaki Takano: 13 Stufen

„13 Stufen“ von Kazuaki Takano war eine Leihgabe von Natira, und bevor ich mit dem Buch anfing, wusste ich so gar nichts über die Geschichte und den Autor. Die dreizehn Stufen im Titel beziehen sich darauf, dass man im Japanischen die dreizehn Stufen als Synonym für den Gang zum Galgen verwendet. Mit diesem Wissen im Hinterkopf verwundert es also nicht, dass sich die Geschichte in diesem Kriminalroman vor allem mit den verschiedenen Aspekten der Todesstrafe in Japan beschäftigt, auch wenn die Handlung sich vordergründig um die Ermittlung ein einem vor zehn Jahren geschehenen Mordfall dreht. Protagonisten in dem Roman sind der (ehemalige) Gefängnisaufseher Shōji Nangō und der auf Bewährung entlassene Jun’ichi Mikami. Gemeinsam versuchen die beiden Männer herauszufinden, wer vor zehn Jahren den Bewährungshelfer Kohei Utsugi und dessen Ehefrau Yasuko ermordet hat, um den für diese Tat verurteilten Ryō Kihara vor dem Tod durch den Strang zu bewahren.

Das brisante an dem Todesurteil für Ryō Kihara besteht darin, dass sich der junge Mann aufgrund eines am selben Abend wie die Tat passierten Motorradunfalls an absolut nichts erinnern kann. Ryō Kihara war zu dem Zeitpunkt des Mordes auf Bewährung und musste regelmäßig seinen Bewährungshelfer Kohei Utsugi besuchen, außerdem hatte er, als er nach seinem Unfall gefunden wurde, Blutspuren der Opfer an seiner Kleidung und einen Gegenstand des Ermordeten in seinem Besitz. Trotzdem gibt es anscheinend jemanden, der an der Schuld des Verurteilten zweifelt und deshalb einen Anwalt bezahlt, um erneute Nachforschungen anzustellen. Im Laufe mehrerer Wochen finden Shōji Nangō und Jun’ichi Mikami wirklich Hinweise, dass vielleicht eine weitere Person am Tatort gewesen sein könnte, doch die Zeit läuft den beiden Männern davon.

Ich fand es recht spannend, wie Kazuaki Takano parallel die (ziemlich hoffnungslos scheinenden) Ermittlungen in den alten Fall und den Weg beschreibt, den der Vollstreckungsbefehl des Todesurteils durch die verschiedenen Behörden nimmt. Dabei hat sich der Autor bei den Passagen rund um den Vollstreckungsbefehl nicht nur auf den rechtlichen Vorgang konzentriert, sondern auch die verschiedenen Gedanken und Motive der beteiligten Personen dargestellt.

Auch die Wahl seiner Charaktere – ein Gefängnisaufseher und ein wegen Totschlags verurteilter junger Mann – sorgen für eine Vertiefung des Themas. Denn während Nangō in seinem Berufsleben nicht nur als Zeuge, sondern auch als aktives Element bei der Vollstreckung der Todesstrafe beteiligt war, muss Jun’ichi damit leben, dass er jemanden getötet hat und dass diese Tat nicht nur sein Leben, sondern auch das vieler andere Personen deutlich beeinflusst hat. Diese unterschiedlichen Perspektiven und die verschiedenen Betroffenen, denen die beiden Männer im Laufe ihrer Ermittlungen begegnen, bieten Kazuaki Takano die Möglichkeit, viele Aspekte rund um die Todesstrafe und die Tötung eines Menschen zu beleuchten. Faszinierend fand ich zum Beispiel, wie wichtig im japanischen Rechtsystem es ist, dass ein Mensch eine Tat bereut. Teil der Bewährungsbedingungen ist es etwa, dass sich Jun’ichi den Hinterbliebenden seines Opfers stellt und sie um Verzeihung bittet, während Ryō Kihara vermutlich zu einer lebenslänglichen Haftstrafe verurteilt worden wäre, wenn er sich an die Tat hätte erinnern und sie so hätte bereuen können. Die Tatsache, dass er keinerlei Erinnerungen an den Mord hat, ist eigentlich der Hauptgrund dafür, dass die Todesstrafe verhängt wurde.

All diese Details rund ums japanische Rechtssystem fand ich wirklich faszinierend, ebenso wie die Passagen, in denen sich Nangō und Jun’ichi über verschiedene Dinge ausgetauscht haben, die nicht nur dem jeweils anderen eine neue Perspektive auf etwas scheinbar Vertrautes gewährt haben, sondern dem Leser auch einen Einblick in die japanische Gesellschaft gewähren. Jemand, der sich für all dies nicht interessiert, dürfte „13 Stufen“ relativ langatmig finden, obwohl die Handlung nicht langweilig ist und gerade am Ende einige Wendungen nimmt, die viel Bewegung in die Geschichte bringen. Zwar gibt es einige vorhersehbare Aspekte in diesem Krimi, wie die Hintergründe zu dem Vorfall von vor zehn Jahren, der Jun’ichis Leben geprägt hat, oder zu der Frage, wer der geheimnisvolle Auftraggeber ist, der in letzter Minute noch die Unschuld von Ryō Kihara beweisen will, aber alles in allem fand ich diese Mischung aus Informationen und verzwickter Handlung wirklich spannend zu lesen. Oh, und nachdem ich gesehen habe, dass „13 Stufen“ der Debütroman von Kazuaki Tanako war, habe ich geschaut, ob er noch ähnliche Krimis hat, aber das scheint leider sein einziger Roman in diese Richtung gewesen zu sein.

Joshua Palmatier/Patricia Bray (Hrsg.): Temporally Out of Order (Anthologie)

In der von Joshua Palmatier und Patricia Bray herausgegebenen Anthologie drehen sich alle Geschichten um das Thema „Temporally Out of Order“. Die Idee kam Joshua Palmatier, nachdem er an einem Flughafen eine Telefonzelle mit diesem schönen Tippfehler beschriftet gesehen hatte und sich überlegte, was wäre, wenn dieses Telefon wirklich „temporally“ und nicht „temporary“ out of order wäre.

Seanan McGuire: Reading Lists
Seanan McGuires Geschichte „Reading Lists“ dreht sich um die (anfangs) siebenundvierzigjährige Megan Halprin, die zum ersten Mal in ihrem Leben im Besitz eines Bibliotheksausweises ist. Auf der Suche nach einem Buch kommt sie in einen Raum, an dessen Tür ein Schild mit „Temporally Out of Order“ steht. Die dort arbeitende Bibliothekarin stellt sich bei jedem von Megans Besuchen als überaus hilfreich heraus, obwohl Megan jedes Mal ein Buch ausleihen will, das schon vor Jahren auf ihren Ausweis verbucht wurde und lange überfällig ist. Ich mochte es sehr, wie man im Laufe dieser Kurzgeschichte erfährt, wie sehr die verschiedenen Bibliotheksbücher Megans Leben verändern und in welche (zeitliche) Richtung diese Veränderungen verlaufen. 😉

Elektra Hammond: Salamander Bites
Die Geschichte von Elektra Hammond führt den Leser in die Küche eines kleinen Restaurants, das erst vor einem Jahr eröffnet wurde. Die Geschichte beginnt an einem Abend, als Steve, der Chef des „With Wine“, sich Gedanken darüber macht, dass er wohl nie genug Geld mit dem Restaurant machen wird, um weitere Köche anzustellen. Er ist so sehr in seine Gedanken vertieft, dass er beim Kochen gravierende Fehler macht – trotzdem kommen perfekte Gerichte aus seinem „Salamander“ (ein Ofen mit starker Oberhitze). So hervorragende Speisen, dass Steve den Vergleich mit seinem berühmten ehemaligen Chef nicht zu scheuen braucht, auch wenn er keine Ahnung hat, wieso sein Essen auf einmal so gelobt wird. „Salamander Bites“ ist eine bitterböse Geschichte, die mir beim Lesen gut gefiel. Allerdings muss ich zugeben, dass sie keinen besonders langanhaltenden Eindruck bei mir hinterlassen hat.

David B. Coe: Black and White
Protagonistin von „Black and White“ ist Jessie, die nach dem Tod ihres Großvaters sein Büro aufräumt. Dabei fällt ihr auf, dass in seinem Foto-Archiv einige Bilder fehlen. Beim Versuch, diese Fotos mit Hilfe der alten Kamera ihres Großvaters zu rekonstruieren, stolpert Jessie über ein unschönes Stück Familiengeschichte. Ich habe den Anfang von „Black and White“ geliebt, weil Jessies Erinnerungen an ihren Großvater und an die Zeit, als er ihr beibrachte, wie man fotografiert, so wunderbar beschrieben wurden. Und gerade weil dieser Anfang so schön ist, trifft es einen umso mehr, als man gemeinsam mit Jessie eine Seite an ihren Großeltern entdeckt, die die junge Frau lieber nicht enthüllt hätte. So bleibt am Ende der Geschichte die Frage im Raum stehen, wie man damit umgehen soll, dass die eigene Familie nicht immer auf der richtigen Seite gestanden hat und dass man sie trotzdem liebt. Das war gut geschrieben und ich mochte, dass der Autor eine Kamera als „temporally out of order“-Element genutzt hat.

Chuck Rothman: Dinosaur Stew
Diese Geschichte beginnt mit einer Mutter, die zu ihrer großen Überraschung von ihren Söhnen für ihr Essen gelobt wird und wenig später einen Dinosaurier-Zahn darin findet. Doch natürlich bleibt es nicht bei einem Zahn, und die weiteren Handlungsentwicklungen bringen die eine oder andere Überraschung mit sich. Mir hat die Geschichte großen Spaß gemacht, gerade weil ich mir nach dem Anfang mit dem Essen nicht so viel davon erwarte hatte. Am Ende hatte ich mich aber wunderbar amüsiert – nicht nur über die Slapstick-Szene, die zwei unbeholfene Männer und ein Kind in Dinosaurier-Verkleidung beinhaltete, sondern auch über den Sinneswandel der Protagonistin.

Faith Hunter: Not All Is As It Seems
Ich weiß, dass ich von Faith Hunter schon mehrere Geschichten gelesen habe, aber ich kann mir immer nicht merken, zu welchem „Universum“ die gelesenen Kurzgeschichten gehören. Diese hier ist „A Story from the World of Jane Yellowrock“, die Erzählerin Molly ist Jane Yellowrocks beste Freundin, und sie muss zu Beginn der Handlung herausfinden, was sie mit den beiden Vampiren anstellt, die vor ihrer Türschwelle stehen. Am Ende führen die beiden unerwarteten Besucher zu einer Geschichte voller berührender Momente, Überraschungen, einer ungewöhnlichen Teekanne und einem Wiedersehen zwischen sehr alten Freunden. Mir gefiel es sehr, dass dieses Mal die Autorin bei dem „Zeitreise“-Element einen ganz anderen Ansatz hatte als idie vorangegangenen Kurzgeschichten, und ich habe gerade große Lust, mehr über Molly (bzw. ihre Freundin Jane) zu lesen.

Edmund R. Schubert: Batting Out of Order
Ich muss ganz ehrlich zugeben, dass ich nicht weiß, was ich von der Geschichte halten soll. Protagonist ist der fünfzehnjährige Jerome, der in einer Zukunft lebt, in der Baseballkarten Hologramme erzeugen. Eines dieser Hologramme zeigt Jerome eine Zukunft, in der er nach seiner ersten Saison als Profispieler so schwer verletzt wird, dass seine Karriere endet. Theoretisch könnte sich der Junge nun dafür entscheiden, nie wieder Baseball zu spielen, doch aufgrund seiner familiären Umstände zieht er trotzdem eine Karriere als Profi in Betracht. Obwohl mich das Ende der Geschichte berührte, macht es mich doch wütend, dass ein Leben mit Behinderung sowohl von dem Protagonisten als auch von seiner Familie als wertlos empfunden wird. Außerdem hat es mich sehr aufgebracht, dass Jeromes Selbstaufopferung so heroisiert wird, obwohl es so viele andere Wege gäbe, um seiner Familie zu helfen. Doch natürlich wird keiner dieser Wege in dieser Geschichte in Betracht gezogen, es gibt nicht mal eine Andeutung, dass Jerome überhaupt mehr als einen Weg haben könnte, obwohl die Ausgangssituation der Handlung in meinen Augen nicht mal ein Problem ist. Je länger ich darüber nachdenke, desto frustrierter bin ich mit „Batting Out of Order“.

Steve Ruskin: Grand Tour
Eine wirklich hübsche Geschichte über einen Maler, dessen verstorbene Frau ihn darum gebeten hatte, dass er nach ihrem Tod 1. ein Medium aufsucht und 2. die gemeinsam geplante Grand Tour nach Italien unternehmen würde. Auch wenn man das Verhältnis der beiden zueinander nur in seinen Erinnungen mitbekam, so fand ich es schön, von ihrer Zuneigung zu lesen. Ebenso schön fand ich die „Unterstützung“, die die Verstorbene ihrem Mann mit auf den Weg gegeben hat und in welcher Form sie sich manifestierte. Außerdem musste ich sehr über „Foxx’s Techniques of Michelangelo“ schmunzeln – das wäre ein Bildband, den ich auch gern einmal studieren würde.

Sofie Bird: „A“ is for Alacrity, Astronauts, and Grief
Eine Geschichte über eine Schwester im Koma, einen liebevollen Vater, eine toxische Mutter und einen Neffen, den die Protagonistin beschützen will. Ich mochte die Idee mit der Schreibmaschine, die kryptische Nachrichten zu schreiben scheint, wenn man auf ihr tippt, und die kleinen Andeutungen über die Zukunft der Familie. Auf der anderen Seite denke ich nicht, dass mir diese Geschichte lange in Erinnerung bleiben wird, obwohl sie bei mir den einen oder anderen Nerv getroffen hat.

Laura Resnick: The Spiel of the Glocken
Der Protagonist erlebt einen aufregenden Morgen, inklusive Büffelherde, Mammut, dem Aufmarsch einer Armee und der Annäherung an eine Barista, die er schon seit Wochen näher kennenlernen will. Eigentlich eine nette Geschichte, aber für mich waren die darin eingestreuten deutschen Brocken etwas irritierend, weil das für mich keine Atmosphäre schafft, sondern eher das Gefühl gibt, dass da jemande seine Vokabeln noch einmal hätte nachschlagen müssen. Ebenso verwirrte mich ein vom Münchner Marienplatz inspiriertes Glockenspiel, das den Rattenfänger von Hameln zeigt, ein Gänseliesel-Brunnen und das jährliche Oktoberfest – ich bin vermutlich einfach zu norddeutsch, um damit leben zu können, dass all das in einen Topf geworfen wird. 😉

Amy Griswold: The Passing Bell
Die Geschichte mochte ich wirklich gern! Dieses Mal sind es Kirchenglocken, die den Tod eines Menschen melden, bevor dieser wirklich gestorben ist – was natürlich dazu führt, dass die Bewohner des Ortes ihre eigenen Mittel finden, um dafür zu sorgen, dass diese Todesankündigung auch die passende Person trifft. In diesem Fall ist die „passende Person“ ein durchreisender Seefahrer, der am Ende eine angemessene Lösung für die verfluchten Glocken findet. Ich mochte die Erzählstimme, die Grundidee und das Ende – für mich eine rundum stimmige Geschichte, bei der ich trotz der unheimlichen Elemente mehr als einmal beim Lesen geschmunzelt habe.

Laura Anne Gilman: Destination Ahead
In Laura Ann Gilmans Geschichte „Destination Ahead“ ist das Gerät, das „temporally out of order“ ist, das GPS von Shan und Jack. So finden sich die beiden gemeinsam mit ihrer achtjährigen Tochter am Ende ihrer Fahrt zwar beim Haus der Schwiegermutter, auch wenn sie nicht am vereinbarten Tag dort ankommen. Ich mochte die Geschichte, obwohl ich die Reaktion der Hausherrin auf ihre Besucher aus der Zukunft nicht ganz stimmig fand, aber ein paartherapierendes GPS ist eine wirklich nette Idee für so eine Anthologie.

Susan Jett: Where There’s Smoke
Ich muss gestehen, dass ich bei dieser Anthologie zum ersten Mal ernsthaft überlege, was die Herausgeber dazu bewogen hat, die Geschichten in genau dieser Anordnung zu veröffentlichen. In dieser Geschichte ist es ein paartherapierender Rauchmelder, dessen Zeitgefühl nicht ganz korrekt zu sein scheint und der damit das Leben (und die Beziehung) von Jack und Neil rettet. Nett und unterhaltsam, aber mir vom Grundthema her etwas zu nah an der vorhergehenden Geschichte, um sie wirklich genießen zu können.

Gini Koch: Alien Time Warp
Diese Geschichte spielt in der Welt der „Alien/Katherine (Kitty) Katt“-Serie der Autorin, was dazu geführt hat, dass ich zu Beginn – weil ich die Romane nicht kenne – Probleme hatte, die Erzählstimme und die Ereignisse zuzuordnen. Je weiter die Handlung voranschreitet, desto selbstständiger fühlte sich das Ganze an, aber trotzdem habe ich das Gefühl, dass man diese Geschichte nur dann so richtig schätzen kann, wenn man mit den dementsprechenden Hintergründe der Serie vertraut ist. Ich finde es ja immer faszinierend, dass manche Autoren es hervorragend hinbekommen, dass mich ihre Kurzgeschichten neugierig auf die Serien machen, in deren Welten sie spielen, und andere scheitern nicht nur daran, meine Neugier zu wecken, sondern scheinen ihre Kurzgeschichten auch nicht so schreiben zu können, dass sie ohne HIntergrundwissen funktionieren …

Chris Barili: Cell Service
In dieser Geschichte ist der Autor auf die ungewöhnliche Idee gekommen, gleich fünf veraltete Handys als „paartherapierende“ Geräte zu nehmen. Ich bin wirklich verwundert, wie viele Autoren in dieser Anthologie dieses Thema aufgreifen (und dass den Herausgebern gleich drei Geschichten mit diesem Aspekt nicht zu viel waren). Immerhin ist es sehr nett zu lesen, wie der Protagonist anhand der alten Geräte die wichtigsten Momente seiner zehnjährigen Ehe noch einmal erlebt und lernt, was er in der Vergangenheit hätte anders machen müssen, um seine Beziehung zu erhalten.

Stephen Leigh: Temporally Full
„Temporally Full“ wird aus der Sicht von Tom erzählt, der zum ersten Mal seit zwei Jahrzehnten wieder in Cinncinati ist, um nach dem Tod seines Vaters dessen Haushalt aufzulösen. Tom hatte sich vor zwanzig Jahren von seinem Vater entfremdet und trotz all der bitteren Erinnerungen an seine Jugend bereut er es nun, dass er in all der Zeit nicht versucht hat, die Unstimmigkeiten mit seinem Vater zu klären. Ich mochte, dass dieses Mal ein Parkhaus „temporally out of order“ war, gerade angesichts der Tatsache, dass eine Corvette der letzte Anlass war, der das eh schon fragile Verhältnis zwischen Tom und seinem Vater zerstörte. Die Geschichte war überraschend berührend und ich habe sie wirklich gemocht.

Juliet E. McKenna: Notes and Queries
Eine nette und kurze Geschichte über eine musizierende Studentin, ungewöhnliche Banknoten und einen Bankautomaten, der aus der Zeit gefallen zu sein scheint. Mehr als nett kann ich dazu eigentlich nicht sagen, aber ich habe die Geschichte gern gelesen und am Ende gehofft, dass sich alles so entwickelt, wie die Protagonistin Ellie es sich erträumt.

Jeremy Sim: Temporally Out of Odor – A Fragrant Fable
„Temporally Out of Odor“ ist eine wirklich ungewöhnliche Geschichte, die aus zwei Perspektiven erzählt wird. Auf der einen Seite erlebt man aus der Sicht von Philip die Probleme mit einem Kunden, der nach einem Autounfall eine Nasenprothese benötigt, auf der anderen Seite lernt man Walter kennen, der nach einem Unfall ohne seine verstorbene Frau Ana weiterleben muss. Beide Charaktere habe ich nicht auf Anhieb als liebenswert empfunden, aber ich mochte sie am Ende sehr – ebenso wie die Idee, dass dieses Mal eine Nase(nprothese) das Objekt ist, das in einer anderen Zeitebene zu sein scheint. Das war nicht nur schön zu lesen, sondern auch eine angenehm überraschende Handlung zum Abschluss der Anthologie.

Spontanes Häkelprojekt

Im Sommer hatte ich mir eine Glasfalsche gekauft, weil ich viel unterwegs war und ständig Durst hatte. Dummerweise habe ich es dann nie hinbekommen, diese Flasche auch wirklich mitzunehmen, so dass ich entweder total ausgetrocknet zu Hause ankam oder auf dem Heimweg in einem Café landete (was jetzt nun nicht das Schlimmste ist 😉 ).

Als ich nun am Wochenende über mein Gepäck für meine morgige Reise nachdachte, fiel mir auf, dass einer der Gründe, wieso ich meine Flasche nie mitgenommen habe, ist, dass ich mich unwohl mit einer ungeschützten Glasflasche fühle. Zwar ist das Glas sehr dickwandig und die Flasche wirkt sehr robust, aber das ändert nichts daran, dass mein Gefühl mir sagt, dass Glas nun einmal zerbrechlich ist.

Also habe ich spontan am Samstagabend etwas Baumwolle aus der Restekiste gekramt und zur Häkelnadel gegriffen. Das Ergebnis finde ich überraschend hübsch, wenn man bedenkt, dass ich ohne Plan einfach drauflosgehäkelt habe. Die Flasche steht auch mit der Hülle immer noch stabil auf einem Tisch, die Hülle ist eng genug, dass sie auch ohne das Seidenband halten würde, aber das Band gibt ein bisschen mehr Sicherheit, und ich mag es als kleines, verspieltes Element an der ansonsten recht schlichten Hülle.

Sarah Prineas: Winterling (Summerlands 1)

Obwohl ich die Bücher, die ich bislang von Sarah Prineas gelesen habe, immer sehr mochte, fehlte mir ein bisschen der Überblick über ihre Veröffentlichungen. Das führt dazu, dass ich immer mal wieder über Titel stolpere, von denen ich vorher noch nie gehört hatte. Die Summerlands-Trilogie gehört zu diesen Titeln, und als ich sie vor Kurzem entdeckte, habe ich spontan alle drei Bände gekauft. „Winterling“ ist der erste Band der Trilogie und führt den Leser gemeinsam mit der Protagonistin (Jenni)Fer in das Summerland, das von der Mór regiert wird. Bislang hat Fer gemeinsam mit ihrer Großmutter (Grand-Jane) gelebt, ohne allzu viel über ihre Eltern zu wissen. Erst nachdem sie einen magischen Weg öffnet, als sie in der Nähe ihres Hauses einen Teich berührt, erfährt sie mehr über ihre Herkunft.

Während ihr Vater ein ganz normaler Mensch war, kam ihre Mutter durch den magischen Weg in die Welt der Menschen. Ihre Großmutter redet nicht gern über Fers Eltern, weil diese schon vor langer Zeit in der anderen Welt verschwunden sind, ohne jemals wiederzukommen. Grand-Jane ist sich sicher, dass Fers Eltern gestorben sind, was mit ein Grund dafür ist, dass sie allen Wesen dieser fremden Welt misstraut. So ist sie auch nicht begeistert darüber, dass Fer an dem Teich einen verletzten Puck aufsammelt und ihn versorgen will. Fer hingegen sieht in dem Puck Rook einen neuen Freund, der ihr vielleicht mehr über ihre Eltern und das Summerland erzählen kann. Was Fer anfangs nicht weiß, ist, dass Rook der Mór einen dreifachen Eid geschworen hat und deshalb jedem ihrer Befehle gehorchen muss – und dass die Mór ihre ganz eigenen Pläne mit einem naiven Mädchen wie Fer hat.

Ich mochte die Welt, die Sarah Prineas für „Winterling“ geschafft hat. Die Bewohner dieser fantastischen Welt erinnern nur teilweise an Menschen, und jeder von ihnen hat einen tierischen oder pflanzlichen Ursprung. Dabei hat sich die Autorin eng an diverse (keltische) Mythen gehalten und mit vielen vertrauten Elementen gespielt. Die Zahl Drei spielt eine wichtige Rolle in dieser magischen Welt, ein dreifacher Eid darf niemals gebrochen werden, eine dreimal gestellt Frage muss beantwortet werden und ein gerettetes Leben führt dazu, dass der Gerettete seinem Retter ein Leben schuldet. Auf der anderen Seite müssen alle Fragen auf die richtige Art und Weise gestellt werden, damit man auch die Antwort bekommt, die man sich davon erhofft hat, und Befehle, die nicht gut formuliert wurden, lassen Schlupflöcher, die ausgenutzt werden können. Für Fer ist das alles nicht nur befremdlich, sondern stellenweise auch gefährlich, und doch weigert sie sich immer wieder, sich den Regeln dieser Welt zu beugen. Sie ist freundlich und hilfsbereit, und obwohl Fer sich Anleitung und Hilfe von der Mór verspricht, lässt sie sich von diesem skrupellosen Wesen nicht so einfach einlullen.

So gefährlich und ursprünglich die Welt ist, die Fer in „Winterling“ erkundet, so ist die Geschichte doch für Leser ab acht Jahren geschrieben, was bedeutet, dass ich beim Lesen nie das Gefühl hatte, dass die Protagonistin und ihre Freunde wirklich in Gefahr schwebten. Auch wird die Handlung sehr gradlinie erzählt und man bekommt schon früh angezeigt, welchen Weg Fer gehen muss, um die Mór zu besiegen und so den Winter aus dem Summerland zu vertreiben. Trotzdem habe ich das Lesen von „Winterling“ sehr genossen, ich mochte nicht nur die Protagonistin, sondern auch die vielen anderen Charaktere, die in der Geschichte vorkommen. Sogar die Wolfswächter, die als dumm und gefährlich dargestellt werden, haben fast so etwas wie eine liebenwerte Seite, wenn man sie besser kennenlernt. So wachsen einem beim Lesen beinah sogar die Bösewichte ans Herz, wenn man von der Mór absieht, die sämtliche „menschlichen“ Regungen für ihre Macht aufgegeben hat.

Ich muss zugeben, dass „Winterling“ sich nicht groß von vergleichbaren Veröffentlichungen unterscheidet, weil Sarah Prineas einfach sehr, sehr viele vertraute Elemente zu einer – sich ebenfalls vertraut anfühlenden – Geschichte zusammengesponnen hat. Aber ich habe es trotzdem genossen, gemeinsam mit Fer diese magische Welt, ihre Regeln und ihre Bewohner kennenzulernen, und fand es nett, dass der Roman mir solch entspannte Lesestunden beschert hat. Auch wenn mich andere Bücher der Autorin mehr bewegt haben, so freue ich mich doch darauf, die beiden weiteren Bände der Summerlands-Trilogie zu lesen und herauszufinden, welche weiteren Abenteuer Fer erlebt und wie es ihren Freunden weiter ergehen wird.

P.S.: Und nachdem ich am vergangenen Lese-Sonntag auch noch „Summerkin“ und „Moonkind“ beendet habe, kann ich noch ergänzen, dass die Trilogie in meinen Augen mit jedem Band besser wird und dass ich am Ende sehr froh bin, dass ich mir gleich alle drei Teile auf einmal gekauft habe, weil ich so die ganze Geschichte am Stück genießen konnte.

Deborah-Crombie-Lesetag (4) – Kein Grund zur Trauer

Nach „Und ruhe in Frieden“ , das ich gemeinsam mit Sayuri Ende Juli gelesen habe, geht es heute weiter mit „Kein Grund zur Trauer“ von Deborah Crombie. An den vierten Band der Kincaid-und-James-Krimis habe ich noch erstaunlich viele Erinnerungen, obwohl auch hier das letzte Lesen mehr als zehn Jahre her ist. Ich bin mir sogar ziemlich sicher, dass ich noch weiß, wer der Mörder ist, obwohl ich natürlich nicht mehr alle Personen auf die Reihe bekomme, die in dem Buch vorkommen. Da Sayuri und ich auch dieses Mal keine Hemmungen haben werden zu spoilern, gibt es hier wieder die Warnung, dass dieser Beitrag nur für diejenigen geeignet ist, die diesen Roman schon kennen oder eh nicht lesen wollen. 😉

Update 11:15 Uhr

So ganz bin ich eben nicht ins Lesen gekommen, aber inzwischen bin ich dann doch in der Handlung drin. In diesem Roman dreht sich die Geschichte um die Ermordung von Commander Alastair Gilbert, einem hochrangigen Polizisten, der von seiner Frau Claire und seiner Stieftochter Lucy abends ermordet in der Küche gefunden wird, als die beiden von einem Einkaufstripp zurückkehrten. Ich mag es sehr, wie Deborah Crombie schon beim ersten Gespräch mit der Familie andeutet, dass der Ermordete kein freundlicher Mensch war. All die kleinen Bemerkungen, die dafür sorgen, dass man nebenbei mitbekommt, dass Gilbert mit seiner Frau nicht über seine Arbeit geredet hat, dass er Lucy nicht erlaubt hat ihren Hund mit ins Haus zu nehmen, obwohl dieser ihr offentlichtlich viel bedeutet, und die doch erst einmal keine so große Bedeutung zu haben scheinen, obwohl hier der Schlüssel zur Tat liegt.

Was das Verhältnis zwischen Gemma und Kincaid angeht, so bin ich hin und her gerissen. Auf der einen Seite war ich am Ende des dritten Bandes irritiert, weil die beide schon so früh im Bett miteinander gelandet sind (und ich beider Motivation nicht so recht verstehen konnte, weil er die ganze Zeit mit anderen Frauen flirtete, während sie von ihm nur genervt war), auf der anderen Seite finde ich es gut, dass beide erst einmal in der Lage sind ihre persönlichen Probleme zur ignorieren, um weiterhin professionell miteinander zu arbeiten.

Update 13:00 Uhr

Nach dem letzten Update habe ich erst einmal eine kurze Pause gemacht, um mir mein Frühstück fertig zu machen, bevor ich weiterlas. Ich freue mich gerade vor allem über das Wiedersehen mit Figuren, an die ich mich nicht spontan erinnert habe. Madeleine, die den Dorfladen betreibt, Gemmas ehemalige Kollegin Jackie, die – wenn ich mich recht erinnere – ihre Nase in gefährliche Angelegenheiten stecken wird, und ich hatte ganz vergessen, dass Gemma inzwischen im Garten von Hazel Cavendish wohnt, eine Frau, die Gemma und Duncan noch viele Jahre begleiten wird. Oh, und ich glaube, die immer wieder erwähnten Diebstähle haben mit einer Quest zu tun und nicht mit dem Mord – schon seltsam, was für Erinnerungen beim Lesen wieder auftauchen. Ich finde es auf jeden Fall spannend, dass „Kein Grund zur Trauer“ der Roman von Deborah Crombie ist, der mir bislang am lebhaftesten in Erinnerung geblieben ist.

Am Freitagvormittag geht es hier weiter mit dem Deborah-Crombie-Lesetag – ich bin gespannt, wie viel ich mich bis dahin in Gedanken mit all den kleinen Erinnungsfetzen beschäftige, die gerade wieder auftauchen. 😉

 

Update Freitag 10:20 Uhr

Die vergangene Nacht war nicht gerade erholsam, aber inzwischen habe ich die dringensten Haushaltssachen erledigt und kann mich nun mit dem Buch auf dem Sofa einrollen. Ich muss zugeben, dass ich seit Mittwoch so gut wie gar nicht an die Handlung von „Kein Grund zur Trauer“ gedacht habe. Auf der einen Seite bin ich mir immer noch sicher, dass ich mich richtig an den Täter erinnere, und auf der anderen Seite habe ich bis gestern Abend parallel einen spannenden japanischen Krimi gelesen, der mich doch etwas mehr beschäftigt hat. 😉 Jetzt geht es aber wieder weiter mit „Kein Grund zur Trauer“. Ich bin auf Seite 148 und so wie es aussieht werden Gemma und Duncan die nächsten Stunden miteinander verbringen, nachdem sie bislang vor allem getrennt ermittelt haben …

Update 11:30 Uhr

Wie immer in der ersten Stunden eines „Lesetages“ brauchte ich etwas, um wieder in meinem Buch anzukommen, aber inzwischen habe ich doch einige Seiten gelesen. Mit meiner Vermutung bezüglich der Diebstähle und der Quest lag ich nur zum Teil richtig, an Geoffs Problem hingegen kommt ich mich gar nicht mehr erinnern. Ich mochte die Szene sehr, in der sich die „einflussreichen Frauen“ des Dorfes zusammengetan haben, um eine Verhaftung zu verhindern, auch wenn ich Duncans Ärger über die Aktion (und die damit erfolgte Unterlaufung des Rechtssystems) gut verstehen kann. Jetzt mache ich erst einmal eine kleine Pause, um mir Frühstück zu machen (und mich davor zu drücken die nächsten Seiten zu lesen, weil ich um Gemmas Freundin Jackie fürchte, die ich in den wenigen Szenen, die es bislang mit ihr gab, wirklich mochte).

Update 13:40 Uhr

Statt mir direkt nach dem letzten Update Frühstück machen zu können, habe ich mich erst einmal um das klingelnde Telefon kümmern müssen und eine Dreiviertelstunde mit meinem Vater telefoniert. Zum Frühstück ging es dann aber weiter mit den letzten Seiten von „Kein Grund zur Trauer“ und mit jedem Gespräch über den ermordeten Alastair Gilbert wird deutlich, was für ein unangenehmer Mensch er war und wie viele Personen einen Grund gehabt hätten, ihm den Tod zu wünschen. Leider hat mich meine Erinnerung bezüglich des Mörders nicht getrügt – es kommt bei Deborah-Crombie-Krimis regelmäßig vor, dass ich die Motivation des Täters nachvollziehen kann und mir am Ende wünsche, dass die Person in Zukunft nicht allzu sehr unter ihrer Tat zu leiden hat (und vor Gericht glimpflich davonkommt). Ein Beweis dafür, dass diese Autorin es immer wieder hinbekommt, dass einem selbst Figuren ans Herz wachsen, die nur kleine Szenen bekommen. Was mich daran erinnert, dass ich in die „Nebenfiguren, die wunderbar liebevoll dargestellt werden, obwohl sie nur kurz vorkommen“-Sammlung noch die Pfarrerin und die Ärztin aufnehmen wollte.

Was die Beziehung von Gemma und Duncan angeht, so musste ich über mich schmunzeln, als ich mich bei einem Gespräch über Duncan ärgerte. Er erzählt in diesem Gespräch Madeleine, dass seine Ehe daran kaputt ging, dass für ihn seine Arbeit höhere Priorität hatte als seine Frau, kommt aber nicht darauf, dass sich das ganze Problem mit Gemma darum dreht, dass sie ihre Arbeit wichtiger findet als eine potenzielle Beziehung zu ihm. Dabei müsste er doch Verständnis für diese Haltung haben, selbst wenn ihm nicht bewusst sein sollte, dass so ein Verhältnis für sie als Frau bei Scotland Yard (und dann auch noch als seine Untergebene) wirklich riskant ist. Sie riskiert damit nicht nur ihren Ruf, sondern auch ihre Karriere, und dabei ist sie als alleinerziehende Mutter nicht nur für sich selber, sondern auch für die (finanzielle) Zukunft ihres Sohns verantwortlich. Ganz ehrlich, Duncan macht es sich in der Regel viel zu leicht – erstaunlicherweise ist er trotzdem kein unsympathischer Charakter, was unter anderem daran liegt, dass ihm seine Schwächen und Fehler (wenn auch manchmal erst im Nachhinein) bewusst sind und er daran arbeitet.

Alles in allem habe ich es wieder sehr genossen einen Deborah-Crombie-Krimi nach all den Jahren wiederzuentdecken und freue mich jetzt schon auf den nächsten Band „Das verlorene Gedicht“, auch wenn ich mich auch da an den Täter und das Motiv erinnere. 😉

Für mich ist der Deborah-Crombie-Lesetag für heute erst einmal vorbei. Ich bin gespannt, wie weit Sayuri heute noch mit dem Roman kommt und was sie zu den bislang gelesenen Kapitel zu sagen hat. Da ich in der kommenden Woche verreist bin, geht es mit den Deborah-Crombie-Romanen erst wieder im Oktober weiter.

Herbstlesen im Oktober 2019 – Ankündigung

In diesem Jahr wird das „Herbstlesen“ fünf Jahre alt, und wie immer geht es weniger darum, möglichst viele Stunden mit Lesen zu verbringen, als sich bewusst gemütliche Auszeiten zu gönnen für die Dinge, die einem Freude bereiten, und natürlich darüber zu bloggen.

Da ich erfahrungsgemäß pro Herbstlesen-Tag so viel schreibe, dass das in einem gesammelten Wochenendbeitrag zu viel wird, gibt es bei mir jeden Samstag und Sonntag im Oktober einen Beitrag, in dem ich von meiner Lektüre und all den anderen Dingen, die ich mir an dem jeweiligen Tag gönne, erzähle. Wer sich mir anschließen will, muss natürlich nicht jedes Wochenende im Oktober durchweg verbloggen, sondern kann sich spontan in den Kommentaren des jeweiligen Tages mit einem Link zum eigenen Beitrag melden und wird dann von mir in die Liste der aktuellen Mitleser eingetragen. Oder wenn einer von euch statt an den Wochenenden lieber in der Woche regelmäßig etwas Lesezeit (oder Zeit für andere erholsame und angenehme Dinge) einrichten kann, besteht auch die Möglichkeit, einfach am Wochenende von diesen gemütlichen Stunden in einem Sammelbeitrag am Samstag oder Sonntag zu erzählen, der dann ebenfalls von mir verlinkt wird.

Ich werden an diesen Tagen nicht nur lesen und (Brett-)spielen, sondern habe auch noch ein paar Handarbeitsprojekte, die ich mal aus der UFO-Kiste (UnFinished Objects) ziehen und beenden möchte. Grundsätzlich mag ich es einfach, wenn ich mir im Herbst bewusst gemütliche Wochenenden mit angenehmen Tätigkeiten vornehme und mich dann hier mit euch darüber austauschen kann. Außerdem finde ich es spannend zu sehen, womit ihr die – hoffentlich schön herbstlichen – Tage so verbringt und welche Dinge euch Freude bereiten und Entspannung bringen.

Es würde mich sehr freuen, wenn sich mir auch in diesem Jahr beim Herbstlesen wieder ein paar Leute anschließen würden – einen gemütlichen Tag oder gar ein entspanntes Wochenende können wir doch alle gebrauchen. 🙂

 

P. S.: In den vergangenen Jahren habe ich manchmal auch die „Feiertage“ (3. Oktober und Halloween) beim Herbstlesen mitgenommen – hättet ihr in diesem Jahr wieder Interesse daran oder habt ihr in der Woche eh zu viel um die Ohren, um auch noch einen Teil des Tages mit Bloggen zu verbringen?

Lese-Sonntag September 2019

Da der 1. September auf einen Sonntag fiel, ist in diesem Monat der Lese-Sonntag wieder überraschend früh. In den letzten Wochen habe ich erschreckend wenig (und vor allem Kurzgeschichten) gelesen, aber so langsam kommt die Leselust wieder. Wenn ich mich also etwas wacher fühle (gestern ist es doch etwas sehr spät geworden), werde ich vermutlich gleich zu „Summerkin“ von Sarah Prineas greifen. Das Buch habe ich gestern angefangen und mir fehlen nur noch ungefähr 100 Seiten, bis ich damit durch bin. „Summerkin“ ist der zweite Teil der „Summerlands“-Trilogie und während ich die Geschichte im ersten Band ein kleines bisschen zu entspannt fand, bange ich gerade doch sehr um das Schicksal der Protagonistin und ihrer Freunde.

Mal schauen, ob ich das Buch bis zum nächsten Update durchbekomme oder ob ich wieder so lange zum Wachwerden benötige, dass es mit dem Lesen am Vormittag nicht so zügig läuft. 😉

Update 9:30 Uhr

Hm, ich habe keine Ahnung, wieso mein Beitrag nicht um acht Uhr veröffentlicht wurde und hoffe jetzt nur, dass er mit diesem Update dann endlich rausgeht.

In der Zwischenzeit habe ich „Summerkin“ ausgelesen und mochte die Lösung, die Sarah Prineas für ihre Protagonistin gefunden hat sehr. Fer hatte im ersten Band der Trilogie gesehen, was für Unglück ein Eid in dem magischen Land (aus dem ihre Mutter stammt) anrichten kann und sich geschworen, dass sie niemals einen Eid von jemanden annehmen würde. Doch als zukünftige Herrscherin des Summerlands benötigt sie eine Verbindung zum Land und seinen Bewohnern und diese Verbindung wird normalerweise über einen Eid geschlossen. Nachdem ich den ersten Band („Winterling“) schon sehr nett fand, gefiel mir „Summerkin“ noch besser. So ist es gut, dass ich den dritten Teil auch schon auf dem SuB liegen habe. 😉

Update 11:00 Uhr

Tja, viel gelesen habe ich in den letzten 1 1/2 Stunden nicht mehr, dafür habe ich versucht herauszufinden, wieso einige Blogleser meine aktuellen Beiträge nicht sehen können. Es scheint nicht nur so zu sein, dass beim Aufrufen meines Blogs die Beiträge nicht angezeigt werden, sondern auch dass (verschiedene?) Feedreader diejenigen meiner Beiträge, die seit dem 21. August veröffentlicht wurden, nicht mehr erfasst haben. Ich habe keine Ahnung, wie ich das wieder in Ordnung bringen kann und finde es ungemein frustrierend. Mein Blog meldet mir keinerlei Probleme und mehr als Aktualisierungen wiederholen oder Plugins ein- und ausschalten kann ich auch nicht machen …

Update 13:30 Uhr

Kürbis-Spinat-Curry zum Frühstück

Ich muss gestehen, dass mich die Probleme mit meinem Blog doch ziemlich beschäftigen. Natira hat inzwischen herausgefunden, dass auch meine Kommentare seit dem 21. August nicht mehr im Feedreader auftauchen. Dummerweise habe ich keine Ahnung, was ich noch ausprobieren soll, um das wieder in Ordnung zu bringen. Trotz des ganzen Ärgers habe ich etwas in „Moonkind“ gelesen und herausgefunden, dass Fer in diesem Band dafür sorgen muss, dass all die Änderungen, die sie in „Summerkin“ angestoßen hat, in der magische Welt auch greifen. Außerdem habe ich inzwischen gefrühstückt und dabei Youtube-Videos von Cooking Tree geschaut – nachdem ich den Kanal gestern Abend durch Zufall entdeckt habe, bin ich gerade sehr fasziniert von all den wunderschönen Keksen und Kuchen, die von der Person gebacken werden. (Und für die, die sich über den Anblick meines Frühstücks wundern: Da ich momentan große Lust auf herzhaftes bzw. scharfes Essen habe, verzichte ich gerade auf meine normalen „Frühstücksoptionen“ und greife stattdessen lieber zu verschiedenen Currys, die ich im Tiefkühler gehamstert habe.)

Update 17:00 Uhr

Auch wenn ich mich zwischendurch online etwas habe ablenken lassen, habe ich inzwischen „Moonkind“ ausgelesen. Für mich ist die Summerlands-Trilogie wirklich mit jedem Band besser geworden und ich habe mich am Ende sehr über all die Entwicklungen rund um Fer und ihre Freunde sehr gefreut. Ich mag es, wenn mich eine Geschichte zum Schmunzeln bringt und wenn ich mir am Ende die feuchten Augen abtupfen muss, weil ich so gerührt bin von den Entscheidungen, die die verschiedenen Charaktere gefällt haben. Und auch wenn diese Romane mit 270-290 Seiten recht dünn sind, ist es ein schönes Gefühl, dass ich endlich mal wieder drei Bücher am Stück (und das innerhalb von zwei Tagen) gelesen habe. 😉

Bevor ich schaue, was ich als nächstest mache (ich hätte da noch zwei angefangene Bücher mit kurzen Texten, mein Strickzeug und natürlich die heutige Runde „Animal Crossing“ zur Auswahl) hüpfe ich erst einmal unter die Dusche.

Update 20:45 Uhr

Nach der Runde unter der Dusche habe ich mich auf der einen Seite mit „Teufelsköche“ von Juan Moreno (und Fotos von Mirco Taliercio) beschäftigt und auf der anderen Seite mit „Animal Crossing“. „Teufelsköche“ ist eine Leihgabe von Natira und beschäftigt sich mit ungewöhnliche Köchen. Grundsätzlich mag ich diese Mischung aus skurrilen Typen (wie zum Beispiel den Koch, der seit Jahrzehnten bei Großdemonstrationen kocht) und „klassischen“ Chefköchen, aber ich habe ein Problem damit dem Autor zu vertrauen. Bei sehr vielen Dingen habe ich das Gefühl, dass da sehr viel in die jeweilige Szene reininterpretiert wird, das macht das Lesen für mich schwierig, weil ich ständig Aussagen hinterfrage.

Kartoffeln mit Frühlingszwiebeln und Feta aus dem Ofen

Ansonsten habe ich seit dem letzten Update Abendessen gekocht (und gegessen) und sitze nun mit dem Strickzeug vor dem Fernseher. Eigentlich wollten wir heute Abend den Film „Shin Godzilla“ schauen, aber unsere Playstation erkennt die BluRay nicht – heute passt es mit mir und der Technik anscheinend nicht. Stattdessen schauen wir eine Aufnahme von „Ninja Warrior“ – was immerhin den Vorteil hat, dass wir alle Werbepausen (und nervigen Moderatorenszenen) vorspulen können und ich nicht meine ganze Aufmerksamkeit auf den Fernseher richten muss, sondern nebenbei stricken kann.

Bevor ich den Laptop wieder zuklappe, drehe ich noch eine Blogrunde und schaue mal, wie es den anderen bislang heute Abend ergangen ist. Außerdem werde ich vor dem Schlafengehen noch einmal hier vorbeischauen. 🙂

Update 23:00 Uhr

Viel getan habe ich heute nicht mehr, nur noch etwas ferngesehen, gestrickt und mich online rumgetrieben (unter anderem habe ich einen Artikel über Hilda Lyon gelesen, den ich sehr interessant fand). Für mich geht es jetzt auch gleich ins Bett, vorher schaue ich noch kurz bei Ariana vorbei, die sich als einzigen noch nicht für heute verabschieden hat. 😉 Abgesehen von der Entdeckung, dass mein Blog- und Kommentarfeed zur Zeit anscheinend nicht funktioniert und ich keine Ahnung habe, wie ich das wieder richten kann, war das heute ein schöner und entspannter Lese-Tag in angenehmer Gesellschaft. Danke, dass ihr wieder dabei gewesen seid, ich wünsche euch für morgen einen guten Start in die Woche! 🙂

 

Oh, und da der Beitragsfeed ja nicht geht, sage ich jetzt schon mal Bescheid, dass ich für den 18. September einen „Herbstlesen-Ankündungs-Post“ geplant habe. Nicht nur, um anzukündigen, dass das Herbstlesen auch in diesem Jahr wieder stattfindet, sondern auch um zu fragen, ob ihr gern möchtet, dass auch der Feiertag (3. Oktober) und Halloween (31. Oktober) im Rahmen des Herbstlesens als „Lesetage“ laufen. Denkt in Ruhe darüber nach und sagt mir am Besten bis zum 1. Oktober Bescheid.

 

***

Heutige Mitleserinnen:

Ariana
Kiya
Natira

Kate Williams: The Babysitters Coven

Über „The Babysitters Coven“ von Kate Williams bin ich bei Twitter gestolpert, und da es dort als eine Mischung aus „Adventures in Babysitting“ und „Buffy – The Vampire Slayer“ beschrieben wurde, habe ich den Roman spontan vorbestellt. Und obwohl ich am Ende zugeben muss, dass die Geschichte so einige Schwachpunkte vorzuweisen hat, bin ich sehr froh über diese Bestellung, denn „The Babysitters Coven“ ist das erste Buch seit Wochen, das ich innerhalb von zwei Tagen durchgelesen habe, statt es ständig zur Seite zu legen und irgendwas anderes zu machen.

Die Geschichte wird aus der Sicht der siebzehnjährigen Esme Pearl erzählt, die in den letzten Wochen ungewöhnlich viel Pech hatte und nicht so recht weiß, was sie von all den seltsamen Vorfällen halten soll. Bis vor kurzem drehte sich Esmes Leben vor allem darum, in der Schule nicht groß aufzufallen und ihre Freizeit mit ihrer besten Freundin Janis zu verbringen. Um Geld zu verdienen, verdingt sie sich als Babysitter und hatte sogar früher – gemeinsam mit Janis und zwei anderen Freundinnen – einen Babysitter-Club, der inzwischen aber nur noch dem Namen nach existiert.

Esme hätte kein Problem damit, wenn ihr Leben einfach so weiterlaufen würde, doch bei den letzten beiden Babysitter-Jobs hatte sie das Gefühl, als ob jemand ins Haus eingedrungen wäre, vor dem sie die Kinder beschützen musste. Außerdem passieren immer wieder seltsame Dinge, wenn sich Esme aufregt, und dann ist da noch die neue Mitschülerin Cassandra, die unbedingt Teil des Babysitter-Clubs werden möchte, obwohl sie offensichtlich keinerlei Erfahrung mit der Betreuung von Kindern hat. Es dauert eine Weile, bis Esme herausfindet, dass sie – ebenso wie Cassandra – über besondere Fähigkeiten verfügt und dass ihre Aufgabe als „Sitter“ über ein normales Babysitten hinausgeht.

Ich fand das Prinzip der „Sitter“, ihre Aufgabe in der Welt und die „Synod“ (eine Art „Rat der Wächter“) von der Grundidee ganz lustig, aber die Ausarbeitung durch die Autorin hätte schon überzeugender sein können. Man muss als Leserin in der Hinsicht ein paar Details einfach hinnehmen, wenn man sich den Spaß an der Geschichte nicht verderben lassen möchte. Auch muss man bei „The Babysitters Coven“ damit leben können, dass die Handlung nicht gerade action-geladen ist (auch wenn der Verlag das Buch damit bewirbt), weil sich Kate Williams viel Zeit lässt, um Esme, ihr Leben und später ihre Kräfte einzuführen. Da ich aber all die kleinen Dinge in Esmes Leben gern verfolgt habe und es mochte, von ihrer Freundschaft zu Janis, ihrem Hund Pig und all den anderen Dingen zu lesen, die in ihrem Alltag eine Rolle spielen, konnte ich sowohl mit der relativ langsamen Handlungsentwicklung als auch mit den kleinen Unstimmigkeiten gut umgehen.

Ich fand Esme ebenso wie Janis sympathisch, ich fand es lustig, dass Esme sich jeden Tag ein anderes Thema für ihre Kleidung vornimmt, und es hat mir leidgetan, dass ihre Mutter seit so vielen Jahren nicht für sie da sein kann (vor allem, da von Anfang an klar war, dass diese wohl ebenfalls über besondere Fähigkeiten verfügte). Mit Cassandra hatte ich stellenweise so meine Probleme (ich bin auch mit Faith bei „Buffy“ nie so recht warm geworden), aber sie bildete einen stimmigen Kontrast zu Esme, die sich eher mit Skepsis ihrer Magie nähert statt mit Begeisterung. Es gibt in „The Babysitters Coven“ einen Hauch einer Liebesgeschichte – genauer gesagt schwärmt Esme für Cassandras älteren Bruder Dion, aber die Szenen zwischen der Protatonistin und ihrem Schwarm nutzt die Autorin eher, um die familiären Hintergründe von Cassandra und Dion aufzudecken, als dass wirklich etwas zwischen Esme und ihm passieren würde. Mir persönlich kommt das nur entgegen, weil ich definitiv keine Lust mehr auf Liebesgeschichten in Jugendbüchern habe, aber einige Rezensenten hatten sich in der Beziehung wohl mehr erhofft.

Alles in allem war „The Babysitters Coven“ sehr nett zu lesen und hat mir einige Gelegenheiten zum Schmunzeln geboten. Allerdings denke ich auch, dass eine etwas erfahrenere Autorin (der Roman ist das Debüt von Kate Williams) etwas mehr aus der Grundidee und den Figuren hätte rausholen können. Vor allem hat es mir ein wenig an Spannung gefehlt, denn so gern ich „Wohlfühlromane“ lese, so gehört für mich zu einem solchen Roman doch auch Bösewichte, die ich ernst nehmen kann und die mir das Gefühl geben, dass die Protagonistin und diejenigen, die ihr am Herzen liegen, in Gefahr schweben. Trotz dieser Kritikpunkte gehe ich momentan davon aus, dass ich mir im kommenden Herbst auch die schon angekündigte Fortsetzung des Buches holen werde, einfach weil ich wissen will, wie es mit Esme, ihrer Familie und ihren Freunden weitergehen wird.