Schlagwort: Charlie Jane Anders

Sachbücher 2025

Nachdem mein erster Buchkauf im Januar 2025 ein Sachbuch war, hatte ich gehofft, ich würde in diesem Jahr regelmäßig Sachbücher lesen. Grundsätzlich bin ich auch nicht unzufrieden mit der Menge an gelesenen Sachbüchern, ich wünschte nur, ich hätte nicht immer so schrecklich lange für jedes Buch gebraucht. Aber da ich in diesem Jahr ständig mehrere Titel parallel gelesen habe, sind die Sachbücher oft länger liegen geblieben, als sie es verdient gehabt hätten.

Januar – April 2025

Charlie Jane Anders: Never Say You Can’t Survive – How to Get Through Hard Times by Making Up Stories (Hörbuch)

„Never Say You Cant’s Survive“ ist eigentlich ein Schreibratgeber, in dem die Autorin nicht nur Ratschläge rund ums Schreiben vermittelt, sondern auch darauf eingeht, wie hilfreich das Spinnen von Geschichten in aufreibenden Zeiten sein kann. Ich muss zugeben, dass ich von Charlie Jane Anders noch nie etwas gelesen habe und deshalb auch nicht immer etwas mit den diversen Verweisen auf ihre veröffentlichten Geschichten anfangen konnte. Aber ich fand es ermutigend und wohltuend, ihren Worten zu folgen, und ich habe mir beim Zuhören meine eigenen Gedanken zum Aufbau von (gerade gelesenen) Geschichten gemacht. Außerdem war es angenehm, Charlie Jane Anders, die das Hörbuch selbst eingesprochen hat, zuzuhören. Der einzige Grund, wieso ich das Hörbuch nicht deutlich zügiger beendet habe, lag daran, dass ich zwischen Ende Januar und Anfang April relativ wenig Zeit fürs aufmerksame Hören hatte.

Januar – Mai 2025

Hannah Ritchie: Not the End of the World (abgebrochen)

„Not the End of The World“ war mein erster Sachbuchkauf im Januar 2025. Der Titel war mir als ermutigende Veröffentlichung rund um das Thema „Klimawandel“ empfohlen worden, und ich mochte die Leseprobe, die ich vor dem Bestellen angeschaut hatte. Erst einmal möchte ich betonen, dass Hannah Ritchie in ihrem Buch wirklich viele Informationen gesammelt hat, die Mut machen und darauf hinweisen, dass eine Klimakatastrophe definitiv noch abwendbar ist. Unter anderem zeigt die Autorin all die Erfolge auf, die es in den vergangenen Jahrzehnten schon gab und die beweisen, dass ein Wandel möglich ist. Dummerweise stolperte ich beim Lesen über so viele Kritikpunkte, dass ich das Buch nach nicht einmal der Hälfte für einige Wochen unterbrechen musste, weil ich so frustriert war – was genau das Gegenteil von dem war, was ich mir von dem Titel erhofft hatte! – und im Mai habe ich mir dann eingestanden, dass ich das Buch wirklich nicht weiterlesen möchte.

Ich habe einfach Schwierigkeiten, eine Autorin ernst zu nehmen, die Atomkraft als die große Lösung gegen den Klimawandel sieht, ohne dabei auch nur einmal darauf einzugehen, dass es keine sichere Entsorgung für Atommüll gibt. Außerdem finde ich es nicht ermutigend, wenn all die hoffnungsmachenden Absätze zu den verschiedenen Themengebieten im Prinzip darauf hinauslaufen, dass eine Wende möglich ist, solange der Großteil der Regierungen dementsprechende Gesetze und Regelungen erlässt. Angesichts der aktuellen politischen Entwicklungen ist das etwas, wodurch ich mich beim Lesen nur umso hilfloser fühlte (und all das war mir schon bewusst, bevor ich zu diesem Sachbuch gegriffen habe). Dazu kamen dann noch ein Haufen Diagramme und Graphen, die in meinen Augen wirklich schlecht gemacht waren und bei denen ich zwar in den Anhängen Verweise auf die jeweilige Studie, aus der die Daten stammten, finden konnte, aber bei denen ich gern Hinweise zu der Datensammlung gesehen hätte. Ein Beispiel dafür war ein Diagramm, bei dem die Luftverschmutzung in London von 1700 bis 2016 aufgezeigt wurde, und ich hätte gern gewusst, woher die historischen Daten kommen (und wieso da ein komischer Graph über der London-Linie in der Luft hängt, der vermutlich die Luftverschmutzung in Delhi in irgendeinem Zeitraum in den 2000ern anzeigen sollte?). Alles in allem stellte sich dieses Sachbuch, von dem ich mir eine hoffnungsvolle Lektüre versprochen hatte, beim Lesen für mich als ziemlich ärgerlich heraus.

Februar – April 2025

Xinran: Gerettete Worte – Reise zu Chinas verlorener Generation (Rezension)

Oktober 2025

Paulina Bren: The Barbizon – The New York Hotel That Set Women Free

Nach den ersten Seiten, in denen es darum ging, wer und wieso das „Barbizon“ gebaut hat, drehte sich das Buch vor allem um die Frauen, die (eine Zeitlang) in dem Hotel gelebt haben. Das führte zu einem spannenden Überblick über das Leben (in der Regel) intellektueller und/oder wohlhabender Frauen in den USA in der Zeit zwischen 1930 und 1960. So erzählt dieses Sachbuch vor allem einen Haufen faszinierender Anekdoten rund um die Zeitschrift Mademoiselle und ihre Gast-Editorinnen, die Models der Ford Modeling Agency und die Schülerinnen der Katharine Gibbs Secretarial School – was nicht nur viel über die (wenigen) Möglichkeiten von Frauen, selbstständig zu leben, verriet, sondern sich auch wirklich gut lesen ließ.

November – Dezember 2025

Zeinab Badawi: An African History of Africa – From the Dawn of Humanity to Independence

Alle paar Jahre wieder suche ich nach Sachbüchern über afrikanische Geschichte, weil mir durchaus bewusst ist, dass das eine Region ist, über die ich viel zu wenig weiß. Allerdings habe ich bislang nur sehr wenige Bücher gefunden, die ich wirklich informativ und gut lesbar fand. „An African History of Africa“ von Zeinab Badawi hingegen war (soweit das bei einer solchen Informationsdichte möglich ist) wirklich gut lesbar. Auch fand ich den Aufbau des Buchs für mich stimmig und – aufgrund der Tatsache, dass ich mehr über Nordafrika weiß als über die restlichen Regionen – leicht zugänglich. Die Autorin beginnt mit der Geschichte von Nordafrika und arbeitet sich dann über den Osten, die Mitte, den Süden bis in den Westen des Kontinents vor, was für mich die Entwicklung der verschiedenen Regionen nachvollziehbar machte. Spannend fand ich z. B. auch die Verweise auf gegensätzliche Darstellungen von Ereignissen zwischen den mündlichen (regionalen) und schriftlichen (häufig von europäischen Händlern/“Entdeckern“) Überlieferungen oder die Beschreibungen von archäologischen Funden, die durch Zitaten aus Dokumenten von Zeitzeugen (auch hier in der Regel europäische Händler/“Entdecker“/Kolonialherren) ergänzt wurden. Mehr als einen Überblick kann solch ein Buch nicht bieten, aber das macht es deutlich besser als andere Titel, die ich bislang über Afrika angeschaut habe. Am Ende hatte ich nicht nur das Gefühl, ich hätte viel gelernt, sondern auch ausnahmsweise nicht einen Haufen unzusammenhängender Wissensfragmente zu einer Region bekommen, sondern eine Landkarte voller Querverweise und Zusammenhänge, die ein gutes Fundament bilden, um mich mehr (und detaillierter) mit Afrikas Geschichte auseinanderzusetzen.