Ann Sei Lin: Rebel Skies

„Rebel Skies“ ist der Debütroman von Ann Sei Lin und der Auftakt einer Trilogie (deren Abschlussband gerade erschienen ist). Die Geschichte in „Rebel Skies“ wird zum Großteil aus der Perspektive von Kurara erzählt, die – gemeinsam mit ihrem Kindheitsfreund Haru – seit Jahren als Küchenmädchen in dem Himmelsschloss Midori lebt und arbeitet. Das Leben in Midori ist hart, aber da das Dorf, aus dem Kurara und Haru stammen, von Shikigami (die in diesem Buch vor allem riesige Tiere, die aus Papier und Magie geschaffen wurden, sind) zerstört wurde, müssen die beiden dankbar für die Zuflucht sein, die sie dort gefunden haben. Doch an dem Tag, an dem die Handlung für die Leser*innen beginnt, wird das im Himmel schwebende Schloss Midori von einem Drachen-Shikigami angegriffen, und Kurara begegnet dem Crafter Himura, der ihr eröffnet, dass die Magie, die es ihr ermöglicht, Papier zu beeinflussen, eine Crafter-Fähigkeit ist und dass er sie darin ausbilden kann.

Himuras Bereitschaft, Kurara unter seine Fittiche zu nehmen, und die Tatsache, dass Haru auf der Flucht vor dem Drachen schwer verletzt wurde, sorgen in den folgenden Tagen für so einigen Aufruhr in Kuraras Leben. Sie ist wild entschlossen, alles dafür zu tun, um Haru zu helfen, und wenn das bedeutet, dass sie auf einem Schiff, das Shikigami jagt, arbeiten und dabei den Umgang mit ihrer Magie meistern muss, dann ist das eben der Weg, den sie einschlägt. Doch dieser Weg bringt so einige Enthüllungen mit sich, die Kurara an all den Dingen zweifeln lassen, die ihr über ihre Kindheit erzählt wurden, und in ihr die Frage aufkommen lässt, ob es überhaupt richtig ist, Shikigami zu jagen – selbst wenn diese für unglaubliche Zerstörungen im Kaiserreich Mikoshima verantwortlich sind.

„Rebel Skies“ beinhaltet eine wunderbare Mischung aus vertrauten (japanischen) Elementen und überraschenden Ideen, die von Ann Sei Lin zu einer ungewöhnlichen Geschichte verwoben wurden. Mir gefiel die Idee mit den Shikigami-Wesen aus Papier, die auf der einen Seite immer wieder die Bewohner von Mikoshima bedrohen und auf der anderen Seite für die Crafter so etwas wie nützliche Haustiere sein können. Die Welt, die die Autorin für ihren Roman geschaffen hat, ist nicht gerade komplex, aber sie ist so gestaltet, dass es sich beim Lesen nach einer Welt anfühlt, die eine schon lange Geschichte voller Kriege, Kolonisation und Machtspiele innerhalb der verschiedenen Klassen hinter sich hat. Kurara ist dieser Welt ziemlich ausgeliefert. Sie hat keine Besitztümer, keine Beziehungen, und ihr einziger Freund benötigt dringend ihre Hilfe, statt dass er ihr zur Seite stehen kann.

Aber Kurara lernt nach Verlassen des Schloss Midori so viel über sich und ihre Fähigkeiten, sie findet neue Freund*innen und stolpert immer wieder über neue Fragen und Rätsel, nach deren Antworten sie noch suchen muss, dass ich das überraschend spannend zu lesen fand. Ich bin sehr neugierig darauf, wie sich die Ereignisse in „Rebel Fire“ und „Rebel Dawn“ noch entwickeln und was das dann für Kurara und die Personen in ihrem Umfeld bedeutet. Ich bin mir sicher, ich weiß, was es mit den Shikigami auf sich hat, aber ich bin gespannt auf die Hintergründe und welche Auswirkungen all die Enthüllungen auf die politische Situation in Mikoshima mit sich bringen werden. So schade es ist, dass ein Roman, der mich so gut unterhalten hat, so lange auf meinem SuB lag, so schön ist es auch, dass ich nun die Chance habe, direkt die anderen beiden Bände zu lesen.

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