Der Juni begann wunderschön und mit den perfekten Temperaturen, um das japanische Filmfest zu genießen, nur um dann in einer Hitzewelle zu enden, die dafür sorgte, dass ich eine Zeitlang nicht mehr funktionsfähig war. Weshalb jetzt erst der Rückblick auf den Monat im Blog veröffentlicht wird – dieses Mal trotz der Menge an Fotos mit ein paar Anmerkungen.



Unsere kulinarische Neuentdeckung in diesem Monat war die japanische Eisdiele Kono Gelato, die auch einen Stand auf der Nippon Connection hatte. Mein Highlight waren das Schwarze-Sesam-Eis (oben im Becher) und das Hōjicha-Eis darunter, während mein Mann wirklich köstliches Yuzu- und Erdbeer-Eis genossen hat. An unserem ersten Tag des Filmfest haben wir auch gleich den Film gesehen, der für uns der Beste aus unserer Auswahl war. „Suzuki=Bakudan“ war großartig besetzt und die Handlung war sehr spannend. Ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal einen Thriller gesehen habe, den ich so gut fand (auch wenn es ein, zwei Szenen gab, wo die Kamera für meinen Geschmack zu lange auf unappetitliche Elemente fixiert war).


Der Film „Blue Boy Trial“ beschäftigte sich mit der Situation von trans Frauen in Japan während der 1960er Jahre (und den Folgen des in dem Film dargestellten Prozesses). Ein wichtiger und erschütternder Film – allerdings gab es zwei Elemente, bei denen ich mich gefragt habe, warum sie eingebaut wurden. Eines davon ist ein Happy End für eine der Personen, obwohl sich die Situation für trans Personen in Japan nach diesem Prozess eher verschlimmert hatte. Natürlich ist es schöner aus einem Film zu kommen und das Gefühl zu haben, dass zumindest eine der Figuren ein glückliches Leben führt. Aber notwendig fand ich dieses glückliche Ende für diesen Charakter nicht, gerade weil die Rechtslage nach Verkündung des Urteils für trans Personen katastrophal war.



„I Fell in Love With a Z-Grad Director in Brooklyn“ was unsere Enttäuschung des diesjährigen Filmfests. Wir haben in der Vergangenheit schon so gute Indie-Filme übers Filmemachen gesehen, aber dieser gehörte nicht dazu. Eine eher banale Geschichte rund um eine ausgebrannte, aber erfolgreiche Schauspielerin, die in NY eine Handvoll Möchtegern-Filmschaffende trifft und so die Lust an ihrer Arbeit wiederentdeckt. Vor allem war es beim Zuschauen frustrierend, dass die amerikanischen Filmfans recht oberflächliches Filmwissen an den Tag legten, wenn es um die – von ihnen angeblich so sehr gemochten – B-Horror-Movies ging. Es gab ein paar Szenen, bei denen ich aufgelacht habe, nur um dann im nächsten Moment genervt zu sein, dass daraus nicht mehr gemacht wurde. Definitiv kein Film, den ich weiterempfehlen würde.



„All Greens“ war dann der letzte Film, den wir während der Nippon Connection sehen konnten. (Aufgrund der vielen Veranstaltungsorte in diesem Jahr liefen so viele Filme parallel, dass wir einige nicht sehen konnten, die wir gern geschaut hätten.) Dieser Film drehte sich um drei Schülerinnen, die der Hoffnungslosigkeit ihres Heimatortes entfliehen wollten, und deshalb anfingen Haschisch zu verkaufen. Was natürlich nicht so reibungslos lief und zu einigen überraschenden Wendungen führte. Ich mochte den Film sehr, es gab amüsante und nachdenkliche Szenen und es wurde sehr viel mit der Erwartung der Zuschauer gespielt. Außerdem mag ich die drei Hauptdarstellerinnen (Yûko Andô, Sara Minami und Natsuki Deguchi) sehr und freue mich immer, wenn ich einen Film (oder eine Serie) mit einer davon schauen kann.






Das schwarze Sesameis hätte ich auch gerne probiert! 🙂
Es ist absolut köstlich! Wenn du das nächste Mal in der Nähe von Frankfurt bist, kannst du ja vielleicht deine Schwester zu einem Ausflug ins Frankfurter Nordend bewegen und dort das Eiscafé besuchen. (Die aktuellen Öffnungszeiten scheinen bei Instagram einsehbar zu sein – zumindest ist das immer die Quelle, die mir bei der Onlinesuche angezeigt wird.)