
Auch wenn ich – dank eines überraschenden Nachmittagsschlaf – weniger von meinem Lesetag hatte, als ich gehofft hatte, habe ich den gestrigen Samstag doch sehr genossen. Heute werde ich definitiv weiter in „A Thousand Steps into Night“ lesen (und vermutlich zu „A Honeymoon of Grave Consequence“ greifen, wenn ich die Hände beim Lesen freihaben will).
Ansonsten werde ich im Laufe des Tages die Suppe kochen, die gestern schon auf dem Essensplan stand, und mit meinem Mann eine weitere Brettspielrunde einlegen. Mal schauen, ob ich sonst noch etwas auf die Reihe bekomme, aber mit der stehenden Planung für heute bin ich schon ganz zufrieden. Bevor ich aber zum Buch greife, brauche ich erst einmal wieder Zeit zum Wachwerden und dem Erledigen von etwas täglichem Pflichtkram.
Update 10:45 Uhr

Uh, heute ist einer dieser Tage, an denen es sich anfühlt, als ob ich alles in Zeitlupe erledigen würde. Aber ich habe meinen Pflichtkram hinter mich gebracht, die Suppe für heute Abend gekocht und sitze nun mit Tee auf dem Sofa und bin bereit in den vergnüglichen Teil des Tages zu starten! Wobei ich vermutlich nur ein bisschen in meinem eBook lesen werde, während ich meinen Tee trinke, um dann erst einmal ein bisschen mit der Switch zu spielen. Da spiele ich seit einigen Monaten jeden Morgen eine Runde „Stitch“, was ein nettes Knobelspiel ist, bei dem es täglich eine kleine neue Aufgabe gibt. Ich bin fest entschlossen meine 365-Tage-Auszeichnung zu erlangen – auch wenn das noch ein paar Monate hin ist. 😉
Update 13:45 Uhr
In der Zwischenzeit habe ich nicht nur ein bisschen mit der Switch gespielt und in meinen beiden Büchern gelesen, sondern auch gefrühstückt. Heute gab es mein übliches Porridge statt mit Zimt mit Backkakao, weil die etwas sehr reife Banane definitiv etwas ergänzendende Bitterkeit gebrauchen konnte. Beim Frühstück habe ich zu „A Honeymoon of Grave Consequence“ gegriffen und bin bei einer Begegnung, die die Protagonistin Margaret in einem Gasthaus hat, über den Begriff Nachzehrer gestolpert. Was natürlich bedeutete, dass ich – da mir die Bezeichnung noch nicht untergekommen war – erst einmal schauen musste, ob es so eine Kreatur wirklich unter den deutschen Sagengestalten existiert. Wenn ich allerdings Wikipedia glauben darf, dann soll ein Nachzehrer traditionell eher so etwas wie ein Vampir sein, während Stephanie Burgis den Begriff für einen Ghul benutzt.

Dieser Ghul Nachzehrer – mit dem Namen Leonie – und Margaret gehen sich bei ihrer ersten Begegnung gegenseitig schrecklich auf die Nerven. Aber nachdem Lord Riven seiner Frau mehr über Leonies Hintergrund erzählt hat, bereut sie gerade ein bisschen, dass sie so harsch war. Margaret ist nicht gerade gut darin mit anderen Personen Umgang zu pflegen, aber dafür ist sie ja mit einem in der Gesellschaft deutlich geschickterem Vampir verheiratet. 😉
Miuko hingegen hat in „A Thousand Steps into Night“ inzwischen gelernt, dass sie ihre Gefühle im Griff behalten muss, wenn sie das Voranschreiten ihres Fluchs nicht beschleunigen will. Aber es ist sehr schwierig sich nicht bei jedem Schritt darüber zu ärgern, wie sehr sie als Mädchen in ihrer Bewegungsfreiheit begrenzt wird. Unterhaltsam werden diese Elemente vor allem durch Geiki, den Elster-Gestaltwandler, der überhaupt kein Verständnis für menschliche Verhaltensweisen hat, aber trotzdem als der Mann ihrer kleinen Reisegruppe für Miuki alle Interaktion mit anderen Personen übernehmen muss. Das ist überraschend nett zu lesen und ich genieße die Geschichte weiterhin. Bevor ich aber weiterlesen kann, gibt es erst einmal eine Brettspielrunde mit meinem Mann.
Update 17:00 Uhr

Wir haben heute eine zweite Runde „Heat“ gespielt, da wir ja noch eine Strecke hatten, die wir nicht ausprobiert hatten. Ich muss zugeben, dass ich nach der Hälfte des Spiels das Gefühl hatte, ich hätte schon verloren und würde nie wieder aufholen können. Denn während mein Mann (mit dem orangen Auto) relativ sehr viel Glück mit seinem Zug hatte, hatte ich (mit dem grünen Auto) sehr viel Pech und landete nach dem gleichen Zug im Prinzip eine Runde hinter ihm – und so blieb es dann für den Großteil des restlichen Spiels. Lustigerweise drehte sich die Situation dann beim vorletzten Zug (siehe Foto), so dass wir danach gleichauf lagen und der Ausgang des Spiels nun auf einmal von unserem Kartenglück beim letzten Zug abhing. Am Ende hatte ich drei Punkte mehr als er und konnte ungläubig vor mich hinkichernd als erste über die Ziellinie fahren.

Nach dem Brettspiel ging es zurück aufs Sofa und zu meinen Büchern. Da ich durch Birthes Beitrag daran erinnert wurde, dass ich ja zum Monatsanfang eigentlich ein Sachbuch anfangen wollte, habe ich zu meinem neusten SuB-Titel gegriffen. „The Barbizon“ erzählt die Geschichte des gleichnamigen Hotels und seiner Bewohnerinnen von 1928 bis 1981, als der erste männliche Bewohner in das Barbizon aufgenommen wurde. Gebaut wurde das Hotel, um den vielen alleinstehenden, jungen, weißen Frauen aus der Mittel- und Oberschicht ein Zuhause zu bieten, die nach New York gekommen waren, um dort ihr Glück zu machen. So ist es nicht verwunderlich, dass neben so einigen Sekretärinnen auch berühmte Journalistinnen, Schauspielerinnen, Schriftstellerinnen, Bildhauerinnen und andere Künstlerinnen dort gewohnt haben. Ich muss zugeben, dass ich bislang „The Bell Jar“ von Sylvia Plath nicht gelesen habe, aber sie hat das Barbizon – in dem sie selbst einige Zeit gelebt hat – wohl als „The Amazon“ in diesem Roman verewigt. Bislang habe ich gerade mal die Einleitung und das erste Kapitel, das „The Unsinkable Molly Brown“ – eine Titanic-Überlebende – als Aufhänger hat, gelesen.
Update 22:00 Uhr (letztes Update)

Heute gibt es das letzte Update relativ früh, da ich morgen früh aufstehen muss. Bis zum Abendessen habe ich „A Honeymoon of Grave Consequence“ ausgelesen und kann sagen, dass die Geschichte bis zum Ende sehr nett – und eine passende Fortsetzung zum ersten Teil – war. Zur Kartoffelsuppe gab es dann „Das Phantom von Soho“ – mein Mann hat von einem Kollegen eine Box mit Edgar-Wallace-Filmen geliehen bekommen, die er bald wieder zurückgeben möchte. Allerdings ist es so, dass diese Filme nicht wirklich auf Geschichten von Edgar Wallace basieren, sondern (wenn auch zum Teil nur dem Namen nach) nach Ideen seines Sohns Bryan Edgar Wallace gedreht wurden. Außerdem ist die Produktionsfirma nicht Rialto gewesen, sondern CCC – weshalb diese Filme auch nicht ständig früher im Fernsehen liefen, als meine Mutter die noch begeistert gesehen hatte. Es ist überraschend amüsant die von früher vertrauten Schauspieler wiederzusehen und auf die vielen kleinen Berliner Elemente zu achten, die verraten, dass der Drehort definitiv nicht in Großbritannien lag. Aber ich schaue die Filme vor allem deshalb mit, weil es Kommentare von britischen Filmkritikern und ähnlichen Personen gibt, deren Anmerkungen zu den alten deutschen Produktionen ich wirklich unterhaltsam finde. Danach habe ich noch ein bisschen in „A Thousand Steps into Night“ gelesen, aber das war es dann auch mit meinem Abend.
Ich habe dieses erste Herbstlesen-Wochenende wieder sehr genossen und fand es schön, dass wir heute so viele waren. Ich hoffe, ihr hattet auch eine angenehme Zeit und wir lesen uns an einem der nächsten Wochenenden wieder!
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Guten Morgen! Ich bin heute auch mit dabei: https://neyasha.at/2025/10/05/konstanzes-herbstlesen-5-oktober-2025/
Bei mir steht heute auch eine Suppe auf dem Programm. 🙂 Viel Erfolg beim notwendigen Pflichtkram!
Guten Morgen, Neyasha! Schön, dass du heute Zeit fürs Herbstlesen hast! 🙂 Was für eine Suppe wird es denn heute bei dir geben? Das Wetter (zumindest bei uns) ist ja grau und kühl genug, dass eine Suppe einfach perfekt ist.
Bei mir gab es eine Gemüse-Tortellini-Suppe. Sehr reichhaltig. *g*
Ich kenne den Begriff des Nachzehrers ganz gut, da ich mich ja früher mit literarischen und archäologischen Quellen von Wiedergängerglauben beschäftigt habe. Allerdings kenne ich den Nachzehrer so, dass er – anders als ein Wiedergänger oder Vampir – das Grab nicht verlässt, sondern von dort aus Lebende „aussaugt“. Insofern kommt mir die Bezeichnung in dem Roman auch nicht so ganz passend vor.
Das klingt aber nach einer leckeren Kombination, Neyasha! Und reichhaltig ist ja bei dem Wetter genau das, wonach einem in der Regel ist.
Ja, die im/beim Grab verbleibende Variante ist in dem Wikipedia-Artikel auch erwähnt worden. Mir waren eher andere Begriffe für diese Art von Wesen vertraut – es ist schon immer wieder faszinierend, in welche Richtung die menschliche Fantasie schweift, wenn es um Erklärungen für rätselhafte Krankheiten geht.
Was mich am meisten bei dem Roman irritiert (und es hier nicht sooo schlimm wie bei anderen Geschichten, da die Autorin vor vielen Jahren in Wien studiert hat und so zumindest immer noch über grobe Deutschkenntnisse verfügt) ist die leicht unrunde Verwendung von deutschen Begriffen oder Namen. Denn natürlich können im Deutschen Begriff wie z.B. Kralle und Mann einfach zusammengesetzt werden, um einen Namen zu bilden, aber im Gebrauch würde dann doch schnell etwas wegfallen oder es würden – angesichts des Schauplatz des Romans – eher schwäbische Begriffe für bestimmte Dinge verwendet werden. Wobei letzteres für eine englischsprachige Autorin definitiv eine Herausforderung wäre … *g*
Ja, das kann ich mir vorstellen, dass das etwas irritierend ist/einen beim Lesen rausreißt.
Super, dass du beim Spiel nochmal so aufholen konntest!
„The Barbizon“ klingt interessant. Ich hatte von dem Hotel vorher ehrlich gesagt noch nie gehört.
Ich hatte von dem Barbizon auch noch nie etwas gehört, bis ich über Bluesky über dieses Buch gestolpert war. Aber allein schon die Liste der Bewohnerinnen im Klappentext hatte mich neugierig auf das Gebäude und seine Geschichte gemacht. Ich denke, damit habe ich noch ein paar interessante Lesestunden vor mir. 🙂
Hach, wie schön – das hätte ich ja ganz vergessen, war schon fast etwas traurig, dass heute kein dritter Sonntag im Monat ist, wo ich den doch im September schon wieder verbaselt habe … aber es ist ja Herbstlesen! 😀 Bin also heute auch dabei: https://birthezurnieden.de/2025/10/05/konstanzes-herbstlesen-2025-5-oktober/
Jupp, es ist Herbstlesen! Ich habe das extra wieder im September angekündigt, damit ihr euch darauf einstellen könnt, aber wenn es für dich heute eine angenehme Überraschung ist, ist es ja fast noch besser. 😉 Schön, dass du dabei bist – dann schaue ich mal, was du für heute so geplant hast.
So, jetzt habe auch ich mitbekommen, dass es für den Sonntag einen eigenen Artikel gibt (hatte mich schon gewundert ;-). Ich finde, wenn Bananen zu reif sind, werden sie irgendwann richtig eklig, ich muss mich dann immer überwinden, die überhaupt noch zu essen.
Den Begriff „Nachzehrer“ habe ich glaube ich schon mal gehört. In Mondlaub von Tanja Kinkel gab es so eine Art jüdischen Vampir, kann mich nicht an das Wort erinnern, aber der Begriff „Nachzehrer“ scheint ja aus einer anderen Ecke zu kommen. Bin gespannt, welches Spiel ihr heute spielt!
Ich mag zu reife Bananen auch nicht essen, Anette. Hier geht es noch, aber es macht sich schon bemerkbar, dass die Gemüsekiste wegen der Feiertagsverschiebung am Donnerstag gepackt und Samstag erst geliefert wurde. Mit dem Porridge ist es okay – vor allem, wenn der Backkakao eine leicht bittere Note zufügt.
Ich kannte andere Begriffe für diese Art von Unwesen – wobei ich es lustig finde, dass in meinem Roman zwar die Bezeichnung verwendet wird, aber dann wieder für eine ganz andere Art von Wesen. *g*
Wir haben wieder „Heat“ gespielt, da wir gestern gerade die Regeln aufgefrischt hatten und noch eine Rennstrecke hatten, die wir nicht kannten. Nun müssen wir in der nächsten Zeit nur noch eine Gelegenheit finden um Galactic Cruise zu spielen – das Spiel wollte mein Mann eigentlich auch in seinem Urlaub noch mit mir spielen, aber die Spieldauer von ca. 3 Stunden hat das in den letzten Tagen verhindert. Dummerweise ist sein Urlaub nun vorbei …
Gratulation zum Sieg! 😉 Ich habe The Bell Jar auch immer noch nicht gelesen! Steht schon ewig auf der Wunschliste, wie so vieles, seufz. Klingt interessant, das Buch. Viel Spaß damit heute Abend!
Danke, Anette! Ich habe den Hinweis darauf, dass Sylvia Platz das Barbizon in ihrem Roman verewigt hat, mal zum Anlass genommen und mir eine günstige eBook-Version von dem Roman besorgt. Mal schauen, wann ich dazu komme … *g*
Zu Edgar Wallace-Filmen: Ich hab ein paar davon als Kind gesehen, kann mich aber kaum erinnern. Fand die Parodie Der Wixxer aber durchaus witzig 😉
Ich bin am nächsten Sonntag wieder dabei, bekomme Samstag Besuch.
Ich hatte jahrelang Albträume, weil ich als kleines Kind mal nachts aufgewacht und ins Wohnzimmer gegangen war, als gerade eine Person in einem Edgar-Wallace-Film verletzt wurde und wie am Spieß schrie. *g* Meine Eltern haben die Filme gesehen, wenn sie im Fernsehn kamen und mein Vater hatte einige Edgar-Wallace-Romane, so dass ich damit aufgewachsen bin. Als es noch Zugang zum Projekt Gutenberg gab, habe ich mir einige der Bücher runtergeladen, weil die damals perfekt als Ablenkung in stressigen Zeiten fungierten.
Viel Spaß mit deinem Besuch! 🙂
So, wenigstens gelesen habe ich den Beitrag jetzt – so ganz richtig dabei war ich irgendwie dann doch nicht mit meinem nur zweimal den Rechner starten heute … Dein Essen sieht mal wieder sehr lecker aus, sowohl das Frühstück (ich mag ja überreife Bananen immer noch lieber als unreife – also, solange sie nicht komplett braun sind, dann sind sie wirklich nur noch als Backeinlage zu genießen) als auch die Suppe. Und die Bücher klingen beide nach guten Herbstlesen-Lektüren! Sylvia Plath ist eine von meinen vielen Bildungslücken, die ich irgendwann vielleicht auch mal schließen werde – aber erst, wenn ich mich mit einfacheren Büchern wieder richtig ins Lese-Hobby eingewöhnt habe.
Das Wichtigste ist ja, dass du heute einen entspannten Tag hattest, Birthe! Und ein bisschen Zeit zum Kommentieren hast du dir ja jetzt noch genommen. 🙂
Unreife Bananen finde ich auch herausfordernd, aber immerhin kann ich die normalerweise dann einfach ein paar Tage liegenlassen. Bei sehr reifen Bananen muss ich hingegen schauen, dass ich die wirklich schnell esse (und im Zweifelsfall den für mich etwas unangenehmen überreifen Nachgeschmack mit etwas anderem abmildere). Von der Suppe koche ich immer einen sehr großen Topf und freue mich dann darüber, dass ich ein bis zwei Tage „kochfrei“ habe. Sie schmeckt aufgewärmt immer noch etwas besser als am ersten Tag.
Ich finde es lustig, dass (wenn ich das richtig sehe) keine von uns bislang Sylvia Plath gelesen hat, uns allen aber die Autorin und „The Bell Jar“ ein Begriff ist, so dass wir das Gefühl habe, da wäre eine Bildungslücke.