Ngozi Ukazu: Check, Please! 1 – #Hockey (Comic)

„Check, Please! 1 – #Hockey“ von Ngozi Ukazu ist der erste Sammelband, in dem der Online-Comic der Zeichnerin und Autorin in gedruckter Form veröffentlicht wurde. Ich muss zugeben, dass ich die Online-Veröffentlichung nicht verfolgt habe, auch wenn mir immer wieder positive Erwähnungen des Comics untergekommen sind. Als dann aber der Sammelband erschien, habe ich ihn direkt auf meine Merkliste gesetzt (und inzwischen ist auch der zweite Teil mit dem Titel „Sticks and Scones“ beim Comichändler vorbestellt). Der Titel beinhaltet viele kurze Episoden rund um Eric „Bitty“ Brittle, der zu Beginn des Comics gerade sein erstes Semster an der Samwell University angetreten hat. Eric hat aufgrund seiner Wendigkeit und Schnelligkeit auf dem Eis ein Eishockey-Stipendium erhalten, und obwohl seine bisherigen Erfahrungen mit diesem Sport nicht gerade positiv waren, ist er wild entschlossen, sein Bestes zu geben, da er nur so sein Studium finanzieren kann.

Ich bin ganz verliebt in die Grundidee, dass ein eher zierlich wirkender junger Mann, der in der Vergangenheit als Eiskunstläufer erfolgreich war, nun für ein Stipendium alles für einen Sport gibt, vor dem er eigentlich Angst hat. Eric ist wunderbar enthusiastisch, seine größte Leidenschaft gilt dem Backen, und als Leser bekommt man über seinen Vlog seine Erlebnisse vom Einzug in sein Studentenzimmer bis zum Ende des zweiten Studienjahrs erzählt. Neben Eric spielt natürlich auch noch das Samwell-Eishockey-Team eine große Rolle. Ich mag es sehr, wie verschieden die Spieler sind, die man als Leser besser kennenlernt, und wie sie alle miteinander umgehen. Einen wichtigen Teil in der Geschichte nimmt vor allem Jack Zimmermann ein, der nicht nur der Captain der Mannschaft ist, sondern sich auch vorgenommen hat, Eric von seiner Angst vor Bodychecks zu befreien. Allerdings sorgen Jacks Trainingsmethoden anfangs vor allem dafür, dass Eric ein eher zwiespältiges Verhältnis zu seinem Captain aufbaut, wobei es Ngozi Ukazu gelingt, dass man als Leser trotz Erics Gefühlen Jack recht früh ins Herz schließt und ihm – ebenso wie dem Rest des Teams – alles Gute wünscht.

Denn natürlich dreht sich nicht alles im Leben dieser vielen verschiedenen Studenten um Eishockey, dafür bietet so eine Studienzeit viel zu viele Herausforderungen. Wobei einige dieser Herausforderungen darin bestehen können, dass man die wohlmeindende Unterstützung seiner Freunde überlebt, während andere sich um Elemente wie Erwachsenwerden, Verliebtsein und … ähm … WG-Hygiene drehen können. 😉 Dafür, dass „Check, Please!“ eindeutig ein Comic ist, der mit all seinen amüsanten Episoden für gute Laune beim Lesen sorgt, spricht die Autorin überraschend viele schwierige Themen in der Geschichte an. Die Erwartungen, denen Spitzensportler ausgesetzt sind, sind dabei ebenso ein Thema wie der Druck, den Väter auf ihre sportlichen Söhne ausüben können. Und obwohl Erics Homosexualität für ihn grundsätzlich kein Problem ist, schwingt immer wieder mit, dass es für einen Jungen, der in einer Kleinstadt im Süden der USA aufgewachsen ist, nicht so einfach ist, diese Seite seiner Persönlichkeit offen auszuleben. Umso schöner ist es, von Erics Erlebnissen während der Studienzeit zu lesen und wie er dort das Gefühl hat, ganz er selbst sein zu können und – trotz seiner diversen Eigenarten – auch genauso von seinen Freunden gemocht zu werden.

Die Zeichnungen von Ngozi Ukazu sind recht klar und einfach gehalten, aber sehr charmant und atmosphärisch. Gerade Erics lebhaftes Wesen kommt wunderbar in den einzelnen Darstellungen rüber, aber auch die weniger enthusiastischen Charaktere überzeugen mit ihrer Gestik und Mimik. Bei ihrer Farbpalette beschränkt sich die Zeichnerin in der Regel auf gedeckte Erdtöne, was ich persönlich sehr angenehm finde. Insgesamt bin ich mit diesem Comic wirklich rundum glücklich. Ich habe die verschiedenen Figuren ins Herz geschlossen, ich habe mich großartig über die verschiedenen Erlebnisse, die Eric mit seinen Teamkameraden hat, amüsiert, und wenn ich den Comic in der Hand hatte, konnte ich ihn nur schwer aus der Hand legen, weil ich nur noch eben eine weiter Episode lesen musste. Ich freu mich sehr darüber, dass ich schon in wenigen Wochen den nächsten Band rund um Eric und das Samwell-Eishockey-Team in den Händen halten werde.

6 Kommentare

    • Mir hat der Comic beim Lesen so viel Freude bereitet – ich hoffe sehr, dass es dir ebenso ergeht, wenn du den Band irgendwann in der Hand hältst. 🙂

  1. Inhaltlich klingt das wirklich toll und sehr liebenswert. Ich hab direkt mal danach gegooglet, aber leider ist der Zeichenstil nicht ganz so meins, glaub ich. Schade!

    • Hattest du mehrere Seiten davon gesehen, Tine? Auf Anhieb hätte ich den Stil nämlich auch nicht so toll gefunden, aber er passt so gut zu den Geschichten und Gestik und Mimik sind überraschend ausdrucksstark!

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