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James Nicol: The Apprentice Witch

Ich mag Geschichten mit Hexen, ich mag Geschichten, die mir etwas zum Schmunzeln geben, und ich mag Geschichten, die mich beim Lesen an andere Geschichten denken lassen, die mir früher schon gefallen haben. „The Apprentice Witch“ von James Nicols erfüllt all diese Punkte, und beim Lesen musste ich an „Kikis kleiner Lieferservice“, „The Worst Witch“, „Little Witch Academia“ und viele andere Geschichten denken, die ich gerne mag. Trotz all der Szenen, die mich an andere Dinge erinnert haben, ist „The Apprentice Witch“ ein ganz eigener wunderbarer Roman, den ich sehr genossen habe. Die Handlung dreht sich um Arianwyn Gribble, die zu Beginn des Buches kurz vor ihrer Abschlussprüfung zur Hexe ist. Dabei müssen die Hexen in dieser „modernen“ Welt (es gibt Züge, Autos, Telefone und diverse technische Elemente rund um die Magie – es fühlt sich insgesamt nach der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts an) sich einer Messung durch den „evaluation gauge“ unterziehen. Als die fünfzehnjährige Arianwyn an der Reihe ist, gibt es Probleme mit dem Gerät, und so wird ihr der Aufstieg zu einer Hexe mit abgeschlossener Ausbildung verweigert.

Trotzdem bekommt sie einen ersten Posten als „Apprentice Witch“ in dem kleinen Städtchen Lull am Rande des Landes Hylund, direkt neben dem Großen Wald, der – Legenden zufolge – voller magischer Kreaturen sein soll. Da das Städchen sehr klein ist und es in den vergangenen Jahrzehnten ganz ohne eigene Hexe ausgekommen ist, geht man davon aus, dass Arianwyn dort nicht über Probleme stolpern wird, die sie nicht bewältigen kann. Doch natürlich trifft die junge Hexe noch vor ihrer Ankunft in Lull auf eine Herausforderung, mit der sie kaum fertig wird. Das ist natürlich nur der Anfang einer ganzen Reihe von Vorfällen, die sie immer wieder an die Grenzen ihres Wissens und Könnens bringen und dafür sorgen, dass der Bürgermeister Mayor Belcher die neue Hexe in der Stadt von Anfang an misstrauisch im Auge behält.

Ich mochte vor allem die kleinen Szenen, die beschreiben, wie Arianwyn in Lull ankommt, das Spellorium (ihren Zauberladen) in Besitz nimmt und sich mit Salle, der Nichte der Wirtsleute in Lull, anfreundet. Aber auch die kleinen Auseinandersetzung mit magischen Wesen (die sich zum Beispiel in menschlichen Häusern eingenistet haben und dort Unfug anrichten) habe ich gern verfolgt – vor allem, da Arianwyn regelmäßig denkt, sie hätte eine Situation im Griff, und dann passiert irgendeine Kleinigkeit, die zu absolutem Chaos führt. Das bietet nicht nur viele amüsante Momente für den Leser, sondern Arianwyn die Möglichkeit, zu wachsen und sich weiterzuentwickeln. Denn so einfach ist es für Arianwyn nicht, zum ersten Mal auf eigenen Füßen zu stehen und die Verantwortung für die magische Versorgung einer ganzen Stadt zu übernehmen (auch wenn sie sich jederzeit an ihre Vorgesetzte Miss Delafield wenden kann).

Bei all der Magie und den größeren und kleineren Herausforderungen für Arianwyn ist „The Apprentice Witch“ doch vor allem eine wunderbar liebevoll erzählte Geschichte über das Erwachsenwerden einer jungen Hexe, die sich mit ihren Stärken und Schwächen auseinandersetzen muss, die Freunde findet und Verantwortung übernimmt. Ich mochte Arianwyn sehr, ebenso wie ihre Freundin Salle und Miss Delafield. Ich habe mich wunderbar über die ganzen Vorfälle rund um Arianwyns Job amüsiert und mit ihr mitgefiebert, wenn es darum ging, ihren Nachbarn bei ihren kleinen und größeren Problemen zu helfen. Und auch wenn ich die eine oder andere Frage zum Weltenbau habe, so gefiel mir Hylund mit seiner Mischung aus Magie und Technik. „The Apprentice Witch“ ist für mich ganz eindeutig ein Wohlfühlbuch und am Ende wollte ich das Städtchen Lull, Arianwyn und all ihre Nachbarn gar nicht mehr verlassen (und habe mir direkt nach dem Zuklappen des Buches gleich den zweiten Band bestellt).