Lese-Eindrücke Oktober 2026

Auch wenn ich über einige diese Bücher während des Herbstlesens geschrieben habe, möchte ich doch noch einen Sammelbeitrag mit den gelesenen Romanen erstellen. Viele Bücher waren es ja nicht, die ich im vergangenen Monat gelesen habe. Aber immerhin waren ein paar wirklich nette Titel darunter …

Ilona Andrews: The Inheritance (Breach Wars 1)

Ilona Andrews‘ Geschichten machen mir eigentlich immer Spaß (was mich langsam dazu bringt, dass ich vielleicht doch noch mal einen Versuch mit ihrer Kate-Daniels-Reihe starten sollte), und „The Inheritance“ bildet da keine Ausnahme. Die Geschichte dreht sich um Adaline, in deren Welt vor zehn Jahren Portale in magische Taschendimensionen aufgetaucht sind, aus denen Monster strömten. Inzwischen gehören diese Portale zum Alltag der Menschen, und einige Personen haben – so wie Adaline – magische Fähigkeiten entwickelt, die beim Erkunden und Zerstören der Taschendimensionen nützlich sein können. Für eine alleinerziehende Mutter von zwei Teenager-Kindern ist das ein gefährlicher, aber auch lukrativer Job – und Adaline ist wild entschlossen, alles in ihrer Macht Stehende zu tun, damit ihre Kinder in einer Welt ohne Monster aufwachsen können. Nach einem Angriff von Monstern, der die meisten ihrer Kollegen tötet, bleibt sie allein mit dem Hund des Teams in einer dieser Taschendimensionen zurück und muss sich zurück zum Portal kämpfen. Das führt dazu, dass Adaline überraschend viele neue Dinge über diese Taschendimensionen und die Aliens/Monster lernt, die sich darin bewegen. Das war spannend und unterhaltsam zu lesen. Ich habe es genossen, dass die Protagonistin schon etwas älter und zynischer war – und dass sie all die Herausforderungen vor allem überstand, weil sie nicht wollte, dass ihre Kinder ohne ein Elternteil aufwachsen. Da es ein selbstveröffentlichter Titel des Autoren-Ehepaars ist, gibt es keinerlei Informationen, ob und wann es eine Fortsetzung geben wird, aber sobald ein zweiter Teil angekündigt wird, werde ich ihn mir auf jeden Fall vorbestellen.

Becky Chambers: The Galaxy, and the Ground Within (Wayfarers 4)

Die „Wayfarers“-Reihe von Becky Chambers habe ich rundum genossen, aber den Abschlussband „The Galaxy, ans the Ground Within“ fand ich besonders schön zu lesen. Die Handlung dreht sich um eine Handvoll Personen, die aufgrund äußerer Umstände gezwungen sind, ein paar Tage in einem von der Außenwelt abgeschlossenen Habitat zu verbringen. All diese Personen haben Probleme, die sie aktuell beschäftigen, und all diese Personen haben Vorurteile gegenüber den anderen Anwesenden, aber grundsätzlich versuchen sie, die anderen respektvoll zu behandeln. Je länger sie Zeit miteinander verbringen, desto besser lernen sie einander kennen und desto mehr wird ihnen bewusst, dass ihre Vorurteile keine Basis haben. Nicht alle von ihnen freunden sich miteinander an, aber dieses langsame Kennenlernen, die Auseinandersetzung mit den eigenen Vorurteilen und der Austausch zwischen Personen, deren Rassen eigentlich nicht miteinander auskommen, ist wirklich wunderbar zu lesen. Am Ende ist nicht gerade ein umwahrscheinlicher Freundeskreis entstanden, aber es besteht mehr Verständnis füreinander, und für einige Personen hat diese Zeit dafür gesorgt, dass sie (z. T. mit Hilfe der anderen) Entscheidungen für die Zukunft treffen konnten, die gut und wichtig sind. Jetzt habe ich nur noch ein Buch von Becky Chambers auf dem SuB und muss danach überlegen, ob ich auch ihrem neuesten Titel „As You Wake, Break the Shell“ eine Chance gebe. Wobei ich befürchte, dass das weniger eine Frage nach dem „ob“ als nach dem „wann“ ist. 😉

Olivia Dade: Spoiler Alert

„Spoiler Alert“ von Olivia Dade habe ich an demselben Herbstlesen-Wochenende gelesen wie „The Galaxy, and the Ground Within“. Die Geschichte dreht sich um April, die FanFiction rund um eine erfolgreiche Buch- bzw. Fernsehserie schreibt, und Marcus, der der Star ebendieser Fernsehserie ist. Nachdem April ein Foto von sich in einem Cosplay-Kostüm veröffentlicht und daraufhin wegen ihrer Figut online gemobbt wird, springt Marcus ein und meint, dass er sehr gern mit einer so hübschen Frau ausgehen würde. Nach dieser Essensverabredung kommen sich die beiden langsam näher, ohne dass Marcus April gestehen kann, dass er sie online schon seit Jahren kennt, da er unter dem Pseudonym „Book!AeneasWouldNever“ seit Jahren ebenfalls FanFiction schreibt, die von April korrekturgelesen wird. Dabei würde Marcus April wirklich gern die Wahrheit sagen, aber wenn jemals öffentlich bekannt würde, dass er Geschichten schreibt, die eine einzige große Kritik an seiner Rolle in der Fernsehserie sind, würde er nicht nur eine große Vertragsstrafe zahlen müssen, sondern seine Zukunft als Schauspieler wäre in Gefahr. Ich mochte, dass in dieser Geschichte zwei Personen mit eigenen Problemen und Unsicherheiten versuchten, so fair und offen wie möglich miteinander umzugehen. Selbst die Momente, in denen es zu Missverständnissen und (unbeabsichtigten) Verletzungen zwischen den beiden kam, wurden in der Regel dadurch gelöst, dass die beiden miteinander geredet haben. Das war wirklich nett zu lesen und hat mir überraschend viel Spaß gemacht.

Jennifer Estep: Venom in the Veins (Elemental Assassin 17)

Auf der Suche nach entspannter Lektüre, die nicht gerade viel Aufmerksamkeit von mir erfordert, habe ich mich an die „Elemental Assassin“-Reihe von Jennifer Estep erinnert und mich gefragt, wieso ich die Reihe nicht vollständig besitze. Nach dem Lesen des eBooks von „Venom in the Veins“ weiß ich wieder, wieso ich „nur“ 16 Bände im Regal stehen habe, denn diesen Band hatte ich anscheinend schon mal gelesen und aufgrund seiner schlechten Qualität dann vollkommen verdrängt. Die Protagonistin Gin Blanco soll eine hervorragende Assassinin sein, was ehrlich gesagt von Band 1 an unglaubwürdig war, weil sie ständig potenzielle Risiken übersieht oder zu arrogant ist, um Gefahren wahrzunehmen. Aber trotzdem habe ich mich mit den ersten 16 Bänden von „Elemental Assassin“ damals gut amüsiert, weil ich die verschiedenen Figuren rund um Gin und ihr Zusammenspiel mochte. Bei „Venom in the Veins“ macht sich aber so langsam bemerkbar, dass die Autorin die letzten drei Bände nur geschrieben hat, weil die Leser*innen nach mehr verlangten, und während ich sonst über Gins Verhalten hinwegsehen konnte, weil mich die Handlung amüsierte, war ich hier ziemlich froh, als ich den Roman endlich beendet hatte. Jetzt habe ich ein bisschen Angst davor, mir die ersten Bände der Reihe noch einmal genauer anzuschauen – auf der anderen Seite könnte das dazu führen, dass ich mal wieder ein bisschen Platz im Regal schaffen kann.

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