Bücher, über die es eigentlich nichts zu sagen gibt. ;)

Im Moment lese ich anscheinend nur Bücher, über die es eigentlich nichts zu sagen gibt. Irgendwie nette Romane, die aber nicht genug Handlung, Weltenbau, Charaktere oder sonst etwas Besonderes habe, dass ich darüber etwas sagen wollen würde. Die Bücher sind nicht mal so schlecht, dass ich darüber lästern könnte – was aber auch ein wenig daran liegt, dass ich gerade relativ schnell bestimmte Szenen einfach nur querlese.

Angefangen hatte es schon im Mai mit der Renegade-Royal-Reihe von Vanessa Kelly. Historicals, deren Kernthema sich um die (fiktiven) Bastardsöhne der britischen Prinzen kurz nach den napoleonischen Kriegen dreht. Ein paar dieser Männer haben während der Kriegsjahre als Spione gegen Frankreich gearbeitet, andere haben sich einen Lebensunterhalt als Freibeuter oder Spielhöllen-/Bordellbesitzer aufgebaut, und natürlich sind sie alle nicht gewillt, eine feste Beziehung einzugehen, bis sie „der Protatonistin“ begegnen. Ich muss gestehen, ich mochte die Figuren, und in den meisten Romanen hat es die Autorin sogar hinbekommen, dass die „starken Frauen“ auch nach dem ersten Treffen mit dem jeweiligen Protagonisten noch „stark“ sein durften. Alles in allem sehr leichte und nette Lektüre, die mich gut unterhalten hat, auch wenn ich beim Lesen der sieben Romane (und zwei Kurzgeschichten *g*) die Sexszenen überblättert habe, weil die mich nervten. Aber ich bin eh gerade etwas ungnädig mit (schlecht geschriebenen?) Sexszenen.

Danach habe ich mich „Murder With Cinnamon Scones“, dem zweiten Band der „Daisy’s Tea Garden“-Mysterys von Karen Rose Smith zugewandt. Ein netter Cozy, mit sympathischen Charakteren, einem relativ unblutigen Mord und sehr viel Wohlfühlmomenten in der Teestube der Protagonistin Daisy. Keine Sexszenen, die ich hätte überblättern müssen, dafür habe ich mich die ganze Zeit beim Lesen gefragt, ob ich den ersten Band schon gelesen habe. Genau genommen war ich mir total sicher, dass ich den ersten Teil schon gelesen hatte, weil ich mich an so viele private Details rund um Daisy und ihre Teestube erinnern konnte. Allerdings hatte ich keinerlei Erinnerung an den Mord und weder in den Bücherregalen noch auf dem eReader war das erste Buch zu finden. Also musste ich mir natürlich „Murder With Lemon Tea Cake“ auch noch besorgen und lesen! Das war auch nett und unterhaltsam, aber mehr auch nicht. (Und ich weiß immer noch nicht, ob ich die ganze Geschichte schon mal gelesen hatte oder vielleicht nur die Leseprobe …)

Am vergangenen Wochenende ging es dann weiter mit „Cry Wolf“ (und „Alpha and Omega“) von Patricia Briggs. Auch die Geschichte war nett, solange ich die „mein Wolf hat dich als meine Gefährtin auserwählt“- und die „Misshandlungen sind ganz schnell vergessen, wenn Frau nur den richtigen Mann Wolf findet“-Szenen ignoriere. Eigentlich mochte ich vor allem die Nebenfiguren und die kleinen Details, die die Mercy-Thompson-Welt ergänzten und die es in der „Hauptreihe“ nicht zu lesen gab, weil die Sachen halt nicht in Mercys Anwesenheit passierten. Ich weiß noch nicht, ob ich die Reihe weiterlese – vor allem, da mein Lieblingscharakter wohl erst einmal eine Rolle in den Mercy-Thompson-Romanen gefunden hat.

Außerdem dümpelte nebenbei ja immer noch „Death by Dumpling“ von Vivien Chien vor sich hin. Inzwischen habe ich das Buch beendet und beschlossen, dass es aus meinem Bestand fliegen wird. Ich mochte die Protagonistin und sehr viele der vorkommenden Nebenfiguren, außerdem gefiel mir die Idee mit dem Mord im Asia-Village und all den verschiedenen Eigenheiten der asiatisch-stämmigen Geschäftsleute in diesem speziellen Einkaufszentrum. Aber obwohl ich den Roman wirklich mögen wollte, hat mich der Mord total kaltgelassen. Die gesamte Handlung war mir vollkommen gleichgültig, auch wenn ich immer wieder über Szenen gestolpert bin, die ich amüsant oder unterhaltsam fand. Ich bin überraschend stolz auf mich, dass ich das Buch noch beendet habe, aber ich werde es definitiv kein zweites Mal in die Hand nehmen.

Zuletzt gab es Ende der Woche für mich noch „The Witchkin Murders“, den ersten Band der Magicfall-Reihe von Diana Pharaoh Francis, weil ich die Welt, in der die Geschichte spielt, sehr mag. Normalerweise setzen die Urban-Fantasy-Reihen, die ich lese, zu einer Zeit ein, in der das „Erwachen“ der Magie schon einige Jahre her ist und sich die Gesellschaft einigermaßen damit arrangiert hat. In der „Horngate Witches“-Serie der Autorin hingegen erlebt man als Leser diese Umwälzung (aus der Sicht einer Hexe) hautnah mit. Dieser Magicfall-Roman setzt etwas später ein und macht deutlich, wie wenig sich die Menschen bislang an all die gesellschaftlichen Veränderungen gewöhnt haben, die durch die Magie hervorgerufen wurden. Ich mag die Welt sehr, auch wenn ich bei Diana Pharaoh Francis immer wieder über Kleinigkeiten stolpere, die mich stören. Insgesamt habe ich mich mit „The Witchkin Murders“ gut unterhalten gefühlt (auch wenn ich all die „Ich fühle mich von meinem ehemaligen Partner angezogen“-Szenen mal wieder quergelesen habe).

So langsam geht mir ein bisschen die „leichte“ Lektüre für den eReader aus und im Halbdunkeln lassen sich gedruckte Bücher mit „normaler“ Schriftgröße so schlecht lesen. Ich fürchte aber, ich werde noch eine Weile bei Romanen bleiben, über die ich eigentlich nichts zu erzählen habe …

7 Kommentare

  1. Hihi, ich mag die Überschrift deines Beitrags und das Konzept, zumindest ein bisschen über die Bücher zu plaudern, auch wenn du keine “richtige“ Rezi drüber schreiben magst. Schön, dass dich diese “leichten“ Lektüren trotz einiger Mankos und Kritikpunkte so gut unterhalten können.

    • Konstanze

      Danke! 🙂 Ich saß gestern da und hatte Lust auf einen Blogbeitrag, aber eben in letzter Zeit keine Bücher gelesen, über die ich eine Rezension hätte schreiben wollen. So kam dieser Beitrag eigentlich von ganz allein zustande. Meine Fast-Food-Lektüre ist auf jeden Fall gerade genau richtig für mein „Zwischendurchlesen“, „in Öffentlichen Verkehrsmitteln lesen“ und „übermüdet abends noch ein paar Zeilen lesen“. Ich hoffe nur, ich mag mich bald mal wieder auf etwas intensivere Lektüre konzentrieren, denn da gibt es diesen verlockenden Stapel mit Sachbüchern im Regal …

  2. Bei solchen netten, aber nichtssagenden Büchern finde ich es auch oft schwer Rezensionen zu schreiben. Das ist wohl mit ein Grund, weshalb 3-Stern-Bücher bei mir besonders häufig nur Kurzrezensionen bekommen.

    Die „Daisy’s Tea Garden“-Mysterys von Karen Rose Smith sind mir auch schon öfter mal untergekommen und ich habe überlegt, ob ich sie mal probieren soll. So richtig begeistert klingst du aber nicht. Außerdem möchte ich ja auch endlich mal die restlichen Daisy Dalrymple-Krimis von Carola Dunn lesen und ich glaube, zwei Cozy-Reihen brauch ich dann auch nicht nebeneinander.

    • Konstanze

      Die Bücher sind schon sehr nett. Die Mordfälle sind nicht gerade gut konstruiert und die Motivation dafür etwas an den Haaren herbeigezogen. Aber die Figuren sind sympathisch (wenn auch eigentlich alle ein bisschen zu nett, wenn man von der Daisys Mutter absieht), das Privatleben der Protagonistin ist mal verhältnismäßig normal (Witwe mit zwei Teenager-Töchter, von denen die eine gerade mit dem College begonnen hat) und ihr potenzielles Liebesleben angenehm vernünftig (es gibt einen Mann, der an ihr interessiert ist, aber noch mit der Art und Weise zu kämpfen hat, wie seine letzte Beziehung endete, und statt dass das zu einem großen Drama führt, reden die beiden darüber, dass sie sich gegenseitig mögen, aber noch nicht so weit sind eine neue Beziehung einzugehen – wunderbar erwachsen). Außerdem mag ich die Vorstellung von diesem Tee-Salon, das wäre ein Ort, an dem ich auch gern mal einkehren, Tee trinken und ein Buch lesen würde. Aber auf der anderen Seite sind die Bücher nicht so besonders, dass ich sie dir jetzt unbedingt ans Herz legen müsste. *g*

  3. Na, da hattest du doch noch eine ganze Menge zu sagen. 🙂

    Welcher ist denn dein Lieblingscharakter in Mercy Thompson?

    Liebe Grüße
    Sunny

    • Konstanze

      Ich habe nicht den einen Lieblingscharakter bei den Mercy-Thompson-Büchern, aber ich habe eine Schwäche für diverse Nebenfiguren. In einem der Bände, die ich in den letzten Wochen gelesen habe, tauchte zum Beispiel Asil auf und da mochte ihn schon sehr gern, auch wenn er eindeutig ein gewisses Risiko für das Gefüge in der Region darstellt. 😀

      • Oh ja, Asil ist ein toller Charakter. Er spielt in der Alpha & Omega Reihe noch eine entscheidende Rolle. Also solltest du weiter lesen. 😛

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.