Seitdem ich mich zwischen den Weihnachtsfeiertagen und Neujahr mit meinem Mann einigeln und mich auf die Tätigkeiten konzentrieren kann, die ich mag, genieße ich meinen Jahresausklang wirklich sehr. Eigentlich hatte ich vor in den letzten zwei Wochen des Jahres ein paar der angefangenen Bücher auszulesen, die ich in den letzten Monaten nicht beendet hatte, aber das führte dazu, dass ich am vergangenen Wochenende gar nicht gelesen habe. Also schiebe ich diese Titel doch lieber ins kommende Jahr (oder gestehe mir einfach ein, dass manche Bücher nichts für mich sind und aussortiert werden können) und genieße einfach ein paar entspannte Lesestunden und greife dabei zu den Geschichten, auf die ich gerade Lust habe. Wobei mein Mann und ich auch so einige gemeinsame Brettspiel-Pläne haben, mal schauen, wie ich beides unter einen Hut bekomme. 😉
Dienstag, 24.12.
Gestartet habe ich in mein gemütliches Feiertagslesen am Weihnachtsabend damit, dass ich mein Adventskalenderbuch ausgelesen habe. Ich hatte bei „The Biggest Christmas Secret Ever“ noch zwei Kapitel (für den 24. und 25.) vor mir und habe das Buch nach dem Lesen mit einem Lächeln aus der Hand gelegt. Ich mag diese Geschichten rund um eine Familie, deren Mutter eine Beziehung mit dem Weihnachtsmann hat.

Weiter ging es mit dem Comic „Four Gathered on Christmas Eve“ (mit Geschichten von Eric Powell, Mike Mignola, Becky Cloonan, James Harren), den mir mein Mann vor einiger Zeit ans Herz gelegt hatte. Ich muss gestehen, dass mir zwar die Idee von vier Personen, die sich Horrorgeschichten am Weihnachtsabend erzählen, gefiel, aber so richtig warm geworden bin ich mit dem Comic und den Geschichten nicht. Vor dem Schlafengehen gab es dann noch „The Prince of Her Dreams“ von Lynn Strong (eine von drei Episoden aus „Chai and Cat-tales“) für mich. Das war eine wirklich süße, amüsante Geschichte mit einer Protagonistin, die unbedingt Archivarin werden will. Weshalb sie ihre Familie davon überzeugt, dass der beste Weg sich einen Prinzen als Ehemann zu schnappen, darin besteht, dass sie sich auf den – für andere Frauen weniger attraktiven – gelehrten Königssohn konzentriert, indem sie ihm bei seinen Studien assistiert.
Mittwoch, 25.12.

*g* Das mit dem „ich will fast den ganzen Tag lesen“ hat schon mal nicht geklappt – wir waren nach einem entspannten Vormittag erst nach 16 Uhr mit unserer Kooperativen Brettspielrunde von „Obsession“ fertig. Das war das erste Mal, dass wir das Spiel auf diese Weise gespielt haben und ich mochte, dass mein Mann und ich so gemeinsam gegen einen vom Spiel gesteuerten Gegner angetreten sind. Allerdings hatte dieser so viele Vorteile, dass wir beide keine Chance hatten. *g*
Außerdem bedeutete diese lange Spielrunde, dass ich dann erst einmal dringend „frühstücken“ musste (um danach direkt zu Tee und Keksen zu greifen), während ich mich dabei von Youtube-Videos berieseln ließ … In meinen Leseabend startete ich also erst nach 17 Uhr mit dem Gedicht „Our bodies as art galleries“ aus „these are the words“ von Nikita Gill, womit ich diesen Gedichtband beendet habe. Seit Februar habe ich immer wieder zu dem Buch gegriffen und bin dabei regelmäßig über Gedichte gestolpert, die ich gemocht habe und/oder die mich zum Nachdenken brachten. 🙂 Danach habe ich eine Weile die Stapel rund um mich angeschaut, bis ich mit „Daughter of Winter and Twilight“ von Helen Corcoran angefangen habe. Das Buch ist die Fortsetzung von „Queen of Coin and Whispers“ und dreht sich um Emri, die 18jährige Adoptivtochter von Königin Aurelia. Ich weiß nicht, wie Helen Corcoran es schafft, dass mich ihre Geschichten beim Lesen immer so beschäftigen, aber damit ich Emri und all ihre Probleme nicht mit in den Schlaf nehme, habe ich dann noch die zweite Geschichte aus „Chai and Cat-tales“ mit dem Titel „Priye“ gelesen.
„Priye“ dreht sich um eine sehr junge Katzen-Gestaltwandlerin, die allein auf der Straße lebt und irgendwie versucht einen Platz in einer von Menschen geprägten und für sie sehr verwirrenden Gesellschaft zu finden. Dabei fand ich es spannend, dass Priye – obwohl andere Gestaltwandler die menschliche Sprache beherrschen – nicht redet, sondern andere Wege findet, um mit den Personen um sich herum zu kommunizieren. Auch diese Episode war sehr niedlich und amüsant, die Bezeichnung „magical Middle Eastern cozy fantasy novellas“ passt auf jeden Fall und ich bereue es definitiv nicht, dass auch auf Verdacht ganze 97 Cent für diese drei Geschichten ausgegeben habe. 😉
Donnerstag, 26.12.
Ich mag meine entspannten Vormittage gerade sehr! Nach einem Telefonat mit meiner Mutter und einiger Zeit mit meinem neuen Switchspiel „stitch“ (solche kleinen Puzzlespiele sind schreckliche Zeitfresser und ich liebe sie! 😀 ), habe ich angefangen einen Handschuh zu stricken. Damit habe ich dann den restlichen Nachmittag verbracht, weil ich das Paar bis Samstag auf jeden Fall fertig haben wollte.

Abends ging es dann weiter mit „Daughter of Winter and Twilight“ – wenn ich weiterhin nur abends in dem Buch lese, werde ich bei fast 600 Seiten noch ein paar Tage mit dem Roman haben. Vor allem, wenn ich vor dem Schlafengehen zu etwas wechsel, was meine Gedanken weniger beschäftigt wie z.B. „The Potter’s Dream“, die letzte Geschichte aus „Chai and Cat-tales“. Den sanften Priester Shai Madhur mochte ich schon, als er eine Nebenfigur in Priyes Geschichte war, und es war sehr süß davon zu lesen, wie er versucht die Probleme mit der Mäuseplage in (s)einem Tempel zu lösen. Laut Nachwort hofft Lynn Strong, dass sie es schafft im kommenden Jahr einen Roman in dieser Welt zu veröffentlichen – und ich hoffe sehr, dass der dann ebenso nett wird, wie diese Kurzgeschichten.
Freitag, 27.12.

Dieser Vormittag verlief deutlich weniger gemütlich als die letzten beiden. Während mein Mann zur üblichen Zeit zur Arbeit ging (um in seinem Urlaub mit einigen Kollegen ein paar längere Brettspiele zu spielen *g*), habe ich geputzt, aufgeräumt und ein paar Sachen geflickt. Erst gegen 15 Uhr habe ich angefangen zu lesen, wobei ich das restliche Tageslicht ausgenutzt habe, um Band 3 und 4 von „Die Tagebücher der Apothekerin“ zu lesen.
Danach habe ich dann wieder zu „Daughter of Winter and Twilight“ gegriffen und bis zum Essen eine Weile darin gelesen. Ich mag es sehr, wie nah ich durch Helen Corcorans Erzählweise bei der Protagonistin Emri bin. Das sorgt dann aber auch dafür, dass ich mit meinen Gedanken bei lauter Kleinigkeiten hängenbleiben, die für die Handlung überhaupt nicht relevant sind, die mich aber bei einer realen Person interessieren würden. Nach dem Essen blieb nicht mehr viel Zeit zum Lesen, da wir dazu eine „Twin Peaks“-Folge angefangen hatten, die etwas länger ging. Ich bin gespannt, ob ich es am Wochenende schaffe den Roman zu beenden oder ob ich tagsüber dann doch wieder mit anderen Dingen beschäftigt bin. *g*

Das klingt wunderbar entspannt und gemütlich! Ich hoffe, du kannst die restlichen freien Tage mit deinen Büchern genauso schön verbringen!
Ich hätte ehrlicherweise gedacht, dass ich über die Feiertage mehr Zeit mit Lesen verbringen würde. *g* Aber es war wirklich wunderbar entspannt und gemütlich und ich habe die vergangenen Tage sehr genossen! 🙂
Das war sehr gemütlich zum Nachlesen 🙂 Ich kann gut verstehen, dass es mit dem Lesen „nach Plan“ nicht so gut geklappt hat – die Laune sucht sich am Ende doch ihren Weg. „Daughter of Winter and Twilight“ sieht jedenfalls aus, als ob es genau richtig für die letzten Tage des Jahres ist.
Wir waren heute auf einem Rauhnächte-Markt und haben uns danach in der Badewanne wieder aufgewärmt – das war schön. Die höchsten Chancen, in diesem Jahr noch beendet zu werden, hat bei mir Tolkiens „Tales from the Perilous Realm“, ich habe die letzte Geschichte darin begonnen.
Es war auch sehr gemütlich meine Tage so zu verbringen. 🙂 „Daughter of Winter and Twilight“ war definitiv ein sehr gutes Buch für den Jahresausklang und perfekt für einen Tag, an dem Frost in der Luft liegt und ein Hauch von Schnee auf den benachbarten Dächern liegt. Es ist fast schade, dass ich es nun ausgelesen habe, auch wenn das bedeutet, dass ich mir nun eine neue Geschichte für die nächsten Tage suchen kann.
Ein Rauhnächte-Markt klingt faszinierend! Und bei dem Wetter war die heiße Badewanne danach bestimmt eine Wohltat. 🙂 Tolkien klingt auch nach einer guten Lektüre für die aktuellen Winternächte – ich hoffe, du hast viel Spaß damit.
Tolkien hat sehr gut gepasst. Diese kleinen Geschichten kannte ich noch nicht, habe sie aber sehr genossen und gestern noch beendet. Am Ende steht noch einmal der Essay über Märchen, den ich auf Deutsch schon vor Jahren gelesen habe und den ich für den Moment ausgelassen habe, obwohl ich ihn sicherlich irgendwann noch einmal auf Englisch lesen werde.
Das klingt wirklich nach gemütlichen Feiertagen! Es freut mich, dass du weitgehend so eine entspannte Zeit hattest, auch wenn du vielleicht nicht ganz so viel Zeit mit Lesen verbracht hast wie erhofft.
Ich habe diese entspannten Tage „zwischen den Jahren“ wirklich genossen!
Irgendwie ist es ja leider immer so, dass es weniger Lesezeit wird, als geplant, aber solange jeden Tag etwas Lesezeit rauskommt, bin ich zufrieden. 🙂