Jo Spurrier: A Curse of Ash and Embers (Tales of the Blackbone Witches 1)

Ich hatte “A Curse of Ash and Embers” gerade mal zu einem Drittel gelesen, als ich mir die im Juli erscheinende Fortsetzung der Geschichte vorbestellte, weil mir Jo Spurriers Erzählweise so gut gefiel. Der Roman ist die erste Veröffentlichung, die ich von der Autorin gelesen habe, und ich wusste nicht so recht, was mich da erwartet. Aber ich mochte den Klappentext, der davon sprach, dass die Geschichte um eine junge Hexe ging, die Gräultaten ihrer Vorgängerin aufräumen muss, und um ein junges Dienstmädchen, das bei ihr arbeitet. Genau genommen begleitet man die Handlung aus der Sicht von Elodie von dem Tag an, an dem sie den elterlichen Bauernhof verlässt, um eine Stelle als Dienstmädchen anzutreten. Elodie weiß nicht so recht, wie sie überhaupt zu dieser Stelle gekommen ist, aber sie ist froh, nicht länger unter der Obhut ihres Stiefvaters leben zu müssen. Dieser hat in den vergangenen Jahren alles in seiner Macht Stehende getan, um Elodie immer wieder einzubläuen, dass sie ungeschickt, nutz- und wertlos sei und ihm dankbar dafür sein müsse, dass er sich überhaupt um sie kümmert.

So ist Elodie zwar nicht gerade glücklich, als sie herausfindet, dass ihre neue Arbeitgeberin eine Hexe ist, aber solange sie nicht zurück zu ihrer Familie muss, ist sie erst einmal bereit, mit all den Herausforderungen, die so ein Hexenhaushalt mit sich bringt, fertig zu werden. Dabei sind die Aufgaben nicht gerade gering, denen sich Elodie stellen muss, da ihre neue Dienstherrin Aleida Blackbone erst vor wenigen Tagen mit der alte Hexe Gyssha gekämpft hat. Aleida hat in diesem Kampf zwar gesiegt, ist aber von ihrer Gegnerin mit einem Fluch belegt worden. So muss sie nicht nur mit den Folgen dieses Kampfes fertig werden, sondern auch mit all den Überresten von Gysshas schwarzer Magie, die die Bewohner der Gegend bedrohen. Dazu kommen noch ein Warlock, der sich um einen Handel betrogen fühlt, und weitere Gefahren, die dafür sorgen, dass die beiden jungen Frauen beide Hände voll zu tun haben.

Ich mochte es sehr, Elodies Perspektive zu verfolgen, gerade weil sie sich lange Zeit eingeredet hat, dass sie als Dienstmädchen ja nichts mit all der Magie zu tun hat, die ihre neue Dienstherrin betreibt. Elodie ist stellenweise etwas naiv und definitiv ungebildet (wofür ihr Stiefvater gesorgt hat), aber sie ist nicht dumm und sie ist voller Fragen, die dafür sorgen, dass sie im Laufe der Zeit dann doch einen ganz guten Einblick in das Leben einer Hexe erhält. Vor allem aber ist sie loyal und hilfsbereit und sorgt so dafür, dass Aleida nicht allein ist in ihrem Kampf gegen all die Dinge, die Gysshas Tod mit sich bringt. Es ist schön zu verfolgen, wie sich die beiden jungen Frauen im Laufe der Geschichte besser kennen- und verstehen lernen, wie sie sich miteinander anfreunden und gegenseitig helfen. Vor allem, da von Anfang an deutlich wird, dass die Herausforderungen, denen die beiden gegenüberstehen, so groß sind, dass eine junge Hexe allein damit wohl nicht fertig werden kann.

Die Welt, in der Elodie sich nach Antritt ihres Dienstes wiederfindet, ist voller Gefahren. Böse Hexen, Geister, Dämonen, Warlocks, Naturgeister und animierte, riesige Konstrukte, die zur Zerstörung geschaffen wurden und erst damit aufhören, wenn sie selbst in ihre Einzelteile zerlegt wurden, gehören zu den Dingen, von denen das Mädchen vorher noch nie gehört hatte und gegen die sie nun zusammen mit Aleida kämpfen muss. Dabei hat es Jo Spurrier meinem Gefühl nach sehr gut hinbekommen, dass Elodie auf der einen Seite in einem relativ friedlichen ländlichen Umfeld lebt und arbeitet und trotzdem mit all dieser dunklen Magie konfrontiert wird – und dieser Kontrast macht auch für mich den Reiz der Geschichte aus. Ebenso wie die Gegensätzlichkeit der beiden Protagonistinnen sorgt er dafür, dass die Geschichte immer spannend bleibt, weil man nie weiß, was einen als nächstes erwartet. Ich habe es sehr genossen zu sehen, wie sich Elodie weiterentwickelt und wie sie all ihr neugewonnenes Wissen anwendet. Ich mochte das wachsende Vertrauen zwischen den beiden jungen Frauen (und das in diesem Buch eben eine Frauen-Freundschaft und keine Liebesbeziehung im Mittelpunkt steht) und ich habe Jo Spurriers Erzählweise sehr genossen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.