Neyashas Jahreswechse-Lesemarathon 2021/2022

Auch in diesem Jahr gibt es bei Neyasha wieder einen Lese-Marathon über Silvester und ich werde mich ihr (so wie schon im vergangenen Jahr) anschließen. Allerdings fürchte ich, dass ich das erste Stündchen nicht mit Lesen, sondern mit Puzzeln verbringen werde – da momentan das Tageslicht gerade noch dafür ausreicht (und wir immer noch keine ausreichende Beleuchtung in unsere Durchgangszimmer haben). So richtig geht es bei mir mit dem Lesen also erst gegen 15 Uhr los – ich melde mich dann wieder hier. 🙂

 

Update 16:30 Uhr (31.12.2021)

Ein Puzzle, das vom oberen Bildrand aus betrachtet wird, und bei dem bislang der Himmel und ein Teil eines Flusses fertig gearbeitet sind. Im Fluss lassen sich Elefanten erahnen (bei sehr genauem Hinschauen).

Da zwischendurch wirklich schön die Sonne schien, haben wir doch etwas länger gepuzzelt als geplant. So wie auf dem Foto ist übrigens meine Perspektive auf das Puzzle (dafür sitze ich dabei auf dem bequemeren Stuhl *g*). Es war lustig, wie schnell sich gestern der Himmel puzzeln ließ, während mein Mann nun seit zwei Tagen am Fluss arbeitet und immer noch nicht alle Teile anlegen konnte. Ich habe mich derweil heute mit dem Grün im Hintergrund des Bildes herumgeschlagen und war jedes Mal sehr froh, wenn ich ein passendes Teil gefunden hatte. An dem Puzzle haben wir wohl noch ein paar Tage Freude. 🙂 Ansonsten habe ich mir Tee gekocht, mein Mann hat die letzten Weihnachtsplätzchen und Schokolade verteilt und ich greife (nachdem ich mich kurz bei Neyasha und Birthe gemeldet habe) zu „Amari and the Night Brothers“ von B.B. Alston. Ich hatte erst überlegt, ob ich den Jahreswechsel-Lesemarathon nutze, um noch ein paar angefangene Titel zu beenden, aber ich würde nur eine kleine Kerbe in die beiden Stapel mit angefangenen Büchern schlagen können, so dass sich da ein Endspurt gar nicht so recht lohnt. Außerdem habe ich gerade sehr große Lust darauf endlich diese Geschichte anzufangen. 😉

Links oben eine kleine brennende Sturmlaterne, in der Mitte eine Untertasse mit drei Plätzchen und drei in Folie eingepackten Schokoladenkugeln, die Untertasse steht auf einem Buch, von dem gerade noch der Titel "Amari and the Night Brothers" zu lesen ist, rechts oben steht eine große Tasse mit einer Milchschaumhaube (Chai-Tee mit Milchschaum).

 

Update 19:00 Uhr (31.12.2021)

In den vergangenen zwei Stunden habe ich – wenn auch regelmäßig von meinem kommunikativen Ehemann unterbrochen – „Amari and the Night Brothers“ gelesen. Nach einem etwas gewöhnlichem Einstieg (gibt es für Amerikaner wirklich keine anderen Anfang für Middle-Grade-Geschichten als Ärger-in-der-Schule-Schuldirektorgespräch-Situationen?) gab es schnell Szenen, die mir sehr gut gefallen haben. Die Protagonistin Amari hat in letzter Zeit häufiger Ärger in der Schule gehabt und einer der Gründe ist, dass ihr (zehn Jahre) älterer Bruder Quinton verschwunden ist und ihre Klassenkameraden sie damit „necken“, dass Quinton bestimmt tot ist. Am letzten Schultag bekommt Amari dann eine Lieferung, die ihr eine ganz neue Welt eröffnet und ihr ermöglicht am Sommercamp des „Bureau of Supernatural Affairs“ teilzunehmen. Das Ganze hat schon ein gewisses Percy-Jackson-Feeling (vor allem, weil Percy Jackson nun mal die Reihe ist, die ich als erstes mit so einer Camp-Situation verbinde), aber ich mochte es sehr, dass Amari sich bewusst dafür entscheiden muss einen Schritt in die übernatürliche Welt zu wagen. Außerdem gibt es viele nette magische Elemente in der Geschichte, die mir viel Spaß machen, weshalb ich mich jetzt schon aufs Weiterlesen freue. Aber erst einmal schaue ich bei Neyasha und Birthe vorbei und dann gibt es den traditionellen Nudelsalat zum Abendessen.

 

Update 22:15 Uhr (31.12.2021)

Eine Glasschale mit zwei grob aufeinandergehäuften Klumpen Eiscreme vor einer orangen Decke.

Ich würde gern schreiben, dass es nach dem letzten Update gleich Abendessen gab, aber mein Mann hat noch etwas rumgetrödelt also habe ich nur kurz bei Twitter reingeschaut und schon gab es eine Stunde später Essen, als wir es geplant hatten. *g* Der Nudelsalat war lecker und zum Nachtisch haben wir – „liebevoll“ von meinem Mann serviertes – Schokoladen-Erdbeer-Eis gegessen. Zum Essen gab es dann die zweite Folge von „School of Chocolate“, wo acht Personen, die alle professionell in dem Gebiet arbeiten, an einer Mischung aus Weiterbildung und Wettbewerb rund um Patisserie teilnehmen. Die Teilnehmer finde ich zum Großteil nicht sehr sympathisch, aber Amaury Guichon, der das Ganze leitet, habe ich in den zwei Episoden schon richtig ins Herz geschlossen. Er ist sehr professionell, gibt gute und hilfreiche Tipps, wenn die Teilnehmer Probleme haben, und seine Entscheidungen sind für den Zuschauer immer nachvollziehbar. Ich mag, dass es dabei um Wissensvermittlung geht, auch wenn die Teilnehmer (und das mag ich nicht) immer den Wettbewerbsanteil des Ganzen betonen. Nach dem Essen wollte ich eigentlich gleich wieder zum Buch greifen, aber dann hat mein Mann über Twitter mitbekommen, dass Betty White heute gestorben ist und wir haben uns dann noch eine ganze Weile über sie ausgetauscht und uns gegenseitig erzählt, welche ihrer Rollen wir am Liebsten mochten …

 

Update 9:30 Uhr (01.01.2022)

Ich wünsche euch ein frohes neues Jahr und hoffe, eure Nacht war angenehm ruhig und ihr konntet gut schlafen. Bei uns war erst so gegen halb zwei genug Ruhe, um ins Bett zu gehen, auch wenn ich schon vor Mitternacht müde genug gewesen wäre, um einschlafen zu können. Es war deutlich weniger los als in den vergangenen Jahren, aber es wurde immer noch genügend Feuerwerk abgebrannt, dass vom frühen Nachmittag an durchgehend Böller und das Pfeifen von Raketen zu hören war. Da ich so müde war, lief es gestern dann nicht mehr so gut mit dem Lesen, aber ich genieße „Amari and the Nightbrothers“ weiterhin. Die Geschichte beinhaltet sehr viele vertraute Elemente (und während ich ganz am Anfang bei der Erwähnung des Sommercamps Percy-Jackson-Erinnerungen hatte, fühlt sich der Teil im Camp dann eher nach den Nevermoor-Geschichten von Jessica Townsend an), aber die Erzählweise des Autors fügt diesen bekannten Elementen so einige erfrischende und unterhaltsame Wendungen hinzu, dass ich den Roman gerne lese. Bevor ich mich aber auf dem Sofa wieder mit einem Buch einrollen, muss ich noch eine Runde durch die Wohnung wuseln (und mir Tee kochen). Ich muss zugeben, dass ich mich gerade noch nicht sehr wach fühle … *g*

 

Update 12:00 Uhr (01.01.2022)

Nach meinem ersten Lebenszeichen hier heute morgen, habe ich ein bisschen die Küche aufgeräumt, mich mit meinem Mann unterhalten und dann bin ich auf dem Weg zum Bettenmachen bei unserem Puzzle hängengeblieben und habe die Gelegenheit genutzt, dass ich mal „richtigrum“ auf das Bild schauen konnte. Ich kann also vermelden, dass Fluss und Elefanten nun fertigestellt sind und wir heute Nachmittag „nur“ noch den Regenwaldanteil des Puzzles vor uns haben. Mal schauen, ob wir das heute hinbekommen oder ob wir morgen noch etwas davon haben werden. *g*

Links oben eine kleine brennende Sturmlatern, in der Mitte liegen zwei Taschenbücher aufeinander, das untere ist nur zu erahnen, das obere trägt den Titel "Winter Magic", rechts oben eine große Tasse mit Milchkaffee.

Nachdem ich mich vom Puzzle trennen konnte, habe ich mich mit der Anthologie, die ich gerade lese, auf dem Sofa eingerollt. „Winter Magic“ (herausgegeben von Abi Elphinstone) beinhaltet eine Sammlung von (fantastischen) Kurzgeschichten von verschiedenen Kinder- und Jugendbuchautor.innen. Einige der Geschichten sind nicht für die Antholgie geschrieben, sondern schon früher an anderer Stelle veröffentlicht worden, aber für mich sind sie neu. Die Geschichte, die ich heute gelesen habe, war „Casse-Noisette“ von Katherine Woodfine. Die (fiktive) Handlung drehte sich um die erste Aufführung des Balletts „Der Nussknacker“ in St. Petersburg und die Autorin hat die Geschichte aus Sicht der zwölfjährigen Tänzerin, die damals die Clara tanzte, geschrieben. Ich fand die Handlung sehr berührend (wenn auch ein kleines bisschen kitschiger als ich es von der Autorin gewöhnt bin) und mochte die Geschichte sehr. Jetzt werde ich aber für die restliche Zeit des Lesemarathons wieder zu „Amari and the Night Brothers“ greifen und versuchen gemeinsam mit Amari herauszufinden, was aus ihrem verschwundenen Bruder Quinton geworden ist. 🙂

 

Update 14:00 Uhr (01.01.2022)

Links oben eine kleine brennende Sturmlaterne, rechts daneben ein Teller mit vier Baguettescheiben (zwei davon mit einer grünen Creme bestrichen, zwei mit Frischkäse) und daneben liegen einige Möhren.

Nach dem letzten Update fiel mir erst einmal auf, dass ich mir doch so langsam mal Frühstück machen könnte – vor allem, da ich mich sehr auf die Pistaziencreme gefreut habe, die ich mir „den nächsten Tag, an dem ich mal zum Frühstück Weißbrot essen“ aufgehoben hatte. 😉 Danach ging es weiter mit „Amari and the Night Brothers“ – inzwischen bin ich beim 25. Kapitel angekommen und ich finde es wirklich schön, dass ich an diesen zwei Tagen so viel Zeit am Stück gelesen habe. Ich muss mir für dieses Jahr definitiv wieder längere Lesezeiten vornehmen und dann auch Laptop und Smartphone in diesen Stunden außer Reichweite legen, damit ich nicht bei jedem flüchtigen Gedanken nur mal eben etwas recherchiere oder ein anderes Buch auf die Merkliste setze oder mich auf andere Art und Weise ablenken lasse …

Ein aufgeschlagenes Buch. Auf der linken Seite ist fett gedruckt "Chapter Twenty-Five" zu lesen, darunter ist eine gezeichnete Fleischfressende Pflanze zu erkennen.

Da der Lesemarathon jetzt vorbei ist, wandere ich zusammen mit meinem Mann erst einmal wieder zu unserem Puzzle (auch wenn das trübe Tageslicht heute nicht gerade wirklich für angemessene Puzzlebedingungen sorgt *g*). Es war sehr schön entspannt den Jahreswechsel gemeinsam mit Neyasha und Birthe lesend zu verbringen. Vielen Dank dafür an Neyasha! Ich hoffe, ihr habt noch ein schönes und entspanntes „Restwochenende“, bevor am Montag der Alltag wieder beginnt. 🙂

17 Kommentare

  1. Viel Spaß beim Puzzeln! Ich habe auch noch ein angefangenes Puzzle, bei dem ich ewig nichts weitergelegt habe, aber das werde ich wohl erst wieder im neuen Jahr hervorholen.

  2. Was für ein Motiv ist das? Die Farben gefallen mir sehr gut, aber es schaut etwas mühsam zu puzzeln aus mit den einfärbigen Flächen.
    Viel Spaß mit „Amari and the Night Brothers“! Wenn du gerade so große Lust auf diese Geschichte hattest, ist sie ja hoffentlich das richtige für heute Abend. 🙂

    • Es ist eine Gruppe von Elefanten, die vor einem (Regen-)Waldhintergrund durch einen Fluss gehen. Genauer gesagt ist es das „Save our Planet-Regenwald“-Motiv von Eurographics – und wie so oft bei der Firma sind eigentlich eher die Teilchenformen herausfordernd und weniger die Motive. Aber gerade das finde ich auch wirklich spannend bei diesen Puzzlen. *g*

      Dankeschön! Bislang fühle ich mich sehr gut unterhalten von der Geschichte und mag die Protagonistin sehr. 🙂

      • Das Buch klingt wirklich sehr nett. Lustigerweise ist mir so ein Einstieg noch nie (oder zumindest schon sehr lange nicht mehr) untergekommen.
        Ich hoffe, ihr habt euch den Nudelsalat schmecken lassen und du hast noch einen angenehmen Jahresausklang mit deinem Buch!

        • Ich lese ja in letzter Zeit vermehrt Middle-Grade-Geschichten und da habe ich das Gefühl, dass das doch ein ziemlich häufiger Einstieg ist (zumindest bei Veröffentlichungen aus den USA).

          Danke, der Nudelsalat war lecker (und reicht zum Glück noch für morgen) und nachdem ich mich danach etwas habe ablenken lassen, werde ich gleich auch wieder zum Buch greifen. 🙂

  3. Gepuzzelt hab ich ja schon lange nicht mehr – könnte ich eigentlich auch mal wieder machen … ach nee, geht nicht, auf dem einzigen Tisch, auf dem ein Puzzle Platz hätte, steht ab Montag wieder mein Homeoffice, und den Rest des Tisches brauch ich dann doch eher für Essen und solche Dinge … 😉 Die Puzzleteile sehen echt spannend aus, da machen die eher einfarbigen Stellen wahrscheinlich trotzdem Spaß!
    Das Buch klingt jedenfalls nach einem netten Buch für einen solchen Abend – ich wünsche dir noch viel Spaß damit!

    • Wir haben auch schon lange nicht mehr gepuzzelt (und das Brettspielen fällt zur Zeit auch aus), weil mein Mann den Tisch fürs Home Office nutzt. Zum Glück hat er die erste Januarwoche noch Urlaub, so dass wir mit etwas Glück sogar noch ein zweites Puzzle (oder zumindest ein paar Brettspielrunden schaffen sollten).

      Ich liebe diese ungewöhnlichen Puzzleteile sehr. Bislang haben wir die nur bei diesem einen Hersteller gefunden (leider sind nicht alle Puzzle, die sie anbieten, so geformt) und sie erhöhen den Puzzlespaß enorm und machen es stellenweise auch wirklich herausfordernd, weil wir uns nie sicher sein können, wie ein gesuchtes Teil wirklich ausschaut. Langweilig wird es damit auf jeden Fall nicht. 🙂

      Das Buch ist sehr nett und es gibt ein paar wirklich hübsche fantastische Elemente darin! 🙂

  4. Guten Morgen! Mir ging es gestern ähnlich wie dir: Ich war um Mitternacht schon ziemlich müde, aber erst gegen 1 Uhr wurde es ruhig genug, dass an Schlaf zu denken war. Das ließ mich immer wieder sehnsüchtig an meinen Silvesterurlaub in Bozen denken, wo Feuerwerke und Böller gänzlich verboten sind.
    Ich hoffe, du bist bald wach genug zum Lesen und wünsche dir noch viel Freude mit deinem Buch!

    • Die Nussknacker-Geschichte hört sich ja wirklich schön an. Und das Cover ist auch ganz zauberhaft! Anscheinend hattest du für diesen Lesemarathon ein gutes Händchen bei der Buchauswahl.

      • Konstanze

        Eine Stadt, in der wirklich kein Feuerwerk oder Böller abgebrannt werden, klingt wirklich traumhaft für die Silvesternacht! Ich drücke die Daumen, dass du dort in diesem Jahr wieder den Jahreswechsel verbringen kannst. 🙂

        Die Nussknacker-Geschichte war wirklich toll, vor allem, da ich so etwas Bezauberndes gar nicht bei dem Thema erwartet hatte. Ansonsten ist die Auswahl in dieser Anthologie (wie es sich nun mal bei Kurzgeschichtensammlungen gehört) sehr gemischt und ich hatte auch schon Beiträge darunter, die mich nicht so überzeugen konnten. Aber insgesamt habe ich viel Spaß beim Lesen der Kurzgeschichten (und schon wieder ein oder zwei neue Titel auf der Merkliste, weil ich neue Autor.innen entdeckt habe).

        • Das ist natürlich immer das Problem bei Anthologien und ein Grund, weshalb ich so selten danach greife, obwohl es wirklich eine schöne Möglichkeit für neue Entdeckungen ist.

          Ich habe mich gefreut, dass du beim Lesemarathon mit dabei warst! 🙂 Und ich muss mir dieses Jahr auch unbedingt längere Lesezeiten vornehmen, bei denen ich mich nicht ständig ablenken lasse. Aber das ist eh ein allgemeines Problem bei mir und nicht nur aufs Lesen beschränkt. Ich frage mich wirklich, ob diese kürzere Konzentrationsspanne eine Sache des Alters ist oder von dem durch mobile Geräte befeuerten Multitasking kommt.

          • Konstanze

            Ich finde es eigentlich ganz spannend, dass ich bei Anthologien gar nicht so recht vorhersagen kann, was mich erwartet. Wobei ich versuche auf Anthologien zurückzugreifen, die von Herausgebern sind, mit denen ich gute Erfahrungen gemacht habe oder die ich als Autor.innen kenne, deren Bücher ich mag. Das sorgt in der Regel dafür, dass ich die meisten Geschichten in einer Anthologie auch genießen kann. 🙂

            Meinem Gefühl nach hängt es an beidem. *g* Natürlich sind all die mobilen Geräte schreckliche Ablenkungsversuchungen, die dafür sorgen, dass wir eher das Lesen unterbrechen. Aber ich merke auch, dass ich inzwischen länger brauche, um mich auf etwas einzulassen und mich richtig auf etwas zu konzentrieren, weil ich eine deutlich längere (berufliche und private) To-do-Liste im Hinterkopf habe, die einfach kein Ende zu nehmen scheint.

            Früher hat es gereicht, wenn ich ein paar Sätze gelesen habe, um in Lesestimmung zu sein (und ich konnte problemlos lesen, auch wenn der Fernseher lief und ich parallel noch gestrickt habe,) während ich heute Ruhe und Zeit benötige, um mich auf ein Buch einlassen zu können.

  5. Das mit den längeren Lesezeiten will ich mir dieses Jahr auch vornehmen. Und digitale Geräte weglegen ist auf jeden Fall eine gute Idee – ich habe mich beim Lesen meines Silvesterbuches (also, der 45 Seiten, die ich geschafft habe 😉 ) auch dabei ertappt, dass ich zwischendurch das Smartphone vorholte und erst mal den Rassestandard und die Geschichte von Alaskan Malamutes bei Wikipedia nachlas …
    Neyasha hat das mit der kurzen Konzentrationsspanne gut ausgedrückt – ich habe das bisher tatsächlich auf die Ablenkung durch mobile Geräte bzw. sowas wie Youtube und Co. geschoben, ich kann mir nicht vorstellen, dass das was mit dem Alter zu tun hat, sonst könnten meine Eltern nicht so ausdauernd Rätsel lösen und lesen (gut, das inzwischen nicht mehr so lange, aber nur, weil dabei dann die Augen nicht mehr mitmachen). Aber ich glaube schon, dass das was mit dem Gehirn macht, wenn es immer kurze Endorphin-Kicks durch immer was Neues kriegt, sprich: kurze Videos, sofortige Befriedigung eines Informationsbedürfnisses … Und dass man deshalb die Langsamkeit, die Stille und das Dranbleiben an einer Sache erst wieder regelrecht ein bisschen trainieren muss.

    • Konstanze

      Ein Teil von mir denkt immer noch, dass ich wie früher mal eben für ein paar Minuten zum Buch greifen und etwas lesen kann, aber das funktioniert einfach nicht mehr … Außerdem habe ich mir in den letzten Monaten angewöhnt Umgebungsgeräusche (Straßenlärm /Musik oder Fernseher der Nachbarin) zu übertönen, indem ich mit Kopfhörern Musik höre – allerdings muss dafür der Laptop laufen, weil ich instrumentale Musik nur digital habe, und wenn der schon läuft ist die Versuchung natürlich groß mal eben etwas nachzuschlagen oder nach Mails zu gucken oder … Da muss ich mir definitiv noch was überlegen!

      Oh, und ich glaube schon, dass es – zumindest bei mir – auch etwas mit dem Alter zu tun hat. Ich kann definitiv nicht mehr so gut so viele Sachen im Kopf behalten wie früher und ich bin unflexibler geworden als noch vor zehn Jahren, was sich halt auch auf mein Leseverhalten auswirkt. Außerdem hatte ich im vergangenen Jahr ziemlich viel beruflich um die Ohren und habe ein paar neue Dinge gewagt und das waren alles Sachen, die ich früher mit viel mehr Leichtigkeit angegangen wäre als heutzutage – was natürlich auch bedeutet, dass sie länger im Kopf bleiben und mich intensiver beschäftigen. Aber natürlich hilft die ständige Verfügbarkeit von kurzen, schnellen Informationen nicht, wenn man sich eigentlich gerade ohne Ablenkung auf etwas konzentrieren will.

      Was mir immer wieder auffällt, ist, dass ich nachts wirklich gut lesen kann. Es ist dann still im Haus und in der Nachbarschaft, ich kann nichts „Aktiveres“ machen, weil ich dann meinen Mann wecken würde, und selbst mein Kopf sieht dann ein, dass es zu spät ist und ich zu müde bin um zu arbeiten, also kann ich in Ruhe lesen (obwohl es vernünftiger wäre ins Bett zu gehen *g*). Wenn ich diesen Zustand also irgendwie wieder tagsüber bzw. nach Feierabend erreichen könnte, wäre es traumhaft!

      • Diesen Zustand, den du für die Nachtzeit beschreibst, kenne ich von der Badewanne. Da habe ich keinerlei mobile Geräte oder sonstigen Ablenkungen im Raum und kann herrlich lesen. Aber ich kann mich ja auch nicht jeden Abend ewig in der Badewanne einweichen. *gg*

        Dass man das Dranbleiben an einer Sache bis zu einem gewissen Grad wieder trainieren kann, denke ich auch. Ich habe vor einer Weile festgestellt, dass es mir immer schwerer gefallen ist, einen ganzen Film zu schauen, weil mir das eine zu lange Konzentrationauf eine Sache war. Meistens habe ich noch nicht mal mehr Filme begonnen, weil ich von vornherein zu ungeduldig war, um mich so lange darauf einzulassen. Aber seit gut einem Jahr schaue ich einmal in der Woche mit einem Freund einen Film – beide von zuhause aus. Wir starten gleichzeitig und tauschen uns per WhatsApp darüber aus. Natürlich ist das auch wieder ein wenig Ablenkung, aber es sorgt auch dafür, dass ich nicht einfach pausieren/unterbrechen kann und das hilft mir wirklich, für die ganze Dauer des Films dranzubleiben.

        • Konstanze

          Ich fürchte auch, dass ein ständiger Aufenthalt in der Badewanne dann doch keinen so positiven Einfluss auf dein Leben hätte … *g*

          Ich frage mich, ob es bei dir und den Filmen wirklich die Konzentration war, die fehlte, oder die Bereitschaft „so viel“ Zeit für etwas aufzuwenden. Ich habe zumindest bei mir festgestellt, dass ich häufig das Gefühl habe, ich habe keine Zeit für einen Film, weil ich zwar jetzt gerade gern etwas gucken würde, aber eigentlich auch schon wieder zwei, drei andere Sachen geplant habe. Weshalb ich vermute, dass du von vornherein die Zeit, die du für den Film benötigst, einplanst, wenn du dich mit deinem Freund dafür verabredest, und deshalb mit der Bereitschaft die geplante Zeit damit zu verbringen auch die Konzentration dafür da ist. Äh, habe ich mich verständlich ausgedrückt?

          Auf jeden Fall hast du mich gerade auf den Gedanken gebracht, dass ich vielleicht nicht nur für weniger Ablenkungen, sondern auch für größere Zeitslots (und weniger geplante Tätigkeiten) bei meiner Tagesplanung achten sollte.

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