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Lesemarathon vom 3. bis 4. Oktober

Nachdem ich im September nur selten längere Zeit am Stück lesen konnte und intensive Lesestunden vermisst habe, nehme ich heute an Neyashas Lesemarathon teil. Der Lesemarathon startet heute um 8 Uhr und endet am 4.10. um 8 Uhr. Ich werde die 24 Stunden nicht durchlesen, aber mir neben den unaufschiebbaren Verpflichtungen so viel Lesezeit wie möglich gönnen und in diesem Beitrag immer wieder berichten, wie es so läuft, was ich gerade lese und wie es mir gefällt.

Ich freu mich schon auf einen Tag voller Bücher, kuscheliger Katzen und Blogbeiträge. Da ich etwas übermüdet bin (ich war erst um zwei Uhr im Bett und bin um halb acht wieder aufgestanden – das wird noch was mit dem Schlafmangel! 😉 ), liege ich mit gemütlicher Kuscheldecke auf dem Sofa. Eine kleine Auswahl an Büchern habe ich mir bereit gelegt:

John Irving: Owen Meany (Challengebuch und bislang gerade mal angeschnuppert)

John Green, Maureen Johnson, Lauren Myracle: Tage wie diese (Wohlfühl-Re-Read)

Kelly Meding: Wrong Siede of Dead (da ich gerade so in der Reihe drin bin, geht es damit auch weiter)

8:00 Uhr
Ich starte mit „Tage wie diese“ – das dürfte das richtige Buch zum Wachwerden sein. 😉
Gesellschaft habe ich auch schon. Christie sorgt dafür, dass ich gemütlich in den Tag starte:

Da ich ab zehn Uhr eine Runde arbeiten muss, unterbreche ich das Lesen erst einmal und beantworte dafür noch schnell Neyashas erste Frage:

1. Auch, wenn der Marathon eher kurzfristig anberaumt wurde – hast du dich irgendwie darauf vorbereitet? Vorgekocht, den Partner aus dem Haus vertrieben, etwas in der Art?

Nein, es gab keine besonderen Vorbereitung. Mein Mann hatte schon am letzten Freitag gemeint, dass er heute kochen würde (ein sehr guter Grund, um ihn nicht aus dem Haus zu treiben 😉 ) und ich hatte mir diesen Tag eh so weit wie möglich freigehalten, um mal wieder in Ruhe zu lesen. Es passt eben heute einfach zusammen. 😉

Auch wenn ich so langsam denke, ich hätte vielleicht die Katzen ausquartieren sollen …

Update 13:00 Uhr

Nachdem ich um 10 Uhr aufhören musste zu lesen, habe ich den ersten Schwung Arbeit nun hinter mich gebracht und kann mich jetzt wieder auf mein Buch stürzen. Da „Tage wie diese“ zwar nett ist, mich aber nicht so recht packen konnte, wechsel ich zu „Wrong Side of Dead“. Eine Tasse Tee steht bereit, das Buch liegt in Reichweite – aber bevor ich mich darin vertiefe, beantworte ich eben noch Neyashas zweite Frage und flitze schnell zu den anderen Teilnehmern, um zu gucken wie sie den Vormittag verbracht haben.

2. Wie muss für dich ein Buch sein, dass du es für Stunden nicht mehr aus der Hand legen kannst?

Auf der einen Seite muss es perfekt zu meiner aktuellen Stimmung passen, auf der anderen Seite muss es sowohl meinen Kopf als auch meinen Bauch ansprechen. Nicht unbedingt zu gleichen Teilen: Ich kann eine nicht so ausgefeilte Geschichte genießen, wenn sie mich bewegt, und ich habe kein Problem mit wenig emotionalen Texten, wenn sie meinen Kopf auf Trab halten.

(14:00 Uhr)
Da ich gerade die Kommentare zum Lesemarathon von drei verschiedenen Blogs (unter anderem meinem eigenen) in einem einzigen Mailverlauf angezeigt bekomme und das etwas lästig ist, habe ich meinen Beitrag jetzt etwas umbenannt – vielleicht hilft das ja.

Update 17:30 Uhr

Ich bin inzwischen wieder richtig schön in der Dreg-City-Reihe drin, auch wenn ich etwas brauchte, um in die Geschichte von „Wrong Side of Dead“ reinzukommen. Ausnahmsweise setzt die Handlung nämlich nicht direkt an den vorherigen Roman an. Außerdem ist der letzte Teil jetzt schon wieder einige Bücher her, so dass ich mir die Details erst einmal wieder in Erinnerung rufen musste (2x gefoltert, 1x gestorben, 1x so gut wie gestorben und Hunter-Zentrale zerstört – die Stichpunkte reichten dann aber wieder, um in die Geschichte zu kommen 😉 ). Als mir dann fast die Augen zufielen, habe ich zur Abwechslung wieder eine Stunde gearbeitet. Nur gut, dass ich mir das so gut einteilen kann bei dem Projekt. Da mein Mann gerade in die Küche gewandert ist, um zu Kochen, beantworte ich jetzt zur Zeitüberbrückung noch ein paar Fragen von Neyasha.

3. War dir schon mal ein Buch, das du gelesen hast, peinlich? Also eines, bei dem du nicht gern zugibst, dass du es gelesen hast?

Da ich schnell neugierig auf Bücher werde, wenn sie mir jemand begeistert ans Herz legt, kann es schon mal sein, dass ich auch Titel lese, die mir peinlich sind. Welche dazu gehören, erzähle ich hier aber nicht – schließlich sind sie mir peinlich! 😉

Eine Begebenheit aber gab es, da musste ich dann dazu stehen, dass ich auch schon mal peinliche Bücher lese. So gern ich (auch mal kitschige) Liebesgeschichten lese: Ich kann mit einer bestimmten Variante historischer Liebesromane überhaupt nichts anfangen. Trotzdem habe ich mir vor vielen Jahren mal genau solche Romane von der Mutter einer Bekannten aufs Auge drücken lassen, weil die Dame so begeistert war. Natürlich habe ich die auch brav gelesen und dann bei der Rückgabe eher höflich als enthusiastisch gemeint, dass ich das wirklich nett fand.

Kurz darauf trat ich einen neuen Job an – einer von der Sorte, bei denen man möglichst respektabel wirken möchte. Und in einer der ersten Mittagspausen, die ich mit den neuen Kollegen verbrachte, trafen wir auf die begeisterte Leserin historischer Schmachtfetzen. Während ich noch hoffte, dass sie mich nicht gesehen hat, brüllte sie quer durch das Lokal, dass sie neue Romane hätte und die mir auch gern wieder leihen könne! *g*

4. Zählst du bei einem Lesemarathon Seiten und Lesezeit oder liest du einfach gemütlich vor dich hin?

Das hängt vom Lesemarathon ab. Heute lasse ich es auf jeden Fall gemütlich angehen. Beim 24-h-read-a-thon hingegen stand von vornherein fest, dass die Veranstalterin erwartet, dass man Stunden und Seiten zählt, woraufhin ich das auch gemacht habe. Das fand ich allerdings recht anstrengend. 😉

Update 20:30 Uhr

Inzwischen haben wir gegessen (inklusive dem absolut leckerem Oreo-Tiramisu-Rest von gestern) und ich habe noch etwas in „Wrong Side of Dead“ gelesen. So langsam bin ich aber zu müde, um eine actionreiche Geschichte auf Englisch zu lesen, während mein Mann ein dialoglastiges Videospiel spielt – vor allem, da das Spiel ebenfalls auf Englisch ist. Also beantworte ich jetzt erst einmal wieder zwei von Neyashas Fragen und lese dann weiter in „Tage wie diese“. Ich finde das Buch wirklich nett, aber ich hatte ganz vergessen wie sehr mir die Cheerleader schon beim ersten Lesen auf die Nerven gefallen sind!

5. Hast du ein Problem damit, deine Bücher Freunden oder Verwandten zu leihen?

Das hängt sehr davon ab, wer sich das Buch von mir ausleihen will. Einige Freunde und mein Mann bekommen von mir jedes Buch geliehen, das sie haben wollen. Bei diesen weiß ich, dass sie aufpassen und nicht achtlos mit meinem Eigentum umgehen. Einige andere Leute bekommen keine Sachen mehr von mir geliehen, weil ich da die Bücher verknickt, mit Flecken und ähnlichen Spuren zurückbekomme. Ich habe ein Jugendbuch, auf dessen Hardcover ich heute noch den Brief lesen kann, den eine Mitschülerin einer Freundin geschrieben hat, weil der Stift so durchdrückte. So etwas ärgert mich unglaublich! Auch meine Eltern bekommen keine Bücher von mir geliehen, da sie beide rauchen, während ich ein geruchsempfindlicher Nichtraucher bin und Papier Gerüche eben sehr schnell annimmt.

6. Gibt es irgendeine Anekdote aus deinem Leben, die mit Büchern zu tun hat?

Sehr viele – was bestimmt damit zusammenhängt, dass ich fast immer ein Buch mitnehme, wenn ich das Haus verlasse. Einen peinlichen Moment habe ich ja vorhin schon erzählt … 😉 Eine schöne Anekdote passierte mir hingegen während des Studiums, als ich zwischen zwei Vorlesungen mein aktuelles Buch zückte und eine – mir bis zu dem Zeitpunkt unbekannte – Kommilitonin auf mich zukam, weil sie den Roman auch gerade erst gelesen hatte und Lust hatte, sich darüber zu unterhalten. Diese Kommilitonin ist bis heute eine meiner besten Freundinnen und war sogar bei meiner Hochzeit meine Trauzeugin. 🙂

Update 23:45 Uhr

„Tage wie diese“ ist ausgelesen, „Owen Meany“ habe ich heute nicht einmal geöffnet und bei „Wrong Side of Dead“ habe ich heute ungefähr ein Drittel geschafft. „Tage wie diese“ war wirklich nett. Ich mag alle drei Geschichten, auch wenn ich die von John Green etwas sehr vorhersehbar und „johngreenig“ finde, während die Hauptfigur der dritten Geschichten nicht sehr sympathisch ist und die ganze Handlung schrecklich verkitscht und überhaupt gibt es ganz viele Kritikpunkte – und trotzdem mag ich diesen Teil des Buchs sehr gern. 😉 Ich glaube, ich spiele jetzt noch ein halbes Stündchen mit dem DS und wandere dann ins Bett. Vorher gibt es aber noch zwei von Neyashas Fragen:

7. Stammt dein Lieblingsbuch auch von deinem Lieblingsautor/deiner Lieblingsautorin?

Ich fürchte, es gibt bei mir nicht EIN Lieblingsbuch, sondern sehr viele Bücher, die mir ganz besonders am Herz liegen. Das Gleiche gilt bei den Autoren, bei denen es auch einige gibt, die ich großartig finde und deren Bücher ich immer wieder lesen kann. Ich habe eine Handvoll Lieblingsbücher für jede Stimmung und Lieblingsautoren, die unterschiedliche Bedürfnisse bei mir befriedigen.

8. Liegt die Lesesucht bei dir in der Familie oder bist du da eine Ausnahme?

Grundsätzlich lesen wir alle sehr gern. Meine Eltern tauschen z.B. seit Jahren kistenweise Bücher mit Freunden und Verwandten, weil sie alle gern lesen und in der Regel auch einen weitgefächerten Geschmack haben. Aber ich bin schon der extremste Bücherwurm in der Familie, dabei habe ich mit dem Lesen nur angefangen, weil ich mich im Urlaub gelangweilt hatte, während meine gesamte Familie mit dem Buch vor der Nase rund um den Wohnwagen herumlungerte. 😉 Das praktischste an dieser weitverbreiteten Lesesucht ist, dass man nie um ein Geschenk verlegen ist, wenn es um meine Familie geht. 😀

Mein „Buchstützenkater“ verlangt inzwischen auch seinen Feierabend und hat sich schon verzogen … *g*

Update 8:00 Uhr

Da ich von der vorletzten Nacht so übermüdet war, habe ich es heute erst etwas später aus dem Bett geschafft und vor 8 Uhr kein Wort gelesen. Aber ich denke, ich kann auch so zufrieden sein mit dem gestern gelesenen Pensum. Zum Abschluss beantworte ich noch die letzten beiden Fragen von Neyasha:

9. Hat dich schon mal ein Buch, das du anfangs furchtbar fandest, später noch richtig begeistert? 

Begeistert eher nicht. Aber es gibt das eine oder andere Buch, bei dem ich die ersten Kapitel schimpfend wie ein Rohrspatz verbrachte und das mich am Ende dann doch noch fesseln konnte. Mir persönlich fällt es aber in der Regel nur auf, wenn mich jemand darauf anspricht, dass ich nach einer Weile gar keinen Meckerbedarf mehr hatte und stattdessen beim Lesen nicht ansprechbar war. 😉

10. Wie ist dein Fazit nach diesem Lesemarathon?

Es hat Spaß gemacht und ich werde bestimmt wieder dabei sein, wenn jemand einen Lesemarathon anbietet. Vor allem dann, wenn es keine strengen Regeln gibt, sondern der Spaß am Lesen und der Austausch mit anderen im Vordergrund stehen. 🙂