Rebecca Thorne: Can’t Spell Treason Without Tea (Tomes & Tea Cozy Fantasy 1)

„Can’t Spell Treason Without Tea“ von Rebecca Thorne wurde – wie die Autorin selbst im Nachwort anmerkt – stark von Trevis Baldrees Roman „Legends & Lattes“ inspiriert, und das ist beim Lesen auch deutlich spürbar. Ich muss zugeben, dass es einige Aspekte gab, die mir bei „Legends & Lattes“ etwas besser gefielen, aber trotzdem habe ich mich mit „Can’t Spell Treason Without Tea“ gut unterhalten gefühlt und freue mich jetzt schon darauf, dass es einen weiteren Band mit den Protagonistinnen Reyna und Kianthe geben soll. Rebecca Thorne erzählt die Handlung abwechselnd aus der Sicht ihrer beiden Protagonistinnen. Reyna ist von Kindheitsbeinen an dazu erzogen worden, ihrer Königin Tilaine als Palastwache zu dienen, während Kianthe nach dem Tod des Arcandor vom „Stone of Seeing“ zu seinem Nachfolger – und damit zur mächtigsten lebenden Magierin – erwählt wurde. Keine von beiden wäre es jemals in den Sinn gekommen, ihren Posten aufzugeben, wenn sie sich nicht ineinander verliebt und dabei entdeckt hätten, dass sie eigentlich vom Leben mehr erwarten als nur ihre Pflicht zu erfüllen.

Die einzige Möglichkeit für Reyna, den Dienst der Königin zu verlassen, besteht darin, zu sterben oder zu desertieren, und auch Kianthe kann als Arcandor nicht einfach ihre Position aufgeben. Trotzdem träumen die beiden seit Längerem davon, eine Laden zu eröffnen, in dem sie Bücher verkaufen und Tee servieren können – und nach einem Vorfall im Palast beschließt Reyna, dass es Zeit ist, diesem Traum zu folgen. Gemeinsam reisen die beiden Frauen in die abgelegene Stadt Tawney und versuchen dort, einen Laden zu eröffnen, während Kianthe gleichzeitig immer wieder dem Ruf des „Stone of Seeing“ folgen und Reyna die Augen nach den Assassinen der Königin offen halten muss. Gerade der letzte Teil klingt etwas dramatischer, als die Geschichte wirklich ist, denn obwohl es schon zu einigen Vorfällen, Kämpfen und einem Drachenangriff kommt, ist dieser Roman vor allem sehr, sehr gemütlich. Allein schon die Tatsache, dass Kianthe nun mal eine Magierin mit unglaublich großen Fähigkeiten ist, sorgt dafür, dass die beiden Frauen sehr viele Hindernisse mit Leichtigkeit bewältigen können, die andere Personen vor Herausforderungen stellen würden.

Ich muss zugeben, dass diese Leichtigkeit mir gerade am Anfang schon fast etwas zu viel war. Ich hätte im ersten Drittel gern mehr das Gefühl gehabt, dass Reyna und Kianthe wirklich für ihren Traum arbeiten müssen, statt dass ihnen sehr viele Dinge (die passenden Handwerker, neue Freunde) in den Schoß fallen. Aber nachdem mir klar wurde, dass dieses erste Drittel vor allem die Welt, die Figuren und ihre Ausgangssituation vorstellen sollte, konnte ich den Roman etwas mehr genießen. Vor allem fand ich es sehr nett, dass Reyna und Kianthe schon seit Längerem ein Paar sind, auch wenn sie diese Beziehung immer verheimlichen musste. Das sorgt dafür, dass sich so einige Passagen darum drehen, wie die beiden langfristig dafür sorgen, dass ihre Beziehung funktioniert, und dass sie immer wieder miteinander reden müssen, um herauszufinden, ob die anderen wirklich das Gleiche will. So ist es auch stimmig, dass die Kapitel abwechselnd aus Reynas und Kianthes Sicht erzählt werden, so dass nicht nur immer deutlich ist, warum welche Protagonistin wie handelt, sondern auch, wie das auf ihre Partnerin wirkt.

Es gab immer wieder Elemente in der Geschichte, die ich etwas unglaubwürdig fand (wie die Tatsache, dass ihr Laden „Tomes & Tea“ von Anfang an so erfolgreich ist, obwohl ihre Nachbarn alle nicht gerade reich sind), aber wenn ich mich auf all die netten und gemütliche Elemente konzentrierte, konnte ich den Roman wirklich genießen. Außerdem gab es immer wieder amüsante Szenen, die mich zum Schmunzeln gebracht haben, wenn es z. B. darum ging, mit den Banditen umzugehen, deren Hauptquartier der Laden früher war. „Can’t Spell Treason without Tea“ ist sehr gut geeigent, wenn man nicht zu viel nachdenken und einfach nur etwas entspannte Lesezeit mit Cozy Fantasy verbringen möchte – und ich liebe es, dass es mittlerweile genügend Romane in der Richtung gibt, so dass sich der Begriff inzwischen im englischsprachigen Raum etabliert hat! Es gibt sympathische Figuren, ein paar nette fantastische Elemente rund um die Welt, in der Kianthe und Reyna leben, und wenn es in der Handlung doch mal ernsthafter wird, gibt es in der Regel kurz darauf amüsante Momente, die einen schnell wieder aufheitern.

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