Sommerbücher

Nachdem es zwei Wochen lang eigentlich relativ angenehmes Sommerwetter gab (vor allem dank der verhältnismäßig kühlen Nachttemperaturen), stiegen am Donnerstag die Temperaturen wieder auf 30 Grad und Abkühlung beim nächtlichen Lüften konnten wir auch vergessen. Es war zu warm, um zu schlafen, und ich war zu müde, um zu lesen. Stattdessen saß ich da und habe mir Gedanken darüber gemacht, was mir für „Sommerbücher“ in den Sinn kommen – spontan kam ich auf folgende Titel, weil sie mir immerhin während des Lesens vorgaukeln, dass Sommer einfach schön sein kann:

Tove Jansson: The Summer Book (Das Sommerbuch)
Wunderschöne, ruhige und fein erzählte Episoden von den Erlebnissen, die eine Großmutter und ihre Enkelin im Sommer (genauer gesagt in mehr als einem Sommer) auf einer kleinen Insel im finnischen Fjord haben. Perfekt für kleine Lesepausen und wunderbar erholsam zu lesen.

Edward Kelsey Moore: Mrs. Roosevelt und das Wunder von Earl’s Diner
Eigentlich kein wirkliches „Sommerbuch“, aber die warmherzige, amüsante und berührende Geschichte rund um drei Freundinnen und die Geister, die die Protagonistin Odette auf einmal sieht, strahlt für mich so eine Art „Südstaaten-Feeling“ aus (ohne überhaupt da zu spielen), dass ich es automatisch mit Sommer und heißen Tagen verbinde. Auf jeden Fall ist es eine wunderbare Wohlfühlgeschichte, ohne dass Themen wie Trauer, Rassismus, Krankheit, verlorene Träume und Bigotterie ausgeklammert werden.

Claire Legrand: Some Kind of Happiness
Ein Jugendbuch aus der Sicht der elfjährigen Finley, die einen Sommer bei ihren Großeltern verbringen soll, während ihre Eltern versuchen ihre Beziehung zu klären. Auf den ersten Blick nur ein Buch rund um einen Sommer voller neuer Freunde und bis dahin unbekannten Familienmitgliedern, Streifzügen durch den Wald und gemeinsamer Abenteuer. Aber es gibt auch fantastische Geschichten, die sich Finley ausdenkt, um mit ihren ganz persönlichen Problemen fertig zu werden, es gibt Familiengeheimnisse, die vor sich hin gären und die „blue days“, an denen Finley all das zu viel wird.

Nnedi Okorafor: Akata Witch
An „Akata Witch“ musste ich nicht nur denken, weil es im Sommer spielt, sondern auch wegen des Schauplatzes Nigeria. In erster Linie geht es um die zwölfjährige Sunny, die nicht nur (als in Amerika geborene Nigerianerin) nach dem Umzug ihrer Eltern in ihre Heimat wieder einen Platz für sich finden muss, sondern als Albino auch sehr unter der Hitze und der Sonne leidet. Trotzdem findet sie in den Wochen, in denen die Geschichte spielt, nicht nur neue Freunde, sondern lernt auch einiges über die Magie der „Leopard People“. (Bevor der Sommer wieder endet, sollte ich unbedingt die Fortsetzung „Akata Warrior“ lesen. *g*)

Banana Yoshimoto: Tsugumi
Obwohl die Geschichte sich über mehrere Jahre zieht, wird sie doch vor allem von einem letzten Sommer am Meer bestimmt, von den Nächten am Strand, vom Meer und all den Dingen, die man in einer kleinen Stadt macht, wenn der Sommer geprägt wird von einer Mischung aus Touristen und Alltag, Abschiednehmen und Freundschaft. Für mich spielen in Tsugumi die Stadt, der Strand und das Meer einfach eine größere Rolle als die Charaktere, da die Autorin diese Elemente wunderbar atmosphärisch beschrieben hat.

8 Kommentare

  1. Hallo Konstanze,

    Ich musste sehr über deine Formulierung schmunzeln: Bücher, die uns vorgaukeln, dass der Sommer schön sein kann 🙂
    Ich weiß absolut was du meinst!
    Bei dir ist es jetzt hoffentlich auch wieder etwas kühler geworden und du findest mehr schlaf?

    Deine vorgestellten Bücher klingen auf jeden Fall alle sehr schön.
    Mir fällt es hingehen schwer, ein Buch als Sommer Lektüre zu bezeichnen. 🙂 wahrscheinlich weil ich nie gezielt nach SommerLektüre suche.

    Angenehme Sommertage,
    A. Disia

    • Konstanze

      Dass ich kein Mensch bin, der sich mit heißen Temperaturen arrangieren kann, dürfte ja inzwischen allen Bloglesern bekannt sein. *g* Wobei ich schon ein paar schöne Erinnerungen an Sommerferiennächte habe – aber das war auch noch zu einer Zeit, als meine Mutter sich um alle Verpflichtungen kümmern durfte, während ich tagsüber in den Ferien im Bett lag und las und nachts das Haus (gefühlt) für mich allein hatte. 😉

      Bei uns ist es leider nicht wieder kühler geworden – genau genommen liegen wohl weitere heiße Tage vor uns und auch die Nächte sind wieder bei „tropischen“ Temperaturen über 20 Grad angekommen. Also weiterhin wenig Schlaf für mich …

      Ich stecke Bücher eigentlich auch ungern in Schubladen, aber diese Titel sprangen mich an, als ich dann doch darüber nachdachte. „The Summer Book“ habe ich sogar schon wieder auf den Reader gepackt, um es in den nächsten Tagen noch einmal zu lesen. 🙂

  2. Das Sommerbuch muss ich auch mal lesen. In den Urlaub mitnehmen möchte ich aber den ersten Teil der Poldark-Reihe und per E-Reader den zweiten Band der Thursday Next-Reihe. Mal sehen, ob ich beides schaffe in einer Woche Wanderurlaub. Wahrscheinlich schaffe ich nicht mal eins 😉

    • Konstanze

      Schade, dass das Buch nicht noch Platz in deinem Urlaubsgepäck findet. Es ist perfekt für eine Urlaubswoche (in Skandinavien), weil es auch so gut zum Zwischendurchlesen ist. Das Buch besteht schließlich aus vielen ruhigen kleinen Episoden – perfekt für eine gemütliche Pause beim Wandern oder etwas atmosphärische Unterhaltung beim Frühstück. 😉 So oder so, du wirst vermutlich genügend Lektüre für deine Urlaubswoche haben. 🙂

  3. Spannende Liste – ich find’s sehr interessant, das ich zwar drei Bücher (Mrs. Roosevelt und das Wunder von Earl’s Diner, Akata Witch und Tsugumi) von der Liste kenne, aber keines davon als „Sommerbuch“ sehen würde. Hm, das wäre mal eine Idee für eine eigene Liste… 😉

    • Konstanze

      Oh ja, mach mal deine eigene Liste! Das fände ich spannend!

      Bei mir reicht es häufig, wenn bestimmte Beschreibungen oder Szenen im Hinterkopf hängen bleiben – bei „Akata Witch“ ist es zum Beispiel der Anfang, wenn sie über das Klima in Nigeria schreibt, über dieses „Sommerferiengefühl2 und darüber, dass es für sie mit ihrer Haut schwierigi ist draußen Sport zu treiben.

      • Ich habe mal angefangen und schon 2 Sätze geschrieben (HA!) – also, wahrscheinlich kommt der Artikel erst am Wochenende. 😉

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