Amy Sparkes: The House at the Edge of Magic

„The House at the Edge of Magic“ gehört zu den vielen Kinderbüchern, die mir so oft bei Twitter untergekommen sind, dass ich doch irgendwann schwach geworden bin. Wobei es kein Wunder ist, dass mich die Geschichte von Amy Sparkes angesprochen hat, denn ich habe ja bekanntermaßen eine Schwäche für magische Häuser und für „Found Family“-Geschichten. Die Handlung dreht sich um Nine, die als Dreijährige von „Pocket“, dem Anführer einer Bande von Taschendieben, gefunden wurde. Glücklich ist sie mit dem Leben als Taschendiebin nicht, aber bevor sie Pocket verlassen kann, muss sie erst genügend stehlen, um auch ohne die Sicherheit der Bande eine Zukunft haben zu können. Eines Tages stiehlt sie ein kleines Ornament – in Form eines Hauses – aus der Tasche einer reichen Lady. Zu Nines Überraschung verwandelt sich dieses Schmuckstück in ein richtiges (und sehr wunderlich aussehendes) Gebäude, als sie den Türklopfer betätigt, und sie erfährt, dass es nun ihre Aufgabe sei, den Fluch einer Hexe zu brechen.

Diese Hexe hat nicht nur das Haus (at the Edge of Magic) verflucht, sondern sorgt auch dafür, dass die Bewohner dieses fantastischen Gebäudes schon seit drei Jahren keinen Schritt vor die Tür gehen konnten. Aber nicht nur diese Nebeneffekte des Fluches quälen den Magier Flabberghast, seinen Haushälter-Troll Eric und ihren Gast Dr. Spoon, es gibt noch so einige andere Nachteile, wie Nine im Laufe der Zeit entdecken muss. Um dafür zu sorgen, dass Nine auch wirklich den Fluch bricht, verspricht Flabberghast ihr ein Juwel, das so kostbar ist, dass es ihr eine sorgenfreie Zukunft verschaffen kann. Was ich an Nine wirklich mochte, ist, dass sie sich von all der Magie nicht einschüchtern und beeindrucken lassen will. Manche Dinge machen ihr Angst und manche Elemente des Fluchs sind einfach nur sehr absurd, aber Nine ist grundsätzlich bereit, es mit allem aufzunehmen, wenn ihr dies eine Verbesserung ihrer Lebensumstände bringt. Dabei muss sie auch damit fertig werden, dass Flabberghast ihr – aus ganz persönlichen Gründen – nicht immer alle notwendigen Informationen zur Verfügung stellt, um die verschiedenen Schritte des fluchbrechenden Zaubers auszuführen.

Ich muss gestehen, dass ich das Buch lange Zeit nur „sehr nett“ fand, wobei „sehr nett“ ja definitiv nichts Schlimmes ist, wenn es um unterhaltsame Kinderbücher geht. Ich habe mich wunderbar über Flabberghast, Eric und all die skurrilen und fantastischen Elemente rund um das magische Haus amüsiert. Ich habe die kleinen Szenen mit Nine und dem Bibliothekar, der fast so etwas wie ein Freund für sie ist, sehr genossen, und ich habe mich keinen Moment lang gelangweilt beim Lesen. Aber so richtig gepackt hat mich die Geschichte lange Zeit nicht, weil „The House at the Edge of Magic“ sich zu wenig von anderen netten, fantastischen Kinderbüchern unterschied, die ich gelesen habe. Dann aber kamen die letzten Kapitel, in denen Nine mehr über die Hexe erfährt, die das Haus und seine Bewohner verflucht hat. Diese Hintergründe sorgten nicht nur dafür, dass ich einige der vorhergehenden Ereignisse aus einer anderen Perspektive sah, sondern auch dafür, dass ich das Ende deutlich berührender fand, als ich erwartet hätte.

Was bedeutet, dass ich mir vermutlich auch die (am Ende des Romans angekündigte) Fortsetzung besorgen werde, wenn ich mitbekomme, wenn diese veröffentlich wird. Ich hoffe, dass Amy Sparkes mich dann ebenso mit ihrer Geschichte berühren kann wie mit dem Ende dieses Romans. Ansonsten muss ich gestehen, dass mich ihre bislang erschienenen Titel wenig reizen, da sie eindeutig für ein noch jüngeres Publikum geschrieben wurden als „The House at the Edge of Magic“. Ansonsten kann ich noch mitteilen, dass es im Oktober eine deutsche Veröffentlichung des Buchs mit dem Titel „Das Haus am Rande der Magie“ geben wird. Falls also jemand, der nicht so gern auf Englisch liest, neugierig auf Nines Abenteuer rund um dieses fantastische Haus geworden ist, gibt es in wenigen Wochen die Chance, trotzdem die Geschichte zu lesen.

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