Herbstlesen im Oktober 2018 – Wochenende Nr. 1/Sonntag

Nachdem ich gestern ja den Vormittag über gar nicht so recht ins „Herbstlesen“ hineinkam, bin ich gespannt wie es heute morgen läuft. 😉 „Herbst im Mumintal“ von Tove Jansson habe ich gestern ausgelesen und in „Urban Enemies“ bin ich über die nächste Hürde gekommen (aber zum Wachwerden passen diese ganzen Antagonisten nicht so recht). Damit bliebe entweder ein weiteres Kapitel in „Sparrow Hill Road“ von Seanan McGuire, das Buch hatte ich seit Donnerstag nicht mehr in der Hand, oder „Ich habe auch gelebt“ – darin habe ich allerdings in den letzten Tagen so viel gelesen, dass ich schon mehr als die Hälfte bewältigt habe und mich nun langsam das Gefühl überkommt, ich müsse mir den Rest etwas aufbewahren. Oder ich fange einen neuen Titel an, obwohl ich mein Parallellesen eigentlich wieder etwas runterfahren wollte, weil ich bei so vielen Büchern immer etwas frustriert bin, weil ich in keinem so richtig voranzukommen scheine … Erst einmal gibt es einen Tee und dann sehe ich weiter! Ich hoffe, ihr habt einen schönen Start in den Sonntag! 🙂

Update 10:45 Uhr

Irgendwie bekomme ich es gerade nicht so richtig hin gemütlich in einen Lesetag zu starten. Aber das ist auch okay, ich muss ja nicht lesen, wenn mir andere Dinge durch den Kopf gehen. 😉 Den Tee gab es nicht, weil ich nach den Mumins Lust auf ein märchenhafteres Buch hatte als schon auf dem Tisch bereit lag, also habe ich mich vor den SuB gesetzt und ein bisschen gestöbert. Dabei habe ich mich bei „The Witch’s Boy“ von Kelly Barnhill festgelesen und meinen Plan Tee zu kochen vollkommen vergessen. Die Frau kann einfach mit Worten umgehen! Die Einführungsszene ist so kurz, aber man lernt die Dorfbewohner, die unbedingt die Zwillinge der Hexe irgendwie unterscheiden will, so gut kennen, dass es einen nicht verwundert, dass sie nach dem Tod des einen Jungen davon überzeugt sind, dass der „falsche“ Zwilling ums Leben kam. Dabei wissen sie noch nicht einmal, was die Hexe tat, um wenigstens ihrem zweiten Sohn das Leben zu retten …

Als ich mich von dem Buch losreißen musste (weil es mir in meiner „Stöberposition“ doch etwas zu unbequem und zu kalt wurde), wollte ich nur eben online etwas schauen und habe daraufhin meine nächtliche Twitter-Timeline nachgelesen. So viel Wut und so viel Verzweiflung bei den Amerikanern, die ich verfolge, wegen Brett Kavanaughs Ernennung zum Obersten Richter. Und in meiner deutschen Timeline Bilder von „Nachrufen“ für Geflüchtete, die vor der Küste Maltas ertranken, berechtigte Aufregung über „AfD-freundliche“ Rechtssprechung durch eine Richterin mit AfD-Verwandtschaft und viele andere Dinge, die ich inzwischen ehrlich gesagt nur noch portionsweise aufnehmen und verarbeiten kann, wenn ich in meinem Alltag weiter funktionieren will. Nebenbei hat mir mein Mann einen Überraschungs-Ei-Beipackzettel unter die Nase gehalten, bei dem all die Schlümpfe Berufe wie Pilot, Arzt usw. haben, während Schlumpfine Blümchen verkaufen und shoppen darf … Ansonsten haben wir gemeinsam deutsche Bundesländer plus Hauptstädte aufgezählt, um zu schauen, ob wir das ohne Nachgucken können (können wir, auch wenn ich bei Thüringen die Hauptstadt nur mit Nachdenken auf die Reihe bekomme, während er bei Potsdam nicht sicher war, ob er richtig liegt *g*), und dann wurde es doch mal Zeit Frühstück zu machen.

Update 14:00 Uhr

Nach dem Frühstück habe ich weiter in „The Witch’s Boy“ gelesen und bin immer noch hingerissen von den Formulierungsfähigkeiten von Kelly Barnhill. Ich weiß nicht, ob und wie man ihre Texte übersetzen könnte, weil es sich anfühlt, als ob die einzelnen Sätze nur genauso wie sie sind funktionieren könnten. Oh, und die Figuren und die Handlung – soweit ich sie bislang kenne – gefallen mir mindestens ebenso gut wie in „The Girl Who Drank the Moon“. Leider wurde es dann Zeit Christie zu füttern und als das erledigt war, habe ich mich erst einmal nicht wieder aufs Sofa geworfen, auch wenn es noch so sehr lockte. 😉

Stattdessen habe ich ein paar Briefe erledigt, die Anfang der Woche auf den Weg müssen (unter anderem die Beantragung von Briefwahlunterlagen), und dann habe ich mein kaputtes Nachthemd rausgekramt und überlegt, ob und wie ich das Ganze wieder in Ordnung bringen kann. Ohne die Häkelspitze (die ich noch nie mochte) gehen die Nähte am Kragen auf, auf der anderen Seite ist die Häkelspitze kaputter, als mir bewusst war, so dass ich die nicht einfach wieder annähen kann. Da ich am Besten alles in Ruhe auftrennen und die Kanten dann neu umfassen (oder zumindest sorgfältig umnähen) muss, habe ich das Ganze dann doch verschoben und stattdessen zu „Ich habe auch gelebt“ gegriffen. Aktuell baut mein Mann nämlich schon alles für unsere heutige „Gloomhaven“-Runde auf und da bleibt nicht genügend Platz, um ein Update zu schreiben UND kopfhüber in „The Witch’s Boy“ zu versinken. 😉 Jetzt versuche ich noch eine schnelle Blogrunde auf die Reihe zu bekommen und dann flitze ich auch schon wieder zum Brettspielen.

Update 18:00 Uhr

Das heutige Gloomhaven-Spiel hat (inklusive Aufräumen am Ende) doch erstaunlich lange gedauert, dafür sind wir siegreich aus dieser Kampagne herausgegangen. Unsere Aufgabe war es einen Bereich zu durchqueren, sämtliche aufgedeckten Monster zu killen und eine Schatztruhe zu öffnen. Da die Gegner ziemlich heftig waren, bin ich mit meiner Figur einige Risiken eingegangen und zum Glück hat sich das dann auch bezahlt gemacht. Am Ende hatten wir beide zwar nur noch jeweils einen Lebenspunkt, aber alle Monster waren besiegt und in der Schatztruhe fanden wir eine Landkarte, die uns zu einem versunkenen Schiff führen wird. Bei meinem Mann hat dieser Sieg dazu geführt, dass er nun seinen „Cragheart“ in Rente schicken konnte und wir deshalb nun mit einen „Vermling Beast Tyrant“ freigeschaltet haben. Er hat sich aber für die nächste Runde für eine andere Rasse entschieden – mal schauen wie das so wird. *g* Für meine Sofazeit bis zum Kochen habe ich mir „The Witch’s Boy“ bereitgelebt – mal schauen, ob ich da wirklich noch einen Blick reinwerfe oder ob die Blogrunde zu lange dauert (oder ich mich von den von Kiya verlinkten Kurzgeschichten ablenken lasse). Später am Abend schaffe ich aber hoffentlich noch ein paar Seiten.

Update 22:00 Uhr

Natürlich habe ich dann doch erst einmal die von Kiya verlinkten Kurzgeschichten zur „Lynburn Legacy“ gelesen und mich dann ein wenig mit Christie beschäftigt, die den auf einmal doch noch schmusig wurde. 🙂 Zum Abendessen gab es dann Pasta Alfredo (zum ersten Mal mit Bärlauch-Nudeln, was wirklich großartig passte) und danach habe ich erst einmal Animal Crossing gespielt. Da einer meiner Nachbarn eine Petition hatte und ich dafür in eine Nachbarstadt reisen musste, habe ich also noch kurz meinen Mann besucht. 😉 Da mein Mann gerade „Befehl aus dem Dunkel“ schaut und die Geräuschkulisse dieses japanischen Monsterfilms nicht ganz zu der Atmosphäre von „The Witch’s Boy“, werde ich erst einmal wieder zu „Ich habe auch gelebt“ greifen – vorher drehe ich aber noch eine letzte Blog- und Kommentarrunde. Auf jeden Fall war das mein letztes Update für morgen. Ich fand es an diesem Wochenende wieder sehr nett mit euch und hoffe sehr, dass wir im Laufe des Monats noch einmal gemeinsam lesen werden. Habt einen guten Start in die Woche und in den kommenden Tagen möglichst wenig Stress! 🙂

***

Heutige Mitleserinnen:

Kiya
Ina
Anette
Natira
JED
Sayuri

37 Kommentare

  1. Pingback: Herbstlesen im Oktober 2018 /Sonntag (1) – Weird Words Within

    • Konstanze

      Guten Morgen, Ina! Ein Buch habe ich inzwischen gefunden, wobei ich noch überlege, ob ich da gleich weiterlese oder eher zu einer der Alterativen greife. Ich glaube, gerade bin ich nicht in der Lage meinen Tag zu planen, ich lasse mich ständig von irgendwas ablenken. 😉

      Normalerweise lese ich ein Buch von Anfang bis Ende und fertig. Parallellesen passiert vor allem, wenn ich eine Anthologie oder ein Sachbuch lesen. Aber momentan läuft es irgendwie ein bisschen anders und ich hüpfe von Buch zu Buch und genieße einerseits die Auswahl und bin auf der anderen Seite frustriert, weil ich nicht voran komme. Das wird sich aber auch irgendwann wieder ändern … hoffe ich … *g*

      • Wenn dir das Buch gefällt, warum dann nicht direkt ganz darin versinken. Bin gespannt wofür du dich entscheidest.
        Und manchmal ist es auch okay, seinen Tag etwas ungeplant zu verbringen und sich immer wieder ablenken zu lassen.
        Ich lese ja nur sehr selten Anthologien, aber wenn, dann habe ich auch immer noch ein oder zwei Bücher dabei. Kurzgeschichten am Stück hintereinander lesen liegt mir nicht. Und sicher kommt bald der Punkt, an dem du auch wieder das Gefühl hast voran zu kommen. 🙂

        • Konstanze

          Unter anderem weil ich meinem Mann eine weitere Brettspielrunde versprochen habe … Aber ich werde spätestens nach dem Spielen wieder Zeit zum Lesen finden. 🙂

          Kurzgeschichten am Stück oder auch nur Episoden rund um die selbe Figur, aber mit unterschiedlichen Schwerpunkten, lese ich auch nur ungern hintereinander. Dann doch lieber Paralelllesen. *g*

          • Ich drücke dir die Daumen, dass du diesmal etwas mehr Glück beim Spielen hast 🙂 Das letzte Mal, dass ich überhaupt gespielt habe, war lletztes Jahr Weihnachten. Meine Lady hat mir „Das verrückte Labyrinth“ geschenkt, weil es eine schöne Kindheitserinnerung ist und ich habe alle Runden gewonnen 😀

          • Konstanze

            Danke, Ina! Das Daumendrücken hat eindeutig geholfen. 😀 Auch wenn wir beide nur jeweils einen Lebenspunkt übrig hatten, so hat es doch gereicht um Scharen von Monstern zu besiegen und unser Ziel zu erreichen.

            Wir spielen zur Zeit wieder vermehrt, nachdem wir im Sommer wegen der Hitze pausiert hatten. Wenn man keine Pappteile anfassen kann, ohne dass die sofort durchweichen, macht es einfach keinen Spaß. Aber wir haben in den letzten zwei Jahren so viele tolle neue Spiele gekauft (Kickstarter ist da eindeutig eine sehr gefährliche Quelle für uns 😉 ), dass wir sie auch regelmäßig nutzen wollen.

            „Das verrückte Labyrinth“ gehört für mich auch zu meinen Kindheitserinnerungen, obwohl wir das selber nie hatten. Aber bei einer Freundin haben wir das intensiv gespielt. Schön, dass du dabei so erfolgreich bist – vielleicht solltet ihr das mal wieder rausholen. 🙂

  2. Ich nehme mir ja auch immer wieder vor, mein Parallel-Lesen etwas runterzufahren, aber so ganz schaffe ich das nie. Hoffentlich kommst du heute trotzdem besser in deine Bücher hinein und hast einen schönen Lesesonntag!

    • Konstanze

      Ich habe sonst gar nicht so große Probleme damit, Neyasha. Ich habe dann eher mal einen Haufen angefangene und zur Seite gelegte Bücher, aber aktuell lese ich ja in allen angefangenen Titeln auch fast täglich weiter und das ist seltsam und ein bisschen frustrierend, weil ich so gar nicht voranzukommen scheine. Aber einen schönen Lesetag werde ich gewiss trotzdem haben! Danke! 🙂

    • Ich glaube es gibt eh unterschiedliche Leser. Meine Lady zum Beispiel liest selten mehrere Bücher parallel. Das höchste der Gefühle ist ein Hörbuch und ein Printbuch nebeneinander und auch dann müssen es sehr unterschiedliche Genres sein. 😀

  3. Moin! Ich bin heute auch wieder dabei. https://natirasblog.blogspot.com/2018/10/herbstlesen-2018-3.html
    Oh, Du hast endlich zu dem nächsten Barnhill-Buch gegriffen. Da ich ja „The Girl who drank the moon“ einfach nur wunderschön fand, bin ich sehr gespannt, ob sie auch in diesem Roman dieses Niveau halten kann.

    Derzeit sitze ich so häufig kopfschüttelnd vor den Nachrichten, dass ich schon deshalb eigentlich keine Halsmuskel-Nackenschmerzen mehr bekommen dürfte. Manchmal habe ich das Bedürfnis, einfach nur zu schreiben oder bestimmte Leute zu schütteln; es gibt Personen des öffentlichen Lebens, die in mir den Reiz auslösen, sie wie einen Feuermelder zu behandeln.

    • Konstanze

      Moin, Natira! Deine Beitrag hatte ich schon eingetragen (ich war heute mal so schlau und habe nach dem Kommentieren beim gestrigen Beitrag mal geguckt, ob du schon was aktuelles online hat :D).

      Ja, ich habe mir das Buch so lange aufgehoben, aber jetzt scheint der richtige Zeitpunkt zu sein. Ich habe ja noch die Geschichten-Sammlung von ihr, aber mit der Anthologie und „Sparrow Hill Road“ habe ich eigentlich genügend Kurzgeschichten und Einzelepisoden auf dem Tisch und dachte mir, dass ein weiteres Buch in der Richtung nicht ideal wäre. Der Anfang ist auf jeden Fall schon wieder wunderschön geschrieben und erinnert mich sehr an einige Momente in „The Girl …“ (was ich mir irgendwann auch noch besorgen muss, zum Glück ist ihre Backlist noch nicht soooo lang).

      Mein Mann und ich informieren uns zur Zeit in der Regel getrennt voneinander, weil er sich zwar auch über vieles aufregt, aber dabei immer noch eine journalistisch-distanzierte Haltung bewahren kann, während ich sehr emotional und laut mit all den Nachrichten und Informationen umgehe. Kopfschütteln reicht da wirklich nicht mehr aus … Einzig die Tatsache, dass ich in meinem persönlichem Umfeld vor allem Menschen kenne, die ebenso empört sind wie ich und im Kleinen versuchen etwas zu bewegen, macht mir gerade noch Hoffnung. Ich versuche mich darauf zu konzentrieren, aber an manchen Tagen fällt es schwerer.

      • Okay, das war es, „The Witch’s Boy“ wandert in den Einkaufswagen. Ist „The Girl …“ eigentlich noch bei Dir? Ich bin ja seit einem Jahr nicht mehr vorbei gekommen, mir fehlt etwas der Überblick gerade, lach.

        Viel Erfolg mit Gloomhaven!

        • Konstanze

          Bitteschön, Natira! Ich helfe dir doch gern Buchkaufentscheidungen zu treffen! 😀 Und ja, das Buch ist noch bei mir – neben den restlichen Titeln in der großen Kiste, die du im vergangenen Jahr mitgebracht hattest. Ich habe auch schon überlegt, wie ich die mal zu dir bekommen kann – leider fuhr ja der übliche Kurier in diesem Jahr nicht im August bei dir vorbei, aber vielleicht klappt es ja im Frühling oder ich muss doch mal auf die Post zurückgreifen. 🙂

          Danke! Wir waren erfolgreich! Und sind nun gespannt, wie es beim nächsten Mal wird, wenn mein Mann einen neuen (und erst einmal schwächeren) Charakter ausprobiert. *g*

          • Danke schön. 🙂 Ich hatte ja eigentlich vor, im Mai ein paar Sachen mitzubringen bzw. abzuholen, aber die Arbeitskraftsituation im Büro meine Urlaubspläne im Mai ja erledigt. Und momentan mag ich die schwarze Socke noch nicht über Nacht allein lassen. Mal sehen, wie es im nächsten Jahr ausschaut, sonst muss wirklich mal die Post ran. 😉

            Ich gratulier zum erfolgreichen Missonsabschluss!

          • Konstanze

            Irgendwie bekommen wir das schon hin, Natira! Früher hat es ja mit der Post – trotz der einen oder anderen Aufregung – auch geklappt. 🙂 Dass du die schwarze Socke nicht so schnell allein lassen willst, finde ich auf jeden Fall mehr als verständlich!

            Danke! Das war überraschend aufregend, aber auch sehr befriedigend. 😉

  4. Mit den „Mumins“ hast Du mich bereits gestern via Feedreader angesteckt und das steht nun auf meiner Wunschliste für die Zukunft – ich habe schon eine lange List von Büchern, die ich gerne meiner Tochter später vorlesen möchte. Und spätestens dann (wenn nicht schon viel früher – wer weiß, wie lange ich stark bleibe :D), werden die Mumins bei mir einziehen.

    Ohja, ich kann den letzten Absatz bzgl. Twitter etc. so gut nachvollziehen. Ich habe schon eine längere Twitter-Pause gemacht, weil ich es nicht mehr so gut aushalten konnte. Und das mit Kavanaugh, den Schlümpfen … Es ist einfach nur zum Weinen. Aus persönlichen Gründen habe ich aktuell auch einige Zweifel an unserem Rechtssystem.
    Ich freue mich gerade über viel Veränderungen was den privaten Umweltschutz und die Nachhaltigkeit angeht und ganz aktuell auch über den Aufschub für den Hambacher Forst – aber es stimmt was Dur schreibst: Manchmal ist es schwer, sich daran festzuhalten *seufz *

    • Konstanze

      Ich finde die Mumins so bezaubernd, Sayuri! Wenn man dann noch bedenkt, dass die einzelnen Figuren angeblich Familienmitgliedern der Autorin nachempfunden wurden und es neben all den niedlichen-kindlichen Aspekten so viele Elemente gibt, die tiefer gehen, dann hat man ein Leben lang etwas von den Mumins. 🙂

      Ich versuche mir schon gut zu überlegen, welchen Links ich folge und ob ich auch mal einen Thread einfach nur durchscrollen lasse, aber grundsätzlich bin ich ja auch daran interessiert, was so los ist und wie diese Menschen, denen ich folge, darüber denken. Die richtige Mischung zu finden, ist aber nicht immer einfach. Aber heute bin ich zum Beispiel über ein Video gestolpert, in dem ein schwarzer Rapper davon erzählte, wie sehr in all die Berichte der Frauen rund um die Kavanaugh-Angelegenheit zum Nachdenken gebracht haben. Er hätte nie eine Frau vergewaltigt, aber er befürchtet, er hat in der Vergangenheit dafür gesorgt, dass Frauen sich bei ihm nicht sicher und bedrängt gefühlt hätten – einfach, weil er eben auch so erzogen wurde, dass er sich „männlich benehmen“ muss und „punkten“ muss. Dass ihm jetzt aber klar geworden ist, dass sich sein Verhalten gegenüber Frauen und das, was viele Frauen fordern, gar nicht so anders ist, als das, was er als schwarzer Mann, von weißen Menschen fordert. Solche „Nebeneffekte“ finde ich – bei all diesen deprimierenden Ausgängen – dann doch wieder ermutigend.

      Und so schlimm gerade all die Meldungen zu unserem Rechtssystem sind, so hoffe ich doch, dass sie langfristig etwas anstoßen, das zu mehr „Recht“ und weniger „rechts“ führt. Besser ist es doch, wenn einem offen vor Augen geführt wird, welche Missstände vorliegen, als wenn das alles weiterhin unbemerkt vonstatten geht!

    • Konstanze

      Manchmal braucht man eben einen langsamen Start in den Tag, JED! Und gerade die Sonntage verlocken doch dazu. 🙂 Hast du schon mal was von Kelly Barnhill gelesen? Ich war so beeindruckt von „The Girl Who Drank the Moon“, dass ich mir gleich ihre gesamte Backlist auf die Wunschliste gepackt hatte. *g*

        • Konstanze

          Ich mag normalerweise keine besonders malerische Erzählweise, aber da Kelly Barnhill ihre bildhafte Ausdrucksweise mit einer wunderschönen Klarheit beim Erzählen verbindet und märchenhafte Motive auf wirklich ungewöhnliche Weise aufnimmt, hatte sie mich wirklich schnell gepackt. Es ist selten der Fall, das ich einzelne Sätze so sehr genieße und in mir nachklingen lasse, normalerweise bin ich doch eher eine handlungsgetriebene Leserin, die eine schöne Sprache zwar schätzt, aber nicht unbedingt benötigt. Hier hingegen genieße ich wirklich den Umgang der Autorin mit Wörtern sehr. 🙂

          • @Jed und Konstanze
            Ich mich erinnere, dass ich „The Girl who drank the moon“ tatsächlich zum Teil laut (meinen Katern vor-)gelesen habe, weil die Sprache und der Satzbau melodisch und beinahe lyrisch waren.

          • Konstanze

            Mein Mann hat gestern von „The Witch’s Boy“ auch die einen oder andere Passagen mitbekommen, weil ich sie einfach laut auf der Zunge zergehen lassen musste. *g*

  5. Ich habe übrigens über die Mumins noch weiter nachgedacht und mir das „Herbst im Mumintal“-Buch als ebook aus der Bücherei ausgeliehen.

    Ich weiß, dass ich es früher schon mal gelesen habe, erinnere mich aber kaum.

    Interessant.

    • Konstanze

      So ging es mir auch, Susanne! Beim Wiederlesen haben ich viele Elemente erkannt, aber meine Erinnerung daran war doch sehr vage und von den jeweiligen Handlungen war nicht mehr viel hängen geblieben. Ich bin gespannt, wie dir der „Herbst im Mumintal“ gefällt. Ich finde, dass die Autorin selbst mit Figuren, die eigentlich nicht ganz so sympathische Eigenschaften haben, sehr liebevoll umgeht. Und bei aller Melancholie, die durch dieses Herbstbuch zieht, gibt es doch auch das Wissen um die anstehenden Veränderungen rund um den Winter, wenn die Muminfamilie im Tal ihren Winterschlaf hält, wenn alles zur Ruhe kommt und Kraft für den nächsten Frühling tankt.

  6. Au sehr schön, dass ihr gewonnen habt, auch wenn es knapp war. Aber manchmal muss man Risiken eingehen. 🙂
    Ich spiele nicht oft und meist nicht gerne. Daher verstauben die Brettspiele bei mir meistens nur. Ich hätte mal wieder Lust auf eine Runde Pen&Paper. Das habe ich ja in der Vergangenheit sehr viel gespielt. 🙂

    • Konstanze

      Ja, und heute haben sich diese Risiken sogar mal ausgezahlt! 😀

      „Gloomhaven“ ist im Prinzip nichts anderes als ein Pen&Paper – nur eben auf einem variablen Spielbrett und mit greifbareren Gegnern und Hindernissen und ähnlichen Dingen. Ich mag daran sehr, dass wir erst so nach und nach unsere Landkarte erweitern, dass wir gemeinsam gegen das Spiel vorgehen müssen und dass es immer wieder Entscheidungen zu treffen gibt, die den Spielverlauf beeinflussen. Auch gibt es sehr viele ungewöhnliche Rassen, die nicht so nah an den „üblichen“ Fantasyrassen sind, dass man das Gefühl hat, man würde sie schon kennen.

      • Das erinnert mich sehr an das alte Dungeons&Dragons Brettspiel, da scheinbar ähnlich aufgebaut ist. Ich hab das bisher nur ein mal getestet und da nicht so richtig reingefunden. Ich hatte letztens überlegt ob ich mir die Arkham Horror Kartenspiele zulege, auch da wird erst nach und nach die Geschichte aufgedeckt und die Karten sind quasi das Inventar der Spieler und auch hier muss man im Team agieren. Aber momentan ist mir das zu teuer. Dafür dass ich weiß, dass ich das nur selten spielen werde. Aber schön, wenn ihr die gemeinsame Brettspielezeit genießen könnt 🙂

        • Konstanze

          Wir haben bei „Arkham Horror“ das Brettspiel (aber wirklich nur das Grundspiel), das Kartenspiel haben wir gar nicht in Erwägung gezogen, weil wir einfach inzwischen andere Spiele bevorzugen.

          Mein Mann spielt noch lieber als ich, weshalb er sich nicht nur regelmäßig mit Kollegen trifft (das ist der große Vorteil, wenn ein Großteil der Kollegen ebenfalls an Spielen interessiert ist), sondern auch einige Spiele hat, die er allein spielen kann. Aber bei allem, was thematisch für mich reizvoll ist, achten wir darauf, dass es für zwei Personen spielbar ist, damit wir nicht auf Extra-Spieler angewiesen sind.

          • Ich finde allein das Grundspiel schon immer sehr komplex (sowohl in Aufbau als auch Spielweise und Länge) Das spielt man leider nicht mal eben in zwei Stunden. Und in meiner kleinen Wohnung habe ich gar nicht den Platz das Spiel (mit Erweiterungen) aufzubauen ohne meinen Kater in die Küche sperren zu müssen. Wenn dann wird das in der Lieblingsbar gespielt. Ist aber auch schon Jahre her.

            Sehr viele Brettspiele besitze ich gar nicht. Und meine Lady ist eher der Konsolenspieler. Dafür genießen wir sehr oft einfach zusammen auf der Couch zu sitzen, den Kater zwischen uns uns beide ein Buch in der Hand 😀

          • Konstanze

            Ja, das finde ich auch das lästigste daran – und wenn man es dann so selten spielt, dann muss man sich auch erst wieder in die Regeln einfuchsen …

            Wir haben inzwischen im „Durchgangszimmer“ meinen alten Schreibtisch stehen. Der ist groß genug für unsere Spiele (abgesehen von dem Lieblingsspiel meines Mannes, das aber eh nicht zu Zweit zu spielen ist und für das er sich mit den Kollegen bei jemandem trifft, der ein extra „Spielzimmer“ hat).

            Konsolenspiele mag ich auch (bei meinem Mann hat das nachgelassen, da er seit vielen Jahren beruflich jeden Tag damit zu tun hat *g*), aber die Konsolenspiele, die ich spiele, eignen sich auch, um gemütlich nebeneinander zu sitzen und zu schwatzen. 😉

  7. Ich habe Brettspiele eigentlich immer geliebt, aber ich hatte immer nur sehr wenige willige Mitspieler und habe daher in meiner Kindheit und Jugend meistens gegen mich selbst gespielt…
    Hat vielleicht zu meiner heutigen Introvertiertheit beigetragen. Ich hab sogar eigene Spiele erfunden und bis zum Umfallen gespielt…
    Finde es aber toll, wenn Paare oder Familien das heute noch machen, statt vor der Glotze zu sitzen!

    • Konstanze

      So ging es mir auch, Anette! Meine Schwester und ich haben zu Weihnachten früher immer das „Spiel des Jahres“ bekommen und dann hat mein Vater über die Feiertage mit uns gespielt und das war es. Ich habe mir eher selber Geschichten erzählt, als eigene Spiele zu erfinden. *g*

      Zum Glück spielen mein Mann und ich beide gern (und versuchen auch unsere Besucher zum Spielen zu überreden). Das Spielen ginge bei uns aber auch im Alltag unter, wenn wir uns nicht extra dafür verabreden würden. Trotzdem hat mein Mann häufiger Lust zum Spielen als ich (bei mir locken dann doch öfter mal die Bücher), so dass wir auch einige 1-Personen-Spiele haben, die er dann spielen kann und die ihm Spaß machen.

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