Ich weiß nicht, wieso ich so oft davon ausgehe, dass ich nur dieses oder jenes noch erledigen muss, und dann kann ich mich erst einmal eine Weile entspannen. Was auch immer der Grund ist, es läuft nie so wie ich erwarte … So auch in den letzten zwei Wochen, die unerwartet voll mit Terminen waren (auch wenn zumindest einer davon ein überraschend netter Weihnachtsmarktbesuch war) und bei denen ich froh war, wenn ich abends noch genügend Kapazität hatte, um die „Dungeon Life“-Serie noch einmal zu lesen. Und auch wenn ich befürchte, dass ich damit irgendeine kleine Katastrophe beschwöre: Vom heutigen 4. Adventssonntag an sollte ich mich für den Rest des Jahres einfach nur noch entspannen können! (Ihr dürft mir gern die Daumen drücken, dass das jetzt auch wirklich klappt. 😉 )
Für heute habe ich nicht so viel vor. Ich muss im Laufe des Tages Teig fürs Abendessen ansetzen, ich will eine Brettspielrunde mit meinem Mann einlegen und ich möchte meinen gestern Abend angefangenen Roman („A Stocking Full of Spies“ von Robin Stevens) weiterlesen. Aber bevor ich zum Buch greifen, brauche ich – wie immer – noch ein bisschen Zeit zum Wachwerden und rumwuseln.
Update 11:00 Uhr

Uhhh … heute brauchte ich wirklich lange zum Wachwerden – was vielleicht daran lag, dass die Nacht kürzer war, als es vernünftig gewesen wäre. *g* Aber jetzt ist der lästige Pflichtkram erledigt und nachdem ich mich danach noch eine Weile online rumgetrieben habe, bin ich bereit endlich zum Buch zu greifen. „A Stocking Full of Spies“ ist der dritte Band der „The Ministry of Unladylike Activity“-Reihe – was die Folgereihe der „Murder Most Unladylike“-Reihe ist. Diese Reihe spielt während des zweiten Weltkriegs und die Protagonist*innen May (Hazels kleine Schwester), Fionnuala und Eric haben es trotz ihres jungen Alters geschafft Teil einer Einheit zu werden, die sich mit Spionage beschäftigt. Auch wenn die drei bislang nur in den Ferien für das Ministerium arbeiten konnten, haben sie inzwischen einiges Wissen zum (De-)Codieren und ähnlichem gesammelt. Weshalb sie jetzt für einen Mordfall eingeteilt werden, der in Bletchley Park passiert ist. Ich mag diese Reihe sehr, auch wenn May mit ihrem Tunnelblick und ihrer impulsiven Art nicht gerade die ideale Ermittlerin/Spionin ist. Aber sie, Nuala und Eric ergänzen sich so gut und es macht Spaß die Geschichte aus den so unterschiedlichen Perspektiven der beiden Mädchen zu erleben.
Update 14:00 Uhr

Nach dem letzten Update wollte ich eigentlich gemütlich lesen, aber dann fragte mein Mann, ob wir nicht direkt spielen könnten, damit er am Nachmittag den Tisch für sein neues Brettspiel nutzen könnte. Also haben wir uns spontan mit „Flamecraft Duals“ hingesetzt, das wir vor gerade mal zwei Wochen bekommen habe. Da wir beide wenig Zeit hatten, war das heute erst unser zweiter Versuch mit dem Spiel und es war so nett, dass wir gleich zwei Runden gespielt haben. „Flamecraft Duals“ ist ein Spiel für 1-2 Personen (und ich hoffe sehr, dass ich in den nächsten Tagen mal eine Solo-Runde auf die Reihe bekomme), bei dem die Spieler abwechselnd ein Drachen-Token aus einem Beutel ziehen und auf einem kleinen Spielfeld platzieren. Jede der sechs Farben bedeutet eine andere Nutzungsmöglichkeit des Tokens (z.B. lässt einen das gelbe Token ein weiteres Token aus dem Beutel ziehen, während ein dunkelblaues Token es z.B. einem ermöglicht zwei anliegende Token zu versetzen). Mit diesen Token muss man dann versuchen die Aufgaben, die auf den Karten des Spielers stehen zu erfüllen. Wenn am Ende eines Zuges eine Aufgabe erfüllt ist, wird eine neue Karte gezogen, die dann für den nächsten Zug relevant ist. Das Ganze lässt sich sehr schnell aufbauen (ca. 2 Minuten), sehr schnell spielen (eine Runde dauert bei uns gerade mal eine halbe Stunde) und kann überraschend herausfordernd sein. Langfristige Pläne sind selten drin, weil man keinen Einfluss darauf hat, was der Gegner als nächstes tun wird – und bei unserer zweiten Runde war es regelmäßig so, dass ich am Ende meines Zugs eine Karte gezogen habe, deren Bedingung durch den aktuellen Zustand des Spielfelds schon erfüllt war, die ich aber erst am Ende meines nächsten Zuges hätte werten können – wenn nicht mein Mann in der Zwischenzeit für seine eigenen Ziele das Spielfeld komplett auf den Kopf gestellt hätte. *g* Das war regelmäßig sehr ärgerlich, aber auf amüsante und wenig frustrierende Weise …

Danach wurde es Zeit für mein Frühstück, bei dem ich gleich mal testen konnte, wie gut die gestern gebackenen English Muffins aus Sauerteig geworden sind (und ob Mango-Chutney als Aufstrich für mich funktioniert). Zum Frühstück habe ich ein Video geschaut, das ich gerade erst beendet habe, und nun werde ich eine kleine Blogrunde drehen und dann lesen bis es Zeit wird den Teig fürs Abendessen anzusetzen.
Update 18:00 Uhr

Den Nachmittag habe ich zum Großteil mit „A Stocking Full of Spies“ verbracht und gespannt verfolgt wie sich May, Nuala und Erik in Betchley Park zurecht finden – wo sie offiziell als Boten zwischen den verschiedenen Hütten fungieren, während sie gleichzeitig in einen verdächtigen Todesfall ermitteln. Dieser Todesfall wird momentan noch als Unfall betrachtet, ein Unfall, bei dem Berties Waffe (Daisys älterer Bruder) losgegangen ist und einen Kollegen erschossen hat. Dabei hätte die Waffe nicht mit scharfer Monition geladen sein sollen und Bertie selber kann sich nicht erinnern, dass er irgendwie an den Auslöser gekommen war. Auf der anderen Seite ist sein Kollege erschossen worden und der Schuss kam von Berties Standort … Ich bin gespannt darauf noch mehr über die Lebens- und Arbeitsbedingungen zu erfahren, die die drei Kinder in Betchley Park vorfinden, und die Leute besser kennenzulernen, die in den Fall verwickelt sind.
Dann wurde es aber erst einmal Zeit den Teig für unser heutiges Abendessen anzusetzen und die Füllung fertig zu machen. Es gibt kleine Teigtaschen mit einer scharf gewürzten Gemüsefüllung und dazu das Chutney, das ich heute schon morgen probiert habe. Ich mache die so selten, weil es halt doch mehrere Arbeitsschritte sind, aber in den letzten Wochen hatte ich solche Lust darauf, dass ich sie für heute auf den Essensplan gesetzt hatte. Nachdem das Essen soweit vorbereitet war, dass ich später nur noch die Teigtaschen füllen muss, habe ich mir eine Heiße Schokolade gegönnt und dazu ein paar Seiten in „Alchemical Reactions“ von Celia Lake gelesen. Das ist eine Geschichte, die die Autorin in ihrem gestrigen Newsletter zum Download angeboten hatte, und sie dreht sich um Jehan (Alchemie-Professor) und Isaac (Bäcker). Die beiden sind einander bei einer Gesellschaft vorgestellt worden und fanden sich sympathisch genug, um sich über ein zufälliges Wiedersehen zu freuen. Da das Ganze 1948 spielt der beschränkte Zugang zu Materialien für beide eine große Rolle – und ich vermute, dass die beiden Männer auch noch weitere Gemeinsamkeiten finden werden.
Update 22:00 Uhr (letztes Update)

Nach dem letzten Update habe ich noch ein Stündchen gelesen und mich dann in die Küche begeben, um die Teigtaschen zu füllen und in den Ofen zu werfen. Auch wenn sie verflixt heiß waren, waren sie wirklich lecker und ich bin froh, dass ich genug gemacht habe, um ein paar davon einzufrieren. (Unser Tiefkühlfach ist jetzt allerdings so voll, dass ich erst einmal einiges davon aufbrauchen muss, bevor ich wieder von irgendwas eine doppelte Portion kochen kann. *g*) Nach dem Essen habe ich erst einmal zur Switch gegriffen und entspannt ein bisschen gespielt, da ich aber inzwischen doch ziemlich müde bin (und fest entschlossen heute pünktlich im Bett zu landen), beende ich hiermit den Lese-Sonntag.
Ich habe mich gefreut, dass sich mir heute Kiya und Anette angeschlossen haben und ich so diesen letzten Lese-Sonntag im Jahr nicht allein verbracht habe. Ich hoffe, dass wir auch im kommenden Jahr wieder so einige nette Lesetage miteinander verbringen werden. Bis dahin habt eine wunderschöne Zeit! 🙂
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Zeit wird’s, dass ich mich auch mal wieder blicken lasse!
https://kiyaliest.wordpress.com/2025/12/21/lesesonntag-im-dezember-2/
„A Stocking Full of Spies“ von Robin Stevens klingt gut – auch eine Autorin, von der ich mal wieder etwas lesen könnte…
Oh, wie schön, dass du mal wieder Zeit und Lust auf einen Lese-Sonntag hast! Ich muss zugeben, dass ich am 4. Advent erwartet hatte, dass ich alleine lese.
Ich mag diese neue Reihe von ihr fast noch lieber als die Geschichten mit Hazel und Daisy – vielleicht weil sie noch ein bisschen absurder sind, sich aber trotzdem stimmig lesen. *g*
Oh, das klingt gut. Manchmal schwächeln solche Folgereihen ja doch. Ich stecke noch mitten in der „Murder most unladylike“-Reihe und habe da lange nicht weitergelesen, auch wenn ich sie sehr gerne lese.
Stimmt, der 4. Advent ist wahrscheinlich für viele schwierig einzurichten. Bei uns ist er sehr entspannt, weil das Tochterkind ab dem Nachmittag und bis morgen eine Freundin zu Besuch haben und insofern in ihrem Zimmer verschwunden sein wird – jedenfalls bis beide zum abendlichen Film wieder auftauchen und Popcorn verlangen werden 😉
Ich bin auch sehr froh, dass die Reihe mir so gut gefällt. Robin Stevens hatte irgendwo mal geschrieben, dass sie sehr lange darüber nachdenken musste, wie sie die Stimmung in ihren Büchern vor einem Zweite-Weltkrieg-Hintergrund hinbekommen könnte – und ich habe das Gefühl, dass sich dieses Nachdenken gelohnt hat. Auf der einen Seite dreht sich jedes Buch um ein kriegsrelevantes Thema, auf der anderen Seite sorgen die drei Figuren dafür, dass es immer noch unterhaltsame Jugendkrimis sind.
Für viele ist dieses Wochenende ja schon der Anfang der „Familienzeit“ rund um die Feiertage … Wie schön, dass deine Tochter so genügsam ist, wenn sie Besuch hat. Es klingt, als ob ihr alle so ein angenehmes Wochenende verbringen könnt. 🙂
Weltkrieg-Hintergrund kann sehr gut für mich funktionieren oder gar nicht. Es ist nicht unbedingt ein Setting, das ich spezifisch suche, aber gut klappt es für mich zum Beispiel mit Mark Stays „The Crow Folk“.
Familienzeit kommt in den nächsten Tagen noch genug, und zwischendurch zu lesen, hält mich ja gar nicht davon ab 🙂
Die Teigtaschen klingen übrigens ziemlich gut. Wir hatten gestern Piroggen, die ein Freund von uns traditionell zu unserer Adventsbackrunde macht. Ich finde es sehr spannend, wie viele Variationen von Teigtaschen es so gibt.
Ich suche normalerweise auch nicht danach, bin aber in letzter Zeit mehrfach über Romane gestolpert, die in irgendeiner Weise Bletchley Park zum Thema hatten. Was mich auch immer wieder an das Sachbuch von Leo Marks denken lässt, das lustigerweise gerade von meinem Mann gelesen wird, der das auch dementsprechen oft kommentiert.
Die Teigtaschen waren auch ziemlich lecker. Sie hätten noch ein bisschen würziger sein können, aber insgesamt hat sich die Arbeit definitiv gelohnt. 🙂 Teigtaschen sind einfach praktisches Essen, das sich im Zweifelsfall auch aus Brotteigresten machen und mit aufs Feld o.ä. nehmen lässt. Und ja, es gibt soooo leckere Varianten!
Moin Konstanze, bin jetzt dabei unter https://nettebuecherkiste.wordpress.com/2025/12/21/lesesonntag-dezember-2025/
Ich brauche heute Morgen auch ein bisschen, um in die Gänge zu kommen, obwohl, die Sonne scheint, das ist doch mal ein Lichtblick! Ich drücke die Daumen, dass es dabei bleibt, dass jetzt alles erledigt ist und du dich auf die Entspannung konzentrieren kannst! Das mit dem Mord in Bletchley Park klingt ja interessant! Viel Spaß damit!
Huhu, Anette! Ich war gestern definitiv zu lange auf, so dass der Wecker für viel zu wenig Schlaf gesorgt hat. Das verlängert die Wachwerdphase doch deutlich. *g* Danke fürs Daumendrücken! Ich denke im Moment wirklich, dass ich alles so weit organisiert habe, dass ich mir jetzt für den Rest des Jahres freinehmen kann. (Naja, abgesehen vom Kochen, das ist dann doch noch fast jeden Tag nötig.)
Ich mag diese Reihe wirklich sehr! Die Autorin findet eine gute Balance zwischen „altersgerechtem“ Kriminalfall und Kriegsrealität in Großbritannien. Zu Beginn dieser Geschichte gab es einen Radiobericht über Pearl Habor und die Angriffe auf Hongkong – wo die Familie der einen Protagonistin lebt, die nun natürlich Angst hat, dass ihren Lieben was passiert sein könnte.
Und, wie waren die Muffins? Sauerteigmuffins hatte ich noch nie. Bin immer gespannt, was ihr wieder für neue Spiele habt 😉 Lol, kann mir vorstellen, dass das frustrierend war! Ich kann sowas ja nicht allzu gut aushalten…
„English Muffins“ – die kannst du mit den Toasties vergleichen, die es im Supermarkt zu kaufen gibt. Traditionell sind die aus Hefeteig und sie werden nach der Stückgare in der Pfanne ausgebacken, statt im Backofen, weshalb sie einen geraden Boden und Deckel haben. (Diese Bezeichnungen für Gebäck sind so verwirrend, weil jede englischsprachige Region die anders zu bezeichnen scheint.) Und sie waren gut! Schön luftig, obwohl ich meinen Sauerteig erst sehr spät aus dem Kühlschrank geholt hatte und er deshalb eigentlich noch etwas zu kühl beim Teigansetzen war.
Lustigerweise war es gar nicht so frustrierend, weil ich genau wusste, dass mein Mann das ja nicht absichtlich macht. Ich mag normalerweise keine Spiele, wo ernsthaft gegeneinander gespielt wird, aber hier war es lustig, dass wir beide immer genau gegensätzliche Ziele hatten und so dem anderen ständig Hindernisse in den Weg gelegt haben, ohne dass wir das geplant hätten. 😀
Ach so, verstehe, hatte ich trotz wiederholter England-Aufenthalte irgendwie nie. Ich kenne nur Toasted Teacakes, die sind aber wie der Name schon sagt eher getoasted als in der Pfanne ausgebacken. Toasted Teacakes liebe ich jedenfalls, würde ich so gerne mal wieder essen. Noch viel Spaß in England heute Abend!
Vielleicht kennst du den Begriff „Breakfast Muffin“? Darunter laufen die manchmal auch. Und die Muffins werden in der Regel vor dem Essen auch getoastet. *g*
Toasted Teacakes musste ich gerade erst einmal nachschlagen – die wären vermutlich weniger etwas für mich, da die Trockenfrüchte enthalten. Ansonsten scheinen die nicht so schwer herstellbar zu sein. 🙂 Danke! Sehr viel England-Zeit hatte ich heute nicht mehr, dafür habe ich lecker gegessen und einer Runde mit der Switch gespielt. 🙂
Muss ich mir mal ansehen 🙂 Freue mich auf weitere Lesesonntage im nächsten Jahr!
Gestern war ich schon so im Weihnachtsstress, dass ich den Lesesonntag völlig verschwitzt habe. Schade, aber viel Lesezeit hätte ich eh nicht untergebracht und von meinen Malereien hätte ich auch nichts herzeigen können, da es Geschenke werden. Insofern wäre mein Beitrag wohl ohnehin kurz ausgefallen. *g*
Klingt, als hättest du einen abwechslungsreichen Lesesonntag gehabt! Ich drücke fest die Daumen, dass ab jetzt tatsächlich Entspannung angesagt ist!
Da der Lese-Sonntag am 4. Advent war, war ich auch davon ausgegangen, dass die meisten von uns anderweitig beschäftigt sein würden. 🙂
Ich hatte wirklich einen schönen Tag und wenn ich von der gründlichen Putzrunde am Montag absehe, kann ich sagen, dass ich schon voll im Entspannungsmodus bin. Ich habe gestern so schön gelesen! *hach*