Herbstlesen im Oktober (So., 13. Oktober)

Gestern ist es definitiv zu spät geworden (so viel zu dem Vorsatz früher ins Bett zu gehen 😉 ) und das wird vermutlich dafür sorgen, dass ich im Laufe des Tages eine Runde Sofaschlaf einlegen werde. Überhaupt plane ich einen entspannten Tag auf dem Sofa, den ich mit Büchern, Spielen und eventuell meinem Strickzeug verbringen werde. Nach der vergangenen Woche mag ich einfach nur noch die Füße hochlegen und so ein Lesetag ist schließlich perfekt dafür. Erst einmal starte ich langsam in den Tag und schaue jetzt mal, ob ich mich auf eine Kurzgeschichte konzentrieren kann oder der Müdigkeit nachgebe und mir zum Wachwerden ein Cooking-Tree-Video gönne.

Update 10:00 Uhr

Statt vernünftig zu sein und einfach ein entspanntes Backvideo zu schauen, habe ich mich mit der aktuellen Nachrichtenlage beschäftigt und dann hatte ich das dringende Bedürfnis mich wieder für ein paar Stunden vor den aktuellen Entwicklungen der Welt zu verstecken und meine Nase in ein Buch zu stecken. Was dazu geführt hat, dass ich die Kurzgeschichte „Curses“ von Jim Butcher gelesen habe, in der sich Harry Dresden mit dem „Curse of the Billy Goat“ beschäftigt – ein Fluch, der angeblich zwischen 1945 und 2016 dafür gesorgt hat, dass die Chicago Cubs kein Spiel der National League gewannen. (Und ja, natürlich hat das dafür gesorgt, dass ich erst einmal Details zum Fluch bei Wikipedia nachgelesen und ich über die verschiedenen „Fluchaufhebungsversuche“ amüsiert habe.) Ich muss zugeben, dass ich beim Baseball-Thema erst einmal wenig motiviert war die Geschichte zu lesen, aber Jim Butcher hat es auch hier wieder geschafft eine Handlung zu spinnen, die ich genossen habe und die dafür gesorgt hat, dass ich mit einem Grinsen im Gesicht das Buch zugeklappt habe.

Update 13:15 Uhr

Vor dem Frühstück habe ich erst einmal die Küche wieder in Ordnung gebracht und zum Essen gab es wieder ein paar Seiten von „Ordeal by Innocence“, aber ich muss zugeben, dass ich mich dann schnell durch das Internet habe ablenken lassen. Ich finde es immer wieder erstaunlich wie die Zeit davonrast, während ich das eine oder andere recherchiere, einen Blogbeitrag oder ein Video sehe und so von einer Seite zur nächsten dümpel. *g* Da unser Nachtbar schon seit heute früh wieder unglaublich kommunikativ ist und mich die anhaltende Geräuschkulisse so langsam aggressiv macht, denken wir gerade über die Kombination Film (für meinen Mann) und Switch (für mich) nach. Musik als Hintergrund fürs Lesen habe ich gerade schon ausprobiert und das hat nichts geholfen, weil der Nachbar heute so gut bei Stimme ist, dass ich die Anlage sehr laut drehen müsste, um ihn zu übertönen, und das bringt mir dann auch nicht die richtige Stimmung zum Lesen.

Update 18:00 Uhr

Ich habe die eine oder andere ruhigere Phase zum Lesen genutzt und dabei drüber nachgedacht, dass ich es immer wieder mag, wenn Agatha Christie mit den Erwartungen des Lesers spielt. Es gibt in dieser Geschichte zum Beispiel ein Ehepaar, bei dem die Frau auf den ersten Blick als kühl, kontrolliert und emotionslos wirkend beschrieben wird, während er einen boshaften Zug zeigt. Aber kaum beginnt das Gespräch zwischen den beiden, wird deutlich, dass er zwar ein Problem damit hat, dass sie ihn seit einer Erkrankung bemuttert, aber grundsätzlich kein unangenehmer Mensch ist und sie immer wieder dazu bringt, dass sie zu ihren Emotionen und Gedanken steht. Sie hingegen ist eher zu emotional und wirkt deshalb so beherrscht, weil sie seit Jahren versucht ihre Gefühle zu unterdrücken, eben weil sie so extrem sind. Grundsätzlich mag ich es, wie Agatha Christie mit wenigen Worten eine Figur beschreibt und obwohl sie damit so manches Mal ein Klischee erfüllt, so gibt es genügend Charaktere, bei den sie dieses Klischee nur aufbaut, um es dann mit wenigen Sätzen wieder einzureißen.

Ansonsten war der Nachmittag wirklich vor allem mit Filmschauen („Rogue One“ für meinen Mann, der ursprünglich fand, dass das der beste der neuen Star-Wars-Filme war, und trotzdem die ganze Zeit beim Schauen vor sich hingenörgelt hat) und Spielen für mich gefüllt. Bis es wieder in die Küche zum Kochen geht, werde ich wohl noch etwas weiterspielen. Vorher schaue ich aber mal, was meine drei Mitleserinnen heute Nachmittag so gemacht haben. 🙂

Update 21:30 Uhr

Heute ist es wirklich schlimm mit mir und ich bekomme wirklich nicht viel auf die Reihe – auf der anderen Seite war das nach einer stressigen Woche, einer Samstagnachmittagverabredung und zu wenig Schlaf in der vergangenen Nacht eigentlich auch zu erwarten. *g* Nach dem Abendessen (mal wieder selbstgemacht Pizza) hat mein Mann wieder einen Film („Frankenstein – Zweikampf der Giganten“) angeworfen, den er schon seit einigen Tagen schauen wollte, während ich mich online rumgetrieben, denn Feedreader geleert und Kommentare geschrieben habe. Jetzt werde ich noch ein bisschen spielen, aber dann geht es für mich auch schon ins Bett, damit ich hoffentlich morgen wieder etwas einsatzfähiger bin. 😉 Auch wenn ich heute nicht ganz so kommunikativ war, hat es mir wieder viel Spaß mit euch gemacht! Ich hoffe, ihr habt alle eine schöne Woche vor euch und vielleicht lesen wir uns ja (spätestens) am kommenden Samstag wieder. 🙂

 

***

Heutige Mitleserinnen:

Kiya
Sunny
Neyasha

17 Kommentare

  1. Guten Morgen, ich wollte ja eigentlich mitmachen, aber wir gehen noch essen und auf den Friedhof und zusammen mit der Messevorbereitung ist es mir doch ein bisschen viel. Nächstes Wochenende dann aber bestimmt wieder!
    Genieße den Tag!

    • Guten Morgen, Anette! Dann hoffe ich, dass du heute bei all den Plänen trotzdem noch etwas Zeit für dich findest und dich erholen kannst. Auf jeden Fall ist es gut, dass du dir keinen Stress mit dem Herbstlesen machst, denn genau dafür ist es ja nicht da. 🙂

  2. Baseball hätte mich auch erstmal abgeschreckt – umso besser, dass die Geschichte trotzdem gelungen war! Mitunter frage ich mich bei den Kurzgeschichten, für welche Anthologie sie geschrieben wurden, das ist manchmal eine nette Zusatzinformation 🙂

    • Das sagt er in „Brief Cases“ leider nicht, aber immerhin hat er vor jeder Kurzgeschichte einen kleinen Text veröffentlicht, der ein bisschen etwas über die Hintergründe erzählt (auch wenn die manchmal nur daraus bestehen, dass er einfach Lust auf eine bestimmte mythologische Figur hatte oder so …).

      • In meinen Ausgaben der Harry Dresden-Kurzgeschichten stehen am Anfang bzw. am Ende der Bücher Copyright-Infos, aus denen sich die Erstveröffentlichung ergibt. Manchmal sind die Themen der Anthologien ganz spannend, manchmal aber nur sowas wie „Urban Fantasy Stories“.

        Ich hätte jetzt auch gerne welche von den Keksen. Wir hatten heute nichts Selbstgebackenes, aber eigentlich wollte ich in der nächsten Zeit mal mit meiner Tochter Kekse ausstechen. Schauen wir mal, ob das was wird…

        Das Doraemon-Spiel sieht so hübsch aus. Ich fühle mich versucht.

        • Du hast recht, im Impressum sind die Informationen zu finden. Das kommt davon, wenn man direkt zu den Geschichten blättert. *g* Anthologie-Themen sind eh immer eine Sache, ich finde es faszinierend, welche Themen besonders viel Vielfalt hervorrufen und bei welchen die Geschichten eher weniger reizvoll sind – vor allem, wenn die Sammlungen dann auch noch von den selben Herausgebern zusammengestellt wurden.

          Ein paar Kekse hätten wir sogar noch – allerdings nicht viele, weil ich dieses Mal vorsorglich extra kleine Teigmengen gemacht hatte, damit wir nur für das Wochenende versorgt sind. Ich wollte in diesem Jahr mal ein paar neue Rezept ausprobieren und dachte, dass mich ein Keksmangel dazu anspornen könnte. 😉

          Die Storyteile sind eindeutig für ein deutlich jüngeres Publikum gedacht, aber damit kann ich leben, weil ich mich auf den Rest des Spiels konzentriere und die Optik ist wirklich wunderhübsch! Grundsätzlich habe ich ja eine Schwäche für diese Art von Farmspielen – oh, und hier gibt es noch den Vorteil, dass man wirklich jederzeit speichern kann, was sehr angenehm zum Zwischendurchspielen ist!

  3. So, auch heute gings etwas verspätet in den Tag, aber jetzt bin ich wieder voll dabei.
    https://78sunny.blogspot.com/2019/10/herbstlesen-im-oktober-so-13-oktober.html

    Ich vermeide es am Sonntag mich mit der aktuellen Lage in der Welt zu beschäftigen. Das zieht mich zu sehr runter und ich habe immer das Bedürfnis mich dann mit anderen auszutauschen. Heute beschäftigt mich auch eher die aktuelle Lage in meiner unmittelbaren Umgebung. Eine meiner besten Freundinnen ist gerade im Krankenhaus und bekommt, hoffentlich ohne Komplikationen, ihr drittes Kind.

    Viel Spaß heute beim Lesen, stricken und spielen. Ich werde mir jetzt ert einmal was kochen.

    • Ich bekomme in der Regel jeden Tag grob mit, was in der Welt los ist, weil ich bei allem Selbstschutz doch auf dem Laufenden bleiben will. Aber manchmal finde ich eben online detailliertere Informationen oder Links zu Zeitungsartikeln, die für mich neue Aspekte beleuchten und die ich mir dann direkt anschaue. Wenn ich merke, dass es mir zu viel wird, dann beschränke ich mein Onlinesein wieder auf „harmlosere“ Seiten oder gehe offline, aber ganz kann ich die Finger davon nicht lassen, weil ich es doch wichtig (wenn auch schrecklich deprimierend finde) informiert zu sein.

      Wenn bei mir privat aber mehr los ist, dann fallen die Nachrichten auch für mich weg. Ich kann also gut verstehen, dass du gerade mit deinen Gedanken bei deiner Freundin bist und keine Kapazitäten für anderes übrig hast. 🙂

  4. Kopfhörer sind für dich keine Option nehme ich an. Wenn man mit einem Partner zusammenwohnt, wäre das wohl auch sehr merkwürdig. Kopfhörer sind meine Lösung für Lärmbelästigung oder halt Flucht aus meiner Wohnung. 🙂

    • Ich trage wirklich ungern Kopfhörer und mag auch nicht mit welchen rumlaufen, wenn mein Mann daheim ist. Normalerweise reicht es, wenn wir Musik oder den Fernseher anmachen, aber in den letzten Tagen war der Nachbar besonders laut. Aus der Wohnung mag ich auch nicht fliehen, ich hoffe nur, dass er in den nächsten Tagen wieder etwas ruhiger wird oder vielleicht sogar mal wieder verreist.

  5. Ich habe heute vergessen, mich zu „melden“. Bin mit dabei, war aber zugegeben bisher nicht sehr Update-freudig. Irgendwie ist mir heute auch ständig die Zeit davongelaufen.

    Laute Nachbarn sind eine sehr nervige Sache. Damit hatte ich in meiner vorigen Wohnung zu kämpfen, wo die Wände so dünn waren, dass ich meinen Nachbarn sogar schnarchen gehört habe. In meiner aktuellen Wohnung ist das zum Glück kein Thema mehr, da ist es nur draußen oft recht laut (auch nachts). Wenn ich die Fenster schließe, ist das kein Problem, aber im Sommer ist das natürlich mühsam.

    • Entschuldige, Neyasha, mir war gestern auch durchgegangen, dass du einen Beitrag für beide Tage veröffentlicht hattest. Ich hätte dich ja zumindest auflisten können.

      Ich glaube bei normallauten Menschen wären unsere Wände nicht das große Problem, aber dieser Nachbar hat eine sehr laute Stimme und redet sehr, sehr viel. Wenn er nicht telefoniert (was er wirklich von morgens bis abends tut, wenn er daheim ist), dann unterhält er sich mit seiner Freundin oder Besuchern. Seine Freundin hören wir hingegen nur, wenn wir beiden die Fenster geöffnet haben oder sie sehr erregt ist.

      Ansonsten hören wir in unserer Wohnung eigentlich nur Geräusche aus dem Treppenhaus, ab und an etwas Musik von der Nachbarin und den Straßenverkehr vor der Tür. Im Sommer finde ich das auch unangenehmer, weil mehr Leute draußen unterwegs sind und ich weder Geduld mit den Personen habe, die sich nach Mitternacht an Straßenecken treffen, um zu Trinken und zu Schwatzen, noch so begeistert bin, wenn ich durch laute Gespräch mitten in der Nacht aus dem Schlaf gerissen werde. 😉 Nur gut, dass es jetzt wieder kälter wird!

      • Ich habe auch keine Geduld mit solchen Personen, aber leider ist sowas bei mir an der Tagesordnung – besonders im Park gleich schräg gegenüber von meiner Wohnung, in dem im Sommer spätnachts Jugendliche Party machen … Von daher ist es auch ganz angenehm, dass das jetzt erst mal kein Thema mehr ist, auch wenn das gleichzeitig bedeutet, dass das Lesen am Balkon für dieses Jahr vorbei ist.

        Menschen, die ständig so laut reden, sind echt eine mühsame Sache. Da habe ich echt Glück, dass rund um mich niemand mit so einem lauten Organ wohnt.

        • Wir haben ein 24-Stunden-Bar/Café an der einen Ecke der Kreuzung, was bedeutet, dass sich dort gern Leute sammeln, die noch „nachglühen“ wollen, nachdem die Kneipen schon geschlossen haben. Und an der anderen Ecke ist ein Pokémon-Stop, was auch für Ansammlungen zu den seltsamsten Tageszeiten führt. Außerdem bietet sich anscheinend die Treppe der Apotheke so schön zum Abhängen und Straße beobachten an … *seufz*

          Ohne Balkon profitiere ich einfach rundum von den Vorteilen des kühleren Wetters. 😉 Ich drücke dir die Daumen, dass es im kommenden Jahr im Park etwas weniger trubelig wird!

          Ich frage mich manchmal auch, wie laut wir wohl für ihn sind. Auf der anderen Seite haben bislang immer alle unsere Nachbarn gemeint, dass man uns nicht hören würde, von daher hoffe ich, dass er uns nicht so schlimm findet wie wir ihn.

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