Kate Williams: The Babysitters Coven

Über „The Babysitters Coven“ von Kate Williams bin ich bei Twitter gestolpert, und da es dort als eine Mischung aus „Adventures in Babysitting“ und „Buffy – The Vampire Slayer“ beschrieben wurde, habe ich den Roman spontan vorbestellt. Und obwohl ich am Ende zugeben muss, dass die Geschichte so einige Schwachpunkte vorzuweisen hat, bin ich sehr froh über diese Bestellung, denn „The Babysitters Coven“ ist das erste Buch seit Wochen, das ich innerhalb von zwei Tagen durchgelesen habe, statt es ständig zur Seite zu legen und irgendwas anderes zu machen.

Die Geschichte wird aus der Sicht der siebzehnjährigen Esme Pearl erzählt, die in den letzten Wochen ungewöhnlich viel Pech hatte und nicht so recht weiß, was sie von all den seltsamen Vorfällen halten soll. Bis vor kurzem drehte sich Esmes Leben vor allem darum, in der Schule nicht groß aufzufallen und ihre Freizeit mit ihrer besten Freundin Janis zu verbringen. Um Geld zu verdienen, verdingt sie sich als Babysitter und hatte sogar früher – gemeinsam mit Janis und zwei anderen Freundinnen – einen Babysitter-Club, der inzwischen aber nur noch dem Namen nach existiert.

Esme hätte kein Problem damit, wenn ihr Leben einfach so weiterlaufen würde, doch bei den letzten beiden Babysitter-Jobs hatte sie das Gefühl, als ob jemand ins Haus eingedrungen wäre, vor dem sie die Kinder beschützen musste. Außerdem passieren immer wieder seltsame Dinge, wenn sich Esme aufregt, und dann ist da noch die neue Mitschülerin Cassandra, die unbedingt Teil des Babysitter-Clubs werden möchte, obwohl sie offensichtlich keinerlei Erfahrung mit der Betreuung von Kindern hat. Es dauert eine Weile, bis Esme herausfindet, dass sie – ebenso wie Cassandra – über besondere Fähigkeiten verfügt und dass ihre Aufgabe als „Sitter“ über ein normales Babysitten hinausgeht.

Ich fand das Prinzip der „Sitter“, ihre Aufgabe in der Welt und die „Synod“ (eine Art „Rat der Wächter“) von der Grundidee ganz lustig, aber die Ausarbeitung durch die Autorin hätte schon überzeugender sein können. Man muss als Leserin in der Hinsicht ein paar Details einfach hinnehmen, wenn man sich den Spaß an der Geschichte nicht verderben lassen möchte. Auch muss man bei „The Babysitters Coven“ damit leben können, dass die Handlung nicht gerade action-geladen ist (auch wenn der Verlag das Buch damit bewirbt), weil sich Kate Williams viel Zeit lässt, um Esme, ihr Leben und später ihre Kräfte einzuführen. Da ich aber all die kleinen Dinge in Esmes Leben gern verfolgt habe und es mochte, von ihrer Freundschaft zu Janis, ihrem Hund Pig und all den anderen Dingen zu lesen, die in ihrem Alltag eine Rolle spielen, konnte ich sowohl mit der relativ langsamen Handlungsentwicklung als auch mit den kleinen Unstimmigkeiten gut umgehen.

Ich fand Esme ebenso wie Janis sympathisch, ich fand es lustig, dass Esme sich jeden Tag ein anderes Thema für ihre Kleidung vornimmt, und es hat mir leidgetan, dass ihre Mutter seit so vielen Jahren nicht für sie da sein kann (vor allem, da von Anfang an klar war, dass diese wohl ebenfalls über besondere Fähigkeiten verfügte). Mit Cassandra hatte ich stellenweise so meine Probleme (ich bin auch mit Faith bei „Buffy“ nie so recht warm geworden), aber sie bildete einen stimmigen Kontrast zu Esme, die sich eher mit Skepsis ihrer Magie nähert statt mit Begeisterung. Es gibt in „The Babysitters Coven“ einen Hauch einer Liebesgeschichte – genauer gesagt schwärmt Esme für Cassandras älteren Bruder Dion, aber die Szenen zwischen der Protatonistin und ihrem Schwarm nutzt die Autorin eher, um die familiären Hintergründe von Cassandra und Dion aufzudecken, als dass wirklich etwas zwischen Esme und ihm passieren würde. Mir persönlich kommt das nur entgegen, weil ich definitiv keine Lust mehr auf Liebesgeschichten in Jugendbüchern habe, aber einige Rezensenten hatten sich in der Beziehung wohl mehr erhofft.

Alles in allem war „The Babysitters Coven“ sehr nett zu lesen und hat mir einige Gelegenheiten zum Schmunzeln geboten. Allerdings denke ich auch, dass eine etwas erfahrenere Autorin (der Roman ist das Debüt von Kate Williams) etwas mehr aus der Grundidee und den Figuren hätte rausholen können. Vor allem hat es mir ein wenig an Spannung gefehlt, denn so gern ich „Wohlfühlromane“ lese, so gehört für mich zu einem solchen Roman doch auch Bösewichte, die ich ernst nehmen kann und die mir das Gefühl geben, dass die Protagonistin und diejenigen, die ihr am Herzen liegen, in Gefahr schweben. Trotz dieser Kritikpunkte gehe ich momentan davon aus, dass ich mir im kommenden Herbst auch die schon angekündigte Fortsetzung des Buches holen werde, einfach weil ich wissen will, wie es mit Esme, ihrer Familie und ihren Freunden weitergehen wird.

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