Da mir mein Beitrag mit Lese-Eindrücken aus dem Oktober ein bisschen zu lang wurde, habe ich ihn für die Veröffentlichung zweigeteilt. Wer den ersten Teil sucht, wird HIER fündig.
Kate Williams: For Better or Cursed (The Babysitters Coven 2)
Im Oktober habe ich auch den ersten und zweiten Teil der „The Babysitters Coven“-Bücher gelesen und obwohl ich mich eigentlich gut unterhalten gefühlt habe, glaube ich nicht, dass ich mir auch noch den dritten Band besorgen werde. Während ich bei „The Babysitters Coven“ die erste Hälfte hindurch das Gefühl hatte, ich würde neben den fantastischen und den ernsthafteren Elementen zu viel Teenie-Drama lesen, strotzte „For Better or Cursed“ vor Erwachsenen, die nicht zuhörten und ihren Job nicht richtig erledigten. Da es aber ihr Job war, sich um die Sitter zu kümmern, die in unsere Welt eindringende Dämonen bekämpfen, fand ich das entsetzlich frustrierend zu lesen. Erschreckenderweise war dieses Mal Protagonistin Esme die – zumindest im Rahmen der Umstände – vernünftigste Person in der Geschichte. Und während sie versuchte, all die verschiedenen herausfordernden Dinge in ihrem Leben auf die Reihe zu bekommen und immer wieder diejenigen um Hilfe bat, die sie unterstützen sollten, wurden ihre Probleme entweder ignoriert oder durch die Verantwortlichen in ihrem Umfeld verschlimmert. Da halfen weder die diversen amüsanten Szenen rund um die unterschiedlichen magischen Fähigkeiten (oder Missgeschicke) noch die wohltuenden Momente, in denen es um die Freundschaft zwischen Esme und ihre besten Freundin Janis ging. Wie schon beim ersten Band mochte ich das Ende von „For Better or Cursed“ wirklich, aber ich glaube nicht, dass ich noch einmal so viele frustrierende Kapitel lesen möchte, nur um dann die Auflösung der ganzen Situation endlich genießen zu können.
W.R. Gingell: Staff and Crown (The Two Monarchies 3)
Wie schon „Blackfoot“ wird auch „Staff and Crown“ aus der Perspektive von Annabel erzählt. Allerdings sind inzwischen fast drei Jahre seit den Ereignissen in der magischen Schlossruine vergangen, und so findet sich Annabel zu Beginn der Geschichte in einer Finishing School wieder, wo sie angemessen damenhaftes Benehmen lernen soll, bevor sie offiziell der gehobenen Gesellschaft vorgestellt wird. Ihr zur Seite steht dabei Isabelle (die ich schon sehr mochte, als sie einen Auftritt in „Spindle“ hatte). Diese ist nicht nur in Adelskreisen aufgewachsen, sondern hat auch als Tochter eines Diplomaten viele unschätzbare Erfahrungen gemacht, von denen Annabel in den nächsten Monaten profitieren soll. Ich will hier nicht zu viel zu Annabels Situation schreiben, weil das ein Spoiler für die Reihe wäre, aber ich habe mich großartig dabei amüsiert, wie die beiden jungen Frauen die Regeln ihrer Schule immer wieder so verbiegen, dass sie ihre eigenen Ziele verfolgen können, während gleichzeitig die Schule von Spionen der Revolutionären und der Monarchisten infiltriert wird und es zu diversen Entführungsversuchen kommt. Weder Annabel noch Isabella verfügen über (nennenswerte) Magie, aber mit all ihrem Einfallsreichtum und ihren Beziehungen brauchen sie auch keine Magie, um gegen die diversen Gruppierungen anzukommen. Ich hatte sehr viel Spaß an den kleineren und größeren Abenteuern, die die beiden erlebten, vor allem, da das alles in einer wunderbaren Mischung aus klassischen Schulszenen, politischen Intrigen und (Gegen-)Spionage-Elementen stattfand. Inzwischen habe ich auch die letzten drei Bände der Reihe auf meinem eReader und der einzige Grund, wieso ich zwischendurch noch was anderes lese, besteht darin, dass ich mir die Geschichte so langsam ein bisschen einteilen will, damit ich länger etwas davon habe. 😉
Hafsah Faizal: A Tempest of Tea (Blood and Tea 1)
Ich gebe zu, dass ich „A Tempest of Tea“ vor allem deshalb vorbestellt hatte, weil ich das Cover so sehr mochte. Aber natürlich hätte ich das nicht gemacht, wenn ich nicht auch den Klappentext reizvoll gefunden hätte. Heist-Geschichten mag ich eigentlich und eine Mischung aus Teestube und nächtlicher verbotener „Blutbank“ für Vampire klang ungewöhnlich genug, um mich neugierg zu machen. Allerdings zog sich die erste Hälfte des Romans dann ziemlich hin. Ich fand es schwierig zu lesen, dass die fünf Personen, die an dem Diebstahl beteiligt waren, wild entschlossen waren, einander übers Ohr zu hauen. Ich mag es lieber, wenn bei einer solchen Geschichte alle – wenn auch vielleicht widerwillig/gezwungenermaßen – an einem Strang ziehen, selbst wenn es am Ende zu einem „Verrat“ innerhalb der Gruppe kommt. Außerdem fand ich es schade, dass die Planung des Coups im Prinzip in einer Nacht passierte (auch wenn es danach noch ein paar – mehr oder weniger amüsante – Szenen mit Vorbereitungen gab). Spannender wurde die Geschichte dann, als es wirklich mit dem Diebstahl losging und dabei einige der Dinge enthüllt wurden, die die Charaktere voreinander verborgen hatten. Das letzte Drittel des Roman habe ich dann an einem Stück gelesen, weil ich unbedingt wissen wollte, wie es weitergeht. Am Ende kann ich sagen, dass ich die erste Hälfte zwar nicht genossen habe, ich aber nach dem letzten Kapitel neugierig auf die weitere Entwicklung der Handlung bin. Dazu kommt, dass ich die Welt, die sich Hafsah Faizal für „A Tempest of Tea“ ausgedacht hat, wirklich faszinierend finde. Ich werde mir also irgendwann auch noch die Fortsetzung besorgen – allerdings hat die auf Englisch noch keinen Erscheinungstermin, während der zweite Band auf Deutsch für Oktober 2025 angekündigt wird.
