Schlagwort: Stöckchen

[BuchSaiten-Blogparade]: Zum Jahresende 2010 …

Katrin von den BuchSaiten startet auch diese Jahr zum Jahresende eine Blogparade, bei der fünf Fragen rund ums Buch beantwortet werden sollen. Normalerweise drücke ich mich um solche Fragen, denn die bedeuten ja, dass ich mich für einen (oder ein paar) Titel entscheiden muss. Und das fällt mir im Buchbereich verflixt schwer! Es gab so einige Romane, die ich erwähnen könnte, aber ich habe jetzt mal beschlossen, dass ich mich auf die konzentrieren werde, die mir als erstes einfallen (und die anderen Titel werde ich mal tapfer ignorieren). 😀

Welches war das Buch in diesem Jahr, von dem ich mir wenig versprochen habe, das mich dann aber positiv überrascht hat? (und Begründung)

Wenig versprochen hatte ich mir von „Arkadien erwacht“. Ich mag zwar Mafia-Geschichten und habe weder etwas gegen fantastische Elemente oder gar Liebesromane, aber bei Kai Meyer habe ich oft ein kleines Problem mit seinen Büchern. Was ich bislang von ihm gelesen habe, das fand ich nett und unterhaltsam, aber es hat mich nicht mitgerissen. Und ohne diesen Funken, der mich dazu bringt mitzufiebern und um das Leben der Figuren zu bangen, vielleicht die eine oder andere Träne zu vergießen und auch mal mit einem breiten Grinsen vor dem Roman zu sitzen, da fehlt mir einfach was.

Somit blieb ich recht gelassen als „Arkadien erwacht“ veröffentlicht wurde, obwohl man kaum noch einen Blog besuchen konnte, ohne mit der Nase auf das Buch zu stoßen. Tja, und dann hat Irina – trotz ihrer gerade herrschenden Jugendbuchunlust – den Roman gelesen und war begeistert. Und wenn Irina nervt … äh … den höflichen Überredungsmodus einschaltet, dann bekommt sie mich doch meistens dazu, dass ich einen Blick in das dementsprechende Buch werfe. Es hatte auch nur ein paar Wochen gedauert bis ich es aus der Bibliothek bekommen habe und dann las ich es an einem Nachmittag durch. Ich kann noch immer nicht die überschäumende Begeisterung der meisten Leser teilen, aber ich habe mich deutlich besser dabei unterhalten gefühlt, als ich vorher gedacht hätte – und inzwischen sogar brav die Fortsetzung gelesen …

Welches war das Buch in diesem Jahr, von dem ich mir viel versprochen habe, das mich dann aber negativ überrascht hat? (und Begründung)

Viel versprochen wäre übertrieben, aber ich hatte mir von „Café Eden“ eindeutig mehr versprochen als ich bekam. Wobei ich mich da vom Klappentexte in die Irre führen ließ. Denn der klang nach einer netten Liebesgeschichte, die vermutlich rund um ein atmosphärisches Café spielen würde. Irgendwie hatte ich etwas erwartet, das an „Chocolat“ erinnert, doch stattdessen gab es eine etwas langatmige Familie-Saga, die immer wieder durch die Biografien von Nebenfiguren unterbrochen wurde. Weder die Rezepte, noch die ganze Geschichte hat mich besonders angesprochen, auch wenn es einige interessante und ganz unterhaltsame Aspekte an dem Buch gab. Vor allem den Teil rund um die Stummfilmzeit und die Western in Amerika fand ich spannend, aber ein Sachbuch hätte mir da wohl mehr Informationen gebracht.

Welches war eure persönliche Autoren-Neuentdeckung in diesem Jahr und warum?

Wieder etwas, an dem Irina Schuld ist, denn sie hat die Bridgerton-Reihe der Autorin so begeistert besprochen, dass ich mir Julia-Quinn-Romane zulegen musste. Vor ungefähr zwanzig Jahren haben ich die Regency-Bücher von Georgette Heyer geliebt – und wann immer ich etwas Geld übrig hatte, dann habe ich in der Bahnhofsbuchhandlung einen Roman von ihr gekauft, damit ich auf der Heimfahrt im Zug was neues zu lesen hatte. Andere historische (Liebes-)Romane haben keine solche Begeisterung bei mir auslösen können und so habe ich das Genre dann schnell wieder ignoriert – natürlich abgesehen von den Heyer-Büchern, die ich immer mal wieder aus dem Regal nahm und las.

Tja, und dann habe ich meine Nase in „Wie erobert man einen Duke?“ gesteckt und war hingerissen. Julia Quinn schreibt amüsant und mitreißend und bislang haben mich alle Bridgerton-Teile, die ich gelesen habe, sehr gut unterhalten. Ein paar der Titel habe ich in diesem Jahr sogar schon zweimal gelesen, weil es einfach so eine nette Lektüre für einen gemütlichen Nachmittag ist – und inzwischen fehlt mir nur noch der letzte Band der Bridgerton-Reihe. Und danach hoffe ich sehr, dass noch andere Bücher von ihr im nächste Jahr (in schönen Ausgaben) auf den deutschen Markt geworfen werden. Sonst muss ich doch mal wieder anfangen regelmäßig auf Englisch zu lesen …

Welches war euer Lieblings-Cover in diesem Jahr und warum?

Ein Lieblings-Cover gibt es bei mir nicht. Ich achte überhaupt recht wenig aufs Cover, das habe ich mir abgewöhnt, als ich zur einer Zeit Fantasy las, zu der man vor allem halbnackte Frauen und fellbehängt Barbaren auf den Covern dieses Genre abbildete. Und wenn ich heutzutage hingucke, dann rege ich mich nur immer wieder auf, weil ich schon wieder was mit Weichzeichner, einem Mädchengesicht und geschwurbelten Linien sehe. 😉

Aber trotz dieser biestigen Zeilen, gibt es doch das eine oder andere Cover, das mir positiv ins Auge gesprungen ist – und „Der Monstrumologe“ gehört eindeutig dazu. Das Cover ist ungewöhnlich und gleicht keinem anderen, das ich in den letzten Jahren gesehen habe. Es passt sowohl von der angewandten Technik, als auch von der Darstellung an sich hervorragend zum Inhalt (wenn man davon absieht, dass da alles viel zu ordentlich ist) und ich mag den Lineolschnitt-artigen Charakter.

Welches Buch wollt ihr unbedingt in 2011 lesen und warum?

Unbedingt lesen – in die Kategorie fallen recht wenige Bücher, seitdem mein SuB mir so viel Auswahl bietet, dass ich recht gelassen auf Neuerscheinungen blicken kann. Aber ich werde auf jeden Fall „Smaragdgrün“ lesen, wenn die Bibliothek das irgendwann nicht mehr in „Einarbeitung“ hat und zum Vormerken zur Verfügung stellt – und „Hochzeitsglocken für Lady Lucy“ sind schon vorbestellt.

Denn auch wenn ich abwarten kann bis „Smaragdgrün“ über die Bibliothek zu bekommen ist, so bin ich doch neugierig auf das Ende der Geschichte. Vor allem, da mir „Rubinrot“ und „Saphirblau“ wirklich Spaß gemacht haben. Und „Hochzeitsglocken für Lady Lucy“ ist der letzte Teil der Bridgerton-Reihe, den ich mir nach all den schönen Stunden mit den ersten sieben Bänden nicht entgehen lassen kann. Auf beide Bücher freue ich mich sehr – genauso wie auf all die Neuerscheinungen, die im nächsten Jahr veröffentlicht werden und die dafür sorgen, dass mein SuB wohl niemals schrumpfen wird.

„Buch & Brot“-Stöckchen

Ich gebe zu, das ist nicht gerade der perfekte Titel, aber ich mag die B&B-Kombination einfach. 😉

In letzter Zeit bin ich immer wieder über Blogs gestolpert, in denen sowohl von Büchern als auch vom Essen berichtet wurde, außerdem habe ich bei einigen Leuten auf die Frage „Liest du beim Kochen?“ ein verwundertes „Wie soll das denn gehen?“ als Reaktion gelesen – und so kam mir der Gedanke zu diesem kleinen Stöckchen. Wer mag, kann es gerne mitnehmen (ich würde mich freuen, wenn ihr dann einen Link bei den Kommentaren hinterlassen würdet)!

1. Liest du beim Kochen?
Das hängt immer davon ab, was ich koche. Aber wenn ein Essen nur im Backofen gart oder ich darauf warte, dass ein Topf mit Wasser anfängt zu kochen, nutze ich die Zeit und stecke meine Nase in ein Buch. Es gibt sogar einige Gerichte (z.B. Risotto oder Bratkartoffeln), bei denen ich mit dem Roman (allerdings nur Bibliotheksbücher *rotwerd*) in der Hand neben dem Herd stehe, weil ich sonst nicht die Geduld für die perfekte Zubereitung aufbringe.

2. Liest du beim Essen?
Als Kind musste man mir mein Buch schon gewaltsam vor dem Setzen an den Tisch wegnehmen (es blieb aber auf jeden Fall in Greifweite), vor allem beim alltäglichen Essen mit der Familie. Wenn ich heute allein eine Mahlzeit zu mir nehme, dann neige ich zu einfachen Gerichten, bei denen man nur eine Hand zum Essen braucht, damit ich in der anderen meine aktuelle Lektüre halten kann. Oft nutze ich diese Zeiten, um in ein neues Buch reinzulesen und zu gucken, ob ich darauf gerade Lust habe. In Gesellschaft hingegen genieße ich dann doch viel lieber die Gespräche und hebe mir meinen Roman dann für einen anderen Zeitpunkt auf.

3. Gefallen dir Bücher, in denen viel über Essen und Kochen geschrieben wird?
Ja, in der Regel tun sie das. Es gab eine Zeit, in der ich unglaublich viele Krimis gelesen habe, deren Hauptfiguren Köchinnen waren. Aber auch sonst finde ich es schön, wenn ich in einem Roman gut geschriebene Szenen finde, die in Küchen spielen. Allerdings gilt das auch für die Erwähnung von (Kunst-)Handwerk, Textilkunst und ähnlichen Dingen, mit denen ich etwas Positives assoziiere und die zur Atmosphäre einer Geschichte beitragen können.

4. Hast du schon mal ein Rezept ausprobiert, das du in einem Roman gefunden hast?
Oh ja, mehrere sogar! Vor allem habe ich schon eine Menge Keksrezepte getestet, die ich in Büchern gefunden habe. Aber auch Nudelgerichte, Muffins, Aufläufe und andere Dinge aus Romanen habe ich schon nachgekocht – und in der Regel hat es ziemlich gut geschmeckt. Vor allem dienten dabei die schon erwähnten Krimis als Ideenquelle, wobei ich besonders viele Rezepte von Diane Mott Davidson fest in meine Sammlung aufgenommen habe.

5. Sammelst du Kochbücher – und kannst du abschätzen, wie viele du davon hast?
Ich sammle definitiv keine Kochbücher, auch wenn ich immer wieder neugierig auf neue Rezepte bin. Aber da ich nicht nur Vegetarierin, sondern auch gegen viele Zutaten allergisch bin, ist es immer wieder zu ärgerlich, wenn ich aus einem dicken Kochbuch gerade mal eine Handvoll Rezepte ohne allzu große Änderungen ausprobieren kann. Trotzdem haben ein paar Kochbücher ihren festen Platz in meiner Küche gefunden – unter anderem eins, in dem der richtige Umgang mit Fleisch erklärt wird. Da finde ich immer wieder Hilfe, wenn ich mich mal wieder an einem besonderen Essen für meinen Mann versuche, für den ich eben nicht nur vegetarisch kochen will. Wie wenig Relevanz diese Kochbücher aber für mich haben, zeigt schon die Tatsache, dass ich sie seit einem halben Jahr in einer der Küchenumzugskisten habe und keine Notwendigkeit sehe, sie eilig auszupacken. Die wichtigsten Rezepte habe ich eh nicht aus Kochbüchern, sondern selbst ausgedacht oder in Romanen oder Online-Foren gefunden und dann handschriftlich in eine Kladde eingetragen.

Wie viele Kochbücher ich habe, kann ich momentan nicht beantworten. Ich habe vor dem Umzug kräftig ausgemistet – und erinnere mich nicht mehr genau, was nun bleiben durfte. Aber mein amerikanisches Muffin-Backbuch habe ich behalten, genauso wie das Kochbuch von Sarah Wiener!

6. Kochen oder Backen – was machst du lieber?
Ich glaube, ich backe lieber, da ich das nur zu besonderen Anlässen mache oder um ein neues Rezept auszuprobieren. Auch Kochen kann eine Menge Spaß machen, aber in der Regel ist es eher eine tägliche Verpflichtung. Und ich mag es gar nicht, wenn ich gezwungen bin, mir für jeden Tag etwas Leckeres auszudenken! Das führt dazu, dass ich – wenn ich alleine lebe – das Kochen lieber ein paar Tage ausfallen lasse oder mich von Tiefkühl-Pizza ernähre.

7. Welche Richtung bevorzugst du beim Kochen (italienisch, asiatisch, gutbürgerlich oder andere Richtungen)?
In der Beziehung bin ich für alles offen, auch wenn ich wohl in erster Linie italienisch „inspiriert“ koche. In der gutbürgerlichen deutschen Küche wird einfach zu viel auf Fleisch gesetzt, als dass ich mich damit anfreunden könnte, und auch in der asiatischen Küche werden sehr viele Zutaten verwendet, die ich häufig nicht vertrage. Oder man benötigt für ein Gericht so viele neue Gewürze, dass ich davor eher zurückscheue, solange ich nicht abschätzen kann, ob ich die auch für andere Experimente verwenden kann.

8. Gehörst du zu den Leuten, die beim Lesen etwas zu Knabbern oder ein bestimmtes Getränk in Reichweite haben?
Die Frage kann ich mit einem überzeugten „Nein“ beantworten. Obwohl ich in all den Jahren das Essen neben dem Lesen perfektioniert habe und sogar Spaghetti mit Tomatensauce ohne Buchgefährdung vertilgen kann, ist es in der Regel eher so, dass ich das Essen und Trinken über das Lesen vergesse. Das führt dann nicht selten dazu, dass ich nach der letzten Buchseite wie eine Verdurstende an meinem Glas hänge …

9. Möchtest du noch etwas zum Thema „Bücher und Essen“ erzählen? Dann her mit deiner Antwort, denn ich bin neugierig! 🙂

Stöckchen: Lese-Persönlichkeit

Fairy hat gestern dieses Stöckchen eingestellt, das ich wirklich nett (und manchmal erschreckend passend) finde. Lustigerweise fand ich das Stöckchen über Natira, die wiederum über Alexandra darüber gestolpert ist. Mit Stöckchen ist es wie mit Buchempfehlungen: Sie finden schon ihren Weg. 😉

1. Leser sind Katzenliebhaber
Trifft definitiv zu, auch wenn ich trotzdem Hundesehnsucht habe!
2. Leser sind sonnenscheu
Ohja! Ich steh einfach nicht auf Sonnenbrand … 😉
3. Leser sind Bauchmenschen
Viel zu oft!
4. Leser sind romantisch
Jaha, das kann vorkommen.
5. Leser sind solange kinderlieb, bis das Lieblingsbuch mit Buntstiften verschönert ist.
Meine Bücher kommen nicht in Kinderhände! Aber ich verschenke gern Kinderbücher!
6. Leser sind Sammler, nicht nur von Büchern.
Aber hauptsächlich von Büchern – zumindest inzwischen!
7. Leser lieben Kuchen und Kaffeeklatsch
Kuchen ja, Milchkaffee auch (noch lieber Tee) und Klatsch – wenn damit ein angeregter Austausch unter Lesern gemeint ist, dann bin ich dabei!
8. Leser haben beruflich mit Menschen zu tun
Nicht mehr – und hoffentlich auch in Zukunft eher weniger
9. Leser essen bio
Nicht ausschließlich, aber immer mehr.
10.Leser schreiben selber oder haben es als Kind gemacht
11. Leser waren als Kind Einzelgänger und Stubenhocker
12. Leser haben gute Freunde, aber davon nicht viele
13. Leser spielen gerne
Solange ich dafür mein Stubenhocker-Dasein nicht aufgeben muss. 😉
14. Leser sind hilfsbereit und gut
Äh … so würde ich das nicht sehen …
15. Leser träumen gerne (auch Tageträume)
16. Leser fahren kleine Autos
Definitiv nein! Ich brauche doch Platz für die ganzen Buchkäufe! 😉
17. Leser lasen im Kindesalter gern unter der Bettdecke
Viel zu unbequem – solange meine Mutter noch fernsah, konnte ich eh ungestört lesen.
18. Leser bevorzugen lieber Bücher als Filme usw im TV
Inzwischen ja, aber trotzdem verbringe ich eine Menge Zeit mit DVDs
19. Leser haben immer ein Buch dabei, wenn sie länger unterwegs sind
Also bei jedem Gang aus dem Haus, der nicht direkt in den Supermarkt führt.
20. Leser lesen auch anderes neben Büchern gerne
Jupp!
21. Leser haben mit den Augen Probleme
Probleme finde ich übertrieben, aber ohne Brille wird es so langsam schwierig.
22. Leser können sich Stundenlang in einem Buchladen aufhalten
Erstaunlicherweise trifft das nicht auf mich zu – zumindest nicht, seitdem ich nicht mehr im Buchhandel arbeite. Ich ärgere mich zu sehr über Service und Angebot – und so greife ich gezielt nach meinen gesuchten Büchern oder hole meine Bestellung ab und bin wieder verschwunden!
23. Leser haben mindestens 2 signierte Bücher im Regal stehen
Genau zwei Stück und das war Zufall! Beinah hätte ich von der Buchhändlerin andere Exemplare verlang, weil jemand in meinem mit Kugelschreiber rumgekritzelt hatte!
24. Leser haben bestimmt schonmal für einen Romanhelden geschwärmt (oder schwämen für einen)
Das Schwärmen ist lange her, aber ich stehe dazu! 😉
25. Leser haben schon mal Orte in den Bücher bereist
Nicht, weil an diesen Ort ein Buch spielte …
26. Leser haben ihre Stammautoren und wechseln nur selten
Ich bleibe gern bei meinen Stammautoren, bin aber ansonsten für alles offen und teste gern neue Autoren aus.
27. Leser besuche gerne Veranstaltungen rund um Bücher (ZB: Messen, Lesungen, Signierstunden….)
Eher weniger. Zuviele Menschen, zu wenig Zeit für’s Buch. Aber ich habe früher solche Veranstaltungen genutzt, um Leute zu treffen, die da gerne hingehen. 😉
28. Leser verleihen nur ungern ihre liebgewonnenen Bücher
Inzwischen verleihe ich eigentlich gar nicht mehr … Oder zumindest keine Bücher, die unersetzlich sind.
29. Leser sind Nachtmenschen
30. Leser würden sich nie von liebgewonnenen Büchern trennen

Ganz schön viele Treffer – sollte mir das zu denken geben? 😉

Buchsaiten-Stöckchen zum Jahresende

Katrin hatte am 24. Dezember nicht nur liebe Weihnachtswünsche auf ihrem Blog hinterlassen, sondern gleich noch ein Stöckchen zum Jahresende. Vier kleine, aber erstaunlich kniffelige Fragen sollten beantwortet werden. Bei der Menge an Büchern, die ich 2009 gelesen habe, ist es zwar nicht leicht eine Entscheidung zu treffen, aber trotzdem kommen hier meine Antworten. 🙂

Welches war das Buch in diesem Jahr, von dem ich mir wenig versprochen habe, das mich dann aber positiv überrascht hat?

So richtig viel oder wenig verspreche ich mir von einem Buch in der Regel nicht, aber von „Miss Winters Hang zum Risiko“ und „Eine wie Alaska“ (Hörbuch) hatte ich mir eindeutig weniger versprochen, als ich bekommen habe.

„Miss Winters Hang zum Risiko“ spielt im Jahr 1942 und ist ein Kriminalroman, aber es hat mich überrascht, wie gut es der Autorin Kathryn Miller Haines gelungen ist Screwball-Elemente in einen an die hardboiled novels erinnernde Geschichte zu packen. Ich habe mich beim Lesen wirklich amüsiert!

„Eine wie Alaska“ von John Green habe ich als Hörbuchversion genossen. Andreas Fröhlich liest die Geschichte sehr ansprechend, wie ich es von ihm auch erwartet hatte. Obwohl es eine recht vorhersehbare Handlung hat und ich niemals bei Hörbüchern weine (ich gebe zu, bei manchen Büchern habe ich recht nah am Wasser gebaut >g<), liefen mir hier am Ende unkontrolliert die Tränen über das Gesicht. Eine Geschichte, die mich bei der Hörbuchversion zum Weinen bringt, ist eindeutig eine positive Überraschung. 😉

Welches war das Buch in diesem Jahr, von dem ich mir viel versprochen habe, das mich dann aber negativ überrascht hat?

Wirklich viel versprochen hatte ich mir von „Grün wie die Hoffnung“ zwar nicht, aber normalerweise finde ich selbst die schlechteren Nora-Roberts-Romane schön entspannend. Doch mit diesem Band hat die Autorin es geschafft, mich die Wände hochzutreiben. Eine so billige (und berechnende) Zusammenstellung von beliebten Versatzstücken habe ich schon lange nicht mehr gesehen. Nur weil man etwas Sex, Vampire und keltische Mythologie auf einen Haufen packt, kommt noch lange kein ansprechender Roman heraus. Vor allem regt es mich auf, weil die Autorin schon so viel bessere Geschichten geschrieben hat …

Von „Verstummt“ habe ich sowohl das Hörbuch, als auch das Buch konsumiert – und war von Karin Slaughter ziemlich enttäuscht. Sie spart zwar auch sonst nicht an unappetitlichen Details und problembehafteten Charakteren, aber bei „Verstummt“ fühlte ich mich als Leser veralbert. Die Handlung und die „Geheimnisse“ waren vorhersehbar und viele der Beschreibungen schienen nur eingebaut worden zu sein, um mit Ekel und Abscheu eine bestimmte Lesergruppe anzusprechen – welche auch immer das sein mag.

Welches war eure persönliche Autoren-Neuentdeckung in diesem Jahr und warum?

Eine richtig großartige Autoren-Neuentdeckung hatte ich schon lange nicht mehr – zumindest nicht in dem Maß, wie es zum Beispiel damals bei Tamora Pierce war, von der ich unbedingt jede Geschichte haben musste und von der ich immer noch jede Neuerscheinung kaum abwarten kann.

Aber Stephen Cole und sein Buch „Snakeroot“ haben mir so gut gefallen, dass ich mir die folgenden Bände dieser Reihe auch unbedingt holen werde. Die Geschichte bietet ganz viele Elemente, die ich als Jugendliche geliebt habe. Abenteuer in Ausgrabungsstätten, etwas Mythologie, Diebe, Intrigen und die stete Frage, wer auf wessen Seite steht.

Jim C. Hines hat mir mit seinen „Drei Engel für Armand“ die Weihnachtstage versüßt. Er schreibt eindeutig düsterer als Patricia C. Wrede mit ihren Drachenprinzessinen-Büchern, aber ich liebe es, wenn klassische Märchen erwachsener umgesetzt und ihre dunklere Seite betont wird. (Ein wunderbares Beispiel ist da auch „Tochter der Schatten“ von Robin McKinley … *sniff*)

Auch Alan Bradley hat mich mit seiner Flavia und dem Mord im Gurkenbeet überzeugt und ich hoffe sehr, dass weitere Bücher des Autors ebenso unterhaltsam sein werden und mich wieder mit einer Mischung aus unterhaltsamen Krimi und skurrilen Charakteren erfreuen . 🙂

Welches war eurer Lieblings-Cover in diesem Jahr und warum?

Ich schau eigentlich recht wenig auf die Cover, denn in der Regel passen die eh nicht zum Inhalt des Buches. So ist es auch bei „Flavia de Luce – Mord im Gurkenbeet“, denn das Cover passt eher zu einem skurrilen Jugendbuch, als zu einem gemütlichen Krimi mit ungewöhnlichen Charakteren. Trotzdem finde ich es schön. 😉

„Die Stadt der Regenfresser“ habe ich noch nicht gelesen, aber ich finde, dass das Cover eine Mischung aus Jack London, Jule Verne und Daniel Defoe verspricht – und das reizt mich sehr. Hoffentlich hält der Roman dann auch die Erwartungen, die durch die Optik geweckt werden.

Obwohl mich das Cover von „Des Teufels Maskerade“ ein wenig an die Buchblöcke erinnert, die wir früher manchmal im Buchhandel in die Finger bekommen haben, gefällt mir der schlichte und ungewöhnliche Look dieses Romans.

Es gab definitiv noch mehr interessante und schöne Cover in diesem Jahr, aber bevor ich weiter in meiner Erinnerung und den Buchstapeln krame, höre ich hier lieber auf. 😉

3-Fragen-Stöckchen (Bumerang)

Nachdem mir Bibendum das 3-Fragen-Stöckchen zurückgeworfen hat, kommen hier meine Antworten auf die drei neuen Fragen. Und damit dieses Stöckchen nicht zum Ping-Pong-Ball wird, stelle ich keine weiteren Fragen. Wer aber Lust darauf hat, kann gerne diese drei Fragen (oder die meines ersten Stöckchens) in den Kommentaren beantworten. 🙂

Frage 1. Gibt es ein Buch, dass Dir als Kind immer wieder vorgelesen werden musste, weil Du selbst noch nicht lesen konntest, Du das Buch aber geliebt hast? Und wenn ja, welches war es?

Antwort:
An ein bestimmtes Buch, dass mir immer wieder vorgelesen werden musste, kann ich mich nicht erinnern. Allerdings hat meine Schwester mir manchmal vorgelesen, als wir noch ein Zimmer geteilt haben – und das gehört mit zu meinen schönsten Erinnerungen an unsere Kindheit. Wenn mich meine Erinnerung nicht trügt, dann war auch „Laura im großen Wald“ darunter und dieses Buch von Laura Ingalls Wilder mag ich immer noch gern (was ich von der Fernsehserie nicht behaupten kann 😉 ).

Frage 2. Was ist Deine Lieblingssorte Ben&Jerry’s Eis?

Antwort:
Da ich bis jetzt deutlich weniger davon verdrückt habe als du, fällt es mir schwer auf diese Frage eine Antwort zu geben. 😉 Als ich in Amerika war, war es viel zu kalt, um Eis zu essen und bis zum Umzug hatte ich keine Ben&Jerry’s-Quelle in der Nähe. Aber „Chocolate Macadamia“ war sehr lecker und „Caramel Chew Chew“ hört sich auch sehr gut an … Ich werde mich auf jeden Fall noch weiter durch das Sortiment probieren. 😉

3. Grundsatzfrage: Hund oder Katze? Und warum?

Antwort:
Was heißt hier „oder“? Ich mag Hunde, ich tobe gern mit ihnen rum und ich finde es großartig, dass sie mich dazu zwingen an die frische Luft zu gehen. 😉 Allerdings ist mein letzter Hund schon vor über neun Jahren gestorben, und da ich seitdem kein Leben geführt habe, in dem sich ein Hund wohlgefühlt hätte, habe ich darauf verzichtet wieder einen neuen zu suchen. Aber ich muss zugeben, dass ich es vermisse mit einem Hund meine Zeit zu verbringen und manchmal bricht bei mir eine regelrechte Hundesehnsucht durch.

Aber auch ohne die Katzen könnte ich mir ein Leben nicht vorstellen! Nach dem Kanarienvogel, den ich von meiner Schwester geerbt habe, war ein kleiner roter Kater mein erstes Haustier. Ohne ein paar Pfoten fehlt einfach etwas in der Wohnung, nichts ist schöner als einen schnurrender Kater auf dem Schoß zu haben, eine neugierige Katze zu beobachten oder zu sehen, wie sich so ein Tier zufrieden und entspannt räkelt.

Egal, ob Hund oder Katze, es macht mich glücklich meine Second-Hand-Tiere besser kennenzulernen und zu sehen, wie sie sich im Laufe der Jahre entwickeln und mein Leben bereichern. 🙂

3-Fragen-Stöckchen

Soleil war so nett und hat mir vor ein paar Tagen mein erstes Stöckchen zugeworfen, das ich jetzt endlich mal beantworten will! Beim 3-Fragen-Stöckchen werden einem drei Fragen gestellt – und wenn diese beantwortet sind, kann man drei neue Fragen weiterreichen.

Frage 1: Warst Du schon einmal so versessen auf ein Buch, dass Du es auch gestohlen hättest (oder gar hast)? Welches war es – und hätte es sich gelohnt?

Ja, ich bin einmal sehr in Versuchung gekommen, ein Buch zu stehlen – und habe es jahrelang bereut, dass ich brav geblieben bin. 😀 „Die Nacht der leuchtenden Pantoffeln“ ist ein recht unbekannter Titel von Max Kruse, der wohl vor allem für seine Urmel-Geschichten bekannt wurde, und ich hatte das Buch als Kind aus der Bibliothek geliehen. Als ich irgendwann genug Geld beieinander hatte, um es zu kaufen, musste ich feststellen, dass es doch wirklich Bücher gibt, die man nicht mehr kaufen kann. Als Kind war das eine erschütternde Erkenntnis – und als der Titel dann auch recht bald aus Altersgründen aussortiert wurde und somit nicht mehr auszuleihen war, bekam ich das Buch nicht einmal mehr in meiner Bibliothek. Eine Neuveröffentlichung 1984 beim Loewe-Verlag ist leider an mir vorbeigegangen und so habe ich mir das Buch erst vor wenigen Jahren gebraucht teuer ersteigern können – und ein Diebstahl hätte sich somit nicht nur wegen des bezaubernden Inhalts, sondern auch in finanzieller Hinsicht wirklich gelohnt. 😉

Frage 2: Wir kennen sicher alle das Unverständnis darüber, viele Bücher zu besitzen und gar noch zu lesen. Gibt es eine oder mehrere Personen in Deinem Leben, die kaum oder gar nicht lesen? Wie setzt Du Dich mit ihnen auseinander? Gibt es vielleicht eine erwähnenswerte Anekdote?

Komischerweise gehören nur sehr wenige Leute, die nicht lesen, zu meinem Bekanntenkreis – und die wenigen Nichtleser werden in der Regel irgendwann doch bekehrt. Es gibt für jeden Menschen ein Buch, man muss es nur finden. 🙂 Die Person, die mir am nächsten steht und nur wenig liest, ist wohl mein Mann. Er ist ein sehr langsamer und intensiver Leser und kann sich nur auf ein Buch einlassen, wenn er den Kopf frei und Zeit hat, und dies ist leider nur sehr selten der Fall. Als wir noch eine Fernbeziehung führten und er jede Woche mehrere Stunden Zugfahrt vor sich hatte, hat er einige Bücher geschafft. Aber zur Zeit konzentriert er sich lieber auf Comics (was, wie ich gerade feststelle, von mir anscheinend nicht richtig als „lesen“ definiert wird), wo er sich auch noch an den Zeichnungen erfreuen kann. Trotzdem bekommt er von mir regelmäßig Bücher geschenkt – und ich muss dann damit leben, dass so ein Roman auch mal mehrere Jahre liegen bleibt, bevor er gelesen wird. Dafür kann ich mit ihm über jedes Buch reden, das mich gerade beschäftigt, und er hilft mir oft dabei, meine schwammigen Gefühle in eine greifbare Meinung umzuwandeln.

Frage 3: Welche Entwicklungsschritte wird das Buch (nicht der Inhalt) Deiner Meinung nach noch machen? Wie schätzt Du seine Zukunft ein?

Ich glaube nicht, dass es noch so viele Entwicklungen für Bücher gibt. Das e-book und die neuen Speicher- und Lesemedien laufen anscheinend sehr gut an und werden sich wohl auch weiter verkaufen. Und bestimmt wird in dem Bereich noch ein bisschen gebastelt und verbessert und irgendwann kann man das gesammelte Wissen der Welt in einem taschenbuchgroßen Gerät mit sich herumtragen …
Aber keine dieser neuen Entwicklungen kann das Gefühl ersetzen, das man hat, wenn man zum ersten Mal ein Buch aufschlägt. Wenn es nach Leim riecht, wenn man das Papier zwischen den Fingern spürt und wenn die Seiten noch leicht knistern, weil sie sich erst an das Umblättern gewöhnen müssen. Diese haptischen Eindrücke kann kein Lesegerät vermitteln und diese machen das althergebrachte Buch in meinen Augen unschlagbar und vor allem unverzichtbar. 🙂

Meine neuen Fragen:

1. Kann es passieren, dass du dich beim Lesen so über ein Buch aufregst, dass du lauthals schimpfst, ohne daran zu denken, dass dich vielleicht jemand hören könnte? Und wenn ja: Ist dir das schon mal in der Öffentlichkeit passiert? Oder kennt deine Umgebung das schon von dir und ignoriert dich dabei?

2. Gestern habe ich die Aufzeichnung der zweiten Sendung „Die Vorleser“ gesehen. In dieser hat Amelie Fried dem Zuschauern am Ende recht gönnerhaft das Recht auf Unterhaltungsliteratur (im Gegensatz zur anspruchsvollen Lektüre) zugebilligt, solange diese „gut“ ist. Dies bringt mich zu meiner zweiten Frage: Was bedeutet für dich „gute Unterhaltungsliteratur“?

3. Und daraus folgt gleich die dritte Frage: Gibt es ein Buch, von dem du niemals zugeben würdest, dass du es gelesen hast? Und wenn ja: Welche Gründe gibt es dafür, dass du zu dem Titel nicht stehen kannst?

Weiterreichen möchte ich das Stöckchen an Bibendum – und wenn Soleil mag, dann kann sie es gern noch einmal aufgreifen. 😉 Aus Mangel an weiteren Lesern meines Blogs (zumindest von denen ich weiß *g*) kann es natürlich auch jeder mitnehmen, der noch darüber stolpern sollte. 🙂