Tansy Rayner Roberts: Dance, Prince, Dance (A Castle Charming 2)

„Dance, Prince, Dance“, der zweite Teil der Castle-Charming-Geschichten von Tansy Rayner Roberts, ist mit 73 Seiten etwas länger als „Glass Slipper Scandal“ – was dem Ganzen meiner Meinung nach guttut. Dieses Mal wird der Leser direkt in die Handlung geworfen – es wird eindeutig vorausgesetzt, dass man die Figuren schon aus der ersten Geschichte kennt -, während man als Erstes den jährlichen winterlichen Wettstreit zwischen den Prinzen und ihren „Hunden“ (der Palastwache) auf dem Spielfeld kennenlernt. So amüsant die Geschichte mit einer Runde „Rookery“ anfängt, bei der zwei gut gerüstete Parteien um drei mit Eisenstacheln besetzte Bälle spielen, so wird schnell deutlich, dass „Dance, Prince, Dance“ insgesamt einen deutlich düstereren Unterton hat als „Glass Slipper Scandal“.

Dieses Mal bekommt man als Leser auch die Perspektive von Prinz Chase Charming mit, der Nacht für Nacht von einem ungewöhnlichen Ball träumt, an dem er und sein Bruder Prinz Cyrus teilnehmen. Während sich der Rest des Landes noch fragt, was es mit der mysteriösen Bestellung von Tanzschuhen auf sich hat, ermitteln der Palastwächter Dennis, seine neue Kollegin Ziggy und der Reporter Kai auf eigene Faust. So stolpern diese drei nicht nur über den Hersteller der Schuhe, sondern auch über einen Soldaten, der schon früher mit massenhaft zertanzten Schuhen zu tun hatte und mehr über die Hintergründe dieses speziellen Rätsels zu wissen scheint. Obwohl Tansy Rayner Roberts diese Geschichte immer noch mit vielen amüsanten kleinen Momenten spickt, ist der Grundton deutlich melancholischer als bei dem ersten Castle-Charming-Teil, was mir gut gefallen hat.

Zwar mag ich den Humor der Autorin sehr, und die Tatsache, dass dieses magische Königreich so viele Elemente für skurrile Szenen bietet, aber die Perspektive von Prinze Chase fügt dem Ganzen mehr Realismus zu und lässt einen hinter die Fassade des leichtlebigen jungen Mannes blicken. So verleiht Tansy Rayner Roberts nicht nur allen Prinzen deutlich mehr Tiefgang, sondern bietet dem Leser auch einen Einblick in die Vergangenheit des Kommandanten der Palastwache und seiner Beziehung zu der Feen-Patin, die für den Glass-Slipper-Skandal verantwortlich war. Ein wenig ausgeglichen werden diese düsteren Elemente durch die sich weiter entwickelnde Beziehung von Dennis und Kai, die sich – trotz der Probleme, die sich durch ihre Berufe ergeben – endlich ein bisschen näher kommen. Dabei bleibt ein großes Geheimnis am Ende der Geschichte immer noch ungelüftet, so dass genügend Fragen offen bleiben, um einen neugierig auf „Let Sleeping Princes Lie“, den dritten (und soweit ich weiß abschließenden) Castle-Charming-Band, zu machen.

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