Michelle Harrison: A Tangle of Spells

Nach „A Pinch of Magic“ und „A Sprinkle of Sorcery“ ist „A Tangle of Spells“ der dritte Roman von Michelle Harrison rund um die drei Widdershins-Schwestern Betty, Fliss (Felicity) und Charlie (Charlotte). Zum ersten Mal spielt dabei die Geschichte nicht auf der düsteren Insel Crowstone (oder einer der anderen Inseln in den Marschen), sondern auf dem Festland in dem kleinen Ort Pendlewick. Dort hat Großmutter Bunny nach den Ereignissen in „A Sprinkle of Sorcery“ ein kleines Cottage gekauft, um der Familie einen Neustart zu ermöglichen. Auch wenn es nicht allen drei Schwestern leichtfällt, das alte Wirtshaus „The Poacher’s Pocket“ hinter sich zu lassen, so freut sich die dreizehnjährige Betty sehr darauf, endlich Crowstone hinter sich lassen und neue Gebiete entdecken zu können.

Doch der erste Blick auf ihr neues Cottage ist eher desillusionierend. Blackbird Cottage ist anscheinend schon länger vernachlässigt worden, der Garten ist vollkommen überwuchert, die Böden sind schief und Spinnenweben durchziehen das gesamte Haus. Und dann sind da noch die neuen Nachbarn, die zwar recht freundlich zu sein scheinen, aber bei bestimmten Themen – besonders, wenn jemand Magie erwähnt – doch etwas extrem reagieren. Schon bald hören Betty und ihre Schwestern erste Geschichten über die böse Hexe Eliza Bird und ihre Untaten sowie über den „Hungry Tree“, der aus Elizas Knochen wuchs, nachdem diese auf dem Dorfplatz erhängt wurde. Kurz darauf taucht auch noch eine unheimliche Gestalt im Garten des Cottage auf und legt einen Fluch auf Fliss, doch weder Bettys Großmutter noch ihr Vater glauben den Mädchen, als es von all den unheimlichen Ereignissen berichten. So bleibt Betty und Charlie nichts anderes übrig, als gemeinsam mehr über die Hexen von Pendlewick und den Fluch, der auf Fliss liegt, herauszufinden, um ihre große Schwester zu retten.

Ich habe es sehr genossen, dass die Handlung dieses Mal in einem scheinbar idyllischen kleinen Ort auf dem Festland spielt und sich doch ebenso unheimlich und bedrohlich liest wie die ersten beiden Teile der Trilogie. Nur weil Pendlewick voller hübscher kleiner Häuser ist und inmitten gepflegter Felder liegt, bedeutet das nicht, dass der Ort nicht ebenfalls über eine schreckliche Geschichte verfügt. Erst nachdem Betty mehr über all die Ereignisse in der Vergangenheit herausgefunden hat und versteht, was die Hexen dem kleinen Ort angetan haben, ist sie in der Lage, etwas gegen den Fluch, der auf Fliss liegt, zu unternehmen. Doch all diese Informationen sind natürlich nicht so einfach zu finden, sodass Betty und Charlie immer wieder in Gefahren geraten, aus denen sie auch ihr ganz eigenes kleines Stück Magie nicht so einfach herausholen kann. Dabei mag ich es sehr, wie die Autorin immer wieder Elemente aus den vorherigen Romanen aufgreift und zeigt, wie sehr Betty aus früheren Ereignissen gelernt hat und wie viel sie aus ihrem Leben auf Crowstone doch mit nach Pendlewick genommen hat.

Während in „A Pinch of Magic“ und „A Sprinkle of Sorcery“ die düsteren Elemente der Handlung durch das enge Verhältnis der drei Widdershins-Schwester aufgelockert wurde, ist es in „A Tangle of Spells“ deutlich schwieriger für Betty, einen Ausgleich für all die Bedrohungen zu finden. Der Fluch, der auf Fliss liegt, beeinflusst auch die anderen Familienmitglieder und sorgt dafür, dass Betty dieses Mal keinen Rückhalt bei ihrer Familie (abgesehen von der siebenjährigen Charlie) findet. Auf der anderen Seite haben all die früheren Ereignisse dafür gesorgt, dass Betty sich sicher sein kann, dass ihre Familie – trotz ihres aktuellen abweisenden Verhaltens – sie liebt, weshalb sie immer wieder genügend Rückgrat und Dickköpfigkeit aufbringt, um auch gegen den stärksten Fluch angehen zu können. Es ist ja selten so, dass eine Trilogie mit jedem Band immer besser wird, aber nachdem mir schon „A Sprinkle of Sorcery“ noch etwas besser als der erste Teil gefallen hatte, muss ich zugeben, das Michelle Harrison sich mit „A Tangle of Spells“ noch weiter gesteigert hat. Damit ist das Buch definitiv ein würdiger Abschluss für eine wunderbare Trilogie voller unheimlicher, magischer und wohltuender Elemente, und ich hoffe sehr, dass die Autorin auch in Zukunft Geschichten schreibt, die ich so sehr genießen kann wie diese drei Romane.

2 Kommentare

  1. Meine Güte, jetzt gibt es schon den dritten Band und ich habe es noch immer nicht geschafft den ersten zu lesen. Dass eine Serie mit jedem Buch besser wird, ist ja tatsächlich selten und daher umso erfreulicher.

    • Ich fand es auch sehr schön, dass mir jedes Buch – obwohl ich ja schon gewisse Erwartungen hatte – besser gefiel als erhofft!

      Es gibt übrigens noch einen weiteren Band im Februar. Da hatte ich extra für diese Rezension gründlich recherchiert und auch auf der HP der Autorin nur die Bezeichnung“Trilogie“ für die Reihe gefunden … und heute gab es dann die Ankündigung auf Twitter, dass im Februar ein weiterer Band erscheint. *g*

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