Kategorie: Diverses

3-Fragen-Stöckchen

Soleil war so nett und hat mir vor ein paar Tagen mein erstes Stöckchen zugeworfen, das ich jetzt endlich mal beantworten will! Beim 3-Fragen-Stöckchen werden einem drei Fragen gestellt – und wenn diese beantwortet sind, kann man drei neue Fragen weiterreichen.

Frage 1: Warst Du schon einmal so versessen auf ein Buch, dass Du es auch gestohlen hättest (oder gar hast)? Welches war es – und hätte es sich gelohnt?

Ja, ich bin einmal sehr in Versuchung gekommen, ein Buch zu stehlen – und habe es jahrelang bereut, dass ich brav geblieben bin. 😀 „Die Nacht der leuchtenden Pantoffeln“ ist ein recht unbekannter Titel von Max Kruse, der wohl vor allem für seine Urmel-Geschichten bekannt wurde, und ich hatte das Buch als Kind aus der Bibliothek geliehen. Als ich irgendwann genug Geld beieinander hatte, um es zu kaufen, musste ich feststellen, dass es doch wirklich Bücher gibt, die man nicht mehr kaufen kann. Als Kind war das eine erschütternde Erkenntnis – und als der Titel dann auch recht bald aus Altersgründen aussortiert wurde und somit nicht mehr auszuleihen war, bekam ich das Buch nicht einmal mehr in meiner Bibliothek. Eine Neuveröffentlichung 1984 beim Loewe-Verlag ist leider an mir vorbeigegangen und so habe ich mir das Buch erst vor wenigen Jahren gebraucht teuer ersteigern können – und ein Diebstahl hätte sich somit nicht nur wegen des bezaubernden Inhalts, sondern auch in finanzieller Hinsicht wirklich gelohnt. 😉

Frage 2: Wir kennen sicher alle das Unverständnis darüber, viele Bücher zu besitzen und gar noch zu lesen. Gibt es eine oder mehrere Personen in Deinem Leben, die kaum oder gar nicht lesen? Wie setzt Du Dich mit ihnen auseinander? Gibt es vielleicht eine erwähnenswerte Anekdote?

Komischerweise gehören nur sehr wenige Leute, die nicht lesen, zu meinem Bekanntenkreis – und die wenigen Nichtleser werden in der Regel irgendwann doch bekehrt. Es gibt für jeden Menschen ein Buch, man muss es nur finden. 🙂 Die Person, die mir am nächsten steht und nur wenig liest, ist wohl mein Mann. Er ist ein sehr langsamer und intensiver Leser und kann sich nur auf ein Buch einlassen, wenn er den Kopf frei und Zeit hat, und dies ist leider nur sehr selten der Fall. Als wir noch eine Fernbeziehung führten und er jede Woche mehrere Stunden Zugfahrt vor sich hatte, hat er einige Bücher geschafft. Aber zur Zeit konzentriert er sich lieber auf Comics (was, wie ich gerade feststelle, von mir anscheinend nicht richtig als „lesen“ definiert wird), wo er sich auch noch an den Zeichnungen erfreuen kann. Trotzdem bekommt er von mir regelmäßig Bücher geschenkt – und ich muss dann damit leben, dass so ein Roman auch mal mehrere Jahre liegen bleibt, bevor er gelesen wird. Dafür kann ich mit ihm über jedes Buch reden, das mich gerade beschäftigt, und er hilft mir oft dabei, meine schwammigen Gefühle in eine greifbare Meinung umzuwandeln.

Frage 3: Welche Entwicklungsschritte wird das Buch (nicht der Inhalt) Deiner Meinung nach noch machen? Wie schätzt Du seine Zukunft ein?

Ich glaube nicht, dass es noch so viele Entwicklungen für Bücher gibt. Das e-book und die neuen Speicher- und Lesemedien laufen anscheinend sehr gut an und werden sich wohl auch weiter verkaufen. Und bestimmt wird in dem Bereich noch ein bisschen gebastelt und verbessert und irgendwann kann man das gesammelte Wissen der Welt in einem taschenbuchgroßen Gerät mit sich herumtragen …
Aber keine dieser neuen Entwicklungen kann das Gefühl ersetzen, das man hat, wenn man zum ersten Mal ein Buch aufschlägt. Wenn es nach Leim riecht, wenn man das Papier zwischen den Fingern spürt und wenn die Seiten noch leicht knistern, weil sie sich erst an das Umblättern gewöhnen müssen. Diese haptischen Eindrücke kann kein Lesegerät vermitteln und diese machen das althergebrachte Buch in meinen Augen unschlagbar und vor allem unverzichtbar. 🙂

Meine neuen Fragen:

1. Kann es passieren, dass du dich beim Lesen so über ein Buch aufregst, dass du lauthals schimpfst, ohne daran zu denken, dass dich vielleicht jemand hören könnte? Und wenn ja: Ist dir das schon mal in der Öffentlichkeit passiert? Oder kennt deine Umgebung das schon von dir und ignoriert dich dabei?

2. Gestern habe ich die Aufzeichnung der zweiten Sendung „Die Vorleser“ gesehen. In dieser hat Amelie Fried dem Zuschauern am Ende recht gönnerhaft das Recht auf Unterhaltungsliteratur (im Gegensatz zur anspruchsvollen Lektüre) zugebilligt, solange diese „gut“ ist. Dies bringt mich zu meiner zweiten Frage: Was bedeutet für dich „gute Unterhaltungsliteratur“?

3. Und daraus folgt gleich die dritte Frage: Gibt es ein Buch, von dem du niemals zugeben würdest, dass du es gelesen hast? Und wenn ja: Welche Gründe gibt es dafür, dass du zu dem Titel nicht stehen kannst?

Weiterreichen möchte ich das Stöckchen an Bibendum – und wenn Soleil mag, dann kann sie es gern noch einmal aufgreifen. 😉 Aus Mangel an weiteren Lesern meines Blogs (zumindest von denen ich weiß *g*) kann es natürlich auch jeder mitnehmen, der noch darüber stolpern sollte. 🙂

Renovierung Nummer 1

Die erste Renovierung, die für mich mit diesem Umzug verbunden ist, ist bewältigt! Nach fast einer Woche, in der ich von morgens bis abends auf der Leiter stand, um eine sehr hohe Altbauwohnung zu streichen, zu lackieren und danach gründlich zu putzen, ist die Wohnung so schön, dass ich fast wieder einziehen würde.

Doch von den makellosen und strahlend weiße Wände und den perfekt (na ja, soweit es dank der Spuren der diversen Vormieter möglich war) lackierten cremeweißen Türen werden nur meine Nachmieter profitieren, was mich nicht so ganz damit versöhnt, dass ich viele bange Stunden verbracht habe. Immerhin habe ich trotz extremer Höhenangst und der Tatsache, dass ich auf gar keinen Fall weiter als drei Stufen auf die Leiter krabbeln konnte, gute Arbeit geleistet und (abgesehen von den Decken, für die wir uns einen Maler geleistet haben) alles geschafft.

An den Moment, wo ich hysterisch zitternd versuchte die Fensterlaibung mit einem „Pinsel am Stiel“ zu lackieren, während ich zwischen Waschbecken und Toilette eingeklemmt zwischen Leiter und Stuhl balancierte, will ich mich nie wieder erinnern. Aber ich kann nicht oft genug verkünden: Das ist erledigt und ich muss mir über diesen Teil des Umzuges keine Gedanken mehr machen!

Da ich es die nächsten Wochen langsamer angehen lassen will und die neue Wohnung samt dem wild wuchernden Garten mir ja nicht wegläuft, werde ich wohl auch wieder die Zeit finden zu lesen und über die verschlungenen Bücher zu schreiben. 🙂

Wieder ein Stückchen wohnlicher …

Nachdem wir ja schon direkt nach dem Einzug für ein Bett und ein einigermaßen nutzbares Wohnzimmer gesorgt hatten, habe ich es gestern endlich geschafft die beiden neuen Regale aufzubauen. Natürlich wurden die Neuzugänge erst einmal skeptisch beäugt …

… und dann kam die Qualitätsabnahme, die mit vollem persönlichem Einsatz durchgeführt wurde!

Leider streikten die Kamera-Akkus in dem Moment, als die großen Kater ihre Nase ins Regal steckten, während Madamchen oben drauf thronte und nicht wusste, wie sie gefahrlos runterspringen sollte.

Langfristig werden wir auch noch ein paar Vitrinentüren für die Regale besorgen, damit die Bücher katzen- und vor allem verstaubungssicher aufbewahrt werden können. Aber bis dahin sieht mein SuB (na ja, wohl eher mein Regal voller ungelesener Bücher) doch trotzdem schon ganz gut aus.

Nur die Wand dahinter muss noch renoviert werden und das Schreibtischprovisorium wird auch erst verschwinden, wenn wir uns eine neue Küche leisten konnten und somit mein großer Schreibtisch nicht mehr als Kochplattenhalter und Arbeitsfläche herhalten muss.

Umzugswoche

Der Umzug ist theoretisch bewältigt und nun sitze ich in einer sehr renovierungsbedürftigen Wohnung … Ich glaube, das war die anstrengendste Woche, die ich je erlebt habe. Von Donnerstag bis Sonntag haben wir zu zweit von sieben Uhr morgens bis um zwei Uhr in der Nacht Kartons gepackt. Naja, mein Mann hat vor allem die Dinge, die aussortiert wurden, in die Garage geschafft, damit wir sie verschenken oder zum Recyclinghof fahren konnten. Am Montag ging es dann auf die Autobahn, schließlich benötigten wir vor dem Umzug am Dienstag noch die Schlüssel für die neue Wohnung.

Nach drei Stunden Fahrt dauerte die Übergabe der Wohnung ziemlich lange: Die Vormieter hatten noch so einiges mit dem Vermieter zu klären – mit Erschrecken hörten wir Sätze, die mit „Und das ist auch kaputt …“ anfingen. Einige Stunden später hatten wir ein Vermögen für eine Kaution überreicht, einen unvollständigen Satz Schlüssel in die Hand bekommen (die fehlenden tauchen hoffentlich noch in den Umzugskartons der Vormieter auf), uns recht nett mit dem Vermieter unterhalten, eine sehr lange Liste gesehen, auf der die Handwerker standen, die in den nächsten Tage noch Reparaturen vornehmen müssen – und innerlich die anfallenden Arbeiten aufgeführt, die diese Wohnung noch mit sich bringen wird, bis sie wirklich wohnlich ist.

Und dann wurde es Zeit, das WG-Zimmer meines Mannes aufzulösen. Nach fast zwei Jahren mit zwei getrennten Wohnungen hatte sich dort doch eine Menge angesammelt. Inzwischen war es schon dunkel, wir sehr müde und trotzdem mussten wir nach dem Ausräumen und Säubern des Zimmers wieder auf die Autobahn und nach Hause fahren.

Dienstag in der Frühe wurden dann die vier Katzen verladen, und ich machte mich wieder auf, um die drei Stunden Fahrt zu bewältigen. Die Monsterchen haben die Reise erstaunlich gut bewältigt, waren aber natürlich trotzdem total verschreckt, als sie in der neuen Wohnung endlich in die Freiheit entlassen wurden. Am Abend war dann alles erledigt – und mein Mann und ich waren es auch.

Inzwischen waren wir noch einmal in der alten Wohnung, und auch morgen geht es wieder auf die Autobahn, um weiter den Rest zu bewältigen, damit ich ab Donnerstag renovieren kann. Trotzdem steht in der neuen Wohnung schon wieder das Bett, und auch das Wohnzimmer ist schon erstaunlich weit eingerichtet. Nur mit dem Telefon und Internet hat es ein wenig Probleme gegeben, aber das bekommen wir auch noch geregelt.

Vor allem ist es eine große Erleichterung, dass die beiden undichten Stellen in Küche und Bad gestern von den Installateuren in Ordnung gebracht wurden. Es war nicht nur nervtötend, ständig das Tropfen zu hören, sondern auch arg lästig, immer rechtzeitig die Eimer auszuleeren. Einmal gab es über Nacht sogar eine kleine Überschwemmung im Bad, weil die untergestellte Wäschewanne (!) nicht ausreichte.

Einen Ikea-Besuch haben wir heute auch schon hinter uns gebracht und ab Montag beginne ich dann damit, die ergatterten Bausätze in Schränke zu verwandeln. Nur meine geliebten Bücher werden wohl noch so einige Zeit in ihren Kartons ruhen müssen, denn bis wir uns genügend Regale leisten können, um all meine Schätze unterzubringen, wird wohl noch ein wenig Zeit vergehen. Aber wenn am Ende eine schöne Bibliothek dabei herauskommt, mit Wänden voller Regale und einer gemütlichen Leseecke, dann kann ich es wohl verkraften, dass ich in der nächsten Zeit nicht so leicht an all meine Romane herankommen kann.

Von Büchern und Katzen

Ich weiß nicht, ob mich mein Eindruck da täuscht, aber erstaunlich viele Menschen, die begeistert lesen, lieben Katzen. Und es gibt nichts schöneres als im Winter auf dem Sofa zu sitzen, schnurrende Katzen auf dem Schoß zu haben und die Nase in ein Buch zu stecken.

Bücher sind etwas Wundervolles, man muss nur sie nur aufschlagen und verschwindet für Stunden in einer anderen Realität. Und je mehr mich ein Autor emotional anspricht, desto intensiver kann ich einen Roman genießen …

Je intensiver das Leseerlebnis war, desto größer ist mein Bedürfnis nach der Lektüre darüber zu reden. Und genau dazu wird in Zukunft dieser Blog herhalten müssen!