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Patricia C. Wrede: Die Drachenprinzessin (Zauberwald-Chroniken 1)

Eine Prinzessin zu sein, ist manchmal gar nicht so leicht – vor allem, wenn man den Erwartungen der Familie nicht entspricht. Und Cimorene entspricht den Vorstellungen ihrer königlichen Eltern so gar nicht: Sie ist weder blond, noch niedlich, noch interessiert sie sich für’s Tanzen und Sticken oder gar für die Prinzen der Nachbarländer. Immer wieder bringt sie die Berater und das Personal ihres Vaters dazu, ihr Dinge beizubringen, die sich für eine Prinzessin nicht gehören. Als sie Fechtunterricht nimmt, wird dieser schnell von ihren Eltern beendet, und so ergeht es ihr auch, als sie Kochen, Zaubern und etwas über Staatskunst lernen will. Letztendlich sind ihre Eltern so verzweifelt über eine so unprinzessinenhafte Tochter, dass sie sie so schnell wie möglich verheiraten wollen (und wenn man den potenziellen Bräutigam mit dem halben Königreich bestechen muss).

Doch als Cimorene hinter den Plan ihrer Eltern kommt, läuft sie weg und beschließt eine Drachenprinzessin zu werden. Bei den Drachen zu leben ist vollkommen akzeptabel für eine Prinzessin – auch wenn man normalerweise dafür entweder von seinem Volk geopfert oder von einem Drachen entführt werden muss. So ist es für Cimorene auch nicht so ganz leicht einen Drachen zu finden, der bereit ist eine so energische Prinzessin aufzunehmen. Doch die Drachendame Kazul ist beeindruckt von Cimorenes Unternehmungsgeist und so beginnt die Prinzessin glücklich das Leben in der Drachenhöhle zu organisieren.

Mit dem Ordnen der Bibliothek und der Schatzkammer und dem Aufräumen und Putzen der Höhle ist Cimorene gut ausgelastet und kochen muss sie für die Drachendame auch noch. Da ist es mehr als hinderlich, dass ständig Prinzen und Ritter vorbeikommen und sie vor Kazul retten wollen. Und auch die Zauberer, die versuchen sich zu dem Gebiet der Drachen Zugang zu verschaffen, werden der Prinzessin schnell lästig.

Patricia C. Wrede hat mit der „Drachenprinzessin“ eine ganz wunderbare Geschichte geschrieben, die junge und alte Leser erfreut. Die amüsante Sicht der Autorin auf die klassische Märchenwelt und Cimorenes energische Art ihr Leben gegen die Traditionen aufzubauen sind mehr als unterhaltsam. Immer wieder stolpert man über kleine Szenen, die in sich so stimmig sind, dass man sich fragt, warum es nicht noch viel mehr Bücher gibt, die Geschichten außerhalb der Klischees zeigen.

Eine so vernünftige und emanzipierte Prinzessin ist nicht nur sympathischer als ein „Fräulein in Nöten“, sondern es macht auch deutlich mehr Spaß ihre Abenteuer bei den Drachen und im Zauberwald zu verfolgen. So ist es kein Wunder, dass ich dieses Buch (und die Fortsetzungen) mindestens einmal im Jahr lese und mich immer wieder an der schlagfertigen Cimorene und all den anderen liebenswerten Charakteren erfreue.