Im August gab es deutlich weniger kühle Tage als im Juli, weshalb ich mich vor allem an eBooks gehalten habe. Dummerweise hat dabei mein „ich lese ungelesene Bücher vom eReader“-Vorhaben dazu geführt, dass ich eine Autorin für mich neu entdeckt habe und deshalb unbedingt ein paar neue Bücher kaufen musste, aber dazu schreibe ich in einem anderen Beitrag noch mehr … 😉
Zoe Chant: Lion on Loan (Shamrock Safari Shifters 1)
In der Regel finde ich die Gestaltwandler-Liebesgeschichten von Zoe Chant (zumindest, wenn sich hinter dem Pseudonym C.E. Murphy verbirgt) nett und lustig, weshalb ich natürlich auch ihre neue Reihe ausprobiert habe. Diese Reihe dreht sich um einen Zoo in Irland, in dem Gestaltwandler in ihrer tierischen Gestalt Urlaub machen und so dafür sorgen, dass es immer wieder besondere Tiere gibt, die Besucher anlocken. Aber so nett und amüsant diese (kurze) Geschichte rund um eine Zooangestellte und einen Löwen-Gestaltwandler war: Ich wünschte, die Autorin würde nicht immer auf InstaLove setzen und ihre Handlung mal auf mehr als zwei Tage verteilen. Ich trauere ein bisschen dem allerersten Roman, den sie in diesem Genre geschrieben hat, hinterher, in dem sich die beiden Protagonisten über Monate hinweg kennenlernten, bevor sie eine gemeinsame Zukunft ins Auge fassten. Aber der hatte ja auch mehr als 150 Seiten … Keine Ahnung, ob ich einen weiteren Band über die Shamrock-Safari-Shifters lesen werde.
G Clatworthy: Bedsocks and Broomsticks (Omensford 1)
Ich muss gestehen, dass „Bedsocks and Broomsticks“ nicht gerade einen anhaltenden Eindruck bei mir hinterlassen hat. Die Geschichte dreht sich um Fi – eine Hexe, deren ungewöhnliche Magie sich rund um Elektrizität dreht und die als IT-Spezialistin arbeitet. Nachdem Fi zum xten Mal ihren Arbeitslaptop zerstört hat, wird ihr gekündigt, was dazu führt, dass ihre Mutter sie für die Organisation eines lokalen Festivals einspannt. Als bei diesem Festival dann eine ältere Hexe ermordet wird und Fi eine Verbindung mit dem Wyrm-Familiar der Verstorbenen eingeht, fühlt sie sich dazu berufen, das Verbrechen aufzuklären. Alles in allem war das ganz nett für vollkommen übermüdete Lesephasen, in denen ich einfach nur ein bisschen Unterhaltung haben wollte. Aber es war nicht interessant genug, um weitere Bände der Autorin in Betracht zu ziehen. Immerhin möchte ich positiv anmerken, dass das mal ein aktueller (fantastischer) Cozy Mystery war, der ganz ohne künstlich aufgepfropfte Liebesgeschichte auskam!
Emily J. Edwards: Viviana Valentine Gets Her Man (A Girl Friday Mystery 1)
Die Viviana-Valentine-Romane sind ein typischer Fall von „mehrere Leute in meiner englischsprachigen Timeline sind davon begeistert, weshalb ich jeden Titel, der günstig (also unter 3 Euro) zu haben war, gekauft habe“. Ich würde mir die Bücher nicht für den aktuellen eBook-Preis (13 bis 16 Euro!) kaufen, aber nach dem Lesen von „Viviana Valentine Gets Her Man“ werde ich die Reihe im Auge behalten. Ich mochte die Protagonistin Viviana, die als Sekretärin für einen Privatdetektiv im New York der 1950er Jahre arbeitete. Als ihr Chef spurlos verschwindet, während zeitgleich eine Leiche in seinem Büro gefunden wird, sieht sich Viviana gezwungen, selbst die Ermittlungen aufzunehmen, was zu einer – für mich angenehm lesbaren – Mischung aus Überforderung und Anwendung von von ihrem Chef erlernten Wissen führt.
Außerdem stehen Viviana ihre Mitbewohnerinnen zur Seite, so dass sie über ein überraschend großes Angebot an unterschiedlichen Ressourcen verfügt, was dafür sorgt, dass sie für die verschiedensten Situationen besser gewappnet ist, als sie es auf sich allein gestellt wäre. Mir gefielen auch all die atmosphärischen Szenen, die mich an diverse sw-Filme aus dieser Zeit erinnerten. Ich muss allerdings zugeben, dass ich den 50er-Jahre-Slang, den Viviana verwendet, anfangs ziemlich gewöhnungsbedürftig fand, und bis die Geschichte nach der ersten Hälfte deutlich an Fahrt aufnahm, hatte ich auch kein Problem, das Buch für ein paar Tage aus der Hand zu legen. Aber nachdem Viviana nun ihren ersten Fall gelöst hat, bin ich gespannt, wie es mit ihr und der Detektivarbeit weitergeht, und freue mich darüber, dass ich noch zwei weitere Bände in meinem Besitz habe.
Mina V. Esguerra: First Time for Everything (Café Titas 1)
Eine 140-Seiten-Liebesgeschichte zwischen einer Frau um die Vierzig, die zum ersten Mal in ihrem Leben Sex haben will, und ihrem Jugendfreund, der sich bereit erklärt, ihr dafür zur Verfügung zu stehen. Ich fand es nett, mal von einer selbstbewussten erwachsenen Frau zu lesen, die zum ersten Mal mit einem Mann schläft und kein Problem mit ihrer Unerfahrenheit hat. Es ist erschreckend, wie froh es mich macht, wenn ich in Liebesromanen Figuren vorfinde, die vernünftig miteinander kommunizieren, so wie es hier der Fall war. Außerdem war es angenehm zu verfolgen, wie aufmerksam und respektvoll die beiden Charaktere miteinander umgehen, wie wichtig es ihnen ist, dass es ihrem Gegenüber gut geht, und wie sie auch außerhalb des Schlafzimmers gemeinsame Interessen fanden. Das war eine erfrischend andere und überraschend süße Liebesgeschichte, die ich wirklich nett fand.
Satoshi Yagisawa: Days at the Morisaki Bookshop
„Days at the Morisaki Bookshop“ hatte ich irgendwann im Frühling im Angebot als eBook gekauft, weil es regelmäßig in einem Atemzug mit anderen (asiatischen) cozy Romanen erwähnt wird. Leider muss ich zugeben, dass mir diese Geschichte rund um eine depressive junge Frau, der durch eine Auszeit in der Buchhandlung ihres Onkels ein Neustart im Leben gelingt, nicht so ansprechend fand. Theoretisch gibt es ein paar nette Elemente in dem Roman, die aber bei mir keinerlei Emotionen auslösten, da mir die Erzählweise von Satoshi Yagisawa einfach nicht lag. Das könnte vielleicht an der Übersetzung von Eric Ozawa gelegen haben, aber das bezweifle ich, da ich bei anderen aus dem Japanischen ins Englische übersetzen Titeln dieses Problem nicht habe. Außerdem fand ich die Handlung so schrecklich vorhersehbar, dass ich am Ende regelrecht froh war, als ich das (gerade mal 170 Seiten umfassende) Buch endlich beendet hatte.
Sarah Beth Durst: The Spellshop (Hörbuch)
„The Spellshop“ von Sarah Beth Durst habe ich als Hörbuch gehört (sehr schöne Unterhaltung, wenn ich abends im Dunkeln mit der Switch gespielt habe). Gelesen wird die Geschichte von Caitlin Davies, die ihre Arbeit wirklich gut gemacht hat. Ich habe ihr auf jeden Fall gern zu gehört. Die Handlung dreht sich um die Bibliothekarin Kiela, die gemeinsam mit ihrem Assistenten Caz (einer Grünlilie mit sehr viel Charakter, die durch einen magischen Unfall entstanden ist) fliehen muss, als Revolutionäre die Bibliothek in Brand setzen. Auf der kleinen Insel, auf der Kiela geboren wurde, suchen die beiden Zuflucht – voller Angst, dass jemand all die Zauberbücher, die sie in Sicherheit gebracht haben, entdecken könnte.
Die Geschichte ist wirklich niedlich und voller hübscher Elemente, und ich mochte grundsätzlich die Welt, die Sarah Beth Durst für ihren Roman entworfen hat. Ich hatte allerdings ein wirklich großes Problem damit, dass die Handlung in so kurzer Zeit spielt. Gefühlt gelingt es Kiela, das jahrelang ungenutze Cottage ihrer Familie innerhalb von zwei Tagen sauber und bewohnbar zu machen. Binnen einer Woche bringt sie nicht nur den vernachlässigten Garten in Ordnung, sondern eröffnet parallel auch noch einen Shop für Marmelade und freundet sich sich mit einer Handvoll Leute so gut an, dass diese bereit sind, für Kiela große Risiken einzugehen. Ein paar Ereignisse weniger und dafür etwas mehr gemütliches Ankommen auf der Insel hätte mir deutlich besser gefallen. (Und wieso hat Kiela an so gut wie keine Person aus ihrer Kindheit Erinnerungen, wenn ich von ihren Eltern absehe? Das ist absurd – gerade auf einer kleinen Insel, wo selbst ein Kind die meisten Personen kennen sollte …)
