Schlagwort: Celia Lake

Lese-Eindrücke Mai 2026 (Teil 2)

Hier ist dann der zweite Teil meiner Lese-Eindrücke für Mai – diese Runde hätte ich eigentlich gleich „die verschiedenen Varianten von cozy fantasy nennen können“. 😉 Den ersten Teil der Mai-Lese-Eindrücke findet ihr HIER.

Celia Lake: Unknown Depths (Liminal Mysteries 3)

Celia Lake gehört schon seit einiger Zeit zu den Autor*innen, deren Titel ich mir direkt bei Veröffentlichung besorge (und in der Regel auch sofort lese). Die „Liminal Mysteries“ können – wie so viele Titel der Autorin – unabhänging voneinander gelesen werden, spielen aber alle in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg in Celia Lakes magischer Parallelgesellschaft Albion. Das bedeutet, dass die Figuren in irgendeiner Form mit den Folgen des Krieges zu kämpfen haben oder ihr Handeln von den Erfahrungen, die sie im Krieg gesammelt haben, geprägt wird. Die Protagonistin Rowena hat eine Ausbildung zum Portal Keeper gemacht. Da so viele Personen im Zweiten Weltkrieg in Gefahrengebieten strandeten, weil es keine Möglichkeit gab, neue magische Portale zu errichten, die über Wasserflächen führen, hat Rowena dieses Thema zu ihrem Forschungsschwerpunkt gemacht. Der Protagonist Thom hingegen ist ein Selkie und sucht Hilfe, da etwas mit den Gewässern rund um Orkney nicht in Ordnung ist – und zwar mehr als nur die Unzahl an Minen, die immer noch unter der Wasseroberfläche lauern. Wie immer habe ich es sehr genossen mitzuverfolgen, wie die beiden Hauptfiguren der Geschichte einander kennenlernen, mehr über die Stärken und Schwächen des anderen herausfinden und gemeinsam Lösungen für Probleme finden, die für alle Bewohner von Albion eine Rolle spielen. Celia Lake hat einfach ein Händchen dafür, sympathische Figuren, die gut (aber definitiv nicht unfehlbar) in ihrem Fachgebiet sind, vor unerwartete und interessante Probleme zu stellen. Ich mag ihre Charaktere wirklich gern, ich finde es großartig, dass ihre magische Parallel-Welt immer komplexer wird, und es gelingt ihr regelmäßig, mich über (historische) Dinge stolpern zu lassen, über die ich vorher noch nie nachgedacht habe.

Rosalie Oaks: The Lady Jewel Diviner

Von Rosalie Oaks hatte ich vor einiger Zeit (ähm … vor zwei Jahren) den Titel „Lady Avely’s Guide to Truth and Magic“ gelesen, in der es um Lady Judith Avely geht – die die Mutter der Protagonistin Elinor von „The Lady Jewel Deviner“ ist. In diesem Roman muss Elinor, nachdem sie dank ihrer geheimen magischen Fähigkeit in einen Skandal verwickelt wurde, einige Wochen fern der Londoner Saison verbringen. Doch statt sich ruhig und gesittet zu verhalten, bis ihr Ruf wieder hergestellt ist, lässt sie sich in einem kleinen Küstenort in ein Abenteuer rund um Schmuggler und Piraten verwickeln – und benimmt sich dabei so ungeschickt, dass sie sich genauso gut ein Schild um den Hals hängen könnte mit der Aufschrift „Ich habe die magische Fähigkeit, Juwelen aufzuspüren!“. Ich fürchte, ich bin hier so gar nicht mit der Protagonistin warmgeworden, und selbst ihre Mutter, die ich in „Lady Avely’s Guide to Truth and Magic“ sympathisch fand, ging mir in diesem Band entsetzlich auf die Nerven. Immerhin habe ich jetzt ein weiteres ungelesenes Buch von meinem eReader entfernt – und kann sagen, dass Rosalie Oaks‘ Art, eine fantastische Regency-Geschichte zu erzählen, leider nicht meinem Geschmack entspricht.

Tansy Rayner Roberts: The Curse of Bronze/Tomb of Brass (The Family Cursebreaker 1+2)

A Taste for Skulls (A Family Cursebreaker 1.5)/House of Gargoyles (A Family Cursebreaker 2.5)/Hags, Portents & Parasols (A Family Cursebreaker Bonus Story)

Wie so oft bei Tansy Rayner Roberts hatte ich auch bei dieser Serie das Gefühl, dass die Autorin sich beim ersten Band erst einmal etwas warmschreiben musste – nur um dann diverse Kurzgeschichten zu veröffentlichen, die die fantastische Welt und die Familie Hathaway, um die sich die Handlung dreht, deutlich ausbauen. Das soll nicht bedeuten, dass „The Curse of Bronze“ unbefriedigend zu lesen gewesen wäre – die folgenden Titel sind nur die perfekte Ergänzung für einen vielversprechenden und amüsanten Anfang der Reihe. Alles beginnt damit, dass die berühmte Fluchbrecherin Charlotte Hathaway in eine Bronzestatue verflucht wird. Was dazu führt, dass ihre Nichte Bella Charlottes (sehr eigentümliches) Haus und ihren Job als Fluchbrecherin erbt. Allerdings hat Bella keinerlei Ausbildung in dem Bereich, und ihre erste Herausforderung ist es herauszufinden, wer Tante Charlotte auf dem Gewissen hat. Es gibt einen Haufen Flüche in diesen Geschichten, so einige Personen, die nach vielen Jahren entflucht werden – und dann damit zurechtkommen müssen, dass die Welt sich in den letzten Jahrzehnten weiterentwickelt hat -, rivalisierende Archäologen und gefährliche Gargoyles und sehr viele amüsante Situationen, die aus all diesen Elementen resultieren. Ich kann ehrlich sagen, dass ich diese Serie, die verschiedenen Charaktere und den Humor in den Geschichten jedes Mal wieder sehr genieße und nach dem Lesen von zwei (viel zu kurzen) Romanen und diversen Kurzgeschichten immer noch nicht genug davon hatte. Zum Glück ist die Fortsetzung „Those Haunted Hathaways“ schon fürs Jahresende angekündigt, auch wenn es noch keinen konkreten Veröffentlichungstermin gibt.

T. L. Stone: Tusks, Tails & Teacakes/Sorcery, Swords & Scones/Cauldrons, Charms & Chai (Tales from the Tavern 1-3)

Die „Tales from the Tavern“-Reihe von T. L. Stone fühlt sich sehr danach an, als ob sie von „Legends & Lattes“ von Travis Baldree inspiriert wurde, und beginnt damit, dass die Halb-Elfin Lira nach vielen Jahren als Abenteurerin in den kleinen Ort zurückkehrt, in dem sie aufgewachsen ist. Lange Zeit war sie vollkommen glücklich damit, als „Schurkin“ Teil einer kleinen Gruppe von Abenteuern zu sein, doch bei ihrer letzten Quest kam es zu einem unglücklichen Todesfall, und nun will sich Lira zur Ruhe setzen. Vorher muss sie allerdings noch das Rezeptbuch ihrer verstorbenen Großmutter bergen, das sie vor Jahren im Keller des örtlichen Wirtshauses verborgen hatte. Das führt letztendlich dazu, dass Lira gemeinsam mit der Zwergin Sass das Wirtshaus „The Tusk & Tail“ renoviert und die Küche wieder in Betrieb nimmt. Im Laufe der Zeit tauchen dann noch diverse Personen aus Liras (und Sass‘) Vergangenheit auf, um sich ebenfalls in dem idyllischen Örtchen anzusiedeln. Die „Tales from the Tavern“-Bücher erzählen wunderbar entspannte Geschichten rund um einen aufmerksamen Freundeskreis und sich langsam entwickelnde, süße Liebesgeschichten. Das Ganze ist dann noch durchzogen von Beschreibungen von leckerem Essen und Trinken und den Erinnerungen der verschiedenen Figuren an vergangene Abenteuer und gemeinsam überwundene Herausforderungen. Ich finde diese Veröffentlichungen wirklich sehr nett und entspannend zu lesen. Sie sind deutlich vorhersehbarer als z. B. die Titel von Tansy Rayner Roberts, aber manchmal ist das genau das Richtige, wenn mein Kopf zu voll mit allem Möglichen ist und ich einfach nur eine erholsame Zeit mit (zum Großteil) schrecklich netten Figuren verbringen will.

Tao Wong: The Nameless Restaurant (Hidden Dishes 1)

„The Nameless Restaurant“ von Tao Wong ist bei einer Aktion mit kostenlosen/reduzierten eBooks auf meinem Reader gelandet, und ich dachte, dass eine Geschichte rund um ein verborgenes, magisches Restaurant in Toronto nett klang. Die Handlung dreht sich um einen Abend in dem namenlosen Restaurant, an dem die verschiedenen Gäste von dem Inhaber und Koch Mo Meng mit traditioneller malaiischer Küche versorgt werden. Es werden die verschiedenen Gäste und ihre (magischen) Hintergründe vorgestellt und es wird detailliert beschrieben, wie die verschiedenen Gerichte zubereitet werden. Das führte zu einer netten, aber für mich ziemlich unbefriedigenden Mischung, weil ich das Gefühl hatte, dass ich nicht genug über die fantastischen Elemente und Figuren dieser Welt erfuhr, während mir mehr Details über das Kochen erzählt wurden, als ich gebraucht hätte. Dabei genieße ich normalerweise detaillierte Zubereitungsbeschreibungen, aber hier kam es mir vor, als ob diese für Personen geschrieben wurden, die sich noch nie in ihrem Leben mit asiatischer Küche (oder überhaupt mit Kochen) beschäftigt haben. Alles in allem fühlte es sich für mich unausgewogen an und ich habe keine Lust, auch noch zu den drei Fortsetzungen dieser Geschichte zu greifen.

Lese-Eindrücke Januar 2025

Hier sind wieder die Lese-Eindrücke zu den Büchern, zu denen ich wenigstens ein bisschen was schreiben wollte. Das betrifft im Januar den Großteil der Romane, die ich gelesen habe. *g*

Celia Lake: Complementary

„Complementary“ war der erste Roman, zu dem ich in diesem Jahr gegriffen habe. Celia Lakes Geschichten mochte ich bislang alle, und so war es auch mit diesem Titel. Die Handlung spielt 1910 in einer fantastischen Variante von Großbritannien und dreht sich um zwei Frauen, die im Auftrag der Wache in einer nicht-magischen Künstler-Gemeinschaft nach einem magischen Objekt suchen. Dabei ist Elizabeth ein offizielles Mitglied der Wache (und arbeitet als eine Art magische Spurensucherin), während Rosemary eine Hebamme mit Heilmagie ist.

Ich fand es reizvoll, mal eine Geschichte von Celia Lake zu lesen, in der die Protagonistinnen unter allen Umständen vermeiden müssen, dass jemand herausfindet, dass Magie existiert – während sie natürlich gleichzeitig Magie einsetzen müssen, um ihren Auftrag erledingen zu können … Außerdem habe ich wirklich gern verfolgt, wie Elizabeth (die ich schon aus anderen Romanen kannte) und Rosemary einander näherkamen. Das war eine sehr schöne Liebesgeschichte zwischen zwei Personen, die schon etwas älter und lebenserfahrener sind. Mir gefiel es auch sehr, dass beide Frauen nach einer ersten Annäherung erst einmal jede für sich überlegen mussten, ob sie bereit sind, ihren behaglichen Alltag so weit umzukrempeln, dass eine andere Person darin Platz findet.

Celia Lake: Bound to Perdition (Mysterious Arts 1)

Da ich nach „Complementary“ weiter Lust auf Celia Lake hatte, habe ich mir (für ganze 95 Cent) noch den Roman „Bound to Perdition“ gegönnt. Die Geschichte spielt 1917 und dreht sich vor allem um die Vorgänge in einer magischen Forschungseinrichtung der Regierung. Die Protagonistin Lynet ist Buchbinder-Meisterin und hat den Auftrag, ein magischen Journal zu entwickeln, das sich in größeren Mengen herstellen lässt. Diese Journale sollen u. a. die zeitnahe und direkte Kommunikation mit der Front ermöglichen, was für den Kriegsverlauf eine entscheidende Wende bringen könnte. Umso mehr verwirrt es Lynet, dass ihr von allen Seiten Hindernisse in den Weg gelegt werden. Einzig ihr Assistent Reggie (der aufgrund einer Verletzung nicht mehr an die Front zurückkehren kann) scheint kein Problem damit zu haben, dass sie einen Handwerks-Hintergrund hat, während er gleichzeitig ihre Arbeit genauso wichtig nimmt, wie sie es tut.

Ich fand es spannend, mal eine (Liebes-)Geschichte zu lesen, die sich mit den Problemen rund um Materialbeschaffung, Forschung und Ethik in Kriegszeiten beschäftigt. Reggies Teil der Handlung zeigt immer wieder, wie sehr Krieg einen Menschen (und seine Prioritäten) verändern kann, während Lynets Perspektive mich – stellvertretend für ihre Figur – häufig frustrierte. Trotzdem mochte ich, wie die Autorin mit den vielen verschiedenen „herausfordernden“ Themen umgegangen ist. Ich habe auch hier die Charaktere sehr schnell ins Herz geschlossen und ich habe es ungemein genossen, so viele Passagen rund ums Buchbinden und die damit verbundenen Techniken zu lesen.

Kat Richardson: Storm Waters

Von Kat Richardson hatte ich die Greywalker-Reihe wirklich gern gelesen, und so habe ich mich sehr gefreut, als ein neuer Roman der Autorin angekündigt wurde. „Storm Waters“ ist eine „noir urban fantasy“-Geschichte, die im Jahr 1934 in Hollywood beginnt. Der Protagonist Marty Storm besitzt gemeinsam mit seinem Partner Peter eine Firma, die sich auf Frachtschifffahrt spezialisiert hat. In dieser Firma taucht zu Beginn der Handlung ein Geist auf, der behauptet, dass er der Kapitän eines untergegangenen Schiffs gewesen sei. Marty selbst verfügt über Wassermagie, und schnell steht fest, dass hinter der Geistererscheinung etwas Größeres steckt – etwas, das dazu führt, dass er sich mit der Familie seiner Mutter in New Orleans auseinandersetzen muss.

Der Erzählton der Geschichte war anfangs wirklich sehr faszinierend, denn Kat Richardson gelingt es erstaunlich gut, die Atmosphäre eines klassischen Privatdetektiv-Romans heraufzubeschwören. Aber in der Mitte des Buchs – als sich die Handlung von Los Angeles wegbewegt – hat mich die Autorin trotzdem eine Zeitlang verloren. Den Teil, der in der Nähe von New Orleans spielt, fand ich so unrund, dass ich das Buch Anfang Dezember zur Seite gelegt und erst Mitte Januar wieder in die Hand genommen habe (um dann erleichtert festzustellen, dass sich die Handlung wieder auf L.A. zubewegte). Am Ende bin ich etwas zwiegespalten, weil ich den Anfang und den Schluss eigentlich mochte, mich der Mittelteil aber so sehr rausgerissen hatte. Aber ich würde vermutlich einem weiteren Band um Marty Storm eine Chance geben, um zu schauen, ob der dann von Kat Richardson durchgehend stimmig geschrieben wurde.

Annie Bellet: Harper’s Tale (The Twenty-Sided Sorceress 7.5)

Ein relativ kurzes Buch, das ich über Kickstarter mitfinanziert hatte, weil ich die „Twenty-Sided Sorceress“-Geschichten der Autorin gern gelesen hatte. Außerdem wollte ich wissen, wie es der Protagonistin Harper nach einem bestimmten Ereignis in der Serie ergangen war. Dieser Roman spielt zwischen zwei Bänden der Haupthandlung und dreht sich um das Verschwinden (und die Ermordung) von Youtuberinnen. Das Ganze ist eine klassische Urban-Fantasy-Geschichte, bei der die Protagonistin während der Ermittlungen weniger davon profitiert, dass sie eine Fuchs-Gestaltwandlerin ist, als davon, dass sie einen Namen und Beziehungen in der Gamer*innen-Szene hat. Obwohl der/die Bösewicht/e im Prinzip beim ersten Auftritt schon offensichtlich war/en, habe ich mich beim Lesen gut unterhalten gefühlt. Wobei ich zugeben muss, dass Geschichten, die rund um Conventions, Videospiele und Cosplay spielen, von mir immer ein paar Sentimentalitäts-Bonuspunkte bekommen.

S. Usher Evans: Fiends and Festivals (The Weary Dragon Inn 2)

Der zweite Band der „The Weary Dragon Inn“-Reihe war genauso nett wie „Drinks and Sinkholes“. Neben den schon vertrauten Figuren gab es ein paar neue Besucher in Pigsend, und das große Ereignis war dieses Mal das Herbst-Festival inklusive der dazugehörigen unterschiedlichen Wettbewerbe, bei denen auch Personen aus anderen Orten mit ihren Erzeugnissen (oder Backwaren) antreten. Was bedeutet, dass Bev unbedingt herausfinden musste, wer das Festival sabotiert (und so vielleicht dafür sorgt, dass es zukünftig in den Nachbarort verlegt wird). Ich gebe zu, dass die Identität des Saboteurs von Anfang an wirklich offensichtlich war. Aber da ich keine Ahnung hatte, was das Motiv dieser Person sein könnte, und mich ansonsten gut genug mit den größeren und kleineren Katastrophen rund ums Festival unterhalten gefühlt habe, habe ich auch diesen Band wieder genossen.

Ich weiß noch nicht, ob ich die Reihe fortsetzen werde, wenn ich den dritten Teil, den ich schon als eBook besitze, gelesen habe. Die Geschichten sind halt nur „nett“ – aber ich bereue die Anschaffung definitiv nicht. Es ist angenehm, mal einen fantastischen cozy mystery zu lesen, bei dem es nicht um Mord geht und bei dem das Scheitern der „Ermittlerin“ eher ärgerlich als dramatisch wäre. Oh, und ich mochte den „Hund“, der Bev im Laufe der Geschichte zugelaufen ist. Magische Hunde sind doch immer nett, auch wenn die Protagonistin endlos lange benötigte, um herauszufinden (oder sich einzugestehen), dass Mr. Biscuit kein normaler Streuner ist. Die Tatsache, dass S. Usher Evans mir das Gefühl gibt, dass die Protagonistin die ganze Zeit mit Scheuklappen rumläuft und nur aufgrund ihrer Hartnäckigkeit irgendwann die Lösung des jeweiligen Rätsels findet, ist mein größter Kritikpunkt an den Geschichten. Aber solange mich der Rest der Handlung gut unterhält, kann ich damit leben.

Celia Lake: Pastiche (Charms of Albion 1)/Mysterious Charm 0.5 bis 7

Eigentlich hatte ich diesen Text als Teil meiner Lese-Eindrücke für den August geschrieben, aber dann wurde er so lang, dass ich ihn doch lieber in einem extra Beitrag veröffentliche:

„Pastiche“ war eins der ersten eBooks, die ich mir in diesem Jahr auf den eReader geladen hatte, und es war das Buch, das im August dafür gesorgt hat, dass ich danach in acht Tagen acht (neu angeschaffte) Bücher gelesen habe. Genau genommen habe ich im Anschluss die vollständige Mysterious-Charm-Reihe*Titel der Reihe der Autorin gelesen, weil ich nach diesem ersten Roman der „Charms of Albion“-Reihe wissen wollte, ob mir anderen Bücher von Celia Lake auch gefallen würden. Da es den ersten Band der „Mysterious Charm“-Reihe umsonst herunterzuladen (und die Vorgeschichte als Bonus für Newsletter-Abonnenten) gab, habe ich die also ausprobiert – und dann konnte ich nicht aufhören, weiterzulesen. Ich weiß nicht, ob mich die Geschichten der Autorin auch so gepackt hätten, wenn ich nicht in der Zeit so übermüdet und so verzweifelt auf der Suche nach entspannenden Romanen gewesen wäre. Aber für diesen Zustand waren sie einfach perfekt, und ich bin wild entschlossen, irgendwann noch weitere Reihen von Celia Lake zu lesen. Die Autorin schreibt Liebesgeschichten, die in Albion spielen, einer magischen Parallelgesellschaft innerhalb unserer unmagischen Welt – genau genommen im britischen Teil dieser Welt zwischen den Jahren 1880 und dem Ende des Zweiten Weltkriegs.

Einige ihre Figuren sind traumatisiert, verletzt oder behindert, und die Geschichten scheuen definitiv nicht vor all den Herausforderungen und Ungerechtigkeiten zurück, die damit einhergehen. Es gibt auf der Homepage von Celia Lake zu jeder ihrer Geschichten Content Warnings, damit jede/r Leser*in selbst entscheiden kann, ob bestimmte Themen lieber gemieden werden. Trotz dieser ernsthaften Elemente würde ich die bislang gelesenen Geschichten als „cozy“ bezeichnen, da es in der Regel darum geht, dass Personen – häufig mit sehr unterschiedlichen Hintergründen – zusammenfinden, um gemeinsam Probleme zu bewältigen. Keines dieser Probleme entsteht dadurch, dass diese Charaktere nicht miteinander reden (im Gegenteil, es gibt wirklich viel Austausch zwischen den Figuren, was ich sehr wohltuend fand) und am Ende sind in der Regel nicht nur diese Probleme gelöst, sondern diese fantastische Welt ist dadurch sogar ein kleines Stückchen besser geworden. Mir gefällt es auch, dass die Geschichten (mehr oder weniger) lose miteinander verknüpft sind. Für die von mir gelesenen Romane benötigte ich kein Vorwissen, fand es aber angenehm, immer wieder auf Figuren zu treffen, die ich aus den schon gelesenen Büchern kannte.

Eine kleine „Warnung“ sollte ich zu den Büchern vermutlich mitgeben: Die Autorin ist Bibliothekarin, und das macht sich bemerkbar! Genau genommen bedeutet das, dass es so einige Passagen in den Geschichten gab, in denen Informationen zu den verschiedenen Themen auftauchten. Gut recherchierte und sehr ausführliche Informationen – was ich persönlich genossen habe, was aber nicht gerade für eine zügig voranschreitende Handlung sorgt. Die bislang von mir gelesenen Romane von Celia Lake hatten alle eine eher gemächlich erzählte Geschichte, und häufig wurde darauf verzichtet, einen potenziellen „Endkampf“ zu beschreiben. Stattdessen gab es dann einen Sprung zu einer Aufarbeitung der Ereignisse für alle beteiligten Figuren, die dafür sorgte, dass diee Charaktere dann (mehr oder weniger) unbehelligt von den vorherigen Ereignissen in die Zukunft schauen konnten. Für mich ist das definitiv in Ordnung, auch wenn ich zugeben muss, dass ich dieses Vorgehen beim ersten Mal überraschend fand. Aber ich vermute, dass das eine Erzählweise ist, die nicht jedem liegt …

* Mysterious-Charm-Reihe: 0.5 Ancient Trust (gibt es aktuell von der Autorin für ihre Newsletter-Abonnenten), 1. Outcrossing (zur Zeit kostenlos herunterladbar), 2. Goblin Fruit, 3. Magician’s Hoard, 4. Wards of the Roses, 5. In The Cards, 6. On the Bias, 7. Seven Sisters