Schlagwort: Christie

Wenn Christie Nähe sucht …

… ist das für mich nicht immer angenehm. 😉 Im Moment bin ich vormittags viel unterwegs und wenn ich dann wieder nach Hause komme, zeigt Christie deutlich, dass sie Nähe haben möchte. Nun ist sie eindeutig keine Schmusekatze, die Kater waren da anschmiegsamer, kuscheliger und entspannter. Wenn Christie Körperkontakt sucht, dann geht es nicht ohne Krallen …

Und was macht Christie?

Drei Wochen ist es her, seitdem Christie ihren letzten kätzischen Mitbewohner verloren hat, und es zeigt sich deutlich, dass sie Baltimore vermisst. Auch wenn er die letzten Monate nicht mehr mit ihr spielen konnte, so waren sie sich doch noch immer recht nah.

Das letzte gemeinsame Foto mit den beiden.
Zu Menschen hatte sie nie ein so besonders enges Verhältnis – vermutlich, weil sie als junge Katze kaum Kontakt zu Menschen hatte. Sicher werden wir es nie wissen, denn sie wurde vor dem Tierheim ausgesetzt und war damals in keinem guten gesundheitlichen Zustand, als ich sie aufnahm. Immerhin ist sie im Laufe der Jahre zutraulicher geworden und in den letzten Wochen hat sie deutlich gezeigt, dass sie unsere Aufmerksamkeit möchte. Und da sie keine Schmusekatze ist, bedeutet das, dass Christie bespaßt werden möchte.
Federwedel. Katzenangeln, Schnüre, Bälle, Luftschlangen – zur Zeit bekommt Christie möglichst viel verschiedenes Spielzeug angeboten, damit sie sich nicht langweilt. Sie braucht aber auch viel Abwechslung, denn wenn sie nicht zufrieden ist, dann macht sie das lautstark deutlich. 
Foto von Natira
Ich bin froh, dass sie so viel kommuniziert und deutlich macht, was sie will. Obwohl sie ganz eindeutig Baltimore und die anderen Kater vermisst, scheint sie uns als Ersatz zu akzeptieren. Nicht so schön ist es, wenn ich den Vormittag über unterwegs oder im Garten bin, dann benötigt sie am Nachmittag noch etwas mehr Aufmerksamkeit und kommt dann auch mal näher, um etwas Körperkontakt zu suchen. Aber wenn es so bleibt, wie es ist, dann kommt sie vermutlich ohne neue Katzengesellschaft aus. Wir sind natürlich kein vollwertiger Ersatz – gerade für eine Katze, die noch nie in ihrem Leben ein Grundvertrauen gegenüber Menschen entwickeln konnte -, aber wir sind, so gut es geht, für sie da.

Von alten Katzen …

Unsere Katzen werden alt, das ist eine Tatsache, die wir in den letzten Monaten einfach nicht mehr ignorieren konnten. Shandy wird in diesem Jahr 15, Christie 14 und die Coon-Brüder werden 16 Jahre alt. Im Alltag macht sich das mit so mancher Eigenheit bemerkbar. So wird Shandy immer dickköpfiger und grummeliger, und wenn er seinen Willen nicht durchsetzen kann, kann es sein, dass die ganze Familie darunter leidet. Bei Christie ist es die Arthrose, die spätestens im Herbst zeigt, dass unser – ansonsten fittes und lebhaftes – Kätzchen nicht mehr so jung ist. Sie ist der Grund, warum wir deutlich früher und deutlich länger heizen, als wir es für uns tun würden, und sie ist es auch, die im Prinzip die gesamte Heizperiode auf dem Heizkörper verbringt, um sich zu wärmen.

Bei Logan bin ich mir oft nicht sicher, ob sein Kopf nicht mehr durchgehend die übliche Denkleistung vollbringt oder ob einfach nur die Ohren versagen und der Schlaf deutlich tiefer geworden ist. Er reagiert regelmäßig nicht auf Geräusche und oft genug muss ich ihn wecken und zu seinem Napf tragen, wenn es Fütterungszeit ist, weil er nichts mitbekommen hat. Ist er aber erst einmal wach und aufmerksam, dann benimmt er sich eigentlich wie immer. Baltimore hingegen ist vom Kopf her noch fit, neugierig bis zur Selbstzerstörung und will nicht so recht begreifen, dass sein Körper dafür nicht mehr ganz so leistungsfähig ist wie früher. Er war immer ziemlich tollpatschig, aber inzwischen hat er häufig Probleme damit, relativ einfach Sprünge auf die Reihe zu bekommen oder das Gleichgewicht zu halten, wenn er dabei seine Hinterbeine belasten muss.

Auch den Tierarzt sehen wir immer häufiger. Die Zähne – vor allem der Coon-Brüder – werden nicht besser und so gab es die eine oder andere Zahnoperation in den letzten zwei Jahren. Außerdem ist Christies Leber nicht so fit und wir müssen regelmäßig die Werte überprüfen lassen, während Shandy in diesem Jahr schon zwei Blasenentzündungen hatte. Immerhin sind seine Nierenwerte, die Anfang des Jahres besorgniserregend waren, deutlich besser geworden (etwas, das laut unserem Tierarzt bei ihm in der Praxis noch nie passiert wäre Oo). Wir sind dankbar für diese kleinen positiven Nachrichten, denn es gibt noch genügend andere Dinge, die uns Sorgen machen können.

So hat Logan, der im Frühling immer ein paar Tage hat, in denen er nicht so viel frisst, in den letzten Wochen so wenig zu sich genommen, dass er zwischen zwei Tierarztbesuchen ein halbes Kilo abgenommen hat. Das ist grundsätzlich schon viel, aber bei einem eher schlanken älteren Kater besonders alarmiert. Eine Diagnose gab es bislang nicht, die Blutergebnisse ergaben allerdings, dass eine Entzündung vorlag – und die Nieren in den letzten Monaten schlechter geworden sind. Also gab es entzündungs- und schmerzstillende Mittel und wir sind in den letzten Tagen hinter dem Kater hergelaufen und haben ihm seine Lieblingsleckereien unter die Nase gehalten, um ihn zum Fressen zu animieren. An manchen Tagen hat es geklappt, an manchen nicht. Und da gestern wieder ein Tag war, an dem er nicht fressen wollte, befindet er sich jetzt gerade zur Beobachtung beim Tierarzt …

Das Schlimme daran, alte Katzen zu haben, sind weniger die „normalen“ Alterserscheinungen. Schlimm ist, dass von einem Moment auf den anderen alarmierende Symptome auftreten, die für eine dramatische Entwicklung stehen können. Das führt dazu, dass man alle paar Wochen aufgefordert wird, sich mit der Sterblichkeit der Katzen auseinanderzusetzen. Ich habe jetzt schon Angst vor dem Moment, an dem ich entscheiden soll, ob noch ein Therapieversuch unternommen wird oder nicht. Und obwohl ich kräftig fluche, wenn ich mal wieder eine von Shandys Pfützen aufwischen muss, wenn Baltimore mir mal wieder in seinem Ungeschick Schmerzen zufügt, Christie mir beim Schmusen Kratzer verpasst oder Logan uns mitten in der Nacht mit seinem Gesang weckt, so bin ich doch dankbar für die Zeit, die wir noch gemeinsam haben.

 

***
Und dann hat er uns die Entscheidung abgenommen …

 

 

September 1999 – Mai 2015

Christie

Während unsere vier Katzen im Sommer irgendwann unter der Hitze leiden, genießen sie jetzt im Frühling jeden Sonnenstrahl und jedes bisschen Wärme, das sie ergattern können. Alle vier finden es wunderbar, wenn sie einen Sonnenfleck finden, in dem sie schlafen können. Bei Christie sieht das manchmal überraschend elegant aus.

Noch mehr genießt sie es aber, wenn ich für sie Sonnenreflektionen an die Wand werfe und sie damit spielen kann. Das hat den großen Vorteil, dass die anderen Katzen nicht mitspielen wollen (Shandy und Baltimore finden Sonnenflecken langweilig und Logan bevorzugt Schattenspiele) und sie ganz allein die Regale rauf- und runterspringen kann. In diesen Momenten vergisst sie definitiv, dass sie schon ein altes Kätzchen mit Arthrose ist, und genießt rundum das Leben. 🙂

Sofa-Katzen im November

Als Erstes sollte ich wohl erwähnen, dass wir noch nicht heizen und dass ich deshalb nachmittags zum Schreiben häufig mit dem Netbook unter einer Decke auf dem Sofa verschwinde. Christie findet die Wärme, die ich dabei abgebe, ganz toll und sorgt in der Regel dafür, dass sie auch (oft genug ganz allein) davon profitiert – was mir viele Gelegenheiten gibt, um unsere kleine Kampfkatze zu fotografieren.

Christie hängt auf meinen Knien – und mag definitiv nicht von der Kamera gestört werden. 😀

Christie hat sich mal wieder zwischen mich und die Sofalehne gequetscht. 

Manchmal duldet sie auch eine weitere Wärmequelle an ihrer Seite …

… oder sogar zwei. Was dann für mich der Zeitpunkt ist, an dem ich gern mal wieder frei atmen würde.

Sofa-Christie

Als Christie bei uns einzog, war sie halb wild und ließ sich nicht anfassen. Es hat Jahre gedauert, bis sie zu einem von uns kam und signalisierte, dass sie Aufmerksamkeit haben möchte. Und es immer noch mit einem Risiko verbunden, wenn man sie streichelt, weil ihre Stimmung jederzeit von Genuss zu Aggression umschlagen kann. Man merkt einfach, dass sie als kleine Katze nicht gelernt hat, dass man einem Menschen ruhig vertrauen kann. Umso kostbarer sind die Stunden, die sie mit uns schmust. Dabei ist eine ihre Lieblingspositionen zwischen mir und der Sofalehne, wobei sie ihre Hinterpfoten fest gegen mein Bein stemmt, sich seitlich legt und sich den Bauch kraulen lässt. Dabei passiert es nicht selten, dass sie mit ihren Vorderpfoten meine Hand einfängt und kleine Bisse verteilt, aber das Risiko gehe ich bei dem hübschen Anblick doch gern ein. 😉