Heute starte ich sehr früh in den Lese-Sonntag, da ich seit ein paar Wochen wieder morgens um 4:30 Uhr aufstehe, um die Wohnung gründlich durchlüften zu können, bevor die Sonne ab halb sieben wieder auf die Fassade knallt. Ohne die dadurch entstehende Abkühlung ist es hier tagsüber wirklich unerträglich. Nachdem ich die ersten Wochen das Gefühl hatte, ich würde vor lauter Übermüdung nie wieder denken können, habe ich mich inzwischen immerhin einigermaßen an meinen aktuellen zweigeteilten Schlafrhythmus gewöhnt (schwierig wird es nur, wenn der ausgiebige Mittagsschlaf wegfällt). Ich bin auf jeden Fall sehr froh, dass ich nie im Schichtdienst arbeiten musste und bin voller Bewunderung für jeden, der das einige Jahre lang ohne größere Probleme auf die Reihe bekommt.
Viel Konzentration fürs Lesen bleibt trotzdem gerade nicht übrig, weshalb ich in den letzten Tagen vor allem Kinder- und Jugendbücher (und weiterhin Manga) zur Hand genommen habe. Auch heute zieht es mich in die Richtung, nachdem ich in der vergangenen Woche doch noch meine „Qualze“-Bücher gefunden habe, von denen ich schon befürchtet hatte, dass sie beim vorletzten großen Ausmisten von mir in die Bibliothek gebracht wurden. Mal schauen, ob ich auch über zehn Jahre nach dem letzten Lesen dieser Geschichten die Abenteuer der acht Kinder von König Grostro, die sich gegen die Qualze behaupten müssen, genießen kann. Aber erst einmal schaue ich, was sich nach meinem Schlafengehen noch so online getan hat und lese – bis die Lichtverhältnisse besser sind – weiter in „Velveteen vs. The Seasons“. 😉
Update 08:45 Uhr
… und dann ging dem Tablet mal wieder der Saft aus, während ich mitten in der Geschichte war. *grummel* Es gibt definitiv Gründe, warum ich gedruckte Bücher immer noch lieber lese als eBooks. In meiner Timeline war über Nacht auch nicht viel los, aber da das Licht inzwischen zum Lesen ausreichte, habe ich zu „Die Qualze – Im Reich von König Gommelick“ von Helga Weymar gegriffen. Dieses Buch fand ich – ebenso wie die Fortsetzung „Die Qualze – Der wachsende Berg“ – als Kind so knuffig, dass ich mir die beiden Titel kaufen musste, nachdem ich sie in der Bibliothek entdeckt hatte. Die Erzählweise und viele kleine Elemente in den Qualze-Büchern erinnern mich an Geschichten von Max Kruse, ohne dass ich das Gefühl habe, die Autorin hätte sich direkt von dem Autor inspirieren lassen.
Die Handlung beginnt damit, dass König Grostro mal wieder über seine acht Kinder jammert, die alle nicht so geraten sind, wie er sich das gewünscht hätte. Seine Tochter Xargarixa setzt mit Schmollen, Weinen und Wutanfällen ständig ihren Willen durch und seine sieben Söhne verbringen den Tag mit allerlei unnützen Dingen. Die ältesten (die Zwillinge Hager und Mager) spielen allen ständig Streiche, der klügste Sohn (Spring) weiß nichts mit all seiner Klugheit anzufangen, Schwobb hält sich für einen Dichter, Mupi schläft Tag und Nacht, Plex eifert den Zwillingen nach und der jüngste Sohn, Acht, ist so gutmütig, dass mit ihm auch nicht viel anzufangen ist. Zu Beginn von „Die Qualze – Im Reich des König Gommelick“ lässt sich König Grosto von seiner Tochter überreden einen Liebesbrief-Wettbewerb auszurichten, um einen Ehemann für sie zu finden, und während er noch darüber jammert, dass das eine dumme Idee sei und wie es sein kann, dass er dem zugestimmt hat, erklingt ein geheimnisvollen (und auch etwas unheimliches) Kichern im Thronsaal, dass alle Anwesenden sofort der Qualze zuschreiben. Die Qualze ist eine Hexe, die in allen Ländern Afraliens ihr Unwesen treibt und von der man nicht weiß, ob sie gut oder böse ist. Es steht nur fest, dass sie das Leben aller Beteiligten kräftig auf den Kopf stellt, wenn sie sich erst einmal einmischt …
Mir hat es wirklich Spaß gemacht die Abenteuer der von der Qualze in verschiedene bunte Wesen (oder Dinge) verzauberteten Prinzen zu verfolgen und mitzuerleben, wie sie einen Weg finden müssen, um den auf ihnen liegenden Zauber wieder aufzuheben. Manchmal haben sie dabei Hilfe von anderen Personen, die ebenfalls Opfer der Qualze wurden, bekommen, dann wieder hatten sie das Glück und trafen auf einen ihrer Brüder, der ihnen beistehen konnte, oder sie haben ganz allein herausgefunden, welches Mittel ihnen ihre alte Gestalt wieder zurück bringt. Und da der erste Band so nett und die Geschichte damit noch nicht abgeschlossen war, habe ich gleich zu „Die Qualze – Der wachsende Berg“ gegriffen und das Buch auch noch gelesen. Ich mag es, dass die Qualze zwar keine besonders sympathische Figur ist, aber im Laufe der beiden Bücher klar wird, dass sich langfristig das Leben all der von ihr verzauberten Personen verbessert hat, weil sie durch ihre Erlebnisse so viel gelernt und sich weiterentwickelt haben. 🙂
Update 11:30 Uhr
Nach dem letzten Update gab es erst einmal Frühstück für mich und dazu haben mein Mann und ich die gestrige Folge von „Kids Baking Championship“ gesehen – immer wieder spannend, was diese Kinder für Techniken beherrschen (auch wenn die gestrige Folge in der Beziehung nicht soooo beeindruckend war). Außerdem ging es mit „Velveteen vs. The Seasons“ von Seanan McGuire – genauer gesagt mit der Geschichte „Velveteen Presents The Princess vs. Public Relations“ – weiter. Diese dritte Sammlung von Velveteen-Kurzgeschichten dreht sich um die Zeit, die Velveteen bei den Jahreszeiten verbringen muss, um für die Hilfe zu bezahlen, die sie von diesen bekommen hat. Velveteen hat sich verpflichtet eine Saison pro Jahreszeit zu dienen, in der Hoffnung, dass sie danach noch rechtzeitig kommt, um ihren Liebsten aus seinem magischen Schlaf zu retten. Die Jahreszeiten – allen voran Winter – hingegen hoffen, dass sie Velveteen für immer für sich gewinnen können. Die schon von mir gelesenen Geschichten drehten sich um die Zeit, die Velveteen im Winter verbracht hat, und darum, wie sie die schreckliche Seite des Winters entdeckte, nachdem diese Jahreszeit sie von klein auf nur mit den schönen Elementen verwöhnt hat (um sie in ihren Dienst zu locken).

Das Testbrot für dieses Wochenende ist Haselnuss-Brot – sehr lecker, sowohl mit Käse, als auch mit Aronia-Gelee. 🙂
„The Princess vs. Public Relations“ dreht sich hingegen nicht um Velveteen (die Winter gerade verlassen hat und auf dem Weg zum Frühling ist), sondern um „The Princess“, eine der besten Freundinnen von Velveteen und eine der wenigen Superheldinnen, die nicht von klein auf zu den Super Patriots gehörte. Ich fand es schön mehr über „The Princess“ zu erfahren, die ich bislang zwar als Freundin von Velveteen mochte, die aber bislang relativ wenig Profil und so gut wie keinen Hintergrund bekommen hatte. Schön fand ich die beiläufige Bemerkung, dass „The Princess“ (getauft auf den Namen Scott Miller) seit ihrem sechsten Lebensjahr Carrabelle hieß, und die Beschreibung des Moments, als ihre Magie in einem märchenhaften Themenpark erwachte. Ich glaube, ich finde diese Elemente deshalb so besonders, weil ich mir bei Seanan McGuire sicher bin, dass für sie der Charakter von Anfang an genau diesen Hintergrund hatte und dass sie nur jetzt erst dazu kam, die Geschichte dieser Figur zu erzählen. (Wobei man da auch in Betracht ziehen muss, dass die Velveteen-Kurzgeschichten von der Autorin nicht chronologisch geschrieben und für die Anthologien überarbeitet und passend sortiert wurden.)
Weil es so selten ist, dass ich Christie mal beim Schmusen (mit meinem Mann) festhalten kann, packe ich das Bild trotz der schlechten Lichtverhältnisse durch die Verdunklung in unserer Wohnung mal hier rein. Noch schöner ist das Bild, bei dem sie ihren Kopf an seinem Kinn reibt, aber das möchte er nicht veröffentlicht haben. *g* Bis zum Katzenfüttern lese ich noch in den schon rausgelegten Criminal-Comics von Brubaker. Mein Mann hatte vor einiger Zeit mal seine Brubaker-Hefte für mich rausgesucht und heute habe ich endlich Lust mir mal die nächste Serie davon vorzunehmen. Mal schauen, wie weit ich damit komme, bevor Christie ihr Futter verlang. Nach dem Katzefüttern werde ich vermutlich den langsam notwendigen Mittagsschlaf einlegen …
Update 16:00 Uhr
Katze gefüttert, Mittagsschlaf beendet, Internetrunde gedreht … jetzt Kekse und wenn „Die Traumhaus-Challenge: Irland“, die mein Mann gerade laufen hat, zuende ist, greife ich wieder zu den Comics. 😉
Update 18:45 Uhr
Der Comic („Second Chance From Hell“), den ich heute Mittag gelesen hatte, drehte sich um zwei junge Männer (Jake und Sebastian), deren Väter zusammen die kriminelle Macht in der Stadt in der Hand hielten. Und während Sebastian in die Fußstapfen seines Vaters treten will, versucht Jake als Profi-Boxer eine ehrbare Karriere zu starten. Doch natürlich entkommen sie dem Erbe ihrer Väter nicht – schon gar nicht, als ganz „klassisch“ die Liebe zu einer Frau (Danica) ihrer beider Freundschaft zerstört. Das zweite Heft, „A Wolf Among Wolves“, dreht sich nicht – wie ich erwartet hatte (schon blöd, wenn man dank gezeichneter Verletzungen die blonden Figuren nicht auseinanderhalten kann *g*) um Sebastian, sondern um Teeg Lawless (dessen Sohn kenne ich schon aus einer anderen Criminal-Reihe von Brubaker). Teeg ist gerade erst aus dem Krieg zurückgekehrt und hat mehr Erinnerungen mitgenommen, als er erwartet hatte. Schon vor dem Vietnam-Krieg war er kein besonders gesetztestreuer Mensch, nun aber gerät er – dank Spielschulden und einem kleinen Rest von Verantwortungsgefühl gegenüber seiner Frau und den beiden Söhnen – in eine rasante Abwärtsspirale. Da ich mir Namen so schlecht merken kann, hat es bis zum zweiten Heft gedauert, bis ich feststellte, dass ich auch Jake schon kannte … 😀
Heft Nummer drei („Female Of The Species“) wird dann aus Danicas Sicht erzählt und klärt die Frage, warum sie nach fünf Jahren überhaupt wieder in die Stadt gekommen ist. Ich mag die Noir-Stimmung in diesem Comics, ich mag viele der Figuren, auch wenn sie ständig die falsche Entscheidung treffen, und ich mag wie die verschiedenen Geschichten verknüpft sind (auch wenn das herausfordernd sein kann, wenn man immer so viel Zeit zwischen den einzelnen Reihen verstreichen lässt). Aber ich muss auch zugeben, dass ich für all diese Hoffnungslosigkeit und Gewalt in den Criminal-Comics in der richtigen Stimmung sein muss, obwohl die Geschichten wirklich cool erzählt werden. Aktuell passt es, aber nach diesen sieben zusammengehörigen Heften gibt es für mich vermutlich wieder eine kleine Brubaker-Pause. 😉
Bevor ich aber die vier Teile von „Bad Night“ beende, sollte ich in die Küche wandern und Abendessen kochen. Heute gibt es Pita-Taschen mit würziger Karotten-Kichererbsen-Füllung und Joghurt-Sauce… nur ohne Pita-Taschen (dafür mit Fladenbrot) und auch sonst fehlen mir ein paar Zutaten, weil es beim gestrigen Wochenend-Einkauf mal wieder nur sehr, sehr wenig Auswahl im Viertel gab. Die Hälfte der geplanten Essen für die kommende Woche musste ich spontan streichen, weil so exotische Zutaten wie Parmesan oder Frühlingszwiebeln nicht zu bekommen waren. *grummel*
Update 21:15 Uhr

Das Abendessen war lecker, wenn auch etwas herausfordernd zu essen – so viel kullernde Kichererbsen! *g* Außerdem war die Menge schon recht großzügig, obwohl ich weniger gemacht hatte, als im Rezept für zwei Personen veranschlagt worden war. Nebenbei haben wir eine Doku über Bettina Tietjen laufen gehabt, die es vor kurzem im Fernsehen gab, und so ging die Zeit bis jetzt gut vorbei. 😉 Nach einer letzten Blogrunde, werde ich gleich die letzten beiden Criminal-Hefte lesen, um die Geschichte zu beenden, und dann vor dem Schlafengehen nur noch etwas mit dem DS spielen.

Es war schön, heute wieder gemeinsam mit euch zu lesen! Habt einen guten Start in die Woche und gönnt euch möglichst viel Erholungs- und Lesezeit bis zum nächsten Lese-Sonntag im August! 🙂
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Heutige Mitleser:













