Schlagwort: Naomi Kuttner

Jahresausklang 2025 (2)

Sonntag, 28.12.

Gestern Abend habe ich vor dem Schlafengehen wirlich noch zu „Thornwood“ von Leah Cypess gegriffen und die Geschichte sogar noch beendet. Ich mochte diese Dornröschen-Variante überraschend gern, gerade weil sie so viele ungewöhnliche Aspekte in das Märchen einbrachte. So gibt es nicht nur Briony, aus deren Sicht die Handlung erzählt wird, sondern auch noch Edwin, der sich aus ganz eigenen Gründen ins Schloss geschlichen hatte, um dank des Fluchs 100 Jahre zwischen sich und sein aktuelles Leben zu bringen. Nun bin ich neugierig, was die Autorin noch aus anderen Märchen gemacht hat – auch wenn ich nicht vorhabe, zeitnah die weiteren fünf Bände der „Sisters Ever After“-Reihe zu bestellen. Aber ich gehe momentan davon aus, dass ich irgendwann noch einmal auf die Reihe zurückkommen werde. Da die Nacht wenig erholsam war, habe ich morgens erst einmal gründlich ausgeschlafen – was dazu führte, dass ich den ganzen Tag über aus dem Tritt war. So habe ich auch erst am späten Nachmittag zu „An African History of Africa“ von Zeinab Badawi gegriffen und mein tägliches Pensum darin gelesen.

Nach dem Abendessen ging es dann für mich mit „The Coldest Girl in Coldtown“ von Holly Black los. Ich habe vor Jahren (2017) von der Autorin „The Darkest Part of the Forest“ gemocht und mir deshalb auch noch einen weiteren Titel von ihr geholt. Der lag dann natürlich jahrelang auf dem SuB, ohne dass ich ihn gelesen hätte (was auch daran lag, dass ich den Klappentext eher abschreckend finde – keine Ahnung, wieso ich mir gerade diesen Titel besorgt hatte *g*). Nachdem ich mich aber in den letzten Wochen mit den „Altlasten“ auf meinem SuB beschäftigt habe und grundsätzlich im Hinterkopf hatte, dass ich irgendwann mehr von Holly Black lesen will, wurde es jetzt definitiv Zeit für dieses Buch. Bis zum Schlafengehen habe ich ungefähr das erste Drittel der Handlung gelesen und war dabei vor allem damit beschäftigt, mich an die Welt zu gewöhnen sowie Tanas Verhältnis zu ihrer Familie und ihrem Ex-Freund Aiden zu verstehen.

Montag, 29.12.

Der Vormittag verging mit diversen Pflichten, und erst gegen Mittag war ich so weit, dass ich wieder zu „An African History of Africa“ greifen konnte. Nachdem ich mein Tagespensum darin gelesen hatte, habe ich erst einmal eine Lesepause eingelegt und mich mit der Switch vergnügt, bis ich zum Abendessenkochen in die Küche wandern musste. Nach dem Essen ging es weiter mit „The Coldest Girl in Coldtown“, worin ich gelesen habe, bis die Protagonistin Tana in der Coldtown angekommen war (was bedeutet, dass ich jetzt ungefähr die Hälfte des Romans gelesen habe). Tana ist eine dieser coolen YA-Hauptfiguren (mit einer tragischen Vergangenheit), die einem ziemlich schnell auf die Nerven gehen können, aber bei dieser Geschichte komme ich überraschend gut mit ihr als Protagonistin zurecht. Ich bin gerade wirklich fasziniert davon, dass es so viele klischeebehaftete Elemente und kleine vorhersehbare Wendungen gibt – und ich trotzdem gern weiterlese, weil ich keine Ahnung habe, worauf die Geschichte eigentlich hinauslaufen soll. Ich würde aber gern ein Wörtchen mit der Person reden, die für Schriftart und Größe bei meinem Taschenbuch verantwortlich war, denn beides finde ich ziemlich anstrengend – was bei über 400 Seiten dann doch etwas unangenehm ist.

Dienstag, 30.12.

Der Vormittag verging mit Haushaltskram und erst gegen Mittag habe ich mich mit Hörbuch und Puzzle hingesetzt, damit mein Mann wieder einen Film schauen konnte. Dummeweise war mein Puzzle schneller fertig als erwartet, weshalb ich mir dann noch die Switch geholt habe, bis ich wieder gefahrlos ins Wohnzimmer konnte. Leider habe ich es nicht geschafft „The Adventures of Amina Al-Sirafi“ zu beenden (und habe die Geschichte an einer Stelle unterbrechen müssen, als Amina gerade Schiffbruch erlitt), weshalb ich den Titel also mit ins nächste Jahr nehme, da ich nicht davon ausgehe, dass ich morgen noch Zeit finde, um über vier Stunden Hörbuch zu hören. Nachdem ich am Nachmittag meinen Brotteig ins Gärkörbchen gepackt hatte, habe ich aber noch „An African History of Africa“ beendet, so dass ich immerhin dieses Sachbuch von meinem SuB streichen kann, bevor das nächste Jahr beginnt. (Und ich bin wild entschlossen, einige Zeit verstreichen zu lassen, bevor ich mir eines der Bücher anschaffe, die dank dieses Titels auf meiner Merkliste gelandet sind. *g*) Dummerweise war ich abends zu müde, um noch zu meinem Roman zu greifen – mal schauen, ob ich den morgen noch beendet bekomme oder auch das Buch mit ins nächste Jahr nehmen muss.

Mittwoch, 31.12.

Wie immer am 31. Dezember bin ich jetzt schon so genervt von der Böllerei in den letzten Tagen, dass ich grumpig bin, bevor das Feuerwerk in der Silvesternacht überhaupt losgeht. Ohnehin hatte ich keine besonders gute Nacht, was nicht nur dazu geführt hat, dass ich heute morgen (viel zu) lange geschlafen habe, sondern auch dazu, dass ich am Nachmittag ständig eingenickt bin. Neben dem Kochen für heute und morgen Abend und einer Runde Wäsche blieb dann nur noch etwas Zeit, um mit der Switch zu spielen. Erst später am Nachmittag habe ich etwas in „The Retired Assassin’s Guide to Orchid Hunting“ gelesen – und erst jetzt fällt mir auf, dass ich das Buch in den letzten Tagen gar nicht mehr erwähnt hatte, obwohl ich immer wieder in kleinen Häppchen darin gelesen habe. Ich mag die Figuren wirklich sehr und ich amüsiere mich über die wirklich absurde Handlung. Ich wüsste zu gern, wieso manche absurden Geschichten bei mir so gut funktionieren, während mich andere die Wände hochtreiben … ich vermute, es hängt damit zusammen, ob die Autor*innen all die abwegigen Elemente in ihrer Handlung mit einem Augenzwinkern erzählen oder mir das Gefühl geben, dass sie erwarten, dass ich das Ganze ernst nehme (oder dass sie beim Schreiben die ganze Zeit dachten, wie lustig sie doch sind). Wie auch immer, ich fühle mich von Naomi Kuttners Erzählweise gut unterhalten und mag ihren pensionierten Assassinen, der solche Probleme damit hat, in einer zivielen Umgebung zu funktionieren.

Da ich mir gerade nicht vorstellen kann, dass ich heute noch sehr viele Seiten lesen werde, beende ich meinen „Jahresausklang“ hiermit. Den kläglichen Rest des Jahres werde ich vermutlich damit zubringen, all meine Listen und Statistiken anzupassen und den Blog für das neue Jahr aufzustellen. Wenn ich danach noch Kapazität zum Lesen haben sollte, bleibe ich vermutlich bei Dante, Charlie und Eleanor, die unter lauter Orchideen-Enthusiasten nach einem Mörder suchen. Aber beenden werde ich den Roman in diesem Jahr definitiv nicht mehr. Auch wenn ich es etwas schade finde, dass ich drei aktuelle (Hör-)Bücher habe, die ich in den letzten Tagen gern noch ausgelesen/-gehört hätte, so fand ich es doch nett, wieder diese entspannten Tage „zwischen den Feiertagen“ zu verbloggen. Nun bleibt mir nur noch zu hoffen, dass den Nachbarn relativ früh das Feuerwerk ausgeht. 😉

Ich wünsche euch einen guten Rutsch ins neue Jahr! Ich hoffe, es liegt eine gute Nacht vor euch, und das nächste Jahr bringt viele angenehme Überraschungen für euch mit sich! 🙂

Jahresausklang 2025 (1)

Da ich es im vergangenen Jahr so nett fand, meinen Jahresausklang zu verbloggen, habe ich mir das für dieses Jahr wieder vorgenommen. Wie schon 2024 möchte ich in den nächsten Tagen viel lesen und mich dabei vor allem von meiner aktuellen Leselust lenken lassen – wobei ich immer noch vorhabe, zumindest mein angefangenes Sachbuch bis zum Jahresende auszulesen. Ich finde „An African History of Africa“ von Zeinab Badawi wirklich interessant, aber es ist halt immer leichter, mal eben zu einem Roman zu greifen, und so landet dieses Sachbuch regelmäßig im unteren Bereich meines „aktuellen“ Bücherstapels …

Mittwoch, 24.12.

Der Vormittag verging auch in diesem Jahr damit, dass mein Mann und ich etwas aufwändiger für den Abend vorgekocht haben. Danach habe ich mich erst einmal gemütlich auf dem Sofa eingerollt und mit Frühstück, Videos und der Switch entspannt. Deshalb habe ich erst am späten Nachmittag zu „An African History of Africa“ gegriffen und eine Zeitlang darin gelesen. Da mein Mann noch beschäftigt war, als ich mit meinem „täglichen Sachbuchpensum“ durch war, bin ich mit meinem aktuellen eBook auf den Mini-Stepper gewandert, den ich mir in diesem Jahr zu Weihnachten gegönnt habe. „The Retired Assassin’s Guide to Orchid Hunting“ von Naomi Kuttner ist nach „The Retired Assassin’s Guide to Country Gardening“ der zweite Band rund um den ehemaligen Assassinen Dante, Gärtner Charlie und ihre ältere Freundin Eleanor, und dieses Mal beginnt die Geschichte mit einem Mord bei einer Orchideen-Convention. Ich habe das Gefühl, dass die Handlung bei diesem Band ein bisschen schneller anzieht, weil die Autorin die Figuren nicht mehr vorstellen muss, und ich amüsiere mich bislang sehr gut beim Lesen. Kurz vor dem Schlafengehen habe ich noch zu „The Drowned Woods“ von Emily Lloyd-Jones gegriffen. Den Roman hatte ich vor zwei Wochen an einem Abend angefangen und dann aus Zeitmangel nach gerade mal drei Kapiteln nicht weitergelesen. Ich hoffe, dass ich in den nächsten Tagen mal ein paar Stunden am Stück mit der Geschichte verbringen kann.

Donnerstag, 25.12.

Aufräumen, Abwaschen, Familientelefonat und ähnliche Dinge benötigten so viel Zeit, dass ich erst am Nachmittag wieder zu „An African History of Africa“ griff. Was bedeutete, dass ich mein tägliches Pensum dank Sekundenschlaf nicht ganz geschafft habe, aber ich hoffe trotzdem, dass ich das Buch vor Jahresende gelesen bekomme. Ich finde es wirklich faszinierend, so viel über die Geschichte Afrikas zu lernen, aber bei Passagen, in denen sehr viele Namen und Jahreszahlen vorkommen, neigen meine Gedanken dann doch leider zum Abschweifen. Nach einer Runde mit der Switch habe ich dann weiter in „The Drowned Woods“ gelesen und die Geschichte hat mich dann so gepackt, dass ich die letzten 2/3 des Romans (von einer Pause fürs Abendessen inklusive einer Folge „Culinary Class Wars“ abgesehen) in einem durchgelesen habe. Die Handlung dreht sich um die letzte lebende water diviner, um den obersten Spion des Prinzen, einen Ironfetch und eine Diebin (und ein bisschen um einen Gelehrten und einen Mann, der weder ein Söldner noch ein Spion ist).

All diese Figuren machen sich auf, um einen magischen Schatz (und einem Prinzen seine Macht) zu stehlen, und sie alle haben ganz eigene Motive für ihr Handeln. Die Geschichte wird aus mehr als einer Sicht erzählt und alle Charaktere, deren Perspektive ich beim Lesen mitverfolgen konnte, mochte ich sehr. Bei allen hat es mich sehr berührt, dass sie in der Regel nur die Wahl hatten zwischen zwei Übeln, von denen sich hoffentlich eines als das geringere herausstellen würde. Das alles hätte mich schon sehr zufrieden mit „The Drowned Woods“ gemacht – und dann gab es im letzten Teil der Handlung eine für mich überraschende Wendung, die ich einfach großartig fand, auch wenn ich zugeben muss, dass dieses Element letztendlich zu einem unnötig guten Ende geführt hat, ohne das der Roman für mich genauso befriedigend gewesen wäre. Der Tag ging für mich dann damit zuende, dass ich die Taschenbuchausgabe von „The Huntress“ von Emily Lloyd-Jones, die im kommenden Jahr erscheint, vorbestellt habe. *g*

Freitag, 26.12.

Da mein Mann über die Feiertage etwas Zeit haben wollte, in der er (Horror-)Filme gucken kann, von denen ich definitiv nichts mitbekommen will, habe ich mich vormittags mit Hörbuch und Puzzle in das andere Zimmer verzogen. Mein aktuelles Hörbuch („The Adventures of Amina Al-Sirafi“ von Shannon Chakraborty) habe ich irgendwann im Sommer angefangen – ich kann definitiv sagen, dass ich es das letzte Mal am 4. Oktober gehört habe, und seitdem habe ich nicht mehr gepuzzelt und dementsprechend auch nicht weitergehört. Mir hatte die Geschichte der Piratenkapitänin, die ihren Ruhestand für einen letzten großen Auftrag unterbricht, schon von Anfang an gefallen, aber es war faszinierend weiterzuhören, während ich gleichzeitig die Daten und Fakten von „An African History of Africa“ im Hinterkopf hatte. Das hat dazu geführt, dass ich Orte, Legenden, Völker und den Einfluss von Religion deutlich besser zuordnen konnte. Nachdem mein Mann seinen ersten Film beendet hatte, habe ich mich auf dem Sofa mit der Switch wieder aufgewärmt und danach noch ein weiteres Kapitel in meinem Sachbuch gelesen.

Am Nachmittag habe ich dann noch eine Runde mit Hörbuch und Puzzle verbracht, während mein Mann einen zweiten Film guckte – und da Puzzles nun mal die Eigenschaft haben, mich sehr in ihren Bann zu ziehen, habe ich erst damit aufgehört, als mein Mann das Abendessen servierte. *g* Nach dem Essen habe ich dann mit „Thornwood“ von Leah Cypess einen neuen Roman angefangen. Das Kinderbuch wird erzählt aus der Perspektive von Briony, der kleinen Schwester von „Dornröschen“ (Rosalin), und die eigentliche Handlung beginnt an dem Tag, an dem das Schloss aus seinem Schlaf erwacht – dummerweise scheint der Fluch nicht ganz gebrochen zu sein …

Samstag, 27.12.

Auch heute Vormittag habe ich mit Puzzle und Hörbuch verbracht, damit mein Mann einen Film schauen konnte. Was bedeutet, dass ich inzwischen ungefähr bei der Hälfte des Hörbuchs von „The Adventures of Amina Al-Sirafi“ bin. Amina und ein Teil ihrer Crew haben gerade eine Höhle betreten, die eine Vergangenheit als Begräbnisstätte hat. So kam mein Mann gerade dazu, als Amina beschrieb, wie sie über Skelette kletterte – was ihn zu der Bemerkung veranlasste, dass sein gerade gesehener Film deutlich weniger gruselig war als mein Hörbuch. Ich hingegen kann dazu sagen, dass ich gesehene unangenehme Bilder regelmäßig mit in meine Träume nehme, während mir das beim Lesen sehr viel weniger passiert – vor allem, wenn das Buch eher unterhaltsam ist als unheimlich. Dann wurde es Zeit fürs Sofa mit Frühstück, Videos und Switch, und da ich anschließend noch das Tageslicht zum Lesen nutzen wollte, habe ich mein heutiges Sachbuch-Pensum gelesen. Später am Nachmittag habe ich noch eine weitere Puzzle-Runde eingelegt – danach habe ich jetzt nur noch sechs Stunden in der Geschichte vor mir. Erstaunlich, wie viel ich in den letzten zwei Tagen gehört habe! Aber es ist auch schön, mal wieder so intensiv ein Hörbuch zu hören. Gleich muss ich erst einmal kochen, und ich denke, dass ich vor dem Schlafengehen noch einmal zu „Thornwood“ greifen werde.

Naomi Kuttner: The Retired Assassin’s Guide to Country Gardening

Ich bin mir nicht mehr sicher, wie ich über „The Retired Assassin’s Guide to Country Gardening“ gestolpert bin. Aber als ich am Sonntag vor zwei Wochen auf der Suche nach einem „netten“ Roman meine gespeicherten Leseproben durchstöberte, hat mich der „New Zealand Paranormal Cozy Mystery“ so gut unterhalten, dass ich ihn direkt gekauft und innerhalb von 24 Stunden ausgelesen hatte. Das hätte ich definitiv nicht erwartet, da die Grundidee hinter diesem Roman auf eine Art und Weise absurd ist, die normalerweise nicht meinem Geschmack entsprechen würde. Aber Naomi Kuttners Erzählweise und die Perspektive von Dante (eine von drei Hauptfiguren) haben überraschenderweise für mich so gut funktioniert, dass ich „The Retired Assassin’s Guide to Country Gardening“ wirklich amüsant fand.

Die Handlung beginnt aus der Perspektive von Dante, der gerade seine Karriere als Auftragsmörder für eine Regierungsorganisation beendet hat. Um seinen Ruhestand so fern wie möglich von seinen ehemaligen Auftragsorten zu verbringen, beschließt er, sich in dem kleinen Ort Te Kohe in Neuseeland niederzulassen. Dante selbst möchte eigentlich nur in Ruhe gelassen werden und so wenig Kontakt wie möglich mit anderen Menschen haben. Aber er hat definitiv nicht mit der Freundlichkeit/Neugier seiner Kleinstadt-Nachbarn gerechnet – außerdem verfügt sein neues Haus über einen beeindruckenden Garten mit seltenen Pflanzen, was dazu führt, dass er den Gärtner der Vorbesitzerin „erbt“. Charlie ist ein wirklich netter junger Mann, dessen offensichtlicher Naivität und Begeisterungsfähigkeit Dante nichts entgegenzusetzen hat. Als es dann noch bei einer Veranstaltung im Hotel des Ortes zu einem Mord kommt, bei dem Dante und Charlie die Hauptverdächtigen sind, fangen die beiden – gemeinsam mit Eleanor, die ebenfalls auf dieser Veranstaltung war – zu ermitteln an.

Was den Krimianteil dieses Romans angeht, so lag eigentlich von Anfang an auf der Hand, wer der Täter ist, so dass die Herausforderung vor allem darin bestand, herauszufinden, wie die Tat vollbracht wurde und wie sie dem Täter nachgewiesen werden kann. Aber der Fall war auch nicht das, was mich bei diesem Roman so gut unterhalten hat, es waren die Charaktere mit all ihren Eigenheiten (und die Tatsache, dass es hier endlich mal einen „cozy mystery“ ohne Liebegeschichte für mich zu lesen gab). Charlie ist ein wirklich netter junger Mann, der bei seiner verwitweten Mutter wohnt, als Gärtner seinen Lebensunterhalt verdient und Geister sehen kann. Das hat ihn sein Leben lang – also gerade mal zwanzig Jahre – in Schwierigkeiten gebracht, da die Leute um ihn herum nicht glauben, dass er wirklich über diese Fähigkeit verfügt. Eleanor ist eine elegante Frau in den 60ern, die sich in den diversen Vereinen von Te Kohe engagiert, über überraschende Verbindungen verfügt und sehr viel Menschenkenntnis hat. Sowohl Charlie als auch Eleanor mochte ich sehr gern, aber so richig genossen habe ich Dantes Perspektive.

Der ehemalige Assassine ist so sehr von seinem früheren Beruf geprägt, dass sein erster Impuls in jeder Situation ist, darüber nachzudenken, wie er sein Gegenüber töten kann. Aber er ist auch stolzes Mitglied der AA (Anonyme Assassinen) und hat seit über 100 Tagen niemanden mehr ermordet – was bedeutet, dass er mit Hilfe seines Therapeuten neue Wege finden muss, um mit Herausforderungen umzugehen, und sich dabei häufig etwas hilflos anstellt. Ich muss zugeben, dass alle drei Figuren sehr unglaubwürdig sind, und bei Dante ist der absurde Anteil besonders extrem, aber ich habe es trotzdem gerade deshalb genossen mitzuverfolgen, wie hilflos er in normalen sozialen Situationen ist und wie schwer es ihm fällt, nicht einfach zur Waffe zu greifen, um seine Probleme zu lösen. „The Retired Assassin’s Guide to Country Gardening“ ist durch und durch absurd und dabei wirklich sehr unterhaltsam zu lesen. Ich mochte die Protagonisten und ihre unterschiedlichen Erzählstimmen sehr und habe beim Lesen meinem armen Mann immer wieder ganze Passagen vorgetragen, weil ich sie so amüsant fand. Es gab vor dem großen Finale einen kleinen Teil, in dem sich die Handlung für mich etwas hinzog, was auch daran lag, dass Dante da relativ wenig zu Wort kam. Aber alles in allem habe ich die Geschichte wirklich genossen und freue mich jetzt schon auf die im Dezember erscheinende Fortsetzung „The Retired Assassin’s Guide to Orchid Hunting“.