
Ich kann kaum glauben, dass heute schon das letzte Herbstlesen-Wochenende anbricht! Erst hatte ich das Gefühl, es könnte doch noch gar nicht Oktober sein, und jetzt kann ich nicht fassen, dass der Großteil des Monats schon wieder rum ist. Immerhin hatten wir in diesem Jahr angemessen herbstliches Wetter während des Herbstlesens! 🙂
In dieser Woche habe ich zu meiner großen Überraschung erstaunlich viel gelesen – was vor allem auf viele Straßenbahnfahrten, Wartezeiten beim Arzt und die beiden anschließenden Erholungstage auf dem Sofa zurückzuführen ist. Ich habe also von den Romanen, in denen ich am vergangenen Sonntag gelesen habe, nicht nur „A Closed and Common Orbit“ von Becky Chambers beendet, sondern auch „The Prisoner of Limnos“ von Lois McMaster Bujold ausgelesen. Dazu kamen dann noch die nächsten drei „Penric & Desdemona“-Bände („The Ophans of Raspay“, „The Physicians of Vilnoc“ und „The Assassins of Thasalon“) und „Lost and Found“ von Jane Glatt, sowie ein Reread von „The Clockwork Crow“ von Catherine Fisher, damit ich anschließend den Folgeband „The Velvet Fox“ vom SuB ziehen und lesen konnte. Wozu ich mal wieder kaum gegriffen habe war „The Barbizon“ – ich finde es wirklich faszinierend, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen mag, wenn ich es lese, aber so selten dazu greife, wenn ich etwas Lesezeit habe.
Was den heutigen Tag angeht, so steht heute Vormittag erst einmal die monatliche Frühstücksverabredung mit unserer ehemaligen Nachbarin an. Zum Glück hat meine Kieferchirugin mir gestern versichert, dass ich heute nicht mehr ganz so vorsichtig sein muss – ich bin trotzdem gespannt, ob ich etwas finde, was ich mit der geschwollenen Wange (und ohne anstrengendes Kauen) essen mag/kann. Ich melde mich wieder gegen Mittag – bis dahin wünsche ich euch schon mal einen angenehmen Start in ein (hoffentlich) entspanntes Wochenende!
Update 12:15 Uhr

Zurück von der Verabredung und ich habe das Gefühl, ich brauche erst einmal ein Erholungsschläfchen. *g* Zum Frühstück gab es für mich eine Waffel mit Apfelmus und großzügig Zimt, was sich als durchaus geeignetes „weiches“ Essen entpuppte. Das Plaudern mit der ehemaligen Nachbarin war wieder sehr nett, allerdings war unser Café im Viertel heute nicht so … gastfreundlich wie gewohnt. Mehr Tische und weniger Personal als sonst haben zu einer unglaublichen Geräuschkulisse und schlechtem Service geführt. Wir hätten alle gern noch eine Getränkerunde bestellt, aber selbst nach mehrfachem Ansprechen wurde daraus nichts, weshalb wir dann einfach gegangen sind. Ich hoffe sehr, dass das nur eine kurzfristige Überforderung durch überraschend ausgefallenes Personal oder ähnliches ist und kein aktueller Trend. Vor allem, da die Preise zum dritten Mal in diesem Jahr erhöht wurden – was ich verstehen kann, was aber eben auch dazu führt, dass ich bitte einigermaßen anständig bedient werden möchte. Sonst kann ich gleich zu dem Bäcker gehen, dessen Sitzbereich „90er Jahre Kaufhausrestaurant“-Charme versprüht … *grummel*
Nach dem ich auf dem Heimweg kräftig vom Wind durchgeblasen wurde (ich liebe diesen Herbst so sehr!), kuschel ich mich jetzt erst einmal mit Decke und Kühlpack aufs Sofa und schaue dann, was ich als nächstes machen mag. 🙂
Update 17:00 Uhr

Nach dem letzten Update habe ich mich noch etwas online rumgerieben, Blogs gelesen und Kommentare beantwortet und mich dann etwas tiefer in meine Decke eingekuschelt, um mich aufzuwärmen. Kurz vor 16 Uhr bin ich dann aus meinem ungeplanten Schläfchen aufgewacht, um erst einmal zu Tee und Eierweck-Hörnchen zu greifen. (Bei solchem Gebäck merke ich dann doch wieder was für sprachliche/allgemeine Unterschiede es zwischen meinem aktuellen Bundesland und dem, in dem ich aufgewachsen bin, gibt. Ich hatte am Freitag auf der Suche nach weichem Essen eigentlich einen Bäcker mit „Milchhörnchen“ im Angebot gesucht …) Als nächstes Buch werde ich (vermutlich) zu „Sisters of the Lost Marsh“ von Lucy Strange greifen – das scheint von der Atmosphäre sehr gut in den Herbst zu passen, auch wenn die drei Teile der Geschichte mit „Midwinter“, „Springtide“ und „Midsummer“ übertitelt sind. Aber Will-o‘-the-wisp und Moorlandschaften, sechs Schwestern, auf denen ein Fluch liegt, und ein grausamer Vater, der von diesem Fluch besessen ist … ich finde, dass das perfekt für ein stürmisches Herbstwochenende klingt. Aber vorher spiele ich wohl noch etwas mit der Switch, weil ich lieber noch etwas das Dämmerlicht und die Kerzen genießen möchte, statt jetzt schon das Licht anzumachen, um zu lesen.
Update 19:45 Uhr
Nach dem letzten Update habe ich erst einmal ausgiebig eine Runde mit der Switch gespielt und mich an dem Kerzenschein erfreut, der unser Wohnzimmer erhellte. Danach habe ich versucht mit auf „Sisters of the Lost Marsh“ zu konzentrieren, aber das wurde davon erschwert, dass in den letzten Stunden eine Kolone Sirenenfahrzeuge nach der anderen durch unser Viertel fuhr. Da wir zwischen Krankenhaus/Feuerwehr/Polizei und Autobahnauffahrt wohnen, sind wir regelmäßig durchfahrende Sirenen gewöhnt, aber das war heute wirklich sehr, sehr viel. Auch zu viele, um zu vermuten, dass das mit dem heute stattfindenden Fußballspiel in Zusammenhang stehen könnte und jedes Mal, wenn wir dachte, dass die letzte Kolone durchgefahren wäre, kam eine neue – und es scheint nichts gewesen zu sein, dass dafür gesorgt hätte, dass der Regionalsender irgendwelche Meldungen auf seiner Website dazu veröffentlicht. Uuund dann kam es zu einem sehr, sehr lauten Knall – zu leise für eine Weltkriegsbombe (die regelmäßig bei Bauarbeiten bei uns im Viertel gefunden und manchmal kontrolliert gesprengt werden müssen), aber laut genug, dass mir der Schreck immer noch in den Knochen sitzt. Ich bin gespannt, ob wir jemals rausfinden, was hier heute losgewesen ist …

Sehr weit bin ich also in „Sisters of the Lost Marsh“ von Lucy Strange noch nicht gekommen, aber ich habe die sechs Schwestern (Grace, Freya, Willa und die Drillinge Dolly, Deedee und Darcy) kennengelernt und mitbekommen, dass Grace vom Vater der Schwestern gerade mit dem Nachbarn Silas Kirby verlobt wurde. Silas hat immerhin ein junges Pferd als Brautpreis gezahlt, ist gerade mal doppelt so alt wie seine zukünftige Braut und bekannt dafür, dass er seine Hunde und Pferde mit seiner Peitsche … ähm … erzieht. Was den Fluch angeht, der auf den Schwestern liegt, so ist es eher ein Aberglaube, der in Hollow-in-the-Marsh umgeht:
Be sure the first girl marries well,
The Curse of Six Daughters‘ aus „Sisters of the Lost Marsh“ von Lucy Strange
The second in the home to dwell.
A third maid can do little harm
If set to work upon the farm.
Four and five must both be wed,
Or six will bury you stone dead.
Bevor ich weiterlese und mehr über die Schwestern und ihr Schicksal erfahre, gibt es aber Abendessen. Mein Mann kocht gerade (der dritte Abend in Folge) Nudeln für mich weich, die er dann in Butter schwenken wird. Ab morgen koche ich dann wieder …
Update 22:45 Uhr (letztes Update)
Nach dem Abendessen habe ich wieder zu „Sisters of the Lost Marsh“ gegriffen und habe eine Menge mehr über die sechs Schwestern und den Ort, in dem sie leben, gelernt. Außerdem haben Grace, Freya und Willa den „Full Moon Fayre“ besucht, wo sich Grace von einer Wahrsagerin die Zukunft vorhersagen lassen wollte – nur um mitzuerleben, dass die Wahrsagerin ihr ihr Geld wieder in die Hand drückte und ihr mit kreidebleichem Gesicht empfahl wegzulaufen. Was Grace inzwischen auch getan hat … Ich finde es spannend, wie es Lucy Strange gelingt auf der einen Seite die Schönheit der Marschlandschaft einzufangen und die liebevolle (wenn auch nicht immer einfache) Beziehung der Schwestern untereinander und zu ihrer Großmutter zu beschreiben – und auf der anderen Seite ist da die Hilflosigkeit gegenüber dem Vater und all das Gerede über Flüche, über Hexerei und darüber, was wohl passieren würde, wenn jemand herausfände, dass die Schwestern von ihrer Großmutter lesen und schreiben gelernt haben. Ich bin sehr gespannt, wie es morgen mit der Geschichte weitergeht und wie es Willa nach dem Frühlingsfest ergehen wird.
Aber jetzt ist erst einmal Zeit eine letzte Blogrunde zu drehen und dann ins Bett zu gehen. Das war heute ein bisschen seltsamer Tag, aber ich fand es nett wieder mit der ehemaligen Nachbarin zu schwatzen, eine ausgiebige Spielrunde zu genießen und meine Lesezeit mit „Sisters of the Lost Marsh“ zu verbringen. Ich hoffe, ihr hattet ebenfalls einen angenehmen Tag und wünsche euch eine gute Nacht! 🙂
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