Kategorie: Diverses

In der ersten Januarwoche …

… hatte ich mir zwei Dinge vorgenommen: 1. wollte ich es in diesem Jahr endlich mal schaffen, einen Überblick über all die eBooks zu bekommen, die im Laufe der Zeit auf meinem Reader und meiner Festplatte gelandet sind, und 2. wollte ich versuchen, ein Verhältnis von 1/4 Neuzugänge, 1/4 „ältere“ SuB-Titel, 1/4 eBooks und 1/4 Rereads auf die Reihe zu bekommen. Dummerweise musste ich dann aber feststellen, dass es ziemlich schwierig ist, beide Vorhaben gleichzeitig erfolgreich durchzuziehen. 😉

Erst einmal kostete es überraschend viel Zeit, meine eBooks zu sichten und herauszufinden, welche ich davon gelesen habe. Außerdem muss ich bei den gelesenen Büchern herausfinden, woher ich das eBook bezogen habe und ob ich es jederzeit wiederbekommen kann, wenn ich es vom Reader lösche. Es ist wirklich schrecklich, wie viele Romane absolut nichtssagende Titel haben – und wie viele kostenlose oder billige Titel ich im Laufe der Jahre so mitgenommen habe, weil ich neue Autoren antesten wollte. Bislang bin ich – bei alphabetischer Autorennamen-Sortierung – bis H gekommen und musste bei gefühlt 75% aller Titeln die Inhaltsangabe nachschlagen, um mich daran zu erinnern, ob mir das Buch gefallen hat (wenn ich es denn überhaupt schon gelesen habe).

Es gibt nur eine Handvoll Autorinnen, die mehrfach auf meinem Reader vertreten sind, und das sind häufig die, die ich auch über Patreon unterstütze. Wobei ich nicht nur die Kurzgeschichten und anderen Texte, die ich über Patreon bekommen habe, von diesen Autorinnen besitze, sondern auch noch so einige eBooks, die ich mir gekauft habe. Das sind auch die Titel, an die ich mich erinnern kann, ohne dass ich Klappentexte suchen muss. Was mich darauf bringt, dass ich endlich, endlich mal lernen sollte, dass ich weniger … hm … offen für neue Autor.innen sein sollte, wenn es um günstige eBooks geht, weil ich unter all den „ganz netten“ Büchern die Geschichte nicht mehr wiederfinde, die ich mochte oder die ich irgendwann mal wirklich dringend lesen wollte. Mein „reales“ Bücherregal würde ich nie mit so viel Schrott vollstopfen …

Außerdem hat mich das Sichten meiner eBooks über so einige Titel stolpern lassen, die ich wirklich gern gelesen habe oder eigentlich schon längst gelesen haben wollte. Was wiederum dazu geführt hat, dass ich in den letzten Tagen das eine oder andere eBook (erneut) gelesen oder Fortsetzungen gekauft (und gleich verschlungen) habe. Wenn ich also mein 2. Vorhaben noch durchziehen wollen würde, müsste ich in den kommenden fünf Tagen noch vier Neuzugänge, drei Rereads und sieben ältere Bücher vom SuB lesen, um mit den gelesenen eBooks Schritt zu halten … *g* Ich werde mich also eher an Vorhaben Nr. 1 halten und in den kommenden Wochen weiter daran arbeiten, meine eBooks zu sichten, und hoffentlich am Ende wirklich daraus lernen, dass ich wieder weniger experimentierfreudig sein sollte, wenn es um eBooks geht.

Kommt gut ins neue Jahr!

Neben all den guten Wünschen, die wir alle zu Silvester austauschen, in denen wir uns für das kommende Jahr Gesundheit, Glück und all die anderen schönen Dinge wünschen, die das Leben ein bisschen schöner machen, schwingt zum neuen Jahr ja auch häufig die Hoffnung mit, dass alles grundsätzlich ein bisschen besser werden könnte. Zu diesem Silvester gibt es sogar einen konkreten Anlass zu dieser Hoffnung, doch bevor die Corona-Impfungen in Deutschland so weit sind, dass die Pandemie nicht mehr ganz so furchterregend sein wird, werden noch einige Monate vergehen. Also passt in den kommenden Monaten weiterhin gut auf euch und eure Lieben auf, bleibt zu Hause und macht es euch dort so schön wie möglich, auch wenn euch so langsam die Decke auf den Kopf fallen sollte.

Auch wenn das Jahr 2021 noch einmal mit schlimmen Nachrichten und deutlich härterem Lockdown anfängt, so besteht die Hoffnung, dass es zum Ende hin deutlich besser sein wird als jetzt. Also kommt gut ins neue Jahr und haltet euch an der Hoffnung fest, dass es in absehbarer Zeit aufwärts geht. 🙂

Frohe Feiertage!

Auch wenn dieses Jahr in so vielen Bereichen anders gelaufen ist als die vergangenen Jahre, so startet doch für die meisten von uns mit dem heutigen Tag die Weihnachtsfeiertage und somit auch für diejenigen, die nichts mit dem religiösen Hintergrund dieser Tage anfangen können, eine etwas ruhigere und erholsame Zeit. Einige von euch können dieses Mal nicht mit ihren Lieben zusammen feiern, und die Pandemie macht es unmöglich, in den kommenden Monaten auf so etwas wie „Normalität“ zu bauen, aber ich hoffe dennoch, dass ihr die kommende Woche ein wenig genießen und so gestalten könnt, dass ihr ein paar schöne Tage verbringt.

Das Foto zeigt eine brennende Kerze in einer Sturmlaterne (rechts), drei in Weihnachtsgeschenkpapier eingepackte Bücher (links) und einige Weihnachtskarten mit unteschiedlichen Motiven, die dazwischen arrangiert sind.

Für meinen Mann und mich wird der Rest des Jahres eigentlich wie immer verlaufen. Wir telefonieren zu den Feiertagen mit unseren Lieben, genießen die eintrudelnde Weihnachtspost und dass so viele Menschen an uns denken (danke! 🙂 ), und wir igeln uns mit all den Dingen ein, die uns Freude bereiten. Für mich bringen die kommenden Tage also (wenig überraschend) vor allem viel Lesezeit und (Brett-)Spielstunden, und ab und an husche ich in die Küche, um etwas Leckeres zu kochen.

Ich wünsche euch, dass eure Feiertage genauso gemütlich und erholsam verlaufen wie unsere, dass ihr die Dinge, die ihr in diesem Jahr nicht wie sonst machen könnt, nicht zu sehr vermisst, und vor allem, dass ihr gesund bleibt! Passt gut auf euch und eure Lieben auf!

Im Moment …

… habe ich überraschend viel um die Ohren, und die To-do-Liste scheint in der Regel länger als der Tag zu sein. Aber nicht alle Punkte auf der To-do-Liste sind stressig oder reine „Pflichtaufgaben“. Manchmal steht da auch „Kuchen zum Frühstück genießen“ drauf, und das mache ich dann auch.

Ein grün gemusterter Teller mit einem sehr flachen Stück Apple Pie und einem Klecks Sahne darauf, daneben eine schwarz-weiß-geringelte Tasse mit Milchkaffee

Die To-do-Liste führe ich eigentlich, damit ich nicht ständig den Kopf voll mit Dingen habe, an die ich noch denken will, aber so richtig klappt das gerade nicht. Weshalb ich in den letzten Wochen nicht so viel Ruhe und Zeit zum Lesen hatte, wie ich gern gehabt hätte, aber grundsätzlich läuft es gerade trotzdem ganz gut mit den Büchern. Am Ende des Tages kann ich doch auf so einige Lesepausen zurückblicken, und das finde ich ziemlich schön.

Ein aufgeschlagenes Buch mit englischem Text auf einer orangefarbenden Decke

Allerdings sorgt meine Grund-Wuseligkeit auch dafür, dass mir immer wieder andere Bücher durch den Kopf gehen, die ich „jetzt sofort“ und wenn nicht schon „genau in diesem Moment“, dann definitiv „spätestens morgen“ anfangen will. So wächst der Stapel neben meinem Sofa immer weiter an, aber irgendwie ist es auch ziemlich schön, dass da so viele Titel auf mich warten, auf die ich mich so freue.

Zwei Stapel mit insgesamt dreizehn Büchern, von denen man nur den Buchschnitt sieht, vor einem Fenster

Es gibt momentan eine Menge Dinge, die ich nicht beeinflussen kann, und es gab ein paar schlechte Nachrichten von verschiedenen Seiten. Aber es gab auch immer wieder kleine Momente in den vergangenen Tagen, in denen sich jemand meldet und sagt „es geht mir besser“ oder „ich habe mich lange nicht gemeldet, aber immer wieder an dich gedacht“. Alles in Allem kann ich sagen, dass es mir persönlich trotz der vollen To-do-Listen und nicht so schönen Nachrichten gerade gut geht. Mir ist klar, dass das mehr ist, als viele andere zur Zeit von sich sagen können, weshalb ich diese Phase im Moment umso bewusster genieße …

Ich hoffe sehr, dass es bei denjenigen von euch, denen es gerade nicht so gut geht, bald besser ausschaut, und wenn es etwas gibt, das ich für euch tun kann, dann sagt bitte Bescheid.

Was schön war (6)

In diesem Jahr gab es bislang viel zu wenig „Was schön war“-Beiträge auf diesem Blog, obwohl ich mir doch so viele schöne Dinge vorgenommen hatte. Ich fürchte, dass ich all die geplanten Ausflügen wohl eher auf das kommende (oder gar das übernächste?) Jahr schieben werde, denn selbst wenn die Temperaturen in den kommenden Wochen wieder erträglich werden, so gibt es in der Nachbarstadt Offenbach gerade das deutschlandweit höchste Neuaufkommen an Covid-19-Erkrankungen und die Straßenbahn, die wir hauptsächlich nutzen, um aus unserem Viertel zu kommen, pendelt nun einmal zwischen Offenbach und Frankfurt hin und her. Deshalb verzichten ich lieber weiterhin auf die Nutzung des Öffentlichen Nahverkehrs, wenn es irgendwie geht …

Aber auch ohne Ausflüge und große Erlebnisse gibt es ja schöne Tage, und nachdem ich gestern Abend dasaß und mir durch den Kopf ging, dass ich diesen Samstag wirklich genossen habe, dachte ich mir, dass es vielleicht doch mal wieder Zeit für einen „Was schön war“-Beitrag wäre. 😉

Zum ersten Mal seit Wochen die Nacht durchgeschlafen
und nach dem ersten (sehr späten) Aufwachen
noch bis zum Mittag im Bett gedöst.

Mit dem Ehemann den Nachmittag über
gemeinsam gepuzzelt und nach fast drei Wochen
endlich das Puzzle beendet
und dabei sehr viel Spaß gehabt.

Sputniks mit Ketchup und Parmesan und Mamas uralten Goldrand-Tellern – Kindheit pur! *g*

Nachdem wir vor ein paar Tagen festgestellt hatten,
dass wir beide Lust auf Nudeln mit Ketchup hatten,
gab es nach sehr, sehr langer Zeit mal wieder
„Kindheitsessen“. 😉

So ganz …

… bin ich nach meiner sommerlichen Auszeit noch nicht wieder beim Bloggen angekommen. Ich habe mehrere Rezensionen im Entwurfsordner, aber keine davon ist soweit, dass ich sie veröffentlichen könnte. Und da mein Kopf gerade zwischen „zu viele Gedanken“ und „Ablenkung gesucht“ schwankt, klappt es mit dem Schreiben auch nicht so recht. Um mich selbst ein bisschen herauszufordern, gibt es hier mal eine Liste mit Rezensionen, die ich eigentlich gern im August noch schreiben (und veröffentlichen) würde:

1. T. Kingfisher: A Wizard’s Guide To Defensive Baking
2. Michelle Harrison: A Pinch of Magic
3. Jim C. Hines: Tamora Carter – Goblin Queen
4. Tuula Karjalainen: Tove Jansson – Work and Love (wenn ich den endlich mal die letzten Kapitel lesen würde)

Drei sehr unterschiedliche fantastische Kinder- bzw. Jugendbücher (und eine Biografie), die mir alle sehr gut gefallen haben, obwohl ich keins davon besonders zügig durchgelesen habe. Was das Lesen selber angeht, so kann ich immerhin vermelden, dass das wieder klappt! Genau genommen habe ich von Dienstagnachmittag bis jetzt (Donnerstag ca. 18 Uhr) um die 1200 Seiten gelesen, wobei ich zugeben muss, dass ich gerade die (zum Glück nicht so häufigen) Sexszenen der Hidden-Legacy-Reihe nur querlese, weil ich definitiv mehr Lust auf Action, Monster und Magie habe). Lustigerweise habe ich erst nach dem Lesen des zweiten Teils festgestellt, dass mein Zeitpunkt für diesen Reihe-Reread geradezu perfekt ist, da der fünfte Band „Emerald Blaze“ in wenigen Tagen veröffentlicht wird. So kann ich die Fortsetzung direkt nach Erscheinen lesen und habe noch frische Erinnerung an all die Ereignisse und Intrigen, die in den vorhergehenden Romanen passiert sind. 😉

Technische Probleme

Ich habe keine Ahnung, was die Ursache dafür ist (vielleicht das WP-Update, das es in den letzten Tagen gab?), aber ich kann gerade keine Kommentare unter meinen Beiträgen auf dem Blog sehen. Genau genommen kann ich die Kommentare im Dashboard lesen und beantworten, aber nicht auf dem Blog … Auch über das Smartphone meines Mannes wird nur angezeigt, dass es Kommentare gibt, aber nicht die Kommentare selber.

Ich weiß nicht, wie ich das wieder in Ordnung bringen kann oder ob ich das überhaupt in Ordnung bringen muss, weil es vielleicht nur ein Blog-Schluckauf ist, der von selber wieder verschwindet. Aber wenn das also morgen immer noch so sein sollte, hat es wohl wenig Sinn, wenn der Lese-Sonntag über meinen Blog läuft, wenn niemand von uns die Kommentare unter dem dementsprechenden Beitrag sehen kann …

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Nachtrag: Okay, die verschwundenen Kommentare lagen daran, dass mein Theme nicht auf dem aktuellsten Stand war. Da ich das von einer Freundin netterweise mitbenutzen darf, musste sie erst einmal die aktuelle Version kaufen und bei mir installieren, damit die Kommentare wieder auftauchten. So hat sie dann auch festgestellt, dass dieses Theme nur ein Jahr lang nach Kauf aktualisiert wird. Ich sollte also bis zum August 2021 besser die Augen nach einem Theme aufhalten …

Sommerliche Auszeit

Auch wenn dieser Sommer bislang wirklich erträglich war und es nur wenige Tage gab, die so richtig heiß waren, fühle ich mich gerade wieder zu müde und gereizt, um mit anderen Menschen zu kommunizieren. Sommer ist einfach nicht meine Jahreszeit, und irgendwann erreiche ich immer den Punkt, an dem ich niemanden mehr sehen und hören mag.

Ich gönn mir also zwei Wochen ohne Blog und Twitter (wobei ich da eine Ausnahme für die Animal-Crossing-Rübengruppe machen werde, denn meine Preise trage ich natürlich weiterhin in die Liste ein und meine Insel steht euch für Käufe und Verkäufe selbstverständlich offen). Ansonsten wird es am 1. August noch meinen üblichen SuB-Beitrag zum Monatsanfang geben, und zum 16. August werde ich für den Lese-Sonntag wieder da sein, aber in der Zwischenzeit gönne ich mir einfach mal wieder etwas Offline-Zeit.

Habt einen schönen Start in den August und bis bald! 🙂

Was schön war (5): Urlaub und japanisches Filmfestival (2)

Es ist schon Juni, und bislang habe ich in diesem Jahr nicht mal einen „Was schön war“-Beitrag pro Monat auf die Reihe bekommen, weshalb ihr jetzt mit zwei Posts am Stück leben müsst … 😉

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Nachdem wir an den ersten drei Tagen schon sechs Filme geschaut hatten, ging es am Freitag weiter mit „Ainu – Indigenous People Of Japan“ und dem Film „Dancing Mary“. Dass die japanische Gesellschaft nicht sehr gut mit indigenen Bevölkerungsgruppen umgeht, sollte inzwischen allgemein bekannt sein, und so ist es nicht verwunderlich, dass die japanische Regierung – als sie in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ernsthafte Besiedlungsbestrebungen auf Hokkaido verfolgte – dafür sorgte, dass die Traditionen, die Religion und die Sprache der Ainu ausstarben. Um das wenige noch erhaltene (und wiederentdeckte) Wissen der Ainu zu erzählen, hat Naomi Mizoguchi gut ein Jahr lang vier ältere Ainu (alle waren Anfang bis Mitte 80) begleitet. Alle vier haben in den vergangenen vierzig Jahren große Bemühungen auf sich genommen, um ihre ursprüngliche Sprache, die sie zum Teil noch in Gesprächen mit ihren Großeltern gehört hatten, neu zu erlernen und die traditionellen und religiösen Elemente, an die sie sich noch erinnern konnten, an nachfolgende Generationen weiterzugeben. Auch wenn die Geschichte, die diese vier Ainu zu erzählen hatten, nicht neu ist, wenn man sich schon mal damit auseinandergesetzt hat, wie indigene Volksgruppen in den vergangenen Jahrhunderten weltweit die eigene Identität genommen wurde und welchem Rassismus sie ausgesetzt waren, so fand ich die Dokumentation doch sehr berührend. Und die Szenen am Ende, in denen man eine recht große Zahl jüngerer Personen sah, die sich anscheinend für die Kultur der Ainu interessierten, machen Hoffnung für die Zukunft.

Unser Abendfilm „Dancing Mary“ hingegen hat mich etwas ratlos hinterlassen. Irgendwie fand ich den Film weder gut noch schlecht und insgesamt etwas belehrender, als mir lieb war. Der Regisseur Sabu (Hiroyuki Tanaka) ist dafür bekannt, dass er in seinen Geschichten ganz durchschnittliche Charaktere extremen Situationen aussetzt und dabei eine Mischung aus Komik und Melancholie verwendet. In „Dancing Mary“ ist der einfache Stadtverwaltungsbeamte Kenji dafür verantwortlich, dass ein altes Gebäude abgerissen werden soll, in dem der Geist der Tänzerin Mary sein Unwesen treibt. Unterstützt von einer Schülerin, die Geister sehen kann, versucht Kenji, Mary mit ihrem langvermissten Freund wieder zu vereinen. Doch so einfach ist es nicht, einen vor Jahrzehnten verschwundenen erfolglosen Musiker aufzutreiben, wenn die einzigen Hinweise von Geistern kommen können. Dazu kommt noch, dass in der Zwischenzeit Kenjis Vorgesetzte die Yakuza mit ins Spiel gebracht haben, um endlich den Abriss über die Bühne bringen zu können. Es gab immer wieder absurde und amüsante Momente in dem Film, während es gleichzeitig in den eher melancholischen Szenen auch sehr viele „ermahnende“ Elemente gab, die mir ehrlich gesagt einfach zu viel waren. Außerdem bin ich im Nachhinein regelrecht verärgert, weil Mary zwar der Aufhänger der Geschichte war, aber am Ende die Figur war, deren Charakter am wenigsten ausgebaut war. Alles in allem war „Dancing Mary“ ein netter, aber nicht gerade erinnungswürdiger Film.

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Da die Inhaltsbeschreibung des Anime „Yoyo und Nene – Die Magischen Schwestern“ nach netter und fluffiger Unterhaltung klang, dachte ich, dass das der richtige Start in den Samstag sei, bevor wir später am Tag den Film „Mrs. Noisy“ schauen würden. Irgendwie nett und fluffig war die Geschichte auch: Es geht um die Hexe Yoyo aus dem „Königreich der Zauberer“, die durch eine Art Unfall im aktuellen Tokyo landet und nun herausfinden muss, wer mit seinem Fluch die magische und die menschliche Welt durcheinanderbringt. Aber so richtig glücklich war ich mit dem Anime nicht – was vermutlich auch daran lag, dass ich selten mit deutschen Synchronisationen zufrieden bin, mir wäre japanischer Ton mit Untertiteln lieber gewesen. Außerdem gab es heftige Widersprüche und Logiklücken in der Handlung, und wenn es nicht so viele und so große gewesen wären, hätte ich da vermutlich drüber hinweggucken können, aber so muss ich sagen, dass ich mir von dem Film mehr versprochen hatte.

„Mrs. Noisy“ erzählt die Geschichte der Autorin Maki, die nicht nur keine Ideen für eine nächste Veröffentlichung hat, sondern sich auch damit rumschlagen muss, dass ihre neue Nachbarin zu den unmöglichsten Zeiten ihre Futons ausklopft und so ständig Lärm produziert. Als Maki dann ihre Erlebnisse mit der Nachbarin als Kurzgeschichte veröffentlicht, werden diese nicht nur so populär, dass daraus eine ganze Reihe wird, sondern die Öffentlichkeit findet auch heraus, welches Vorbild hinter dem Charakter „Mrs. Noisy“ steckt. So ungefähr klang die Inhaltsangabe auf der Nippon-Connection-Seite, wobei ich das Gefühl hatte, dass dort die tragisch-KOMISCHE Seite des Films sehr betont würde – nur habe ich keine Komik in der Handlung gefunden. Ich war von Anfang an regelrecht wütend auf die Protagonistin Maki, fand die Passagen, die aus Sicht von Mrs. Noisy erzählt wurden, vorhersehbar und das Ende so viel harmonischer, als die tragische Geschichte es verdient hätte. Ich kann die Aussage, die die Regisseurin mit dem Film dem Zuschauer mitgeben wollte, würdigen, aber die Umsetzung hat für mich so nicht gestimmt.

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Sonntag war offiziell der letzte Tag des Filmfestivals, und für uns standen der Anime „Her Blue Sky“ und der Film „Me and My Brother’s Mistress“ an. „Her Blue Sky“ dreht sich um die siebzehnjährige Aoi, die wild entschlossen ist, nach ihrem Schulabschluss ihren kleinen Heimatort in den Bergen zu verlassen und in Tokyo als Musikerin Erfolg zu suchen. Sie will auf gar keinen Fall so enden wie ihre Schwester Akane, die sie in den dreizehn Jahren, die seit dem Tod der Eltern vergangen sind, aufgezogen hat. Vor allem, da Akane damals für Aoi ihren Wunsch begraben hat, gemeinsam mit ihrem Freund – dem Musiker Shinnosuke – nach Tokyo zu gehen. In diesem Sommer aber kehrt nicht nur Shinnosuke für ein Musikfest zurück, sondern Aoi begegnet auch einer jüngeren „Geist“-Version des Musikers und verliebt sich in ihn. „Her Blue Sky“ ist kein großes Kunstwerk, aber ich mochte die recht leise erzählte Geschichte rund um die beiden Schwestern Aoi und Akane. Mir gefiel, wie Akanes Seite der Handlung nur durch kleinen Szenen und Erinnungen, die Aoi mit ihrer Schwester verbindet, erzählt wurde, und ich habe Aoi gern beim „Erwachsenwerden“ verfolgt.

„Me and My Brother’s Mistress“ wird aus der Sicht des Teenagermädchens Yoko erzählt. Seit dem Tod ihrer Eltern sind sie und ihr älterer Bruder Kenji sich sehr nah. Umso erschütterter ist Yoko, als sie herausfindet, dass Kenji ein Verhältnis mit Misa hat, obwohl er mit Kaho verlobt ist und diese bald heiraten wird. Anfangs will Yoko Misa dazu bringen, dass sie sich von Kenji trennt, doch dann kommt sie zu der Überzeugung, dass diese eigentlich viel besser zu ihrem Bruder passen würde als die langweilig wirkende Kaho. Ich mochte diese Geschichte über die drei Frauen rund um Kenji sehr. Die Regisseure Takashi Haga und Sho Suzuki lassen in ihrem Film sehr viel unausgesprochen und bieten so dem Zuschauer die Möglichkeit, das Gesehene selbst zu interpretieren, ohne mir das Gefühl zu geben, dass in der Handlung etwas fehlen würde. Die Darstellerinnen fand ich wirklich gut gewählt und ich mochte den feinen Humor in der Geschichte (und die Freundschaft zwischen Yoko und ihrer chinesischen Klassenkameradin, mit der sie sich regelmäßig berät). Ohne die jeweiligen Punkte direkt anzusprechen, greift „Me and My Brother’s Mistress“ viele verschiedene Themen auf und überlässt es dem Zuschauer, seine Schlüsse daraus zu ziehen.

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Am Montag haben wir dann – dank der Tatsache, dass die bezahlten Filme 24 Stunden lang zur Verfügung stehen, – doch noch eine Dokumentation geschaut. „An Ant Strikes Back“ erzählt die Geschichte eines Mannes, der für eine der größten Umzugsfirmen Japans arbeitete und jahrelang (auch mit Hilfe einer Gewerkschaft) für eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen kämpfte. Dass eine gewisse Ergebenheit gegenüber der Firma in Japan erwartete wird, dürfte genauso allgemein bekannt sein wie der Brauch, dass Arbeitgeber vor ihren Vorgesetzten vor Ort sein und erst nach ihnen den Arbeitsplatz verlassen sollten, wenn sie nicht als faul gelten wollen. Dies finde ich (ebenso wie viele andere Traditionen, die die Verbundenheit des Angestellten mit seinem Arbeitgeber beweisen sollen) schon oft genug seltsam. Wenn man dann aber zu Beginn von „An Ant Strikes Back“ erfährt, wie Arbeitsbedingungen, Bezahlung, Überstunden und Zahlungen bei Beschädigungen an Fahrzeugen und Arbeitsmaterialien bei dieser Umzugsfirma geregelt wurden, dann scheint es unfassbar zu sein, dass diese Firma überhaupt noch Menschen findet, die für sie arbeiten. Und doch wird in der Dokumentation überzeugend dargestellt, wie sehr die Angestellten von ihren Vorgesetzten und der Firmenpolitik beeinflusst werden (die Ehefrau des Angestellten bezeichnete es an einem Punkt des Films als „Gehirnwäsche“) und wie groß die Not sein muss, um überhaupt in Erwägung zu ziehen, die Hilfe einer unabhängigen Gewerkschaft in Betracht zu ziehen.

Der Regisseur Tokachi Tsuchiya erzählt selbst in seinem Film, dass seine Motivation der Selbstmord eines engen Freundes war, der nicht mehr mit den Bedingungen an seinem Arbeitsplatz leben konnte. Und wenn man mehr Details über die Arbeitsbedingungen in dieser Umzugsfirma erfährt, von dem Rassismus dort hört und den Schikanen, denen der Angestellte ausgesetzt wurde, weil er es gewagt hat, sich an die Gewerkschaft zu wenden und für bessere Bedingungen zu kämpfen, dann scheint es nicht mehr so verwunderlich, dass es in Japan den Begriff „karoshi“ für den Tod aufgrund von Überarbeitung gibt. Umso bewundernswerter ist es, dass dieser eine Angestellten trotz allem seinen Kampf um humanere Arbeitsbedingungen jahrelang durchgehalten hat. Insgesamt fand ich viele der beschriebenen Details wirklich erschütternd und kann nur hoffen, dass sich die japanische Gesetzgebung endlich mal des Problems annimmt und mit strikteren Regeln dafür sorgt, dass Arbeitgeber ihre Angestellten nicht länger so menschenverachtend behandeln dürfen.

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Ich muss schon zugeben, dass ich in diesem Jahr die Festival-Atmosphäre, das gemeinsame Erleben eines Films in einem Kinosaal und all die kleinen Extras rund um die Nippon Connection vermisst haben. Auf der anderen Seite fand ich es schön, dass wir so viel Zeit (und Geld) gespart haben, weil wir nicht mit den Öffentlichen Verkehrsmitteln quer durch die Stadt fahren mussten, und dass wir uns frei überlegen konnten, wann wir welchen Film schauen wollten. Wir hätten in einem „normalen“ Jahr beim japanischen Filmfest bestimmt nicht so entspannt so viele Filme geschaut, weil Terminüberschneidungen bei den Filmvorführungen, die schlechte Luft (und Hitze) in den Kinosälen und eben die Fahrzeit einfach dazu führen, dass wir uns gut überlegen müssen, wie viel wir pro Tag auf die Reihe bekommen und welcher Film als erstes wegfallen muss, weil ein anderer – uns wichtigerer – Film zeitgleich in einem anderen Kino läuft. Nach diesem Jahr hoffe ich sehr, dass die Nippon Connection für die kommenden Festivals das Online-Angebot nicht komplett wieder streichen wird, sondern es parallel zum Vor-Ort-Programm anbietet. Eine Mischung aus der Festival-Atmosphäre vor Ort und dem entspannten Nachholen von Filmen, die man nicht während der Kinoaufführung sehen konnte, fände ich wirklich großartig!