Kategorie: Diverses

Was schön war (4): Urlaub und japanisches Filmfestival (1)

In diesem Jahr ist ja alles ein bisschen anders, und so gibt es das japanische Filmfestival „Nippon Connection“ nicht nur im Juni (9. bis 14.) statt im Mai, sondern auch ausschließlich online. Mein Mann hatte schon im Januar seine zwei Wochen Urlaub beantragt und da nun die ganzen Fahrzeiten wegfielen und wir pro Film nur einmal den „Eintrittspreis“ bezahlen mussten, haben wir uns zwei Filme pro Tag vorgenommen. Das ist jetzt nicht soooo viel, aber so konnten wir sicher sein, dass wir uns auch am Ende der Woche noch an alle Filme und die dazugehörigen Details erinnern. 😉

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Los ging die Nippon Connection für uns am Dienstag mit der Dokumentation „Book-Paper-Scissors“ und dem Film „The Journalist“ los. „Book-Paper-Scissors“ wurde von der Regisseurin Nanako Hirose gedreht und porträtiert Nobuyoshi Kikuchi, der sich in den vergangenen 50 Jahre auf die Gestaltung von Buchcovern spezialisiert hat. Der Künstler ist in Japan nicht nur wegen seiner Coverdesigns bekannt, sondern auch für seine Essays, die sich um die Themen Antiquitäten, Kunst, Essen und allgemein das Leben drehen. Auch wenn ich das Gefühl habe, dass ich einige Details nicht angemessen würdigen konnte, weil ich mit den japanischen Schriftzeichen – die natürlich einen großen Raum bei der Gestaltung von Buchcovern einnehmen – nicht vertraut genug bin, fand ich es sehr spannend, mehr über Nobuyoshi Kikuchi zu erfahren. Der Künstler arbeitet noch (vermeintlich altmodisch) mit Schere und Kleber statt mit einem Bildbearbeitungsprogramm, und ihm bei der Arbeit zuzusehen gab mir das Gefühl, dass ihm dies einen anderen Zugang zu seinen Entwürfen gibt als jemandem, der vollständig auf moderne Techniken setzt und so bei der Arbeit kein haptisches Element miteinbeziehen kann. Neben diesen kleinen Einblicken in seine Arbeitsweise und seine Herangehensweise an ein neues Design zeigt der Film auch, dass auch die Buchindustrie in Japan gerade an einem Scheidepunkt steht und es nicht sicher ist, dass diese liebevoll gearbeiteten und künstlerisch wertvollen Bücher eine langfristige Zukunft haben werden. Alles in Allem war „Book-Paper-Scissors“ eine eher ruhig erzählte und faszinierende Dokumentation über einen Mann und seinen ganz speziellen Kunstbereich, und ich habe diesen Film als meinen persönlichen Start in die Nippon Connection sehr genossen.

Nach einem abendlichen Handwerkerbesuch (der später als erwartet, aber dafür fast genauso fruchtlos wie erwartet war 😉 ) ging es dann weiter mit „The Journalist“, auf den wir uns wegen des Themas und der Tatsache, dass er auf einem Buch (bzw. einer Doku) basiert, sehr gefreut hatten. Der Film dreht sich um die Journalistin Yoshioka und den Beamten Sugihara, die beide aus unterschiedlichen Gründen auf einen Skandal aufmerksam werden, der bis in höchste Regierungskreise reicht. Je weiter ihre Recherchen gehen, desto größer werden die Bedrohungen, die man ihnen entgegenstellt. Wie gesagt, wir hatten uns sehr auf den Film gefreut, weil wir grundsätzlich „Journalisten decken Verschwörungen auf“-Filme mögen und das Thema in Japan noch einmal eine ganz andere Sache ist, wenn man die Gesellschaft und das Verhältnis zwischen Beamten und ihren Vorgesetzten sowie Politikern und Medienschaffenden in Betracht zieht, aber so richtig konnte der Film bei uns nicht zünden. Die Handlung wurde etwas zu langatmig erzählt, die Kameraführung konnte uns auch nicht überzeugen und das Ende war sehr offen … Nach dem Gucken von „The Journalist“ hatten wir auf jeden Fall das Gefühl, dass die Dokumentation, die wir uns für den Mittwochvormittag vorgenommen hatten, definitiv nur besser sein konnte.

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Für den zweiten Tag der Nippon Connection hatten wir uns „i – Documentary Of The Journalist“ und den Anime „Miss Hokusai“ (den wir im vergangenen Jahr wegen Terminüberschneidungen nicht sehen konnten) vorgenommen. „i – Documentary Of The Journalist“ war nicht nur im Vergleich zum Film „The Journalist“ deutlich besser, sondern auch für sich genommen sehr spannend. Der Dokumentarfilmer Tatsuya Mori hat für diesen Film mehrere Monate lang die Journalistin Isoko Mochizuki bei ihrer Arbeit begleitet und damit nicht nur das zweifelhafte Verhalten diverser Politiker der Abe-Regierung entlarvend dargestellt, sondern auch aufgezeigt, wie sehr Journalisten – speziell die recht hartnäckige Mochizuki –  bei ihrer Arbeit von Regierungsseite behindert werden. Der Film ist fast zwei Stunden lang und selten zuvor hatte ich das Gefühl, dass die Zeit beim Sehen einer Dokumentation so schnell verflogen ist, weil es ständig neue Informationen zu verarbeiten und Situationen einzuordnen galt. Das war wirklich interessant und ich würde „i – Documentary Of The Journalist“ definitiv weiterempfehlen – auch deshalb, weil ich in den Tagen, die seit dem Anschauen vergangen sind, immer wieder an den Film denken musste.

„Miss Hokusai“ sollte uns dann am Nachmittag (vor dem nächsten Handwerkerbesuch) etwas Entspannung bringen. Der Anime dreht sich um Ōi Katsushika, die Tochter des Malers Hokusai, die selbst eine hervorragende Künstlerin war und doch ihr Leben lang im Schatten ihres Vaters stand. Der Film erzählt kleine unterhaltsame Episoden und zeigt so eine energische junge Frau, die noch auf der Suche nach ihren Weg als Künstlerin ist. Dabei fand ich es hübsch, dass im Anime immer wieder berühmte Gemälde der beiden Künstler aufgegriffen wurden (wie „Die große Welle vor Kanagawa“ von Hokusai), und fand es interessant, immer wieder Details zum alltäglichen Leben in Japan zu Beginn des 19. Jahrhundert entdecken zu können. Ich mochte „Miss Hokusai“ sehr, aber ich muss auch zugeben, dass mir der Film wohl nicht lange in Erinnerung bleiben wird. Außerdem hatte ich das Gefühl, dass ich einige Anspielungen und Aussagen nur deshalb zuordnen konnte, weil ich vorher die (englischen) Wikipedia-Einträge zu Ōi Katsushika und Hokusai gelesen hatte.

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Was am Donnerstagmorgen schön war? Dass der Strom in der Küche nicht über Nacht wieder asugefallen ist! 😉 Ansonsten sind wir mittags mit der Dokumentation „Prison Circle“ in unseren Filmfestival-Tag gestartet, um dann am Abend noch den Film „Extro“ zu schauen. Für „Prison Circle“ hat die Filmemacherin Kaori Sakagami zwei Jahre lang vier Gefangene im Shimane Asahi Rehabilitation Program Center begleitet. Das 2008 gebaute Gefängnis ist eine ungewöhnliche Einrichtung für japanische Verhältnisse, da dort das sogenannte TC-Programm (Therapeutic Circle) angeboten wird. 40 Gefangenen (von über 40.000 in japanischen Gefängnissen einsitzenden Personen) bekommen dort die Möglichkeit, über Gruppentherapie ihre Vergangenheit aufzuarbeiten und Wege zu finden, um in Zukunft aus schädlichen Verhaltensmustern auszubrechen und nicht wieder auf die schiefe Bahn zu geraten. Obwohl dieses Konzept schon seit vielen Jahrzehnten in anderen Ländern üblich ist, ist es für Japan eine recht revolutionäre Idee, die erst 2006 eingeführt wurde. Dabei haben die vergangenen Jahre gezeigt, dass die Gefangenen, die das TC-Programm durchlaufen haben, eine um mehr als 50% geringere Chance haben, rückfällig zu werden, als andere Personen, die aus dem Gefängnis entlassen werden. (Wobei das vermutlich zum Teil auch daran liegt, dass nur Personen, die zum ersten Mal verurteilt wurden, an diesem Programm teilnehmen dürfen.)

Nachdem zu Beginn des Films betont wurde, dass es aufgrund von Auflagen und Gesetzen nicht möglich sein würde, Namen zu verraten, Details zu den verschiedenen Verbrechen zu erwähnen, Interviews zu führen oder gar Gesichter zu zeigen, fragte ich mich schon etwas, wie man mit so wenig Material eine zweistündige Dokumentation füllen soll. Aber man bekommt als Zuschauer trotz diverser Verpixelungen sehr viele Informationen über die vier vorgestellten Gefangenen, über die Taten, die sie begangen haben, und die Umstände, die ihren Charakter geformt haben mit. Auch fand ich es spannend, wie viel die Körpersprache und die Bewegungen der verschiedenen Personen über sie und ihren emotionalen Zustand verrieten, obwohl alle Beteiligten durchgehend sehr zurückhaltend waren. Richtig erschreckend fand ich, wie schwer es all diesen Männern fiel, über ihre Gefühle zu reden, und wie wenig sie in der Lage waren, mit Emotionen umzugehen, und zum Schluss hatte ich eine Menge Fragen zum Schutz von Kindern und Jugendlichen in Japan (und den Regelungen rund um Kinderheimen). Am Ende kann ich eigentlich nur die Homepage der Nippon Connection zu diesem Film zitieren mit: „[Prison Circle ist ein] berührendes filmisches Plädoyer, das dazu aufruft, die Idee der Resozialisierung ernst zu nehmen“.

Bei meiner Planung der Woche dachte ich, dass wir nach „Prison Circle“ eher Bedarf für einen heiteren Film haben würden, weshalb wir abends dann „Extro“ geschaut haben. Die Mockumentary hatte uns beide beim ersten Anschauen des Programms spontan angesprochen, da er mit einem älteren Hauptdarsteller (damit haben wir in den vergangenen Jahren einfach gute Erfahrungen gemacht) gedreht wurde und sich mit dem japanischen Filmgeschäft beschäftigt. „Extro“ ist eine wunderbare Liebeserklärung an all die Statisten, die Leben in einen Film bringen, und voller großartiger, absurder Szenen, die einfach nur amüsant und unterhaltsam sind. Es gab so viele Anspielungen auf japanische Filme, auf Schauspieler und auch auf ernsthafte Filmdokumentationen, die wirklich toll umgesetzt waren. Dieser Film hat durchgehend Spaß gemacht und auch jetzt noch muss ich einfach grinsen, wenn ich an all die Charaktere und Dialoge denke. Ich würde zu gern einmal das Drehbuch dazu anschauen, um herauszufinden, wie festgelegt die Dialoge waren und wie viel vielleicht von den Schauspielern improvisiert wurde. 😀

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Da dieser Blogbeitrag doch schon recht lang geworden ist und wir noch ein paar Filme sehen wollen, bevor am Sonntagabend die Nippon-Connection endet, gibt es in den nächsten Tagen einen zweiten „Was schön war“-Post mit lauter Filmeindrücken. Ich fürchte, da müsst ihr jetzt wohl durch … 😉

Ein perfektes Wochenende …

Das Wochenende ist schon wieder zwei Tage her, aber es war so schön,
dass ich es hier einfach festhalten mag.

 

Am Samstag habe ich innerhalb von 24 Stunden 960 Seiten gelesen
– wobei „am Samstag“ nicht so ganz stimmt,
denn genau genommen war ich bis Sonntagmorgen um vier wach. 😉

 

Den Sonntagsvormittag habe ich dann mit „Animal Crossing – New Horizons“ verbracht
und bin mit mehreren Leuten von Insel zu Insel gezogen.

 

Sonntagnachmittag ging es dann mit meiner Schurkin in ein Dungeon.
Leider ist sie noch nicht erfahren genug, um gegen Monster zu bestehen,
mit denen der Tinkerer meines Mannes recht gut fertig wird.
Aber wir haben am Ende gewonnen (auch wenn meine Schurkin auf der Strecke blieb),
und das war in diesem Fall das Wichtigste.

 

Danach ging es mit Milchkaffee und Schokokuss wieder aufs Sofa,
wo ich den Rest des Tages wieder mit Lesen verbracht habe,
bis es dann – ausnahmsweise etwas früher – wieder ins Bett ging.

Ungewohnt unkommunikativ …

Im vergangenen Monat war ich – zumindest auf den Blogs, die ich normalerweise lese, ungewohnt unkommunikativ, weil ich so viel mehr per Mail und Telefon kommuniziert habe, als ich es normalerweise tun würde. Dass es ein ganzer Monat war, den ich ohne meinen Feedreader aufzulesen verbracht habe, hat mich trotzdem ganz schön überrascht, während mich die Menge an ungelesenen Blogbeiträgen fast erschlagen hat, als ich am Wochenende endlich mal wieder den Reader öffnete.

So langsam ist aber ein Ende in Sicht und wenn ich noch ein paar Tage länger auf meine normale Schlafenszeit verzichte und stattdessen ein bisschen Zeit mit Bloglesen und -kommentieren verbringe, dann sollte ich die restlichen ungelesenen 235 Beiträge auch noch in den Griff bekommen. Ich hoffe nur, ihr seid nicht schon jetzt genervt davon, dass in den vergangenen Tagen lauter verspätete Kommentare eintrudelten und das den Rest der Woche wohl noch so weitergeht … 😉

Was schön war (3)

Die ersten drei Wochen auf einer (nicht mehr ganz so) einsamen Insel:
Das erste Kennenlernen der neuen Nachbarn,
die ersten selbstgefertigten Werkzeuge,
der Umzug von einem Zelt in ein Häuschen,
die vielen Besucher auf meiner Insel
und all die anderen Dinge, die zum ersten Mal zu erleben waren.

Gemeinsame Lesezeit?

Da das Leben gerade voller erschreckender Nachrichten ist und zumindest in meiner Timeline sehr viele Leute gerade damit fertig werden müssen, dass sie nicht so gut darin sind, zu Hause zu arbeiten und nicht spontan rausgehen zu können, habe ich mich gefragt, ob es nicht schön wäre, wenn wir uns in den nächsten Tagen vielleicht kleine gemeinsame Auszeiten gönnen würden.

Ich meine damit keine ganzen Lesetage (da gibt es ja wieder den üblichen dritten Sonntag im April), sondern vielleicht eine feste Stunde am Tag (oder zwei Stündchen alle zwei oder drei Tage), an denen wir uns bewusst Zeit zum Lesen nehmen und einmal am Anfang und am Ende in einem Beitrag (oder gern auch nur in den Kommentaren unter dem jeweils dafür veröffentlichten Text auf meinem Blog) erzählen, wie es uns gerade geht, mit welchen schönen Dingen wir uns gerade beschäftigen und ob es mit dieser kleinen Auszeit und dem Lesen in der geplanten Zeit geklappt hat.

Hättet ihr an so etwas Interesse? Oder würde so eine „geplante Auszeit“ euch mehr Stress verursachen, als ihr im Moment haben mögt?

Wenn ihr Zeit dafür und Lust darauf hättet, würde ich mich freuen, wenn ihr in den Kommentaren schreibt, welcher Rhythmus und welche Länge euch am Besten passen würde.

Reif für die Insel!

Jeder, der schon mal einen Lese-Sonntag mit mir erlebt hat oder grundsätzlich schon eine Weile meinen Blog liest, weiß, dass ich das Spiel „Animal Crossing“ wirklich liebe. Heute erscheint nun (endlich! *g*) „Animal Crossing: New Horizons“ für die Switch, und nachdem ich in den vergangenen Wochen (und Monaten) voller Vorfreude die Tage gezählt habe – und die Realität da draußen gerade nicht die Schönste ist, bin ich definitiv bereit für die Insel.

Sechs Jahre und neun Monate lang habe ich so gut wie jeden Tag „Animal Crossing: New Leaf“ gespielt, und nun freue ich mich sehr, dass ich meinen anspruchsvollen Job als Bürgermeisterin niederlegen und einer verlassenen Insel zu neuer Blüte verhelfen kann. 😉 Wenn es hier also in den kommenden Tagen – trotz des einen oder anderen vorbereiteten Beitrags – etwas stiller werden sollte, dann wisst ihr ja, wo ihr mich finden könnt. Ich habe eine Insel zu erkunden, Materialien zu sammeln, Werkzeuge zu bauen und all die Möglichkeiten zu entdecken, die so ein neues Zuhause mit sich bringt.

Was schön war (2)

Italien gegen Dänemark im Nations Cup der Herren

Italien gegen Dänemark im Nations Cup der Herren

Den (für uns) ersten Roller-Derby-Tag der Saison zu erleben
und sehr viel Spaß dabei zu haben,
obwohl wir aus Zeitgründen
nur zwei von den vier Spielen des Tages sehen konnten.

Bemble Town Roller Girls (Frankfurt) vs. Stuttgart Valley Roller Derby

Bemble Town Roller Girls (Frankfurt) vs. Stuttgart Valley Roller Derby

Bei den Damen wird beim Roller Derby eindeutig mehr Tempo an den Tag gelegt
und das Spiel ist deutlich mehr auf Strategie als auf Kraft ausgelegt
– was mir beides definitiv mehr Freude bereitet als die Herren-Variante.
Oh, und die Frankfurterinnen scheinen zum Saisonstart in sehr guter Form zu sein,
was hoffentlich den Rest des Jahres so bleibt! 🙂

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Knapp zwei Stunden Schnee in diesem Winter
und ich habe es sogar geschafft, ihn zu fotografieren. 😉

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Die monatliche Frühstücksverabredung
mit der ehemaligen Nachbarin
und der anschließende Bummel durch die Innenstadt,
bei dem ich überraschenderweise all die Dinge,
die auf meiner Besorgungsliste standen, ergattern konnte.

Wenn sich die Bücher stapeln …

… und ich es nicht mal auf die Reihe bekomme, die vor Wochen gelesenen Titel wegzuräumen, dann ist das immer ein untrügliches Anzeichen dafür, dass ich Probleme habe, mich aufs Lesen zu konzentrieren. Genäht habe ich in den letzten zehn Tagen übrigens auch nicht mehr, was der Grund dafür ist, dass die noch nicht gesäumten Taschentücher unter dem Buchstapel regelrecht verschwinden. *g* Dabei hatte ich eigentlich sogar Lust aufs Lesen und Nähen (wenn auch nicht gerade beides gleichzeitig, das wäre dann doch selbst für mich etwas viel), aber so richtig hat es in den letzten Wochen damit nicht klappen wollen. Weshalb ich natürlich fast jeden Tag ein weiteres Buch aus dem Regal gezogen und auf den Stapel gelegt habe, in der Hoffnung, dass mich genau dieser Titel jetzt endlich wieder packen würde.

Mit Charlotte MacLeod hat das am vergangenen Sonntag dann sogar wirklich geklappt, und ich habe gestern den dritten Band der „Sarah Kelling und Max Bittersohn“-Reihe beendet, nur um im Anschluss zum vierten Teil der Reihe zu greifen. Ich finde die in Boston spielenden Krimis der Autorin momentan so erholsam und genieße diese Mischung aus solidem Kriminalfall, skurril-sympathischen Charakteren, amüsanten Szenen und wunderbar treffenden Beschreibungen. Jetzt hoffe ich nur, dass mich die Leselust nach Beenden der Reihe nicht wieder verlässt (und dass ich meinen Buchstapel vor Sonntag wieder aufgeräumt bekomme, wenn ich die Ablagefläche für meine Lese-Sonntag-Fotos benötige). 😉

Was schön war (1)

An einem sonnigen (und viel zu warmen) Januartag
in die Innenstadt fahren und eine Ausstellung besuchen,
bevor diese ihre Pforten schließt.

Aus dieser Perspektive sehe ich den Main sehr selten.

Die Ausstellung „Meisterstücke – Vom Handwerk der Maler“ im Historischen Museum Frankfurt
hatte zwar leider etwas weniger Handwerkshintergründe zu bieten,
als ich mir nach dem Text der Ausstellungsbeschreibung erhofft hatte,
aber es war trotzdem interessant, die verschiedenen Exponate zu sehen.

„Ein Stück von allerhand Wildvögeln“, Andreas Held (vor 1700) / Ein Ausschnitt aus „Verkündigung an die Hirten“, Johann Heinrich Roos (1668) – um mal die Bandbreite der Kunstwerke zu zeigen

„Der Brand der Stadt Frankfurt“, Josef Schmidt (1797)

Kein „Meisterstück“, aber eine der wenigen Frauen, die in dieser Ausstellung einen Platz fand – wenn auch nur, weil Ursula Magdalena Reinheimer einen anderen Maler porträtierte

Immer wieder wurde dabei betont,
dass ein „Meisterstück“ nicht unbedingt auch ein „Meisterwerk“ sein muss,
da der Maler schließlich nicht seine Qualitäten als Künstler damit beweisen sollte,
sondern die Tatsache, dass er sein Handwerk beherrscht
– beide Punkte waren bei dem einen oder anderen Ausstellungstück unübersehbar. 😉

Ganz unten der Malstock, besonders hübsch fand ich die Form der Palette.

Lustigerweise gab es immer wieder Momente,
wo mich die Exponate an meine eigene Ausbildung oder mein Studium erinnerten.
So ein Malstock war das erste Werkzeug, das ich während der Ausbildung angefertigt habe,
und die ganzen – eher technisch anmutenden – Perspektivzeichnungen kamen mir auch überraschend vertraut vor.

Halber Harnisch – Meisterstück des Ätzmalers Hans Keiser im Jahr 1610 (Nürnberg, Germanisches Nationalmuseum)

Entwurf einer Hausfassade von einem unbekannten Weißbinder-Meister im Jahr 1738

Was ich besonders nett fand, war, dass nicht nur die Gemälde,
die als Meisterstücke in Frankfurt (und anderen Städten) eingereicht wurden, zu sehen waren,
sondern auch (Meister-)Stücke anderer Schwerpunkte der Malergilden
oder gar anderer Handwerksbereiche.

Schokoladenkuchen im Museumscafé

Abgerundet habe ich dann meinen Musumsbesuch
– ganz traditionell – mit einem Stück Kuchen
und mir wieder einmal vorgenommen,
dass ich doch häufiger all die Museumsangebote der Stadt nutzen möchte.

(U)FO-Liste

Vor zwei Monaten hatte ich eine UFO-Liste veröffentlicht, um mich mal dazu zu bringen, wieder regelmäßiger an all den angefangenen und geplanten Projekten zu arbeiten. Da ich inzwischen viele kleine (und zum Teil lästige) und größere Dinge erledigt habe, gibt es hier mal eine aktualisierte Liste. 😉 Die noch ausstehenden Sachen sahen am 20. November 2019 so aus:

1. An dem Geschenk für meine Freundin, das sich in der geschlossenen Box befindet, war ich in der Zwischenzeit immer noch nicht dran. Aber das ist auch eine größere Sache, die ich in den vergangenen Jahren immer wieder umgestürzt habe, und ich hatte in dem Bereich nicht gerade große Erwartungen. Vielleicht schaffe ich es ja bis zum Ende des Jahres … 😉

2. Da ich mir in den Tagen nach dem Veröffentlichen der UFO-Liste in meiner „Mittagspause“ immer ein Paar Socken vorgenommen hatte, hatte ich am 28.11. den letzten lästigen Faden vernäht. Zu dem Zeitpunkt, als ich das Foto machte, hatte ich noch zwei Paar Socken vor mir, während mein Mann schon seit ein paar Tagen eins der fertiggestellten Ringelsocken-Paare trug.

3. Mehrere Versuche, eine Art „Schwamm-Ersatz“ nach Mustern, die ich online gefunden hatte, anzufertigen. Genau gesagt hatte ich einmal eine Anleitung für eine gestrickte Version (rechts oben) gefunden, die ich aber schon beim Anfertigen nicht rau genug und nach dem Antesten mit dem doppelt gelegten Gewebe zu steif fand. Die runde gehäkelte Version (links oben) hat immer noch ein leichte Wölbung, aber so finden meine Finger besseren Halt beim Abwaschen, während mein nächster Versuch mit einer Online-Anleitung zu dem gehäkelten „Rippentuch“ (unten rechts) geführt hat. Da gefiel mir die Struktur auf Anhieb, aber es fühlte sich verkehrt an, dass die Rippen längst statt quer verlaufen. Was natürlich dazu führte, dass ich ein weiteres Tuch gehäkelt habe, bei dem die Rippen dann über die schmale Seite des Gewebes verliefen. Die vier Teile hatte ich bis zum 03. Dezember fertiggestellt und danach habe ich sie beim täglichen Abwasch ausprobiert, um ihren Nutzen direkt vergleichen zu können.

Am Ende haben sich die Rippentücher (unabhängig davon, wie die Rippen verlaufen *g*) als durchaus akzeptabler Schwamm-Ersatz herausgestellt. Wenn doch mal etwas in einem Topf so sehr festsitzt, dass ich es damit oder mit meiner Spülbürste beim Abwaschen nicht entfernt bekomme, dann kann ich immer noch den Topf mit Wasser und Natron erhitzen oder auf den Topfkratzer aus Metall zurückgreifen – das war aber bislang nicht notwendig. Ansonsten trocknen die Tücher innerhalb von einem halben Tag, was ich bei dem festen Gewebe okay finde, aber nicht so unglaublich hygienisch, weshalb ich mir den Luxus von fünf weitere Rippentücher gegönnt habe (ausreichend Garn hatte ich ja noch im Haus), damit ich genügend davon habe, dass ich die nach einmaligem Gebrauch in die Wäsche werfen kann. In meiner wöchentlichen Maschine Kochwäsche fallen die jetzt nicht so sehr ins Gewicht, und so kann ich sicher sein, dass ich da keine Bakterien kultiviere.

 

4. Da ich die feine und sehr weiche Wolle, aus der ich die „Marktfrauen-Handschuhe“ gestrickt hatte, zwar sehr gern trage, aber sehr ungern vernähe, dauerte es bis zum 02. Dezember, bis ich die in Angriff nahm. Dafür habe ich sie dann gleich am folgenden Tag das erste Mal getragen und war sehr zufrieden mit dem Sitz.

5. Noch einmal dieselbe Wolle wie bei den „Marktfrauen-Handschuhen“, und da die leicht filzt, ist es immer sehr lästig, Knäule aus den Strängen zu wickeln, aber am 02. Dezember war ich damit dann auch fertig und habe am 04. Dezember angefangen, an meinem Tuch zu stricken. Das Halstuch war am 14. Januar fertig und ist am Ende sehr schlicht geworden, aber so passt es gut zu der Jacke, zu der ich es haben wollte.

6. Es bleibt dabei, dass Bügeln und Zuschneiden nicht gerade meine Lieblingstätigkeiten sind, wenn es ums Nähen geht. Ursprünglich wollte ich die Taschentücher fertig haben, bevor mich in diesem Winter eine Erkältung erwischt – das hat so nicht ganz geklappt. Nachdem ich aber wieder fit war, habe ich mich am 04. Januar doch mal zusammengerissen und die Taschentücher zugeschnitten. Noch sind nicht alle gesäumt (3 von 16 sind fertig), aber da das mit der Hand sowieso immer endlos dauert, bin ich mit meinem bisherigen Fortschritt sehr zufrieden.

Am Ende bleibt mir – mal wieder – die Erkenntnis, dass ich wohl häufiger Projektlisten und Vorhaben hier öffentlich verkünden sollte, damit ich da auch regelmäßig dran bleibe. 😉