Kategorie: Diverses

Spannung ist weiblich

Nachdem Alexandra von „The Read Pack“ am Sonntag einen Beitrag zu „Spannung ist weiblich“ veröffentlichte, um auf Neuveröffentlichungen von Frauen in Bereich Krimi und Thriller aufmerksam zu machen, gingen mir nach dem Lesen ihres Textes so viele Empfehlungen und Anmerkungen durch den Kopf, dass ich Alex an dem Abend vermutlich bei Twitter etwas überfordert habe. 😉 Also gibt es hier ein paar Autorinnen von mir, die Cozies, Kriminalromane und Thriller schreiben und die man ausprobiert haben sollte. Einige dieser Titel sind schon relativ alt und nur noch gebraucht zu bekommen, andere habe ich bislang nur auf Englisch in die Finger bekommen und deutsche Veröffentlichungen sind da zum Teil nicht in Sicht. Da ich mit den Büchern, die mir spontan oder bei einer gezielten Suche nach meinen „Lieblingsautor.innen“ vor die Nase kommen, zeitlich schon vollkommen ausgelastet bin, habe ich schon vor einigen Jahren aufgehört, die Verlagskataloge zu durchstöbern, was sich eben auch in meinem Empfehlungen bemerkbar macht.

Deborah Crombie, die Alex auch schon in ihrer Auflistung geführt hat, wäre auch eine der Autorinnen gewesen, die mir spontan zu dem Thema einfallen, was kein Wunder ist, da ich gerade mit Sayuri eine große Reread-Runde der Kincaid-und-James-Krimis mache. Bei den Romanen würde ich unbedingt empfehlen, chronologisch zu lesen, da die beiden Protagonisten sich im Laufe der Zeit deutlich weiterentwickeln und nach und nach so viele Figuren auftauchen, dass es schwierig wird, das „Stammpersonal“ auf die Reihe zu bekommen, wenn man erst später einsteigt. Insgesamt bekommt man hier ruhige Kriminalgeschichten in einem aktuellen britischen Umfeld mit soliden Fällen und sehr sympathischen Charakteren geboten.

Jessica Kremser – „Frau Maier fischt im Trüben“. Die Frau-Maier-Romane von Jessica Kremser gehören zu den wenigen deutschen Kriminalromanen, die ich wirklich gern lese, weil sie zwar spürbares Lokalkolorit, aber dabei nicht den sonst üblichen (platten) Humor von Regionalkrimis aufweisen. Außerdem habe ich die Protagonistin sehr ins Herz geschlossen, die mit ihrer Beobachtungsgabe und den Ermittlungsmöglichkeiten, die ihr als schon ältere Putzfrau zur Verfügung stehen, langsam, aber zielstrebig Mordfälle löst. Bislang sind vier Titel um Frau Maier erschienen, und obwohl ich grundsätzlich dafür bin, Romane chronologisch zu lesen, würde ich hier behaupten, dass man nicht so sehr auf die Reihenfolge achten muss.

Beate Sauer – „Echo der Toten“. Sehr gut geschriebene Geschichte mit einem soliden Kriminalfall, die in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland spielt. Die Darstellung der Zeit ist hier fast präsenter als der Kriminalfall selbst, aber ich mochte die Atmosphäre in der Geschichte, die vielschichtigen Charaktere und dass Beate Sauer in der Handlung immer wieder auf die Frage zurückkommt, welche Rolle die verschiedenen Personen eigentlich während der Kriegszeit eingenommen haben. Bislang sind zwei Bände rund um die Polizeiassistentenanwärterin Friederike Matthée erschienen, eine weitere Fortsetzung scheint bislang nicht angekündigt zu sein.

Lucie Klassen – „Der 13. Brief“ bzw. Lucie Flebbe mit der gesamten Lila-Ziegler-Reihe. Die Lila-Ziegler-Krimis sind düsterer als meine normale Lektüre, denn die Protagonistin hat psychische Probleme und die Fälle, mit denen sie sich beschäftigt, drehen sich in der Regel um unschöne Geheimnisse. Aber ich mag, dass Lila trotzdem immer einen gewissen Kampfgeist an den Tag legt, und dazu kommt in den Geschichten noch eine ganze Menge Bochumer Lokalkolorit, was sich gut und stimmig lesen lässt.

Jane Harper hat mit „Hitze“ einen ungemein atmosphärischen australischen Krimi geschrieben, bei dem neben dem Ermittler Aaron Falk auch der Ort Kiewarra eine große Rolle spielt. Wer nicht nur einen spannenden und gut geschriebenen Krimi, sondern auch einen interessanten Protagonisten sucht, der ist mit diesem Titel auf jeden Fall gut bedient. Allerdings muss ich zugeben, dass ich die Fortsetzung „Ins Dunkel“ zwar sehr solide erzählt und flüssig zu lesen, aber nicht ganz genauso überzeugend fand. „Hitze“ ist aber auf jeden Fall eine Empfehlung wert!

Mary Roberts Rinehart – „Das Album“ (1933) und „Die Wendeltreppe“ (1907), beide Romane sind Einzeltitel, die eine wunderbare altmodische New-England-Atmosphäre verbreiten, liebenswerte Protagonistinnen haben und gut konstruierte Kriminalfälle bieten. Mary Roberts Rinehart wird gern mit Agatha Christie verglichen, hat aber Jahre vor dieser ihre Karriere als Autorin begonnen. Leider gibt es nur wenige Titel auf Deutsch, und die auch nur noch gebraucht, aber ich finde, dass sich die Suche danach definitiv lohnt. Wer bei den englischen Titel, zugreift, wird sich vermutlich von der Menge an Veröffentlichungen etwas erschlagen fühlen, und ich muss zugeben, dass nicht alle Romane gleich qualitativ sind, aber mit den beiden von mir genannten Titeln kann man definitiv nichts falsch machen. „Die Wendeltreppe“ gilt als erster Krimi, in dem die Erzählerin mit „Foreshadowing“ arbeitete – gibt es dafür ein deutsches Wort?

Charlotte MacLeod – ist mit ihrer eher absurden Balaclava-Reihe vermutlich nicht für jeden Leser etwas, wer aber witzige Kriminalromane mit skurrilen und liebenswerten Charakteren und soliden Kriminalfällen lesen mag, sollte sich (gebraucht) ihre Kelling-Romane besorgen. Die Reihe dreht sich um Sarah Kelling und Max Bittersohn und spielt in Boston. Obwohl die Bücher Ende der 70er Jahre geschrieben wurden, finde ich sie zeitlich schlecht einzuordnen, weil die Bostoner High Society, die in den Geschichten auf die Schippe genommen wird, einfach wunderbar altmodisch dargestellt wird.

Dorothy Gilman – die „Mrs. Pollifax“-Romane sind eigentlich eher Spionage-Geschichten und spielen während des Kalten Krieges, aber für mich fühlen sie sich wie gemütliche Kriminalgeschichten an, die einfach nur in den unterschiedlichsten Ländern spielen und in die die CIA involviert ist. Doch der größte Reiz liegt bei diesen Romanen in der Person der Protagonistin, die sich als gelangweilte und lebensmüde Rentnerin bei der CIA als Spionin bewirbt und dank einer Verwechslung auch gleich ihren ersten Auftrag bekommt. Die deutschen Ausgaben sind inzwischen sogar gebraucht schwierig zu bekommen, aber dafür gibt es demnächst eine Neuauflage der Titel als englische eBooks.

P. J. Tracy – „Spiel unter Freunden“ und all die anderen „Monkeewrench“-Krimis. Das Mutter-Tochter-Gespann, das hinter dem Pseudonym steckt, schreibt etwas härtere amerikanische Krimis. Diese lese ich zwar auch regelmäßig, sie führen aber normalerweise nicht dazu, dass ich die Autorinnen unbedingt empfehlen möchte. Bei P. J. Tracy ist es aber so, dass ich nicht nur die Fälle gut konstruiert finde, sondern auch all die blutigeren Aspekte durch die unterschiedlichen Charaktere so gut ausgeglichen werden, dass ich die Romane immer wieder lesen mag. Auch wenn mir gerade auffällt, dass ich noch immer keinen Titel der „Twin Cities“-Reihe gelesen habe, so kann ich die „Monkeewrench“-Romane auf jeden Fall empfehlen.

Rachel Caine – Die „Stillhouse Lake„-Reihe gehören zu den wenigen Thrillern, die mir so gut gefallen haben und die ich so spannend fand, dass ich sie gekauft und nicht nur in der Bibliothek ausgeliehen habe, obwohl ich sonst eher bei gemütlichen Krimis statt Thrillern bleibe. Die Geschichte dreht sich um Gwen, die vor einigen Jahren herausfinden musste, dass ihr Mann ein Serienmörder ist. Nach den folgenden Ermittlungen und Gerichtsverfahren ist sie zwar von einer Mitschuld freigesprochen worden, aber es gibt genügend Menschen, die nicht glauben wollen, dass sie nicht wusste, was ihr Mann getan hat. So muss sie gemeinsam mit ihren beiden Kindern abtauchen, doch die Taten ihres Mannes kann sie nicht hinter sich lassen. Für mich die Romane, bei denen ich nach dem Lesen auf jedes unvertraute Geräusch in der Wohnung lausche und auf einmal all die Menschen, die ich nur online kenne, misstrauisch beäuge. Auf Englisch erscheint in ein paar Tagen der vierte Band, auf Deutsch ist der vierte Teil für April angekündigt.

Agatha Christie – ist allgemein bekannt und muss eigentlich gar nicht mehr empfohlen werden, aber ich möchte vorschlagen, die Autorin auf Englisch zu lesen, weil es bei einigen Geschichten so große Unterschiede zwischen der Originalveröffentlichung und der Übersetzung gibt. Wer mehr dazu wissen will, kann sich gern meinen schon etwas älteren Vergleich von „They Came to Baghdad“ und „Sie kamen nach Bagdad“ anschauen.

Darcie Wilde – „A Useful Woman“. Der erste Band der Rosalind-Thorne-Mysteries spielt im Jahr 1817 und dreht sich um einen Todesfall bei Almack’s. Die Autorin bietet hier eine wunderbare Mischung aus Regency-Roman mitsamt all der gesellschaftlichen Regeln und Gepflogenheiten, einer sehr sympathischen Protagonistin und einem reizvollem Kriminalfall. Darcie Wilde ist keine moderne Jane Austen, aber ich mochte diese Mischung aus „Austen-haften“ Beobachtungen über die Gesellschaft, den unterschiedlichen Gesellschaftschichten, in die hier ein kleiner Einblick gewährt wird, und natürlich einem gut erzähltem Kriminalfall. Die Reihe umfasst bislang drei Bände auf Englisch.

Ovidia Yu – „The Frangipani Tree Mystery“ würde ich allen ans Herz legen wollen, die eine Schwäche für gemütliche britische Krimis der 30er Jahre haben, aber gern mal einen anderen Schauplatz erleben wollen. Die Geschichte spielt nicht nur in Singapur, sondern wird auch aus der Sicht eines (dank Missionsschule durchaus gebildeten) chinesischen Dienstmädchens erzählt. Der Kriminalfall an sich ist etwas vorhersehbar, aber der Schauplatz, die Perspektive der Protagonistin Sun Lin und die zwar etwas gemächliche, aber sehr amüsante Erzählweise machen den Roman definitiv zu einem empfehlenswerten Krimi.

Zelda Popkin – „Rendezvous nach Ladenschluss“. Noch einmal ein Krimi, der in den 30er Jahren spielt, aber dieses mal in den USA und im Umfeld eines der großen Kaufhäuser, die zu der Zeit ihre Blütezeit erlebten. Leider sind die Bücher nur noch gebraucht zu bekommen, aber die Mary-Carner-Romane von Zelda Popkin sind ein wunderbares Abbild ihrer Zeit, bieten einen spannenden Kriminalfall und die Atmosphäre klassischer amerikanischer Privatdetektiv-Geschichten, aber eben aus der weiblichen Perspektive statt aus der des desillusionierten männlichen Detektivs. Es ist zu schade, dass all diese Kriminalromane von Autorinnen wie Zelda Popkin, Amanda Cross usw., die früher bei dtv veröffentlicht wurden, heute nicht mehr aufgelegt werden.

Robin Stevens – „Murder Most Unladylike“ (oder auf Deutsch „Mord ist nichts für junge Damen“). Es gibt so tolle Kriminalromane im Kinder- und Jugendbuchbereich, und „Murder Most Unladylike“ gehört definitiv dazu. Erzählt wird die Handlung aus Sicht der chinesischen Hazel Wong, die in den 30er Jahren von ihrem Vater auf ein britisches Internat geschickt wird, wo sie einige Zeit später ihre Naturwissenschaftslehrerin ermordet auffindet. Robin Stevens schreibt gut konstruierte Krimis, die auch für erwachsene Leser nicht zu einfach zu durchschauen sind, mit zwei sympathischen Protagonistinnen und dem einen oder anderen Anklang an klassische Agatha-Christie-Romane. Die Reihe endet mit dem im Sommer erscheinenden neunten Band, aber eine Folgereihe wurde von der Autorin schon angekündigt.

Katherine Woodfine – „The Clockwork Sparrow“. Da ich schon einen Schlenker zu den Kinder- und Jugendbüchern gemacht habe, kommt auch noch Katherine Woodfine mit ihren Sinclair Mysteries auf die Liste. Der erste Band „The Clockwork Sparrow“ spielt im Jahr 1909 in einem neueröffneten großen Londoner Kaufhaus, und die Protagonistin ist die vierzehnjährige Verkäuferin Sophie. Katherine Woodfine findet meiner Meinung nach eine großartige Mischung aus gemütlichem Krimi, spannenden Elementen (wie die Existenz einer kriminellen Vereinigung, die man eher in einem Edgar-Wallace-Roman erwarten würde) und einer immer wieder überraschend realistischen Darstellung dieser Zeit. Lustigerweise habe ich in diesem Roman so einige Elemente gefunden, die mich an Susannah Stapletons Recherchen zu der realen Privatdetektivin Maud West erinnerten. Es gibt insgesamt vier Romane rund um Sophie, von denen drei auf Deutsch unter dem Serientitel „Das Kaufhaus der Träume“ erschienen und anscheinend nur noch gebraucht zu bekommen sind.

Da der Beitrag jetzt schon eine Länge erreicht hat, die vermutlich jeden vernünftigen Menschen abschreckt, beende ich hier meine spontanen Empfehlungen, obwohl mir noch einige weitere Autorinnen einfallen, die mich entweder schon seit Jahren begleiten oder mich gerade erst begeistert haben. Es gibt so viele tolle Kriminalromane von Autorinnen, und das aus den verschiedensten Jahrzehnten und den unterschiedlichsten Ländern, dass jeder in der Lage sein sollte, einen Krimi oder Thriller nach seinem Geschmack zu finden, der von einer Autorin geschrieben wurde.

Jahresende

Dieses Jahr war überraschend trubelig und hat mir ein paar Unfälle beschert, aber es hat auch so einige schöne Momente mit sich gebracht. So bin ich zum Beispiel relativ viel verreist und habe mich mit Freundinnen getroffen, die ich schon längere Zeit nicht mehr gesehen hatte. Außerdem habe ich ein paar Ausflugs- und Cafépläne umgesetzt und neue Freunde gefunden, was auch immer großartig ist!

Nicht so schön war, dass dies das erste Jahr seit sehr, sehr langer Zeit war, in dem wir viele Monate ohne Katze verbracht haben. Es vergeht kein Tag, an dem ich ihre Gesellschaft nicht vermisse, aber noch sind wir nicht so weit, dass wir nach neuen Samtpfoten Ausschau halten würden. Dafür waren die letzten Jahre mit all den gesundheitlichen Problemen unserer alten Katzen dann doch zu aufreibend, und wir fühlen uns noch immer „emotional erholungsbedürftig“. Das ändert trotzdem nichts daran, dass sich die Wohnung erschreckend leer anfühlt ohne eine Katze.

Ansonsten habe ich in den vergangenen Monaten ein paar Projekte beenden können, die schon viel zu lange „in Arbeit“ waren. Für das kommende Jahr hingegen habe ich noch keine Pläne – was wirklich ungewöhnlich für mich ist. *g* Erst einmal will ich die kommenden zwei Wochen in Ruhe mit meinem Mann genießen, und dann sehen wir mal, was so kommen wird. Grundsätzlich mag ich ja den Jahresanfang, weil so ein neues Jahr ja immer das Potenzial mit sich bringt, dass es einfach großartig werden könnte. 😉

 

Für euch hoffe ich, dass das neue Jahr Gesundheit
und viele wunderschöne und unvergessliche Momente parat hält.
Passt gut auf euch auf und verbringt viel Zeit mit Menschen,
die euch guttun und am Herzen liegen,
und mit Tätigkeiten, die euch Freude bereiten
und den Stress des Alltags vergessen lassen!

Frohe Feiertage!

Da mein Mann dieses Jahr mit einer heftigen Überstundenphase beenden und (trotz Betriebsferien) auch zwischen den Feiertagen zu Arbeit gehen muss, wird es bei uns dieses Mal nicht ganz so gemütlich zugehen wie in den vergangenen Jahren. Wobei ich gestehen muss, dass ich mir in den letzten Wochen diese „Extrastunden“, die mein Mann später nach Hause kam, zum Lesen und Handarbeiten gegönnt habe, weshalb ich – nach einem recht trubeligen Jahr – einen relativ entspannten Dezember genossen habe. Da uns unsere Zweisamkeit zum Jahresende eigentlich sehr wichtig ist, finde ich es überaus bedauerlich, dass wir die kommenden Tage nicht ganz so entspannt angehen lassen können wie sonst. Aber immerhin werden wir dann im Januar zwei gemeinsame Wochen ohne Termine und Arbeit miteinander verbringen können und dann hoffentlich ein paar der Sachen auf die Reihe bekommen, die wir sonst gemeinsam an den Feiertagen genießen.

Euch wünsche ich, dass die kommenden Tage ganz wunderbar und möglichst harmonisch verlaufen. Habt eine schöne Zeit, egal, ob ihr sie allein oder inmitten einer trubeligen Familie verbringt. Gönnt euch leckeres Essen, genießt die Auszeit vom Alltag und kümmert euch gut um euch und diejenigen, die euch am Herzen liegen.

Ich wünsche euch ruhige, stressfreie und erholsame Feiertage!

Was schön war (7)

Ein Geburtstag voller Anrufe und Emails,
voller lieber Wünsche für mein kommendes Lebensjahr
und natürlich auch voller neuer Bücher.

 

Lauter kleine
UFO-Mittagspausen,
die in den vergangenen Tagen dafür gesorgt haben,
dass ich überraschend viel erledigt bekam.

 

An dunklen Dezembernachmittagen
eine Lesestunde einrichten können
mit Tee und Keksen und Adventsbeleuchtung.

UFO-Liste

Seit Wochen nehme ich mir vor, dass ich mir endlich mal meine UFOs (UnFinished Objects) vornehme. Genau genommen will ich seit Ende September all die Dinge in Angriff nehmen, die ich entweder schon vor längerer Zeit angefangen haben oder für die ich die notwendigen Materialien schon seit einigen Monaten im Haus habe. Um das mal endlich auf die Reihe zu bekommen, gibt es hier eine UFO-Liste. Das hilft mir nicht nur, den Überblick zu halten, sondern sorgt hoffentlich auch dafür, dass ich etwas disziplinierter bei meinem Vorhaben dabeibleibe. 😉

1. In der geschlossenen Box ist ein Projekt, an dem ich schon länger arbeite. Da das Ganze ein Geschenk für eine Freundin ist und ich nicht weiß, ob sie nicht doch mal einen Blick auf meinen Blog wirft, muss die geschlossene Box hier als Anstupser für mich herhalten. 😉

2. Eine Box voller Socken, die zum Großteil noch darauf warten, dass ich Fäden vernähe. Da das alles Socken sind, die ich aus Resten zusammengestrickt habe, ist das Vernähen etwas lästig. Immerhin habe ich eben beim Fotografieren in der Box schon mal drei Paare gefunden, die fertig sind und nun in die Sockenschublade umziehen dürfen.

3. Das grün-weiße Häkelzeug ist mein Versuch, „Schwamm-Ersatz“ anzufertigen. Ich hatte online einige Anleitungen gefunden, in denen es hieß, dass man mit rauer Baumwolle und dem richtigen Muster etwas hinbekommen kann, das kratzig genug ist, um die Funktion einer Scheuerseite eines Haushaltsschwamms zu übernehmen. Mit dem gestrickten Versuch – bei dem ich mir noch überlegen muss, ob ich da wirklich ein Stoffstück einarbeiten will, bevor ich die vierte Seite vernähe – bin ich nicht ganz so glücklich, werde das Ding aber mal in der Praxis testen. Ein erster gehäkelter Anlauf gefiel mir besser, war aber (bei genauem Einhalten der gefundenen Anleitung) am Ende eher kegelförmig geworden, weshalb ich mal in Ruhe rumprobieren wollte, wie viele Maschen ich zunehmen muss, damit das Ganze flacher wird.

4. Im September gestrickte „Marktfrauen-Handschuhe“, die ich noch vernähen und spannen muss.

5. Aus dem kleinen Wollknäuel und den beiden Strängen soll ein Halstuch werden. Die Wollstränge muss ich noch aufwickeln, und nachdem ich mit den ersten ausprobierten Mustern nicht glücklich war, wollte ich etwas eigenes ausprobieren. Für den Anfang muss ich mir aber mal etwas Zeit und Ruhe gönnen, um zu schauen, ob das Muster dann auch gleichmäßig genug „mitwächst“, damit ich stricken kann, bis mir die Wolle ausgeht.

6. Zuletzt noch ein großes Stück Flanellstoff, aus dem mal Taschentücher werden sollen. Ich bin mit meinen schon genähten Flanelltaschentüchern total zufrieden, aber die Menge reicht nicht für eine richtige Schnupfenphase. Den Stoff müsste ich mal anfeuchten und bügeln, dann zuschneiden und die Stücke säumen. Bügeln und Zuschneiden sind nicht gerade meine Lieblingstätigkeiten, wenn es ums Nähen geht, weshalb der Stoff nun schon seit dem Sommer darauf wartet, dass ich mal aktiv werde.

Wenn ich mir das so anschaue, dann sind das gar nicht so viele UFOs, wie ich die ganze Zeit befürchtet hatte. Allerdings sind da schon ein paar Sachen dabei, die ich nicht mal eben fertigstellen kann. Mal schauen, wie viel ich davon bis zum Jahresende auf die Reihe bekomme. Die Socken sollten schnell erledigt sein, und die Handschuhe und das Halstuch will ich eigentlich in den nächsten Wochen tragen können, wenn es denn mal richtig kalt werden sollte.

Da hatte ich mir so fest vorgenommen …

… nicht schon wieder so viele Romane anzufangen, weil ich in den vergangenen Monaten ständig Stapel mit angefangenen Büchern zurück in den SuB geräumt habe. Aber irgendwie klappt das mit diesem Vorsatz gerade nicht, weil ich gerade so viel Lust aufs Lesen habe und so viele Titel, die ich gleichzeitig lesen möchte. Ich glaube, für den Rest der Woche konzentriere ich mich mal auf das Beenden meiner angefangenen Bücher. 😉

 

Spontanes Häkelprojekt

Im Sommer hatte ich mir eine Glasfalsche gekauft, weil ich viel unterwegs war und ständig Durst hatte. Dummerweise habe ich es dann nie hinbekommen, diese Flasche auch wirklich mitzunehmen, so dass ich entweder total ausgetrocknet zu Hause ankam oder auf dem Heimweg in einem Café landete (was jetzt nun nicht das Schlimmste ist 😉 ).

Als ich nun am Wochenende über mein Gepäck für meine morgige Reise nachdachte, fiel mir auf, dass einer der Gründe, wieso ich meine Flasche nie mitgenommen habe, ist, dass ich mich unwohl mit einer ungeschützten Glasflasche fühle. Zwar ist das Glas sehr dickwandig und die Flasche wirkt sehr robust, aber das ändert nichts daran, dass mein Gefühl mir sagt, dass Glas nun einmal zerbrechlich ist.

Also habe ich spontan am Samstagabend etwas Baumwolle aus der Restekiste gekramt und zur Häkelnadel gegriffen. Das Ergebnis finde ich überraschend hübsch, wenn man bedenkt, dass ich ohne Plan einfach drauflosgehäkelt habe. Die Flasche steht auch mit der Hülle immer noch stabil auf einem Tisch, die Hülle ist eng genug, dass sie auch ohne das Seidenband halten würde, aber das Band gibt ein bisschen mehr Sicherheit, und ich mag es als kleines, verspieltes Element an der ansonsten recht schlichten Hülle.

Was schön war (6)

Nach so langer Zeit wieder eine funktionierende – da neue – Klingel- und Sprechanlage zu haben
und somit auch endlich ein paar Sachen bestellen zu können,
die wir in den letzten Monaten nicht vor Ort auftreiben konnten.

Sich durch all die CDs wühlen, die sich im Laufe der Jahre angesammelt haben,
und sich die Ruhe und Zeit gönnen, um bewusst Musik zu genießen.
(Und der Lage zu sein, direkt nach dem Ausfall der alten Stereoanlage eine neue kaufen zu können.)

Zu sehen, wie viel mehr Ordnung ein simples Regal im Flur in die Wohnung bringt.
(Endlich ein fester Platz für Werkzeug, Schals und Handschuhe und die Einkaufs-Rucksäcke.)

Von der Begleitung nachgereichtes Foto von meinem Burger und meinem Schokokuchen zum Nachtisch. Sehr lecker! 🙂

Die Verabredung am heutigen Abend mit Menschen,
die ich noch nicht so lange kenne, aber sehr sympathisch finde,
in einem Restaurant, das wir neu ausprobieren wollten. 🙂

Was schön war (5)

Rib-eye Steak für ihn, Spinat-Flammkuchen für mich.

Den 13. Hochzeitstag mit leckerem Essen begehen,
gerade weil wir das Feiern dieses Tages bislang
nicht sehr oft auf die Reihe bekommen haben.

Die Forgotten-Circles-Erweiterung für das Gloomhaven-Brettspiel.

Nachschub für die Gloomhaven-Spielrunden bekommen,
auch wenn wir mit den Grundspiel noch lange nicht so weit sind,
dass uns die Herausforderungen und neuen Charaktere ausgehen. *g*

So ein riesiges Bett … *g*

Die erste Nacht im neuen und deutlich breiteren Bett verbracht
und somit die erste Nacht in 18 Jahren erlebt,
in der wir uns umdrehen konnten,
ohne auf dem anderen zu landen. 😉

Bücher, über die es eigentlich nichts zu sagen gibt. ;)

Im Moment lese ich anscheinend nur Bücher, über die es eigentlich nichts zu sagen gibt. Irgendwie nette Romane, die aber nicht genug Handlung, Weltenbau, Charaktere oder sonst etwas Besonderes habe, dass ich darüber etwas sagen wollen würde. Die Bücher sind nicht mal so schlecht, dass ich darüber lästern könnte – was aber auch ein wenig daran liegt, dass ich gerade relativ schnell bestimmte Szenen einfach nur querlese.

Angefangen hatte es schon im Mai mit der Renegade-Royal-Reihe von Vanessa Kelly. Historicals, deren Kernthema sich um die (fiktiven) Bastardsöhne der britischen Prinzen kurz nach den napoleonischen Kriegen dreht. Ein paar dieser Männer haben während der Kriegsjahre als Spione gegen Frankreich gearbeitet, andere haben sich einen Lebensunterhalt als Freibeuter oder Spielhöllen-/Bordellbesitzer aufgebaut, und natürlich sind sie alle nicht gewillt, eine feste Beziehung einzugehen, bis sie „der Protatonistin“ begegnen. Ich muss gestehen, ich mochte die Figuren, und in den meisten Romanen hat es die Autorin sogar hinbekommen, dass die „starken Frauen“ auch nach dem ersten Treffen mit dem jeweiligen Protagonisten noch „stark“ sein durften. Alles in allem sehr leichte und nette Lektüre, die mich gut unterhalten hat, auch wenn ich beim Lesen der sieben Romane (und zwei Kurzgeschichten *g*) die Sexszenen überblättert habe, weil die mich nervten. Aber ich bin eh gerade etwas ungnädig mit (schlecht geschriebenen?) Sexszenen.

Danach habe ich mich „Murder With Cinnamon Scones“, dem zweiten Band der „Daisy’s Tea Garden“-Mysterys von Karen Rose Smith zugewandt. Ein netter Cozy, mit sympathischen Charakteren, einem relativ unblutigen Mord und sehr viel Wohlfühlmomenten in der Teestube der Protagonistin Daisy. Keine Sexszenen, die ich hätte überblättern müssen, dafür habe ich mich die ganze Zeit beim Lesen gefragt, ob ich den ersten Band schon gelesen habe. Genau genommen war ich mir total sicher, dass ich den ersten Teil schon gelesen hatte, weil ich mich an so viele private Details rund um Daisy und ihre Teestube erinnern konnte. Allerdings hatte ich keinerlei Erinnerung an den Mord und weder in den Bücherregalen noch auf dem eReader war das erste Buch zu finden. Also musste ich mir natürlich „Murder With Lemon Tea Cake“ auch noch besorgen und lesen! Das war auch nett und unterhaltsam, aber mehr auch nicht. (Und ich weiß immer noch nicht, ob ich die ganze Geschichte schon mal gelesen hatte oder vielleicht nur die Leseprobe …)

Am vergangenen Wochenende ging es dann weiter mit „Cry Wolf“ (und „Alpha and Omega“) von Patricia Briggs. Auch die Geschichte war nett, solange ich die „mein Wolf hat dich als meine Gefährtin auserwählt“- und die „Misshandlungen sind ganz schnell vergessen, wenn Frau nur den richtigen Mann Wolf findet“-Szenen ignoriere. Eigentlich mochte ich vor allem die Nebenfiguren und die kleinen Details, die die Mercy-Thompson-Welt ergänzten und die es in der „Hauptreihe“ nicht zu lesen gab, weil die Sachen halt nicht in Mercys Anwesenheit passierten. Ich weiß noch nicht, ob ich die Reihe weiterlese – vor allem, da mein Lieblingscharakter wohl erst einmal eine Rolle in den Mercy-Thompson-Romanen gefunden hat.

Außerdem dümpelte nebenbei ja immer noch „Death by Dumpling“ von Vivien Chien vor sich hin. Inzwischen habe ich das Buch beendet und beschlossen, dass es aus meinem Bestand fliegen wird. Ich mochte die Protagonistin und sehr viele der vorkommenden Nebenfiguren, außerdem gefiel mir die Idee mit dem Mord im Asia-Village und all den verschiedenen Eigenheiten der asiatisch-stämmigen Geschäftsleute in diesem speziellen Einkaufszentrum. Aber obwohl ich den Roman wirklich mögen wollte, hat mich der Mord total kaltgelassen. Die gesamte Handlung war mir vollkommen gleichgültig, auch wenn ich immer wieder über Szenen gestolpert bin, die ich amüsant oder unterhaltsam fand. Ich bin überraschend stolz auf mich, dass ich das Buch noch beendet habe, aber ich werde es definitiv kein zweites Mal in die Hand nehmen.

Zuletzt gab es Ende der Woche für mich noch „The Witchkin Murders“, den ersten Band der Magicfall-Reihe von Diana Pharaoh Francis, weil ich die Welt, in der die Geschichte spielt, sehr mag. Normalerweise setzen die Urban-Fantasy-Reihen, die ich lese, zu einer Zeit ein, in der das „Erwachen“ der Magie schon einige Jahre her ist und sich die Gesellschaft einigermaßen damit arrangiert hat. In der „Horngate Witches“-Serie der Autorin hingegen erlebt man als Leser diese Umwälzung (aus der Sicht einer Hexe) hautnah mit. Dieser Magicfall-Roman setzt etwas später ein und macht deutlich, wie wenig sich die Menschen bislang an all die gesellschaftlichen Veränderungen gewöhnt haben, die durch die Magie hervorgerufen wurden. Ich mag die Welt sehr, auch wenn ich bei Diana Pharaoh Francis immer wieder über Kleinigkeiten stolpere, die mich stören. Insgesamt habe ich mich mit „The Witchkin Murders“ gut unterhalten gefühlt (auch wenn ich all die „Ich fühle mich von meinem ehemaligen Partner angezogen“-Szenen mal wieder quergelesen habe).

So langsam geht mir ein bisschen die „leichte“ Lektüre für den eReader aus und im Halbdunkeln lassen sich gedruckte Bücher mit „normaler“ Schriftgröße so schlecht lesen. Ich fürchte aber, ich werde noch eine Weile bei Romanen bleiben, über die ich eigentlich nichts zu erzählen habe …