Schlagwort: Kochen und Backen

[Kulinarisches] Chili-Polenta und Radieschen-Tzatziki

Ostermontag habe ich – mit leichten Abwandlungen – Chili-Käse-Rosmarin-Polenta aus dem „Täglich vegetarisch“-Kochbuch von Hugh Fearnley-Whittingstall und dazu Radieschen-Tzatziki – mit ein paar größeren Veränderungen – nach einem Rezept von Steph vom Kuriositätenladen gekocht. Beides schmeckt schon für sich fantastisch, aber zusammen gewinnen beide Gerichte noch einmal ein ganzes Stück. Es ist einfach die perfekte Kombination von heiß, knusprig, würzig-scharf und kühl, erfrischend und würzig.

Weil ich noch Salat und Möhre vom Wochenende übrig hatte, gab es bei uns noch Eisbergsalat mit gehobelter Möhre und Vinaigrette dazu und die leichte Süße der Möhre ergab noch einen dezenten Kontrast zum Essen, den ich sehr mochte, der aber nicht unbedingt nötig ist.

Chili-Käse-Rosmarin-Polenta (für 4 Portionen)

etwas Öl zum Andünsten
2 Knoblauchzehen, fein gewürfelt
Chiliflocken
1 EL getrockneter Rosmarin
Rosenpaprika-Pulver
800 ml Wasser
150 g Instant-Polenta
100 g geriebener Hartkäse (z.B. Parmesan oder Pecorino)
Salz
Pfeffer
noch etwas Öl zum abschließenden Braten

Laut dem Originalrezept benötigt man unter anderem eine Pfanne, einen Topf und eine frische rote Chilischote, aber da ich ungern mit frischem Chili hantiere, habe ich – nicht nur – das geändert. 😉

Die Knoblauchwürfelchen in etwas Öl mit den Chiliflocken und dem Rosmarin andünsten. Dann das Wasser zugeben und zum Kochen bringen, Unter ständigem Rühren (am Besten mit einem Schneebesen) die Polenta einrieseln lassen und bei mittlerer Hitze köcheln lassen, bis die Masse sehr fest geworden ist – dabei auf gar keinen Fall das Rühren vergessen! Dann den Topf von der Flamme nehmen und eine kräftige Prise Rosenpaprika, Salz, Pfeffer und den geriebenen Käse unterrühren. Die Polentamasse soll eine gute Schärfe haben und nur leicht nach Käse und Knoblauch schmecken. Zuletzt die Polenta auf einen Teller oder ein Blech streichen, so dass sie ungefähr 1,5-2 cm dick ist und abkühlen lassen. (Ich mache die Polenta gern vormittags, wenn wir sie abends essen wollen.) Wenn die Polenta abgekühlt und fest ist, kann sie in Stücke geschnitten und in einer Pfanne mit etwas Öl von beiden Seiten angebraten werden.

Radieschen-Tzatziki

1 Bund Radieschen
3 confierte Knoblauchzehen (Rezept findet ihr HIER), aber ich bin mir sicher, dass feingehackter frischer Knoblauch auch funktionieren würde
450 g griechischer Abtropfjoghurt
1 EL Rapsöl
1 EL Balsamico Bianco
kleingehackte Petersilie oder Dill (beides ausprobiert, beides schmeckt)
Rosenpaprika-Pulver
1 Prise Zucker
Salz
Pfeffer

Die Radieschen groß raspeln (wir haben eine Käsereibe zum Kurbeln, mit der das hervorragend geht, solange die Radieschen frisch sind), aber das geht natürlich auch mit einer normalen Reibe, und mit einer Prise Salz bestreut etwas stehen lassen. Dann die Radieschen kräftig ausdrücken, um möglichst viel Flüssigkeit aus ihnen zu bekommen.

Die konfierten Knoblauchzehen mit der Gabel zerdrücken und dann mit den Radieschen, dem Joghurt, der Petersilie (oder dem Dill) dem Öl und dem Essig gründlich vermischen. Die Masse mit einer Prise Zucker, Salz, Pfeffer und Rosenpaprika abschmecken. Vor dem Servieren ruhig noch etwas ziehen lassen und im Zweifelsfall noch einmal nachwürzen.

***

Die Polenta schmeckt auch am nächsten Tag (kalt oder warm) sehr gut, was die Reste zu einem perfekten Snack oder zum passenden Bestandteil einer Lunchbox macht.

Und das restliche Radieschen-Tzatziki lässt sich ganz einfach zu (frischem) Brot genießen.

[Kulinarisches] Eier-Muffins

Mein Mann durfte in den letzten Wochen mal wieder regelmäßig Überstunden bei der Arbeit machen, was unseren normalen Essensrhythmus ziemlich durcheinander bringt. Da er eh immer relativ ausgehungert nach Hause kommt, habe ich also nach etwas gesucht, was ich ihm zusätzlich mitgeben konnte. Es sollte nur eine Kleinigkeit und transportabel sein und etwas, das er besonders gerne mag. Dann bin ich HIER über die Eier-Muffins als Lunchbox-Bestandteil gestolpert und habe damit selber mal rumprobiert. Oh, und da es für meinen Mann ist, ist das mal kein vegetarisches Rezept.

Zutaten für 12 Eier-Muffins:

1/2 rote Paprika
1/4 Zucchini (mittelgroß)
1/2 Zwiebel (klein)
ca. 100 g fertig gewürfelten Frühstücksspeck
ca. 50 g geriebener Gouda
2 Scheiben Toastbrot
6 Eier
ca. 150 ml Milch
Salz
Pfeffer
Rosenpaprika-Pulver
Oregano (getrocknet)
Butter (für die Muffinform)

Die Paprika, Zucchini und Zwiebel habe ich sehr fein gewürfelt, das Toastbrot in eher grobere Würfel geschnitten und das Ganze zusammen mit dem Speck und dem Käse in einer großen Schüssel vermischt. Gewürzt habe ich die Masse dann mit Pfeffer, einer großzügigen Prise Rosenpaprika und Oregano – kein Salz, da der Speck salzig genug sein sollte. Diese Mischung habe ich auf ein gebuttertes 12er-Muffinblech aufgeteilt. Dann habe ich den Ofen auf 200 Grad bei Umluft vorgeheizt und währenddessen die Eier mit der Milch, etwas Salz und noch etwas Pfeffer verquirlt und mit dieser Flüssigkeit die Muffinformen aufgefüllt. Nach 20 Minuten im Ofen waren die Muffins fertig und konnten zum Abkühlen rausgeholt werden.

Laut meinem Mann schmecken sie warum und kalt gut und sie lassen sich prima mitnehmen. 😉 Allerdings muss ich zugeben, dass man schon eine gut beschichtete Muffin-Form benötigt, um die Dinger heil auszulösen …

[Kulinarisches] Wirsing-Rouladen mit Reis-Paprika-Füllung

In den letzten Wochen gab es bei all den stressigen Tagen abends doch immer eher simple und wenig zeitaufwändige Gerichte. Trotz Renovierungs- und „ich will noch so viel vor Weihnachten schaffen“-Chaos wollte ich das mal wieder ändern und ein bisschen aufmerksamer kochen, während mein Mann Urlaub hat. Simpel sind diese Wirsing-Rouladen auch, aber dafür brauchen sie schon ein bisschen Zeit bei der Zubereitung.

Zutaten für 8 Rouladen (oder zwei hungrige Personen)

8 große Wirsingblätter in gutem Zustand (also nicht die Blätter ganz außen, die haben regelmäßig kleine Löcher)
250 g Reis
1-2 Paprikaschoten
etwas Öl zum Dünsten
Salz
Pfeffer
Rosenpaprika-Pulver
ca. 300 ml Sahne
(8 Zahnstocher)

Zubereitung:

Bei den Wirsingblättern den mittleren dicken Strunk mit einem scharfen Messer an der Außenseite so weit wegschneiden, dass er nicht mehr viel dicker als das Blatt ist. Dann die Blätter kurz in einem großen Topf in köchelndes Wasser legen, bis sie so weich sind, dass man sie später gut rollen kann. Ich mache das einzeln, damit mir nicht ein Teil zu gar wird, während die oberen noch zu knackig sind. Die Wirsingblätter dann in einem Sieb abtropfen lassen. Dann den Reis in Salzwasser garen, parallel dazu die Paprika säubern, in kleine Stücke schneiden und mit ein bisschen Öl in einer Pfanne andünsten.

Danach den fertig gekochten Reis mit der Paprika mischen und das Ganze kräftig mit Salz, Pfeffer und dem Rosenpaprika-Pulver würzen. Die Masse sollte auf jeden Fall überwürzt schmecken, da der Wirsing ja ungewürzt ist. Dann die Wirsingblätter mit der Reis-Paprika-Mischung füllen – je nach Blattgröße nehme ich da 3-4 Esslöffel pro Blatt, schlage dann die Seiten über der Füllung zusammen und rolle das Ganze vom Stiel her auf, bis eine Roulade entstanden ist, und fixiere dann das Ende des Wirsingblatts mit einem Zahnstocher.

Als Nächstes werden die Wirsingrouladen in die nun leere Pfanne gelegt und mit Sahne angegossen, bis die Rouladen zu einem Viertel bis Drittel in der Sahne liegen. Dann kommt ein Deckel auf das Ganze und die Pfanne wird erhitzt, bis die Sahne leicht köchelt. Hier etwas aufpassen, dass die Hitze wirklich so niedrig ist, dass die Sahne nicht zu sehr hochkocht. Die Wirsingrouladen sollen insgesamt 20 Minuten in der Sahne gar ziehen, die Rouladen nach der Hälfte der Zeit wenden, damit sie von beiden Seiten gleichmäßig garen. In dieser Zeit kocht die Sahne deutlich ein, bekommt ein paar Aromen von dem Wirsing und den Gewürzen ab und ergibt so am Ende eine leckere Sauce für das Essen.

***

Wer sich nun fragt, was mit dem Rest Wirsing gemacht werden könnte: Mein Vorschlag wäre ein Wirsing-Risotto. Einfach ein klassisches Risotto ansetzen und nach dem Angießen der letzten Kelle Brühe kleingeschnittenen Wirsing (und einen Hauch Muskatnuss) unterrühren und mit dem Risotto fertig garen.

Oder man macht ein Resteessen – das gab es am Montag bei uns. Dafür habe ich die restlichen 2 Paprika und den übrigen Wirsing kleingeschnitten und in der Pfanne angebraten, dazu gab es den Rest eines angefangenen Frischkäses (den ich auf Brot nicht so mochte und der langsam mal aufgebraucht werden sollte) und einen Schuss Brühe, damit es nicht so trocken wird. Das Ganze habe ich dann mit Harissa, Salz und Pfeffer scharf abgeschmeckt und am Ende mit ein paar frisch gekochten Nudeln gemischt.

[Kulinarisches] Cremige Blumenkohl-Suppe

Manchmal sind es ja gerade die einfachen Rezepte, die wahre Seelentröster sind. Diese Blumenkohl-Suppe gehört für mich ganz klar dazu. Schon als Kind mochte ich Blumenkohl-Suppe sehr gern, wobei meine Mutter die früher mit Mehl oder Ei gebunden hat, was ich wiederum nicht so gerne mache. Deshalb koche ich also diese Variante:

Zutaten (für 4 Portionen):

4 mittelgroße Kartoffeln
1 mittelgroßer Blumenkohl
1,5 Liter Gemüsebrühe
Salz
Pfeffer
Muskat(blüte)
gehackte Petersilie
Zitronensaft

Kartoffeln schälen, in kleine Würfel schneiden und mit den 1,5 Litern Gemüsebrühe in einem großen Topf aufsetzen. Den Blumenkohl putzen, in kleine Röschen teilen (den Stiel würfeln) und zu den kochenden Kartoffeln in den Topf geben. Das Ganze zehn Minuten köcheln lassen, bis der Blumenkohl bissfest ist. Dann die Hälfte der Blumenkohl-Röschen mit einer Schaumkelle aus dem Topf fischen und zur Seite stellen. Jetzt wird der restliche Topfinhalt mit einem Pürierstab bearbeitet, bis eine cremige Suppe ohne Stückchen entstanden ist, dann kommt etwas feingehackte Petersilie dazu – die Menge hängt vom individuellen Geschmack und dem vorhandenen Vorrat ab 😉 – sowie die zur Seite gestellten Blumenkohl-Röschen, und zuletzte wird das Ganze mit Salz, Pfeffer, Muskat(blüte) und einem Spritzer Zitronensaft abschmecken. Die Suppe ist supersimpel und sehr lecker.

[Kulinarisches] Oreo-Käsekuchen

Diesen Oreo-Käsekuchen habe ich Sonntag gebacken, weil sich Bibendum den als Geburtstagskuchen gewünscht hatte. Der Vorteil an dem Kuchen ist, dass er auch nach zwei, drei Tagen immer noch sehr lecker schmeckt – genau genommen schmeckt er umso besser, je besser er durchgezogen ist – und dass man das Rezept leicht auf die Hälfte oder ein Viertel der Menge runterrechnen kann, um eine kleinere Portion zu backen. Theoretisch könnte man den Kuchen auch als Muffins backen und einen Teil davon einfrieren, das verträgt er gut. Allerdings müsste man dann die Backzeit anpassen und den Kuchen bzw. die Muffins beim Backen im Auge behalten.

Zutaten für eine ca. 20×30 cm große Form:

36 Oreo-Kekse (schon von der Cremefüllung befreit)
4 EL Butter
800 g Frischkäse
225 g Zucker
1/2 TL gemahlene Vanille
4 große Eier

Zu Beginn den Ofen auf 160 Grad (Umluft) vorheizen. Bei meiner Glasform ist es nicht nötig, zu buttern, aber im Zweifelsfall würde ich zu dem Zeitpunkt auch die Form ausfetten. Dann 24 Oreo-Kekse zerkrümeln, indem man sie in eine Tüte gibt, diese fest verschließt und dann energisch mit einem Topfboden oder Nudelholz bearbeitet. Danach die 4 Esslöffel Butter in einem Topf schmelzen und – nach einer kurzen Abkühlungzeit – die Butter mit den Kekskrümeln in einer Schüssel vermischen, bis die Kekskrümel fettig glänzen. Die noch immer krümelige Masse wird dann in die Form gegeben, gleichmäßig verteilt und etwas angedrückt.

Dann in einer großen Schüssel den Frischkäse mit dem Zucker und der Vanille verrühren, bis eine homogene Masse entstanden ist. Dann die Eier einzeln mit einem Handrührgerät unter die Frischkäsemasse rühren. Dabei darauf achten, dass sich die Eier wirklich vollständig mit der Frischkäsecreme vermischt haben, bevor das nächste Ei zugegeben wird. Nun die restlichen Kekse grob mit den Händen zerbrechen und vorsichtig unter die Frischkäsemasse rühren, dann das Ganze in die Form füllen.

Den Kuchen 35 bis 40 Minuten backen, bis die Ränder fest sind. Die Mitte des Kuchens muss noch etwas wabbelig sein, wenn er aus dem Ofen genommen wird. Den Kuchen vollständig in der Form abkühlen lassen und dann in den Kühlschrank stellen. Im Kühlschrank hält er sich einige Tage, außerdem lässt er sich so gut in kleine Stücke schneiden und servieren.

Mürbeteig-Plätzchen?

Ich habe am letzten Wochenende mit Mürbeteig experimentiert, nachdem ich einen Keksstempel geschenkt bekommen habe. Aber obwohl die Plätzchen schmecken, bin ich noch nicht so ganz überzeugt vom Ergebnis. Auf der einen Seite suchte ich einen Mürbeteig, der beim Backen nicht zu sehr aufgeht (also kein Backpulver und wenig Ei enthält), auf der anderen Seite sollte er natürlich auch einen leckeren Keks ergeben. Das erste Rezept, das ich ausprobiert habe, habe ich online gefunden. Wie man sehen kann, kommt die Form des Stempels trotz der – allerdings sehr dünnen – Glasur schön durch, allerdings sind die (Orangen-)Plätzchen sehr fest geworden. Außerdem schmecken sie kaum nach Orange, was ich aber nicht dem Teig anlaste, sondern der getrockneten Orangenschale, die dieses Mal nicht so „zündete“.

Bei dem zweiten Teig (einmal Vanille, einmal Schokolade – beide ebenfalls dünn mit einer Glasur überzogen), dessen Rezept an dem Stempel hing, gab es schon beim ausstechen der Kekse Probleme. Der Teig war viel zu weich, viel zu buttrig und selbst gut gekühlt ließ er sich kaum verarbeiten. So ist es auch kein Wunder, dass der Stempel nicht so schön zur Wirkung kommt und das Eulchen auf den Keksen sehr verschwommen zu sehen ist. Dafür schmecken die Plätzchen aber etwas besser als beim ersten Rezept …

Nun frage ich mich, ob jemand von euch schon Erfahrungen mit Keksstempeln gemacht hat und mir vielleicht ein Rezept empfehlen kann, bei dem die Plätzchen hübsch aussehen und gut schmecken.

[Kulinarisches] Kraut’n’Cheese auf Kartoffelboden

Ich bin vor einigen Wochen über ein Rezept für eine „Sauerkraut-Quiche“ gestolpert und habe damit ein bisschen rumprobiert. Das Ergebnis war eine sehr leckere „Kraut’n’Cheese auf Kartoffelboden“-Version und ist eindeutig wert, geteilt zu werden!

Zutaten (für 4 Personen):

500 g Kartoffeln
1 1/2 TL Salz
1 1/2 EL Mehl
ca. 500 g Sauerkraut (Abtropfgewicht)
1 Lorbeerblatt
50 g Butter
50 g Mehl
400 ml Milch
200 g mittelalter Gouda
Panko
Salz, Pfeffer, Muskat, Petersilie

Das Sauerkraut abspülen, mit dem Lorbeerblatt in einen Topf geben, mit Wasser bedecken und zum Kochen bringen. 25 Minuten im geschlossenen Topf köcheln, dann abgießen und abkühlen lassen. In der Zwischenzeit die Kartoffeln schälen, fein reiben und zusammen mit 1 1/2 TL Salz in ein Sieb geben und ca. 10 Minuten stehen lassen, um das Wasser aus den Kartoffeln zu ziehen. Währenddessen 50 g Butter, 50 g Mehl und 400 ml Milch abmessen, den Gouda reiben und die Auflaufform buttern. Den Backofen auf 190 Grad (Umluft) vorheizen.

Die Kartoffeln mit den Händen kräftig ausdrücken, gründlich mit den 1 1/2 EL Mehl mischen und die Masse gleichmäßig auf dem Boden der Auflaufform verteilen und festdrücken. Die 400 ml Milch in einem kleinen Topf erwärmen, dann die Butter bei mittlerer Hitze in einem größerem Topf schmelzen, die 50 g Mehl zugeben und zu einer homogenen, klümpchenfreien Masse verrühren, nach und nach die Milch zugeben und verrühren, bis die Sauce gründlich angedickt ist. Nun das Sauerkraut ausdrücken und zusammen mit dem geriebenen Gouda zur Sauce geben, das Ganze verrühren bis der Käse geschmolzen ist, und mit Salz, Pfeffer, Muskat und Petersilie abschmecken. Dann die Sauerkraut-Masse gleichmäßig auf dem Kartoffelboden verteilen, das Ganze mit Panko bestreuen und für 35 bis 40 Minuten im Ofen backen.

[Kulinarisches] 3-Tage-Essen: Würzige Teigtaschen, Indisches Curry und Pizza

Im Moment halte ich wieder verstärkt die Augen offen nach einfachen, (relativ) schnellen Gerichten, die man gut vorbereiten kann. Besonders toll ist es, wenn ich aus einem Tag „Vorbereitung“ gleich drei verschiedene Essen herausholen kann, so wie es hier der Fall ist.

Die Grundidee für die „würzigen Teigtaschen“ habe ich bei Sayuri gefunden, die über die kulinarischen Highlights ihrer Urlaubswoche geschrieben hatte. Vor allem das dort erwähnte Chutney (vorn auf dem Teller) hatte es mir angetan und als sie mir ein Glas davon zukommen ließ, wollte ich es unbedingt mit den Teigtaschen genießen. Allerdings hatte ich in letzter Zeit keine Lust auf Blätterteig und habe deshalb mit einem superleckeren Pizzateig gearbeitet, den ich sonntagmorgens zusammengeknetet habe. Oh, und da ich sonntags Zutaten für je 4 Portionen verarbeitet habe, konnte ich die „Reste“ des Essens für die kommenden zwei Tage verwenden.

Füllung für die Teigtaschen (für 4 Portionen):

5 mittelgroße Kartoffeln, geschält und nicht zu grob gewürfelt
4-5 mittelgroße Mohrrüben, geschält und in feine Stücke geschnitten
ca. 100-150 g TK-Erbsen
etwas Öl zum Anbraten
1/2 TL Zimt
2-3 TL gemahlener Koriander
1 TL Kurkuma
2 TL Cumin
Chiliflocken
Salz
Pfeffer

Da ich rohe Kartoffeln nehme und eine Pfanne mit Deckel habe, werfe ich die Kartoffelwürfel immer mit etwas Öl in die heiße Pfanne, reduziere die Hitze auf ein Minimum, setze den Deckel auf die Pfanne und lasse die Kartoffeln gut zehn Minuten garen. Dann gebe ich die Mohrrüben und die Erbsen zu den Kartoffeln und brate das Ganze, bis das Gemüse gar, aber noch bissfest ist. Wenn es so weit ist, kommen die Gewürze hinzu – bei den Chiliflocken mache ich lieber keine genauen Angaben, das ist doch zu sehr geschmacksabhängig – und das Ganze wird schön scharf abgeschmeckt.

Das Gemüse hatte ich am Sonntagvormittag zubereitet, und während die Masse in der Pfanne garte, habe ich die Zutaten für den Pizzateig abgewogen, das Ganze verknetet und zum Gehen zur Seite gestellt.

Pizzateig (für 4 Portionen):

300 g Mehl (Type 550)
200 g Hartweizengrieß
1/2 Päckchen Trockenhefe (ca. 4,5g)
10 g Salz
250g ml lauwarmes Wasser
3 EL (Oliven-)Öl

Alle Zutaten abwiegen, Mehl, Grieß, Hefe und Salz gut mischen und eine Mulde in der Mitte der Mehl-Grieß-Mischung machen. Das Öl und das Wasser in die Mulde gießen und vom Rand her Mehl mit der Flüssigkeit vermischen bis der Teig so weit ist, dass man ihn kneten kann. Nach kurzer Zeit bildet der Teig eine homogene Masse und selbst die paar Mehlreste, die von den ersten Knetgriffen noch an den Händen kleben, arbeiten sich schnell ein. Die Teigschüssel mit einem Teller bedecken oder mit einer Folie verschließen und zwei Stunden bei Zimmertemperatur gehen lassen.

Nach zwei Stunden den gegangenen Teig auf einer Arbeitsfläche noch einmal gründlich durchkneten. Dann den Teig halbieren und die eine Hälfte im Ganzen, die andere in zwei Teile geteilt und zu Kugeln geformt in Frischhaltefolie wickeln und in den Kühlschrank legen. Diese Teigpäckchen können problemlos sieben Tage im Kühlschrank bleiben, bis man sie aufbraucht.

Tag 1: Teigtaschen (für 2 Personen):

Abends habe ich den Ofen auf 200 Grad (Umluft) vorgeheizt und die größere Teigportion (also die Hälfte des Gesamtteiges) aus dem Kühlschrank geholt, noch einmal kurz durchgeknetet, zu einer Rolle geformt und diese in vier gleich große Stücke geteilt. Die Stücke habe ich jeweils grob zu einer Kugel gerollt, um sie leichter zu kreisrunden und ca. 3 mm dicke Fladen ausrollen zu können. Der Kreis wurde dann von mir mit einem Messer halbiert und aus den so entstandenen Halbkreisen „Tüten“ geformt (dabei die Spitze und die überlappenden Ränder etwas festdrücken), die dann ganz einfach mit der Gemüsemischung gefüllt werden konnten. Zuletzt wurden die Füllöffnung der Taschen dann noch zugedrückt und mit der „Naht“ nach unten auf ein Backblech gelegt. Insgesamt bekam ich so acht Teigtaschen aus dem Ganzen, die dann für ca. 12 Minuten im Ofen gebacken wurden, bis sie goldbraun waren.

Ich habe die Taschen aus der Hand gegessen und dazu das leckere Chutney genossen, mein Mann hat Messer und Gabel bevorzugt – bei meiner Methode dauert es etwas länger, weil die Taschen so verflixt heiß sind. Aber uns beiden hat es sehr, sehr gut geschmeckt.

Tag 2: Indisches Curry (für 2 Personen)

In Ermangelung eines besseren Namens nenne ich das Ganze mal „Indisches Curry“. Ich habe es mir einfach gemacht und morgens eine Portion Reis gekocht und dann den Reis zusammen mit der restlichen Gemüsemischung vom Vortag in eine gebutterte Auflaufform gegeben und das Ganze dann mit Alufolie abgedeckt im Ofen erwärmt. Dazu gab es noch etwas Naturjoghurt, weil diese säuerliche Frische einfach perfekt zu den indischen Gewürzen passt.

Wer es gern etwas saftiger hätte, kann das Gemüse auch in der Pfanne erhitzen, ca. 150 ml Gemüsebrühe und den Joghurt dazu geben und das Ganze kurz köcheln lassen.

Tag 3: Die weltbeste knusprigste Pizza

Das Geheimnis für diese tolle Pizza liegt nicht nur in dem Teig, sondern auch darin, dass man alles sehr dünn ausrollt und belegt und dann sehr kurz, sehr heiß backt. Dazu halte ich mich an die Beschreibung von Steph vom Kuriositätenladen, die ihr HIER findet.

Basiszutaten sind bei mir neben dem Teig noch 6-8 EL Pizzasauce, getrockneter Oregano und ein kleines Stück Parmesan.

Morgens setze ich eine kleine Menge Pizzasauce an. Ich mache es mir dabei leicht und verwende eine italienische Kräutermischung aus dem Tiefkühler inklusive Zwiebeln und Knoblauch. Die Kräutermischung erhitze ich kurz in etwas Öl, bis die Zwiebeln glasig sind, gebe dann ca. 2 EL Tomatenmark und etwas Wasser sowie kleingeschnittenes Basilikum dazu und lasse es ein bisschen köcheln. Das Ganze sollte insgesamt gerade mal 6 bis 8 EL dickflüssige Tomatensauce ergeben. Diese Sauce stelle ich dann bis zum Abend zur Seite – bis dahin ist sie schön durchgezogen.

Abends heize ich den Ofen auf 220 Grad vor – wobei ich ein Blech auf der untersten Ebene drin lassen – und hole dann die beiden übrigen Teigkugeln aus dem Kühlschrank, knetet sie noch einmal und rolle sie dann mit dem Nudelholz zu zwei sehr dünnen Teigfladen aus. Bei mir werden die so groß, dass ich nur eine Pizza auf ein Blech bekomme, also rolle ich die Teigfladen auf dem Nudelholz auf, um sie heil auf ein Stück Backpapier legen zu können. Zum Glück ist der Teig, obwohl er so dünn ist, schön robust. Dann wird die Pizza dünn mit der Tomatensauce bestrichen – ruhig etwas Abstand zum Rand lassen, wenn man den schön knusprig mag – und das Ganze noch einmal extra mit dem Oregano würzen.

Nun den Parmesan fein reiben und über die Sauce streuen, danach kann nach Lust und Laune – aber nicht zu dick! – belegt werden. Für meinen Mann gibt es in der Regel Salami auf die Pizza, über die noch ein halber Mozzarella gezupft wird, bei mir bleibt es oft bei der anderen Mozzarellahälfte. Diese Pizza schmeckt mir schlicht einfach am Besten.

Wenn man das Backpapier mit der Pizza auf das heiße Blech legt, muss man höllisch vorsichtig sein, danach geht das Pizzabacken aber ganz einfach und total schnell. Wenn das Backpapier braun wird, wird es unter der Pizza rausgezogen, und wenn der Rand schön knusprig ist, dann kann auch die Pizza aus dem Ofen – und die zweite wird gebacken. Obwohl wir immer nacheinander backen müssen, geht es so schnell, dass wir problemlos gemeinsam essen können.

 

[Kulinarisches] Gegrillte Lauch-Käse-Brote

Seitdem ich zu Weihnachten Hugh Fearnley-Whittingstalls „Täglich Vegetarisch“ geschenkt bekommen habe, habe ich schon so einige Rezepte aus diesem Kochbuch nachgekocht. Ich glaube, ich habe in den letzten vier Wochen mehr Parmesan (und vergleichbare Hartkäsesorten) gekauft als in den letzten vier Jahren insgesamt. 😀 Eins von den Rezepten, die es uns besonders angetan haben, ist das Lauch-Käse-Brot. Allerdings habe ich ein paar kleine Veränderungen am Originalrezept vorgenommen, damit es besser in unsere Essensplanung und zu meinen Vorräten passt.

Zutaten für 4 Brote:

4 Scheiben Bauernbrot
3 Stangen Lauch (nur die weißen und hellgrünen Teile, geputzt und in feine Ringe geschnitten)
Butter zum Dünsten
150 g Crème fraîche
ca. 2 TL Thymian (getrocknet)
100-120 g frisch geriebener Parmesan (alternativ schmeckt auch Bergkäse sehr gut in dem Gericht)
Salz
Pfeffer

Den Backofen auf 200 Grad vorheizen und die Brotscheiben auf einem Blech unter dem Grill rösten. Parallel dazu den Lauch in einer Pfanne in Butter andünsten, bis er weich ist. Dann den Lauch gründlich mit der Crème fraîche vermischen und den Thymian zugeben und die Masse einmal kurz erhitzen. Zuletzt 2/3 des geriebenen Parmesans in die Pfanne geben und mit der Lauch-Crème-fraîche-Mischung verrühren, bis der Käse geschmolzen ist. Jetzt alles mit Salz und Pfeffer kräftig abschmecken.

Wenn die Lauch-Masse so weit ist, kann sie gleichmäßig und großzügig auf den Brotscheiben verteilt werden, zum Abschluss wird der restliche geriebene Käse über die Brote gestreut und dann kommt das Blech wieder unter den Grill des Ofens, bis die Oberfläche der Brote goldbraun ist und Blasen wirft.

Bei uns reichen die vier Brote als Hauptmahlzeit für zwei hungrige Erwachsene. Aber man kann sie auch sehr gut für vier Personen als Zwischenmahlzeit oder als Beilage zu einem Salat servieren. Sie sind würzig, käsig, knusprig und einfach nur richtig leckeres Soulfood.

[Kulinarisches] Apfel-Sandkuchen

Als am Wochenende Besuch da war, habe ich eine Apfel-Tarte gemacht. Die ist einfach immer absolut köstlich, selbst wenn der Teig (so wie es dieses Mal der Fall war) Probleme bereitet. Saftig, voller Apfelaroma und mit zartschmelzender Teigdecke mit einem sehr feinen Geschmack … so gut!

Aber ganz ehrlich, manchmal steht mir der Sinn eher nach handfesterem Kuchen und als unsere Besucherin am Dienstag bei ihrer Abfahrt drei Äpfel hinterließ, habe ich gestern einen Apfel-Sandkuchen gebacken. Der Kuchen basiert auf dem Standard-Sandkuchen-Rezept, das meine Mutter vor vielen Jahren von einer Freundin bekommen hat. Das Rezept nehme ich jedes Mal, wenn ich einen Napfkuchen backen will, egal, ob es am Ende ein Schokokuchen, ein Marmorkuchen oder irgendetwas Fruchtiges werden soll. Am Ende kommt immer ein lockerer, leckerer Kuchen heraus, der – meiner Meinung nach – perfekt in die kühleren Jahreszeiten passt. So ein Kuchen, von dem man sich noch schnell eine Scheibe abschneidet, bevor man mit dem Hund vor die Tür geht, um sie dann im Gehen zu essen. 😉

Zutaten für einen Apfelkuchen:

4 Eier
200g Zucker (wer es nicht so süß mag, sollte etwas weniger nehmen)
1 Päckchen Vanillezucker
250g weiche Butter
250g Mehl
1 gestrichener TL Backpulver
Zimt nach Geschmack (ich habe dieses Mal einen 1/2 TL genommen,
                                   was zu einer sehr feinen Zimtnote führt)
3 mittelgroße Äpfel

Zu Beginn den Backofen auf 180 Grad vorheizen (die Temperatur funktioniert sowohl bei Umluft als auch bei Ober-/Unterhitze) und eine Backform einfetten. Dann die Eier mit dem Zucker und Vanillezucker in einer Schüssel schaumig schlagen, dazu die weiche Butter geben und gründlich unter die Ei-Zuckermasse rühren. Wenn noch kleine Butterflocken zurückbleiben sollten, ist es nicht so schlimm, die lösen sich beim Backen auf. Das Mehl mit dem Backpulver und dem Zimt vermischen und nach und nach zu der Ei-Zucker-Butter-Mischung geben und unterrühren. Zuletzt die Äpfel schälen, in Stücke schneiden und mit dem Teig vermischen. Dabei benötigt es ein bisschen Geduld, da der Teig relativ fest ist. Das Ganze dann in die gefettete Backform geben, grob glattstreichen und in den vorgeheizten Ofen schieben.

Die Backzeit hängt etwas von der gewählten Form ab. Wenn man eine Kastenform nimmt, dann benötigt der Kuchen mindestens 45 Minuten und sollte nach der Hälfte der Zeit mit Alufolie abgedeckt werden, damit er nicht zu dunkel wird. Bei einer Springform, so wie ich sie dieses Mal verwendet habe, liegt die Backzeit bei 35 Minuten. Wenn der Kuchen schon goldbraun ist, aber bei der Stäbchenprobe noch zu viel Feuchtigkeit im Teig ist, dann einfach den Ofen auf 150 Grad runterdrehen und noch zehn Minuten backen. Da es hier mehrere Variablen gibt, empfehle ich grundsätzlich nach einer guten halben Stunde eine Stäbchenprobe durchzuführen und sich dann auf das Ende der Backzeit heranzutasten. 😉